Darmstädter Tagblatt 1910


13. September 1910

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173. Jahrgang
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:

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werden angenommen in Darmſtadt.
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.

Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

N 214.

Dienstag, den 13. September.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Ueber die Wahltaktik des Zentrums
äußert ſich Dr. J. Bachem im Organ der Windthorſt=
bunde
. Mit aller Beſtimmtheit glaubt dieſer gut unterrich=
tete
Zentrumspolitiker ſagen zu dürfen, daß auf der Augs=
burger
Katholikenverſammlung in einer Sitzung des Au=
guſtinusvereins
von Zentrumsparlamentariern für die
Zentrumspreſſe nicht die Parole ausgegeben wurde, un=
ter
allen Umſtänden für den Zuſammenſchluß der
bürgerlichen Parteien gegen die Sozial=
demokratie
im Reichstagswahlkampfe einzutreten.
Weshalb einer ſolchen Parole vom Zentrumsſtandpunkt
aus nicht zugeſtimmt werden könne, ſetzt Dr. Bachem ein=
gehend
auseinander. Er macht zunächſt geltend, daß die
Bezeichnung bürgerliche Partei auf das Zentrum des=
wegen
nicht ſchlechthin zutreffe, weil die Zentrumswähler=
ſchaft
ſich zu einem beträchtlichen Teile aus Arbeitern zuſam=
menſetzt
, was übrigens bei allen übrigen bürgerlichen Par=
teien
ebenſo der Fall iſt. Dr. Bachem bezweifelt ſodann
die Wirkſamkeit jener Sammlungsparole gegen die Sozial=
demokratie
, weil infolge des Scheiterns der Blockpolitik
die Gegenſätze zwiſchen Zentrum und Liberalen zu groß
wären, als daß auf eine gegenfeitge Unterſtützung gerech=
net
werden dürfte. Endlich aber erhebt Dr. Bachem einen
grundſätzlichen Einwand von ſichtlich ausſchlaggebender
Bedeutung, indem er ſchreibt:
In den liberalen Parteien ſind nicht wenige Perſön=
lichkeiten
, die in Weltanſchauungsfragen dem Zentrum
nicht minder ſchroff gegenüberſtehen als die Sozialdemo=
kratie
und welche im Parlament dieſe Gegnerſchaft in einer
für das Zentrum empfindlicheren Weiſe zur Geltung brin=
gen
können, als die Sozialdemokratie. Soll die Zentrums=
partei
ſolche Perſönlichkeiten wahllos gegen ſozialdemo=
kratiſche
Kandidaten durchſetzen helfen? . . . Der Satz
allerdings läßt ſich vertreten, daß die Zentrumspartei we=
gen
der tiefen grundſätzlichen Gegenſätze zwiſchen Zen=
trumspartei
und Sozialdemokratie nirgends für ſozial=
demokratiſche
Kandidaten, die mit Kandidaten der ſoge=
nannten
bürgerlichen Parteien im Kampf ſtehen, poſitiv
eintreten ſoll. Aber von da bis zur unbedingten Unter=
ſtützung
jedweder bürgerlichen Kandidatur gegen den
Sozialdemokraten iſt noch weit. In manchen Fällen wird
es bei der Entſcheidung wohl mehr auf die Perſon als auf
die Parteiſtellung ankommen.
Nachdem Dr. Bachem die Wahltaktik des Zentrums
umſchrieben, bezeichnet er es als verfrüht, jetzt ſchon über=
haupt
eine Wahlparole auszugeben: das Zentrum müſſe
abwarten, wie die anderen bürgerlichen Parteien zu ihm
ſich ſtellen, dann werde es die Entſcheidung mit Rückſicht
auf das Gemeinwohl und das eigene wohlverſtandene In=
tereſſe
treffen.

Der Jar in Deutſchland.
* Unter dieſer Ueberſchrift ſchreibt die Köl=
niſche
Zeitung in ihrer Samstagsnummer:
Schon bevor das ruſſiſche Kaiſerpaar in Friedberg
eintraf, begannen ſozialdemokratiſche Blätter einen plan=
mäßigen
Hetzfeldzug gegen den Aufenthalt des fremden
Herrſchers in Deutſchland. Wir haben damals Gelegenheit
genommen, auf die Folgen hinzuweiſen, die dies Vorgehen
haben könnte. Leider ſchloſſen ſich den wüſten Schimpfereien
auch Blätter der bürgerlichen Linken an und verbreiteten
zugleich allerlei Senſationsnachrichten über die angebliche
Ausweiſung von Ruſſen, übermäßige Abſperrungs= und
Sicherheitsmaßregeln und dergleichen mehr, die ſich bald
als erfunden herausſtellten. Das ganze Treiben, deſſen
Gipfel große Einſpruchsverſammlungen gegen den Zaren=
beſuch
werden ſollten, war unwürdig und verriet dabei,
von wie geringem politiſchen Verſtändnis dieſe Kreiſe er=
füllt
ſind. Wir wollen die Möglichkeit außer Betracht laſ=
ſen
, daß der Parteifanatismus dieſe Leute blind machte
und ſie verführte, allgemeine deutſche Intereſſen mit Füßen
zu treten, und nehmen an, daß ſie die Folgen ihrer Hand=
lungen
nicht ahnten. Ein deutſches Petersburger Blatt,
das unſere Verhältniſſe nicht vom konſervativen Stand=
punkt
anzuſehen pflegt, der St. Petersburger Herold, faßt
in einem Artikel: Ein kleines Kapitel über Gaſtfreund=
ſchaft
die Wirkungen, welche die Hetze in Rußland hervor=
bringt
, wie folgt zuſammen:
Noch bevor dieſer Beſuch in Deutſchland eintraf, ha=
ben
wir in deutſchen Blättern, und zwar nicht nur in ſo=

