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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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173. Jahrgang
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
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werden angenommen in Darmſtadt.
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
N 252.
Donnerstag, den 27. Oktober.
1910.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Bas Erbrecht des Reiches.
Die Grenzboten teilen in ihrer demnächſt
er=
ſcheinenden Nr. 43 mit, daß die Vorſchläge, die Juſtizrat
Bamberger in ihren Spalten über das Erbrecht des
Reiches gemacht hat, nicht nur bei den maßgebenden
Parteien Anklang gefunden haben, ſondern auch in den
beteiligten Reſſorts als anwendbar bezeichnet worden
ſind. Die Grenzboten richten deshalb einen Appell
an den Reichskanzler, dieſen Plan zur
Erörte=
rung zu ſtellen, damit in einer wichtigen Angelegenheit
zum Vorteil für eine Annäherung der nationalen
Par=
teien, für die nächſten Wahlen und für die Geſundung
aller politiſchen Verhältniſſe die bürgerlichen Parteien
geeint würden. Juſtizrat Bamberger ſelbſt legt in
demſelben Hefte der Grenzboten dar, weshalb er den
Jahresertrag einer Erbrechtsreform, welche die
Seiten=
verwandten mit Ausnahme der Geſchwiſter auf
teſta=
mentariſche Einſetzung verweiſt, auf 500 Millionen
Mark veranſchlagt. Er geht von den Anlagen des
Regierungsentwurfs über das Erbrecht des Staates
aus, worin das in Deutſchland jährlich vererbte
Ver=
mögen mit 5700 Millionen Mark beziffert war. Da
erfahrungsgemäß von dieſer Geſamtſumme 75 Prozent
an Abkömmlinge und Ehegatten gelangen, verbleiben
25 Prozent gleich 1425 Millionen Mark für die übrigen
Erben. Hiervon kommen nach ſtatiſtiſchen
Ermittelun=
gen 41 Prozent gleich 584 Millionen Mark auf die
Ver=
wandten, die künftig als teſtamentsloſe Exben
weg=
fallen ſollen. Von den 584 Millionen iſt ein Drittel
gleich 194 Millionen abzuſetzen, weil die
Wahrſchein=
lichkeit dafür ſpricht, daß in ſolchem Umfange letztwillig
verfügt werden wird. Es verblieben mithin 390
Millionen Mark als Jahresertrag des Reichserbrechts,
wenn nicht aus doppelten Gründen mit einer höheren
Summe gerechnet werden dürfte. Einmal nämlich
be=
ruht die Veranſchlagung der Jahreserbmaſſe, die
amt=
lich mit 5700 Millionen Mark berechnet war, aus der
Annahme, daß nur 5 Progent des
ergänzungsſtener=
pflichtigen Vermögens ſich der Beſteuerung entziehen,
während Sachverſtändige 25 Prozent hierfür in Anſatz
bringen. Sodann iſt bei dem Regierungsentwurf der
Fortſchritt in der wirtſchaftlichen Entwicklung nicht
be=
rückſichtigt. Wird die amtliche Veranſchlagung in
beiden Beziehungen ergänzt, dann ergibt ſich ſchon für
das Jahr 1914 ein Ertrag von mehr als 500 Millionen
Mark aus dem Reichserbrecht. Geſetzt aber, dieie
Be=
rechnung wäre ſelbſt um die Hälfte zu ovtimiſtiſch, ſo
würde damit — hierin hat Juſtizrat Bamberger
zweifellos recht — gegen das Reichserbrecht nicht das
mimdeſte bewieſen ſein.
Das fürkiſche Huldigungstelegeamm an Kaiſer
Wilhelm.
* Der Wortlaut des in der großen
Sonntagsverſamm=
lung beſchloſſenen Huldigungstelegramms an Kaiſer
Wil=
helm iſt jetzt, wie der Berliner Lokal=Anzeiger erfährt,
feſt=
geſetzt worden. Es lautet:
„Als Mitglieder der großen
muſelmani=
ſchen Familie, die in allen ihren Nöten in Ew.
kai=
ſerlichen Perſon einen erhabenen Helfer und Schützer fand,
werden die Perſer, welche ſeit fünf Jahren einen
Ver=
zweiflungskampf um ihre Freiheit führen, von engliſchen
Invaſionsdrohungen ſchwer bedroht. In Erinnerung der
Worte, in denen Ew. Majeſtät am Grabe Saladins die
Herzen von 350 Millionen Mohammedanern höher
ſchla=
gen ließen durch die Zuſage Ihrer Hilfe für Erhaltung
ihrer Rechte, in Erinnerung der edlen Handlungen, durch
welche Ew. Majeſtät die Dankbarkeit der Islamwelt in
der mazedoniſchen und marokkaniſchen Frage ſich erworben
haben, hoffen wir, daß Sie Ihre unſchätzbare Intervention
dem bedrohten Perſien nicht verſagen werden. In einem
grandioſen Meeting haben Tauſende von
Mohammeda=
nern uns beauftragt, Ew. Majeſtät dieſe Hoffnung
zu=
gleich mit den Gefühlen der Dankbarkeit und Ergebenheit
zum Ausdruck zu bringen. Die Welt des Islams weiht
heiße, aufrichtige Gebete Ew. Majeſtät, der Kaiſerin und
dem deutſchen Volke.”
Die engliſche Preſſe iſt über die deutſchfreundlichen
Kundgebungen in Konſtantinopel aufs höchſte erregt. D:
liberalen Blätter verurteilen offen die
verhängnis=
volle Verbindung Englands mit Rußland,
die geeignet ſei, den Engländern die Feindſchaft der
Mo=
hammedaner zuzuziehen.
Der preußiſche Handelsminiſter über die
Arbeiterfrage.
* Bei der Einweihung des neuen
Ober=
bergamtsgebäudes in Dortmund hielt der
preußiſche Handelsminiſter eine Rede, in
der er ausführte:
Ein Punkt iſt es hauptſächlich, der den
Wohl=
meinenden mit ernſter Sorge erfüllen dürfte, das
iſt die Arbeiterfrage. Je mehr die ſtaatliche
Ge=
ſetzgebung, je mehr die freiwillige Fürſorge des
Berg=
baues zum Wohle der Bergarbeiter getan, um ſo
weiter ſcheinen wir uns von dem Ziele
eines gedeihlichen Verhältniſſes
zwi=
ſchen den Unternehmern und Arbeitern,
von einem vertrauensvollen
Zuſammen=
arbeiten dieſer beiden Teile zu
entfer=
nen. Muß es nicht befremden, zu ſehen, wie die
Wahlen zur Knappſchaft ausſchließlich von politiſchen
Geſichtspunkten beherrſcht wurden? Oder wie für die
Wahlen der Sicherheitsmänner nicht vor allem die
Sachkenntnis und Erfahrung der Gewählten, ſondern
das Maß ihres politiſchen Radikalismus
entſcheidend waren und ſo die beſten Abſichten
Ge=
fahr laufen, in ihrer Wirkung in ihr Gegenteil
ver=
wandelt zu werden? Dem Oberbergamt werden hier
noch ſchwierige Aufgaben erwachſen. Aber es wird, und
ich hoffe, der Bergbau wird dasſelbe tun, unbeirrt um
den Weg, geradeaus gehen.
Was auf dem Wege ſozialer Fürſorge geſchieht, das
tun wir um des Gewiſſens willen, weil und ſoweit wir
es für unſere Chriſtenpflicht halten. Aber auf der
anderen Seite müſſen wir auch darauf achten, daß der
Bergbau ſelbſt darüber nicht zu Grunde geht. Dahin
gehört anch, daß diejenigen, welche die Verantwortung
für den Betrieb tragen, in den Grenzen ihrer
Betriebs=
führung das Heft nicht aus der Hand verlieren.
Der Eiſenbahner=Ausſtand in der franzöſiſchen
Kammer.
* Die neue Seſſion der franzöſiſchen
Kammer wurde, wie ſchon gemeldet, am Dienstag
nach=
mittag eröffnet. Vor Beginn der Sitzung ſtießen die
So=
zialiſten Pfuirufe gegen den Polizeipräfekten Lépine aus,
der ſich in der Nähe der Eingangstür aufhielt. Die
an=
deren Deputierten proteſtierten hiergegen. Es entwickelte
ſich ein unbeſchreiblicher Tumult. Da die
So=
zialiſten immer lautere Rufe ausſtießen, ſah ſich der
Prä=
ſident Briſſon veranlaßt, die Sitzung zu ſuspendieren.
Nach Wiederaufnahme der Sitzung wurden auf
Verlan=
gen Briands alle Interpellationen über den
Eiſenbahnerſtreik vereinigt und die
ſofor=
tige Beſprechung beſchloſſen.
Erſter Redner iſt der Deputierte Cuny, der im
Auf=
trage der radikalen Linken ſpricht. Er erklärt, alle Welt
ſei wohl einig darin, die Anrufung von Gewalt, die Aun
forderung zur Unordnung und zur Sabotage ſowie die
Verbrechen gegen die Sicherheit des Vaterlandes und der
Verteidigung wegen Arbeiterforderungen zu tadeln, ſelbſt
wenn ſie noch ſo berechtigt ſeien. Er ſpreche auch vor allen
Tingen im Namen derjenigen Eiſenbahnarbeiter, die die
Ruhe und Ueberlegung gewahrt haben und die große
Ma=
jorität bilden. Er appelliert an das Wohlwollen der
Re=
gierung und rechnet darauf, daß einzelne Forderungen
der Eiſenbahnarbeiter, insbeſondere die Regelung der
Ar=
beitszeit und die Einführung eines Mindeſtgehalts von
5 Franken pro Tag ernſtlich geprüſt werden.
Als zweiter Redner ergreift der Sozialiſt Colly das
Wort. Er führt unter heftigen Angriffen auf die
Regie=
rung aus, daß der Streik einen durchaus beruflichen
Cha=
rakter hatte und daß ihm der Miniſter Briand nur
des=
halb einen politiſchen Charakter aufdrängte, um die ganze
Bewegung zu brechen. Der Redner erinnert dann an die
Rolle, die die gegenwärtigen Miniſter Briand, Millerand
und Viviani in der Arbeiterbewegung geſpielt haben und
verlieſt unter teilweiſer ſtürmiſcher Unterbrechung des
Hauſes Stellen aus den ehemaligen Reden der drei
Mi=
miter
Sodann ſpricht Miniſterpräſident Briand.
Er betont, daß der Streik der Eiſenbahner mit einer
un=
gemeinen Heftigkeit plötzlich ausbrach, daß er ſofort nicht
nur das ganze Leben der Nation, ſondern auch die
Sicher=
heit bedrohte, und daß es zu Tage trat, daß
Beſchädigun=
gen der Eiſenbahnen und ihres Materials ſyſtematiſch
organiſiert waren. Angeſichts dieſes gewaltſamen
Cha=
rakters des Streiks und dieſer Bedrohung des ganzen
nationalen Lebens konnte die Regierung, wenn ſie dieſes
Namens würdig bleiben wollte, nicht anders handeln als
ſie getan hat. Briand ſchildert dann den Verlauf der
dem Streik vorangegangenen bekannten Verhandlungen
und ſagt, er übernehme die Verantwortung für alle von
ihm ergriffenen Maßregeln und werde, ohne auf
perſön=
liche Angriffe, die immer wieder gemacht werden, zu
ant=
worten, die Tatſachen auseinanderſetzen, wie ſie ſich
ereig=
neten, und wie ſie planmäßig vorbereitet worden ſeien.
Die Regierung befand ſich keinen Augenblick lang einem
regelrechten Ausſtand gegenüber. Es iſt unerläßlich, dem
ganzen Lande bekannt zu machen, welches die Ereigniſſe
waren, gegen die wir auftreten mußten. Wir befanden
uns in Gegenwart einer ſyſtematiſchen Bewegung, die
den Bürgerkrieg zum Ziele hatte und die mit
den Mitteln der Gewaltat und der organiſierten Saby:
tage durchgeführt werden ſollte. Und gerade weil die
Re=
gierung wußte, daß ſolche Gewaltakte vorbereitet
wur=
den, mußte ſie die notwendigen Maßregeln ergreifen.
Die Regierung hat den Arbeitern volle Freiheit
ge=
laſſen, ſich in Preſſe und Verſammlungen zu äußern. Sie
konnte aber nicht weitergehen. Die Regierung hatte ſich
vor dem Streik bemüht, den von den Vertretern des
Eiſenbahn=Perſonals geltend gemachten Forderungen
ge=
recht zu werden. Miniſterpräſident und der Miniſter der
öffentlichen Arbeiten hatten ſchon im Juni ihre Wünſche
entgegengenommen und es war beſchloſſen worden, daß
in Bezug auf die Feſtlegung des Lohnes die Staatsbahn
den Arbeitern Genugtuung geben werde. Auch die
übri=
gen Geſellſchaften haben ſich bald angeſchloſſen. Die
Re=
gierung warnte deshalb das Perſonal vor der Gefahr
eines Ausſtandes, der einen gewaltſamen Charalter
hätte
Die Regierung beſitzt den Beweis und perſönliche
Ge=
ſtändniſſe dafür, daß Angeſtellte der
Eiſenbah=
nen die Sabotage organiſiert haben. Sie
hat=
ten wichtige Zugeſtändniſſe von den Geſellſchaften erlangt
und gerade in dieſem Augenblick erklärte ein Vertreter
der Arbeiter, daß das Perſonal mehr und mehr den
Füh=
rern die Gefolgſchaft verſage und daß der Streik ſchon
früher hätte erklärt werden ſollen. Deshalb wurde im
Oktober die Frage in den Vordergrund geſtellt. ob die
Ge=
ſellſchaften die Vertreter der Arbeiter gemeinſam
empfan=
gen wollten, während ſie bisher ſich nur auf einzelne
Be=
ſprechungen einließen. Der Miniſterpräſident verlangte,
daß die zu verhandelnden Punkte ſchriftlich niedergelegt
i würden, damit er ſie den Geſellſchaften übermittele. Die
Vertreter der Arbeiter ſtimmten zu mit dem Vorbehalt,
ihren Auftraggebern zu berichten. Auch bei dieſer
Gele=
genheit warnte ſie Briand vor einem Ausſtand. Die
Führer der Arbeiter benutzten in dieſem Augenblick einen
unweſentlichen Konflikt auf der Nordbahn zur Erklärung
des Ausſtandes. Es trat ſofort zutage, daß die Sabotage
in großem Umfang noch vor der Erklärung des
allgemei=
nen Streiks organiſiert war. Briand erklärt, es ſei Sache
der gerichtlichen Unterſuchung, die Schuldigen ausfindig
zu machen: Die Regierung wußte auch, daß eine große
Zahl der Arbeiter durch den Anarchiſten=
Verro=
rismus in eine große Panik verſetzt war. Es wurde
ſoweit gegangen, daß arme Teufel, die arbeiten wollten,
um ihre Familien zu ernähren, an Pfähle gebunden und
beſchimpft wurden durch das Abſchneiden ihres
Schnurr=
bartes. Das ſind Mißbräuche, die Einzelne ſogar in den
Tod getrieben haben, und es iſt nicht erlaubt. derartige
Akte der Tyrannei noch unter dem Titel der
Koalitions=
freiheit zu billigen.
Die Sozialiſten unterbrechen während mehrerer
Mi=
nuten den Redner und der Präſident iſt verpflichtet,
meh=
rere Ordnungsrufe auszuteilen. Briand ſchließt: Durch
derartiges Vorgehen unter den Arbeitern und durch die
Art, wie Sie es hier verteidigen, gelangen Sie dazu, die
Freiheit in dieſem Lande zu morden. Ich habe das
Be=
wußtſein, daß ich auf der Seite der Freiheit ſtand, und
das Land hat geſehen, daß diejenigen, welche es
bedroh=
ten, bereits im Lager der Sklaverei und Tyrannei
ſtan=
den. Wenn die Regierung den Bürgerkrieg beginnen ſieht,
dann vollführt ſie, was ſie getan hat. Sie ſteht heute vor
dem Parlament. um ſich zu verantworten. Sie verſichert,
daß die Intereſſen der Arbeiter geachtet werden, wo ſie
Achtung verdienen, ſie zeichnet aber auch die Mittel vor,
die allein zum Siege führen können. Die Kammer muß
ebenfalls ihre Verantwortung tragen und an die Zukunft
denken. Die Regierung hat die Abſicht, die geeigneten
Maßregeln zu ergreifen, ohne an die weſentlichen
Frei=
heiten zu rühren. Die weitere Debatte wird auf
Don=
nerstag vertagt.
Der erſte Sitzungstag der Kammer hat einen
pein=
lichen Eindruck hinterlaſſen wegen des Verhaltens
der Sozialiſten, die es durch beſtändige
rückſichts=
loſe Unterbrechungen und oft auch durch perſönliche
In=
vektiven Briand geradezu unmöglich machten, ſeine Rede
ſo durchzuführen, wie er ſie vorbereitet hatte.
In einer Unterredung erklärte
Miniſterprä=
ſident Briand, er habe die in den Wandelgängen
der Kammer beſprochene Aeußerung in ſeiner Rede in
voller Erkenntnis ihrer Tragweite getan. Bis jetzt ſeien
die Miniſter einmütig darin geweſen, die
Verantwort=
lichkeit für die Maßregeln zu übernehmen,
die angeſichts der Ereigniſſe nötig geweſen ſeien. Er
wolle aber nicht, daß das Kabinett inmitten einer Kriſe
weitere Entſchlüſſe in Erwägung ziehe. Dadurch, daß er
jedem Miniſter ſeine Anſicht vorbehalten habe, habe er die
Möglichkeit einer=Kriſis während der Sitzung der=Kam=
Seite 2.
Nummer 252.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Oktober 1910.
mer beſeitigt und gleichzeitig die Kammer wiſſen laſſen,
daß die Regierung nicht willens iſt, eine improviſierte
Maßregel zu unterſchreiben, zu der man ſie mit Hilfe der
Tagesordnung hätte zwingen wollen. Der
Miniſterprä=
ſident fügte hinzu, der Miniſterrat werde erſt nach
Schluß der Debatte über die Interpellationen zu einer
Sitzung zuſammentreten, wahrſcheinlich am Samstag. Es
ſei möglich, daß dieſe Sitzung eine der intereſſanteſten
werde. Aus dieſen Bemerkungen Briands wird geſchloſſen,
daß im Miniſterium ernſte
Meinungsver=
ſchiedenheiten obwalten, die leicht zu einer
teil=
weiſen Kriſis führen könnten. Es heißt, dieſe
Meinungs=
verſchiedenheiten ſeien hauptſächlich durch einen vom
Mi=
niſter der öffentlichen Arbeiten ausgearbeiteten
Geſetzent=
wurf über die Errichtung eines Eiſenbahner=
Schieds=
gerichts verurſacht worden. Das Kabinett wird im
näch=
ſten Miniſterrat den Entwurf Millerands einer
eingehen=
den Erörterung unterziehen und es wird ſich dabei zeigen,
ob doch ein Einvernehmen erzielt werden kann. Von
Per=
ſſonen aus der Umgebung der bedeutendſten Mitglieder
des Kabinetts wird erklärt, es ſei verfrüht, von
Mei=
nungsverſchiedenheiten über Projekte zu ſprechen, die im
einzelnen erſt in dem am Samstag ſtattfindenden
Mini=
ſterrat beſprochen werden ſollen. Der Miniſter Viviani
erklärte auf Befragen, daß er nicht daran denke,
zurückzu=
treten.
Die Action ſchreibt: In einer ſo ernſten Kriſe, wie
ſie das demokratiſche Frankreich jetzt durchmacht, iſt das
vollſtändige Einvernehmen zwiſchen den Miniſtern
uner=
läßlich. Wenn es Miniſter gibt, die nicht kaltblütig und
nicht vorausſehend genug ſind, um den anarchiſtiſchen
Erpreſſern die Stirne zu bieten, dann iſt es beſſer, wenn
ſie Perſönlichkeiten Platz machen, die für Drohungen
un=
empfindlich ſind. — Der Figaro ſchreibt: Der
Miniſter=
präſident darf zwiſchen den ihm obliegenden Pflichten
und den Gefühlen perſönlicher Freundſchaft nicht
ſchwan=
ken. Die öffentliche Meinung, die über die anarchiſtiſche
Syndikatsbewegung und auch über den parlamentariſchen
Anarchismus empört iſt, wird den mutigen Mann, der
ſich der Revolution entgegenſtellt, rückhaltlos unterſtützen.
— Im Matin erklärt der Deputierte Boret: Die Seſſion
hat ſchlimm begonnen. Man muß fürchten, daß ſie noch
ſchlimmer enden wird. Denn die demagogiſchen Schreier,
die durch ihr geſtriges Verhalten Frankreich vor dem
Aus=
lande entehrt haben, machen eine fruchtbare Arbeit
unmög=
lich. Es gibt nur ein Heilmittel: die Auflöſung der
Kammer.
Deutſches Reich.
— Das Schiffahrtsabgabengeſetz wird
dem Reichstage wahrſcheinlich ſchon Mitte November, alſo
noch vor dem Zuſammentritt, zugehen, da die Regierung
Wert darauf legt, daß die erſte Leſung dieſes Geſetzes noch
vor der Etatsberatung beendet wird, damit eine
Kommiſ=
ſion alsbald dieſes Geſetz beraten kann. Die
Abgeord=
neten ſind dadurch in die Lage geſetzt, die Materie noch
innerhalb der Ferien zu ſtudieren. Neben der erſten
Etatsleſung ſoll vor Weihnachten, wenn irgend möglich,
noch das Arbeitskammergeſetz und die Novelle zum
Straf=
geſetzbuch verabſchiedet werden. Da der Reichstag aber
höchſtens 22 Arbeitstage vor Weihnachten zur Verfügung
hat, ſo wird ſich dieſer Plan ſchwerlich durchführen laſſen,
wenn man berückſichtigt, daß der Reichstag zunächſt eine
Reihe von Tagen durch Interpellationen verplaudern
wird.
— Der wirtſchaftliche Ausſchuß iſt zur
Er=
örterung der Wünſche, die zum neuen japaniſchen
Zoll=
tarife und zum Abſchluß eines Handelsvertrages mit
Japan, ſowie zu den ſchwediſchen Forderungen zum
deut=
ſchen Zolltarif geltend gemacht werden, auf den 8.
