Darmstädter Tagblatt 1910


15. November 1910

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173. Jahrgang
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.

Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

N 268.

Dienstag, den 15. November.

1910.

Die heutige Nummer hat 18 Seiten.

Die Gerichtsverhandlungen in Moabit über die
Unruhen in Moabit.
* Die Augen weiter Kreiſe ſind augenblicklich auf die
Gerichtsverhandlungen in Moabit gerichtet, ſowohl auf
den zu erwartenden Richterſpruch über die große Zahl von
Angeklagten, die an den Unruhen beteiligt waren, die im
September in Berlin=Moabit ſtattfanden und einen ſehr
bedrohlichen und aufrühreriſchen Charakter annahmen, wie
auch auf die Vorgänge ſchon vor und bei Beginn der Ge=
richtsverhandlung
, beſonders die vom Vorſitzenden ver=
hängten
Ordnungsſtrafen und die Stellungnahme der Ver=
teidiger
.
Aus Anlaß jener Vorgänge iſt aufs neue die Frage
aufgetaucht, ob gegen den Mißbrauch der Koali=
tionsfreiheit
der Arbeiter Schutzmaßregeln zu
ergreifen und notwendig ſind, insbeſondere, ob es etwa
erforderlich ſei, Maßregeln zu treffen, die derartigen Tu=
multen
vorbeugen. Ob und inwieweit die ſtreikenden Ar=
beiter
ſich an den Unruhen beteiligt haben, und ob nicht
mehr oder weniger lichtſcheues Geſindel aus bloßer Luſt
am Unfug den Polizeibeamten entgegengetreten iſt und
die Unruhen herbeigeführt hat, die die Einwohnerſchaft
Berlins, bald darauf auch Bremens und darüber hinaus
im Reiche mehrere Tage in Atem hielt, werden die Ver=
handlungen
zeigen. Die mehrfach gewünſchte Maßregel
aber, auf geſetzgeberiſchem Wege weitere Garantien zu
bieten, um ſolche Unruhen ein für allemal unmöglich zu
machen, wird in einem höchſt zeitgemäßen Aufſatze des
Senatspräſidenten am Kammergerichte, Dr. Koffka, in der
Deutſchen Juriſten=Zeitung zum Gegenſtand eingehender
Unterſuchung gemacht. Der bekannte Verfaſſer beleuchtet
die Vorgänge an der Hand der Geſetzgebung und Recht=
ſprechung
; er kommt auf Grund ſeiner langjährigen Er=
fahrung
zu der Ueberzeugung, daß eine weitere Verſchär=
fung
der Geſetze auf Grund der Unruhen nicht erforderlich
iſt, auch ein Erfolg, wie die Reichstagsverhandlungen von
1899 erweiſen, in denen bekanntlich die verbündeten Re=
gierungen
einen Entwurf zum Schutze des gewerblichen
Arbeitsverhältniſſes vorgelegt hatten, der aber in zweiter
Leſung glatt abgelehnt wurde, nicht zu erhoffen wäre.
Koffka erwartet, daß die Rechtſprechung es ermögliche, daß
ſolche Begebenheiten ſich nicht wieder ereignen; er befür=
wortet
aber keineswegs eine weitere Verſchärfung des gel=
tenden
Rechts. Dagegen ſteht er auf dem Standpunkte,
daß das Streikpoſtenſtehen unterſagt werden
müſſe und daß in allen ſolchen Fällen die Beſtrafung der
Tat ſo ſchnell als möglich auf dem Fuße folgen müßte, wie
das auch in Frankreich anläßlich des Eiſenbahner= Ausſtan=
des
geſchehen ſei.

England vor der Entſcheidung.
*** Durch das Ableben König Eduards hatte der
Kampf, der in England zwiſchen den beiden großen poli=
tiſchen
Parteien um die Frage entbrannt war, ob die
Rechte des Oberhauſes eine Einſchränkung erfahren ſollen
oder nicht, eine Unterbrechung erfahren. Aber bei der
eminenten Wichtigkeit der Sache konnte natürlich die Ent=
ſcheidung
nicht lange hinausgeſchoben werden, und des=
halb
hatte auch die ſogenannte Veto=Konferenz, die eine
Verſtändigung zwiſchen der Regierungspartei und der Op=
poſition
herbeiführen ſollte, während der am 29. Juli
eingetretenen Vertagung des Unterhauſes Sitzungen abge=
halten
. Die Ausſichten auf eine Einigung waren von
vornherein gering, und Premierminiſter Asquith erklärte
dann auch ſeinerzeit im Parlament, die Beſprechungen
ſollten nicht etwa ad inkinitum fortdauern, ſondern wenn
die Regierung zu der Anſicht käme, daß keine Hoffnung
auf Verſtändigung vorhanden ſei, werde ſie die Konferenz
ſchließen. Der Zeitpunkt hierzu iſt jetzt durch den ergeb=
nisloſen
Verlauf der Konferenz gekommen.
Bekanntlich handelt es ſich um die Durchführung der
von der Regierung im Unterhauſe eingebrachten und von
dieſem bereits gebilligten Reſolutionen, wonach es rätlich
ſei, daß das Oberhaus durch Geſetz für unfähig erklärt
werde, finanzielle Vorlagen, alſo insbeſondere das Bud=
get
, abzulehnen oder abzuändern, ferner die Befugniſſe be=
züglich
anderer Vorlagen ſo zu beſchränken, daß dieſe auch
ohne Zuſtimmung der Lords Geſetz werden, wenn ſie in
drei aufeinander folgenden Seſſionen im Unterhauſe an=
genommen
worden ſind, unter der Vorausſetzung, daß ſie
die Sanktion der Krone erhalten haben und daß zwiſchen

1 dem Tage ihrer erſten Einbringung im Unterhauſe und
dem Tage ihrer dritten Annahme mindeſtens zwei Jahre
liegen. Ferner tritt die Regierung für eine Beſchränkung
der Seſſionsdauer auf fünf Jahre ein. Alle drei Reſo=
lutionen
wurden, wie ſchon geſagt, vom Hauſe der Ge=
meinen
mit einer Mehrheit von gut hundert Stimmen
angenommen. Dabei erklärte Asquith noch, daß das
Oberhaus aus einer verhältnismäßig kleinen Zahl von
Mitgliedern beſtehen, nicht auf der Erblichkeit, ſondern
auf demokratiſcher Grundlage beruhen und eine Körper=
ſchaft
ſein müſſe, die den Willen der Nation repräſentiere.
Mit allen dieſen Eingriffen in die Rechte der Lordskammer
iſt die unioniſtiſche Oppoſition nicht einverſtanden, ſie will
auch noch nicht einmal das Vetorecht des Oberhauſes ge=
ſchmälert
wiſſen, verlangt für letzteres vielmehr die Beibe=
haltung
der Befugnis, durch Ablehnung einer Finanzvor=
lage
jederzeit die Auflöſung des Parlaments herbeiführen
zu können.
Ein auf der Baſis der Reſolution bezüglich des Veto=
rechts
der Lords ausgearbeiteter Geſetzentwurf wurde im
Frühjahr veröffentlicht. Er nahm in ſeiner Einleitung
auch Bezug auf die geplante anderweitige Zuſammen=
ſetzung
des Oberhauſes, hob aber hervor, daß eine ſolche
Veränderung Zeit erfordere und deshalb zunächſt die Be=
fugniſſe
der Lords eingeſchränkt werden ſollen. Zur ver=
faſſungsmäßigen
Durchführung dieſer Maßregel bedarf es
aber außer der Zuſtimmung des Unterhauſes auch derje=
nigen
des in ſeiner überwiegenden Mehrheit unioniſtiſch
geſinnten Oberhauſes, das natürlich das Anſinnen, ſich
ſeine Rechte beſchneiden zu laſſen, zurückweiſt. Die Re=
gierung
ſteht deshalb vor ſchwerwiegenden Entſchlüſſen,
über die ſich Asquith ſeinerzeit dahin äußerte, daß bei
einem Widerſtande der Lords die Regierung der Krone
ihre Ratſchläge über die zu unternehmenden Schritte un=
verzüglich
vorlegen werde. Wenn das Kabinett nicht die
Gewißheit haben ſollte, daß ſeine Politik die Billigung
des Parlaments erlange, werde es zurücktreten oder die
Auflöſung des Parlaments empfehlen. Inwieweit die
Krone den Wünſchen der Regierung, ſoviel neue Peers zu
ernennen, um die Annahme der Vetovorlage im Ober=
hauſe
ſicherzuſtellen, entſprechen wird oder inzwiſchen ent=
ſprochen
hat, muß ſich bald zeigen. Jedenfalls iſt der am
heutigen Dienstag beginnende Tagungsabſchnitt des Par=
laments
von ganz außerordentlicher Bedeutung für die
innere Politik Englands, und man wird aus den Erklä=
rungen
der Regierung ohne Zweifel auch erfahren, ob die
in der Luſt liegende Auflöſung des Unterhauſes, von der
die Liberalen eine weſentliche Stärkung ihrer Partei er=
warten
, ſchon ſo bald kommen wird, wie man allgemein
annimmt.
Deutſches Reich.
Dem Bundesrat liegt jetzt der Reichsetat in
allen Teilen vor, auch die Heeresvorlage und der Entwurf
über die elſaß=lothringiſche Verfaſſungsfrage ſind jetzt dem
Bundesrat zugegangen. Die Etatsberatung beginnt im
Bundesrat am heutigen Dienstag. Da der Etat kaum eine
Veränderung im Bundesrat erfahren wird, kann er dem
Reichstage in den letzten Tagen des Monats noch zugehen.
Der elſaß=lothringiſche Entwurf ſoll im Bundesrat An=
fang
Dezember ohne Ausſchußberatung beraten werden.
Die Borkumer Spionen=Affäre. Wie 1
aus London gemeldet wird, gibt man auch dort jetzt zu,
was in Deutſchland längſt bekannt war, daß nämlich die
beiden in Borkum verhafteten Spione engliſche Offiziere
ſind. Der eine von ihnen, Vivian Brandon, iſt Kapitän=
leutnant
der engliſchen Marine, der andere Frederie
Trench, bekanntlich ein Verwandter des bisherigen eng=
liſchen
Militär=Attachees in Berlin Oberſt Trench, iſt
Hauptmann von der königlichen leichten Marine= Infan=
terie
. Beide haben, wie weiter gemeldet wird, den An=
trag
geſtellt, in Uniform abgeurteilt zu werden. Das bri=
tiſche
Auswärtige Amt hat um die Erlaubnis nachgeſucht,
bei der Gerichtsverhandlung vertreten ſein zu dürfen.
Da die engliſche Regierung dadurch von dem großen Ma=
terial
Kenntnis erhalten würde, das durch die Verhaftung
der beiden Spione der engliſchen Regierung vorenthalten
wurde, ſo iſt zu hoffen, daß die deutſche Regierung das
Anſinnen ablehnen wird.
Diefortſchrittliche Bewegung im
deutſchen Katholizismus. In dieſen Tagen hat
in München die Generalverſammlung der Krausgeſellſchaft,
Vereinigung für religiöſen und kulturellen Fortſchritt im
Katholizismus, ſtattgefunden. Sie, war dadurch bedeut=
ſam
, daß die Gruppe fortſchrittlicher Katholiken um das

Neue Jahrhundert mit in die Vorſtandſchaft eintrat; den
erſten Vorſitz übernahm Profeſſor Schnitzer, den zweiten
Landgerichtsrat Ziegler in Kempten. Die enge Arbeits=
gemeinſchaft
mit dem Neuen Jahrhundert findet auch
darin ihren Ausdruck, daß die Krausgeſellſchaft vom 1.
Januar 1911 an den Verlag der Zeitſchrift übernimmt.
So wird die Krausgeſellſchaft der ſchon lange gewünſchte
Organiſationsmittelpunkt für die fortſchrittliche Bewegung
innerhalb des deutſchen Katholizismus. Für den Win=
ter
iſt in München die Veranſtaltung mehrerer Vorträge
geplant.
Zur herrſchenden Fleiſchnot iſt es von
Intereſſe zu hören, daß die außerordentliche Viehzählung
in Bayern vom 10. Oktober ergab, die Zahl der Rinder
habe um 239693 Stück oder 6,4 v. H., die der Schafe um
96 981 Stück oder 13,2 v. H. abgenommen, während die
Zahl der Schweine um 179205 Stück oder 8,7 v. H., die
der Ziegen um 4787 Stück oder 1,6 v. H. zunahm. Die
Korreſpondenz Hoffmann legt in einem längeren Artikel
dar, welche Maßnahmen das Staatsminiſterium des In=
nern
getroffen habe, um einer Abnahme des Viehbeſtandes
und einem Steigen der Fleiſchpreiſe entgegenzuwirken.
Ausland.
Frankreich.
Bau zweier Panzerſchiffe. Bezüglich der
von dem Marineausſchuß der Kammer beſchloſſenen For=
derung
, daß der Bau zweier weiterer Panzerſchiffe in An=
griff
genommen werden möge, wird gemeldet, daß die
Regierung beabſichtige, ebenſo wie im laufenden Jahre
auch im Jahre 1911 die Kiellegung zweier Dreadnoughts
zu beginnen und zu dieſem Zwecke, falls das Marinepro=
gramm
nicht rechtzeitig erledigt werden ſollte, zu einer
diesbezüglichen Beſtimmung des Finanzgeſetzes ihre Zu=
flucht
zu nehmen. Man glaubt, daß die zuſtändigen Ma=
rinebehörden
, die demnächſt dieſe Frage zu prüfen haben
werden, ſich für den 23000 Tonnen=Typ mit zehn 34 cm=
Geſchützen in fünf Panzertürmen in der Längsachſe aus=
ſprechen
dürften.
England.
Der Verfaſſungskampf. Der iriſche Natio=
naliſtenführer
Redmond iſt von ſeiner Reiſe nach Ame=
rika
zurückgekehrt. Ihm wurde ein glänzender Empfang
bereitet, wie er ſeit der Rückkehr Parnells aus Amerika
im Jahre 1880 nicht mehr vorgekommen iſt. Als ſein
Dampfer geſichtet wurde, loderten Freudenfeuer auf den
Höhen längs der ganzen Küſte empor bis nach Queens=
town
. Salutſchüſſe wurden abgefeuert und Raketen ſtiegen
auf. Bei ſeiner Landung in Queenstown erklärte Red=
mond
, die Wärme ſeines Empfanges in Amerika ſei un=
vergleichlich
geweſen. Die Summen, die er durch eine
Subſkription für die iriſche Sache erhalten habe, beliefen
ſich auf 200000 Doll. Auch dem iriſchen Nationaliſten=
führer
OConnor, der von einer politiſchen Reiſe durch
Kanada zurückgekehrt iſt, wurde von den in London le=
benden
Iren eine begeiſterte Kundgebung dargebracht.
O'Connor erklärte, Amerika ſei bereit, die Beſtrebungen
der Iren zu unterſtützen. Mehrere konſervative Zeitun=
gen
erheben ſeit dem Scheitern der Veto=Konferenz heftige
Vorwürfe gegen das Kabinert, das von der iriſchen Unter=
ſtützung
abhängig ſei. Nicht nur England allein, ſondern
das ganze britiſche Reich ſei der unerhörten Beſchämung
und Gefahr ausgeſetzt durch den Verſuch, die britiſche
Verfaſſung mit amerikaniſchem Gelde zu zertrümmern.
Dieſer Vorwurf bezüglich der iriſchen Homerule wird
wahrſcheinlich der Hauptpunkt der konſervativen Wahl=
parole
ſein. Der Schatzkanzler Lloyd George hat den Zei=
tungen
ein Schreiben zugeſandt, in dem es heißt: Wir
haben vergebens jedes Mittel angewandt, auf verſöhn=
lichem
Wege für alle Briten die gleichen politiſchen Rechte
zu erlangen. Jetzt ſind wir zum Kampfe getrieben um
eine unparteiiſche Behandlung im Heimatlande. Wir wei=
ſen
den Anſpruch der 600 Tory=Peers zurück, daß ſie dazu
geboren ſeien, über das Schickſal von 45 Millionen Lands=
leuten
zu verfügen und deren Wünſche nach einer guten
Regierung mit Füßen treten.
Bau eines neuen Kriegsſchiffes. Wie die
Blätter melden, ſchreibt die Admiralität den Bau eines
neuen Kriegsſchiffes aus, das größer, ſchneller und mäch=
tiger
ſein ſoll, als irgend ein bereits beſtehendes oder im
Bau befindliches Schiff der engliſchen Flotte. Es ſoll den
Panzerkreuzer Lion noch übertreffen, eine Waſſerver=
drängung
von 428000 Tonnen, eine Länge von 720 Fuß
und eine Geſchwindigkeit bon 30 Seemeilen haben, gegen
26 500 Tonnen, 600 Fuß und 28 Seemeilen Lions.

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. November 1910.

Spanien.
Die Streikfrage in Ferrol hat einen bedenk=
lichen
Charakter angenommen. Der Marineminiſter beab=
ſichtigt
, ſich dorthin zu begeben, um zur Beilegung des
Streiks zu intervenieren. Das Arſenal in Ferrol wird
angeſichts der Haltung der Streikenden ſich genötigt ſehen,
den Betrieb einzuſtellen, und die dortige Schiffsbaugeſell=
ſchaft
beabſichtigt, den Vertrag mit der Regierung über
den Geſchwader=Neubau zu kündigen. Drohungen der
Streikenden laſſen einen ernſten Konflikt befürchten.

* Fünfundzwanzigpfennigſtücke. Die
ſtarke Ausprägung dieſer Münzſorte hält an. Im Oktober
dieſes Jahres ſind wieder für 625 633 Mark geprägt wor=
den
, ſodaß die Geſamtausprägung ſich auf 4 427689 Mark
beläuft. Es ſind alſo bereits faſt 17½ Millionen Stück
davon ausgeprägt. Davon muß aber ein großer Teil in
den Kaſſen der Reichs= und Staatsbehörden zurückgehal=
ten
werden, denn im Verkehr kommt dieſe Münzſorte
verhältnismäßig ſehr ſelten vor, trotzdem ſie bei ihrer
Unbeliebtheit mehr, als normal iſt, den Beſitzer zu wech=
ſeln
pflegt.
* London, 18. Nov. Der Anklagebeſchluß
im Prozeß Helm, der heute vor dem Schwur=
gericht
in Hampfhire zur Verhandlung kommt, ſtützt
ſich auf zehn Punkte, die ſich auf neun Skizzen und ein
Notizbuch beziehen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 15. November.
Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Kommerzienrat Clemens
Reitmayer zu Brüſſel das Ritterkreuz 1. Kläſſe des
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen zum 14. No=
vember
lfd. Js. verliehen.
* Die Kaiſerin von Rußland hat dem Patronat
der Großh. Zentrale für Mutter= und Säug=
lingsfürſorge
in Heſſen 5000 Mark überwieſen.
*** Ruſſiſche Ordensauszeichnungen. Se. Maj.
der Kaiſer von Rußland haben verliehen: den
Weißen Adlerorden dem Staatsminiſter Dr.
Ewald; den St. Annenorden 1. Kl. dem Finanz=
miniſter
Braun und dem Miniſter des Innern von
Hombergk zu Vach; den Stanislausorden 2. Kl.
dem Legationsrat Dr. Neidhart.
Den Beamten der hieſigen Polizei wurden folgende
Ordensauszeichnungen verliehen: der St. Stanis=
lausorden
2. Klaſſe dem Vorſtand des Polizei=
amts
, Reg.=Rat Dr. Kranzbühler; der St. Annenorden
3. Klaſſe dem Polizeiamtmann Lauteſchläger; der
St. Stanislausorden 3. Klaſſe dem Polizei=
ſekretär
Kaiſer; die große goldene Medaille
am Bande des St. Alexander=Newsky=Ordens den
Revierpolizeikommiſſären Dietz und Kowalke; die
große ſilberne Medaille am Bande des
St. Wladimirordens den Polizeiwachtmeiſtern
Peter und Heleine; die kleine göldene Medaille
des St. Annenordens den Polizeiwachtmeiſtern
Scharmann und Meyer und dem Schutzmannswacht=
meiſter
Heyl; die kleine ſilberne Medaille
des St. Stanislausordens den Schutzleuten
Louis Schneider, Neff, Barſchdorf, Langlitz, Kaufmann,
Kühne, Schröter, Georg Horſt und Heinrich Horſt.
Ferner erhielten wertvolle Geſchenke die Revierpolizei=
kommiſſäre
Liſtmann, Bergmann, Baer und Linde=
mann
. Weiter wurde verliehen: der St. Stanis=
lausorden
3. Klaſſe dem Branddirektor Fiſcher
und dem Oberbrandmeiſter Vogel.
Weiter wurden verliehen der Stanislausorden 2. Kl.
dem Kreisrat Lochmann=Offenbach, dem Geh. Bau=
rät
Frey=Darmſtadt und dem Bahnhofsvorſteher Horn=
Darmſtadt, der St. Annenorden 3. Kl. dem Kreisamtmann
Reitz=Offenbach und dem Eiſenbahndirektor Schil=
ling
=Darmſtadt, der Stanislausorden 3. Kl. dem Bür=
germeiſter
Metzger=Langen, die große ſilberne Medaille
am Wladimirbande dem Kreisſtraßenmeiſter Dingel=
dein
=Langen, die kleine goldene Medaille am St. Annen=
bande
dem Bürgermeiſter Anthes=Egelsbach uſw.
Kriminalkommiſſar Becker=Offenbach erhielt eine gol=
dene
Uhr mit Kette, ebenſo Stationsvorſteher Riebel=
Egelsbach.
* Das Befinden des Finanzminiſters Herrn
Braun hat ſich auch weiterhin in erfreulichſter Weiſe
gebeſſert, ſodaß er jetzt einen Teil des Tages außer
Bett zubringen kann.
L. Vor der Strafkammer ſtand geſtern der 39 Jahre
alte Kaufmann Valentin Randoll III. von Weinheim,
der am 19. Auguſt als Vertreter der Maſchinenfabrik Ba=

Nummer 268.

denia in Waldmichelbach erſchienen war und dem Georg
Peter Reinhardt einen gebrauchten Dreſchwagen für 1800
Mark verkaufte. Für das Geſchäft legte der ebenfalls an=
weſende
Chriſtian Friedrich Hering ein lebhaftes Intereſſe
an den Tag. In der Annahme, daß er Teilhaber ſein
wolle, forderte Randoll, nachdem die Eheleute Reinhardt
unterſchrieben hatten, ihn auf, ebenfalls zu unterſchreiben.
Hering ließ ſich das nicht zweimal ſagen; er ſetzte eben=
falls
ſeinen Namen bei, vor den der Kaufmann die Worte
ſetzte: Für vorſtehenden Verkauf leiſtet ſelbſtſchuldneriſche
Bürgſchaft‟ Den Vertrag las er vor und behändigte dem
Reinhardt ein Exemplar. Hering beſtritt ſpäter, irgend=
wie
an dem Handel beteiligt zu ſein und will nur als
Zeuge oder etwas ähnliches unterſchrieben yaden. Er
zeigte den Randoll wegen Urkundenfälſchung an, der je=
doch
freigeſprochen wurde.
Der 55 Jahre alte Kaufmann Andreas Franz Schu=
macher
von Offenbach zog als Rechtskonſulent auf
Grund ihm erteilter Vollmacht Mitgliederbeiträge ein. In
ſeiner Not blieben davon etwa 420 Mark in ſeiner Taſche
ſtecken. Er iſt geſtändig und büßt ſeine Untreue mit
4 Wochen Gefängnis.
Der 40 Jahre alte Jakob Stief von Birkenau
mußte ſein Häuschen, das der Rechtsanwalt Keil in Fürth
erworben hatte, räumen. In Güte tat er dies nicht, daher
erſchien am 25. Mai der Gerichtsvollzieher Jöckel von
Reichelsheim, um die Vollſtreckung vorzunehmen. Als
der Beamte ſich dem Hauſe näherte, fand er, vaß die Türen
verrammelt waren und Stief, der mit angelegtem Gewehr
im Zimmer ſtand, rief: Rühren Sie mal was an. dann
ſchieße ich Sie tot. Die Lage war ſo ernſt, daß Jöckel von
der Ausweiſung abſah, die erſt ſpäter mit Hilfe der Gen=
darmerie
erfolgte. Stief, der als geiſtig minderwertig be=
zeichnet
wird, wurde vom Schöffengericht zu 1 Woche
Gefängnis verurteilt. Dieſes Urteil focht der Ange=
klagte
, der damals nicht gewußt haben will, was er tat,
und die Staatsbehörde mit Berufung an. Das Gericht er=
höhte
mit Rückſicht auf die Schwere der Tat und da das
Leben der Beamten geſchützt werden müſſe, die Strafe
auf 2 Monate Gefängnis.
A Völkszählung. Donnerstag, den 1. Dezember, fin=
det
bekanntlich im ganzen Deutſchen Reich die alle 5 Jahre
übliche Volkszählung ſtatt, deren Ergebniſſe dem=
nächſt
für gar mancherlei öffentliche Verhältniſſe maß=
gebend
ſein werden. Es ſei da nur an die von den ein=
zelnen
Bundesſtaaten dem Reich zu entrichtenden Matri=
kularbeiträge
erinnert, die nach der Kopfzahl ausgeſchla=
gen
werden. Für unſer Großherzogtum kommt auch noch
der Umſtand in Betracht, daß in Landgemeinden die
Städteordnung eingeführt werden muß, wenn die
Bevölkerungszahl 10000 erreicht. Dies wird ganz zwei=
fellos
bei der bevorſtehenden Volkszählung in Neu=
Iſenburg der Fall ſein, das im Jahre 1905 bereits
9864 Bewohner hatte und gegen die Zählung von 1900
um 1863 Bewohner gewachſen war. Die nächſtgrößte
Landgemeinde iſt Lampertheim mit 8930 Bewoh=
nern
im Jahre 1905 und einem Wachstum gegen 1900 von
917. Auch bei Lampertheim iſt es hiernach nicht unmög=
lich
, daß ſchon diesmal die 10000 erreicht werden. Dann
käme Viernheim mit 8176 Einwohnern in 1905 und
einem Wachstum von 950 gegen 1900. In Viernheim
kommt wohl diesmal die Erreichung von 10000 Bewoh=
nern
noch nicht in Betracht. Die anderen Gemeinden, die
in Betracht kommen könnten, Bingen, Bensheim uſw., ha=
ben
die Städteordnung ſchon längſt freiwillig eingeführt.
Anläßlich des 70. Geburtstages des Geh.
Baurat Lincke wurde eine von der Firma Hohmann
kunſt= und geſchmackvoll ausgeführte Adreſſe von
Seiten des Ausſchuſſes der Studierenden geſtern mörgen
überreicht mit folgendem Inhalt: Herrn Geh. Baurat
Felix Lincke, ordentlicher Profeſſor an der Großh. Tech=
niſchen
Hochſchule zu Darmſtadt, entbietet die Darm=
ſtädter
Stüdentenſchaft zu ſeinem 70. Geburtstag am
14. November 1910 die ehrerbietigſten Glückwünſche. Die
Studentenſchaft gibt der Hoffnung Ausdruck, daß es
dem hochverehrten Lehrer noch vergönnt ſei, im Dienſte
der Wiſſenſchaft zu wirken. Der Ausſchuß der Studieren=
den
der Großh. Techniſchen Hochſchule gez. Richers,
Bruſius Lieſenbein, Faatz, Crämer. Außerdem haben
ihn die Akadem. Arbeiterunterrichtskurſe wegen ſeiner
tatkräftigen Unterſtützung zum Ehrenmitglied er=
nannt
.
Stadtverördnetenwahl. Wie uns mitgeteilt
wird, ſind nach amtlicher Feſtellung über 400 Mieter=
vereins
= Zettel abgegeben worden. Anfangs wurde
nur der urſprüngliche Mietervereins=Zettel mit dem ( ge=
druckten
) Namen Bruchhäuſer und nicht auch der zweite
Mietervereins=Zettel mit dem zugedruckten Namen Münch
dem Mieterverein angerechnet, weshalb eine geringere
Stimmenzahl angegeben wurde.
* Ehrung. Herr Lieſenbein, der derzeitige
Vorſitzende der akadem. Arbeiterunterrichtskurſe, wurde von