Novem=
ber einberufen.
Die Juſtizkommiſſion des
Reichs=
tages nahm mit allen gegen ſieben Stimmen den in der
erſten Leſung über die Strafprozeßnovelle neueingefügten
§ 47a an. Hiernach können die Mitglieder des
Reichs=
tages oder anderer geſetzgebender Verſammlungen die
Auskünfte über Perſonen, die ihnen in Ausübung ihres
Berufes etwas anvertraut haben oder denen ſie in
Aus=
übung ihres Berufes etwas anvertraut haben, ſowie über
Der Mond.
(Zur totalen Mondfinſternis vom 17. November.)
Von Joſeph Lößer.
(Schluß.)
Die Mondfinſternis beginnt, wenn der Mond bei
ſeiner Bewegung um die Erde — weſt=öſtliche
Beweg=
ung des Mondes am Himmel — mit ſeinem Oſtrand
an den Erdſchatten ſtoßt, und iſt zu Ende, wenn der
Weſtrand des Mondes ſich vom Schatten trennt. Die
volle (totale) Verfinſterung fängt mit dem Augenblicke
an, wo der Mond ganz in den Schatten eingetreten iſt,
und dauert bis zu dem Zeitpunkt, wo der Oſtrand des
Mondes wieder aus dem Schatten tritt. Wir wollen
nun annehmen, daß der Mittelpunkt des Mondes durch
die Achſe des Schattenkegels ſchreitet (in welchem Falle
die Verfinſterung eine zentrale genannt wird), was,
wie ſpäter gezeigt werden wird, nur vereinzelt
vor=
kommt, und danach die Dauer der Verfinſterung
be=
rechnen. Der Monddurchmeſſer erſcheint im Mittel
unter einem Sehwinkel von 31'8‟ — 31,133½, der 2,647
mal ſo großen Breite des Erdſchattens in mittlerer
Entfernung des Mondes von der Erde entſpricht daher
ein Sehwinkel von 2,647X31,133½—82,4' oder 1' 22' 24‟.
Das Maß der Fortbewegung des Mondes iſt wieder
darin gegeben, daß er täglich durchſchnittlich 13'
zurück=
legt, in einer Stunde alſo — 32,5. Während
die=
ſes Fortſchreitens ſteht aber der Erdſchatten nicht ſtill;
er geht ſelbſtverſtändlich mit dem Jahreslauf der Erde,
hat alſo mit der Sonne die Bahn am Himmel
gemein=
ſam, nur befindet er ſich jedesmal der Sonne
diame=
tral gegenüber, bewegt ſich demnach auch mit der
die=
ſer eigenen Winkelgeſchwindigkeit, d. i. mit etwa 1"
— 2,5. Beide Bewegungen
fin=
täglich, ſtündlich H
denein der Richtung von Weſt nach Oſt ſtatt, der Mond
die anvertrauten Tatſachen verweigern, es ſei denn, daß
die Mitteilung den Tatbeſtand eines Verbrechens
begrün=
det oder ein Verbrechen zum Gegenſtand hat.
Die türkiſche Anleihe in
Deutſch=
land. Die an der Uebernahme der türkiſchen Anleihe
beteiligten deutſchen Banken in Berlin haben ihre erſte
offizielle Konferenz über die Anleihe abgehalten. Die
Verhandlungen in Konſtantinopel werden durch die
Deutſche Bank und die Orientbank geführt. Alle großen
deutſchen, öſterreichiſchen und ungariſchen Banken nehmen
an der Begebung der Anleihe teil. Von den deutſchen
Banken kommen außer den bereits bekannten noch in
Be=
tracht: die Darmſtädter Bank und die Berliner
Handels=
geſellſchaft; von öſterreichiſchen: die Oeſterreichiſche
Kredit=
anſtalt, der Wiener Bankverein, die Niederöſterreichiſche
Lombardbank, der Oeſterreichiſche Diskontoverein und die
Oeſterreichiſche Länderbank; ſchließlich von den
ungari=
ſchen Banken: die Ungarbank, die Unionbank für Ungarn
die Ungariſche Kreditanſtalt und die Ungariſche
Kommerz=
anſtalt.
Chriſtliche Sozialdemokraten? Den
Zuſammenſchluß chriſtlicher Sozialdemokraten zu einer
neuen Gemeinſchaft kündigte der Reichstagsabgeordnete
Göhre in einem Vortrage über „Chriſtentum und
Sozial=
demokratie” an. Die Partei werde dem neuen
Chriſten=
tum keine Hinderniſſe bereiten. Man könne ein guter
Sozialdemokrat und auch ein guter Chriſt ſein. Für die
antimonarchiſche Sozialdemokratie trifft dies nicht zu;
denn Chriſtus iſt es geweſen, der gelehrt hat: „Gebet dem
Kaiſer, was des Kaiſers iſt‟ Der jetzt Abgeordneter
ge=
wordene Herr Göhre iſt früher ſchon einmal ein Stein
des Anſtoßes für die Sozialdemokratie geweſen und wegen
ſeiner Anſichten verfehmt worden, weshalb er ſein
Man=
dat niederlegen mußte.
— Bei der Landtagsſtichwahl im 5.
Leip=
ziger Wahlkreiſe iſt der Nationalliberale Zöphel
mit 14452 Stimmen gegen den Sozialdemokraten
Bam=
mes mit 7790 Stimmen gewählt worden. Danach haben
die Konſervativen anſcheinend geſchloſſen für den
Natio=
nalliberalen geſtimmt, während der ſozialdemokratiſche
Kandidat nur zirka 80 Stimmen Zuwachs erhalten hat.
— Ein Exodus bayeriſcher
Induſtriel=
ler. Ueber eine einſchneidende Wirkung der
baye=
riſchen Steuerreform wird aus München gemeldet:
Die vom Landtag in ſeiner letzten Seſſion
beſchloſ=
ſene Steuerreform, die zugunſten der Landwirtſchaft
Handel und Induſtrie in einer Weiſe belaſtet, wie es
in keinem anderen Bundesſtaate der Fall iſt, und die
auch die Berufseinkommen ganz außerordentlich
heran=
zieht, beginnt ſchon jetzt ihre verderblichen Wirkungen
zu äußern, obgleich ſie erſt am 1. Januar 1912 in Kraft
tritt. Eine Großunternehmung nach der anderen
ver=
läßt Bayern. Die Münchener Rückverſicherungs=
Geſellſchaft, die größte aller derartigen überhaupt
exi=
ſtierenden Unternehmungen, deren Intereſſenkreis den
ganzen Erdball umſpannt, wird ſich in ihrer
demnäch=
ſtigen Generalverſammlung mit der Verlegung ihres
Domizils aus Bayern befaſſen. Kathreiners
Malz=
kaffeefabriken G. m. b. H. haben ihrem Perſonal
be=
reits die Ueberſiedelung ihrer geſamten Niederlaſſung
nach Berlin angekündigt; in der Pfalz ſtehen einige
der größten Etabliſſements mit nahegelegenen
preu=
ßiſchen reſp. heſſiſchen Gemeinden wegen ihrer
Be=
triebsverlegung in Unterhandlung, und jetzt erfährt
man, daß die Studiengeſellſchaft für
Waſſerkraftaus=
nützung G. m. b. H. in München ihre Auflöſung
be=
ſchloſſen hat. Die Geſellſchaft, die ſich das ſyſtematiſche
Studium und die Entwurfsbearbeitung von
Waſſer=
kraftanlagen vornehmlich in Bayern zur Aufgabe
ge=
macht hatte und ſo der vom Staate unter Aufwendung
vieler Millionen eben in die Wege geleiteten
Nutzbar=
machung der Waſſerkräfte in die Hände zu arbeiten
gedachte, motiviert ihren Entſchluß damit, daß die
be=
vorſtehende ſteuerliche Belaſtung die induſtrielle
Ent=
wickelung Bayerns durch Abwanderung der
beſtehen=
den Induſtrie und Verhinderung neuer induſtrieller
Niederlaſſungen derart ungünſtig beeinfluſſe, daß eine
gedeihliche Verfolgung ihrer Zwecke nicht mehr
mög=
lich ſei. Da der Geſellſchaft u. a. die Maſchinenfabrik
Augsburg=Nürnberg A.=G. in Nürnberg, Dyckerhoff u.
Widmann A.=G. in Nürnberg, Heilmann u. Littmann
G. m. b. H. in München und die Elektrizitäts=Aktien=
Geſellſchaft vormals Schuckert u. Ko. in Nürnberg
an=
ſchreitet aber ungefähr 13 mal ſchneller fort als der
Schatten. Nun ſind alle Momente für die Berechnung
der Dauer der Mondfinſternis gegeben. Sie gründet
ſich auf die Vorausſetzung und die Frage:
Eine Linie von 31,133' Länge (Monddurchmeſſer)
ſtoßt an eine ſolche von 82,4' Länge (
Schattendurch=
meſſer); erſtere legt ſtündlich 32,5' letztere nur 2,5' in
gleicher Richtung zurück; in welcher Zeit geht die
kleinere Linie über die größere hinweg?
Bei einiger Ueberlegung wird man die Löſung
82,4 31,133
— Stunden finden,
aus=
in dem Anſatz 32.5 — 2,5
gerechnet 3,78 Stunden — 3 Stunden 47 Minuten. Dies
wäre alſo die Geſamtdauer einer Mondfinſternis der
in Rede ſtehenden Art. Die Zeit, während welcher die
kleinere Linie ſich nur innerhalb der größeren bewegt,
iſt die Dauer der totalen Verfinſterung; ſie berechnet
82,4 — 31.133
* 1,7 Stunden — 1 Stunde 42
ſich 5u 32,5 — 2,5
Minuten. Auf die nur teilweiſe Verfinſterung
kom=
men alſo 3 Stunden 47 Minuten — 1 Stunde 42
Mi=
nuten — 2 Stunden 5 Minuten; auf den Teil vor und
nach der totalen Verfinſterung fällt je die Hälfte
die=
ſer Zeit, alſo etwas über 1 Stunde.
Wie ſchon angedeutet, findet eine Mondfinſternis
nur vereinzelt in der hier dargeſtellten Weiſe ſtatt.
Zunächſt wäre zu bemerken, daß der Mond höher oder
tiefer durch den Erdſchatten ſchreiten kann, wo er alſo
weniger breit iſt als in der Mitte. Die Dauer der
Verfinſterung iſt dann entſprechend kürzer; auch wird
bei größerer Abweichung vom zentralen Durchgang
der Mond nur noch teilweiſe verfinſtert werden, und
wenn er mit ſeinem unteren Rand die obere
Schatten=
grenze oder mit ſeinem oberen Rand die untere
Schattengrenze nur ſtreift, findet keine Verfinſterung
mehr ſtatt. Warum nun dieſe Verſchiedenheiten?
Würde die Ebene der Mondbahn mit der Ebene der
gehören, ergibt ſich hieraus ohne weiteres die
Trag=
weite dieſes Entſchluſſes von ſelbſt. Die Vorgänge
geben denen recht, die von der Reform bald eine
völlige Ausſchließung Bayerns von der induſtriellen
Konkurrenz auf dem in= und ausländiſchen Markte
befürchten, zumal die bayeriſche Induſtrie ohnehin
unter weſentlich ungünſtigeren Produktions=, Fracht=
und Abſatzverhältniſſen wie die übrige deutſche
In=
duſtrie arbeitet.
Der Liberalen Landtags=Korreſpondenz zufolge
wer=
den zur Abwehr der ſchweren Schädigungen, die durch
das Inkrafttreten der neuen Steuergeſetze für das geſamte
Erwerbsleben zu befürchten ſind, die liberalen
Abgeord=
neten ſofort bei Zuſammentritt des Landtags den Antrag
ſtellen, die Regierung möge eine Novelle einbringen, durch
die noch vor deren Inkrafttreten die Vorſchriften der
Steuergeſetze gemildert werden.
Ausland.
Frankreich.
Ein Gelbbuch über Marokko iſt in der
Kammer verteilt worden. Es enthält diplomatiſche
Schrift=
ſtücke aus der Zeit vom 18. Oktober 1908 bis 15.
Sep=
tember 1910. Aus den Schriftſtücken läßt ſich auch der
Gang der Verhandlungen zwiſchen Deutſchland und
Frankreich verfolgen, die zu dem Marokko betreffenden
Abkommen vom 8. Februar 1909 führten, doch iſt die Zahl
der auf dieſe Angelegenheit bezüglichen Schriftſtücke
ge=
ring und ſie enthalten nichts, was nicht bekannt wäre.
Griechenland.
Auflöſung der Kammer. Nach einer langen
Miniſterkonferenz am Dienstag begab ſich Venizelos ins
Palais, wo er mit dem König lange konferierte. Nach
Beendigung der Audienz kehrte er in den Miniſterrat
zurück und fuhr zehn Minuten ſpäter wieder ins Palais,
wo ihm der König das unterzeichnete Dekret zur Auflöſung
der Kammer übergab, das ſofort gedruckt und bald darauf
durch Anſchlag am Parlament bekannt gemacht wurde.
Ruheſtörungen ſind nicht zu befürchten, dagegen macht man
ſich auf Demonſtrationen in der Provinz von den
An=
hängern der alten Perſonen gefaßt.
Japan.
Die Verwaltung Koreas. Der japaniſche
Staatsrat hat nach der Agence d’Extréme=Orient eine
Ver=
waltungsordnung für Korea ausgearbeitet. An der Spitze
ſteht ein Vizekönig, der vom Kaiſer ernannt wird, der
General oder Admiral ſein muß und dieſelben Rechte wie
der Gouverneur von Formoſa hat. Er hat den Oberbefehl
über das Heer und die Marine, jedoch muß er bei
poli=
tiſchen Fragen das Kriegsminiſterium befragen. Der
Vizegouverneur iſt das unmittelbare Haupt der
Verwal=
tung, die ſechs Unterabteilungen hat, nämlich:
Staats=
angelegenheiten, das Innere, die Landwirtſchaft, Handel
und Induſtrie, Juſtiz, Bahn= und Poſtweſen. Von den
13 Gouverneuren, die an der Spitze der 13 Provinzen
ſtehen, in die Korea eingeteilt iſt, ſind die Hälfte im Amte
verbliebene, die andere Hälfte neueingeſtellte Gouverneure.
Perſien.
Um die Zurückziehung der ruſſiſchen
Truppen zu ſichern, iſt, wie berichtet wird, das Kabinett
bereit, den Wünſchen der ruſſiſchen Regierung betr. die
Aner=
kennung des status quo in bezug auf die Automobile zu
entſprechen, welche die Ruſſen vor einigen Monaten auf
der Straße Julfa=Täbris eingeführt hätten, ohne
Ein=
fuhrzölle zu bezahlen, wogegen der gegenwärtige
Finanz=
miniſter ſpäter energiſch Proteſt erhoben habe. Die
An=
erkennung des status quo hängt jedoch, wie es heißt, von
gewiſſen wichtigen Bedingungen ab, von denen die
haupt=
ſächlichſten ſind: 1. Rußland muß ſofort nach der formellen
Anerkennung des status quo alle Truppen zurückziehen.
2. Die perſiſchen Untertanen müſſen auf der Straße Julfa=
Täbris für Automobile dieſelben Rechte haben wie die
Ruſſen. 3. Der den Verkehr regelnde Tarif muß nach
einer Beratung mit der perſiſchen Regierung aufgeſtellt
und darf nachher ohne die Zuſtimmung Perſiens nicht
ver=
ändert werden. Ferner iſt die perſiſche Regierung geneigt,
die Konzeſſion der Kupferminen bei Karajadagh um drei
L
Erdbahn zuſammenfallen, ſo müßte bei jedem
Voll=
mond, alſo in Zwiſchenräumen von je 29,53 Tagen,
eine Verfinſterung, und zwar eine zentrale und totale
eintreten, da ja dann die Mittelpunkte von Sonne,
Erde und Mond auf einer geraden Linie liegen und
auch die Achſe des Erdſchattens mit dieſer Linie
zu=
ſammenfallen würde. Es bildet aber, wie wir wiſſen,
die Ebene der Mondbahn mit der Ebene der
Erd=
bahn einen Winkel von 5'8’40‟, der Mond befindet
ſich alſo nur im auf= und abſteigenden Knoten in der
Ebene der Erdbahn. Dieſe Punkte müſſen, wenn eine
Mondfinſternis ſtattfinden ſoll, hinreichend nahe dem
Schatten liegen, ſodaß der Mond bei ſeiner auf= oder
abſteigenden Bewegung noch in denſelben eintritt. Im
Falle einer Verfinſterung des Mondes hat derſelbe
alſo eine gewiſſe Lage zur Knotenlinie, wobei aber
ein Spielraum gegeben iſt, nach dem die Verfinſterung
in mannigfachſtem Wechſel inbezug auf die Lage.
Aus=
dehnung und Zeitdauer erfolgen kann.
Ferner: Infolge der verſchiedenen Abſtände der
Erde von der Sonne iſt der Schatten einmal kürzer,
das andere Mal etwas länger; auch geht ja der Mond
bei ſeinem wechſelnden Abſtand von der Erde nicht
immer in gleicher Entfernung von derſelben durch den
Schatten; endlich bewegt er ſich näher der Erde
ſchneller, entfernter von ihr langſamer. Alles dies
ſind weitere Urſachen der Abweichungen in der
Aus=
dehnung und Dauer der Mondfinſterniſſe. Als längſte
Dauer können etwa 4½ Stunden gelten bei
zwei=
ſtündiger voller Verfinſterung; eine nur teilweiſe
partielle) Mondfinſternis währt bis 2¼ Stunden.
Findet eine Mondfinſternis ſtatt, ſo hat der Mond
nach dem Geſagten eine gewiſſe Lage zur Knotenlinie,
er befindet ſich in der Nähe eines Knotenpunktes.
Er=
reicht der Mond das nächſte Mal, in 27,21 Tagen,
den=
ſelben Knotenpunkt, ſo iſt der Abſtand zwiſchen
die=
ſem und dem Schatten ſo groß geworden, daß der
Mond nicht mehr verfinſtert werden kann; denn die
Nummer 252.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Oktober 1910.
Seite 3.
Jahre zu verlängern, wenn die ruſſiſchen Truppen das
per=
ſiſche Gebiet verlaſſen haben und die Garantie geboten
wird, daß ſie nicht zurückkehren.
* Die Moabiter Journaliſtenaffäre.
Die deutſche Regierung hat auf das Geſuch der britiſchen
und amerikaniſchen Regierung um Unterſuchung der
Moa=
biter Journaliſtenaffäre jetzt eine Antwort erteilt. Die
deutſche Regierung lehnt es im Namen der preußiſchen
Behörden ab, gegen die beteiligten Polizeibeamten
vor=
zugehen. Das Schreiben des Auswärtigen Amtes an den
engliſchen und amerikaniſchen Botſchafter bezeichnet die
Angelegenheit als einen bedauerlichen Zwiſchenfall, der
lediglich einem Mißverſtändnis zuzuſchreiben ſei, aber
keinen Grund abgebe, um gegen die Polizeibehörde irgend
einen Vorwurf zu erheben.
Stadt und Land.
Darmſtadt. 27. Oktober.
Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Verlagsbuchhändler Hermann
Stilke zu Berlin das Ehrenkreuz des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen verliehen.
— Uebertragen haben Se. Königl. Hoheit der
Großherzog dem Pfarrverwalter Carl Hoffmann
zu Dietzenbach die evangeliſche Pfarrſtelle zu Hopfgarten.
Hoher Beſuch. Die Großfürſtin Sergius und
Prinzeſſin Ludwig von Battenberg machten geſtern
bei der Firma Joſ. Trier Einkäufe.
L. Die Strafkammer verhandelte geſtern gegen den
33 Jahre alten unbeſtraften Straßenbahnſchaffner Eugen
Friedrich Deißler von Neuſtadt a. d. S., wohnhaft in
Offenbach, wegen fahrläſſigen Falſcheids. Im Frühjahr
war in der Stadtverordneten=Verſammlung in Offenbach
Beſchwerde geführt worden, weil drei Beamte, deren
Namen kein Geheimnis blieb, in der Schneiderei der
Straßenbahn während der Geſchäftsſtunden für ſich
Pri=
vatarbeiten anfertigen ließen. Der Bürgermeiſter Dr.
Dullo leitete alsbald ein Diſziplinarverfahren ein und
vernahm den Angeklagten, der dem Betrieb vorſteht, als
Zeuge. Dieſer ſagte am 9. und 11. April d. J. eidlich aus,
daß er während eines Urlaubs dem Direktor einen Anzug
gemacht habe, im übrigen ſeien abgeriſſene Knöpfe,
Auf=
hänger angenäht und ähnliche Kleinigkeiten vorgenommen
worden. Als der Bürgermeiſter von dieſem Ergebnis
Mitteilung machte, wurde ihm geraten, die Schneider
ſämt=
lich zu vernehmen, dies werde zu einem anderen Ergebnis
führen. Er tat dies und vernahm, daß in viel größerem
Umfange für Beamte gearbeitet worden ſei. Sofort lud
er ſich den Deißler vor, der am 17. Mai zuerſt erklärte, die
Schneider ſeien ihm alle aufſäſſig, dann aber ſeine
frühe=
ren Ausſagen erweiterte. Da es ſich um Arbeiten aus
dem Jahre 1908 handelte, behauptete er, ſich auf
Einzel=
heiten nicht mehr genau zu erinnern. Daß er falſch
ge=
ſchworen habe, beſtreitet er entſchieden. Der
Staats=
anwalt erachtete ihn für überführt, gab dem Gericht jedoch
die Strafzumeſſung anheim. Dieſes erkannte im
Einver=
ſtändnis mit der Verteidigung dahin, daß ein Falſcheid
nicht erwieſen ſei, weil Deißler am 9. und 11. April
an=
nehmen durfte, daß lediglich ermittelt werden ſolle, ob
und inwieweit Angeſtellte der Straßenbahn mit Wiſſen
und Willen die Betriebsſchneiderei für ſich in Anſpruch
genommen haben. Insbeſondere könne ihm nicht zur Laſt
gelegt werden, daß er der Anſicht war, gegen ſich ſelbſt
nichts ausſagen zu müſſen. Wäre ein Falſcheid jedoch
nachgewieſen, dann müſſe Freiſprechung erfolgen, weil der
Angeklagte am 17. Mai, ehe eine Anzeige erſtattet oder
Unterſuchung eingeleitet war, ſeine frühere Ausſagen
widerrufen habe. Das Urteil lautete daher auf
Frei=
ſprechung von Strafe und Koſten.