Die Chriſtuskirche in Tſingtau.
C2 Aus Tſingtau Ende Oktober, wird uns
geſchrieben: Am 23. Oktober hat nunmehr die vom
ſchönſten Wetter begünſtigte Einweihung der
Chriſtuskirche unter regſter Teilnahme der evan=
geliſchen
Militär= und Zivilgemeinde, im Beiſein des
Gouverneurs, ſtattgefunden. Unter den Anweſenden
bemerkten wir die fremden Konſuln, Offiziere und
eine Matroſenabordnung des Kreuzergeſchwaders, ſo=
wie
Kommandant, Offiziere und Mannſchaftsabord=
nung
des öſterreichiſchen Kreuzers Kaiſer Franz
Joſef
Es dürfte von Intereſſe ſein, Näheres über das
Entſtehen des Gotteshauſes zu erfahren. Nach der
Beſitzergreifung ſtand ein geeignetes Gebäude zuerſt
nicht zur Verfügung. Abwechſelungsweiſe wurde Feld=
gottesdienſt
in den einzelnen Lagern abgehalten,
hauptſächlich im Höhenlager und vor der Heidenmauer
des alten Yamen. Späterhin fand Gottesdienſt in
einem Mattenſchuppen am Brückenlager ſtatt, bis die
Reitbahn der Feldbatterie fertiggeſtellt war und auch
für die Zwecke der Verſammlung der Evangeliſchen
diente. 1899 wurde die heutige Gouvernementskapelle
erbaut und diente nunmehr dann zehn Jahre als
Gotteshaus.
Schon gleich nach der Beſitzergreifung wurde die
Frage ventiliert, wo die zukünftige evangeliſche
Kirche errichtet werden ſolle. Schon in den erſten
Stadtplänen findet man die künftige Kirche öſtlich der
Bismarckſtraße im Zuge der Ireneſtraße eingezeichnet.
1904 wurde die erſte Skizze für die evangeliſche Kirche
vom Regierungsbaumeiſter Stöſſel gefertigt. Als Bau=
ſtelle
war der Platz gewählt, auf welchem die Kirche
nunmehr auch errichtet iſt, die höchſte Erhebung des
Hügels öſtlich vom Schnitt der Bismarckſtraße mit dem
Diederichsweg und Lazarettweg. Die pon Baumeiſter
Stöſſel veranſchlagten Koſten betrugen 236000 Mark.
Dieſe Zahl iſt inſofern bemerkenswert, als ſie für die

neue, fertigeſtellte Kirche die zur Verfügung ſtehende
Bauſumme darſtellt. Der ganze Betrag iſt, ſoweit er
nicht durch Sammlungen in Tſingtau aufgebracht iſt,
vom Deutſchen Evangeliſchen Kirchenausſchuß in Ber=
lin
geſchenkt worden. Der Platz für die Kirche wurde
unentgeltlich vom Gouvernement zur Verfügung
geſtellt.
Zur Förderung der Arbeiten wurde ein Kurato=
rium
aus Mitgliedern der Zivil= und Militrägemeinde
gebildet. Der Bau der Kirche ſelbſt wurde dem Gou=
vernement
übertragen. Im Mai 1906 erfolgte nün=
mehr
die Ausſchreibung eines Wettbewerbes für die
Gewinnung eines geeigneten Bauplanes. Es waren
drei Preiſe ausgeſetzt. Zur vorgeſchriebenen Zeit ſind
elf Konkurrenzen eingegangen. Das eingeſetzte Preis=
gericht
erkannte dem Projekt des Architekten Rothkegel=
Tientſin den erſten Preis zu. Das Gouvernement als
Vertreter des Bauherrn beauftragte mit der Bauvor=
bereitung
und Bauausführung den zuſtändigen Bau=
beamten
. Dem Ausführungsprojekt wurde das durch
die Konkurrenz gewonnene in der Hauptſache zugrunde
gelegt.
Am 19. April 1908, am erſten Oſterfeiertage, fand
die feierliche Grundſteinlegung ſtatt. Gouver=
nementspfarrer
Winter predigte über 1. Korinther
Kapitel 3 Vers 11: Einen anderen Grund kann nie=
mand
legen außer dem, der gelegt iſt, Jeſus Chriſtus.
Hierauf verlas Pfarrer Winter folgende Urkunde:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des
heiligen Geiſtes. Amen! Am Gedenktage der Auf=
erſtehung
Jeſu Chriſti legt die zum Gottesdienſt ver=
ſammelte
evangeliſche Gemeinde Tſingtau den Grund=
ſtein
zur Chriſtuskirche. Derſelben wird der durch das
Preisausſchreiben gewonnene Entwurf des Architekten
Rothkegel in der Hauptſache zu Grunde gelegt, während
die Ausführung des Baues in den Händen des Gou=
vernements
verbleibt. Die Mittel für die Kirche,
welche auf die Summe von 236000 Mark feſtgeſetzt ſind,
hat in hochherziger Weiſe der Evangeliſche Kirchenaus=
ſchuß
eu Berlin zur Verfügung geſtellt: doch hat auch

einer mehr als 2000 Mann zählenden Verſammlung von
Arbeitern und Unterbeamten in München wegen ſeiner
Verdienſte um die Münchener Arbeiterfortbildungskurſe
zum Ehrenvörſitzenden einſtimmig gewählt. Eine
ſchöne Ehrung für einen jungen Studenten.
Verein Heſſiſches Lehrerinnenheim. Dem in Nr. 267
enthaltenen Bericht über die Generalverſammlung
des Vereins Heſſ. Lehrerinnenheim tragen
wir auf Wunſch nach, daß die Vorſitzende auch insbeſon=
dere
der hohen Protektorin, Frau Fürſtin Erbach, ihren
warmen Dank für ihre fortgeſetzt große Fürſorge für den
Verein ausſprach. Die Frau Fürſtin war verhindert, der
Verſammlung anzuwohnen.
Evangel. Franenverein für den Schloßbezirk.
Der Familienabend am Sonntag, der ſo zahl=
reich
beſucht war, daß der weite Saal des Gemeinde=
hauſes
die Erſchienenen kaum zu faſſen vermochte, ver=
lief
in durchaus würdiger und ſchöner Weiſe. Im Mit=
telpunkt
des Intereſſes ſtand ein Vortrag, den Herr
Pfarrer Vogel über Frau Dr. Luther hielt. Für
einen evangel. Frauenverein gibt es nun ja auch wirk=
lich
kaum etwas Geeigneteres zum Thema der Be=
trachtung
, als Frau Käthe, unſeres großen Refor=
mätörs
und Glaubenshelden liebwerte und tapfere Ge=
noſſin
in guten und böſen Tagen. Bringt doch ſeine
Heirat mit ihr ſein muſtergültiges Ehe= und Familien=
leben
gar vielen unter uns den großen Mann auch
menſchlich näher. In feinſinniger Weiſe löſte denn
auch, wie nicht anders zu erwarten war, der geſchätzte
Redner die Aufgabe, die er ſich geſtellt hatte. Neben
Herrn Vogel waren noch eine ganze Reihe anderer
Freunde des Vereins erfolgreich bemüht, den Abend
durch Darbietungen ihres künſtleriſchen Könnens
freundlich zu verſchönen. Die Damen Frl. M. Haag
und Frl. A. Bitſch (beide Klavierlehrerinnen am
Süßſchen Konſervatorium) erfreuten durch meiſterhafte
vierhändige Wiedergabe dreier Stücke von Moszkowsky
und einer ungariſchen Rhapſodie von Liſzt, die ſämt=
lich
klangſchön und mit tadellos muſikaliſcher Verve
zum Ausdruck kamen. Frl. Tilde Nothnagel fang
mit wöhlgeſchülter Stimme und voll gutem Gelingen
zwei Lieder und die Herren Reallehrer Römer, Frey
und Pfaff (Klavier, Violine und Violoncell) trugen
zuerſt eine Serenade von Kirchner, zum Schluſſe nöch
das wundervolle Adagio und Thema mit Variationen
aus dem IV. Trio von Beethoven vor, für welche
wahrhaft künſtleriſche Leiſtung ihnen allgemeiner
dankbarer und lauter Beifall mit Recht zuteil wurde.
Außerdem ſang der Chor der Vereinigung könfirmier=
ter
Mädchen friſch und fröhlich einige Lieder und zwei
Angehörige dieſer jugendlichen Schar erfreuten die
Hörer mit der Deklamation zweier Gedichte, in denen
Luthers häusliches Leben und Frau Käthes freundliches
Walten zum Ausdruck kamen.
Schülervortragsabend. Am Samstag, den 12. No=
vember
, fand im großen Saale des Muſikvereins wie all=
jährlich
ein Schüler=Vortragsabend der Kla=
vierſchule
von Frau Elſe Hochſtätter ſtatt. Dee
Dame hat ſich durch ihre vortrefflichen Leiſtungen nach und
nach einen großen Schüler= und Freundeskreis erworben;
ſo war denn auch diesmal der Saal von einer gewählten
Zuhörerſchaft dicht beſetzt. Es gereicht jedem zur Freude,
zu ſehen, wie gut Frau Hochſtätter ihre kleine Schar in
der Gewalt hat und mit welcher Verehrung dieſe an ihrer
Lehrerin hängt. Das Programm war mit auserleſenem
Geſchmacke zuſammengeſtellt, und ſämtliche Vorträge zeich=
neten
ſich durch einwandfreie Korrektheit, guten Anſchlag
und fein nüancierten Vortrag aus. Es iſt nicht leicht,
unter dem Guten das Beſte hervorzuheben. In der erſten
Abteilung waren die vierhändigen Stücke, von Kindern in
jugendlichſtem Alter, ohne Mitwirkung von Erwachſenen
tadellos ausgeführt, beſonders bemerkenswert. Es waren
dies ein Sonatinenſatz von Diabelli (Renate und Ger=
hard
Pfaff) und Rondo auf zwei Klavieren von Gurlitt
(Lili Funk und Marie Lanz). Das Allegretto aus den
Jahreszeiten von Haydn in der zweiten Abteilung, ge=
ſpielt
von Frl. Felicitas Laux, Eliſabeth Eichel, Frl. Elſe
Keil und Frl. Tereſe Dienſt, gefiel ausnehmend und traten
die einzelnen Stimmen ſehr wirkungsvoll hervor. Letzt=
genannte
Schülerin erfreute noch durch das zart und mit
feinem Verſtändnis geſpielte Schlummerlied von Schu=
mann
. Recht flott und ſauber vorgetragen war das
Spinnlied von Mendelsſohn (Lucie Pretſch). Die dritte
Abteilung brachte nur durchweg ſehr gute Leiſtungen.
Wir müſſen uns damit begnügen, die drei letzten Num=
mern
als beſonders gelungen zu bezeichnen. Es waren
dies Aufforderung zum Tanz von Weber für zwei Kla=
viere
, von Emilie Noellner und Frl. Gr. Haummann vor=
züglich
geſpielt; dann Satz 2 aus dem B=dur=Konzert von
Mozart, von Frl. Ilſe von Geldern=Crispendorf mit gro=
ßem
Verſtändnis und einwandfreier klarer Technik vor=
getragen
. Zuletzt das Mendelsſohnſche G-moll=Konzert,
die Gemeinde Tſingtau außer der Stiftung des Glocken=
geläutes
zum inneren Schmuck beigetragen. Der Bau=
grund
nebſt Zuwegung iſt ein Geſchenk des Kaiſerlichen
Gouvernements. Das neue Gotteshaus ſoll gleicher=
maßen
der Marine= wie der Zivilgemeinde zur Er=
bauung
dienen und als Pflegeſtelle chriſtlicher Gottes=
furcht
, deutſcher Treue und wahrer Nächſtenliebe im
fernen Land ein Band mit der irdiſchen und himm=
liſchen
Heimat ſein. Das walte Gott! Amen!
Unter den gewaltigen, ergreifenden Klängen des
Ambroſianiſchen Lobgeſanges wurde die Urkunde ſo=
dann
in den Grundſtein vermauert. Es erfolgten die
Hammerſchläge. In Stellvertretung der Kaiſerin be=
gann
die Gemahlin des Kaiſerlichen Gouverneurs,
Frau Truppel, mit dem Spruch aus Pſalm 150: Lobet
den Herrn in ſeinem Heiligtum, Lobet ihn in der
Feſte ſeiner Macht. Es folgte für das Schutzgebiet
Seine Exzellenz der Gouverneur mit den Worten:
Chriſtuskirche am Tſingtau=Strand, Sei mit der
deutſchen Heimat ein Band, Verbind’ uns der himm=
liſchen
Heimat droben, Hilf uns Gott ſuchen und
finden und loben! Als Vertreter der evangeliſchen
Kirche ſprach Pfarrer Winter aus dem erſten Petrus=
Brief: Fürchtet Gott, ehret den König, Habet die
Brüder lieb! Für die Marinegemeinde, die ältere
der beiden Gemeinden, gelobte Fregattenkapitän Beh=
ring
: Mit Gott, In Treu und Gehorſam, Für
Kaiſer und Reich. Die Zivilgemeinde wurde durch
den Zivilkommiſſar Geheimen Regierungsrat Günther
und den Bürgerſchaftsvertreter Walther vertreten.
Erſterer wünſchte: Mit Gott fang es an, mit Gott bau
es aus, Gott gebe, daß es im Weltgebraus Uns
werde ein rechtes Gotteshaus. Herr Walther ſprach:
Gott zur Ehre, Der Menſchheit zur Lehre, Der
Gemeinde zum Segen. Die Hammerſprüche ſchloß der
Bauleiter, Hochbaudirektor Straſſer, mit den Worten:
Gott zur Ehre, uns Evangeliſchen zur Erbauung,
der Stadt als Wahrzeichen.
Bei der Feier der Einweihung hielt Ober=
pfarrer
Winter die Weiberede über Pfalm 150 Vers 1;

[ ][  ][ ]

Nummer 268.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. November 1910.
Seite 3.

in dem Frl. Hedwig Seitz Gelegenheit hatte, einen ſchönen
weichen Anſchlag und gut entwickelte Fingerfertigkeit zu
entfalten. Letztere Dame ſpielte noch zum Schluß den
dritten Satz aus dem Es=dur=Quartett von Beethoven,
von den Herren Fiſcher (Violine), Reichardt (Bratſche)
und Jechow (Cello) in künſtleriſcher Weiſe unterſtützt.
Frau Hochſtätter wurde zum Schluß von Seiten ihrer
Schüler durch einen prachtvollen Lorbeerkranz und Blu=
menkorb
geehrt.
Der Verein Reſſource veranſtaltete, wie all=
jährlich
, ſo auch in dieſem Jahre am vergangenen
Samstag abend ein Winterfeſt, welches das Pu=
blikum
in jeder Hinſicht befriedigte. Zur Aufführ=
ung
gelangte das Stück: Der verzweifelte Theater=
direktor
oder Der unübertreffliche Auguſt, das
durch Herrn Hofopernſänger de Leeuwe in Szene ge=
ſetzt
wurde. Den muſikaliſchen Teil hatte Herr Sieg=
fried
May komponiert und begleitet. Nach der Auf=
führung
hielt ein Tanz die Gäſte bis zum frühen
Morgen zuſammen.
Der Verein ſtädtiſcher Arbeiter und Badidnſte=
ter
feierte am Samstag ſein Stiftungsfeſt, verbun=
den
mit der Feier des Geburtstagsfeſtes des Groß=
herzogs
. Schon lange vor Beginn der Feier war in
dem ſchön geſchmückten Mathildenhöhſaal faſt kein
Plätzchen mehr zu haben. Die Großh. Bürger=
meiſterei
war durch Herrn Beigeordneten Ekert
vertreten. Die Feſtrede hielt Herr Pfarrer Vogel.
Mit markiger, tief zu Herzen gehender Anſprache
feierte der Redner den Verein; zum Schluß gedachte
er noch des kommenden Geburtstages unſeres Landes=
fürſten
. Seine Feſtrede klang aus in ein begeiſtert
aufgenommenes Hoch auf unſeren Großherzog. Herr
Beigeordneter Ekert hob in ſeiner Anſprache das gute
Verhältnis des Vereins zur Großh. Bürgermeiſterei
hervor. Aus dem Programm ſei beſonders die Mit=
wirkung
des Orthſchen Männer=Quartetts unter der
rührigen Leitung ſeines Dirigenten, Herrn Grim,
erwähnt. Eine wohlgelungene Verloſung von Blu=
menſtöcken
und Gebrauchsgegenſtänden trug zur
Unterhaltung bei. Ein Tanz ſchloß die Feier.
Teeabend des Frauenvereins der Südoſtpfarrei
E. V. Geſtern mittag vereinte ſich der Frauenverein
der Südoſtpfarrei zu einem gemütlichen Teeabend, ver=
ſchönt
durch allerlei ſchöne äſthetiſche Genüſſe. Herr
Pfarrer Kleberger begrüßte die Anwenſenden im
Namen des Vorſtandes und dankte im voraus den
Künſtlern, die ihre Kunſt bereitwillig in den Dienſt der
guten Sache geſtellt haben. Er kam dann auf den Zweck
der Veranſtaltung, der Kleinkinderſchule des Bezirks
Hilfe angedeihen zu laſſen, die ſeit dieſem Jahre in
ihr eigenes Haus eingezogen iſt. Das Haus
und der Bau haben Geld gekoſtet und deshalb wurde
an die Güte der Anweſenden appelliert, um die Sor=
gen
etwas zu erleichtern. Frl. Weinmann, deren
künſtleriſche Auffaſſung ihrer Aufgaben bekannt iſt,
brachte in vollendeter Weiſe eine Gavotte und Muſette‟
von Eugen d’Albert zu Gehör und erfreute ſpäter noch
durch den prachtvollen Vortrag des Chopinſchen Wal=
zers
in E-moll. Herr Bruno Stumpf, der jugend=
liche
Sohn des noch in gutem Andenken ſtehenden
Stadtorganiſten Stumpf, zeigte ſich als höchſt talen=
tierter
Violiniſt, der zu den ſchönſten Erwartungen be=
rechtigt
. Den Glanzpunkt des Programms bildete der
Vortrag des Hexenliedes von Wildenbruch mit be=
gleitender
Muſik von Max Schillings durch Herrn
Hofrat Edward. Noch in voller Kraft des ſchönen
Organs wird Hofrat Edward jeder Phaſe der Dichtung
gerecht und wußte die Zuhörer von Anbeginn bis zum
Schluſſe zu feſſeln. Die Begleitung hatte Frl. Wein=
mann
übernommen. Endloſer Beifall folgte dem Vor=
trag
. Frl. Weinmann entledigte ſich auch ihrer Auf=
gabe
in vollendeter Weiſe. Auch die Sammlung fiel
reichlich aus und dürfte dem guten Zweck ein erkleck=
liches
Sümmchen zugeführt haben.
Wiſſenſchaftliche Vorträge über religiöſe Fragen.
DDen vierten Vortrag wird am Donnerstag, den
17. November, abends 8 Uhr, im Kaiſerſaal Herr
Profeſſor D. Eck von Gießen halten über das
Thema: Idee und Perſönlichkeit im
Chriſtentum‟ Eines der intereſſanteſten Pro=
bleme
des religiöſen Lebens wird damit vor den Zu=
hörern
aufgerollt werden, an deſſen Löſung zurzeit
hervorragende Denker arbeiten, und das doch jede
Zeit nach ihren Vorausſetzungen und mit den Mitteln
ihres Denkens neu erörtern muß. In der Vorder=
reihe
der hier tätigen Forſcher ſteht D. Eck, der frü=
here
Darmſtädter Pfarrer und jetzige Profeſſor an der
Landesuniverſität. Wer ſeinen gewaltigen Predigten
ſeinerzeit gelauſcht hat, wird ſich die Gelegenheit wohl
nicht entgehen laſſen, ihn als Vortragenden über die=

ſes Thema zu hören. Karten zu 30 Pfg. und 1 Mk.
bei Waitz, im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
Vortrag. Eine ernſte Pflicht der
deutſchen Jugend lautet das Thema, über das
Herr Dr. med. Vidal am Sonntag, den 20. d. M.,
abends 8½ Uhr, im Saale der Stadtmiſſion, Mühl=
ſtraße
24, ſprechen wird. Es iſt ein Kampfesruf aus
dem Munde eines Arztes gegen einen der gefährlich=
ſten
Feinde der Menſchheit von heute, den Alkohol.
Jugend Darmſtadts! Komme und höre, wie du den
Kampf ſiegreich kämpfen kannſt! Der Eintritt iſt frei
und ſind auch die Freunde und Eltern der Jugend
herzlich eingeladen.
* Zum Vortrag des Herrn Prof. Brockmann über
Streifzüge durch die Brüſſeler Weltausſtellung am
Donnerstag abend verweiſt der Ortsgewerbeverein auf die
Anzeige in dieſer Nummer. Der Vortragende bringt in
dem erſten Teil ſeines Vortrages unter Vorführung von
Lichtbildern: Das Hauptgebäude und ſeine Abteilungen,
die Gartenanlagen, die Straße der Nationen, Blick von
der großen Terraſſe, Franzöſiſche Hallen, Italieniſcher Pa=
laſt
, Monaco und Uruguay, das deutſche Haus, Hollän=
diſches
Haus und andere Bauten der Nationen, der Ver=
gnügungspark
, Blick in die Hallen von England, Frank=
reich
, Italien, Dänemark, Belgien, Holland. Blick in die
Allgemeine Internationale Maſchinenhalle, das Haus der
Stadt Antwerpen u. a. m. Der zweite Teil behandelt
den großen Brand am 14. Auguſt.
Theaterfreunde Man ſchreibt uns: Am Samstag
abend veranſtaltete die Stammtiſch=Geſellſchaft Theater=
freunde
im Stammlokale (Zur Reichskrone) einen gemüt=
lichen
Abend, der in ſchöner Weiſe verlief. Einzelnes über das
Gebotene aufzuführen, fehlt uns der Raum. Die Mit=
wirkenden
Frl. Matthes (Geſang), Dobsky (Geſang),
Karſtedt (Trompete), O. Becker (Klavier) und Salomon
(Klavier) haben durch ihre muſikaliſchen Darbietungen
großen Beifall geerntet. Beſonders Herr Dobsky er=
freute
die Anweſenden durch ſeinen herrlichen Geſang.
Mitglied E. Göbel ſprach zum Schluſſe den Veranſtaltern
dieſes Abends, den Mitgliedern Herren A. Köhler und
K. Amend herzlichen Dank aus.
* Verein Kunſtfreund. Unter Hinweis auf die in
der heutigen Nummer erfolgte Anzeige des Vereins
Kunſtfreund ſei noch bemerkt, daß der Vorſtand des
Vereins beſchloſſen hat, auch in dieſem Jahre auf der
Hauptverſammlung ein aus den Zinſen des Vereins=
vermögens
erworbenes Bild unter die Mitglieder be=
ſonders
zu verloſen.
Billardſport. Man ſchreibt uns: Der neue
Billardſaal im Hotel Heß erfreut ſich, ſtets regen Be=
ſuches
. Die erſten Spieler treffen ſich um mit dem
Marqueur Herrn L. Haubl aus München auf dem
neuen Neuhuſen=Billard zu ſpielen. Durch das ſchöne
ruhige Serienſpiel dieſes Marqueurs hat derſelbe ſich
raſch einen großen Bekanntenkreis erworben.
Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitglie derſtand betrug am 5. November I. J. männ=
lich
9316, weiblich 6085, zuſ. 15 401, in Prozenten 60,49,
39,51: am 29. Oktober l. J. männlich 9345, weiblich 6083,
zuſ. 15428, in Prozenten 60,58, 39,42. Der Kranken=
ſtand
betrug am 5. November I. J. männlich 372, weiblich
253, in Prozenten 3,99, 4,10; am 29. Oktober l. J. männ=
lich
360, weiblich 268, in Prozenten 3,80, 4,40. An
Krankengeld wurde gezahlt in der Woche vom
31. Okt. bis 5. Nov. I. J. 4849,05 Mk., in der Woche
vom 24. Oktober bis 29. Oktober I. J. 4808,15 Mk.
An Wöchnerinnen waren vorhanden am 5. November
I. J. 30, am 29. Oktober I. J. 23; Sterbefälle
kamen vor in der Woche vom 31. Oktober bis 5. November
I. J. 2; vom 24. Oktoher bis 29. Oktober I. J. 3.
Unbeſtellbare Poſtſendungen. Wie wir erfahren,
lagern bei der Oberpoſtdirektion in Darmſtadt folgende
Sendungen als unbeſtellbar: Poſtanweiſung über 5 Mark
vom 29. 3. 1910 aus Darmſtadt 1 an M. Jähnert in Göt=
tingen
; Poſtanweiſung über 10 Mark vom 8. 4. 1910 aus
Darmſtadt 2 an H. Wagner in Metz; Poſtanweiſung über
4,30 Mark vom 19. 3. 1910 aus Offenbach an Frl. Trude
Pirnbaum in Leipzig; Poſtanweiſung über 21,60 Mark
vom 28. 1. 1910 aus Darmſtadt 1 an David Furna in
Zawiercie (Polen); Poſtanweiſung über 29,69 Mark vom
21. 12. 1909 aus Neckarſteinach (Empfänger unbekannt);
Poſtanweiſung über 1,69 Mark vom 22. 12. 1909 aus
Darmſtadt (Empfänger unbekannt); Einſchreibbrief vom
17. 3. 1910 aus Darmſtadt 4 an Natalia Bogdanovies,
Belgrad; Einſchreibbrief vom 10. 3. 1910 aus Darmſtadt 4
an Frau Dr. Suſanne Marikoff in Berlin; Einſchreibbrief
vom 31. 3. 1910 aus Darmſtadt 1 an D. Krämer in Dürk=
heim
; Einſchreibbrief vom 6. 4. 1910 aus Darmſtadt 1 an
Frau Erneſtine Schambach in Hamburg; Einſchreibbrief
vom 14. 4. 1910 aus Darmſtadt 1 an D. Krämer in Bad
Dürkheim; Einſchreibbrief vom 13. 4. 1910 aus Darm=

ſtadt 1 an Walter Ulrich in Erfurt; Einſchreibbrief vom
4. 5. 1910 aus Darmſtadt 4 an Betty Deſor in Paris: gew.
Brief, Inhalt 2,60 Mark Freimarken, vom 11. 1. 1910 aus
Darmſtadt 1 an Kunſtatelier in Freiburg (Breisgau); Va=
ket
vom 28. 11. 1909 aus Offenbach an Friedrich Lüneburg
in Wiesbaden, poſtl. Die zur Empfangnahme der Gegen=
ſtände
Berechtigten müſſen ſich binnen 4 Wochen bei der
Oberpoſtdirektion melden, widrigenfalls die Poſtanwei=
ſungsbeträge
und die in den Sendungen enthaltenen oder
durch Verſteigerung des Inhalts erlöſten Geldbeträge der
Poſtunterſtützungskaſſe überwieſen, die Briefe aber vernich=
tet
werden.
I Holznutzung aus den Stadtwaldungen. In
den Forſtwarteien Heiligkreuz und Beſſunger Tanne‟
hat die Holzhauerei bereits vor einiger Zeit begonnen,
ſodaß aus dem erſtgenannten Bezirk noch im Laufe
dieſes Monats eine Menge Fichtenſtangen, die zu Baum=
pfählen
und Einfriedigungen ſehr geeignet ſind, zur Ver=
ſteigerung
gelangen werden. Aus der Beſſunger Tanne‟
werden ebenfalls in Kürze Kiefernholzſortimente zur
Verſteigerung kommen, die zu Einfriedigungen verwend=
bar
ſind. Außerdem iſt beabſichtigt, vor Weihnachten
noch eine oder zwei Verſteigerungen von Buchenbrenn=
holz
aus der Forſtwartei Heiligkreuz abzuhalten. Die
betreffenden Bekanntmachungen erfolgen durch die Großh.
Oberförſterei Darmſtadt.
Adreßbuch. Die Druckbogen des 1911er Adreß=
buches
, enthaltend Hausregiſter Beſſunger=Straße 67
bis Forſtmeiſterſtraße 5 liegen im Hauptmeldebureau,
Hügelſtraße Nr. 31/33, Zimmer Nr. 13, während der
Bureauſtunden (8 bis 12 Uhr vormittags und 2 bis
6 Uhr nachmittags) bis zum 16. November vormittags
zur Einſichtnahme offen.
X Schlachtungen. Nach dem Monatsberichte des
Fleiſchbeſchauamts ſind während des Monats Oktober
im hieſigen Schlachthaus geſchlachtet worden: 165
Ochſen, 8 Bullen, 266 Kühe, 10 Jungrinder, 961 Kälber,
2500 Schweine, 449 Schafe, 14 Ziegen und 23 Pferde.
Beanſtandet wurden: 87 Ochſen, 2 Bullen, 174 Kühe,
7 Jungrinder, 15 Kälber, 567 Schweine, 81 Schafe und
5 Pferde. Minderwertig wurde erklärt das Fleiſch
von: 2¾ Ochſen, 4¾ Kühen, 2¾ Käibern und 8½½
Schweinen. Bedingt tauglich war das Fleiſch von:
¾ Ochſen, 1¾ Kühen, 1 Jungrind. 1¾ Kälbern und
¾ Schweinen. Untauglich waren: 5 Kühe, 1497 Or=
gane
, 157 kg Fett und 87½ kg Fleiſch von 938 Tieren.
Auf Trichinen unterſucht wurden: 2500 im Schlacht=
haus
geſchlachtete Schweine, ſowie 5520 kg für hieſige
Metzger eingeführtes friſches Fleiſch von 258 Schweinen.
Der Nachunterſuchung wurden unterzogen:
604 Sendungen eingeführtes Fleiſch, enthaltend: 12 495 kg
Rindfleiſch, 5939 kg Schweinefleiſch, 140 kg Kalbfleiſch,
534 kg Hammelfleiſch, 150 kg Ziegenfleiſch und 236 kg
Pferdefleiſch.
Der erſte Darmſtädter Kinematograph, Grafen=
ſtraße
12, bringt wieder ein neues Programm inter=
eſſanter
Sujets zur Vorführung. (Näh. ſiehe Anzeige.)
Offenbach, 13. Nov. Zum erſten Male tagte in dieſem
Jahre der Heilſtätten=Verein für das Großherzog=
tum
Heſſen in Offenbach. Zu der Mitgliederverſamm=
lung
, die am Samstag im Hotel Degenhardt abgehalten
wurde, waren etwa 40 Mitglieder, unter ihnen eine An=
zahl
Damen, erſchienen. Den Vorſitz führte Geh. Regie=
rungsrat
Dr. Dietz, der die Verſammlung mit einigen
Begrüßungsworten eröffnete und einen Rückblick auf das
Wirken und Streben des Vereins gab. Redner teilte ſo=
dann
mit, daß für die Zukunft die Verſammlungen des
Vereins alljährlich in einer anderen heſſiſchen Stadt ab=
gehalten
werden ſollen. Bei ſeinem Rückblick auf die er=
zielten
Erfolge konnte der Vorſitzende mit Genugtnung
konſtatieren, daß das erſte Ziel des Vereins, eine Lungen=
heilſtätte
für Weibliche zu errichten, durch die Erbauung
der Eleonoren=Heilanſtalt in Winterkaſten vollkommen er=
reicht
iſt. Dieſe Anſtalt iſt nicht nur in der Lage, ſich ſelbſt
zu unterhalten, ſondern kann außerdem auch noch zur Til=
gung
der auf ihr ruhenden Schuldenlaſten beitragen. Viele
Perſonen haben in der Anſtalt Heilung und Beſſerung
gefunden. Hierauf begrüßte Bürgermeiſter Dr. Dullo
den Verein namens der Stadt und gab ſeiner Freude
darüber Ausdruck, daß der Heilſtättenverein ſeine Tagung
in Offenbach abhalte. Offenbach ſei auf dem Gebiete der
Tuberkuloſenbekämpfung ſtets an der Spitze marſchiert
und er hoffe, daß die Stadt auch bald mehr als ein Fünftel
der Ausgaben des Vereins decke. Kreisrat Wolff=
Oppenheim regte an, den Verein auf einer breiteren
Grundlage zu errichten. Die Tuberkuloſe ſei eine Volks=
krankheit
und das ganze Volk müſſe auch an ihrer Be=
kämpfung
beteiligt ſein, um Erfolg zu erringen. Dr.
Rebentiſch, Direktor des ſtädtiſchen Krankenhauſes
Offenbach, dankte dem Verein für das der Offenbacher Für=

einer Predigt lag Evangelium Johannes Kapitel 10
Vers 11 zu Grunde. Der Soldatenchor ſang zur Er=
ffnung
vor der noch verſchloſſenen Kirche mit Poſau=
nenbegleitung
die Feſtkantate: Ich will in das Haus
es Herrn gehen. Der gemiſchte Chor unter Ober=
ichter
Cruſen ſang in der Kirche die Klughartſche
Motette: Heil dem Haus, das der Herr gebaut, und
am Schluß der Feier das Halleluja von Händel. Die
Feier hinterließ bei allen Beteiligten einen tiefen
Eindruck.
Ueber das Kirchengebäude und die Aus=
ſchmückung
des Innenraums ſeien folgende
lngaben gemacht: Die Kirche iſt in einfachen, modern=
omaniſchen
Formen gehalten. Das Gebäude enthält
in der Hauptſache ein Schiff von 23,20 Meter Länge
nd 13,50 Meter Breite, an das ſich der Altarraum mit
iner Tiefe von 5,00 Meter anſchließt. Das Schiff der
Kirche, welches Raum gibt für 420 Sitz= und 100 Steh=
lätze
, iſt mit einem halbkreisförmigen Tonnengewölbe
geſchloſſen und hat eine lichte Höhe (bis zum Scheitel
gemeſſen) von 11,00 Meter. Der Altarraum iſt um
rei Stufen gegen das Schiff erhöht. An der weſtlichen
cke zwiſchen Altarraum und Schiff iſt die Kanzel er=
baut
; etwa korreſpondierend iſt ein Taufſtein vorhan=
den
. An der Südſeite des Schiffes iſt eine Empore
angeordnet, auf der die Orgel Aufſtellung gefunden
at. Sie dient außerdem als Sängerempore und bietet
latz für 100 Perſonen. Nach Süden iſt dem Kirchen=
chiff
eine Halle vorgelagert, an welche ſich die Haupt=
ingänge
anſchließen. Ein weiterer Eingang von
Leſten her dient in erſter Linie als Zugang zum Kon=
irmandenſaal
und zur Sakriſtei, welch' letztere in
irekter Verbindung mit dem Altarraum ſteht. Nach
Leſten zu iſt aus architektoniſchen Gründen noch ein
veiterer Zugang zur Kirche angeordnet. Wie ſchon an=
edeutet
, liegt der rund 40 Meter hohe Turm weſtlich
vom Schiff. Seine Lage gerade dort geſchah mit Rück=
icht
auf das Stadtbild. Es iſt erreicht worden, daß die
kirche hierdurch, von allen Seiten geſehen, ſich einfach
nd wirkungsvoll in das Stadtbild einfügt. In einem
Intergetchoß ſind die Räume für die Zentralheizung

und Wartung angeordnet, während in einem Ober=
geſchoß
des Turmes die Uhr aufgeſtellt iſt. Die Glocken
der Kirche ſtammen aus einer früheren Sammlung
und ſind oben im Turm aufgehängt. Die Bauausführ=
ung
der Erd=, Maurer=, Steinhauer= und Zimmer=
arbeiten
lag in den bewährten Händen der Firma F.
H. Schmidt; die Bildhauerarbeiten, bei denen beſonders
auf die prächtige Arbeit an Kanzel und Altar aufmerk=
ſam
gemacht wird, ſtammen von Stolz & Kind, welche
hierzu ausſchließlich Granit aus dem Lauſchan ver=
wendeten
. Die Dachdeckerarbeiten rühren von Kappler
ESohn her; die Blech=und Kupferſchmiedearbeiten, ſowie
die reich verzierten Tore fertigte Schloſſermeiſter Diek=
mann
. Die Orgel iſt geliefert und aufgeſtellt von den
Orgelbauern Gebrüder Link in Giengen a. d. Brenz.
Die Siemens=Schuckert=Werke lieferten die elektriſche
Beleuchtungsanlage; die Zentralheizung iſt montiert
durch Schloſſermeiſter Diekmann. Die Ausführung
der Tiſchlerarbeiten und die Möbellieferung wurden
von den chineſiſchen Unternehmern Ho ſing kee und
Kwang ſin ſching bewirkt.
Für die ſpätere Ausmalung der Kirche iſt ein ent=
ſprechender
Betrag reſerviert. Die Verglaſung der
Fenſter mit Glasbildern iſt ſichergeſtellt. Ihre Kaiſer=
lichen
Majeſtäten haben die Gnade gehabt, zwei Fenſter
zu ſtiften; Se. Hoheit der Herzog Johann Albrecht zu
Mecklenburg, Regent von Braunſchweig, ſtiftete das
Glasfenſter über dem Altar; ein Glasfenſter iſt ge=
ſtiftet
von den Offizieren und Beamten des Kreuzer=
geſchwaders
, eines von Herrn Seezolldirektor Ohlmer,
eines von Herrn Karl Eichwede. Offiziere, Beamte
und Bürgerſchaft Tſingtaus ſtiften ein weiteres großes
Fenſter und mehrere kleine. Die Damen Tſingtaus
haben Altar=, Taufſtein= und Kanzel=Behang geſtiftet.
Die Bearbeitung des Ausführungsentwurfs und
die Bauleitung lag in den Händen des Hochbaudirek=
tors
Straſſer, dem als Hilfskräfte nebenamtlich an=
fangs
Regierungsbaumeiſter Blaich und Architekt
Hachmeiſter, ſpäter, ſpeziell für die örtliche Bauleitung,
Architekt Biber zur Seite ſtanden.

Großherzogliches Hoftheater.
Sonntag, 13. November:
Die Meiſterſinger von Nürnberg.
W-l. Die heutige Wiederaufführung von Richard
Wagners Meiſterſinger fand vor nahezu aus=
verkauftem
Hauſe ſtatt. An der Behauptung, daß die
Richard Wagnerſchen Opern und die Operetten die
ſtärkſte Anziehungskraft auf unſer Publikum ausüben,
ſcheint alſo etwas Wahres zu ſein. Die Aufführung,
die mit Ausnahme zweier Partien in der früheren, be=
kannten
Beſetzung erfolgte und mit den Pauſen 5½
Stunden währte, dürfte den Verehrern Richard Wag=
nerſcher
Kunſt Befriedigung und reichen Genuß be=
reitet
haben. Herr Becker, der zum erſten Male hier
die Partie des Walther von Stolzing ſang, konnte trotz
einer gewiſſen Nüchternheit in Spiel und Vortrag der
Erinnerung an beſonders erfolgreiche Vertreter des
jungen Ritters aus Franken Stand halten und zwar
in erſter Linie durch die gleichmäßige künſtleriſche Be=
handlung
und geſangliche Ausgeſtaltung der Partie.
Der Erfolg der Aufführung war aber ebenſoſehr durch
die Geſamtleiſtung, einſchließlich des vor eine Rieſen=
aufgabe
geſtellten Orcheſters und der ſich ſehr tapfer
haltenden Chöre, wie durch die Einzelleiſtungen be=
dingt
. Unter dieſen nahm der künſtleriſch abgeklärte
und ausgereifte Hans Sachs des Herrn Weber die
erſte Stelle ein; auch des jungen und ſtrebſamen Künſt=
lers
Herrn Hoffs charakteriſtiſchen Beckmeſſers,
Herrn de Leeuwes prächtigen Davids und
des wiedergeneſenen Frl. Geyerbachs Evchens iſt,
wie früher, lobend zu gedenken. Anſtelle von Frl.
Howard ſang Frl. Arabella Halbaerth aus Frank=
furt
die Partie der Magdalene mit gutem Gelingen.
In Herrn Stephani hatte der Sprecher der Mei=
ſterſingergilde
einen berufenen Vertreter gefunden.
Herr Hofkapellmeiſter de Haan leitete die Aufführ=
ung
mit künſtleriſcher Energie und Begeiſterung. Die
hier beſonders prächtig und lebensvoll inſzenierte Feſt=
wieſe
krönte das Ganze=

[ ][  ][ ]

Nummer 268.

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. November 1910.

ſorgeſtelle für Lungenkranke bezeugte Entgegenkommen.
Bei der Wahl des Landesausſchuſſes wurden für die
Provinz Starkenburg Provinzialdirektor Fey= Darm=
ſtadt
und Kreisrat Freiherr von Starck=Erbach an
Stelle des ausſcheidenden Kommerzienrates Euler=
Bensheim und des verſtorbenen Geheimrates, Provinzial=
direktor
Freiherr von Grancy=Darmſtadt gewahlt.
Als Erſatz des von Gießen nach Heidelberg verzogenen
Prof. Dr. Koſſel und des erkrankten Landgerichtsdirek=
tors
Bücking=Gießen wurden Prof. Neumann und
Oberbürgermeiſter Mecum zu Mitgliedern des Landes=
ausſchuſſes
ernannt. Lebhaften Beifall fanden die Vor=
träge
des leitenden Arztes der Ernſt Ludwig=Heilſtätte,
Dr. med. Lipp, über die Röntgen=Diagnoſtik der Lungen=
tuberkuloſe
mit Vorzeigung von Röntgenaufnahmen, und
des leitenden Arztes der Eleonoren=Heilſtätte, Dr. med.
Sell, über die Aufgaben und Erfolge der Lungenheil=
ſtätten
. Auf eine Bemerkung des Beigeordneten Muel=
ler
=Darmſtadt, daß der Pflegeſatz von 4,50 Mark in den
Lungenheilſtätten zu hoch ſei, teilte der Vorſitzende mit,
daß verſchiedene Klaſſen beſtehen und für Minderbemit=
telte
und für die aus dem Erlös der Verkaufstage der
Großherzogin in Heilſtätten untergebrachten Kranken nur
ein Pflegeſatz von 3,10 Mark, manchmal auch nur 3 Mark
berechnet würde. In ſeinem Schlußwort betonte der Vor=
ſitzende
noch ausdrücklich, daß Belehrung und Aufklärung
die erſten Bekämpfungsmittel der Tuberkuloſe ſeien.
Ans Rheinheſſen, 13. Nov. Einen Gauner=
ſtreich
, der der Komik nicht entbehrt, leiſteten ſich in
verſchiedenen rheinheſſiſchen Dörfern herumziehende
Zigenner. Die raffinierten braunen Gauner bau=
ten
auf ihr Renommee als Geigenkünſtler und Beſitzer
gut ausgeſpielter Geigen und ſprachen bei verſchiede=
nen
Lehrern wegen Umtauſchs von Geigen vor. So
bot einer der geriebenen Pußtaſöhne einem Lehrer
ſeine Geige, der er eben in entzückendem Spiele die
herrlichſten Töne entlockt hatte, zum Verkaufe an. Der
Lehrer wurde zuletzt auch dahin mit dem Zigeuner han=
delseinig
, daß er ihm ſeine eigene Violine nebſt zehn
Mark Draufgeld gegen die Zigeunergeige gab. In
den nächſten Tagen aber machte der Zigeuner in Nach=
barorten
denſelben Tauſchhandel, und jedesmal wan=
derte
die tags vorher neu erſtandene Geige als Zigeu=
nergeige
mit dem Draufgelde in neue Hände. Als ſich
kurze Zeit darauf die Lehrer bei einem muſikaliſchen
Kränzchen trafen, und gar mancher ſeine von einem
Zigeuner billig erworbene, berühmte Meiſtergeige‟
mit Stolz zeigte, entdeckte man zu ſeinem größten Er=
ſtaunen
, daß man es mit den alten Lehrergeigen zu tun
hatte, die weiter nichts als ihren Herrn gewechſelt
hatten. Ein jeder konnte ſein altes, treues Inſtrument
wieder entdecken. Von dem ſchlauen Zigeuner aber
fand man keine Spur mehr. Er hatte ſich mit einem
hübſchen Sümmchen Draufgeld aus dem Staube ge=
macht
.
* Arnsheim (Rheinh.), 13. Nov. Auf Luthers
Geburtstag, 10. November, fand hier die Herbſt=
konferenz
des Miſſions=Vereins in
Rheinheſſen ſtatt. Sie währte von 2½¾45 Uhr
und war gut beſucht von Männern und Frauen aus
Arnsheim und Umgebung. Und wie lauſchten alle
geſpannt den trefflichen Ausführungen der Redner.
Herr Oberkonſiſtorialrat Euler begrüßte wiederum
die Anweſenden mit einer Anſprache. Herr Miſſionar
Gſell zeigte uns außerordentlich anſchaulich und
packend, oft in tiefergreifenden Ausführungen, wo=
für
unſere Miſſionsgaben verwendet werden. Man
merkte und ſpürte, wie unſere Miſſionsgeſellſchaften
wirklich darauf aus ſind, treue und kluge Haus=
hälter
zu ſein, noch über jeden Pfennig. In einem
zweiten Vortrag ſagte uns Herr Pfarrer Kahn viel
Altes und Neues über Weckung und Belebung des
Miſſionsſinnes in unſeren Gemeinden. Es gelte vor
allem, lebendige Gemeinden zu ſchaffen, aber auch
Miſſionsſtunden und=Feſte zu halten, Miſſionskennt=
nis
zu verbreiten in Kinder= und Volksſchule, in
Kirche und Haus, durch Wort und Lektüre, endlich
treu und fleißig zu ſammeln, zum Geben und Opfern
zu ermuntern. Nach kurzer Beſprechung ſchloß man
die Konferenz, die begonnen mit Gebet und Lied. Die
Tellerſammlung ergab 50 Mark. Dafür noch herz=
lichen
Dank und freundlichen Gruß all den lieben
Miſſionsfreunden. Auf Wiederſehen auch übers
Jahr!
Bad=Nauheim, 13. Nov. Der Maurerſtreik,
der nun ſchon vier Wochen andauert, iſt anfangs dieſer

Woche von der Zentralleitung des deutſchen Maurer=
verbandes
in Hamburg als nicht zu Recht beſtehend
bezeichnet und gleichzeitig der lokalen Streikleitung
mitgeteilt worden, daß Streikunterſtützungen nicht ge=
währt
werden. Die Streikenden traten ohne beſon=
deren
Grund am 18. Oktober abends in den Ausſtand,
indem ſie eine Stunde vor Feierabend den Meiſtern
das Anſinnen geſtellt hatten, einen Stundenlohn von
50 anſtatt ſeither 45 Pfg. zu bezahlen. Die Meiſte
lehnten dies mit dem Bemerken ab, daß ſie ihre Sub=
miſſionsanſprüche
für die ſtaatlichen Arbeiten nach den
vereinbarten Arbeitslöhnen bemeſſen hätten. Die weni=
gen
chriſtlich Organiſierten arbeiteten weiter, die Bade=
direktion
erklärte, daß die Arbeiten nicht eilig ſeien und
nur teilweiſe bis zum 1. April 1911 beendigt ſein müß=
ten
. Dies und andere Umſtände hätte den Streiken=
den
ein Fingerzeig ſein müſſen, die Arbeiten wieder
aufzunehmen. Am gleichen Tage, an dem der Vor=
ſtand
des Zentralverbandes deutſcher Maurer ſeine
Mitglieder aufforderte, die Arbeit ſofort wieder auf=
zunehmen
, beſchloß eine hier abgehaltene Verſammlung
der Streikenden, den Streik auf eigene Koſten fortzu=
ſetzen
. Bis jetzt iſt nur ein kleiner Teil wieder zur
Arbeit angetreten, doch iſt zu hoffen, daß Montag
alle Arbeiter, ſoweit ſie nicht nach dem Rheinland ab=
gereiſt
ſind, wieder an der Arbeitsſtätte erſcheinen. Der
Schaden, den die übrigen Handwerker, Zimmerleute,
Schreiner, Glaſer, Weißbinder uſw. durch die Arbeits=
niederlegung
erlitten haben, iſt bedeutend.

Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 13. Nov. Die Raub=
anfälle
auf Damen mit Handtaſchen wiederholen
ſich in letzter Zeit. In der Nacht auf den Sonntag ent=
riß
ein junger Burſche, der aus dem Theater nach
Hauſe gehenden Schriftſtellerin Dora Duncker eine
Saffiantaſche mit Inhalt und entzog ſich der Verfolgung
durch ſchleunige Flucht. Ein wegen ſittlicher Ver=
fehlungen
am Samstag nachmittag im Kriminalgericht
erſchienener Oberlehrer einer Realſchule wurde, ob=
gleich
ihm Kollegen und Freunde ein glänzendes Leu=
mundszeugnis
ausſtellten, zu zehn Monaten Ge=
fängnis
verurteilt. Kaum hatte der Vorſitzende
das Strafmaß verkündet, als der Verurteilte aus ſeiner
Taſche einen Revolver zog und ſich, ehe es jemand
verhindern konnte, einen Schuß in die rechte Schläfe
beibrachte. Er wurde ſofort ins Krankenhaus gebracht,
dort iſt er, ohne das Bewußtſein wiedererlangt zu
haben, geſtern morgen geſtorben. Ein großes
Schadenfeuer vernichtete heute nachmittag die
Mälzerei der Weißbierbrauerei Gabriel u. Jäger, wo=
bei
gegen 40000 Zentner Malz ein Raub der Flammen
wurden. Der Kaufmann Herne, der bei einer hie=
ſigen
Großhandlung einen Vertrauenspoſten beklei=
dete
, unterſchlug von ausländiſchen Kunden über=
ſandte
Aktien im Werte von 21000 Mark und ver=
äußerte
ſie für 18000 Mark, verlor aber die ganze
Summe bei Rennwetten. Herne wurde verhaftet.
Frankfurt a. M., 14. Nov. Bei den geſtrigen
Stadtverordnetenwahlen wurden gewählt:
10 Mitglieder der vereinigten bürgerlich=freiheitlichen
Parteien und 8 Sozialdemokraten. In 11 Wahlbezirken
iſt Stichwahl erforderlich. Die Sozialdemokratie ge=
wann
mit geringer Mehrheit 2 Mandate und konnte
die jetzige Zahl ihrer Vertreter im Stadtparlament im
erſten Wahlgange um 2 auf 22 erhöhen. Sie kommt
zwar noch mit elf Kandidaten in die Stichwahl, von
denen ſie aber kaum einen weiteren Gewinn erhoffen
darf.
Wiesbaden, 14. Nov. Gräfin Bertha von
Keyſerling iſt geſtern im Alter von 102 Jah=
ren
geſtorben. Die Verſtorbene, eine geborene
Häſeler, iſt eine Tante des Generalfeldmarſchalls und
eine Großtante des Generalintendanten Grafen Hül=
ſen
=Häſeler.
München, 14. Nov. Ein großartiger Tier=
park
nach Hagenbeckſchem Muſter wird in dem male=
riſchen
Iſartal, ſüdlich von München, in Hella=
brunn
, erſtehen und einen neuen Anziehungspunkt
für die bayeriſche Reſidenz bilden. Wie die Bauwelt
erfährt, iſt nach fünf Jahren emſigen Schaffens und
eifriger Agitation das Millionenprojekt nunmehr in
Angriff genommen worden, Für den Tierpark Hella=
brunn
hat die Münchener Stadtgemeinde dem Verein
Zoologiſcher Garten von dem das Unternehmen aus=

geht, 70 Tagwerke Grund zur Verfügung geſtellt. Der
erſte Bauteil, 25 Tagwerke, ſoll bis zum Juni 1911 dem
öffentlichen Beſuche zugängig gemacht werden. Die
Pläne für die ganze Parkanlage, ſowie für die zahl=
reichen
Einbauten, die Haupt= und Waldreſtauration,
das Elefantenhaus uſw. ſind von Prof. Emanuel von
Seidl geſchaffen.
Stuttgart, 14. Nov. Der geſtern hier abgehaltenen
Generalverſammlung der deutſchen Anti=
Duell=Liga präſidierte Graf Erbach=Fürſtenau. Ein
von Steinberger=München eingebrachter Antrag, durch
Budgetverweigerung das Duell im Heere zu beſeitigen,
wurde einſtimmig abgelehnt. Bei den Wahlen wurde
Graf Erbach zum Vorſitzenden, zu ſeinem Stellvertreter
Prof. Dr. von Amira=München gewählt; in den Vorſtand:
Senatspräſident Loſſen=Frankfurt a. M., Prof. Kiſſinger=
Darmſtadt und Schmits=Köln. Zur Annahme gelangte ein
Antrag von Prof. Amira, wonach die der Liga naheſtehen=
den
Reichstagsabgeordneten erſucht werden ſollen, den Be=
ſchlüſſen
der Antiduell=Liga bei der Beratung der Reform
des Strafgeſetzbuches einen gewiſſen Nachdruck zu ver=
leihen
, wenigſtens aber dafür einzutreten, daß den freien
(privaten) Ehrengerichten ſtaatliche Anerkennung zuteil
wird. Ferner hielt noch der in letzter Zeit viel genannte
Prof. Dr. von Kindermann=Hohenheim einen Vortrag
über das Duell, dem ſich dann noch ein Vortrag eines
Studenten anſchloß.
Beuron, 14. Nov. Geſtern nachmittag 3 Uhr trafen
der Kaiſer, der Fürſt von Fürſtenberg, die prinzlichen
Gäſte und das Gefolge, im ganzen 23 Perſonen, in acht
Automobilen zu einem Beſuche des Kloſters hier
ein. An der Kirchenpforte wurde der Kaiſer von dem
Erzabte Ildephons Schober mit einer kurzen Anſprache be=
grüßt
, die der Kaiſer erwiderte. Hierauf erfolgte eine Be=
ſichtigung
der Kirche, des Chores, des vom Kaiſer geſtif=
teten
Kreuzes, der kirchlichen Kunſtgegenſtände, der Woh=
nung
des Erzabtes, des Kunſtateliers und der übrigen
Räume des Kloſters. Um 4½ Uhr erfolgte die Rückfahrt
durch den feſtlich geſchmückten Ort unter Böllerſchüſſen und
dem Jubel der Bevölkerung. Der Beſuch, für den nur eine
halbe Stunde in Ausſicht genommen war, dehnte ſich auf
anderthalb Stunden aus.
Weimar, 13. Nov. Einer gewiſſen Gefahr ſind
der Großherzog und die Großherzogin von
Sachſen=Weimar bei ihrer geſtern erfolgten Ab=
reiſe
nach Schleſien in nächſter Nähe von Weimar ent=
gangen
. Der Schnellzug hatte kaum die Station =
mannſtedt
paſſiert, als die Notleine gezogen wurde.
Die im Poſtwagen arbeitenden Beamten waren durch
einen ſtarken Stoß, der den ganzen ſchweren Wagen
erſchütterte, aufmerkſam und beſorgt geworden. Man
ſtellte feſt, daß ein großer, ſchwerer eiſerner Rbſtſtab
aus dem Feuerloch der Maſchine gefallen war und ſich
auf die Schiene gelegt hatte. Der Zug konnte nach
längerem Aufenthalt ſeine Fahrt fortſetzen.
Hamburg, 14. Nov. Die mit unverminderter Hef=
tigkeit
brennende Gasquelle bei Neuengamme
war am geſtrigen Sonntag das Ziel vieler Tauſende.
Mehr als ſechzig Sonderzüge waren kaum imſtande,
den Verkehr zu bewältigen.
Paris, 14. Nov. Das Journal berichtet über einen
Zwiſchenfall, der angeblich diplomatiſche Fol=
gen
nach ſich ziehen dürfte. Vor ungefähr vier Jahren
verurteilte das Schöffengericht in Mülhauſen i. Elſ. den
Wirt Hofſchilder zu einer kleinen Gefängnisſtrafe. Hof=
ſchilder
zog es jedoch vor, ſeine Strafe nicht abzuſitzen. Er
ging nach Frankreich, wo er ſich in Belfort niederließ. Dort
eröffnete er ein Schanklokal unter dem Namen Rendez=
vous
der Elſäſſer Hofſchilder wurde ſpäter den deut=
ſchen
Behörden als Rekrutierungsagent für die Fremden=
legion
, ſowie als Mitglied der franzöſiſchen Gegenſpionage
denunziert. Die Polizei von Mülhauſen ſuchte hierauf
Hofſchilder in ihre Gewalt zu bekommen. Vor einigen
Tagen erſchienen bei ihm zwei Elſäſſer, die angaben, aus
Mülhauſen zu kommen. Sie luden Hofſchilder zu einer
Zeche ein. Als dieſer vollſtändig betrunken war, ſchlugen
ſie ihm vor, er möge ſie bis zur Grenze bei Petit Croix
begleiten. Hofſchilder ſagte zu. ſchlief jedoch im Zuge ein
und wurde darauf in Montreux verhaftet und an demſel=
ben
Tage nach Mülhauſen transportiert. Wie das Jour=
nal
am Schluſſe hinzufügt, werden ſeitens der franzöſiſchen
Behörden eingehende Unterſuchungen des Falles angeſtellt
werden.
Paris, 14. Nov. Wie aus Nancy gemeldet wird,
wurde in Arth=ſur=Meurthe im Gebüſch am Flußufer

Konzerte.
mm. Dem Geiſte Mozarts und dreien aus dem
Füllhorn ſeiner unvergänglich ſchönen und reichen
genialen Schöpferkraft entnommenen Tonwerke war
die ſtille Morgenſtunde der zweiten Matinee am
13. dieſes Monats geweiht.
Ein Kabinettsſtück liebenswürdig=heiteren leichten
Tonſpiels, eine wahre Perle echteſter Hausmuſik, an
deren Zartheit drei gute Freunde in häuslichem Kreiſe
ſich in ihren Muſeſtunden an edlem Zuſammenſpiel
der Töne in ſchönſter Gemütsübereinſtimmung die Zeit
auf angenehme Weiſe kürzen mögen, iſt das Diver=
timento
, Werk 19, eine jener lieblichen Tonformen,
wie ſie aus dem Bedürfnis einer frohen und glücklichen
Geſelligkeit herauswuchs, und die vor 100 Jahren im
alten Wien und dem Reiche überhaupt noch anzutref=
fen
war. Das Werkchen iſt eigentlich nur ein Duett
der beiden geſangreich geſchriebenen Melodien der
Geigeninſtrumente, nämlich der Viola und ihrer jün=
geren
Schweſter, der Violine, die von der Generalbaß=
begleitung
des Violoneell getragen werden. Den be=
deutſamſten
Teil an dieſer muſikaliſchen Unterhaltung
führt im Gegenſatz zu den meiſten anderen Kompoſi=
tionsgattungen
in dieſem Trio, vorzugsweiſe die Alt=
viola
aus, jenes in der Hand eines genialen Spielers
und in ihr Weſen ganz eingedrungenen Adepten ſo
ausdrucksfähige ſchöne Inſtrument. In dieſem Ton=
ſtück
konnte der neu in die Vereinigung eingetretene
Solobratſchiſt der Großh. Hofmuſik, Herr P. Schwer=
ley
ſich nach jeder Richtung hin als den äußerſt ge=
diegenen
Vortragskünſtler von vornehmſter Auffaſſung
ſeiner Aufgabe, für den wir ihn bereits bei ſeinem
erſten Erſcheinen erkannten, aufs neue bewähren; be=
ſonders
ſympathiſch berührt auch die eines wahren
Künſtlers ſo würdige ruhige Haltung des noch jugend=
lichen
vielſeitig gebildeten Herrn, zum Vorteil der
ganzen Erſcheinung nicht wenig beitragend.
Auch in dem D=dur=Quartett Nr. VII, dem ſonnige
Heiterkeit zugrunde liegt, iſt dem genannten Inſtru=
ment
eine ſehr dankbare Aufgabe zuteil geworden.
Cello und Geigen ſchmiegten ſich prächtig zu einer
idealen, harmoniſchen Geſamtwirkung zuſammen, zu
der eine liebenswürdige Kollegialität, welche offenbar
unter den Künſtlern herrſcht, für das Gelingen die
ſicherſte Grundlage bildet. Der Zuſammenhang der

Sätze, von denen namentlich das erſte Allegro eine nür
durch die Generalpauſe vom Larghetto getrennte Ein=
leitung
zu dem langſamen Liedſatz bildet, pflegt durch
einen kleinen, offenbar nicht ſehr aufmerkſamen Teil
von Zuhörern durch Gegeneinanderbewegung der
Handflächen für die zahlreichen Muſikfreunde recht
ſtörend unterbrochen zu werden; Sprechen würde man
doch noch viel weniger als dieſe gymnaſtiſchen Uebun=
gen
unangenehm empfinden. Es wäre doch zu wün=
ſchen
, daß wenigſtens das Ausklingen der Stimmung
nach den langſamen Sätzen nicht verwiſcht würde.
Das von Herrn Hofrat de Haan, Konzertmeiſter
Bornemann und Hrn. E. Andrä an zweiter Vor=
tragsſtelle
vollendet zu Gehör gebrachte B=dur-Trio war
ein erhebender und vollendeter Kunſtgenuß, an deſſen
tiefem Eindruck, den das Werk ſichtlich hinterließ, die
meiſterhafte pianiſtiſche Ausführung des vornehm=
beſcheidenen
Meiſters den größten Anteil hatte. Wenn
Herr Schmidt bisher noch nicht genannt wurde, ſo
hat er nichtsdeſtoweniger an dem ausgezeichneten
Gelingen des Quartetts den allergrößten Anteil. Die
Matinee war eine der bemerkenswerteſten delikaten
Kunſtgenüſſe dieſes Winters.

Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
A.K. Totale Mondfinſternis. Die einzige
von den vier im Jahre 1910 ſtattfindenden Finderniſ=
ſen
in Europa ſichtbare Verfinſterung, eine totale
Mondfinſternis, fällt in die Nacht vom 16. zum 17.
November. Die Zeiten der verſchiedenen Phaſen
ſind in mitteleuropäiſcher Zeit: Anfang der Finſternis
überhaupt am 16. November, 11 Uhr 44.1 Minuten
nachmittags, Anfang der totalen Verfinſterung am 17.
November, 12 Uhr 55.0 Minuten vormittags, Mitte der
Finſternis 1 Uhr 20.9 Minuten, Ende der totalen Ver=
finſterung
1 Uhr 46.7 Min., Ende der Finſternis über=
haupt
2 Uhr 57.6 Minuten. Die Größe der Verfinſter=
ung
in Teilen des Monddurchmeſſers iſt gleich 1.130.
Sichtbar iſt dieſe Erſcheinung in faſt ganz Aſien mit
Ausnahme der öſtlicher gelegenen Gebiete, im Indi=
ſchen
Ozean, in Europa, Afrika, im Atlantiſchen Ozean
und in Amerika. Da die Deklination des Mondes um
Mitternacht nahe 19 beträgt und während der fol=
genden
Stunden noch weiter zunimmt, wird man ſeine
verfinſterte Kugel ſehr hoch im Süden erblicken. In

beſonderer Schönheit zeigt ſich der Vorgang, wenn man
ſich eines Opernglaſes oder lichtſtarken Fernrohrs mit
ſchwacher Vergrößerung bedient. Während der total
verfinſterte Teil des Mondes, ſolange noch ein Stück
in direktem Sonnenlichte glänzt, ziemlich unſichtbar
iſt, tauchen die Details der Mondoberfläche mehr und
mehr hervor bei fortſchreitender Bedeckung der Scheibe
durch den Kernſchatten der Erde, ja nach eingetretener
Totalität vermag man durch ein Fernrohr gewöhnlich
die meiſten großen Ringgebirge zu erkennen. Der Mond
ſcheint dann in mattem, ausgeſprochen kupferrotem
Licht. Nach dieſer Finſternis tritt eine lange Pauſe
für unſere Gegend ein, denn von den zwei im Jahre
1911 ſtattfindenden Sonnenfinſterniſſen iſt in Europa
keine ſichtbar, und die beiden Mondfinſterniſſe ſind
pänumbrale Bedeckungen, das heißt der Mond durch=
ſchreitet
nur den Halbſchatten (Pänumbra) der Erde;
ſichtbar iſt bei uns bloß ein Teil der zweiten pänum=
bralen
Mondfinſternis am 6. November 1911.
* Rudolf Boſſelt, Bildhauer und Lehrer an
der Kunſtgewerbeſchule in Düſſeldorf, früheres Mit=
glied
der Künſtlerkolonie in Darmſtadt, iſt zum Direk=
tor
der ſtaatlichen Kunſtgewerbe= und Handwerkerſchule
in Magdeburg gewählt worden.
* Piſa, 13. Nov. In Gegenwärt des Königs
und einer Kommiſſion von Regierungsvertretern ge=
lang
es heute Marconi, von der Station Coltano
aus direkte Telegramme mit Marconi=Stationen in
Kanada und mit der italieniſchen Kolonie Erythraea
zu wechſeln.
* Fran kfurter Theater=Spielplan.
1. Opernhaus. Dienstag, 15. November: Die Zau=
berflöte
. Mittwoch, 16.: Geſchloſſen. Donnerstag, 17.:
Suſannens Geheimnis. Der Schleier der Pierrette.
Freitag, 18.: Figaros Hochzeit. Samstag, 19.: Der
Evangelimann. Sonntag, 20., 3½ Uhr: Die Regi=
mentstochter
; 7 Uhr: Oberon. Montag, 21.: Prima=
Ballerina. Dienstag, 22.: Suſannens Geheimnis.
2. Schauſpielhaus. Dienstag, 15. November:
O dieſe Leutnants. Mittwoch, 16.: Geſchloſſen. Don=
nerstag
, 17.: Die törichte Jungfrau. Freitag, 18.: Der
Graf von Gleichen. Samstag, 19.: Im weißen Rößl.
Sonntag, 20., 3 Uhr: Ein idealer Gatte; 7 Uhr: Tantris
der Narr. Montag, 21.: O dieſe Leutnants. Diens=
tag
, 22.: Medea.

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Nummer 268.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. November 1910.

Seite 5.

die Leiche eines Mannes entdeckt und in deſſen Klei=
der
Papiere mit dem Namen des 1858 geborenen Luft=
ſchiffers
Eugen Godard gefunden. Man vermutet,
daß Selbſtmord vorliegt. Godard war ein Sohn des
berühmten Luftſchiffers, der insbeſondere durch die Ein=
richtung
der Luftballonpoſt während der Pariſer Be=
lagerung
ſich bekannt gemacht hatte.
Dover, 14. Nov. Geſtern abend iſt über die Preu=
ßen
, die ſeit einer vollen Woche auf den Klippen dem
Wogenprall trotzt, ein Bergungsvertrag abge=
ſchloſſen
worden und in London hinterlegt worden.
Im Kanal herrſchte in der Nacht auf den Sonntag ein
ſchwerer Sturm. Die Wellen gingen fortwährend über
das Deck hinweg.
Moskau, 13. Nov. Hier eingetroffenen Nachrichten
zufolge befindet ſich Tolſtoi in dem Schamardinsky=
Frauenkloſter im Gouvernement Kaluga. In dem
Kloſter, in welchem Tolſtoi derzeit vorläufig raſtet, iſt
ſeine Schweſter ſeit 12 Jahren Nonne. In der Nähe
dieſes Kloſters liegt das Optinakloſter. Hier war
Tolſtoi am Donnerstag abgeſtiegen.

Kunſtnotizeu.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., beren im Nach=
ſtehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Der Richard Wagner=Verein wird, ſei=
ner
Haupttendenz entſprechend, ſeine beiden nächſten Ver=
einsabende
zu Komponiſtenabenden geſtalten, die den le=
benden
Tondichtern Theodor Streicher, Othmar Schoeck,
Volkmar Andreä und Max Schillings gewidmet ſein wer=
den
. Soliſt des Theodor Streicher=Abends am 22. Novem=
ber
iſt Herr Konzertſänger Paul Schmedes aus Wien, der
bei ſeinem erſten Auftreten in unſerer Stadt gelegentlich
eines Burmeſter=Konzertes im April dieſes Jahre einen
ſo ſenſationellen Erfolg hatte. Der Komponiſt wird ſeine
Lieder, die für Darmſtadt ſämtlich Novität ſind, am Flügel
ſelbſt begleiten.
Der Darmſtädter Vortragsverband
hat zu ſeinem dritten Vortragsabend, der am Mittwoch,
den 23. November, im großen Saale des Kaiſerſaales
ſtattfinden ſoll, Hermann Bahr, den berühmten Wiener
Dichter, eingeladen, deſſen ausgezeichnetes Luſtſpiel Das
Konzert auch bei uns im vorigen Winter ſo ungewöhn=
lichen
Beifall erntete. Des erfolgreichen Autors neueſtes
Schauſpiel Die Kinder wird demnächſt auf zehn deut=
ſchen
und öſterreichiſchen Bühnen an ein und demſelben
Abend zur Uraufführung kommen ein in der Theater=
geſchichte
einzig daſtehender Fall! Bahr wird hier einen
ſeiner beliebten Wiener Abende geben und über das
junge Oeſterreich ſprechen.

Die Abreiſe der Zarenfamilie.
St. Egelsbach, 14. Nov.
Kein grauer Himmel. Kein Abſchiedswetter. Ueber
den herbſtlichen Fluren lacht heute goldener Sonnenſchein.
Ein wunderbar milder Herbſttag nach dem Sturm und
den Regenſchauern, die der Kaiſerbeſuch am Freitag
brachte. Auf der kleinen Egelsbacher Bahnſtation herrſcht
emſiges Leben und Treiben. Reiſewagen und Automobile
treffen fortgeſetzt ein und bringen Dienerſchaft und Ge=
päck
, das einſtweilen auf dem Perron aufgeſtapelt wird.
Schon zwei Stunden vor der Abfahrt fängt Egelsbach und
ſeine nähere Umgebung an, ſich um den Bahnhof zu
ſcharen. Gruppen ruſſiſcher Polizeimannſchaften in Zivil
ſtehen auf dem Bahnhof, froherregt plaudernd. Es ſcheint,
als ſeien ſie froh der Abreiſe, die ihnen Beendigung eines
ſicherlich anſtrengenden Dienſtes bedeutet. Nach und nach
finden ſich auch die deutſchen Sicherheitsorgane und dann
auch die Offiziere des Wachkommandos ein. Viele Knopf=
löcher
tragen friſche Ordenszier. Das Band ohne Auf=
machung
flüchtig gebunden, ein Beweis, daß die Orden
eben erſt verliehen, und der greiſe Stationsvorſteher zeigt
ſchmunzelnd ſeine goldene Uhr, die auf dem Rückdeckel den
Doppeladler des Zaren trägt. Auch die Mannſchaften des
Wachkommandos, die Gardiſten und Leibdragoner tragen
ſchon ihre Dekorationen ſilberne und goldene Medaillen.
Die Abſperrung am Bahnhof iſt wieder durchaus loyal.
Nur ſcharf beobachtet wird jeder von den ruſſiſchen Be=
amten
.
Bald nach ½4 Uhr fährt der ruſſiſche Hofzug, von
Darmſtadt kommend, in den Bahnhof ein. Und kurz
danach bringt eines der ruſſiſchen Automobile die Zaren=
kinder
und die beiden Söhne des Großherzogspaares
Georg und Ludwig, die ſämtlich in dem kleinen Empfangs=
ſaal
die Ankunft der hohen Eltern erwarten. In der Be=
gleitung
fällt beſonders der treuergebene Beſchützer des
Zarewitſch, ein herkuliſcher Matroſe, auf. Es berührt
ungemein ſympathiſch, daß die kleinen Fürſtlichkeiten
ſich ganz wie andere Kinder geben. Inſonderheit der
Zarewitſch in ſeinem kleidſamen Matroſenanzug gibt
oft Anlaß zu Heiterkeit. Feſt drückt Erbprinz
Georg ſein Näschen gegen die Scheiben und dann
der Zarewitſch, und als beiden wohl die Wartezeit zu
lang währt, öffnen ſie die Tür nach dem Bahnſteig
und treten heraus. Sofort richten ſich ein halbes

Dutzend Objektive auf die kleine, lebhafte Gruppe, zu
der auch der kleine Prinz Ludwig, wie der Bruder im
braunen Samtmäntelchen, ſich geſellt. Das aber ſieht
eine der Zarentöchter und auf ihren Wink dreht die
kleine Geſellſchaft blitzſchnell den aufdringlichen
Photographen den Rücken zu unter lebhafter Heiter=
keit
der Großfürſtinnen und der Umgebung. Nun
paßt der kleine Zarewitſch ſelbſt ſcharf auf, daß er den
Photographen entrinnt, und in dieſem Beſtreben tut
er, was eben auch andere Kinder tun, wenns auch
nicht gerade brav iſt: Er ſchneidet Geſichter und zeigt
ſchließlich allen Umſtehenden, inſonderheit natürlich
den Photographen, daß er ein recht geſundes rotes
Zünglein hat.
Inzwiſchen iſt das Gepäck in den Hofzug verladen,
der nun wieder zurückgeſtoßen wird, um die Paſſage
von Wolfsgarten frei zu machen. Kurz darauf treffen
die Automobile mit den Fürſtlichkeiten ein. Im erſten
Auto der Zar und der Großherzog, im zweiten
die Zarin in dunkelgraubraunem, pelzverbrämtem
Reiſekoſtüm mit federgeſchmücktem Toquehut, die Groß=
herzogin
, die Prinzeſſin Heinrich, und
im dritten Prinz Heinrich, ſeinen offenen Wagen
in gewohnter Weiſe ſelbſt ſteuernd.
Auf dem Bahnſteig hatten ſich inzwiſchen zur Ver=
abſchiedung
eingefunden die Spitzen der Zivil= und
Militärbehörden, u. a. der ruſſiſche Geſandte Baron
v. Knorring Exz. mit Gemahlin, Oberſtallmeiſter
Frhr. Riedeſel zu Eiſenbach Exz., Oberhofmeiſterin
Freiin v. Grancy Exz., Geheimerat Römheld,
Kammerherr Frhr. v. Leonhardi, Generaladjutant
Hahn, der Hofmarſchall, die Flügeladjutanten, Kreis=
rat
Lochmann=Offenbach, der Kommandant der
Leib=Dragoner, Oberſt v. Illſemann, die Offiziere
des Wachkommandos uſw.
In dem kleinen Fürſtenzimmer folgt noch eine über=
aus
herzliche Verabſchiedung. Der Großherzog erwehrt ſich
mit Anſtrengung der Tränen, auch die Zarin ſchluchzt. Die
hohen Geſchwiſter umarmen und küſſen ſich wiederholt,
dann treten ſie gefaßter auf den Bahnſteig hinaus. Die
Zarin, der die Heilquellen Nauheims ſichtbar die Ge=
ſundheit
neu gefeſtigt, begrüßt draußen noch einige Damen
und Herren des Gefolges, ſowie die Offiziere des Wach=
kommandos
. Der Kommandeur des Leibdragoner= Regi=
ments
Nr. 24, Oberſt v. Ilſemann, überreicht der hohen
Frau einen Rieſenſtrauß friſcher Maiblumen. Dann ver=
abſchieden
ſich auch die Zarentöchter und der Zarewitſch
von den hohen Verwandten und den kleinen Heſſenprinzen,
die dann ſofort zu der hohen Mutter eilen, deren Hände
ſie nicht wieder loslaſſen, bis der Zug außer Sicht iſt. Als
letzter beſteigt der Zar nach wiederholtem innigen Hände=
ſchütteln
mit ſeinen hohen Verwandten und nachdem er
ebenfalls noch von verſchiedenen Damen und Herren ſich
perſönlich verabſchiedet hat, den Hofzug, läßt ſofort das
Fenſter herab und bleibt im Geſpräch mit dem Großherzog,
bis der Zug ſich 7 Minuten vor 4 Uhr unter den Hoch=
rufen
der Menge und dem Abſchiedwinken der Zurückblei=
benden
in Bewegung ſetzt. Die kleinen Heſſenprinzen
ſchwenken ihre Sammethütchen, bis der Zug nicht mehr zu
ſehen iſt, dann gehen ſie an der Hand der Mutter durch
das Fürſtenzimmer wieder zum Auto. Die hohen Herr=
ſchaften
kehrten bald darauf nach Wolfsgarten zurück. Elf
Wochen hatte der Zarenbeſuch gedauert, die Zarenfamilie
kehrt direkt nach Zarskoje Sſelo zurück.
Die militäriſchen Kommandos wurden ſofort nach der
Abfahrt des Zuges aufgelöſt, die Wachmannſchaften fuhren
mit dem nächſten Zuge, die Dragoner ritten ſofort nach
Darmſtadt,

* Frankfurt a. M., 14. Nov. Der Hofzug des
ruſſiſchen Kaiſerpaares traf um 4 Uhr 16 Min.
auf dem Bahnhof Frankfurt=Süd ein Anweſend waren
der Polizeipräſident v. Scherenberg, Regierungsrat Mah=
renholz
, der ruſſiſche Generalkonſul v. Baumgarten und
Vizekonſul v. Schleiffer, ſowie von der Königlichen Eiſen=
bahndirektion
Regierungsrat Luettke. Nach einem Aufent=
halt
von 10 Minuten ſetzten die Allerhöchſten Herrſchaften
ihre Fahrt fort.