* Todesfall. Herr Juſtizrat Dr. M. Mayer, eine in
unſerer Stadt bekannte und geachtete Perſönlichkeit, iſt
geſtern nachmittag gegen 5 Uhr plötzlich geſtorben.
* Deutſcher Abend. Man ſchreibt uns: Die drei
Darmſtädter Ortsgruppen des Vereins zur Erhaltung
des Deutſchtums im Auslande (Allgemeiner Deutſcher
Schulverein) veranſtalten, wie ſchon bekannt, am 5.
November in ſämtlichen Räumen des ſtädtiſchen
Saal=
baues ein Heſſiſches Volksfeſt. Die Vorbereitungen
ſind in vollem Gange. Ein Bauernſtück in
Oden=
wälder Mundart, dargeſtellt von hieſigen Herren und
Damen, geleitet und verfaßt von Herrn Lehrer
Schwal=
bach in Heppenheim, eröffnet das reiche Programm,
dann ſetzt ſich in den Sälen das fröhliche Volks= und
Bauerntreiben fort. Frauen und Mädchen in
Oden=
wälder und oberheſſiſcher Tracht bieten Obſt und Wein
feil, an reich beſetzten Tiſchen werden für mäßige
Preiſe Speiſen und Getränke gereicht. In den oberen
Sälen bietet die Tombola Gelegenheit, den armen
Kindern in Süd=Tirol Mittel zur Feier ihres
Weih=
nachtsfeſtes zuzuwenden. Billige und ſchöne
Blumen=
ſpenden kann man in der großen Laube im Fürſten=
ſaal erhalten; den Reiz einer Spinnſtube mit Geſang
und Tanz kennen zu lernen, wird ebenfalls in den
oberen Räumen gegen ein kleines Eintrittsgeld
ge=
boten. Die Preiſe der Plätze ſind geblieben wie bei
den früheren Veranſtaltungen. Alles nähere beſagen
die Anzeigen.
St. Ludwig Ganghofer weilte am Dienstag abend
zum zweiten Male in Darmſtadt, um aus ſeinen
Wer=
ken vorzuleſen. Wie im Vorjahre, war eine
außer=
ordentlich zahlreiche Gemeinde — überwiegend junge
und jüngſte Damen — erſchienen, um des beliebten
Dichters gemütvollen Erzählungen zu lauſchen, und
man ſpendete ihm rauſchenden Beifall. Bereits früher
haben wir ausgeführt, daß ſich über den künſtleriſchen
Wert dieſer „Vorführung von Dichtern aller Art”
ſtreiten ließe. Nicht jeder Dichter iſt ein guter
Rezita=
tor und nicht alle Erzählungen und Schilderungen, die,
geleſen, außerordentlich gemütstief wirken, löſen die
gleichen Empfindungen aus, wenn ſie gehört werden.
Gehört werden müſſen nicht in einem intimen Kreiſe
von Freunden oder wenigſtens gleich Geſinnten und
gleich Empfindenden, ſondern in einem Rieſenraum
mit tauſend fremden Menſchen zuſammen, unter denen
natürlich immer Gruppen ſind, die da laut lachen, wo
des Erzählers gemütvoller Humor höchſtens ein
„Lächeln unter Tränen” auslöſen ſoll, was gerade bei
Ganghofer oft der Fall iſt. So kann nicht jeder
unge=
ſchmälert der dichteriſchen Feinheiten der
Ganghofer=
ſchen Erzählkunſt teilhaft werden, und manchem, der
ſich in ſtillen Stunden an der Lektüre erbaut, brachte
der Abend wohl eine Enttäuſchung. Trotzdem Ludwig
Ganghofer im Grunde ſeinen Dichtungen ein guter
Interpret iſt, weil die Schlichtheit des Vortrages dem
Inhalt und Charakter ſeiner Dichtungen meiſt
ent=
ſpricht. Der Dithter las aus ſeiner Jugendzeit, die
Groteske „Die vierzehn Nothelfer”, Abſchied vom
Elternhaus, Gute und ſchlechte Tage im Seminar, und
erzählte zum Schluß ernſte und heitere Erlebniſſe als
Münchener Student.
— Vortrag. Wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich,
wird der apologetiſche Vortrag des Herrn Prof. Schwarz
in der St. Eliſabethenkirche im Monat Oktober
für die katholiſchen Frauen und Jungfrauen gehalten. Der
Vortrag iſt dieſes Mal von Mittwoch auf Freitag abend
½6 Uhr verlegt worden.
W. Stenographiſches. In Offenbach wurde der
2. Unterbezirkstag des
Schülerwerbe=
ausſchuſſes der Schule Gabelsberger
unter zahlreicher Beteiligung der Schülervereine von
Darmſtadt, Offenbach und Lindenfels, verbunden mit
dem 5. Stiftungsfeſt des Offenbacher Schülervereins,
in der Oberrealſchule abgehalten. Der
Unterbezirks=
leiter gab einen kurzen Ueberblick über das
Vereins=
leben, worauf das Wettſchreiben in Abteilungen von
160—60 Silben abgehalten wurde. Es fielen dabei auf
den Schülerverein Gabelsberger in Darmſtadt in
der Abteilung 160 Silben ein 1. Preis, 140 Silben ein
1. Preis, 120 Silben ein 1. und ein 2. Preis, 100
Sil=
ben ein 1. Preis und eine Belobigung, 80 Silben zwei
1. Preiſe, 60 Silben ein 1. und vier 2. Preiſe. Alle 53
Teilnehmer konnten Preiſe erhalten. Beſonders
be=
merkenswert iſt, daß an dem Wettſchreiben auch ſolche
teilnahmen, die erſt kürzlich den Anfängerkurſus
be=
endet hatten. Den Nachmittag füllte die Feier des 5.
Stiftungsfeſtes des Offenbacher Schülervereins aus.
Herr Oberrealſchuldirektor Dr. Pitz aus Alsfeld ſprach
über das Thema „Stenographie und Schule” und führte
aus, die Schule Gabelsberger ſtrebe nach der
Einheits=
ſtenographie mit allen Mitteln und ſei ſelbſt am
mei=
ſten befähigt, die Einheitsſtenographie ſelbſt zu
wer=
den vermöge ihrer großen Erfolge in Schule und
Staatsverwaltung, überhaupt auf allen Gebieten.
— Der Chriſtliche Verein junger Männer „
Wart=
burg” begeht am Sonntag, 30. Oktober, die Feier ſeines
neunten Jahresfeſtes. Aus der Feſtordnung ſei
ent=
nommen, daß am Vormittag um 10 Uhr in der
Mar=
tinslirche ein Feſtgottesdienſt ſtattfindet, bei dem der
durch ſeine vorzügliche Rednergabe bekannte Herr
Pfarrer Correvon=Frankfurt a. M. die
Feſtpre=
digt halten wird. Das unter bewährter Leitung ſtehende
Vereinsorcheſter wird dabei in Verbindung mit der
neu hergerichteten Orgel nicht nur die Begleitung der
Lieder übernehmen, ſondern auch durch ein
Konzert=
ſtück: „Niederländiſches Dankgebet” erfreuen. Die
Nachmittagsfeier im Gemeindehaus iſt nur für
Mit=
glieder und auswärtige Gäſte. Dagegen findet abends
halb 8 Uhr im „Kaiſerſaal” (Grafenſtraße) eine
öffent=
liche Feier bei freiem Eintritt ſtatt, für die ein
reich=
haltiges Programm vorgeſehen iſt, und deren Beſuch
Freunden und Gönnern des Vereins beſtens
empfoh=
len ſei.
nn. Der Jungliberale Verein hielt im „Kaiſerſaal”
ſeine erſte Winter=Verſammlung ab, die gut beſucht
war. Der erſte Vorſitzende, Herr Ingenieur Ritzert,
erſtattete einen eingehenden Bericht über den
national=
liberalen Parteitag in Kaſſel und hob dabei die über=
wältigende Kundgebung der Delegiertenverſammlung
bei der Proklamierung Baſſermanns zum Parteiführer
hervor. Die Einigkeit der nationalliberalen Partei
in allen großen politiſchen Fragen für die Wohlfahrt
des Reiches ſei der Erfolg der Kaſſeler Tagung. Für
die heſſiſchen Verhältniſſe ſeien neue Richtlinien und
die Einberufung des Zentralausſchuſſes unbedingt
not=
wendig, um bei den Wahlen 1911 gerüſtet zu ſein.
Hier=
auf folgte noch Berichterſtattung über die Tagung des
jungliberalen Reichsverbandes in Köln, die ebenfalls
glänzend verlaufen iſt. Eingehende Beſprechung
er=
fuhren noch die bevorſtehenden
Stadtverordnetenwah=
len, wobei einſtimmig ein Feſthalten an der der
natio=
nalliberalen Partei ſeither zuerkannten Vertretung
im Stadtparlament gefordert wurde.
* Ausbildung von Kraftfahrzeugführern. Herrn
L. Beudt hier wurde von Großh. Kreisamt die
Er=
lausnis zur Ausbildung von Führern für
Kraftfahr=
zeuge erteilt.
* Orpheum. Das Gaſtſpiel des
Oberbayeri=
ſchen Bauerntheaters erweckt andauernd ſtarkes
Intereſſe bei dem hieſigen Publikum. Auch die
Vor=
ſtellung am Dienstag, bei der Anzengrubers
ergreifen=
des Volksſtück „Das vierte Gebot” zum erſten
Male gegeben wurde, war ſehr zahlreich beſucht. Die
Aufführung, die von Herrn Joſeph Meth geleitet
wurde, war in allen ihren Teilen als durchaus
ge=
lungen zu bezeichnen. Auch die Inſzenierung war
ſtilgerecht, was namentlich von dem hübſchen
Bauern=
ſtübchen gilt, in dem ſich die Tragödie der Familie
Schalanters abſpielt. Das Haupt der letzteren, den
heruntergekommenen Drechſlermeiſter, ſpielte Michl
Dengg mit Virtuoſität und köſtlicher Charakteriſtik.
Dasſelbe gilt von dem ſeiner würdigen Ehegeſpons,
aus dem Roſa Lang eine ſehr draſtiſch wirkende,
volks=
tümliche Figur zu machen wußte. Die mißratenen
Kinder Martin und Joſepha wurden von Joſeph und
Mirzl Meth vortrefflich dargeſtellt. Die übrigen
Dialektrollen lagen bei den Herren Hans Werner und
Beni Glas und den Damen Zenzi Meth und Liſi
Schwaighofer in berufenen Händen. Beſonhere
Er=
wähnung verdient noch Anna Dengg, die ſich auch mit
der hochdeutſchen Rolle der Heöwig gut abzufinden
ver=
ſtand. Auch die übrigen Rollen waren gut beſetzt. Das
Stück fand begeiſterte Aufnahme beim Publikum.
— Schützenhof. Heute, Donnerstag, beginnen im
„Schützenhof” wieder die regelmäßigen Konzerte. Das
erſte Konzert wird von der Kapelle des Leib=
Drago=
ner=Regiments unter Herrn Rühlemanns Leitung
ausgeführt. Neu hierbei iſt, daß an den
Donnerstag=
abenden der angrenzende Gartenſaal der tanzluſtigen
Jugend zur Verfügung ſteht.
* Der Deſerteur Fritz Kronenberger aus Seligenſtadt,
der vor einigen Tagen kurz nach ſeiner Einſtellung beim
Dragoner=Regiment Nr. 24 flüchtete, wurde in
Frank=
furt a. M. aufgegriffen und ſeinem Truppenteile wieder
zugeführt.
gs- Unfall. Geſtern vormittag 11 Uhr wurde
einem Schloſſer aus Griesheim in einer hieſigen
Ma=
ſchinenfabrik der rechte Fuß durch einen
darauffallen=
den Träger gequetſcht. Mittels Krankenautomobils
wurde der Verletzte durch die Rettungswache nach dem
ſtädtiſchen Krankenhaus verbracht.
Offenbach, 25. Okt. Infolge des Ergebniſſes der
Stadtverordnetenwahlen hat nuumehr die
Sozialdemokratie die vor drei Jahren verloren
gegangene Mehrheit in der
Stadtverordnetenverſamm=
lung wieder zurückgewonnen. Sie verfügt für ſich
allein über 23 von insgeſamt 42 Sitzen und ſomit über
eine Mehrheit von vier Stimmen. Die
Wahlbeteilig=
ung war ungewöhnlich ſtark. Von insgeſamt 12946
Wahlberechtigten haben 11206 abgeſtimmt.
Mainz, 26. Okt. In einem Haufe der
Pareus=
ſtraße wurden geſtern abend zwei mit
Einbrecher=
werkzeugen ausgerüſtete Perſonen
feſtgenom=
men, die in der Abſicht eingedrungen waren, einen
Einbruch zu begehen. Es handelt ſich um zwei
Haus=
burſchen aus München namens Silveſter Wagner und
Joſeph Schneider, die ſich ſchon ſeit einiger Zeit hier
aufhielten und die im Verdachte ſtehen, mehrere in
letzter Zeit hier vorgekommene Einbrüche ausgeführt
zu haben. Man konnte ihnen bereits den
Einbruchs=
verſuch in einem Uhrenladen der Steingaſſe
nach=
weiſen, wo ſie in der Sonntagnacht die Tür bereits
mit achtzehn Löchern angebohrt hatten, dann aber durch
einen Hund in die Flucht getrieben wurden. Geſtern
hatten ſie ſich in ein Haus der Pareusſtraße
einge=
ſchlichen. Man bemerkte ſie jedoch und benachrichtigte
die Polizei, die die beiden gefährlichen Geſellen
ver=
haftete.
Gießen, 26. Okt. Eine
Vertrauensmännerverſamm=
lung des erſten heſſiſchen
Reichstagswahlkrei=
ſes Gießen=Grünberg=Nidda hat
einſtim=
mig beſchloſſen, den Profeſſor Giſevius, Direktor
des Landwirtſchaftlichen Inſtituts in Gießen, als natio=
G eu
Knotenlinie macht ja täglich eine Drehung von etwa
3’11” von Oſt nach Weſt, während der Schatten ſich
mit durchſchnittlich 1 täglich in entgegengeſetztem
Sinne bewegt. Dies ſich fortgeſetzt gedacht, führt zu
dem Schluß, daß die Wiederkehr einer Mondfinſternis
längere Zeit erfordert.
Was wir nun kennen gelernt haben, gibt aber ein
Mittel an die Hand, nach dem bekannten Datum
einer Mondfinſternis feſtzuſtellen, wann wieder eine
ſolche unter gleichen Verhältniſſen ſtattfinden wird.
Nach 27,21222 Tagen, einem Drachenmonat, überhaupt
nach n. X 27,21222 Tagen, wo n eine ganze Zahl iſt,
tritt der Mond immer wieder in dieſelbe Stellung
zur Knotenlinie, alſo auch in diejenige zur Zeit der
Mondfinſternis, wenn der angegebene Zeitraum von
da ab gerechnet wird. Entſpricht nun ein ſolcher
Zeit=
raum auch einer Anzahl (ganzen Zahl) ſynodiſcher
Monate, ſo tritt gleichzeitig auch wieder die Folge
Sonne, Erde, Mond mit Vollmond, alſo eine
Wieder=
holung der Mondfinſternis ein. Es muß alſo für
die=
ſen Fall n X27,21222—n, X29,53059 ſein, wo n, die
Anzahl der ſynodiſchen Monate bedeutet. Dieſe
Be=
dingung wird erfüllt, wenn n. — 242 und n —223
ge=
ſetzt wird; denn man erzielt dann auf der linken
Seite der Gleichung 6585,35724, auf der rechten Seite
6585,32157 Tage, alſo nur einen geringen, erſt von der
zweiten Dezimalſtelle ab ſich geltend machenden
Unterſchied. Eine Mondfinſternis wiederholt ſich alſo
nach 242 Drachenmonaten oder 223 ſynodiſchen
Mo=
naten, im Mittel in 6585,34 Tagen oder rund 18
Jah=
ren 11 Tagen. Multipliziert man noch mit 3, ſo
er=
hält man mit nur ganz geringer Abweichung eine
ganze Anzahl Tage (3 X6585,34— 19756 Tage) als
Zeitraum, in dem ſich eine Mondfinſternis auch faſt
zu derſelben Tageszeit wiederholt; z. B.:
Am 13. Oktober 1856 fand eine totale
Mond=
finſternis ſtatt, 19756 Tage hinzu gibt die vom 17.
November 1910, welche Gegenſtand weiterer
Be=
trachtung ſein wird.
Der Mondfinſternis vom 17. Februar 1859 wird
die vom 22. März 1913, derjenigen vom 13. Auguſt
1859 eine ſolche vom 15. November 1913 entſprechen.
IV.
Unſere Mondfinſternis vom 17. November hatte
im laufenden Jahre, am 24. Mai, ſchon eine
Vor=
gängerin, die aber hier nicht geſehen werden konnte,
da der Mond ſchon 22 Minuten vor Beginn der
Ver=
finſterung für Darmſtadt unterging. Dagegen findet
die nächſte Verfinſterung unter recht günſtigen
Ver=
hältniſſen ſtatt, falls Wolken oder Nebel ſie nicht
ver=
decken, nicht nur wegen ihrer Totalität, ſondern auch
nach Zeit und Ort. Der Mond geht am 16.
Novem=
ber etwa um 4 Uhr nachmittags auf und am 17.
No=
vember um 8 Uhr morgens unter; ſeine
Verfinſter=
ung beginnt um 11 Uhr 44 Minuten abends und
en=
digt um 2 Uhr 58 Minuten morgens, die volle (totale)
Verfinſterung dauert von 12 Uhr 55 Minuten bis 1
Uhr 47 Minuten, alſo 52 Minuten. Da der Mond
un=
gefähr um 12 Uhr den Himmelsmeridian von
Darm=
ſtadt durchſchreitet, ſo ſteht er in der Zeit ſeiner
Ver=
finſterung auch recht hoch und läßt ſo eine vorteilhafte
Beobachtung zu.
Eine klare Nacht vorausgeſetzt, wird der noch
un=
verfinſterte Vollmond den Himmel in eigentümlich
grauem Lichte, ſilberhell in ſeiner Nähe, mit
wachſen=
der Entfernung dunkler werdend, zeigen, durch ſeine
Helligkeit den Glanz der Sterne mildern, die Erde
mit lichtem Schein überziehen, von dem ſich ſchwarze
Schatten abheben. Langſam, am linken Rande des
Mondes beginnend, ſchreitet die Verfinſterung
vor=
wärts; des Mondes Lichtſcheibe, in Sichelgeſtalt
über=
gehend, wird fortgeſetzt kleiner und weicht der
Ver=
dunkelung. Dunkler wird auch der Himmel, auf dem
nun die Sterne heller hervortreten. Endlich befindet
ſich der Mond ganz im Schatten der Erde, vielleicht in
düſterroter Färbung infolge der durch die
Erdatmo=
ſphäre gebrochenen, noch auf ſeine Scheibe fallenden
Sonnenſtrahlen. Nun iſt auch Verfinſterung auf der
Erde eingetreten, ihr Licht iſt dem niederſinkenden
Schatten gewichen, dieſer mit dem vorhandenen
Schatten in eins verſchmolzen. Vom ſchwarzen
Him=
mel aber funkeln jetzt Tauſende von Sternen in
ſchwächerem, hellerem oder glänzendem Lichte; nicht
weit vom verfinſterten Mond die prächtigen Sterne
1. Größe Aldebaran und Capella, mehr ſüdlich das
ſchönſte Sternbild unſeres Himmels, der Orion, mit
dem rötlich funkelnden Beteigeuze, fern im Südoſten,
nahe dem Horizont, Sirius der Strahlende, der König
der Sterne. Nahezu eine Stunde währt dieſes ſeltene,
uns ſo mächtig erfaſſende Schauſpiel am nächtlichen
Himmel. Dann tritt der Oſtrand des Mondes
leuch=
tend hervor, ſeine Lichtſichel wächſt und nach etwas
mehr als einer Stunde ſchaut er uns wieder ſo als
Vollmond an, als wäre inzwiſchen nichts geſchehen.
Möchten die meteorologiſchen Verhältniſſe dieſem
Ereignis günſtig ſein und deſſen ungeſtörte
Beobacht=
ung, ſeine volle Wirkung auf das menſchliche Sinnen
und Fühlen ermöglichen, denn die nächſte in
Deutſch=
land ſichtbare totale=Mondfinſternis findet erſt wieder
am 4. Juli 1917 ſtatt, die volle Verfinſterung dauert
dann faſt doppelt ſo lange wie diesmal, nämlich 1
Stunde 40 Minuten. Im Laufe von 18½ Jahren
fin=
den überhaupt nur 29 Mondfinſterniſſe ſtatt, von
denen an demſelben Orte durchſchnittlich eine im Jahre
ſichtbar iſt.
Scheiden wir hiermit von unſerem Monde, dem
trauten Beherrſcher der Nacht, der in wechſelndem
Glanze auf dunklem, goldgeſticktem Grunde würdevoll
und ſtille ſeines Weges zieht.
Seite 4.
Nummer 252.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Oktober 1910₰
nalliberalen Kandidaten für die nächſte Reichstagswahl
aufzuſtellen, da er als beſonders geeignet erachtet wird,
den im Wahlkreis beſtehenden Gegenſatz zwiſchen Stadt
und Land auszugleichen. Alle bürgerlichen Parteien
des Wahlkreiſes ſollen erſucht werden, dieſe Kandidatur
zu unterſtützen.
Aus der Reichshauptſtadt, 25. Okt. Der Kampf um
die Caruſo=Billetts hat geſtern vor dem
Ein=
gang zum Neuen Königl. Operntheater am Königsplatz
ſo ernſte Formen angenommen, daß nicht nur die
Poli=
zei einſchreiten mußte, um dem Treiben der
Billett=
händler Einhalt zu gebieten, es wurden auch viele
Betrügereien aufgedeckt, die ein
Gelegenheits=
händler mit gefälſchten Eintrittskarten begangen hat.