Handel und Verkehr.
Paketverkehr mit China (chineſiſche
Poſt). Von jetzt ab können auf dem Seewege über Suez
Pakete nach allen Orten in China mit Ausſchluß von
Chineſiſch=Turkeſtan, Tibet und der Mongolei durch Ver=
mittelung
der chineſiſchen Poſt verſandt werden. Bei den
Paketen nach Orten mit Eiſenbahn= oder Dampfſchiffver=
bindung
beträgt die Gewichtsgrenze 10 Kg., im übrigen
3 Kg. Nach einer Anzahl von Orten können die Sendun=
gen
mit einer Wertangabe bis 800 Mark einſchließlich ver=
ſehen
werden. Nachnahmepakete ſind nicht zugelaſſen. Die
Pakete müſſen frankiert werden. Ueber die Verſendungs=
bedingungen
und Taxen erteilen die Poſtanſtalten Aus=
kunft
. Der Paketverkehr mit den deutſchen und fremden
Poſtanſtalten in China bleibt auch weiterhin beſtehen.

Luftſchiffahrt.
* Brüſſel, 14. Okt. Ueber den Flug des Aviatikers
Legagneux wird berichtet: Der außerordentlich heftige
Wind trieb den Aviatiker ſo ſtark, daß er nach Abrechnung
der Zeit für zwei Zwiſchenlandungen die Fahrt von Paris
nach Brüſſel von 280 Kilometer Länge in drei
Stunden ausführte.
Sport.
Darmſtädter Sportklub 1905. Im
7. Meiſterſchaftsſpiel beſiegte am Sonntag die
erſte Mannſchaft des Darmſtädter Sportklubs 1905"
die gleiche Mannſchaft des Fußballklubs Mombach
1902 mit 711 Toren. Die zweite Mannſchaft ſpielte in
Mainz gegen diejenige des Fußballklubs Haſſia un=
entſchieden
mit 212 Toren.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 14. Nov. Bei Beginn der Verhandlung
des Moabiter Krawallprozeſſes ſtellte Rechts=
anwalt
Roſenfeld den Antrag, die Verhandlung
zu vertagen, bis jedem einzelnen Angeklagten die
Anklageſchrift eines jeden der anderen Angeklagten
zugeſtellt iſt. Die Angeklagten hätten Anſpruch dar=
auf
und müßten ſich ſonſt in ihrer Verteidigung be=
ſchränkt
fühlen. Der Staatsanwalt bekämpft den An=
trag
ſcharf. Der Gerichtshof lehnt den Antrag ab und
ſtellt dem Staatsanwalt anheim, die Zuſtellung der
Anklageſchriften noch nachträglich zu veranlaſſen. Der
Staatsanwalt erklärt, er werde dieſer Anregung
Folge leiſten. Darauf wird der Eröffnungsbeſchluß
verleſen und die Verhandlung auf morgen früh 9½
Uhr vertagt.
In der Begründung, die der Zurückweiſung des
von der Verteidigung geſtellten Ablehnungsantrages
gegen den Gerichtshof beigegeben iſt, wird zunächſt
auf die Gründe verwieſen, aus denen die Ablehnung
des erſten Antrages der Verteidiger am 10. Novem=
ber
erfolgt iſt. Weiter wird erklärt, auch aus der
Nichtgeſtattung des Wortes an mehrere Verteidiger,
aus den geltend gemachten Widerſprüchen in den
Aeußerungen des Vorſitzenden und aus ſeiner be=
haupteten
Erregtheit könne ein Rückſchluß auf Be=
fangenheit
nicht gezogen werden, ſelbſt wenn dieſe Be=
hauptungen
glaubhaft gemacht werden. Auch die Feſt=
ſetzung
der Ordnungsſtrafe gegen den Rechtsanwalt
Bahn laſſe nach der Prüfung der tatſächlich vorge=
brachten
Momente nach keiner Richtung eine Befürcht=
ung
zu. Es läge kein Grund vor zum Mißtrauen
gegen die Unparteilichkeit der abgelehnten Richter.
Der von der Mehrzahl der Verteidiger geſtellte
Ablehnungsantrag gegen Landgerichtsdirektor
Lieber und drei Beiſitzer des Gerichts wurde von der
Erſatzkammer abgelehnt mit der Begründung,
daß Beſorgnis zur Befangenheit nicht vorliege. Die
Verhandlung wurde heute nachmittag 3 Uhr wieder
aufgenommen.
* Landau (Jſar), 14. Nov. Das Schloß Wild=
thurm
, noch aus der Römerzeit ſtammend, iſt mit
ſämtlichen Oekonomiegebäuden nſiedergebrannt.
Schloß Wildthurm war Eigentum der Aktiengeſellſchaft
Hille und Dietrich in Schönlinde bei Dresden.
* Dresden, 14. Nov. Der hieſige Schlachtvieh=
markt
wurde wegen Ausbruchs der Maul= und Klauen=
ſeuche
geſchloſſen.
* Leipzig, 14. Nov. Bei dem Zuſammenſtoß
zweier Straßenbahnwagen auf dem Weſtplatz
am 22. Mai waren 17 Perſonen verletzt worden, von
denen der Gaſtwirt Grundig geſtorben iſt. Heute hatte ſich
der Motorwagenführer Hoech vor dem Landgericht wegen
fahrläſſiger Tötung und wegen Gefährdung eines Eiſen=
bahntransportes
zu verantworten. Das Gericht verur=
teilte
ihn zu 6 Monaten Gefängnis.
* Rendsburg, 14. Nov. In Weſter=Rönfeld
kam es vergangene Nacht zu einer großen Schläge=
rei
zwiſchen Mitgliedern eines Geſangvereins und
Kanalarbeitern. Der Vollziehungsbeamte und Auktio=
nator
Greve aus Weſter=Rönfeld wurde ſchwer verletzt
und ſtarb; ſein Sohn und zahlreiche Vereinsmitglieder
wurden durch Meſſerſtiche verletzt. Einige Kanal=
arbeiter
wurden verhaftet.
* Wien, 14. Nov. (Oeſterreichiſche Delega=
tion
.) Bei der fortgeſetzten Beratung des Kredits
erklärte Lecher, das von Suſterſie beantragte Mißtrauens=
votum
für den Finanzminiſter Burian ſei ſachlich nicht
mehr begründet, da er die hinſichtlich der Bosniſchen
Agrarbank begangenen Fehler gutgemacht habe. Die
ſicherſte Bürgſchaft gegen die Wiederholung ähnlicher Vor=
fälle
liege in einem ſtarken, arbeitsfähigen Volksparlament.
Da die Deutſchen nur ſachliche und keine perſönliche Politik
trieben, am wenigſten unter der Führung Suſterſics, ſo
würden ſie gegen den Antrag Suſterſic ſtimmen.

Kleines Feuilleton.
* Frauen als Bürgermeiſter. Aus Lon=
don
wird berichtet: In Oldham iſt jetzt zum erſten
Male eine Frau zum Bürgermeiſter gewählt worden.
Die junge Stadtmutter iſt Frau Leß, die Witwe eines
der bedeutendſten Fabrikanten von Oldham. Ihr
neues Amt hat ſie mit Würde ſchon angetreten. Nach=
dem
ſie das Amtskleid aus den Händen des zurücktre=
tenden
Bürgermeiſters empfangen und dieſer ihr die
Amtskette um den Hals gelegt hatte, leiſtete ſie den
Bürgermeiſtereid und dankte dann ihren Wählern in
einer witzigen Rede für das ihr durch die Wahl be=
wieſene
Vertrauen. Unter den Stadträten herrſcht
große Verlegenheit, wie man Frau Leß nunmehr an=
reden
ſoll. Man ſchwankte zwiſchen Frau Bürgermei=
ſterin
(Mrs. Mayoreß) und Lady Mayor. Schließlich
entſchloß man ſich zu Frau Bürgermeiſter. Noch in
einer zweiten engliſchen Stadt, nämlich in Brecon,
wurde eine Frau zum Bürgermeiſter gewählt, und
zwar eine unverheiratete Dame, Fräulein G. E. F.
Morgan. Vor der Wahl dieſer beiden Frauen hat
nür einmal eine einzige engliſche Stadt einen weib=
lichen
Bürgermeiſter gehabt, nämlich Aldeburgh ( Suf=
folk
), wo Frau Garrett Anderſon dieſes Amt ver=
waltete
.
sh. Ein vaterlandsloſer Säugling.
Ein äußerſt ſchwieriger Fall hat jetzt zu Verhandlun=
gen
zwiſchen den öſterreichiſchen und den bayeriſchen
Behörden geführt, die ein ſalomoniſches Urteil zu fäl=
len
berufen ſind. Es handelt ſich um ein kürzlich ge=
borenes
Kind eines bayeriſchen Eiſenbahnangeſtellten,
das im Eiſenſteiner Grenzbahnhof das Licht der Welt
erblickt hat. Dieſer Bahnhof liegt halb auf bay=
riſchem
, halb auf öſterreichiſchem Ge=

biete. Die Grenze geht mitten durch das Gebäude,
in welchem mehrere Angeſtellte der Bahn wohnen. Die
Angehörigen des neugeborenen Kindes ſchlafen z. B.
in einem Zimmer, das ſich auf bayriſchem Grund und
Boden befindet, und eſſen in einem anderen Zimmer,
in welchem öſterreichiſche Luft weht. Die Taufe des
Kindes wurde nun alsbald von dem Pfarrer in Baye=
riſch
=Eiſenſtein vorgenommen, aber das Bürgermei=
ſteramt
lehnte die Eintragung in das Geburtsregiſter
ab, da es der Anſicht war, daß das Knäblein in dem zu
Oeſterreich gehörigen Zimmer, alſo im Ausland, ge=
boren
ſei. Der Vater wanderte deshalb ins Ausland
hinüber; allein der Seelſorger in Markt=Eiſenſtein
konnte nach öſterreichiſchem Geſetz die Eintragung
ebenſo wenig vornehmen, da das Kind nicht in Oeſter=
reich
geboren worden war. Der Fall wurde endlich
nach oben gemeldet, und jetzt walten die ſtaatlichen und
kirchlichen Behörden ihres Amtes, um eine Entſcheid=
ung
herbeizuführen. Vorläufig ſorgt die bayeriſche
Milchfrau, welche für den vaterlandsloſen Säug=
ling
die Kuhmilch liefert, dafür, daß dieſe etwas bläu=
lich
ausſieht, die Windeln nehmen aber regelmäßig
eine ſchwarz=gelbe Färbung an.
C.K. Der Schnee im Sprichwort. Der
erſte Schnee! Aus verſchiedenen Teilen Deutſchlands
kommt die Kunde, daß dieſer liebvertraute Begleiter
des Winters ſich bereits eingefunden hat. Schnee im
November iſt nach den alten Bauernregeln ein guter
Vorbote fürs kommende Jahr. Je mehr Schnee im
November fällt, um ſo fruchtbarer wird das Feld,
heißt es. Gut iſt der Schnee, der zur Zeit kommt,
und der Bauer kann den Schnee gar früh gebrauchen,
denn er düngt die Felder, iſt für die Saaten, was
die Betten für den Menſchen ſind. Die weiße Gans
brütet gut, ſagt der Däne, und bei uns beißt es:

Eine gute Decke von Schnee, bringt das Winterkorn
in die Höh. Aber nicht zu lang darf die weiße Decke
liegen bleiben: Acht Tage lang dient der Schnee der
Erde als Mutter; bleibt er länger, ſo wird er zur
Stiefmutter. Ein ruſſiſches Sprichwort findet den
ſchönen Vergleich: Das Korn fühlt ſich ſo wohl
unterm Schnee, wie der alte Mann unter ſeinem Pelz.
Unterm Schnee liegts Mehl, heißt es in der Lom=
bardei
. Je mehr Schnee, deſto beſſer; große Schnee=
maſſen
, große Kornmaſſen Aber er bleibt nur bei
gutem Wetter liegen. Fällt die Sonne auf den
Schnee, gibts Schnee und Schnee und wieder Schnee.
Wenns regnet, verdirbt der beſte Schnee. Auch aus
der Form des Schneiens weiß der Deutſche auf das
Wetter zu ſchließen. Schneit es klein und fein, gibts
große, lange Kälte; ſchneits mit großen, breiten
Flocken, geringe Kälte. Ebenſo wird auch für Ueber=
ſchwemmungen
prophezeit: Kleiner Schnee, große
Waſſer; großer Schnee; kleine Waſſer. Vom erſten
Schnee heißt es im Speziellen: Fällt der erſte Schnee
in’n Dreck, wird der Winter ein Geck. Oder auch:
Wenn es friert in den Dreck, iſt der Winter ein
Geck.
Hochzeits=Eichen. Die alte Idee der
Hochzeitsbäume erfährt in dem Städtchen Mühlhauſen
in Thüringen eine Auffriſchung. Die ſtädtiſchen Be=
hörden
haben dort beſchloſſen, die jungen Ehepaare nach
der Trauung aufzufordern, zwei Eichen zu pflanzen.
Auf dieſe Weiſe ſoll im Stadtpark allmählich eine Hoch=
zeits
=Eichenallee entſtehen. Der poetiſche Gedanke
wurde ſchon früher einmal aufgegriffen, fand aber in
unſerer materialiſtiſchen Zeit keinen Anklang. Die
Väter der Idee hoffen diesmal, da die Behörden da=
hinter
ſtehen, auf mehr Erfolg.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. November 1910.

Prag, 1. Nov. Ein heute frih auf der Stantion
Poritzſch bei Budweis eingetroffener Gütereilzug
fuhr infolge falſcher Weichenſtellung auf einen in der Sta=
tion
ſtehenden Güterzug. Beide Maſchinen wurden ſchwer
beſchädigt. Zwei Waggons wurden vollſtändig zertrüm=
mert
. Der Heizer Bilek wurde ſchwer, ſechs Bahnbedien=
ſtete
wurden leicht verletzt.
* London, 14. Nov. Die geſtrige Reiſe des iri=
ſchen
Nationaliſtenführers Redmond von
Quenſtown nach Dublin glich einem Triumphzug. In
Cork und Dublin wurde er von einer gewaltigen
Menſchenmenge zum Hotel geleitet. Auf den Zwiſchen=
ſtationen
waren zahlreiche Anhänger des Parteifüh=
rers
erſchienen, die ihn begeiſtert begrüßten und ihm
Adreſſen überreichten. Redmond erklärte in ſeinen
Anſprachen in Cork und Dublin, die Ereigniſſe näh=
men
eine Entwicklung, die den Trinmph der Homerule
ſicher mache. Er gehe nach London, um von den eng=
liſchen
Parteien in ihrer gegenwärtigen ſchwierigen
Lage die beſten Bedingungen zu erlangen, die möglich
ſeien. Der gegenwärtige Kampf der Parteien gegen=
einander
gewähre Irland eine unvergleichliche Ge=
legenheit
und könne nur mit der ſchleunigen Beſeitig=
ung
des einzigen Hinderniſſes für die Errichtung eines
iriſchen Parlaments endigen.
* London, 14. Nov. Nach einer Meldung der
Times aus Petersburg arbeitete ein Syndikat ruſſi=
ſcher
Banken, das über 35 Millionen Pfund Sterling
verfügt, den Plan zu einer Eiſenbahn quer
durch Perſien, vom Kaukaſus bis Belutſchiſtan,
aus; der Vorſchlag wird vom Miniſterpräſidenten Sto=
lypin
, dem Verweſer des Miniſteriums des Aeußern,
warm unterſtützt und auch von Tmiriaſew. Demiakow
und Gutſchkow befürwortet. Das Mitglied der Reichs=
duma
Zwegintkow trifft morgen in London ein, um
auch die Unterſtützung Englands für das Projekt zu
gewinnen.
* Wincheſter, 14. Nov. Durch gerichtliches Erkenntnis
wurde Leutnant Helm die Zahlung einer Bürg=
ſchaft
von 250 Pfund Sterling auferlegt. Er lei=
ſtete
den feierlichen Eid, daß er ſich eines Vergehens nicht
wieder ſchuldig machen wolle.
* Alexandrowsk, 14. Nov. Der geſtern abend nach
Beloſersk gehende Poſtwagen wurde überfallen.
Der Poſtillon und ein Polizeibeamter wurden durch
eine Bombe getötet. Die Räuber erbeuteten 30 000
Rubel.
* Kalnga, 14. Nov. Nach den letzten authentiſchen
Nachrichten iſt Graf Tolſtoi am 11. d. M. mit dem
Nachtzuge im Optin=Kloſter mit ſeinem Arzte einge=
troffen
und hat am anderen Morgen ſeine Schweſter in
dem zwölf Werſt entfernten Nonnenkloſter beſucht.
Graf Tolſtoi verſprach, in das Optin=Kloſter zurückzu=
kehren
.
Berlin, 14. Nov. In einem Hauſe Unter den
Linden wurden bei einer Exploſion zwei Küfer der
Firma Gerold u. Sohn erheblich verletzt.
Nizza, 14. Nov. Im Gefängnis erhängte ſich
der 40jährige Heinrich Hagemann aus Magdeburg,
der wegen Betrügereien an Deutſchland ausgeliefert
werden ſollte.
Petersburg, 14. Nov. Der Mitdirektor des Mos=
kauer
Kunſttheaters Taraſow und der Fabrikdirek=
tor
Schurawlew, ſowie die Frau des Fabrikanten
Grigow verübten in der letzten Nacht Selbſtmord;
zwiſchen ihnen beſtanden, wie allgemein bekannt war,
intime Beziehungen.
Stuß, ſagt Meyer, mach mir nir vor!
1 Hättet ihr Sodener gebraucht, dann wärkt ihr ge=
ſund
und der Huſtenlärm, der mir die Kundſchaft
vertreibt, wär vermieden. Fays ächte Sodener
ſind bequem anzuwenden, ſie wirken milde, an=
genehm
und ſicher und den Katarrh möcht’ ich
ſehen, der den Sodenern ſtandhält. Alſo ſchleunigſt
Fays ächte Sodener aus der Apotheke oder
Drogerie holen laſſen, damit die Huſterei ein Ende
(22142
nimmt! Preis 85 Pfg. per Schachtel.

Taschentücher-
Ausstellung
Kath. Raab
ALlCE-BAZAR.

Nummer 268.

ist man empfindlich. Rasch ist
eine Erkältung da u. die Stimme
ist öfter belegt u. heiser als frei.
Das lästige Gefühl der belegten
Stimme vergeht, sobald man ein
paar Wybert-Tabletten zu
sich nimmt, die immer zur Hand sein müssen u. in
allen Apotheken 1 Mark pro Schachtel kosten. Bei
Erkältung lindern sie den Hustenreiz u. bringen den
Katarrh schnell zum Schwinden. Niederlagen in Darm-
stadt
: in sämtl. Apotheken; Germania-Drogerie, Mühl-
str
. 78; Minerva-Drogerie, Ecke Karl- u. Hügelstr.;
Medizinal-Drogerie von Fr. Beckenhaub, Ecke Schul-
und Kirchstr., und Drogerie von C. Watzinger, Wil-
helminenstr
. 11.
(19687)I

20195.

Kamiliennachrichten,
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Todes-Anzeige.
Heute Nacht verſchied infolge eines Schlag=
anfalles
mein heißgeliebter Gatte, unſer teurer
Vater, Bruder, Schwiegerſohn, Schwager und
Onkel
(22147
Herr Max Fulda
im 52. Lebensjahre.
Darmſtadt, Frankfurt
den 14. Nov. 1910.
Brakel, Mainz
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Luise Fulda, geb. Weiler,
Ernst Fulda,
Hans Fulda.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 16. No=
vember
, nachmittags 3 Uhr. vom Portal des
israelitiſchen Friedhofs aus, ſtatt.
Man bittet von Kondolenzbeſuchen abſehen
zu wollen.

Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute nacht um ½1 Uhr verſchied ſanft
unſere inniggeliebte gute Schweſter, Schwägerin
(22154
und Tante
Katharina Bender
im 77. Lebensjahre, was wir ſchmerzerfüllt
allen Verwandten und Freunden mitteilen.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Antonie Kriegk, geb. Bender,
Sophie Bender,
Ida Bender.
Darmſtadt, den 14. November 1910.
Die Beerdigung findet ſtatt: Mittwoch, den
16. Novbr., nachmittags ¾4 Uhr, vom Trauer=
hauſe
, Roßdörferſtraße 31, aus. Die Einſeg=
nung
½ Stunde vorher.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Anteilnahme
bei dem ſchmerzlichen Verluſte meines innigſtge=
liebten
unvergeßlichen Gatten und unſeres Vaters
Apotheker
August Breitwieser
ſagen wir aufrichtigen Dank. Ganz beſonders
danken wir noch Herrn Pfarrer Junker für ſeine
troſtreiche Leichenrede, dem Kriegerverein für das
Ehrengeleite, der Turnerſingmannſchaft für den
erhebenden Trauergeſang, dem Altherrnverband
und der Aktivitas der Gießener Burſchenſchaft
Frankonia, dem Heſſiſchen Apothekerverein, dem
Bauernverein, der Ortsgruppe des Ev. Bundes,
dem Kaſino und dem Turnverein für die ehren=
den
Nachrufe, ſowie für alle Blumen= und Kranz=
ſpenden
.
(22126
Die trauernden Hinterbliebenen:
Lina Breitwieſer, geb. Storck,
Guſtav Breitwieſer, Apotheker,
Emma Axt, geb. Breitwieſer,
Eliſabeth Breitwieſer, geb. Schaffnit,
Prof. Friedrich Axt, Oberlehrer.
Ober=Ramſtadt, Darmſtadt, 12. November 1910.

Für die zahlreichen freundlichen
Beweise der warmen Teilnahme an dem
unersetzlichen Verluste, der uns ge-
troffen
, sagen wir unsern herzlichsten
Dank.
(22145
Im Namen der Hinterbliebenen:
Maria Lossen,
geb. Rosenbaum.
Darmstadt, 14. November 1910.

eie ehentente
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Ueber
England hat ſich wieder eine Depreſſion gebildet, die
Ausläufer bis an die Oſtgrenze von Deutſchland ſen=
det
. In ihrem Bereich iſt Bewölkung eingetreten und
geringe Niederſchläge ſind gefallen. Die Temperaturen
ſind ſeit geſtern etwas geſtiegen. Beim Herannahen
des Tiefs werden die Windſtärken wieder zunehmen.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, 15. Nov.;
Wolkig, geringe Niederſchläge, ſüdweſtliche, ſpäter
weſtliche Winde; Temperatur wenig verändert.
Tagestalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. A): Der Freiſchütz.
Vorſtell ung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Profeſſor Kluncker um 8 Uhr im Ge=
meindehaus
der Johannesgemeinde.
Konzert um 5 Uhr im Kölniſchen Hof.
Konzert um ½ 8 Uhr im Bürgerkeller.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße). Vorſtellungen von 3½11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 16. November.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 10 Uhr Runde=
turmſtraße
16.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
Ludwigshalle‟.
Schwellen= ꝛc. Verſteigerung um 10 Uhr am Bahn=
hofsneubau
an der Pallaswieſenſtraße.
Faſelochs=Verſteigerung um 11 Uhr im Faſelſtall
zu Roßdorf.
Großh. Hofbibliothek. gebfnet Montan bis Freitag
von 91 Uhr und nachmittags von 24 Uhr, Samstag
von 91 Uhr.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: S. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

Hessenbräu-Flaschenbiere
sind hochfeine Qualitätsbiere.

(257a

[ ][  ][ ]

Nummer 268.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. November 1910.

Seite 7.

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abhanden gekommen, nehme an, daß ſie
mir geſtohlen worden iſt. Eine gute Be=
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ſichere ich demjenigen zu, der mir
ſie wiederbringt oder über den Verbleib
derſelben Auskunft geben kann. Auf den
Namen Sherry hörend.
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Kantinenwirt.

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Kieier,

entlaufen.
22158)

Abzugeben geg. Belohnung bei
Schmidt, Rheinſtr. 33.

Kurſe vom 14. November 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

3k. Staatspapiere. Ir Proz.
4. Dſche. Reichsſchatzanw. 99,80
3½ Deutſche Reichsanl. . 12,40
63,70
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 9980
3½ do. Conſols . . . . 92,40
83,50
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,00
do.
93,70
3½
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4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,00
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91,40
3½
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81,90
4 Hamburger Staatsanl. 101,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,00
do.
91,20
3½
do.
81,00
3 Sächſiſche Renre . . . 83,00
4 Württembergerv. 1907 101,60
do.
92,60
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 47,60
3¾ Italiener Rente . . .
4½ Oeſterr. Silberrente 96,50

4 do. Goldrente . . 98,30
do. einheitl. Rente 93,10
3 Portug. unif. Serie I 64½
3 do. unif. Ser, III 66,75
3 do. Spezial. 12,50
5 Rumänier v. 1903 . . 101,90
4. do. v. 1890. . 94,90
do. v. 1905 . 30,10
Ruſſen v. 1880 a. 92,0

InPköz.
Bf.
4 Ruſſen v. 1902 . V5 92,30
½ do. v. 1905 . . . . 100,10

92,20

3½ Schweden . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 83,00
4 Türk. Admin. v. 1903 86,30
4 do. unifiz. v. 1909 92,30
4 Ungar. Goldrente . . 93,40
4 do. Staatsrente . 91,50
101,00
5 Argentinier . . .
90,80
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,80
5 Chineſ. Staatsanleihe 101,60
98,40
bo.
.. . 97,50
4½ Japaner .
Innere Mexikaner . . 99,70
68,00
do,
3
4 Gold=Mexikan. v. 1904 95,20
5 Gold=Mexikaner . . . 100,20
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=Paket=
143,75
fahrt .
4 Nordd. Lloyd
.106,70
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 122,50
Aktien ausländiſcher
Trausportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb, 60%
Einz. Mk. 408 118,00
4 Baltimore & Ohio . . 108½
4 Gotthardbahn . . .

In Prot.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 159½
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 22,00
4 Pennſylvania R. R. 131,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 201,80
Werger=Brauerei
. 73,00
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 497,00
Fabrik Griesheim . . . . 278,75
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Gelſenkirchen . . . . . . . 212,50
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. . 187,50
Phönix, Vergb. u. Hütten=
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. . . . . . . . § 241,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 90,50
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,50
do.
91,70
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,50
do. ſteuerfrei .
5 Oeſterr. Staatsbahn.
do.
98,10
do. alte . 91,40
5 Oeſterr. Südbaßn . . 99,00
do.
do.
56,50
3 Raab=Oedenburger . . 76,00
Ruſſ. Südweſt. . . . . 89,50
Kronpr. Rudolfbahn 98,30

In Pen.
24/10 Livorneſer . . . 3 5 73,25
78,90
4 Miſſouri=Pacifie
4 Bagdadbahn Mk. 408 86,00
5 Anatoliſche Eiſenb. . . 99,00
101,30
5 Tehuantepec
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ. 168,50
Darmſtädter Bank 130,60
257,00
Deutſche Bank
Deutſche Vereinsbank 126,70
Diskonto=Geſellſchaft 191,40
162,70
4 Dresdner Bank
Mitteldent. Kreditbk. 121,30
Nationalbk. f. Deutſchl. 129,25
.105,00
Pfälzer Bank ..
143,80
Reichsbank
Rhei. Kredit=Bank 138,90
4 Wiener Bank=Verein 139,20
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S. 16 und 17 100,00
3½ do. S. 19 . . . . 91,80
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126 99,40
Hamb.=Hypoth.=Bank 99,00
do.
90,50
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 100,70
do.
3½
91,90
4 Meining. Hyp.=Bank 99,00
ds.
3½
90,80
Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,00
do. (unk. 1914) 90,30
4 Südd, Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,20
3½
29,
91,90

4 Darmſtadt eeiats, 99,40

91,10
96,00

91,80
99,30
90,60
100,20
90,60

InProz
3ſ.
Städte=
Obligationen
3½ do.
4 Frankſunt 101,00
3½ do.
4 Gießen
3½ do.
4 Heidelberg
3½ do.
4 Karlsruhe
3½ do.
4 Magdeburg
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
do.
90,70
München=
100,25
3½ Nauheim
90,80
4 Nürnberg
1à 101,10
3½ do.
4 Offenbach
3½ do.
4 Wiesbaden . . . . 102,20
3½ do.
4 Worms . . . ... . . 99,90
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886. 80,70
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 161,60
3½ Cöln=Mindner 100 134,30
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Holl, Komm, 100

In Je)
Bf.
3 Madrider Fs. 100 76,50
4 Meining. Pr.=Pfand=
136,60
briefe.
4 Oeſterr. 1860er Loſe 174,40
3 Oldenburger
2½ Raab=Grazer fl. 150

Unverzinsliche
Anlehensloſe.

Augsburger
Braunſchweiger
Freiburger
Mailänder
do.
Meininger

Tlr.
F2,
Fs.

20
15
45
10

7 37,90

Oeſterreicher v. 1864 100 547,00
do. v. 1858 100 444,00
Ungar. Staats 100
Venediger Frs. 30 43,10
Türkiſche
400
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,43
20 Franks=Stücke . . . . 1916
Oeſterr. 20=Kronen . . . . 1690
Amerikaniſche Noten . . . 4,198
Engliſche Noten . . . . . 20,48
Franzöſiſche Noten . . . . 81,15
Holländiſche Noten . . . . 169,45
Italieniſche Noten . . . . 80,80
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,95
Ruſſiſche Noten . . . . . .
Schweizer Noten . . . . 80,90
Reichsbank=Diskonto
Reichshank=Lombard 83k. 6%

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. November 1910.

Nummer 268.

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Roman von K. v. d. Eider.
(Nachdruck verboten.)
8)
Jetzt trat der dicke Thedens wieder an ſie heran. Er
hatte mehrere Glas Grog heruntergeſtürzt und gewaltigen
Mut bekommen. Drohend fuchtelte er mit den Armen
umher, daß alles zur Seite wich. Mit lauter, heiſerer
Stimme gröhlte er: Die Deern, die kleine Deern mit dem
gelben Haar und den ſchwarzen Augen! Wo iſt die kleine
Deern?
Die Mädchen ſtoben kreiſchend auseinander. Da ſtand
klein Antje ganz allein, drückte ſich an die Wand, duckte
ſich und zog die Schultern zuſammen, daß ſie noch kleiner
ausſah.
Timm Thedens fuhr gierig wie ein Raubvogel auf
ſie los; da faßte ihn von der Seite ein ſtarker Arm und
führte ihn zurück bis vor das Zelt und zwang ihn dort
mit einem einzigen gewaltigen Ruck, ſich ins kühle, friſche
Gras zu ſetzen.
Der Betrunkene war mäuschenſtill geworden. Mit
blödem Blick ſtarrte er auf Rolf Anderſen, der einen ſo
ſtarken Arm beſaß und ihn, ohne ein Wort zu ſprechen,
zur Räſon brachte.
Rolf aber ging gleichmütig in den Saal, hinüber zu
Antje, die zitternd wie ein Bäumchen, das noch vor einem
Angenblick der Wind geſchüttelt, in dem Winkel ſtand.
Er faßte ſie an der Hand und zog ſie in die Reihe der
Tanzenden, alles ohne ein Wort zu ſprechen.

Eneden ſpieſe die Whiſt don neuem ant. Dus war
ein Tanz! Antje war es, als würde ſie von ſtarken
Armen in den Himmel gehoben, als müſſe ſie ewig ſo
fortſchweben. Das war Wonne, das war Seligkeit!
Ingeborgs rote Backen wurden um einen Schein
blaſſer; ſie bebte vor Wut, als ſie Antje an den Armen
Rolfs vorüberſchweben ſah. Wie das blaue Schleifchen
in dem hellen Haar zitterte! Ihre Hand zuckte unwill=
kürlich
. Sie hätte es der Verhaßten herausreißen mögen
und ein Büſchel Haare dazu.
Sie erhob ſich und ging auf Iven zu, der noch immer
ſtaar blickend am Eingang ſtnd.
Ingeborg herrſchte ihn mit ihren dunklen Augen an.
Dein Bruder tanzt mit Eurer Dienſtdeern. Haha! Da,
da, ſiehſt Du nicht? Ach, ich muß wirklich lachen!
So? Wirklich! Ach, ich würde auch gern mit ihr
tanzen; aber ich kann nicht. Ganz unglücklich ſah er aus.
So, ereiferte ſich Ingeborg. Das iſt ja recht nett.
Da ſolltet Ihr Euch das Püppchen doch man zu Hauſe
unter die Glasglocke ſetzen, damit es nicht beſtaubt und
nichts von ihm abgeht. Ihr ſeid mir feine Vettern; mit
Euch kann man Staat machen.
Iven ſah ſie mit hilfloſer Miene an. Er merkte in=
ſtinktiv
, daß er etwas Unrechtes geſagt oder getan hatte,
aber er ahnte nicht, was es war.
Ingeborg hatte ihr Taſchentuch zu einem unförmlichen
Klumpen zuſammengeballt und preßte dieſen unbewußt
in dem ohnmächtigen Beſtreben, irgend einem Dinge
weh zu tun. Ihr Geſicht war dunkelrot, ihr Buſen wogte.
Ich möchte nach Hauſe, ſagte ſie herriſch.

So, vinlicht Iu, es wid auch woht Zlit. Weien
wußte Iven nichts zu entgegnen.
Ja, aber ein junges Mädchen kann doch um dieſe Zeit
nicht allein gehen, ſetzte ſie hinzu. Es iſt doch ganz dunkel
draußen.
Ja, allerdings, es iſt ganz dunkel.
Du ſcheinſt noch keine Luſt zum Gehen zu haben,
ſagte ſie mit hartem Lachen. Na, adieu, grüß' Rolf!
Jetzt ging ſie wirklich. Als ſie ſchon draußen ſtand,
wandte ſie ſich noch einmal um, und als in dieſem Augen=
blick
Rolf und Antje an ihr vorübertanzten, wandte ſie
zornig den Kopf und ging fort.
Nicht lange danach ſchlüpfte auch Antje hinaus. Iven
ſah, wie ſie ihr dünnes Schultertuch umband und ver=
ſtohlen
forthuſchte.
Das Mädchen befand ſich in ſeeliſcher Erregung. Der
König hatte mit ihr getanzt; er, der größte und ſchönſte
von allen, mit dem kleinſten Dienſtmädchen. Nach dieſem
Tanz konnte ſie mit keinem anderen mehr tanzen. Jetzt
möchte ſie im Bette liegen und träumen und im Traum
weiter tanzen.
Ihre Füße bewegten ſich noch im Walzerſchritt; die
Melodie des letzten Tanzes klang in ihrem Köpfchen nach,
und das Herz pochte, als wollte es zerſpringen.
Die Nacht war lau. Viel zu lau, um ein heißes Herz
abzukühlen. Ein ſchwacher Morgendämmerſchein durch=
drang
die Dunkelheit. Es war gerade hell genug, um den
Weg erkennen zu laſſen. In den Gräben quakten die
Fröſche und einige frühwache Vögel zwitſcherten. In
ſeliges Träumen verfunken, ging Antje dahin.

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Dar
Tagblatt, Dienstag, den 15, November 1910.

Saaden

(1. Zuschrift.)
Dr. N. . . . .,

Dr. N. . . . .,
(3. Zuschrift.)

Dr. N. . . . .
Meinen höflichsten Dank für Uebersendung der Proben, die
ich zwei Nierenkolikkranken zukommen liess. Bei einem
M. . . . . ., 16.6.08. Patienten kam plötzlich ein Steinchen zum Vorschein ob
Wirkung oder Zufall?
Diesmal kann ich Ihnen einen unzweifelhaften Erfolg Ihrer
(2. Zuschrift.) Carolaquelle zu meiner und der betreffenden Patientin grossen
M.. .. . ., 31. 7.08. Freude mitteilen. Beweis liegt bei; wie Patientin sagt, einer
der grössten Steine von zahlreichen kleineren. Es handelte
sich um eine Nierensteinkolik; ich liess Ihre Carolaquelle
trinken, 10 Flaschen und mit diesem guten Resultat . . .
Kann mir nicht versagen, Ihnen wieder einen prompten Er-
folg
(Steinchen liegen bei; bitte zurück) zu melden. Gestern
M...... 15. 11. O8. früh 5 Uhr zu einem Patienten gerufen. Heftigste Schmerzen
in der rechten Nierengegend. Diagnose: Nierensteinkolik.
Lasse gestern 2 Flaschen Carola trinken, heute nachmittag
zeigt mir Patient sehr vergnügt 2 Steinchen. So rasch ist’s noch
nie gegangen!t sagte er und geht morgen wieder in den Beruf.
NB. Die prompte Wirkung unserer Carola-Heilquelle wird wohl durch
obige drei Mitteilungen, welche aus der Feder eines Münchener Arztes
stammen, und welche unserer 2000 Aerzte-Atteste umfassenden
Sammlung entnommen sind, am besten zur Veranschaulichung gebracht.
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Hinter ihr klangen Männerſchritte. Sie hielt den
Atem an, ein Zittern flog durch ihr Herz, ſie blieb wie
angewurzelt ſtehen. Es war Iven. Da ebbten die Wogen
ihres heißen Blutes zurück und eine heitere Sicherheit
überkam ſie.
Iven ging an ihrer Seite weiter. Ich werde Sie be=
gleiten
, Antje, ſagte er, um dieſe Zeit kann ein junges
Mädchen doch nicht allein nach Hauſe gehen. Mechaniſch
wiederholte er dieſe Worte ſeiner Couſine.
Ach, meinte Antje, Begleitung iſt für die feinen Fräu=
leins
und für die Deerns, die einen Schatz haben; nach
unſereinem wird nicht viel gefragt.
Nun gingen ſie ſtill nebeneinander her. Ipen mäßigte
ſeine Schritte und Antje trabte, ſo kamen ſie mitein=
ander
aus.
Der junge Mann knöpfte ſeinen Paletot feſter zu, und
Antje löſte ihr Tuch und ließ es auf die Arme gleiten.
Iven begann zögernd zu ſprechen.
Ich möchte Sie doch vor etwas warnen
Wovor denn?
Ja, das weiß ich ſelber nicht. Aber es iſt etwas nicht
ſo, wie es ſein ſoll. Sie laufen Gefahr, glaube ich. Neh=
men
Sie ſich doch lieber in acht.
Ja, aber ich kann mich doch nicht in acht nehmen,
wenn ich nicht weiß, wovor.
Ja, da haben Sie recht.
Sie kamen auf die Trift. Die Rinder lagen im
Graſe um den Scheuerpfahl und rührten ſich nicht. Ueber
ihren Köpfen flüſterten die Pappeln.
Haben Sie einmal etwas vom Heiſterneſt gehört?
fragte Ipen.
Nein, entgegnete Antje. Ihr fiel nichts ein.
Dann erzähle ich Ihnen nächſtens davon.
Steht das auch in einem Buche? fragte Antje.
Nein, es ſteht in leinem Buche geſchrieben.

Als ſie zu Hauſe angelangt waren, zündete Antje die
Dielenlampe an und leuchtete Iven in ſeine Stube. Sie
nahm die Spreitdecke von ſeinem Bette und zündete ſein
Licht an.
Gute Nacht, ſagte ſie dann, und ich bedank mich auch
ſchön.
Iven ſtarrte träumend ins Licht. Gute Nacht, ſagte
er nach einer Weile aufblickend. Da war ſie ſchon fort.
Am nächſten Sonntag kam Ingeborg Jeſſen auf Reth=
wiſchhof
. Sie trug die koſtbarſten Sachen: ein knapp
anſitzendes, pfaublaues Wollkleid, dazu gelbe Glacehand=
ſchuhe
und über dem Roſenhut einen ſeidenen Sonnen=
ſchirm
. Ihr Stirnhaar war ſorgfältig gebrannt und um=
gab
das blühende Antlitz wie ein Kranz.
Sie war ſich ihrer Schönheit vollkommen bewußt und
ging ſtolz und prächtig an klein Antje vorbei, die ihr
auf der Hausdiele begegnete.
Drinnen bei der Tante machte ſie ihrem Herzen Luft.
Die Erregung des porigen Sonntags, die während der
ganzen Woche eingedämmt war, brach ſich Bahn.
Du haſt ja eine nette Deern, begann ſie, wie die
herumhopſte auf dem Ball, Du glaubſt es nicht! Ich=
mußte
immer lachen; ſie ging förmlich darauf aus, die
Mannsleute zu fangen.
Frau Anderſen blickte von ihrem Strickſtrumpf auf,
mit einem fragenden Blick auf Rolf.
Dummes Zeug, knurrte dieſer.
Du haſt doch auch mit ihr getanzt wie toll, klang es
ſcharf von Ingeborgs Lippen.
Iſt das wahr?: Frau Anderſen ſaß ſteif, mit bitter=
böſer
Miene, auf ihrem Stuhl.
Rolf reckte ſich. Ja, ich wollte auch mal wiſſen, wie
es iſt, wenn man tanzt.
Konnteſt Du denn nicht mit jemand anders tanzen?
fragte die Mutter mit bezeichnendem Blick auf Ingeborg.

Nein, ich habe keine Luſt immer mit einem ſchweren
Mehlſack herumzuſpringen.
Ingeborg lachte ſchrill auf. Ihr Geſicht bekam einen
grünlichen Schimmer. Sie ſpielte jetzt ihren letzten
Trumpf aus.
Ach ſo jung und ſchon ſo verdorben, ſeufzte ſie. Sogar
einen Bräutigam hat das Gör gehaht, von dem ſie ſich
hat nach Hauſe bringen laſſen.
Das iſt nicht wahr, ſagte Rolf.
Ich habe es aber ſelbſt geſehen. Ich ſtand am Weg
hinter dem Heck bei Eurer Trift und wartete einen Augen=
blick
, weil ich meinte, Du kamſt. Da huſchte ſie an mir
vorbei und hinter ihr ein langer Menſch, der ging ein
bißchen vornüber, Er war lange nicht ſo breit von Schul=
tern
als Du. Sie gingen dann zuſammen die Trift her=
unter
und er ging mit hinauf auf Eure Werft, Ich habe
ihn wieder herunterkommen ſehen.
Wer mag das geweſen ſein?
Alle ſahen auf Ingeborgs rotes, triumphierendes Ge=
ſicht
. Selbſt Iven, der bisher teilnahmlos dageſeſſen
hatte, war ihren letzten Ausführungen mit Aufmerkſam=
keit
gefolgt.
Ich weiß, wer das war, ſagte er plötzlich, ganz er=
freut
darüber, daß es ihm einfiel, das war ich.
Du, Iven? Biſt wohl unklug?
Ja, ich wollte doch gehen, und ein junges Mädchen
kann doch um die Zeit nicht allein zu Hauſe gehen.
Ingeborg lachte wieder, diesmal kurz und verächtlich.
Unter jungen Mädchen verſteht man doch nicht Dienſt=
mädchen
. Die können ſich ja von Knechten begleiten laſſen.
Das finde ich aber auch, pflichtete Frau Anderſen bei.
Ach, mein Magen! Sie legte ihre Stricknadeln in den
Schoß, da ihre Hände vor Aerger zitterten. Aber ſie
wollte doch mit Ingeborg nicht weiter über die Sache
(Fortſetzung folgt.)
ſprechen.

[ ][  ][ ]

W 114.

Dienstag, 15. November.

1910.