Die Preiſe, die für dieſe falſchen Karten gefordert und
gezahlt wurden, waren zum Teil ganz horrende.
Meh=
rere Leute hatten bis zu 50 Mark für den
Tribünen=
platz bezahlt. Obwohl nur die wenigſten von den
Be=
trogenen, unter denen auch mehrere Fremde waren, ſich
zu einer Anzeige verſtanden, wurde doch ſofort von der
Polizei eifrig nach dem Schwindler gefahndet, und man
glaubt, ihm bereits auf der Spur zu ſein. Es handelt
ſich bei dieſem Schwindelmanöver nicht um die der
Polizei bekannten gewerbsmäßigen Billetthändler,
ſondern um einen Gelegenheitshändler. — In letzter
Nacht wurden in einem Juwelierladen in der
Oranienſtraße Waren im Werte von 40000 Mark durch
einen Deckeneinbruch aus der oberen Etage geſtohlen.
Die Einbrecher entkamen. — Heute vormittag gab in
Moabit vor dem Kriminalgericht der Preßvergolder
Weck auf den in einem Meineidprozeß gegen ihn
ge=
laden geweſenen Zeugen Sandmer mehrere
Revol=
verſchüſſe ab, wovon vier trafen. Sandmer wurde
leicht verletzt, Weck verhaftet.
Frankfurt, 25. Okt. Der Umſtand, daß ſich die
Kai=
mauer des im Bau begriffenen Oſthafens auf einer
Strecke von 70 Metern verſchoben hatte, rief
Beun=
ruhigung hervor und führte zu einer Anfrage in der
heutigen Stadtverordnetenſitzung. Stadtrat
Franze konnte jedoch die beruhigende Verſicherung
geben, daß die Ausbauſchung nur 38 Meter betrage und
zum Stillſtand gekommen iſt. Die Urſache iſt in einer
Rutſchfläche unterhalb des Fundaments der
nahege=
legenen Brotfabrik zu ſuchen.
Heidelberg, 26. Okt. Geſtern nachmittag
unter=
nahm der Großherzog, begleitet von den
Ver=
tretern der Regierung und der Stadtverwaltung, eine
Automobilfahrt durch die Königsſtuhlwaldungen und
nach dem Kohlhof, wo der Tee eingenommen wurde.
Nach der Stadt zurückgekehrt, ſtattete der Großherzog
vor Beginn des vierten und letzten Bachvereins=
Jubi=
läumskonzerts dem Prinzen Rangſit von Siam einen
dritten Beſuch ab und reiſte nach dem Konzert gegen
10 Uhr nach Karlsruhe ab.
Köln, 26. Okt. Heute mittag wurde in feierlicher
Sitzung der Stadtverordneten Domkapitular Dr.
Schnütgen, deſſen berühmtes Muſeum für
chriſt=
liche Kunſt heute in Gegenwart des Kultusminiſters
feierlich eingeweiht wurde, zum Ehrenbürger der
Stadt Köln ernannt. Seine Sammlung chriſtlicher
Altertümer iſt einzig in ihrer Art und enthält
Koſtbar=
keiten von höchſter kunſtgeſchichtlicher Bedeutung. Sie
ſtellt eine Ergänzung des Kölner Kunſtgewerbemuſeums
dar, durch welches dieſes über die meiſten Anſtalten
ähnlicher Art in Deutſchland gehoben wird.
Bremen, 25. Okt. In der Preſſe werden Plätze an
Bord des Reichspoſtdampfers „Prinz
Lud=
wig” mit welchem der Kronprinz und die
Kronprin=
zeſſin am 3. November nach Ceylon reiſen, zu hohen
Preiſen angeboten. Der Norddeutſche Lloyd
erklärt, daß ſämtliche Plätze an Bord des Dampfers
zu Tarifpreiſen abgegeben worden ſeien und daß er
den fraglichen Anpreiſungen von Plätzen ebenſo
fern=
ſtehe, wie allen übrigen in der letzten Zeit über die
Reiſe des Kronprinzen in der Preſſe veröffentlichten
Nachrichten.
Schweidnitz, 26. Okt. Der Arbeiter Patzelt aus
Rudolfswaldau (Kreis Waldenburg), der im Jahre 1909
ſeinen eigenen Vater mit der Axt erſchlagen hatte, wurde
heute früh durch den Scharfrichter Schwietz=Breslau im
Hofe des hieſigen Landgerichts hingerichtet.
Innsbruck, 26. Okt. Bei Sterzing in Tirol iſt
man beim Setzen von elektriſchen Leitungsmaſten auf
gold= und ſilberhaltiges Quarzgeſtein
geſtoßen, das reichen Gewinn erhoffen läßt. Das
Me=
tall iſt bis zu einer Stärke von 6 Millimeter
einge=
ſprengt und weiſt einen Goldgehalt von 2 Gramm auf
1 Kilogramm Geſtein auf.
Paris, 25. Okt. Der bekannte Dominikaner=
Pater Roſe, der ſich einen angeſehenen Namen in
der katholiſchen Gelehrtenwelt gemacht hat und als
Lehrer an bedeutenden katholiſchen Lehranſtalten,
unter anderen hat er an der Freiburger Univerſität
gewirkt, tätig war, iſt aus der katholiſchen
Kirche ausgetreten. In letzter Zeit war er in
Genf und wird nunmehr in Nizza wohnen, wo er als
Gymnaſialprofeſſor eine Anſtellung erhalten hat.
London, 26. Okt. Eine Depeſche an die Lloyd=
Agen=
tur aus Fayal (Azoren) beſagt, daß der deutſche
Dampfer „Scotia” auf dem Wege von St.
Tho=
mas nach Hamburg ſeinen Schaft gebrochen und ein
Leck im Vorderteil erlitten habe. Die Mannſchaft
ver=
ſuchte zwar, das Leck auszubeſſern, hatte aber damit
keinen Erfolg. Die Pumpen arbeiten unausgeſetzt
und das Schiff treibt anſcheinend ſteuerlos nach Süden.
Dienstag morgen 3 Uhr traf der ſpaniſche Dampfer
„Alfonſo XIII” die „Scotia” unter 38 Grad 10 Min.
nördlicher Breite und 31 Grad 53 Min, weſtlicher
Länge. Der dritte Offizier der „Scotia” wurde auf
den ſpaniſchen Dampfer übergeſetzt. Der Perſonen=
und Handelsdampfer „Scotia” gehört der Hamburg=
Amerika=Linie.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Ueber Herrn Artur Schnabel, der
heute im Richard Wagner=Verein zum erſten Male
vor das Darmſtädter Publikum tritt, ſchreibt
Pro=
feſſor Stange in der Kieler Ztg.: „Wenn Herr Artur
Schnabel mit dem D-moll=Konzert von Brahms einen
ſo unbeſtrittenen Erfolg hatte, ſo iſt das in erſter Linie
ihm ſelbſt zuzuſchreiben, der es verſtanden hat, durch
ſein wunderbares Spiel den Klavierpart des Stückes
ſo zu geſtälten und zu beleben, daß es jeden packen
mußte. Herr Schnabel iſt ein Klavierſpieler von ſo
unfehlbarer Technik, ſo hinreißender Vortragskunſt
und ſo feinem muſikaliſchen Empfinden, daß ich ſeit
Liſzt und Rubinſtein keinen Spieler gehört habe, der
eine ſolche unmittelbare Wirkung auf den Hörer
aus=
geübt hätte als Artur Schnabel.”
Partei und dem Zentrumsverein zur Kenntnisnahme
übermittelt worden. Sobald es geboten erſcheint,
wer=
den die Namen der vom Hanſa=Bunde aufgeſtellten
Kandidaten veröffentlicht werden.
Der Bezirksverein „Altſtadt” hielt am
Dienstag in der Brauerei Zur Krone” eine
Mitglieder=
verſammlung ab. Der Vorſitzende, Herr Stadtverordneter
Link, eröffnete die Sitzung, begrüßte die zahlreich
Erſchie=
nenen, insbeſondere Herrn Stadtverordneten Kolb, der
Vorſitzender des Bezirksvereins „Innenſtadt” iſt. Hierauf
wurde Herr Apotheker Ramdohr als Kandidat zur
bevor=
ſtehenden Stadtverordneten=Wahl den
Mitglie=
dern bekanntgegeben, der ſodann in ſchöner, ſachlicher
Aus=
führung ſein Programm entwickelte, das allgemeinen
Bei=
fall und volle Annahme der Verſammlung fand. Von
einigen Herren wurde der Wunſch geäußert, man möge
auch die Namen der anderen in Vorſchlag gebrachten
Kan=
didaten nennen. Dies wurde jedoch mit der Begründung
abgelehnt, daß die Namensliſte zurzeit noch nicht ganz
genau feſtgelegt ſei und etwaige Abänderungen möglich
werden könnten. In der ziemlich lebhaften Debatte
ſpra=
chen mehrere Herren, auch ein Vertreter der Arbeiterpartei
beleuchtete ſeinen Stadtpunkt in beredten Worten und
ſach=
licher Weiſe.
Herr Sanitätsrat Dr. Kolb machte die ſehr
erfreu=
liche Mitteilung, daß der in Vorſchlag gebrachte Herr
Ramdohr die beſten Ausſichten hätte, auch Kandidat des
Bezirksvereins „Innenſtadt” zu werden. Er empfahl die
Wahl Ramdohrs aufs wärmſte und ſicherte noch kräftigſte
Unterſtützung zu. Dies iſt wohl ein ganz vorzüglicher
Be=
weis, welch weitgehender Beliebtheit ſich Herr Ramdohr
erfreut. Als nächſter Redner gab Herr Stadtverordneter
Saeng den Anweſenden Aufſchluß über die bis heute
geleiſtete Wahlarbeit. Aus den ſehr intereſſanten Worten
des Herrn Saeng konnte man wohl vernehmen, welch
große Mühe und Arbeit es erfordert, all die Wünſche
und Anſprüche, die von den politiſchen Parteien und auch
von den wirtſchaftlichen Organiſationen zu den
Stadtver=
ordneten=Wahlen geſtellt werden, Berückſichtigung finden
zu laſſen. Die in ziemlich vorgerückter Stunde
vorgenom=
mene Abſtimmung ergab die einſtimmige Annahme des
Herrn Ramdohr als Kandidaten.
Zu den Stadtverordnetenwahlen.
2 Die Friſt zur Offenlage der
Liſten für die bevorſtehenden
Stadt=
verordnetenwahlen iſt am geſtrigen
Mitt=
woch zu Ende gegangen. Von dem auf
Don=
nerstag, den 10. November,
anberaum=
ten Wahltag trennen uns noch 14 Tage. Wie
ſchon mehrfach erwähnt, ſind 18 Stadtverordnete
zu wählen. Von den zurzeit noch im Dienſt
be=
findlichen Stadtverordneten geht bei folgenden 11
Her=
ren die Dienſtzeit mit Schluß dieſes Jahres zu Ende:
1. Bangel, Finanzamtmann; 2. Bender, Dr.,
Rechtsanwalt; 3. Bormet, Rechnungsrat; 4. Heyd,
Diplom=Ingenieur; 5. Hüfner, Werkführer;
6. Kolb, Dr., Sanitätsrat; 7. Lautz, L., Fabrikant;
8. Müller, Ortsgerichtsvorſteher; 9. Nodnagel,
Geh. Oberſchulrat; 10. Rockel, Privatier;
11. Schneider, H., Landwirt. Dieſe Herren ſind
wieder wählbar. Die anderen zu erſetzenden 7
Her=
ren ſind bereits früher durch Mandatsniederlegung,
Ableben uſw. aus der Stadtverordnetenverſammlung
ausgeſchieden. Die Wahlberechtigten ſeien beſonders
darauf aufmerkſam gemacht, daß diejenigen ihr
Wahl=
recht nicht ausüben können, welche ſeit länger als 2
Monaten mit ihrer Gemeindeſteuer im Rückſtand ſind.
Bei der bevorſtehenden Wahl muß alſo das zweite, im
Juli fällig geweſene Ziel der Gemeindeſteuer bezahlt
ſein. Wer dem noch nicht entſprochen hat und
dem=
nächſt nicht als „Steuerreſtant” vom Wahlrecht
aus=
geſchloſſen ſein will, beeile ſich, das zweite Ziel zu
be=
zahlen.
* Die Ortsgruppe Darmſtadt des Hanſa=
Bundes hat den kommenden Stadtverordnetenwahlen
in Darmſtadt ſeit längerer Zeit ihre volle
Aufmerkſam=
keit zugewendet. In einer Anzahl von Beratungen
der zu dieſem Zwecke gebildeten Wahlausſchüſſe wurde
die Kandidatenfrage ſorgfältigſt geprüft. Unter
Aus=
ſcheidung aller politiſchen und konfeſſionellen
Geſichts=
punkte iſt nunmehr in Berückſichtigung der dem Hanſa=
Bunde anvertrauten Intereſſen der verſchiedenen
Er=
werbsſtände eine Liſte von ſieben Herren aufgeſtellt
worden, welche als zukünftige Stadtverordnete
durch=
aus geeignet erſcheinen. Dieſe Liſte iſt ſowohl dem
Wahlausſchuß der Vereinigten Bezirksvereine, wie dem
Nationalliberalen Verein, dem Verein der Freiſinnigen
Luftſchiffahrt.
* Friedrichshafen, 25. Okt. Von
zuſtändi=
ger Seite wird der Württemberger Automobil= und
Luftſchiff=Korreſpondenz mitgeteilt, daß dieſes Jahr
keine Probeaufſtiege und keine
Paſſa=
gierfahrten mit dem Zeppelin=Luftſchiff „Erſatz
Deutſchland” ausgeführt werden. Zwar ſollte das
Luft=
ſchiff noch Paſſagierfahrten aufnehmen, dies wurde aber
der gegenwärtig ungünſtigen Zeit halber als zwecklos
hingeſtellt. Die erſten Fahrten ſollen im Vorfrühling
wieder aufgenommen werden. Während dieſer Zeit
ſoll an der Vervollkommnung und Verbeſſerung
ein=
zelner Teile und der Erprobung der Motoren
ge=
arbeitet werden. Die Deutſche Luftſchiff=
Aktiengeſell=
ſchaft hält am 31. Oktober in Frankfurt a. M. eine
Auf=
ſichtsratsſitzung ab, in der Geſchäftsberichte, ſowie
Be=
richte über die Fahrten in Düſſeldorf und Baden=Baden
vorgelegt werden.
sr. Oberleutnant Mente †. Das
Magde=
burger Flugmeeting brachte einen tödlichen
Un=
fall. Oberleutnant Mente, der vorher keinen
Auf=
ſtieg unternommen hatte, kam zum erſten Male heraus
und ſtürzte dabei gleich ſo unglücklich, daß er tot liegen
blieb. Oberleutnant Mente, der auch in Magdeburg,
wie bei allen ſeinen Flügen, eine Wrightmaſchine
be=
nützte, gehörte zu den jüngeren deutſchen Aviatikern,
hatte ſich aber bereits wiederholt durch kühne Flüge
ausgezeichnet. So unternahm er Anfangs Oktober
einen ſchönen Ueberlandflug von Johannisthal aus
über die Müggelberge, beteiligt ſich dann an der
Ber=
liner Flugwoche und war auch einer der Bewerber, die
ſich für den Ueberlandflug Bork-Johannisthal hatten
einſchreiben laſſen. Oberleutnant Mente war in
avia=
tiſchen Kreiſen außerordentlich beliebt, ſo daß ſein Tod
ſchmerzlich empfunden werden wird. Es iſt dies der
vierte deutſche Aviatiker, der in der Ausübung ſeiner
Tätigkeit den Tod gefunden hat, da vor ihm Robl,
Plochmann und Haas dem Flugſport zum Opfer fielen.
* Magdeburg, 26. Okt. Die nationale
Flug=
woche iſt endgültig abgebrochen worden.
* Magdeburg, 25. Okt. Das Luftſchiff
„P V” iſt unter Führung des Hauptmanns Dinglinger
nachm. um 4 Uhr auf dem Flugplatze glatt gelandet.
sr. Der Proteſt gegen den Sieger des
Ueberlandfluges Frankfurt a. M.-Mann=
Vorträge.
Die Heimarbeiterinnen=
Organi=
ſation war das Thema eines Vortrages von
Fräu=
lein Gaebel=Marburg in der Ortsgruppe Darmſtadt
des chriſtlichen Gewerkvereins der Heimarbeiterinnen
Deutſchlands. Der Vortrag fand am 25. abends in dem
Lokale zum Feierabend ſtatt und war gut beſucht von
Damen und einigen Herren. Die Vortragende wußte
das umfangreiche Thema in ſehr klarer und
anſprechen=
der Weiſe zu behandeln. Sie begann mit einer
Be=
trachtung der verſchiedenen Lohnſätze der Heimarbeit
und betonte dabei den Unterſchied zwiſchen Großſtadt,
Kleinſtadt und Land und zwiſchen gelernten und
unge=
lernten Arbeiterinnen und kam von dieſer Betrachtung
zu der Forderung der Einrichtung ſtaatlicher
Lohn=
ämter nach engliſchem Muſter und damit zu der
Garan=
tie von Mindeſtlöhnen. Daß mit der Staatshilfe allein
nicht auszukommen ſei, wurde zugegeben und die
Or=
ganiſationsfrage damit in den Vordergrund geſtellt.
Der Umſtand, daß die Heimarbeit vielfach bei Frauen
nicht als Hauptverdienſt, ſondern als eine erwünſchte
Nebeneinnahme zur Verbeſſerung der wirtſchaftlichen
Verhältniſſe betrachtet wird, erſchwert ſelbſtverſtändlich
die Organiſation auf dieſem Gebiete. Die
Arbeite=
rinnen nach Berufsgruppen zuſammen zu führen und.
damit eine Einheitlichkeit in die Forderungen zu
brin=
gen, ſtellte die Rednerin als das zu erreichende Ideal
dar und bezeichnete als Endziel dieſer Bewegung die
Durchführung von Tarifverträgen. Ein
Hauptaugen=
merk muß der chriſtliche Gewerkverein der
Heim=
arbeiterinnen auch auf die berufliche Ausbildung
rich=
ten, damit die arbeitende weibliche Bevölkerung
berufs=
tüchtig und erwerbstüchtig gemacht werde. Neben der
Frage einer Erweiterung der Fortbildungsſchule wurde
die Einrichtung beſonderer Lehrkurſe und zu gleicher
Zeit gut organiſierter Arbeitsvermittelungen
hervor=
gehoben und auf die Schädigung, welche durch eine zu
ausgedehnte preisdrückende Zuchthausarbeit den freien
Arbeiterinnen zugefügt wird, hingewieſen. Bei all
dieſen Beſtrebungen wird der chriſtliche Gewerkverein
beſtrebt ſein müſſen, auch gute perſönliche Beziehungen
mit den Arbeitgebern zu erhalten, gerade im Intereſſe
der Verbeſſerung der wirtſchaftlichen Lage der
weib=
lichen Arbeitnehmerinnen, insbeſondere der
Heimarbei=
terinnen. Die Ausdehnung der Gewerbeordnung und
der ſozialen Verſicherungsgeſetze auf die
Heimarbeite=
rinnen, die Unterſtellung derſelben und beſonders der
Privatarbeitsſtätten für Heimarbeiterinnen unter die
Gewerbeinſpektion und Wohnungsinſpektion, wurde
ebenfalls als zeitgemäße Forderung betont und es
wurde der Wunſch ausgeſprochen, daß auch ſeitens der
geſetzgebenden Körperſchaften der Frage der
Organi=
ſation der Heimarbeiterinnen und der Verbeſſerung
ihrer Lage unausgeſetztes und wohlwollendes Intereſſe
entgegengebracht werde.
An den von gründlicher Sachkenntnis und
warm=
herziger Liebe getragenen Vortrag ſchloß ſich noch eine
kurze Beſprechung, worauf der Vorſtand die
An=
weſenden aufforderte, ſoweit das noch nicht geſchehen
ſei, der Ortsgruppe Darmſtadt des chriſtlichen
Gewerk=
vereins der Heimarbeiterinnen als Mitglied
beizu=
treten.
Kleines Fenilleton.
** Wie König Chulalongkorn
be=
graben wird. Ein ſchwerer Trauerſchleier iſt jetzt
über ganz Siam gebreitet und in Bangkok rüſtet man
ſich, die ſterblichen Ueberreſte König Chulalongkorns
mit feierlichem Prunk zur letzten Ruhe zu beſtatten.
Nach der Einbalſamierung werden die ſterblichen
Ueber=
reſte, in heilige Blätter und Pflanzen gebettet, in einen
Sarg von maſſivem Gold gelegt. Dann erſt beginnen
die Vorbereitungen der eigentlichen Trauerfeier, deren
Schilderung einem franzöſiſchen Blatt entnommen iſt.
Ein hoher, reich ausgeſtatteter Katafalk, ganz von
ſil=
bernen Draperien bedeckt, iſt in der Mitte der großen
Pagode aufgerichtet. Die Ueberführung dahin erfolgt
in feierlicher Weiſe durch den neuen König, den ganzen
Hof und alle Prieſter der Hauptſtadt. Alle Teilnehmer
haben für dieſe feſtliche Stunde ihre koſtbarſten Kleider
angelegt: ein Strom von goldenen Gewändern und
funkelnden Edelſteinen, ein Wogen viekfarbiger Seide
und bunteſten Schmuckes entfaltet ſich hinter dem
Sarge, denn in Siam trauert man nicht durch das
ein=
tönige Schwarz, ſondern erweiſt dem Toten durch das
Zeigen des größten Prunkes die letzte Ehre. So trägt
der junge König bei der Trauerfeierlichkeit ein Gewand
aus Goldbrokat, das über und über mit Diamanten
beſät iſt, hat eine hohe, ſpitz zulaufende weiße Mütze
aufs Haupt geſetzt, die ebenfalls mit Juwelen beſetzt iſt,
und erſcheint ſo in all der Herrlichkeit, die die Siameſen
an ihrem Herrſcher bewundern. Ihm voran ſchreitet
ein Fahnenträger, ganz in Gold gekleidet, der das
königliche Banner aus Goldbrokat trägt. Vier große
Mandarine, hohe religiöſe Würdenträger, geleiten ihn.