Bekanntmachung.
Nach dem Beſchluſſe des Bundesrats vom 10. Februar 1910 iſt am 1. Dezember
1910 eine Volkszählung im deutſchen Reiche vorzunehmen.
Die erforderlichen Erhebungen ſollen im Großherzogtum Heſſen unter Leitung
der Großh. Kreisämter durch beſondere Zählkommiſſionen unter Heranziehung frei=
williger
Zähler erfolgen. Wir bringen dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis,
daß im Kreiſe Darmſtadt für die nachſtehend verzeichneten Gemeinden und beſonderen
Wohnplätze zu Mitgliedern der Zählkommiſſionen ernannt worden ſind:
1. Arheilgen mit: a) Arheilger Stationshaus, b) Arheilger Ziegelhütte, e) Aumühle,
d) Bahnwärterhäuſer Main=Neckar=Bahn Nr. 22, 23, Main=Rheinbahn Nr. 36, 37,
39, 41, 42, 44, 46, e) Kalkofen (Forſthaus), f) Kranichſtein (Station), g) Leibches
Mühle, h) Meſſeler Forſt= und Falltorhaus, i Schleifmühle, k) Schneiders Mühle
(Mühle und Wirtſchaftshaus), I) Steinacker (Forſthaus).
Großh. Bürgermeiſter Benz, Vorſitzender, Bürgermeiſtereigehilfe Hirſch, Bürger=
meiſtereigehilfe
Hammann, Polizeidiener Caſtritius.
2. Braunshardt mit: Bahnwärterhaus Main=Rhein=Bahn Nr. 62.
Großh. Bürgermeiſter Schmidt, Vorſitzender, Lehrer Spamer, Gemeinderats=
mitglied
Philipp Schmidt, Gemeinderatsmitglied Jakob Helfmann, Gemeinde=
ratsmitglied
Friedrich Nickel.
3. Darmſtadt mit: a) Bahnwärterhäuſern Main=Neckar=Bahn Nr. 24, Main=Rhein=
Bahn 48, 49, 53, 54, 55, Ried=Bahn Nr. 1, b) Botaniſcher Garken (früher Wald=
mühle
), e) Darmſtädter Forſthaus, d) Forſthaus Einſiedel, e) Forſthaus Faſanerie,
f) Halteſtelle an der Hammelstrift, g) Heiliger Kreuzberg, h) Karlshof, i) Kranich=
ſtein
, k) Martinsmühle, 1) Pallaswieſenhaus, m) Roſenhöhe (Schloß und Stations=
haus
), n) Steinbrückerteich, o) Wagen=Reparatur=Werkſtätte der Heſſiſchen Ludwigs=
Bahn, p) Windmühle, a) Ziegelbuſch, r) Aliceſtift (Idioten=Anſtalt), s) Böllen=
Falltor (Forſthaus), t) Beſſunger Forſthaus und Leimenhaus, u) Darmſtädter
Leichenhaus, v) Darmſtädter Schießhaus, w) Hopfengarten, x) Ludwigshöhe,
y) Militär=Schießſtand, ſowie Pulverhaus und Pulverlaboratorium.
a) als Vorſitzenden: Großh. Polizeirat Krämer, b) als Mitglieder: Kaufmann
Chriſtian Achtelſtätter, Profeſſor Ensgraber, Profeſſor Dr. Graul, Oberlehrer
Hanſtein, Reallehrer Heiß, Rentner Georg Hornung, Schloſſermeiſter J. Jacobi,
Hauptlehrer Heinrich Kaßlick, Polizeiſekretär Wilh. Kaiſer, Kreisſchulinſpektor
Profeſſor Kiſſinger, Rentner Heinrich Koch, Stabsquatiermeiſter Ph. Landzettel,
Hauptlehrer Löſch, Oberleutnant a. D. Reinh. Lotheißen, Kreisſchulinſpektor
Dr. Lucius, Ingenieur Markwort, Hauptlehrer Ritz, Stadtverordneter H. Sames,
Kaufmann Ferdinand Schmidt, Stadtverordneter Georg Schupp, Stadt=
verordneter
Ludwig Säng, Bankbeamter J. B. Silz, Kaufmann Adolf Simon,
Weinhändler Karl Wolff.
4. Eberſtadt mitt. a) Bahnwärterhäuschen Main=Neckar=Bahn Nr. 30, 31, 32, b) Dör=
ners
Mühle, c) Eberſtädter Bahnhof, d) Fabrik= und Wirtſchaftsgebäude daſelbſt,
e) Engels=Mühle, k) Koppen=Mühle, g) Mahrs=Mühle (Mordach), b) Neu=Mühle,
i) Ober=Wieſen=Mühle, k) Unter=Wieſen=Mühle, I) Walk=Mühle.
Großh. Beigeordneter Müller, Vorſitzender, Kaufmann Wilhelm Duchardt,
Bürgermeiſtereiſekretär K. Schäfer.
5. Eich:
Großh. Bürgermeiſter Gilbert, Vorſitzender, Gemeinderatsmitglied Heinrich
Koch I., Lehrer Dieter.
6. Erzhauſen mit: a) Bahnwärterhaus Main=Neckar=Bahn Nr. 17, b) Forſthaus
Bayerseich.
Großh. Bürgermeiſter Wannemacher, Vorſitzender, Großh. Beigeordneter Lotz,
Valt. Pohl II., Adam Deußer I.
7. Eſchollbrücken:
Großh. Beigeordneter Krämer, Vorſitzender, Adam Leichtweiß V., Heinrich
Roth VII.
8. Gräfenhauſen mit Fleiſchmühle.
Großh. Bürgermeiſter Petri, Vorſitzender, Lehrer Klein, Lehrer Pröbſtel.
9. Griesheim mit a) Uebungsplatz, b) Bahnwärterhäuſern Riedbahn Nr. 5, 7, 8, 11
und 14.
Großh. Bürgermeiſter Kunz, Vorſitzender, Heinrich Ph. Feldmann II., Georg
Becker III., Valentin Nothnagel II.
10. Hahn:
Großh. Bürgermeiſter Geibel, Vorſitzender, Gemeinderatsmitglied Georg
Pfeifer II., Gemeinderatsmitglied Philipp Jockel I., Lehrer K. Lackmann, Schul=
verwalter
K. Bechthold, Schulverwalter F. Eidenmüller, Schulverwalter H.
Schweißgut.
11. Malchen:
Großh. Bürgermeiſter Walther, Vorſitzender, Lehrer Berck, Gemeinderatsmit=
glied
Jakob Wiemer.
12. Meſſel mit a) Bahnwärterhäuſern Main=Rhein=Bahn Nr. 34 und 35, b) Meſſeler
Bahnhof.
Großh. Bürgermeiſter Hickler, Vorſitzender, Gemeinderatsmitglied Wilhelm
Hickler I., Gemeinderatsmitglied Johannes Laumann X.
13. Nieder=Beerbach mit: a) Ziegelei=Breiteloh, b) Forſthaus Frankenſtein, e) Oel=
Mühle, d) Schneidmühle, e) Walk=Mühle, k) Ziegelei Wingertsberg.
Groß. Bürgermeiſter Geibel, Vorſitzender, Gaſtwirt Georg Simmermacher II.,
Rendant Hermann Scheerer, Kaufmann Ludwig Frank.
14. Nieder=Ramſtadt mit: a) Bohlen=Mühle (alte und neue), b) Bruch=Mühlen,
c) Emelinenhüte, d) Nieder=Ramſtädter Stationshaus und die Bahnwärterhäuſer,
e) Mordach=Mühlen, k) Papier=Mühle, g) Pinkſche Mühle, h) Pulver=Mühle,
i) Schachen=Mühle, k) Schleif=Mühle.
Großh. Beigeordneter Bender, Vorſitzender, Lehrer Schultheiß, Lehrer Lortz,
Lehrer Kaiſer, Lehrer Lantelme, Lehrer Thöt, Schulverwalter Härtlein, Ge=
meinderatsmitglied
Heinrich Bender I., Polizeidiener L. Bender.
15. Waſchenbach mit: a) Waiſenhaus (Waſchenbacher Mühle).
Großh. Beigeordneter Wembacher, Vorſitzender, Lehrer Knecht, Gemeinderats=
mitglied
Ludwig Harniſchfeger.
16. Ober=Ramſtadt mit: a) ½ Dilshof (Kleinſchmidtſcher Hof), b) Forſthaus Eiſern=
hand
, e) Hilgerts=Mühle, ed) Hoherain=Mühle, e) Rau=Mühle, k) Schachen=Mühle,
g) Schloß=Mühle, h) Waldmühle, i) Stationshaus und Bahnwärterhäuſer der
Odenwaldbahn.
Großh. Bürgermeiſter Fritſch, Vorſitzender, Beigeordneter Heim, Hauptlehrer
Würtenberger, Kaufmann Fr. Wilh. Göbel.
17. Pfungſtadt mit: a) Appels=(Clöſches=)Mühle, b) Bahnwärterhäuſer Main=Neckar=
Bahn Nr. 34, 35, 36, c) Born=Mühle, d) Fleiſch=Mühle, e) Hahn=(Hildebrands=)
Mühle, k) Neu=Mühle, g) Ober=Brücken=(Galgen=)Mühle, h) Schmeih=Mühle,
i) Ströh=Mühle, k) Ultramarin=Fabrik.
Großh. Bürgermeiſter Lang, Vorſitzender, Gemeinderatsmitglied Vetter, Ge=
meinderatsmitglied
Weigel, Gemeinderatsmitglied Sinner.
18. Roßdorf mit: a) Fuchſenhütte, b) Goldkaute, c) Krugs=Mühle, d) Neu=Mühle,
e) Weiß=(Heiligen=Mühle.
Großh. Bürgermeiſter Müller, Vorſitzender, Lehrer Emmrich, Lehrer Hangen,
Hauptlehrer Heß, Lehrer Koch, Lehrer Schaab, Lehrer Wagner, Johs. Karl
Grünewald.
19. Schneppenhauſen:
Großh. Bürgermeiſter Kunz, Vorſitzender, Lehrer Müller, Lehrer Seib, Kauf=
mann
O. Kaltſchmidt.
20. Traiſa mit a) Dippelshof, b) Bahnwärterqaus der Odenwaldbayhn.
Großh. Bürgermeiſter Walter, Vorſitzender, Gemeinderatsmitglied J. W.
Leißler I., Gemeinderatsmitglied Friedrich Scheerer IV.
21. Weiterſtadt mit: a) Bahnwärterhäuſer Main=Rheinbahn Nr. 57, Ried=Bahn
Nr. 2 und 3, b) Hof Gehaborn, e) Weiterſtädter Stationshaus.
Großh. Bürgermeiſter Becker, Vorſitzender, Lehrer Reinheimer, Lehrer Schmidt,
Lehrer Baltz, Lehrer Schenk.
22. Wixhauſen mit: a) Bahnwärterhäuſer Main=Neckar=Bahn Nr. 18, 19, 20, b) Küchen=
(Gärtners=)Mühle, e) Ottilien=Mühle, d) Sensfelder Hof (Hof und Mühle).
Großh. Bürgermeiſter Pfaff, Vorſitzender, Lehrer J. Krausmüller, Lehrer
W. Schuckmann, Lehrer Kern.
(22049si
Darmſtadt, den 10. November 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Philipp Bernhard, in Firma Haas & Bernhard dahier, wurde zum Ausbilden
(22131.
von Führern für Kraftwagen und Krafträdern auf Widerruf zugelaſſen.

Bekanntmachung.
In Erfelden, Kreis Groß=Gerau, iſt die Maul= und Klauenſeuche ausgebrochen.
Gemäß §§ 57 ff der Reichsinſtruktion zum Reichsviehſeuchengeſetz und der Ver=
fügung
Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 10. Marz 1908, zu Nr. M. d.
J. II. 1215 wird hiermit folgendes angeordnet:
1. Es wird ein Beobachtungsgebiet gebildet, beſtehend aus den Gemarkungen
Griesheim, Eſchollbrücken, Eich und Hahn.
2. Für dieſes Beobachtungsgebiet werden folgende Anordnungen getroffen:
a) Der Auftrieb von Klauenvieh aus dem Beobachtungsgebiet auf Viehmärkte
iſt verboten.
b) Der Durchtrieb von Klauenvieh durch das Beobachtungsgebiet iſt verboten.
e) Das Treiben von Klauenvieh auf öffentlichen Straßen iſt verboten.
d) Die Ausfuhr von Klauenvieh aus dem Beobachtungsgebiet iſt nur zum
Zweck ſofortiger Abſchlachtung und nur auf Grund beſonderer von uns
erteilter Erlaubnis geſtattet.
Dieſe Erbaubnis wird von uns nur nach vorgängiger, tierärztlicher
Unterſuchung erteilt werden.
Das aus dieſem Anlaß ausgeſtellte, tierärztliche Zeugnis hat nur
24 Stunden Gültigkeit.
e) Sammelmolkereien dürfen Magermilch, Buttermilch und Molke nur in
abgekochtem Zuſtand abgeben. Dem Abkochen gleichzuachten iſt eine
¼ſtündige Erhitzung auf 90% Celſius.
f) Ausnahmen von den Vorſchriften zu b und e können von uns auf
beſonderen Antrag zugelaſſen werden.
3. Die Vorſchriften unſerer Bekanntmachungen vom 10. Oktober 1910 ( Amtsver=
kündigungsblait
Nr. 107) bleiben hierdurch unberührt.
4. Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Vorſchriften werden beſtraft, und zwar,
wenn ſie wiſſentlich begangen werden, nach § 328 des Strafgeſetzbuchs mit Ge=
fängnisſtrafe
.
(22155
Darmſtadt, den 14. November 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Bekanntmachung des Großh. Kreisamts Groß=Gerau bringen
wir zur öffentlichen Kenntnis.
(22146
Darmſtadt, den 14. November 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Nachdem in dem Stall des Landwirts Martin Schad in Erfelden die Maul=
und Klauenſeuche feſtgeſtellt worden iſt, werden auf Grund der §§ 57 ff. der Reichs=
inſtruktion
zu dem Reichsgeſetz, die Abwehr und Unterdrückung von Viehſeuchen betref=
fend
, vom 23. Juni 1880, 1. Mai 1894 und auf Grund des Ausſchreibens Großh. Mini=
ſteriums
des Innern vom 10. März 1908, zu Nr. M. d. J. II 1215 hiermit die folgenden
Maßnahmen angeordnet:
I. Es wird ein Sperrbezirk gebildet. Dieſer Sperrbezirk umfaßt das ganze
Gebiet des Ortes und der Gemarkung Erfelden.
II. Für das Sperrgebiet werden folgende Maßnahmen angeordnet:
1. Sämtliche Wiederkäuer und Schweine des Sperrbezirks unterliegen der Stall=
ſperre
. Dieſe Stallſperre dauert ſo lange, bis ſie von uns ausdrücklich aufgehoben
wird. Die Benützung von Rindviehgeſpannen aus nicht verſeuchten Gehöften zur Feld=
arbeit
iſt nur den Perſonen geſtattet, die ſich im Beſitz eines beſonderen von uns er=
teilten
Erlaubnisſcheines befinden.
2. Die Plätze vor den Stalltüren und die Straßen vor den Gehöftseingängen,
ſowie die gepflaſterten Wege an den Ställen und auf dem Hof ſind dreimal täglich
durch Uebergießen mit Kalkwaſſer zu desinfizieren.
3. Das Geflügel iſt ſo einzuſperren, daß es den Hof nicht verlaſſen kann.
4. Die Hunde ſind feſtzulegen. Katzen, die gewohnheitsmäßig den Hof verlaſſen,
ſind einzuſperren.
5. Das Durchtreiben von Klauenvieh durch den Sperrbezirk iſt verboten. Die
Einführung von Klauenvieh in den Sperrbezirk iſt nur hinſichtlich ſolcher Tiere geſtattet,
die ſofort abgeſchlachtet werden ſollen.
III. Es wird ein Beobachtungsbezirk gebildet. Dieſer wird begrenzt im Weſten
durch den Rheinſtrom, im Süden und Oſten durch die Grenze des Kreiſes Groß=Gerau,
im Norden durch den Weg von den Rheinauen nach Trebur und die Kreisſtraßen=
ſtrecken
Trebur Kreuzung bei Nauheim Groß=Gerau Klein=Gerau Worfelden
Kreisgrenze. Die an dieſen Kreisſtraßenſtrecken unmittelbar gelegenen Ortſchaften fallen
noch in den Beobachtungsbezirk.
IV. Für den Beobachtungsbezirk werden folgende Maßnahmen angeordnet:
1. Das Abhalten von Viehmärkten einſchließlich der Pferdemärkte iſt verboten.
2. Der Austrieb von Klauenvieh aus dem Beobachtungsgebiet auf auswärtige
Viehmärkte iſt verboten.
3. Der Durchtrieb von Klauenvieh durch das Beobachtungsgebiet iſt verboten.
4. Das Treiben von Klauenvieh auf öffentlichen Straßen iſt verboten.
5. Die Ausfuhr von Klauenvieh aus dem Beobachtungsgebiet iſt nur zum Zweck
ſofortiger Abſchlachtung und nur auf Grund beſonderer von uns erteilter Erlaubnis
geſtattet. Dieſe Erlaubnis wird nur nach vorgängiger tierärztlicher Unterſuchung erteilt.
Das aus dieſem Anlaß ausgeſtellte tierärztliche Zeugnis hat nur 24 Stunden Gültigkeit.
6. Sammelmolkereien dürfen Magermilch, Buttermilch und Molken nur in ab=
gekochtem
Zuſtand abgeben. Dem Abkochen gleich zu achten iſt eine ½ſtündige Erhitz=
ung
auf 90 Gr. Celſius.
7. Ausnahmen von den Vorſchriften unter Ziffer 3 und 4 können von uns auf
beſonderen Antrag zugelaſſen werden.
V. Die Vorſchriften unſerer Bekanntmachung vom 4. Oktober ds. Js. ( Amtsver=
kündigungsblatt
Nr. 42 vom 15. Oktober 1910) bleiben für die außerhalb des Sperr=
gebiets
und des Beobachtungsgebiets belegenen Gemarkungen unberuhrt.
VI. Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Vorſchriften werden mit hohen Strafen
geahndet, und zwar, wenn ſie wiſſentlich begangen werden, auf Grund des § 328
R.=St.=G.=B. mit Gefängnisſtrafe.
Groß=Gerau, den 11. November 1910.
Großherzogliches Kreisamt Groß=Gerau.
Dr. Wallau.
Bekanntmachung.
Die von Großh. Kreisamt Dieburg zur Abwehr der Maul= und Klauenſeuche
erlaſſenen Anordnungen bringen wir nachſtehend zur öffentlichen Kenntnis.
Darmſtadt, am 12. November 1910.
Großh. Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Dieburg, am 10. Oktober 1910.
Betreffend: Abwehr der Maul= und Klauenſeuche.
Das Großherzogliche Kreisamt Dieburg
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Nachdem die Maul= und Klauenſeuche der Landesgrenze in bedrohlicher Weiſe
nahegerückt iſt, treffen wir die nachfolgenden Maßnahmen:
I. Das Abhalten von Viehmärkten und Viehſchauen iſt bis auf Weiteres
unterſagt.
II. Der Handel mit Klauenvieh im Umherziehen iſt bis auf Weiteres verboten.
III. 1. Rindvieh, Schafe, Ziegen und Schweine, welche außerhalb des Großherzog=
tums
, ſowie auf Viehmärkten, inbeſondere auf Schlachtviehmärkten (auch auf heſ=
ſiſchen
) angekauft werden und nicht zum Zweck ſofortiger Schlachtung unmittelbar
in ein öffentliches oder privates Schlachthaus übergeführt werden, müſſen an
demjenigen Standort, an dem ſie nach ihrer Einführung in den Kreis Dieburg
oder nach ihrer Wegbringung von dem Viehmarkte zuerſt eingeſtellt werden,
mindeſtens 7 Tage verbleiben und dürfen denſelben innerhalb der nächſten 14 Tage
nach Ablauf der 7tägigen Quarantäne) nur verlaſſen, wenn ſie innerhalb jener
Kontumazzeit nach dem Zeugnis des Kreisveterinärarztes keine ſeuchenverdächtigen
Erſcheinungen gezeigt haben. Selbſtverſtändlich iſt, daß alle Tiere der genannten=
Arten, welche mit den der Kontumaz unterſtehenden während der Zeit derſelben
zuſammen in einem Gehöft untergebracht ſind, denſelben Vorſchriften unter=
worfen
ſind.

[ ][  ][ ]

Nummer 114.
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
2. Alle Tiere, welche den unter (III. 1.) angeoroneten Matnahmen unterworfen ſind, fAdreſſe anzu eben. Das Geſuch iſt an die unterzeichnete Behörde, vone perſonliche
ſind unverzüglich der Ortspolizeibehörde und von letzterer dem K eisveterinär=Adreſſe zu richten.
amte anzumelden, welches über dieſe Anmeldungen eine Liſte zu führen hat.
4. Dem Geſuche ſind folgende Papiere beizufügen:
3. Wird zur Ausführung eines der Quarantäne unterworfenen Tieres ein kreis=
veterinärärztliches
Zeugnis (Ziffer III. 1.) verlangt, ſo hat die Requiſition des
Kreisveterinärarztes durch die Ortspolizeibehörde zu erfolgen.

Dienstag, den 15. November 1910.

IV. Die Führer von Schafherden, die durch den Kreis Dieburg durchgetrieben werden,
müſſen mit dem Zeugnis eines beamteten Tierarztes verſehen ſein, in welchem
das Freiſein der Herde von Maul= und Klauenſeuche beſcheinigt iſt. Die Giltig=
keitsdauer
eines ſolchen Zeugn ſſes beträgt 3 Tage. Die Zeugniſſe ſind auf
Verlangen dem Polizei= und ſonſtigen Aufſichtsperſonal, in allen Fällen aber un=
aufgefordert
der Polizeibehörde desjenigen Ortes vorzuzeigen, in deſſen Ge=
markung
die Herde zum Aufenthalt eingeführt wird.
V. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften unter I bis IV unterliegen der geſetz=
lichen
Strafe (Geldſtrafe bis zu 150 Mk. oder Haft, bei wiſſentlicher Verletzung der
Abſperrungsmaßregeln Gefängnis bis zu 1 Jahr).
Dr. Kratz.
(22147

Bekanntmachung.
Betreffend: Die Nachſuchung der Berechtigung zum einjährig=freiwilligen Dienſt auf
Grund von Schulzeugniſſen.
Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugniſſe die Berech=
tigung
zum einjährig=freiwilligen Dienſt nachſuchen wollen, werden hierdurch auf die
nachfolgenden bei Anbringung der Geſuche zu beachtenden Vorſchriften mit dem An=
fügen
aufmerkſam gemacht, daß hiernach unvollſtändige Geſuche ohne weiteres zurück=
gegeben
werden.
1. Das Geſuch iſt bei der unterzeichneten Prüfungs=Kommiſſion nur dann
einzureichen, wenn der ſich Meldende im Großherzogtum geſtellungspflichtig iſt, d. h.
ſeinen dauernden Aufenthaltsort hat.
2. Die Berechtigung zum einjährig=freiwilligen Dienſt kann nicht vor vollendetem
17. Lebensjahr und muß ſpäteſtens bis zum 1. Februar des Jahres nachgeſucht
werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird.
Sollten einzelne der nachſtehend unter ad aufgeführten Papiere und insbeſondere
das Schulzeugnis wegen noch nicht vollendetem Schulbeſuch bis zu vorangeführtem
Termin nicht vorgelegt werden können, ſo iſt gleichwohl das Geſuch bis zu dieſem Zeit=
punkt
einzureichen und in demſelben anzugeben, daß die etwa noch fehlenden Papiere
nachfolgen würden. Die Einreichung dieſer Papiere muß bei Verluſt des Anrechts
der Berechtigung ſpäteſtens bis 1. April desſelben Jahres erfolgen.
3. Das Geſuch muß von dem Betreffenden ſelbſt geſchrieben ſein und iſt hierzu
ein Bogen im Aktenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch iſt die nähere

a) Geburtszeugnis (Auszug aus dem Zivilſtandsregiſter, nicht Taufſchein).
b) Die Einwilligung des geſetzlichen Vertreters mit der Erklärung, daß für
die Dauer des einjährigen Dienſtes die Koſten des Unterhalts, mit Einſchluß
der Koſten der Ausrüſtung, Bekleidung und Wohnung, von dem Bewerber ge=
tragen
werden ſollen; ſtatt dieſer Erklärung genügt die Erklärung des geſetz=
lichen
Vertreters oder eines Dritten, daß er ſich dem Bewerber gegenüber zur
Tragung der bezeichneten Koſten verpflichte und daß, ſoweit die Koſten von
der Militärverwaltung beſtritten werden, er ſich dieſer gegenüber für die Er=
ſatzpflicht
des Bewerbers als Selbſtſchuldner verbürge.
Die Unterſchrift des geſetzlichen Vertreters und des Dritten, ſowie die
Fähigkeit des Bewerbers, des geſetzlichen Vertreters oder des Dritten, zur Be=
ſtreitung
der Koſten iſt obrigkeitlich zu beſheinigen. Uebernimmt der geſetzliche
Vertreter oder der Dritte die in vorſtehendem Abſatze bezeichneten Verbindlich=
keiten
, ſo bedarf ſeine Erklärung, ſofern er nicht ſchon kraft des Geſetzes zur
Gewährung des Unterhalts verpflichtet iſt, der gerichtlichen oder notariellen
Beurkundung.
Der Regel nach iſt dem Schulzeugnis ein entſprechendes Formular bei=
gefügt
auf welches ausdrücklich Bezug genommen wird.
c) Ein Unbeſcholtenheitszeugnis, welches für Zöglinge von höheren Schulen
(Gymnaſien, Realgymnaſien, Ober=Realſchulen, Prozymnaſien, Realſchulen,
Realprogymnaſien, höheren Bürgerſchulen und ſonſtigen militärberechtigten
Anſtalten) durch den Direktor der Anſtalt, für alle übrigen jungen Leute durch
die Polizei=Obrigkeit oder ihre vorgeſetzte Dienſtbehörde auszuſtellen iſt.
d) Das Schulzeugnis.
Sodann wird noch beſonders bemerft:
zu pos. d) daß die Schulzeugniſſe, mit Ausnahme der Reifezeugniſſe, für die Unf=
verſität
und die derſelben gleichgeſtellten Hochſchulen und Reifezeugniſſe
für die Prima der Gymnaſien, Realgymnaſien und Ober=Realſchulen,
ſowie Reifezeugniſſe (Zeugniſſe über die beſtandene Schlußprüfung) der
Progymnaſien, Realprogymnaſien und Realſchulen, ſämtlich nach Muſter 18
zur Wehr=Ordnung vom 22. November 1888 Neuabdruck Reg.=Bl.
Nr. 68 von 1901 ausgeſtellt ſein müſſen.
Im übrigen wird auf die Beſtimmungen der §§ 88, 89, 90, 93, und 94 der an=
geführten
Wehrordnung verwieſen.
Großherzogliche Prüfungs=Ko nmiſſion für Einjährig=Freiwillige zu Darmſtadt.
Der Vorſitzende:
von Werner, Regierungsrat.
(22156a
Mee

Verhütung von Feuersgefahr!
Nach § 368 des Reichsſtrafgeſetzes wird
derienige mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark
oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft,
der es unterläßt, dafür zu ſorgen. daß die
Feuerſtätten in ſeinem Hauſe in baulichem
und brandſicherem Zuſtande unterhalten
oder daß die Schornſteine zur rechten Zeit
gereinigt werden. Im Falle der Ent=
ſtehung
eines Brandes kann u. U. auf Ge=
fänanisſtrafe
erkannt werden.
Wir ſehen uns veranlaßt, die Haus=
beſitzer
auf dieſe Beſtimmungen um des=
willen
beſonders hinzuweiſen, weil wieder=
holt
Brände dadurch entſtanden ſind, daß
bei dem Verſetzen von Oefen und Herden
in andere Räume die dabei außer Be=
nutzung
gekommenen Rauchrohröffnungen
der Schornſteine entweder gar nicht oder
nicht mit feuerſicherem Material, ſogar mit
leicht entzündlichem Material (Papier,
Lumpen und dergleichen), verſchloſſen wor=
den
ſind.
(21694ii
Darmſtadt, 5. November 1910.
Großh. Bürgermeiſterei (Baupolizei).
Mueller.

Steuer=Erhebung.
Das 3. und 4. Ziel der Gemeinde=
ſteuern
für das Rechnungsjahr 1910 iſt,
bei Vermeidung der Mahnung, bis Ende
dieſes Monats an den Werktagen, vor=
mittags
von 8½ bis 12½ Uhr, hierher zu
entrichten.
Im Intereſſe raſcheſter Abfertigung
an den Zahlſchaltern wird gebeten, die
Gelder abgezählt bereit zu halten.
Darmſtadt, den 11. November 1910.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
(22133a
Schulgeld-Erhebung.
Das Schulgeld für das Großh. Real=
gymnaſium
und deſſen Vorſchule, die
Großh. Ober=Realſchule, die Vorſchule
der Großh. Gymnaſien, die Viktoriaſchule,
das Lehrerinnenſeminar, die höhere Töch=
terſchule
(vormals Reineck) und die Mittel=
ſchulen
für das IV. Kalender=Vierteljahr
1910 iſt, bei Vermeidung der Mahnung,
bis Ende ds. Mts. an den Werktagen,
vormittags von 8½ bis 12½ Uhr, hierher
zu entrichten.
(22135a
Darmſtadt, den 11. November 1910.
Die Stadtkaſſe.
Koch.