Die zehn heiligen Elefanten werden unmittelbar
hin=
ter dem Katafalk hergeführt; dieſe weißen Wappentiere
Siams ſymboliſieren gleichſam die Trauer des ganzen
Reiches. Während der Ueberführung ſingen die Prieſter
mit eintöniger Stimme ihre Gebete, und eine unzählige
Menge umrahmt die Straßen, an denen der Zug
vor=
beigeht. Endlich ſind die Untertanen von dem
neun=
tägigen Stillſchweigen, der dumpf brütenden erſten
Trauer befreit. Sie dürfen nun ihren Gefühlen Luft
machen, und ſie tun es in ihren burlesken Tänzen, die
ſie zu Ehren des Herrſchers ausführen. Gauklertruppen
führen ihre grotesken Verrenkungen aus, wunderliche
Farcen werden von Schauſpielern im Freien
darge=
ſtellt. Unterdeſſen iſt der Zug zu der königlichen
Pagode gelangt; der goldene Sarg wird auf einen
Scheiterhaufen geſtellt, um den ſich vier große Säulen
aus vergoldetem Holz erheben, von denen jede eine
hohe Pyramide von mehreren Stockwerken trägt. So
iſt eine Art Kapelle um den Scheiterhaufen geſchaffen,
die von mehreren ziemlich hohen, mit einer Unzahl von
Papierfiguren beklebten Türmen eingerahmt iſt.
Ueberall trifft der Blick an dieſen ſeltſamen Bauten
auf groteske Figuren, auf Drachen, Affen und
Dämonen, deren tiefere Bedeutung mit dem ſiameſiſchen
Totenkult zuſammenhängt. Die Leichenfeier ſelbſt
vollzieht ſich unter Schreien und religiöſen Geſängen,
die von der draußen harrenden Volksmenge
aufge=
nommen und wiederholt werden. Sie dauert mehrere
Stunden, dann bildet ſich der prunkende Zug von neuew.
Nummer 252.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Oktöber 1910.
Seite 3.
heim, Jeannin, kam abermals in einer Sitzung
eines Schiedsgerichts zur Sprache. Der Proteſt war
bekanntlich von Lochner und Lindpaintner eingereicht
worden, weil Jeannin eine Wendemarke in Mainz
nicht vorſchriftsmäßig gerundet haben ſollte. Das unter
dem Vorſitz des Generalleutnants von Nieber, des
neuen Vorſitzenden des Deutſchen Luftſchiffer=
Verban=
des, tagende Schiedsgericht beſchloß, weitere
Erhebun=
gen einzuziehen und die nächſte Sitzung im November
abzuhalten.
* Paris, 26. Okt. Bei der Rückkehr vom
Ueber=
landflug nach Bourges ſtürz te der Aviatiker
Blan=
chard ab, als er in Iſſy lex Moulineaux eintraf, aus
30 Meter Höhe und war ſofort tot.
* Paris, 26. Okt. Das engliſche lenkbare
Luft=
ſchiff der Morning Poſt verließ heute morgen um
10 Uhr 15 Minuten die Halle in Moiſſon bei Paris und
trat die Fahrt nach Aldershot an.
* London, 26. Okt. Das Luftſchiff der Morning
Poſt hat um 2,15 Uhr Brighton in der Richtung
Alder=
ſhot überflogen.
sr. Dasoffizielle Klaſſement zum
Gor=
don Bennett=Rennen der Lüfte,
vorbehalt=
lich der Leiſtung des vermißten Ballons „Amerika” iſt
folgendermaßen aufgeſtellt worden: 1. „
Düſſel=
dorf” (Deutſchland) 1769 Kilometer in 42
Stun=
den, 2. „Germania” (Deutſchland) 1673 Kilometer in
43 Stunden, 3. „Helvetia” (Schweiz) 1367,65 Kilometer
in 46 Stunden, 4. „Ille de France‟ (Frankreich) 1266,52
Kilometer in 34½ Stunden, 5. „Azurea” (Schweiz)
1242,14 Kilometer in 42 Stunden, 6. „Harburg” (
Deutſch=
land) 1206,75 Kilometer in 27¾ Stunden, 7. „St.
Louis” (Amerika) 884,95 Kilometer in 28 Stunden,
8. „Condor” (Frankreich) 659,69 Kilometer in 21
Stun=
den 20 Minuten, 9. „Milon Population” (Amerika)
506,83 Kilometer in 14½ Stunden. Von dem Ballon
„Amerika” liegen noch immer keine weiteren
Nachrich=
ten vor. Man weiß nur, daß der Ballon den
Michigan=
ſee überflogen hat und daß er die Richtung auf den
Hudſonſee innehatte, jenſeits des großen Sees aber
nicht geſichtet worden iſt. Trotzdem wird vermutet, daß
der Ballon in Quebee niedergegangen iſt. Es verlautet
ſogar, daß die Inſaſſen gerettet ſind und ſich auf dem
Wege nach Quebee befinden. Eine Beſtätigung dieſer
Nachricht ſteht allerdings noch aus. Dem deutſchen
Ballon „Düſſeldorf” dürfte demnach der Sieg in dem
diesjährigen Bennett=Fliegen zufallen, wenn die von
ihm zurückgelegte Entfernung nicht von „Amerika”
noch überboten worden iſt.
Sport.
sr. Bei dem internationalen Lawn=
Tennis=Turnier in Neuilly errangen die
deutſchen Spieler Rahe und Kleinſchroth bisher ſchöne
Erfolge. Rahe ſiegte im Herren=Einzelſpiel zunächſt
über Zambaux 6—2 6—2 6—2, dann über Dodge 8—6
6—2 5—7 6—3, und in der Vorſchlußrunde über Gobert,
während Kleinſchroth in der gleichen Runde von
Ger=
mot geſchlagen wurde, nachdem ſich der Münchener durch
die Siege über Laurent und Jouſſelin die Teilnahme
an der Vorſchlußrunde geſichert hatte.
Das Unwetter in Süditalien.
* Rom, 25. Okt. Nahh=den neueſten Nachrichten
ſind die Beſchädigungen in der Nachbarſchaft des
Veſuv nicht groß. Die Meldungen von Ischia
beſtätigen, daß das Unglück nicht ſo bedeutend geweſen
iſt, wie man nach den erſten Gerüchten über die
Zer=
ſtörung Caſamicciolas und eines großen Teiles von
Ponte d’Ischia glaubte. In Caſamiceiola ſtürzten nur
etwa 15 Häuſer ein, 100 andere wurden allerdings
be=
ſchädigt, ebenſo das Elektrizitätswerk. Nur etwa 10
Menſchen ſind umgekommen. In Laccoameno und
Ischia iſt kein Schaden zu verzeichnen, dagegen iſt die
Verwüſtung an der Küſte von Amalfi und beſonders in
den kleinen Fiſcherdörfern Cetara Majori und Minori
ſehr groß geweſen. Der Miniſter Sacchi iſt in Salerno
eingetroffen und ſchiffte ſich auf einem Schleppdampfer
zur Beſichtigung der Küſte ein.
* Piſa, 26. Okt. Der König iſt zum Beſuch der
vom Unweter heimgeſuchten Gegenden nach Neapel
ab=
gereiſt.
H. B. Rom, 26. Okt. Die von Luzzatti entſandten
Miniſter verteilten an die hungernde Bevölkerung
von Caſamicciola Geld und ließen für die Obdachloſen
Zelte aufſchlagen. Der Marineminiſter Catholigug
ge=
riet bei der Beſichtigung von Caſamicciola an den Rand
eines 40 Meter tiefen Schlammberges und verſank
und kehrt auf demſelben Wege nach dem Königspalais
zurück. Drei Wochen hindurch finden nun öffentliche
Gebete und Zeremonien in der großen Pagode ſtatt, wo
der Körper des entſchlafenen Herrſchers auf dem
Kata=
falk ausgeſtellt bleibt. Danach erſt findet die eigentliche
Feier der Verbrennung ſtatt. In der Mitte ſeines
ganzen Hofes erſcheint der neue König zum letzten Mal
vor dem Sarge ſeines Vaters. Der Oberprieſter
überreicht ihm eine geweihte Kerze, und nun zündet er
ſelbſt den Scheiterhaufen an, der den Goldſarg neben
anderen Koſtbarkeiten verzehrt. In dem Moment, wo
die erſte Flamme empor lodert, ſetzen die dumpfen
Ge=
ſänge der Prieſter ein und begleiten die Arbeit des
Feuers, bis der letzte Funke verlöſcht iſt. Die Aſche des
Dahingegangenen wird dann von dem neuen König
ſelbſt geſammelt und in einer Urne beigeſetzt, die er mit
ſeinem königlichen Siegel für immer verſchließt.
* Julia auf der Strickleiter. Das
Agramer Tgbl. bringt eine Mitteilung, aus welcher
hervorgeht, daß man ſich nicht nur Romeo, ſondern auch
eine liebende Julia auf der Strickleiter denken kann.
Ein Agramer Ehepaar, ſo berichtet das Blatt, hatte ein
junges Stubenmädchen, bei dem die Dame des Hauſes,
als ſie gerade in die Küche kam, einen Verehrer traf.
Dem wurde nun das Betreten der Wohnung verboten,
worauf das Stubenmädchen bei jedem Gange um eine
halbe Stunde länger ausblieb, dann kam aber noch
dazu, daß das Mädchen auch abends oft auf
ungebühr=
lich lange Zeit verſchwand. Als ſich nun Herr und
Frau eines Abends zu einem Beſuch begaben, ſperrten
ſie vorſichtshalber, durch die Erfahrungen gewitzigt, die
äußere Wohnungstüre ab. Um 12 Uhr nachts kamen
die Eheleute nach Hauſe. Im Finſtern betrat die Frau
das Schlafzimmer, als ſie plötzlich einen Ruf des
Ent=
ſetzens ausſtieß und gegen den ihr nachfolgenden Gatten
taumelte. Das Fenſter war offen und etwas wie ein
dicker Strick, der am Bettfuß angebunden war, hing
beim Fenſter hinaus. Einbrecher! war der erſte
Ge=
danke; die Frau wankte in die Küche, um das Mädchen
zu wecken, während der Mann nach einer Waffe ſuchte.
Da neuer Schrecken: das Mädchen war nicht da. Jetzt
machte man Licht, um die Sache aufzuklären. Eine
nette Ueberraſchung: das Mädchen hatte ſämtliche Röcke
darin bis zur Bruſt. Er wurde hervorgezogen und
ſetzte ohne weiteres die Beſichtigung fort. In Majori
ſind viele Häuſer bis zum zweiten Stock vom Schlamm
blockiert. Man ſchätzt heute dort die Zahl der Toten
auf 50.
* Rom, 26. Okt. Der Marineminiſter
telegra=
phierte aus Caſamicciola, daß dort der Schaden
am größten ſei. In Ischia ſei das Unglück nicht ganz ſo
groß. In beiden Orten ſeien die Waſſerleitungen
unter=
brochen und die Wege und Chauſſeen in der Umgegend
beſchädigt. In Forio auf der Weſtküſte von Ischia ſind
12 Perſonen umgekommen. Der Miniſter beſucht heute
Barano, Lacco Ameno und die Umgegend, wo viel
Scha=
den angerichtet wurde. Der Kreuzer „San Giorgia” iſt.
vor Jschia, das Linienſchiff Sardigna” mit Pionieren
und Hilfsmitteln in Caſamicciola eingetroffen. Der
Ma=
rineminiſter leitet die Hilfsaktion. Man wird vor allem
ſofort die Waſſerleitungen und die Wege wieder herſtellen.
Literariſches.
— Empor durch dich ſelbſt! Ratſchläge für
jeden, der im Leben vorwärts kommen und etwas
er=
reichen will. Von M. Unterbeck. Chemnitz, H.
Thümm=
lers Verlag. Preis 1,20 Mark. Das Buch enthält eine
Menge anregender und wertvoller Winke, ſodaß jeder
Le=
ſer das Büchlein immer wieder zur Hand nehmen wird.
Für Menſchen, die der Aufmunterung bedürfen und für
junge Leute, deren Charakter gefeſtigt werden ſoll, iſt das
Buch geradezu wie geſchaffen.
Das deutſche Kaiſerpaar in Brüſſel.
* Brüſſel, 25. Okt. Um 4 Uhr nachmittags ſtattete
der Kaiſer, die Kaiſerin und Prinzeſſin Viktoria
Luiſe der Gräfin von Flandern einen
einſtün=
digen Beſuch ab und nahmen bei ihr den Tee.
Hier=
auf begaben ſich die Kaiſerin und die Prinzeſſin Viktoria
Luiſe nach der St. Gudula=Kirche, die ſie eingehend
be=
ſichtigten. Um 5 Uhr nachmittags empfing der Kaiſer
im Stadtſchloß das geſamte diplomatiſche Korps,
das ihm von dem deutſchen Geſandten v. Flotow
vor=
geſtellt wurde. Später ſah Kaiſer Wilhelm den König
Albert längere Zeit in ſeinen Gemächern. Um 7 Uhr
abends fand im Schloß Galadiner ſtatt. Hierzu
waren geladen: die beiden Gefolge, der ganze Dienſt
des belgiſchen Hofes, ſämtliche belgiſche Miniſter, der
belgiſche Hofmarſchall, das geſamte diplomatiſche Korps
mit ſeinen Damen, die Herren der deutſchen
Geſandt=
ſchaft mit Damen, der Reichskommiſſar der deutſchen
Abteilung auf der Weltausſtellung, Geh. Reg.=Rat
Albert, die Geh. Kommerzienräte Goldberg und
Ra=
vené als Vertreter des deutſchen ſtändigen
Ausſtell=
ungskomitees und des Komitees der deutſchen
In=
duſtrie auf der Weltausſtellung, ferner der deutſche
Konſul in Brüſſel, Bobrick, außerdem der
Bürger=
meiſter der Stadt Brüſſel, Max.
Trinkſprüche.
Bei der Galatafel im königlichen Schloſſe brachte
König Albert folgenden Trinkſpruch aus:
Ich empfinde wahrhafte Freude, Eure Kaiſerlichen
Majeſtäten heute in Brüſſel willkommen zu heißen.
Indem Sie uns gleich im erſten Jahre unſerer
Regie=
rung einen Beſuch in unſerer Hauptſtadt abſtatten,
er=
weiſen Eure Kaiſerlichen Majeſtäten uns eine Ehre,
die uns hoch erfreut. Die Königin und ich ſehen in
demſelben ein neues Zeugnis der Gefühle, deren ganze
Herzlichkeit der uns im vorigen Frühjahr in
Potsdam bereitete liebenswürdige Empfang ſchon hat
erkennen laſſen. Aber dieſes Zeugnis beſchränkt ſich
nicht auf die königliche Familie von Belgien. Ich
bin überzeugt, der deutſche Kaiſer hat auch den
Bel=
giern die Sympathie zeigen wollen, die er für ein
tatkräftiges, zugleich für die Kunſt, das Ideal und für
den Fortſchritt begeiſtertes Volk der Arbeit empfindet.
Und dieſer Achtungsbeweis des Herrſchers des großen
Nachbarreiches, wo eine gewaltige Bevölkerung uns
das Schauſpiel unabläſſiger, glänzender Arbeit bietet,
wird noch erhöht dadurch, daß an ſeiner Seite Ihre
Majeſtät die Kaiſerin erſcheint, deren Name
Wohl=
ätigkeit und Nächſtenliebe bedeutet, und die
liebens=
würdige Prinzeſſin, welche die Anmut ihrer 18 Jahre
in dieſes Schloß bringt.
Das belgiſche Volk wird das freundſchaftliche
In=
tereſſe, das ihm von Euren Kaiſerlichen Majeſtäten
zu=
teil wird, in hohem Maße zu ſchätzen wiſſen. Es ſieht
und begrüßt in dem Kaiſer ebenſo den
weitausſchauen=
den wie erleuchteten Monarchen, der den glänzenden
Aufſchwung ſeines Landes auf allen Gebieten
menſch=
licher Tätigkeit ſo mächtig zu fördern gewußt hat. Es
und Unterröcke der Frau zu einem Strick
zuſammen=
geknüpft und ſich von dem nicht allzu hohen zweiten
Stockwerk in den Hof hinuntergelaſſen! Um 1 Uhr
nachts läutete das Kätzchen und begehrte Einlaß. Sie
habe ſo und nicht anders handeln müſſen — denn ſie
habe ihrem „Bräutigam” verſprochen, zu kommen, und
er verlange militäriſche Pünktlichkeit!
* Das Jubiläum der Erbswurſt. Ihr
vierzigjähriges Jubiläum kann in dieſem Jahre die
Erbswurſt feiern. Im Kriegsjahre 1870/71 war es die
zweite deutſche Armee, die zuerſt den Wert der
Erbs=
wurſt erprobte. Der Erfinder der Erbswurſt war ein
Berliner Koch namens Grünberg. Grünberg verwandte
zur Herſtellung konſervierende Salze und erreichte
da=
durch eine recht lange währende Haltbarkeit ſeiner
Erbſenkonſerve. Das preußiſche Kriegsminiſterium
er=
kannte raſch den Wert der neuen Konſerve und kaufte
das Rezept für 37000 Taler an. Eine eigene Fabrik
wurde erbaut, die täglich 225 Zentner Speck, 450
Zent=
ner Erbsmehl, 28 Scheffel Zwiebeln und 32 Säcke Salz
verarbeitete und täglich 75000 Erbswürſte ins
Feindes=
land entſandte zur Kräftigung und Stärkung der
Mannſchaften der deutſchen Heere.
EW Fürſtliche Namen. Unſere Fürſtlichkeiten
pflegen über eine ſtattliche Reihe von Vornamen zu
ver=
fügen, auch eine beträchtliche Summe von Einzeltiteln
ſügt ſich den „Rufnamen” unſerer Fürſten an. Alles dieſes
iſt aber ein Nichts im Vergleich mit dem ſtolzen Namen,
den der jüngſt verſtorbene König von Siam,
Chula=
longkorn, ſein eigen nannte: Kaum eine europäiſche
Zunge dürfte ihn ausſprechen können, er lautet: Somdetch=
Pra=Parmamind=Maha=Bhulalonkorn=Patindr=Debia=
Maha=Mong=Hut=Puruſiaratua=Raja=Ja=Bamongſe=
Warut=mabrongſe=Parabut=Warak=Hat=tiara=Raja=
nikgro=
tama=Chaturanta=parama=maba=Chakrubar=tiragaſankas=
Parumadharmikemaha=rujad=Hiraja=Para=Manrat=Pabit=
Phra=Chula=Chomklow=Chom=Yulyua. — Wieviel Zeit
ſeiner Regierung mag der König auf die Leiſtung von
Unterſchriften verwendet haben — vorausgeſetzt, daß er
die Akte mit ſeinem vollen, von den Nätern ererbten
Namen beurkundet hat.
wünſcht nicht weniger aufrichtig als ich, daß die
zwi=
ſchen beiden Herrſcherhäuſern beſtehenden
ver=
trauensvollen Beziehungen die
Freund=
ſchaft der beiden Nationen noch mehr ſtärken
mögen.
Was mich anbelangt, der ich mit Eurer Kaiſerlichen
Majeſtät durch Verwandtſchaft wie durch Zuneigung
verbunden bin — wie Eure Majeſtät in, Potsdam zu
erwähnen die Freundlichkeit hatten — ſo kenne ich den
ganzen Wert der Gefühle, die Sie der Königin und
mir bezeugen und es drängt mich zu ſagen, daß ſie in
uns lebhafte Dankbarkeit erwecken. Ich bin glücklich,
die Gelegenheit zu benutzen, Eurer Kaiſerlichen
Ma=
jeſtät die heißen Wünſche zum Ausdruck zu bringen,
die ich für Ihr Glück hege und dafür, daß Ihre
Regie=
rung fortfahre, ruhmvoll und fruchtbar zu ſein und
daß Ihre edlen Beſtrebungen dazu beitragen mögen,
den Frieden der Welt zu feſtigen und ſo allen Nationen
zu nützen. Ich erhebe das Glas zu Ehren Eurer
Kaiſerlichen Majeſtät und Ihrer erhabenen Familie
und trinke auf die Wohlfahrt Deutſchlands. Seine
Majeſtät der Kaiſer, Ihre Majeſtät die Kaiſerin, ſie
leben hoch!”
Der Kaiſer antwortete auf den Toaſt des Königs
in deutſcher Sprache mit folgendem
Trink=
ſpruch:
Die tiefempfundenen Worte der Freundſchaft, die
Eure Majeſtät zugleich im Namen Ihrer Majeſtät der
Königin an uns, die Kaiſerin, meine Tochter und mich
gerichtet haben, ſind, wie ſie aus warmem Herzen
ge=
kommen, zu warmen Herzen gedrungen. In
lebhaf=
teſter Freude gedenken wir des Beſuches, den Eure
Majeſtäten uns im vergangenen Frühjahr in
Pots=
dam abgeſtattet haben, und es war uns eine liebe Pflicht
der Dankbarkeit, zu ſeiner Erwiderung ſo bald wie
möglich hierher zu eilen. Der glänzende Empfang, der
uns von Euren Majeſtäten und dem belgiſchen Volke
inmitten dieſer herrlichen Hauptſtadt bereitet worden
iſt, hat uns im Innerſten gerührt und ſtimmt uns zu
um ſo herzlicherem Danke, als wir in ihm einen
Aus=
druck des engen Bandes erblicken dürfen, das nicht
nur unſere Familien, ſondern auch unſere Völker
umſchlingt.
Mit freundſchaftlichſter Sympathie verfolgen und
begleiten ich und ganz Deutſchland die ſtaunenswerten
Erfolge, die auf allen Gebieten von Handel und
In=
duſtrie dem raſtlos tätigen Volke Belgiens beſchieden
ſind und deren Krönung wir in der ſo glänzend
ge=
lungenen Weltausſtellung dieſes Jahres begrüßen.
Den ganzen Weltkreis umſpannt Belgiens
Welthan=
del, und friedliche Kulturarbeit iſt es, in der
ſich allüberall Deutſche und Belgier begegnen. Mit
gleicher Bewunderung erfüllt uns die Pflege idealer
Güter, in der Belgiens Dichter und Künſtler ſich einen
ſo hervorragenden Platz erworben haben. Mögen die
vertrauensvollen und
freundnachbar=
lichen Beziehungen, von denen erſt in jüngſter
Zeit die Verhandlungen unſerer Regierungen einen
ſo erfreulichen Beweis gegeben haben, ſich immer enger
geſtalten. Möge von Eurer Majeſtät Regierung Heil
und Segen ausſtrömen auf Ihr Königshaus und Ihr
Volk.
Das iſt mein aus tiefſtem Herzen kommender
Wunſch, mit dem ich rufe: „Ihre Majeſtäten der König
und die Königin der Belgier leben hoch!”
Beſuch der Weltausſtellung.
* Brüſſel, 26. Okt. Der Kaiſer, die Kaiſerin,
die Prinzeſſin Viktoria Luiſe, der König und die
Königin der Belgier beſuchten heute vormittag die
Ausſtellung für alte belgiſche Kunſt im Sinquantenaire.
Sie wurden empfangen und geführt von dem früheren
Miniſter Baron de Descamps David. Anweſend waren
u. a. die Gräfin von Flandern, Prinz Karl Anton von
Hohenzollern, Prinzeſſin Klementine, Kardinal=Erzbiſchof
Mercier, alle Miniſter, der Bürgermeiſter von Brüſſel und
der Geſandte von Flotow. Die Beſichtigung der
wunder=
voll und ſchön angeordneten Kunſtſchätze dauerte zwei
Stunden. Die Herrſchaften fuhren in offenen
Vierſpän=
nern mit einer Kavallerie=Eskorte und wurden überall
freu=
dig begrüßt. Vor dem Muſeum hatte eine Ehrenwache
von Guides und im Hauptſaal Hellebardiere in Trachten
aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts Aufſtellung
ge=
nommen. Um 12½ Uhr fand im Schloſſe intimes
Früh=
ſtück und Marſchalltafel ſtatt.
Darmſtadt, 27. Oktober.
* Großh. Hoftheater. Der Kaiſer von
Ruß=
land wohnte geſtern abend mit dem Großherzog,
dem Prinzen Heinrich und deſſen älteſtem Sohne,
Prinzen Waldemar von Preußen, die mit
Gefolge in drei Automobilen von Jagdſchloß
Wolfs=
garten gekommen waren, der Vorſtellung im Hoftheater
bei. Auch heute abend und vorausſichtlich auch morgen
und Sonntag abend werden, wie wir hören, die höchſten
Herrſchaften die Vorſtellungen im Hoftheater beſuchen.
Wie wir weiter hören, iſt der Spielplan geſtern
abend geändert worden. Am Freitag gelangt das
Luſtſpiel „Der dunkle Punkt” zur Aufführung, die
Volksvorſtellung iſt auf Samstag verlegt worden.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 26. Okt. Auf die Eingabe des Vereins
der ausländiſchen Preſſe in Sachen der bei
den Moabiter Vorgängen zu Schaden
gekom=
menen Journaliſten richtete der Miniſter des
Innern an den Vorſitzenden des Vereins ein
Ant=
wortſchreiben, in dem folgendes als
Unterſuchungser=
gebnis feſtgeſtellt wird: Ein von Lawrence und
Ge=
noſſen beſetztes Automobil hielt an einer Stelle, wo die
Polizei ſoeben mit Waffengewalt gegen eine
zuſam=
mengerottete Menſchenmenge einſchreiten mußte.
Mehrfache Aufforderungen eines uniformierten
Wacht=
meiſters zum Weiterfahren hatte der Chauffeur
unbe=
achtet gelaſſen. Da überdies ein Automobil=Inſaſſe in
dem Wagen aufrecht ſtand, und lebhaft in der Richtung
es zurückweichenden Volkshaufens geſtikulierte, war
der Kriminalwachtmeiſter der Meinung, das
Arto=
mobil ſtehe mit den Exzedenten in Verbindung, und
forderte es mit dem Rufe: „Auto weg!” auf, ſich zu
ent=
fernen. Als das Automobil trotzdem noch immer
hal=
ten blieb und aus der Richtung desſelben ſogar ein
Steinwurf erfolgte, ſahen ſich drei uniformierte
Schutz=
leute, welche gleichfalls Genoſſen der Ruheſtörer vor
ſich zu haben glaubten, veranlaßt, die Abfahrt zu
er=
zwingen und zu dieſem Zwecke von der Waffe Gebrauch
zu machen. Unter dieſen Umſtänden iſt der
bedauer=
liche Irrtum der Beamten wohl erklärlich, zumal den
Beamten bekannt war, daß ſchon bei früheren
Stra=
ßenunruhen in Automobilen hin= und herfahrende
Perſonen die Exzedenten unterſtützt und geleitet hatten.
Wenn die betreffenden Herren ſich darauf berufen, daß
ſie an anderen Stellen von Polizeibeamten durchgelaſſen
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Oktober 1910.
Nummer 252.
worden ſeien, ſo überſehen ſie, daß damit keine Gewähr
für ein geſichertes Hin= und Herfahren im ganzen
Tu=
multgebiet gegeben war.
* Potsdam, 26. Okt. Die Abreiſe des
Kron=
prinzenpaares nach Oſtaſien findet am 2.
No=
vember, früh 8 Uhr, vom Anhalter Bahnhofe aus ſtatt.
* Fulda, 26. Okt. Der Bahnwärter Wolf von
Kerzell wurde von einem Schnellzuge überfahren und
war ſofort tot.
* Wien, 26. Okt. Der Heeresausſchuß der
öſterreichiſchen Delegation begann heute die
Beratung über das Heeres=Ordinarium. Auf eine
Anfrage des Berichterſtatters Kozlowski erklärte der
Miniſterpräſident, es ſei wirklich ſchon dringend
not=
wendig, das Militärſtrafprozeßverfahren auf der Baſis
moderner Grundſätze zu reformieren. Die Differenzen
zwiſchen den beiden Regierungen beträfen nur noch
einen, allerdings ſehr ſchwierigen Punkt, nämlich die
Frage des Sprachgebrauches im Militärſtrafverfahren.
Ebenſo wie der ungariſche Miniſterpräſident, ſo hoffe
auch er, die entſprechenden Vorlagen im Laufe des
nächſten Jahres im Parlament einbringen zu können.
* Rom, 26. Okt. Der Kaſſationshof wies die
Be=
rufung der Gräfin Tarnowska gegen das Urteil
des Schwurgerichts Venedig ab. Naumow, welcher
die Strafe bereits verbüßt hat, legte keine Berufung
ein.
* Paris, 26. Okt. Der deutſche Botſchafter Frhr.
v. Schön iſt heute vormittag mit Familie hier
einge=
troffen.
* Paris, 26. Okt. Miniſterpräſident Briand, der
bei einem Interview über das Gerücht, daß der
Arbeits=
miniſter Viviani wegen Meinungsverſchiedenheiten ſein
Amt niederlegen wolle, befragt wurde, erklärte, er habe
nur das Abſchiedsgeſuch des Ackerbauminiſters
Ruau erhalten. Briand fügte hinzu, über die allgemeine
Politik hätten nie Meinungsverſchiedenheiten zwiſchen den
Miniſtern beſtanden. Das Kabinett übernehme in der
Interpellation über den Eiſenbahner=Ausſtand unbedingt
die gemeinſchaftliche Verantwortung für die in voller
Uebereinſtimmung getroffenen Maßnahmen.
* London, 26. Okt. Die feierliche Beiſetzung des
Fürſten Teck fand heute vormittag in Anweſenheit des
Königs und der Königin, des diplomatiſchen Korps und
der Miniſter in Windſor ſtatt. Unmittelbar hinter dem
Sarge bei den fürſtlichen Leidtragenden ſchritt Graf
Met=
ternich, der den Kaiſer und den König von Württemberg
vertrat, der norwegiſche Geſandte und der öſterreichiſche
Botſchafter. Der Kaiſer und der König von Württemberg
ſpendeten wundervolle Kränze mit weißen Orchideen.
* Athen, 26. Okt. Die Zeitungen billigen die
Auflöſung der griechiſchen
Nationalver=
ſammlung; die Parteiführer erklären ſie für einen
Staatsſtreich. Sie würden beim Volke dagegen
prote=
ſtieren. Die Truppen ſind in den Kaſernen
zuſammen=
gezogen. Hier und in der Provinz herrſcht völlige Ruhe.
* Athen, 26. Okt. Die Wahlen für eine neue
reviſioniſtiſche Kammer ſind auf den 28.
No=
vember, die Eröffnung der Tagung iſt auf den 8. Januar
nächſten Jahres feſtgeſetzt.
* Konſtantinopel, 26. Okt. Die Zeitungen
ver=
öffentlichen Depeſchen verſchiedener Klubs,in denen dieſe
die Regierung anläßlich der Zurückweiſung der
franzöſiſchen Anleihebedingungen beglückwünſchen.
* Port au Prince, 26. Okt. Das haitianiſche
Ka=
nonenboot „Liberté” iſt infolge einer großen
Ex=
ploſion in Port de Paix geſunken. Siebzig
Perſonen ſollen getötet oder ertrunken ſein;
zwanzig wurden gerettet. Unter den Toten befinden
ſich auch zehn Generäle, die ſich auf dem Wege
zum Truppenkommando im Have=Departement
be=
fanden.
Socmn
cken
F. Soennecken
Bonn Berlin Leipzig.
Zahn-Créme
Mundwasser
Ein Parfüm, das nicht nur dem Luxus und der
Toilette dient, ſondern auch große hygieniſche
Eigen=
ſchaften in ſich ſchließt, iſt „Nr. 4711 Eau de
Tologne‟, bisher noch nie einer Modeſchwankung
unterworfen, das Parfüm der Vergangenheit, der
Gegenwart und Zukunft. Das Taſchentuch mit einigen
Tropfen beſtäubt und damit die Stirn, die
Hand=
flächen ꝛc. angefeuchtet, wirkt außerordentlich belebend
und erfriſchend und behebt Kopfſchmerz, Abſpannung
und Müdigkeit. Nur iſt beſonders darauf zu achten,
daß man ſtets die Marke „Nr. 4711‟ erhält, ſie iſt
be=
kannt wegen ihrer ausgezeichneten, unübertroffenen
Qualität und ihrer abſoluten Reinheit. Einer ihrer
wichtigſten, und vor allem wirkſamſten Beſtandteile iſt
„Neroli”, ein ätheriſches Oel, daß außerordentlich hoch
im Preiſe ſteht und infolgedeſſen bei den vielen billigen,
minderwertigen Eau de Cologne=Erzeugniſſen keine Ver=
(20840fI
wendung finden kann.
Für Energielbfel
Hannover, 12. April 1910. Ich habe 3 Monate
hindurch „Bioſon” getrunken und zwar bei Blutarmut
und leichter Nervenſchwäche, die ja bekanntlich aus der
erſteren entſpringt. Ich nahm jeden Morgen „Bioſon”
in einer großen Taſſe Milch und die Wirkung war
fabel=
haft, denn mein Blut durchkreiſte gewiſſermaßen in neuer
Friſche die Adern. Das Allgemeinbefinden beſſerte ſich
von Tag zu Tag, auch konnte ich eine
Körpergewichts=
zunahme von ca. 4 Pfund feſtſtellen. Kraft und Energie
haben ſich infolgedeſſen ebenfalls gehoben. Das
Aus=
ſehen wurde ein weit beſſeres als vorher, ja, die Wangen
wurden ſogar von einem zarten Rot bedeckt. Mit
Ge=
ſchmack und Bekömmlichkeit bin ich ſehr zufrieden. Alſo
Alles in Allem: „Bioſon iſt wirklich für mich das
wunderbarſte unter den bisher auf dem Markte
er=
ſchienenen Nähr= und Kräftigungsmitteln, es verleiht
neuen Lebensmut und das iſt die Hauptſache.‟
Hoch=
achtend! Willi Schwärzel, Scheffelſtr. 2.
Unter=
ſchrift beglaubigt: Spangenberg, Notar. „Bioſon”
iſt das beſte und billigſte Kräftigungsmittel. Paket 3 Mk.
in Apotheken, Drogerien. Verlangen Sie von dem
Bioſonwerk Frankfurt a. M. eine Gratisprobe und die
Broſchüren. Befragen Sie Ihren Hausarzt.
(20851D
schallt laut und frei und sie war
am Tage vorher so überanstrengt
worden, dass am Abend kein Ton
mehr heraus kam. Ein paar
Wybert-Tabletten haben die
Stimme wieder rein, den Hals frei
gemacht. Sie sind für niemanden zu entbehren der
viel und laut zu sprechen hat. Eine Schachtel mit
ca. 400 Tabletten kostet in allen Apotheken nur 1 Mark.
Niederlagen in Darmstadt: in sämtl. Apotheken; Germania-
Drogerie, Mühlstrasse 78; Minerva-Drogerie, Ecke Karl-
und Hügelstrasse; Medizinal-Drogerie v. Fr. Beckenhaub,
Ecke Schul- und Kirchstrasse, und Drogerie von
C. Watzinger, Wilhelminenstrasse 11.
(20845Ml
HorEbeDAikstAbTEReHer
GRossEs
SPEISE-RESTAURANT
(16578a
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Im
Be=
reiche des über Nordoſteuropa lagernden intenſiven
Hochdruckgebietes war die Witterung trocken. Durch
Ausſtrahlung trat in Nordoſtdeutſchland Nachtfroſt ein.
Das über der Biskaya lagernde Tief bleibt noch ohne
Einfluß auf unſere Witterung
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 27. Okt.:
Meiſt heiter, vereinzelt Morgennebel, kühler, öſtliche
Winde.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Freunden und Bekannten machen wir
hier=
mit die betrübende Mitteilung von dem heute
nachmittag erfolgten Ableben unſeres lieben,
unvergeßlichen Bruders, Schwagers u. Onkels
Justizrat
Dr. Max Maver.
Darmſtadt, 26. Oktober 1910.‟
Im Namen der Hinterbliebenen:
Moritz Mayer
Bankbeamter
Frankfurt a. M.
Ort und Zeit der Beerdigung wird beſonders
veröffentlicht werden.
Todes-Anzeige.
Heute entſchlief ſanft im 81. Lebensjahre
unſere liebe gute Mutter, Großmutter,
Schwä=
gerin und Tante
(20806
Frau
Rosalie Rosenburd
geborene Adlerstein.
Darmſtadt, Frankfurt a. M.,
Nürn=
berg, den 25. Oktober 1910.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Otto Wolff
u. Frau Milly Wolff, geb. Rosenburg.
Die Beerdigung findet Freitag, den 28.
Ok=
tober, nachmittags 3 Uhr, in Darmſtadt vom
Portale des israelitiſchen Friedhofes aus, ſtatt.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. C): „Der Graf von
Luxemburg‟.
Gaſtſpiel des Oberbayr. Bauerntheaters um 8¼ Uhr
im Orpheum („Der Meineidbauer”).
Franz Schubert=Abend von Artur und Thereſe
Schnabel um 8 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz
(Richard Wagner=Verein).
Verſammlung des Bezirksvereins „Südoſt” um 8¾ Uhr
Ecke Stift= und Roßdörferſtraße.
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß=
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo”.
Konzert um 8 Uhr im „Schützenhof”.
Oktoberfeſt um 5 Uhr im „Kölniſchen Hofd
1. Darmſtädter Kinema tograph (Ecke Rhein= und
Crafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 28. Oktober.
Gold= und Silber= ꝛc. Verſteigerung um 9 und
2 Uhr im ſtädtiſchen Pfandhaus.
Druck und Verlag: L. E. Föitlichſche Hoſbuchdrnckerei.=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
2
FeosensrauFiuschensier
sind hochfeine Qualitätsbiere.
Nummer 252
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Oktober 1910.
Seite 7
Letzte 5 Tage!
Heute
Abonnerstag, 27.Oktober
Der Meineidbauer
Volksstück mit Gesang in 7 Bildern
von Ludwig Anzengruber.
8. Okt.: Das 4. Gebot.
29. Okt.: Der Meineidbauer.
30. Oktober: Nachmittags 4 Uhr
Surmneit beie 2 I. (et
Ulster und Paletots
in schöner großer Auswahl.
erd.
Mlann
Leistungsfähiges
Spezialhaus
3 Ludwigstraße 3
Telephon 806.
Billige Preise.
(20869
Die grosse Mode 1911!
Das Neueste in
HERREN-, JÜNGLINGs-, KNABEN-
Anfane Hräcete Stt. Mhre
Okrnzon za
Oberhayr. Bauerntheater
Volks-Vorstellung: Aus der Art gesch lagen
Sonntag. 30. Oktober. abends 8% Uhr,
Im Pfarrhaus.
(20885)
Unentgeltl. ärztl.
Beratungs=
ſtelle für Sänglingspflege.
(Allgemeiner deutſcher Frauenverein).
Von Dienstag, den 1. November
ab befindet ſich die Beratungsſtelle
im Hauſe der Großherzogl. Zentrale
Heinheimerſtr. 21.
Sprechſtunden:
Montag u. Donnerstag 10—11,
Dienstag und Freitag 4½—5½
Montag, den 31. Oktober findet
keine Sprechſtunde ſtatt.
(20880soim
Kaustverem fur uas Grossherzogthm hossche
Keleknib=Ausstenun
(20725
in der Kunsthalle in Darmstadt.
Ferner sind ausgestellt Gemälde von W. Bader, H. R. Kröh und
H. Weyl hier.
Geöffnet Sonntags von 10—4 Uhr, Werktags von 11—4 Uhr.
Freitag, den 28. Oktober, nachmittags ½6 Uhr,
in der St. Eliſabethenkirche
Vortrag des Hochw. Herrn Prof. Schwarz
für Frauen und Jungfrauen.
(20888
Hierzu laden freundlichſt ein
die kathol. Pfarrer der Stadt.
Sekuchennor
Heute Donnerstag, den 27. Oktober, abends 8 Uhr
Grosses
Iiiitur Streich Ronzert
der Kapelle des Leib-Dragoner-Reg. Nr. 24
Leitung: Obermusikmeister Rühlemann.
Im Gartensaal Reunion.
Eintritt 20 Pfg.
(20886
üte w. ſchön u. billig garniert, Altes verw.
19328a) Eliſabethenſtraße 49, Hth.
Mittagstiſch
guten bürgerlichen, zu billigem Preis
*26516dfs) Lauteſchlägerſtr. 14, Metzgerei.
Damen
können einen guten Mittagstiſch erhalten
(*26502df
Luiſenſtraße 34, I. Stock.
Haſchinenſtrickerei, Kaupſtraße 2,
em=
pfiehlt ſich im Neu= u. Anſtricken vor
Strümpfen uſw. L. Werner. (*26445d
wird eingeſchnitten Landwehr=
Kraut ſtraße 45, Manſ., G.
Schub=
kegel. Poſtkarte genügt.
(*26463
wird in und außer dem
Kraut
Haus geſchnitten. (20663a
M. Schubkegel Wwe., Schlachthauspl. 1.
Zu Gelenſchalfs
Ball= und Hochzeitfriſuren
ſowie Abonn. zu Monatsfriſuren, in und
außer dem Hauſe, empfiehlt ſich der Friſeur
im ſtädtiſchen Hallenſchwimmbad. (*26270id
Damenhüte
werden ſchick garniert, altes Material beſtens
verwendet Bleichſtraße 39, 1. St. (*26500dsi
zu mieten ge=
Eingezännter Garten ſucht. Offerten
unter F 6 an die Expedition.
(*26441
(
Großherzogliches Hoftheater.
Donnerstag, den 27. Oktober 1910.
42. Abonnements=Vorſtellung.
Abonnement C 11.
Der Graf von Luxemburg.
Operette in 3 Akten von Franz Lehär.
Muſikaliſche Leitung: Kapellmeiſter Kittel.
Spielleitung: Oberregiſſeur Valdek.
Perſonen:
Renée, Graf von
Luxem=
burg
Fürſt Baſil Baſilowitſch .
Gräfin Staſa Kokozow. . Fr. Rudolph
Armand Briſſard, Maler .
Angèle Didier, Sängerin
Juliette Vermont
Sergei Mentſchikof, Notar
Pawel von Pawlowitſch . Hr. de Leeuwe
Pélegrin,
Munizipal=
beamter
,
Anatol Saville
Henri Boulanger
Maler
Charles Lavigne
Robert Marchand
Aurelie
Coralie
Konſer=
Amelie ½ vatoriſtinnen
Sidonie
Marquis Chatauneuf . .
Baron Sullignac . . . .
,
Francois, Diener .
Der Menager des Grand
,
Hotel.
,
Jules, Oberkellner
James, Liftboy
,
. . Hr. Speiſer
Or. Jordan
Hr. H. Hacker
Frl. Suchanel
Frl. Grünberg
Hr. Holler
Hr. Hoff
Hr. Schwarze
Hr. Kroczak
Hr. Ungibauer
Hr. Waigandt
Frl. Haan
Frl. Nicklaß=
Kempner
Frl. Daniel
Hr. Indorf
Hr. Jachtmann
Hr. Geibel
Hr. Klotz
Hr. Jungmann
Frl. Senten
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 6 Mk., Fremdenloge 6 Mk.,
Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang
(1. bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe)
2.— Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe) 4.— Mk.,
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre (1. bis
5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
1. Galerie 1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
6 Uhr an.
Anfang 7 Uhr. — Ende gegen 10 Uhr.
Vorverkauf
von 11 bis 1 Uhr für die Vorſtellungen:
Freitag, 28. Okt. Außer Abonnement.
Schüler= und Volksvorſtellung zu ermäß.
Preiſen: „Der Kaufmann von
Ve=
nedig.” Anfang 7 Uhr. (Vergl.
beſon=
dere Anzeige.)
Sonntag, 30. Okt. 43. Ab.=Vorſt. D 11.
Neu einſtudiert: „Hoffmann’s
Er=
zählungen‟. Große Preiſe. Anfang
6½ Uhr.
Montag, 31. Okt. 44. Ab.=Vorſt. A 11.
Zum erſten Male: „Taifun”.
Schau=
piel in 4 Akten von Melchior Lengyel.
Große Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Dienstag, 1. Nov. 45. Ab.=Vorſt. B 12.