Holzgeld.
Die Zahlung der rückſtändigen Beträge
für im Holzerntejahr 1900/10 erſteigertes
Holz aus den Waldungen der Stadt Darm=
ſtadt
hat bei Vermeidung des Mahn= und
Pfändungsverfahrens bis längſtens Ende
November 1910 an den Werktagen, vor=
mittags
von 8½ bis 12½ Uhr, hierher zu
(22134a
erfolgen.
Darmſtadt, den 11. November 1910.
Die Stadtkaſſe.
Koch.

Bekanntmachung.
Dienstag, den 22. November I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die zur Konkursmaſſe des Reinhard
Auguſt Klingelhöffer dahier gehörige Liegen=
ſchaft
:
Flur Nr. qm
20 555/10 3621 Hofreite Pallas=
wieſenſtr
. Nr. 110,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K82/10
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der Ver=
ſteigerung
auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt den 5. November 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
(D216979
Müller.

zu haben Schloßgarten=
ichtendekkreijer
ſtraße 37, M. (*28002im

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Spitzhund, 2 Pinſcher, 1 Dobermann.

Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Aenbeiegung von Reihengrabfälten im Kriedſoſe an der

Die Reihengräber in dem Bezirke Abteilung III, Buchſtabe E, nächſt dem Flotow=
Denkmal, in Benutzung geweſen in der Zeit vom 21. Juli 1885 bis 2. Januar 1894
für Leichen von Kindern bis zum Alter von zehn Jahren ſollen gemäß § 15 der Fried=
hofsordnung
aufs neue zur Beerdigung benutzt werden.
Nach § 19 der Friedhofsordnung können Grabſtätten gegen Entrichtung der tarif=
mäßigen
Gebühr von 15 Mk. oder 10 Mk. und unter Uebernahme der Verpflichtung zur
ſteten anſtändigen Unterhaltung der Plätze, der erneuten Benutzung zur Beerdigung
für die Dauer von weiteren 15 oder 10 Jahren entzogen werden.
Gemäß § 20 der Friedhofsordnung laden wir diejenigen, die von vorſtehendem
Rechte Gebrauch machen wollen, hiermit ein, bis zum 1. Dezember d. Js., bei Mei=
dung
der Annahme des Verzichts, auf dem Geſchäftszimmer des Friedhofsverwalters,
Herdweg 135, bezüglichen Antrag zu ſtellen.
Darmſtadt, den 28. September 1910.
(19076a
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Mueller.

Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 16. November 1910, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale Zur Ludwigshalle (Obergaſſe) öffentlich,
zwangsweiſe gegen Barzahlung:
1 Coupé, 1 Pianino, 1 Kontrollkaſſe, 35 Karton Chriſtbaumſchmuck, Papier=
und Schnittwaren Geſchäftsbücher, 2 Kiſten Nippfiguren, 5 goldene Damen=
uhren
, 6 ſilberne Herrenuhren, 90 Stück verſchiedene Broſchen, 12 ſitb. Kaffee=
löffel
, 2 ſilb. Eßlöffel, 20 Paar Manſchettenknöpfe (Double, 8 Uhrketten (desgl.),
1 ſilb. Beſteck mit Etui, 1 Büfett, 1 Spiegelſchrank, 1 Diwan, 1 Trumeau mit
Spiegel, 1 Chaiſelongue, 1 Tiſch, 1 Blumentiſch, 6 Stühle, 2 Ständer, 1 Zimmer=
teppich
, 1 Plüſchgarnitur, 1 Pfeilerſchränkchen, 1 Kanapee, 1 Schreibtiſch u. a. m.
Darmſtadt, den 14. November 1910.
(22171
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher
zu Darmſtadt, Friedrichſtraße 24, I.

Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 16. November 1910, vormittags 10 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Zur Roſenhöhe) verſchiedene
Möbel, darunter:
Diwans, Kommode, Kleiderſchränke, Vertikos, Tiſche, Sofas. Schreibtiſche,
Küchenſchrank, ferner verſchiedene Ladenregate mit Schubf., Ladenſchränke,
1 Elsſchrank, 1 Fahrrad, 1 Backmulde, Landauer, Coupees, Pferde eine
Partie Bilderleiſten, Kunſtblätter, Falzziegel, Dielen, ſowie eine Partie
Eſſenzen, Liköre, Kognacette und Rumbouquet zwangsweiſe und auf frei=
williges
Anſtehen mehrere Regulateure, Spiegel, Bilder u. 1 Grammophon
(22181
verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Gegenſtände findet beſtimmt ſtatt.
Verbert, Großſ. Gerigktwolzieher,
Georgenſtraße 11, I.

Freihändiger Möbel=Verkauſ.

Von Dienstag, den 15. bis 17. November 1910
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und 3 gep. Stühle, Plüſchbezug, 1 Sofa, 6 gep. Stühle u. Hocker, Plüſchbezug,
1 Regulator=Uhr, Goldſpiegel, Gaslampen, 1 Waſchmaſchine m. Ofen, 1 Waſch=
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ſaltlava
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und Grobſchloſſerarbeiten einſchließlich
Trägerlieferung, ſowie die Blitzableiteranlage
ſollen vergeben werden.
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liegen bei dem unterzeichneten Amte
Grafenſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9
während der Dienſtſtunden offen, woſelbſt
auch die Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Donnerstag, den 24. November 1910,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 12: November 1910.
Stadtbauamt.

Buxbaum.

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Stäbiſche Pfennigſparkaſſe.
Einzahlungen in Pfennigbeträgen von
10, 20 Pfg. u. ſ. f. bis einſchließlich eine
Mark werden jeden Samstag, nachmittags
von 2 bis 8 Uhr, von nachverzeichneten
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Nr. 1 Praſſel, M. W., Grafenſtraße 25.
2 Landau, M., Mathildenplatz 1.
3 Bopp, K., Heinheimerſtraße 74.
4 Waitz, Pfarrer, Mollerſtr. 23.
5 Roth, G., Dieburgerſtraße 9.
6 Koch, K., Marktplätz 3.
7 Stephan, H., Stiftſtraße 29.
8 Finke, P. C., Ballonplatz 5.
9 Klockow, F., Pankratiusſtraße 26.
10 Schroth, J., Gardiſtenſtraße 15.
11 Scholl, R., Soderſtraße 44.
12 Weruher, L., Beſſungerſtraße 1.
13 Poth, E., Heinheimerſtraße 20.
14 Schwab, T., Ernſt=Ludwigsplatz 4.
15 Supp, A. J., Marktplatz 8.
16 Jarraſch, J., Heinheimerſtraße 35.
17 Seibert, F., Pallaswieſenſtraße 44.
18 Waitz, E., Eliſabethenſtraße 16.
19 Büchler A., Roßdörferſtraße 26½
20 Hebermehl, G., Eliſabethenſtr. 53.
Filialen:
Kiesſtraße 66.
Sandbergſtraße 27.
Lauteſchlägerſtraße 4.
23 Sulzmann, A., Forſtmeiſterſtr. 2.
24 Mattheß, H., Liebfrauenſtraße 58.
25 Erb, O., Alexanderſtraße 17½.
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen Sparkaſſe.
Purgold, Direktor. (1491a

Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über das Ver=
mögen
der Firma C. Schade, Bankgeſchäft
dahier, Waldſtraße, und dasienige des
Chriſtoph Schade, Inhaber der Firma
C. Schade, iſt nach erfolgter Abhaltung des
Schlußtermins aufgehoben worden. (22125
Darmſtadt, den 11. November 1910.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.

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[ ][  ][ ]

Nummer 268.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. November 1910

Seite 13.

Darm-

E

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Historische Legende.
Graf Raimond von Toulouſe läßt
den Troubadour Folchetto in ſein
Schloß kommen, um ſeine Nichte
aufzuheitern. Folchetto verliebt ſich
in das ſchöne Schloßfräulein Nelda,
darf ſich aber keine Hoffnungen
machen, daſie ihr Herz bereits ver=
ſchenkt
hat. Aus den Feldzügen in
Oeſterreich zurückgekehrt, trifft er
Nelda in den Armen eines anderen.
Im Zweikampf tötet er ſeinen Ri=
valen
, doch auch Nelda verliert er
dadurch, und deshalb beſchließt der
tapfere Ritter, ſein Leben im Kloſter
zu beenden.
Farbenprächtige Ausſtattung!
Herrliche Koſtüme
Prächtige Darſtellung!

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Das Kreuz der Mutter
Ergreifendes Drama aus dem Leben
eines armen verlaſſenen Waiſen=
kindes
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Bumptius als Autofahrer
Die Erlebniſſe des beliebten Komikers
bei ſeiner erſten Autofahrt
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Bescheidene Liebe
Feſſelndes Drama aus dem täglichen
Leben

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Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, den 15. November 1910.
56. Abonnements=Vorſtellung.
Abonnement A 15.
Neu in Szene geſetzt:
Der Freiſchütz.
Romantiſche Oper in 3 Aufzügen
von Carl Maria von Weber.
Muſikal. Leit.: Hofkapellm. Hofrat de Haan.
Spielleitung: Oberregiſſeur Valdek.

Perſonen
Ottokar, böhmiſcher Fürſt.
Kuno, fürſtl. Erbförſter
Agathe, ſeine Tochter
Aennchen, eine Verwandte
Max,
Jägerburſchen
Kaſpar,
.
Erſte
,
Zweite: Brautjungfer .
Dritte
Vierte
Ein Eremit
Kilian, ein Bauer. .
Erſter
Zweiter 1 Jäger .
Dritter
:
Samiel, der ſchwarze Jäger

Hr. Hönel
Hr. Hoff
Frl. Geyersbach
Frl. Zeiller
Hr. Hans Hacker
Hr. Stephani
Frl. Nicklaß=
Kempner
Frl. Kaiſer
Fr. Ritter
Frl. Guerdan
Hr. Ungibauer
Hr. de Leeuwe
Hr. Kroczak
Hr. Klotz
Hr. Indorf
Hr. Semler

Nach dem 1. und 2. Aufzuge findet je eine
längere Pauſe ſtatt.
Krank: Frl. Howard.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 6 Mk., Fremdenloge 6 Mk.,
Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang
(1. bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe)
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Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. November 1910.

Nummer 268.

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Nummer 268.

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Hauptversammlung
Dienstag, den 29. November 1910, abends 8½ Uhr,
Kaisersaal, grünes Zimmer.
Tagesordnung:
1. Jahresbericht.
2. Kaſſenbericht.
3. Neuwahl des Vorſtandes.
4. Verloſung.
Die zur Verloſung neu erworbenen Bilder ſind vom 21. November ab im
Schaufenſter des Herrn Hofvergolders Zaun und am 29. November den ganzen Tag
über im grünen Zimmer des Kaisersaals ausgeſtellt.
(22129
Der Vorstand.

I. Winterversammlung

am Donnerstag, den 17. November, abends 8½ Uhr,
im Gartensaal des städtischen Saalbaues.

Lichtbilder=Vortrag
des Herrn Professor Brockmann aus Offenbach a. M.
über:
Streißüge durch die Brüſſeler Weltausſtellung‟.
Unſere Mitglieder und deren Familienangehörige laden wir zu zahlreichem
(22172id
Beſuche hiermit ein; auch Gäſte ſind freundlichſt willkommen.
Der Vorſtand.
Wiſſenſchafliche Vorträge über religlöſe Fragen
gehalten von
Profeſſoren der Theologie an der Univerſität Gießen
Vierter Vortrag
Donnerstag, den 17. November, abend 8 Uhr,
: im Kaisersaal
Professor D. Eck:
Idee und Verſönlichkeit im Chriſtentum.
Karten zu 30 Pfg., für reſervierten Platz zu 1 Mark in der Hofbuchhandlung
(22132
Waitz, im Verkehrsbüro und abends an der Kasse.
* Saal Zur Traube‟. 1
Donnerstag, den 17. November 1910, abends 8 Uhr
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PROGRAMM: Werke von Bach, Mozart, Beethoven, Draeseke, Chopin,
Liszt, Mendelssohn-Liszt.
Konzertflügel: C. Bechstein-Berlin aus dem Magazin A. W. Zimmermann.
Karten: Mk. 3., 2., 1.. Vorverkauf: Mk. 2.50, 1.50, 0.80 bei Georg
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[ ][  ][ ]

2. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.

31 20s.

Dienstag, 15. November.

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ſchreibt am 24. Dez. 1909: Bitte wieder
25 kg reines Nagut zuzuſenden, da ſich das
Futter glänzend bewährt hat. Habe in
dieſem Monat von 35 Hühnern ſchon
285 Eier erhalten, heute alleine 17, geſtern
16, vorgeſtern 18 Eier. Für den Winter
kenne ich kein beſſeres Eierproduktionsfutter
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als Nagut.

[ ][  ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. November 1910.

Nummer 268.

Warm zu empfehlen iſt der Gebrauch von Zucker’s Pa=
tent
=Medizinal=Seife bei Rauhigkeit und Schuppungen
der Haut, bei leichter Ichthyoſis, ganz beſonders bei Un=
reinheiten
derſ., wenn Miteſſer u. deren Folgezuſtände,
Knötchen, Puſteln uſw. das bekannte
unſch. Geſichtsbild hervorr. So urteilt
H. Dr. med. W. üb. Zucker’s Patent=Me=
Adizinal=Seife, à Stck. 50 Pf. (15%ig) u.
Flokon1.50 M. (350 ig, ſtärkſte Form). Dazugeh.
Zuckooh=Creme 75 Pf. u. 2 M. i. ſämtl. Apoth., Drog. u. Parf.
19167E
Sport.
Pfr. Strausberg im Schnee. Eine pracht=
volle
Winterlandſchaft empfing am Sonntag die Be=
ſucher
der Waldbahn. Sattelplatz und Geläuf bedeckte
eine dichte weiße Schneedecke, nur hinter den Hinder=
niſſen
war der Raſen frei geſchaufelt, um den Pfer=
den
das Landen beim Springen zu erleichtern. Unter
dieſen Umſtänden die Rennen abzuhalten, ſchien ziem=
lich
gewagt, doch ging ſchließlich alles ganz gut ab.
Nur im Preis von Marienberg rutſchte die in ſehr
flotter Fahrt führende Ruſtica, ſowie Goldregen nach
dem Tribünenſprung aus und kamen zu Fall. Die
anderen Rennen verliefen ohne jeglichen Zwiſchen=
fall
. Die beiden Herrenreiten, das Ehrenpreis=Jagd=
Rennen und die im roten Rock gerittene Hubertus=
Steeple=Chaſe, brachte Lt. Graf Holck mit Aliſtair und
Knight of Grace auf ſein Konto. Ganz beſonders der
Sieg des letzteren über den überlegen galoppierenden
Laverſtock war ausſchließlich der feinen Reitkunſt des
3. Garde=Ulanen zuzuſchreiben. Für Dr. Rieſe fan=
den
ſich merkwürdigerweiſe, wie ſchon an den letzten
Renntagen, keine Ritte, ſodaß ſeine Chancen, den
Siegesrekord Lt. v. Ravens zu übertreffen, nur noch
auf dem einen noch ausſtehenden Strausberger Renn=
tag
beruhen. Von den übrigen Konkurrenzen holte
ſich Gernaia I den Preis von Rüdersdorf mit all
ihrem Gewicht in überlegenem Stil, im Preis von
Marienebrg war nach dem ſchon erwähnten Aus=
ſcheiden
von Ruſtica und Goldregen für Hadrian der
Weg zum Siege frei.
Rütt und Stol Starter im New=
Yorker Sechstage=Rennen. Die Teilnahme
von Rütt und Stol an dem am 5. Dezember beginnen=
den
New=Yorker Sechstage=Rennen iſt nunmehr ge=
ſichert
, da der Kontrakt mit Pat. Powers, dem allbe=
kannten
Veranſtalter des Rieſenrennens, abgeſchloſſen
iſt. Intereſſant iſt, daß kontraktlich feſtgelegt wurde,
daß weder Rütt=Stol noch Powers die von der Union
Cyeliſte Internationale verhängten Strafen bezahlen
werden. Wahrſcheinlich wird diesmal wegen der Dif=
ferenzen
innerhalb des Welt=Verbandes keiner der
franzöſiſchen Rennfahrer in New=York ſtarten.
Rr. Das Bremer Sechstage=Rennen hat
ohne beſondere Zwiſchenfälle ſeinen Fortgang ge=
nommen
. Deregut fahrende Belgier Reul mußte aus=
ſcheiden
, da ihm infolge ſeiner verſchiedenen Stürze
das Maſchinenmaterial ausgegangen war. Am Sams=
tag
wurde das Rennen erſt eine Stunde ſpäter, um 11
Uhr morgens, wieder aufgenommen, um den ur=
ſprünglich
vorgeſehenen Schluß am Dienstag abend
um 12 Uhr zu ermöglichen. Bis zur 54. Stunde hatte
die unveränderte Spitzengruppe 1394,700 Kilometer
zurückgelegt. In der Nacht vom Samstag zum Sonn=
tag
ſorgten Zeeh, Rudel, Pawke, Arend, Wittig und
Stabe durch ihr lebhaftes Tempo und verſchiedene,
aber erfolgloſe Vorſtöße dafür, daß die Stimmung
unter den etwa 3000 Zuſchauern eine ſehr angeregte
war. Techmer befand ſich nicht auf dem Poſten, ſodaß
ſein Partner Carapezzi ſtundenlang ohne Ablöſung
fahren mußte. Der Stand des Rennens bei Ablauf
der 66. Stunde am Sonntag früh 6 Uhr war 1683,200
Kilometer. Während der Tagesſtunden verlief das
Rennen recht eintönig und geſtaltete ſich erſt gegen
Abend wieder lebhafter. Bis zur 74. Stunde erreichte
die unveränderte Spitzengruppe 1867,200 Kilometer.
sch. Schachwettkampf Lasker= Jan=
nowski
. Die dritte Partie um die Schachwelt=
meiſterſchaft
, die am Samstag im Kerkau=Palaſt zu
Berlin begonnen hatte, aber nach dem 31. Zuge un=

entſchieden abgebrochen worden war, wurde am Sonn=
tag
fortgeſetzt. Es entwickelte ſich ein ſchwieriges
Damenendſpiel, in welchem Dr. Lasker mit Dame
und 4 Bauern gegen ſeinen Gegner mit Dame und 3
Bauern einen Vorteil beſitzt, doch iſt es noch zweifel=
haft
, ob dieſer zum Siege auslangt. Die Partie
wurde nach dem 63. Zuge abgebrochen und wird am
Dienstag fortgeſetzt.
Vermiſchtes.
* Von der Banane. In den Kolonialländern
bildet die Banane als begehrte Frucht ſchon lange einen
nicht unweſentlichen Handelsartikel, in der engliſchen
und amerikaniſchen Küche wird ſie ſeit Jahrzehnten in
mannigfachſter Weiſe verwendet. Bei uns in Deutſch=
land
hat ihr Import erſt in der letzten Zeit einen
größeren Umfang angenommen, und man hat ſie raſch
ſchätzen gelernt. Die Hauptvorzüge, die der Banane
zu ihrer Beliebtheit verholfen haben, ſind allbekannt:
es iſt ihre mit ausgezeichneter Bekömmlichkeit und
herrlichem Geſchmack verbundene Nährkraft, die allem
anderen Obſt weit überlegen iſt und ſie zu einer Art
von Brot mit Fruchtgeſchmack macht, und dabei ihre
leichte Verzehrbarkeit, denn ihre Schale kann ohne
ſcharfe Werkzeuge entfernt werden. Dieſer Umſtand,
ſowie das Fehlen der Körner, die Blinddarmentzünd=
ungen
hervorrufen können, läßt ſie beſonders als Ge=
nußmittel
für Kinder geeignet erſcheinen, zumal die
Schale, die nicht, wie bei den Aepfeln und Birnen, von
den Kleinen mitgegeſſen werden kann, ſondern unbe=
dingt
abgelöſt werden muß, jede Möglichkeit einer In=
fektion
durch äußerlich anhaftende Mikroben aus=
ſchließt
. Ueber die Banane und ihre Verwendung läßt
ſich Dr. phil. Grotewold in der neueſten Nummer der
Welt der Frau, dem Beiblatt zur Gartenlaube‟,
aus, und wir erfahren aus dem mit verſchiedenen
Illuſtrationen verſehenen Aufſatz nicht nur das Haupt=
ſächlichſte
über ihre Produktion, ſondern auch, in wie
vielſeitiger Weiſe ſie verwendet werden kann. Die
deutſche Hausfrau wird, namentlich in Zeiten, wo
friſches einheimiſches Obſt teuer iſt, ohne Zweifel die
Banane als unentbehrliches Hilfsmittel für die Be=
reitung
feiner Fruchtſpeiſen mehr und mehr ſchätzen
lernen, und die Publikation der Gartenlaube iſt da=
her
im allgemeinen Intereſſe zu begrüßen.
Literariſches.
Froſt: Aus unſeren vier Wänden.,
Verlag von B. G. Teubner, Leipzig und Berlin. 1910.
Zweite Auflage. Preis geh. 2 Mark, geb. 2,40 Mark.
Faſt allen Gebieten der Erziehung widmet die Ver=
faſſerin
feinſinnige Betrachtung; der Beeinfluſſung in
den erſten Lebensjahren, der Strafe, dem Spiel, dem
Verkehr der Kinder, ebenſo wie der Erziehung zur
Religion, der Berufswahl und vielen anderen einſchlä=
gigen
Fragen. Ganz beſonders beachtenswert ſind die
Ausführungen über das Verhältnis der Mutter zu den
heranwachſenden und den erwachſenen Kindern. So iſt
das Buch im beſten Sinne modern.
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Aabel: Neueſtes Knödel= und Kloßbuch. 164 erprobte
Hausrezepte zur Anfertigung von Knödeln und Klößen
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Entſtehung, Benutzung und Behandlung. Ein Leit=
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Das Rabattunweſen, den deutſchen Hausfrauen zur
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1 Gewinn zu 10000 Mk. 190540
3 Gewinne zu 5000 Mk. 36425 140160 148898
66 Gewinne zu 3000 Mk. 6361 5773 21335 29768
37327 49095 51419 69030 62150 78852 97242 98018
100594 102977 109864 111812 114992 128956 131962
149567 153555 156335 162717 165848 168661 169591
170880 172290 177808 181390 184492. 187479 195923
205612. 205956 209322 212492 213894 220494 228070
229293 238259 241775 243337 247972 251687 258440
258728 260912 274687 281646 265328 268905 290549
291883 292481
55 Gewinne zu 1000 Mk. 2573 6301 14154 15968
25839 28670 41138 43836 47400 48443 54628 60861.
65881. 69484 69922 69954 70472 78903 89192 92616
98668 111813 119563 125802 128096 130348 132883
133735 141249 146387 160647 151359 163339 166474
177463 182721 184928 203064 210433 210665 210971.
220113 220128 227078 230396 231667 238250 241651
252587 260108 263572 266807 270032 276677 285204.
105 Gewinne zu 500 Mk. 4991 8886 12789 19697
22252 22338 26815 30259 30586 31273 32205 32661.
36655 36825 41241. 46314 46911 57142 60413 60687
62303 63184 65289 66809 66975 69445 73229 73347
77372 77457 79881 81764 85918 86192 89867 90104
99280 106362 108570 110932 115474 12039a 121691
123613 129624 132157 136629 139291 141781 142549
143790 144045 149682 151020 151312 152443 154825
155125 157604 171663 175588 178272 178993 183843
186029 186702 189906 192924 197415 199682 201196
210331 212120 214849 216002 217613 218415 222616
224104 226829 231905 231909 232051 233039 238045
238314 240334 242139 244779 248894 248936 249229
257653 265865 268411 272599 278436 281654 284646
288021 291722 293598 296391 298826 300010
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne
über 240 Mk. gezogen:
1. Gewinn zu 70000 Mk. 140800
1 Gewinn zu 30000 Mk. 225271
1 Gewinn zu 15000 Mk. 145088
1 Gewinn zu 5000 Mk. 78949
43 Gewinne zu 3000 Mk. 5006 16072 27373 32368
83471 39807 46533 48218 60571 62801 67525 616 2
66248 69876 78708 87284 91861 100431 102607 103530
107808 117510 126141 128668 152961 155716 165524
470675 184549 186238 188026 196323 209180 215753
221589 230038 231965 245610 246289 264185 274504
277697 288425
67 Gewinne zu 1000 Mk. 677 4705 6262
9115 15814 16028 20314 31556 38458 48424
56094 64533 65113 67324 69441 79558
85984 92620 92625 100533 103738 105482
107583 109127 115909 119186 121659 122640 124004
133845 138362 143217 145603 146241 149126 150165
161629 163393 164224 170688 175647 175878 178745
186738 193486 198760 201330 206643 214346 220013
221059 229519 236172 241156 242572 243803 252350
253815 262681 268090 271837 271935 276720 284623
285897 290768 302820
106 Gewinne zu 500 Mk. 5148 5253 9016 9206
19619 31039 31875 32691 34210 34459 39353 40354.
43456 43634 54341. 55774 60794 66036 67965 71071
75094 80447 84160 84581 65218 87414 89030 97079
100846 106122 108141 111559 113487 116778 119845
120319 123086 124900 126675 131221 139354 141524
144230 149252 154389 158156 158720 159567 154558
167555 169762 173931 174358 181033 182213 183551.
188784 189717 190094 196171 196833 202351 203878
206834 211504 211955 213414 214451 214637 216558
217819 221917 222297 226282 231373 232681 233041.
234656 234936 242627 242838 243325 250220 255160
259228 259313 267095 267411 268927 270191 270742
272865 275409 279119 284991 287884 292065 292728
294268 294356 299890 301262 302834 303595 303906
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