„Tiefland.” Gr. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
Die Abgabe der Abonnementskarten für
die mit den Vorſtellungen A 12, B 12,
C 12 und D 12 neu hinzugetretenen
Abon=
nenten findet von Donnerstag, den
27. Oktober an, in den
Vormittags=
ſtunden von 10—12½ Uhr, bei der
Haupt=
kaſſe ſtatt.
Kurſe vom 26. Oktober 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bf. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 99,90
3½ Deutſche Reichsanl. . 92,50
63,75
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
3½ do. Conſols . . . . 92,70
83,75
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,30
do.
92,60
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 100,90
do.
91,50
3½
do.
82,20
4 Hamburger Staatsanl. 101,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,40
do.
91,00
3½
do.
80,70
3
3 Sächſiſche Rente . . . 83,30
4 Württembergerv. 1907 101,70
do.
92,50
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 47,30
3¾ Italiener Rente . . .
4½ Oeſterr. Silberrente . 96,60
4 do. Goldrente . . 98,30
4 do. einheitl. Rente 92,90
3 Portug. unif. Serie I 64,10
do. unif. Ser. III 66,50
3 do. Spezial.
5 Rumänier v. 1903 . . 102,10
4 do. v. 1890 . . 94,30
4 do. v. 1905 . . 91,00
4 Ruſſen v. 4880,g. a. „ 91,75
InProz.
Ruſſen v. 1902 . 75 ₰ 92,20
do. v. 1905 . . . . 100,25
94,00
Schweden . . . .
Serbier amort. v. 1895 82,60
ürk. Admin. v. 1903 86,75
do. unifiz. v. 1903 93,00
Ungar. Goldrente . . 93,50
do. Staatsrente . 91,50
Argentinier . . . . . .
do.
91,30
Chile Gold=Anleihe . 93,75
Thineſ. Staatsanleihe 101,90
99,10
do.
Japaner . . . . . . . 97,90
Innere Mexikaner . . 99,70
68,00
do.
Gold=Mexikan. v. 1904 97,30
Sold=Mexikaner . . . 100,20
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . . 146,00
4 Nordd. Lloyd . . . . 108,00
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 122,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
4 Baltimore & Ohio . . 110,00
4 Gotthardbahn . . —
In Proz.
51.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 161½
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 21,90
4 Pennſylvania R. R.
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 205,00
Werger=Brauerei
. 74,00
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 500,50
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Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . . . . 342,00
Lahmeyer . . . . . . . . . 117,00
Schuckert .
. . . . 162,00
Siemens & Halske . . . 247,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 455,25
Bochumer Bb. u. Guß . .
Gelſenkirchen . . . . .
Harpener . .
190,00
Phönix, Bergb. u.
Hütten=
betrieb .
. . 256,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 89,70
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,90
do.
92,50
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,50
do. ſteuerfrei . 97,90
5 Oeſterr. Staatsbahn. 105,50
do.
97,90
do. alte . 81,70
5 Oeſterr. Südbahn . .
do.
79,20
do.
2//1
56,70
3 Raab=Oedenburger . .
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 89,30
4 Kronpr. Rudolfbahn , 98,00
3).
In Pror.
2¾/0 Livorneſer . . . . . .
4 Miſſouri=Pacific
79,90
4 Bagdadbahn Mk. 408
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . . . 101,80
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ.
Darmſtädter Bank
Deutſche Bank
Deutſche Vereinsbank
Diskonto=Geſellſchaft
Dresdner Bank ..
Mitteldeut. Kreditbk
Nationalbk. f. Deutſchl.
Pfälzer Bank . . . . .
Reichsbank
Rhein. Kredit=Bank
Wiener Bank=Verein
Pfandbriefe.
Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17
do. S. 19 . . . .
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26
4 Hamb.=Hypoth.=Bank
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk.
do.
4 Meining. Hyp.=Bank
do.
4 Rhem. Hypoth.=Bank
(unk. 1917
do. (unk. 1914)
Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf.
3½
166,10
130,40
126,80
189,20
161,50
121,00
127,00
104,75
143,70
138,90
139,40
100,00
92,00
99,40
100,00
90,50
101,70
92,10
100,60
91,00
100,00
90,70
100,30
91.90
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt . . . . . . 100,0
3½ do.
. 101,0
4 Frankfurt . . .
95,00
3½ do.
4 Gießen .
3½ do.
4 Heidelberg
90,70
3½ do.
4 Karlsruhe
99,6
3½ do.
90,3
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
3½ do.
4 München .
100,6
3½ Nauheim
90,80
4 Nürnberg.
100,00
3½ do.
4 Offenbach .
3½ do.
4 Wiesbaden . . . . . . 100,2
3½ do.
4 Worms . . .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886. . 82,0
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4. Badiſche Tlr. 100 162,90
3½ Cöln=Mindner „ 100 134,1
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Holl, Komm., * 100
In Veo)
Zf.
3 Madrider Fs. 100 77,25
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe. .
.. 136,30
4 Oeſterr. 1860er Loſe 175,00
3 Oldenburger
. . 124,50
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
fl.
Braunſchweiger Tlr. 20 213,00
Freiburger
Fs. 15
Mailänder
Fs. 45 145,00
do,
Fs. 10 32,50
Meininger
37,40
Oeſterreicher v. 1864 „ 100 548,00
do. v. 1858 „ 100 545,00
Ungar. Staats „ 100 386,00
Venediger
Frs. 30 43,00
Türkiſche
„ 400 179,20
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . 120,43½
20 Franks=Stücke . . . . 16,17
Oeſterr. 20=Kronen . . . . 16,90
Amerikaniſche Noten . . . 4,19½
Engliſche Noten . . . . .20,48½
Franzöſiſche Noten . . . . 81,10
Holländiſche Noten . . . . 169,20
Italieniſche Noten
80,80
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,95
Ruſſiſche Noten . . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,80
Reichsbank=Diskonto . . . 5
Reichsbank=Lombard Zsf. a%
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Oktober 1910.
Nummer 252.
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195 ₰ an
58 ₰ an
28 5 an
48 9 an
10 ₰ an
Ueberhandtücher . von 58 ₰ an
Bettwandschoner . von 340 ₰ an
Wandschoner . . von 75 ₰ an
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Donnerstag, 27. Oktober.
1910.
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41)
Auf Liebespfaden.
Roman von H. Ehrhardt.
(Nachdruck vervoten.)
XIII.
Ja, das Faſtnachtsſpiel war aus. Hans von
Haſſin=
gen ſagte ſich das ſelber, als der Aſchermittwoch eintönig
und nüchtern verſtrich wie all jene Tage, ehe er Lena von
Rieding gefunden hatte.
Er brachte allerlei Proſaiſches mit ſich. Früh eine
Konſultation bei Doktor Barowsky, der ihm völlige
Gene=
ſung verſprach, wenn er ſich ihm anvertrauen wollte, in
der Mittagsſtunde anſtatt des Bummels auf der
Wil=
helmſtraße eine unerquickliche Auseineranderſetzung mit
dem Oberſtabsarzt, der ihn ſehr ungnädig entließ, ein
ſehr verſpätetes Mittagsbrot, bei dem der kleine
Ar=
tilleriſt fehlte, und ein halber Tag in dem ungemütlichen,
möblierten Zimmer mit durch ſtarke Schmerzen
erzwun=
gener Bettruhe und großer Langeweile.
Da war es natürlich, daß er meinte, die letzten
Kar=
nevalstage nur geträumt zu haben.
Er hatte keinen von der Geſellſchaft zu Geſicht
bekom=
men, da er dem Rendezvousplatz der Badegäſte fern
ge=
blieben war.
Ob Frau von Rieding ihn vermißt haben mochte?
Etwas neugierig war er auf die Wiederbegegnung
mit ihr.
Die gegenſeitigen Geſtändniſſe hatten doch eine tiefe
Auſt zwſchen ihnen geriſen und inr ihnen beiden
Erin=
nerungen wachgerüttelt, die notgedrungen als Geſpenſter
ihren Schatten in ihren Verkehr werfen mußten. Ihm
ſtieg ja, ſo oft er daran dachte, ſo wie geſtern bei ihrer
Erzählung ſiedend heiß das empörte Blut zu Kopfe ob
der Schmach, die ein Mann dieſer Frau für ihre Liebe
geboten hatte.
Keinen Moment kamen ihm Zweifel an der
Wahr=
heit ihres Bekenntniſſes, es erklärte ihm vieles, was ihm
rätſelhaft an ihr geweſen, er begriff, daß einer Frau ſehr
viel Jugend und Lebensmut durch ein ſolches Erlebnis
geraubt werden mußte.
Aber er war nun doppelt froh, daß er ihr ehrlich von
ſeiner Liebe zu Helene Falk geſprochen hatte und dadurch
der Verſuchung entgangen war, ihr ein laues Gefühl
an=
zubieten, wo ſie ſehnſüchtig nach einem ganzen Herzen
ſuchte. Ein wenig beklommen machte ihn freilich die
Vor=
ſtellung, ſie könnte gehofft haben, bei ihm ihres Herzens
Heimat zu finden.
Es hätte ja alles ſo ſchön geſtimmt. Der
Altersunter=
ſchied war vielleicht etwas zu gering, dafür aber war er
vernünftiger und ernſter veranlagt als andere Offiziere in
ſeinen Jahren, er würde in ihrer Ehe nicht unliebſam
fühlbar werden und ſonſt — alle würden ihn beneiden,
nicht nur um die Millionen, ſondern auch um die Frau,
Hunderte würden ihm ins Geſicht lachen, erzählte er ihnen,
wie er gehandelt, aus übertriebenem Ehrgefühl, aus
un=
beſtechlicher Wahrheitsliebe viel mehr noch, als weil er
einer ausſichtsloſen Liebe nicht die Treue brechen wollte.
Er komte eben nicht aus ſeiner Haut heras, er lichte
auch die Schleichwege nicht.
Es galt jetzt eben, ſich mit Geſchmack in die
verän=
derte Situation zu finden, die von der jungen Frau mit
dem förmlichen Abſchiedsgruß bereits gekennzeichnet war.
Er hatte ſich innerlich damit abgefunden, als er am
nächſten Tage vom Arzte aus der Wilhelmſtraße zuſtrebte.
Im Vorbeigehen warf er einen ſuchenden Blick in die
Sonnenberger Straße hinein und prallte dabei faſt mit
Leutnant Keßler zuſammen, der haſtig um die Ecke der
Taunusſtraße gebogen war und beim Anblick Haſſingens
freudig überraſcht ſtehen blieb.
Sein Geſicht war leicht gerötet, ſeine Augen belebter
als ſonſt.
Sagen Sie bloß, Menſch, ſind Sie denn ſeit
vor=
geſtern in ein Mauſeloch gekrochen oder wo ſtecken Sie
denn? Kommen Sie, wir gehen erſt mal auf die andere
Seite hinüber, hier ſind mir einige Ohren zu viel für
vertrauliche Mitteilungen.
Er nahm den Kameraden unter dem Arm und redete
beim Ueberſchreiten des Fahrdamms weiter:
Die Exzellenza mit den ſündigen Augen hat effektiv
ſchon geglaubt, Sie wären mit der reizenden Frau von
Rieding durchgegangen, wäre noch nicht der ſchlechteſte
Streich geweſen, den Sie ausführen konnten, aber daß Sie
es nicht getan, wußte ich im voraus—
Die Frau ſoll ihre Zunge hüten! unterbrach
Haſſin=
gen den anderen mit finſter gerunzelten Brauen. Sie iſt,
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Oktober 1910.
Nummer 252.
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Glaube ich gern, Haſſingen, aber machen Sie mal
was gegen gehäſſige Weiberzungen! Nimmt man die
Ri=
valin in Schutz, o weh! Da hat man natürlich auch mal
ein Verhältnis mit ihr gehabt oder möchte gern eins
an=
fangen. Oel ins Feuer! Und gar heute, wo Frau von
Riedings plötzliche Abreiſe eine ſo herrliche Gelegenheit
zu den abenteuerlichſten Vermutungen gibt.
Frau von Riedings Abreiſe? Hans von Haſſingens
Geſicht ſah im Moment vor Staunen wenig geiſtreich aus.
Ja, davon weiß ich ja gar nichts.
Davon weiß er gar nichts! wiederholte der kleine
Offizier mit ſeinem tragiſchen Augenaufſchlag. Das iſt ja
niedlich, ich bin immer mehr davon überzeugt, daß Sie
die letzten zwei Tage unter der Erde verbracht haben. Ja,
abgereiſt iſt ſie! Und zwar endgültig mit Sack und Pack,
mit ihrer Jungfer und ihren Millionen. Dringende
ge=
ſchäftliche Angelegenheit, ſchreibt ſie in ihrem
Abſchieds=
briefe an die Feindin, iſt wohl nur ein Vorwand, es
paßte ihr wahrſcheinlich nicht, in einem Intrigenſpiel, deſſen
Fäden die liebe Exzellenza ſoeben in die Hände zu nehmen
begann, das beklagenswerte Opfer zu ſpielen. Oder wiſſen
Sie einen anderen Grund, Kamerad?
Haſſingen blickte grübleriſch vor ſich hin auf den
ſon=
nenbeſtrahlten Weg. Er war noch zu überraſcht, um ſich
ein klares Bild ſchaffen zu können. Mit der Möglichkeit,
daß Lena von Rieding, wie er einſt am Maskenball
ge=
fürchtet, einer Fata morgana gleich am Horizont ſeines
Daſeins auftauchen und wieder verſchwinden würde, hatte
er nicht mehr gerechnet.
Sie ſehen mich ganz verwirrt, Keßler! ſagte er,
in=
ſtinktiv dem belebten Teil der Straße ausweichend und
in den Weg an der Theaterkolonnade einbriegend. Ich
habe mich vorgeſtern nachts in aller Freundſchaft von
Frau von Rieding verabſchiedet, und ich kann mich nur
wundern, daß ſie mir keine Mitteilung ihrer Abreiſe
zu=
gehen ließ, über die Abreiſe an ſich wundere ich mich nicht
ſo, warum ſollte nicht eine geſchäftliche Angelegenheit ihre
Anweſenheit in Berlin erfordern.
Na, darüber ließe ſich ja ſtreiten, mein Lieber, äußerte
Leutnant Keßler gelaſſen. Mich intereſſiert das eine am
meiſten dabei, daß Sie ſich dieſe unerhörte Gelegenheit
zum Glück haben entſchlüpfen laſſen. Sie hatten wohl
doch, wie ich Ihnen ſchon prophezeite, zu wenig
Tempera=
ment für die Frau. Schade, ich hätte ſie gerade Ihnen
gegönnt.
Das letzte ſagte er mit einem ſo humoriſtiſchen
Augen=
blinken, daß Haſſingen trocken einwarf:
Es iſt zu gütig von Ihnen, Kamerad.
Sie bummelten noch eine halbe Stunde planlos durch
den Kurpark, in dem ſchon das erſte Frühlingskeimen ſich
regte, und Haſſingen überließ dem Artilleriſten völlig die
Unterhaltung. Er war etwas zerſtreut und war mit
ſei=
nen Gedanken intenſiv bei Frau von Riedings plötzlicher
Abreiſe. Daß ſie ſo heimlich gegangen, wurmte ihn doch
gewaltig. Und ganz flüchtig ſtreifte ihn eine Ahnung, als
hätte ſeine Perſon doch mehr mit ihrer Flucht zu tun,
als er ſelber glaubte.
Hatte er ſie durch ſeine Offenheit beleidigt? Oder
durch das Verlangen nach ihren Lippen, als ſie Abſchied
genommen? Erſt jetzt fühlte er die Taktloſigkeit, die
darin lag, eine Frau küſſen zu wollen, der er eine halbe
Stunde vorher von ſeiner Liebe zu einer anderen erzählt
hatte. Er hätte ſie gern um Verzeihung gebeten dafür,
wenn es noch möglich geweſen wäre.
So tief hatte die Sorgenfalte auf ſeiner Stirn ſich
ſchon lange nicht gefurcht, wie an dieſem Tage.
Leutnant Keßler bemerkte es wohl, aber er konnte,
wo es angebracht ſchien, auch ſeine Neckluſt zügeln, er
ſagte nichts darüber.
Nur zum Abſchiede meinte er:
Laſſen Sie ſich wieder mal in unſerem Kreiſe ſehen,
Haſſingen, ſchon der böſen Zungen wegen!
Der blonde Offizier nickte zuſtimmend und verſprach,
gegen Abend in die Bodega zu kommen.
Bei ſeiner Heimkehr fand er unter der wacktigen
Blumenvaſe einen Brief vor mit dem mattlila Siegel und
dem Veilchenduft, der diskret das ganze Zimmer durchzog.
Seine kräftige Hand zuterte merklich, als er den
Um=
ſchlag aufriß.
Der gelbliche Bogen enthielt nur wenige Zeilen, die
ihm nichts Neues mehr ſagten. Eine geſchäftliche
Ange=
legenheit erfordere ihre Abreiſe, und ſie bedauere, ſich nicht
perſönlich verabſchieden zuu können. Nicht mal ihre Adreſſe
hatte ſie beigefügt.
Es war für ſie eben nur eine Karnevalsepiſode
ge=
weſen, die im Grau des Alltags zerrinnen mußte.
Aber dem jungen Offizier hatte ſie den Geſchmack an
allen anderen Amüſements ähnlichen Genres verdorben.
Die Exzellenz ſah ſich bitter enttäuſcht, wenn ſie nach
dem Fortgange der Rivalin erhofft hatte, Hans von
Haſ=
ſingen würde nun mit fliegenden Fahnen in ihr Lager
übergehen.
Seit dieſer wußte, wie die Dinge lagen, war die
alternde, verderbte Frau ihm noch widerwärtiger als
früher. Und auch als ſie ihre Taktik änderte und die
mütterliche Freundin herauskehrte, die ihn gern als
Schwiegerſohn in ihre Arme geſchloſſen hätte, wurde er
nur immer kühler und zurückhaltender.
Er hatte den beſten Vorwand für ſein zurückgezogenes
Leben in der ſtrengen Durchführung der Kur bei Doktor
Barowsky, die ihn zuerſt ſehr anſtrengte, allmählich aber
wirklich glänzende Erfolge zeitigte, ſodaß er wenigſtens
in dieſer Beziehung wieder hoffnungsfroh in die Zukunft
blicken konnte.
Sonſt lebte er ziemlich freudlos dahin. Das Theater
bot ihm die einzigen wirklich ungetrübten Genüſſe.
ortſekung folat
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt
„8 110.
Donnerstag, 27. Oktober.
1910.
Bekanntmachung.
Der heſſiſche Reiterverein beabſichtigt am Sonntag, den 30. Oktober d. Js.,
nachmittags 2 Uhr, ſein diesjähriges Herbſtrennen auf dem Griesheimer
Truppen=
übungsplatz abzuhalten.
Wir bringen dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis daß den
Anord=
nungen der mit dem Sicherheitsdienſt betrauten Beamten und Militärperſonen von
ſeiten des Publikums Folge zu leiſten iſt, daß ferner die etwa weiter erforderlich
werdenden Warnungs= und Bahnzeichen, Abſperrungen von Wegen ꝛc. beachtet werden
müſſen, ſowie daß der Griesheimer Truppenübungsplatz nicht unbefugt betreten
werden darf.
Bei der An= und Abfahrt muß rechts gefahren und Reihe gehalten werden, damit
Verkehrsſtörungen und Unglücksfälle vermieden werden.
Darmſtadt, den 26. Oktober 1910.
(20877
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier, 1 Dachshund.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung,
den Schutz der Angeſtellten in offenen Verkaufsſtellen gegen
Geſundheitsgefähr=
dungen, insbeſondere die Einrichtung ausreichender Sitzgelegenheit betreffend.
Die Inhaber von offenen Verkaufsſtellen ſind zufolge §62 Abſ. 1 des
Handels=
geſetzbuches verpflichtet, die Geſchäftsräume ſo einzurichten und den Geſchäftsbetrieb ſo
zu regeln, daß die Angeſtellten gegen eine Gefährdung ihrer Geſundheit, ſoweit die
Natur des Betriebes es geſtattet, geſchützt ſind.
Zum Zwecke der Durchführung dieſes Grundſatzes hat der Bundesrat auf Grund
des § 139n der Gewerbeordnung folgende Beſtimmungen über die Einrichtung von
Sitzgelegenheit für Angeſtellte in offenen Verkaufsſtellen erlaſſen. (Bekanntmachung
des Reichskanzlers vom 28. November 1900):
„1. In denjenigen Räumen der offenen Verkaufsſtellen, in welchem die Kundſchaft
bedient wird, ſowie in den zu ſolchen Verkaufsſtellen gehörenden Schreibſtuben
(Kontoren) muß für die daſelbſt beſchäftigten Gebilfen und Lehrlinge eine nach
der Zahl dieſer Perſonen ausreichende geeignete Sitzgelegenheit vorhanden ſein.
Für die mit der Bedienung der Kundſchaft beſchäftigten Perſonen muß die
Sitzgelegenheit ſo eingerichtet ſein, daß ſie auch während kürzerer
Arbeitsunter=
brechung benutzt werden kann.
Die Benutzung der Sitzgelegenheit muß den bezeichneten Perſonen während
der Zeit, in welcher ſie durch ihre Beſchäftigung nicht daran gehindert ſind,
geſtattet werden.
2. Unberührt bleibt die Befugnis der zuſtändigen Behörden, im Wege der
Ver=
fügung für einzelne offene Verkaufsſtellen (§ 139 g der Gewerbeordnung) oder
durch allgemeine Anordnung für die offenen Verkaufsſtellen ihres Bezirks
(139 h Abſ. 2 a. a. O.) zu beſtimmen, welchen beſonderen Anforderungen die
Sitzgelegenheit in Rückſicht auf die Zahl der Perſonen, für welche ſie beſtimmt
iſt, ſowie hinſichtlich ihrer Lage und Beſchaffenheit genügen muß
Allgemeine Anordnungen zur Ausführung dieſer Bundesratsvorſchriften im Sinne
der Ziffer 2 ſind bis jetzt nicht erlaſſen.
Es iſt darum Sache der Polizeibehörde, im Einzelnen die zur Durchführung der
Bundesratsvorſchriften, ſowie überhaupt des § 62 Abſ. 1 des Handelsgeſetzbuchs
erfor=
derlichen Anordnungen zu erlaſſen.
Zu dieſem Zwecke werden wir eine zeitweilige Beſichtigung der offenen
Ver=
kaufsſtellen und der zu ſolchen gehörenden Schreibſtuben (Kontore) während der
Geſchäftsſtunden durch unſere Beamten vornehmen laſſen. Hierbei vorgefundene
Zuwiderhandlungen gegen die erwähnten Bundesratsvorſchriften würden gemäß § 147
Abſ. 1 Ziffer 4 der Gewerbeordnung Beſtrafung des verantwortlichen Geſchäftsinhabers
mit Geldſtrafe bis 300 Mark, im Unvermögensfalle mit Haft, zur Folge haben.
Darmſtadt, den 25. Oktober 1910.
Großherzogliches Polizeiamt.
(20809df
Dr. Kranzbühler.
Bekanntmachung.
Die Veranſtaltung von Chriſtbeſcherungen für Arme, beſonders für arme
Kinder betreffend.
Wie in verfloſſenen Jahren, richten wir auch in dieſem Jahre, um eine möglichſt
gleichmäßige Berückſichtigung aller Bedürftigen herbeizuführen, an die Vorſtände der
Vereine, Schulen und Korporationen, ſowie an alle Privatperſonen, welche im
laufen=
den Jahre eine Weihnachtsbeſcherung für Arme, beſonders für arme Kinder, zu
ver=
anſtalten gedenken, das ergebenſte Erſuchen, die Liſten der von ihnen Vorgemerkten
mit möglichſt genauer Angabe der Wohnungen derſelben bei uns möglichſt frühzeitig
einreichen zu wollen.
Wir werden dann die Liſten mit einer Auskunft darüber verſehen laſſen, welche
der darin vorgeſehenen Perſonen noch anderweit zur Weihnachtsbeſcherung in Ausſicht
genommen ſind.
Den die Weihnachtsbeſcherung veranſtaltenden Vereinen, Privaten uſw. bleibt
es dann überlaſſen, hinſichtlich der mehrfach zur Berückſichtigung bei der Beſcherung
in Ausſicht Genommenen mit den anderen in Betracht kommenden Veranſtaltungen ins
Benehmen zu treten und je nach Befund die ſich empfehlenden Abſtriche vorzunehmen.
Darmſtadt, den 11. Oktober 1910.
Städtiſches Pflegeamt.
(19908fff
Krapp.
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2 Betten. 1 Partie Geſchäftsbücher, Bilder, Bilderleiſten, Schulbücher,
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vietten, Tiſchdecken, Damaſttücher ꝛc.; an Ort und Stelle: 1 Partie
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ziegel, Schieferſteine und ca. 100 Bretter:
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1 Etagere und 6 Bilder.
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Darmſtadt, den 26. Oktober 1910.
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Maschinenschreiben, fremden Sprachen. (20601a
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Bekanntmachung.
Die Dauer der Kurſe zur Ausbildung von Hauswirtſchaftslehrerinnen iſt auf ein
Jahr verlängert worden. An der Aliceſchule zu Darmſtadt beginnt der nächſte Kurſus
zu Oſtern 1911
Darmſtadt, 24. Oktober 1910.
(20823
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Großherzogliches Miniſterium des Innern hat dem Rennverein für
Mitteldeutſch=
land in Gotha die Erlaubnis erteilt, 25 000 Loſe einer am 8. und 9. November 1910
auszuſpielenden Geldlotterie innerhalb des Großherzogtums zu vertreiben. Nach dem
von der zuſtändigen Behörde genehmigten Verloſungsplan dürfen 125000 Loſe à 1 Mk.
ausgegeben werden. Zum. Vertrieb in Heſſen dürfen nur mit dem heſiſchen
Zu=
laſſungsſtempel verſehene Loſe vom 18. Oktober 1910 ab bis zum 9. November 1910
gelangen.
(20827
Teure evangeliſche Glaubensgenoſſen!
Das (nahende) Reformationsfeſt gibt uns Anlaß, iener Glaubenshelden dankbar
zu gedenken, die dadurch, daß ſie, in Chriſtus gewurzelt, kühn und unbeweglich ſtanden
in ſchwerer Zeit, das Evangelium wieder zu Ehren gebracht und der evangeliſchen
Chriſtenheit Glaubens= und Gewiſſensfreiheit erſtritten haben. Römiſche
Verdäch=
tigungen und Schmähungen haben wieder einmal verſucht, jene Männer, die
Ideal=
geſtalt eines Luther, deutſche Fürſten, die ſich mutig zu dem Evangelium bekannten,
mit Schmutz zu bewerſen, aber dadurch nur erreicht, daß die Evangeliſchen die
Seg=
nungen der Reformation beſſer würdigen und ſich auf das Jeſuswort wieder zu beſinnen
anfangen: „Welchem viel gegeben iſt bei dem wird man viel ſuchen, und welchem viel
befohlen iſt, von dem wird man viel fordern”. Die Angriffe Roms haben uns
Evan=
geliſchen noch einen anderen großen Dienſt geleiſtet. Denen, die noch blind waren und
ſich durch glatte, ſchöne Worte blenden ließen, wurden die Augen geöffnet für die
Tat=
ſache, in wie hohem Grade die katholiſche Kirche unduldſam iſt gegen jede andere
Re=
ligionsgemeinſchaft, daß ſie keineswegs geſonnen iſt, umzulernen, ſondern nur die
ge=
gebene Zeit abwartet, um den von ihr ſtets vertretenen Grundſatz der Unduldſamkeit
zur Geltung zu bringen und durchzuführen, wo immer ſie über die nötigen Machtmittel
verfügt. Wir Evangeliſche können darum nicht mehr die großen Gefahren überſehen,
welche dem Glaubensleben unſerer Brüder drohen, die durch ihren Beruf und den Kampf
ums Brot genötigt werden, unter einer überwiegend katholiſchen Bevölkerung zu leben,
ſondern müſſen zu der Ueberzeugung gelangen, daß keine Beſtrebungen notwendiger und
zeitgemäßer ſind, als die des Guſtav=Adolf=Vereins, der an die Pflicht der Starken
gegenüber den Schwachen erinnernd, die Kräfte der Einzelnen zuſammenfaßt, die Hilfe
planmäßig geſtaltet und dafür ſorgt, daß die Evangeliſchen, welche der Lebensweg unter
Andersgläubige führt, dort ein gottesdienſtliches Daheim finden, Gottes Wort hören, ſich
an dem reichen Liederſchatz unſerer Kirche erbauen, ihre Kinder im evangeliſchen Glauben
erziehen können und den Segen brüderlicher Gemeinſchaft erfahren. Aber wie
unzu=
reichend iſt die Hilfe, die der Guſtav=Adolſ=Verein bringen kann! Roch an 2344 Orten
ſind die Evangeliſchen nicht geſammelt und ſo ausreichend gekräftigt, um ſchweren
Verſuchungen widerſtehen und ſich der Umklammerung erwehren zu können. Auch in
Heſſen rufen noch 35 Gemeinden die Hilfe des Guſtav=Adolf=Vereins an. Laſſet dies
unſere beredte Antwort auf die römiſchen Schmähungen ſein, daß wir die Beſtrebungen
des Guſtav=Adolf=Vereins eifriger als ſeither unterſtützen und auch durch Gaben zur
Reformationskollekte, welche dem Verein zur freien Verwendung überwieſen wird, fördern!
20826)
Der Vorſtand.
Fußſteigarbeiten.
Die Herſtellung von Asphaltfußſteigen
in der Kahlertſtraße, zwiſchen Viktoria=
und Pareusſtraße, ſoll verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem Tiefbauamte, Zimmer Nr. 7,
während der Dienſtſtunden zur Einſicht
offen. Auch werden dort die Angebotſcheine
abgegeben.
Angebote ſind bis
Samstag, den 5. November I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 25. Oktober 1910.
Tiefbauamt.
Keller.
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In unſer Handels=Regiter Abteilung a
a wurden heute folgende Einträge
voll=
zogen:
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Kinemato=
graph und Tonbild=Theater
Lud=
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Darmſtadt, den 18. Oktober 1910.00
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Gelevenheliskauf.
Eine Sammlung echter alter
Forderungen
an den Nachlaß der verſtorbenen Frau
Marie Schmidt Witwe hier,
Fuhrmann=
ſtraße 7, wollen innerhalb acht Tagen dem
unterzeichneten Vormund ſchriftlich
ange=
zeigt werden.
(20853
Darmſtadt, 27. Oktober 1910.
H. Jäger,
Eckhardtſtraße 23, I.
Dünger=Verkauf.
Am Samstag, den 29. Oktober 1910,
um 105 Uhr vormittags beginnend,
wird auf dem Hofe der Kavalleriekaſerne
an der Holzhofalle in Darmſtadt die
Matratzenſtreu einer halben Eskadron meiſt=
(20353
bietend verkauft.
Leib=Pragoner=Regiment Nr. 24.
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keiten, Erledigung von Kauf=, Pacht=,
Schenkungs=, Miet= und Pfandverträgen,
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heiten. — Nervöſe Herzleiden. — Wie heilt und verhütet man die Arterioskleroſe? —
Bleichſucht und Blutarmut. — II. Die Hauptpflege des Kulturmenſchen. —
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ungen zwiſchen Hautkrankheiten, Waſſer und Seiſe. — Hautatmung. — Luſtbäder
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lich nackt im Schlafzimmer. — Bakterien als Schädlinge. — Maßnahmen gegen
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heiten der Haut. — Wie bekämpft man den Schweißfuß? — III. Geſunder Magen!
Geſunder Darm! Der Magenſaft. — Die Leber als Schutzorgan. — Gärungsprozeſſe
im Darm. — Bakterien im Darm. — Ernährungskrankheiten: Neuraſthenie, Gicht,
Herzfehler, Zuckerkrankheit, Rheumatismus. — Speiſezettel für Magenkranke. — Der
geſunde und der ungeſunde Stoffwechſel. — Mittel gegen Verſtopfung. — IV. Das
Geſchlechtsleben des Kulturmenſchen. Der Herr Verfaſſer hat das
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tige Gebiet des Geſchlechtslebens vom Standpunkt des
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freundlichen Arztes in einem umfangreichen Kapitel behandelt.
Ueber den Inhalt dieſes Kapitels, welches viele neue und
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Auf=
ſchluß. — V. Geſunder Schlaf! Geſunde Nerven! Die Ermüdungsſtoffe. —
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und ſeine Erhaltung; Die Haarwurzel. — Die Haarzwebel. — Der Haarboden. —
Das Haarfett. — Das Eindringen von Luft in die Haare. — Das Ausfallen der
Haare. — Die Haarpflege. — Kopfwaſchungen und Einfetten. — Schlaffe Kopfhaut.
— Trockenheit der Haare. — Haarſchwund. — Schinnen. — Teerſeifen und
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Vermiſchtes.
C.K. Märtyrerinnen der Tanzkunſt. Der
ge=
nießende Bewunderer körperlicher Anmut und Grazie,
der wohlig in ſeinem Parkettſitz zurückgelehnt die
zier=
lichen Balletteuſen mit einem Lächeln auf dem roſig
gepuderten Geſichtchen über die Bühne ſchweben ſieht
und auf den Angenblick wartet, in dem ſchließlich die
berühmte Prima Ballerina, die große Tänzerin, aus
den buntſchimmernden Kuliſſen hervorhuſcht, er weiß
wenig von den furchtbaren Qualen, von den
körper=
lichen Leiden und Entbehrungen, die der berühmte
Star überwinden mußte, ehe er es wagen durfte, unter
dem rauſchenden Beifall bewundernder Zuſchauer die
Geſetze der Schwerkraft ſcheinbar zu widerlegen. Im
London Magazine ſchildert James de Conlay die
Mühen und Leiden der geſchulten Tänzerin. Mit
Ent=
zücken ſah jeder die Genée auf ihren zierlihhen
Füß=
chen in wirbelnden Pirouetten über die Bretter gleiten,
aber wer von den Tauſenden weiß, daß die
vielbewun=
derte Tänzerin faſt allabendlich nach dem Auftreten
hinter den Kuliſſen vor Schmerz weinend
zuſammen=
ſank und mit peinverzerrten Lippen auf die kleinen
Füße hernieder ſah, die ſo viel Begeiſterung
hervorge=
rufen hatten und nun über und über mit Blut bedeckt
waren. Odette Valérie mußte ſchließlich den ganzen
Tag über in einem vollkommen dunklen, ſtillen Raum
liegen, um ihre Nerven von den gewaltſamen
Anſtren=
gungen zu erholen, die ihr Beruf ihr grauſam
auf=
erlegte. Wenn die Pawlöwa am Abend ihren Tanz
vollendet hat, dann ſinkt ſie in die Knie und betet, und
alterfahrene Bürger der Kuliſſenwelt ſind allgemein
daran gewöhnt, große Tänzerinnen nach anſtrengenden
Leiſtungen hinter dem Vorhang kraftlos hinſinken zu
ſehen, wenn nicht eine Ohnmacht das gewaltſam geſtörte
Gleichgewicht der Natur wieder herſtellt. Die kurzen
Augenblicke des Triumphes ſind teuer erkauft, die
heiteren Genüſſe des Lebens bleiben der echten
Tänze=
rin faſt immer verſchloſſen.
Die Volksmeinung geht irre, wenn ſie mit einer
Tänzerin ſo gern die Vorſtellung von einem ſorgloſen,
ausgelaſſenen Lebenswandel verknüpft. Die
Anforde=
rungen des Berufes ſind rein körperlich ſo ſchwer, daß
ſie von ſelbſt eine Reinheit des Lebenswandels zum
Geſetz erheben. Es iſt kein Zufall, daß viele berühmte
Tänzerinnen zugleich als leuchtende Vorbilder weib=
licher Tugend geprieſen werden, das Ballett erzieht
ſeine Zöglinge zu den ehrſamſten Frauen der Welt, zu
denen, die am härteſten arbeiten und am makelloſeſten
leben. Bei faſt allen Balletteuſen findet man eine ſtark
ausgeprägte Religioſität, und faſt täglich mag man in
den Gotteshäuſern die Frauen ſehen, die am Abend im
leichten Gazeröckchen oder im wallenden Chiffonkoſtüm,
vom Zauber des Rampenlichts umſtrahlt, ihre
Zu=
ſchauer entzücken. Als kleines Kind von ſechs Jahren
beginnt für die kommende Tänzerin der Ernſt und die.
Bitterkeit des Lebens, und jeder Schritt, jede Bewegung
erfordert faſt ein Jahr Lehrzeit. Viele Jahre
ver=
gehen, bis ſie zum erſten Male als Elevin ein paar
Mark Wochengage verdienen, und faſt immer liegt eine
zehnjährige Lehrzeit hinter dem zarten Mädchen, bis
es ſich zur „erſten Reihe” vorgearbeitet hat und eine
Wochengage von vielleicht 40 Mark bezieht. Aber dann,
wenn Fleiß und Talent ſich glücklich vereinen, dann
kommt auch die beſſere Zeit, und goldener Lohn winkt.
Eine gut ausgebildete, begabte engliſche Tänzerin
be=
zieht eine Wochengage von wenigſtens 100 Mark, ein
Minimum, dem als erreichbares Ziel Einnahmen bis
zu 20000 Mark im Jahre gegenüber ſtehen.
* Ein brütender Truthahn. Eine gar ſeltſame, an
„Entenzucht” erinnernde Geſchichte, deren volle Richtigkeit
uns indeſſen verbürgt wird, erzählt man uns aus dem
Herzogtum Lauenburg. Auf einem dortigen Rittergut war
ein Truthahn ſo bösartig geworden, daß er Frauen
und Kindern auf die Schultern ſprang und ihnen gänz
gehörige Schnabelhiebe auf Kopf und Geſicht verſetzte.
Nachdem ſich dergleichen Auftritte häufiger wiederholt
hatten, beſchloß man, ſeinem ruchloſen Leben ein Ende zu
machen. Der Zufall wollte es aber, daß gerade in dieſen
Tagen eine neue Wirtſchafterin kam, die behauptete, den
bösartigen Puter gänzlich harmlos machen zu können, und
zwar dadurch, daß er Eier ausbrüten müßte. Des
Scherzes halber wurde der Verſuch gemacht. Der Puter
wurde eingeſchläfert — d. h. es wurde ihm ein großer
Eß=
löffel voll Branntwein in den Hals gegoſſen, und dann
ward er aufs Neſt geſetzt. Während der erſten drei Tage
mußte, um ſeine erregten Nerven etwas zu beruhigen, mit
Schnaps nachgeholfen werden, dann ſaß er aber feſt, ohne
ſich zu rühren, gänzlich von den hohen Pflichten
durch=
drungen, die ihm ſein neues Amt auferlegte. Es war ein
überaus komiſcher Anblick, wie der früher ſo unbändige
Hahn jetzt mit rührender Sorgfalt, den Hennen gleich, ſo
oft er zum Füttern vom Neſte aufgehoben worden war,
mit dem Schnabel vorſichtig die einzelnen Eier umdrehte
und die äußeren nach innen ſchob, damit auch jedes zu
ſeinem Recht käme. Nach vier Wochen ſollte ſeine
auf=
opferungswillige Geduld belohnt werden: eines ſchönen
Morgens hatte er acht neuen Weltbürgern zum Leben
ver=
holfen. Aber, o Schreck — die ruchloſen Menſchen hatten
ihm ſtatt Eiern aus dem edlen Putenſtamme ganz gemeine
Enteneier untergelegt. Als der bisher ſo getreue
Stief=
vater die Beſcherung ſah, wandte er ſich ab und ging, ohne
ſich auch nur im geringſten um ſeine Pflegekinder zu
küm=
mern, zu ſeinen Hennen zurück. Er hatte die Sache tödlich
übel genommen und war im nächſten Jahre durch kein
Mittel, ſelbſt nicht durch erhöhte Schnapsrationen, zu
be=
wegen, auch nur für kurze Zeit ſeine Stellung als Herr
des Geflügelhofes aufzugeben und ſich zum zweiten Male
durch Frauenzimmerarbeit zu erniedrigen.
Literariſches.
Im Verlage von Griebens
Reiſe=
führern (Albert Goldſchmidt, Berlin W.)
er=
ſchienen: Band 28: Moſel und Vulkaniſche
Eifel. 9., neu bearbeitete Auflage. Mit 3 Karten.
Preis 1,50 Mk. Dieſer beliebte Führer durch das
Ge=
biet der Moſel mit ihren herrlichen Landſchaftsbildern
hat in der neuen Auflage eine weſentliche
Erweiter=
ung erfahren durch die Aufnahme des Gebietes der
Vulkaniſchen Eifel. Der Gebrauch des Führers wird
durch ein ſorgfältig bearbeitetes Regiſter ſehr
er=
leichtert. Die vorzüglichen Pläne und Karten
orien=
tieren durch praktiſche Anlage ſchnell und ſicher. —
Band 32: Bad Neuenahr und das Ahrtal.
Mit 2 Karten. Preis 1 Mk. Dieſer, ſoeben in 6., neu
bearbeiteter Auflage erſchienene Führer ſei allen
Be=
ſuchern des bekannten Badeortes Neuenahr empfohlen.
Handlich, kurz, überſichtlich und zuverläſſig ſind die
weſentlichen Vorzüge des Bändchens. Die dem
Füh=
rer beigegebenen Karten ſind neu ergänzt. — Band 77:
Die Vogeſen, Straßburg, Metz und die
Schlachtfelder. Preis 2 Mk. Der ſoeben in 7.
Auflage erſchienene Griebenſche Vogeſenführer iſt in
allen ſeinen Teilen einer ſorgfältigen Reviſion
unter=
zogen worden. Beſondere Aufmerkſamkeit wurde
dem neu durchgeführten Höhenwege und der farbigen
Wegebezeichnung geſchenkt; ferner fanden einige neue,
ſchöne Touren Aufnahme. Auch auf die für
Fuß=
gänger ſo überaus wichtige genaue Angabe der
Ent=
fernung von Ort zu Ort wurde beſondere Sorgfalt
verwendet. Dem Führer ſind 7 neu ergänzte Karten
beigegeben, die bei Zuſammenſtellung der Reiſepläne
gute Dienſte leiſten; ferner findet man im Buche
einen neuen Grundriß der vielbeſuchten
Hohkönigs=
burg. Der Führer kann jedem Vogeſenfreund beſtens
empfohlen werden.
* Von Gottfried Schwabs Gedichtſammlung
„Wolkenſchatten und Höhenglanz” iſt eine
ſchön ausgeſtattete Volksausgabe (3. Auflage)
er=
ſchienen mit Buchſchmuck von Hans Schroedter. (
Ver=
lag von Lampart u. Ko., Augsburg.) Auch ſie enthält
ein Vorwort der Witwe des Dichters und eine
Bio=
graphie von Karl Hepp=Darmſtadt. Nachdem die 2.
Auflage (Prachtausgabe) zurzeit faſt vergriffen iſt,
wird dieſe neue Ausgabe freudig begrüßt werden.
Gottfried Schwabs Gedichte ſind köſtlich geſunde
Nahr=
ung für das Gemüt unſerer Jugend, in deren
unver=
lierbaren Beſitz ſie übergehen müſſen. Niemals kann
der ſeinem großen deutſchen Vaterlande ſo getreue
heſſiſche Sänger vergeſſen werden.
— Dr. Kurt Floericke, Säugetiere
frem=
der Länder. Mit farbigem Umſchlagbild, 4 Tafeln und
zahlreichen Textbildern. Herausgegeben vom Kosmos,
Geſellſchaft der Naturfreunde (Stuttgart, Franckhſche
Ver=
lagshandlung). Broſchiert 1 Mark, geſchmackvoll geb. 1,80
Mark. Seinen mit großem Beifall aufgenommenen
Schil=
derungen der Säugetiere, Vögel, Kriechtiere und Lurche
läßt der Verfaſſer eine Darſtellung der Tierwelt fremder
Länder folgen. Die anerkannten Vorzüge dieſes Autors:
ſcharfe Beobachtungsgabe, plaſtiſche Darſtellungskraft,
glänzender Stil, völlige Beherrſchung des Stoffes und
umfaſſende Kenntnis der Fachliteratur, vereinigen ſich auch
in dieſem Buche.
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