zialdemokratiſchen, ſondern auch in gut bürgerlichen, Be=
trachtungen
leſen müſſen, die an Kleinlichkeit und Takt=
loſigkeit
die äußerſte Grenze erreichten. Man ſprach die
Angſt aus, daß dieſer Beſuch der Staatskaſſe irgend eines
deutſchen Ländchens Ausgaben verurſachen könnte.
Selbſt wenn dies der Fall geweſen wäre, ſo hätte man
eine derartige Frage ſchon aus Klugheit nicht anſchneiden
ſollen. Man hätte bedenken ſollen, daß Rußland das gaſt=
freundſchaftlichſte
Land der Welt iſt um nur eins anzu=
führen
, werden ausländiſchen hohen Beſuchen ſogar
Gratis=Hofzüge an die Grenze entgegengeſandt und
daß man in dieſem Lande über die Aufwerfung derar=
tiger
Fragen einfach ſtarr ſein muß, da ſie nur den Ein=
druck
von Bettelhaftigkeit erzeugen können. Die deutſche
Angſt war aber außerdem völlig überflüſſig: der beregte
Beſuch verzehrt nicht nur nicht deutſches Geld, er bringt
vielmehr ruſſiſches Geld nach Deutſchland, und die deut=
ſchen
Kaufleute wiſſen dies ausgezeichnet zu ſchätzen. Wäh=
rend
des Beſuches ergehen ſich ſozialdemokratiſche Blätter
in ſolchen unflätigen Aeußerungen, daß einem gebildeten
Menſchen die Schamröte in das Geſicht ſteigt. Dieſe Aeu=
ßerungen
laſſen ſich nicht einmal annähernd andeuten.
Selbſt in den ärgſten Zeiten des Deutſchenhaſſes wären
in der ruſiſchen Preſſe derartige Dinge niemals möglich.
Man ſage nicht, daß es ſich ja nur um ſozialdemokratiſche
Blätter handelt. Die Sozialdemokratie hat in Deutſchland
einen derartigen Anhängerkreis, daß es der ruſſiſchen Preſſe
erlaubt iſt, den Schluß zu ziehen, daß ein großer Teil des
deutſchen Volkes pöbelhaft verroht iſt. Das Schlimmſte
aber iſt, daß wieder gutbürgerliche Blätter ſich nicht ſchä=
men
, die ſozialdemokratiſchen Gemeinheiten, manchmal un=
ter
Hinzufügung eines ſchwächlichen Bedauerns, in extenso
wiederzugeben, daß ſie ſo die unqualifizierbaren ſozial=
demokratiſchen
Roheiten zum Gemeingut des ganzen Vol=
kes
machen. Vielleicht meinen dieſe gutbürgerlichen Blät=
ter
, daß es ſchade wäre, ihren Leſern einen ſenſationellen
Stoff vorzuenthalten. Aber bedenken ſie denn gar nicht,
wie ſehr ſie ſich politiſch gegen die Intereſſen ihres eigenen
Landes verſündigen, von Erwägungen der Anſtandäſſſicht
und dergleichen Krimskrams ſchon ganz zu ſchweißen?
Die ruſſiſche Preſſe berührt aus naheliegenden Gründen
zurzeit dies heikle Thema nicht, aber ſie kennt die erſtaun=
liche
Haltung der deutſchen Preſſe ſehr wohl. Sie wird
bei Gelegenheit quittieren, wenn auch nicht in ſo unan=
ſtändiger
Weiſe. Die deutſche Preſſe gräbt eine tiefe Kluft
zwiſchen Ruſſen und Deutſchen; ſie erweckt perſönliche, rein
menſchliche Feindſchaft.
Wir geben uns nicht der Hoffnung hin, daß dieſe Aus=
führungen
die Haltung der ſozialdemokratiſchen und links=
liberalen
Blätter in Deutſchland beeinfluſſen werden. Sie
werden nach einem Bismarckſchen Wort fortfahren, Fen=
ſterſcheiben
einzuwerfen, die das deutſche Volk dann be=
zahlen
kann. Es iſt von jeher das Unglück der Deutſchen
geweſen, ausländiſche Zuſtände mit dem Maßſtab inner=
politiſcher
Anſchauungen zu meſſen, unbekümmert darum,
ob durch dieſe Handlungsweiſe die deutſchfeindliche Stim=
mung
in anderen Staaten gefördert und unſeren Gegnern
wirkſame Waffen in die Hand gegeben werden. Aber die
jetzige Gelegenheit bietet ein Schulbeiſpiel für die Unver=
nunft
unſerer Radikalen, wie es zwingender kaum gefun=
den
werden kann, nur brauchen ſie leider nicht allein die
Zeche zu bezahlen. Die Rechnung wird Deutſchkand noch
einmal präſentiert werden; es geſchieht z. B. jetzt ſchon
mit dem Satz, der Schluß ſei zuläſſig, daß ein großer Teil
des deutſchen Volkes pöbelhaft verroht ſei. Das iſt nicht
wahr, und jeder Ausländer, der Deutſchland kennt, wird
die Behauptung zurückweiſen, aber es bleibt ein übles
Ding, daß deutſche Blätter und Parteien durch ihre Torheit
den Anſchein davon erwecken können.
Deutſches Reich.
Die Fortſchrittliche Volkspartei hielt
am Sonntag in der Brauerei Friedrichshain zu Berlin
eine Verſammlung ab, in der die ſchwebenden politiſchen
Fragen und insbeſondere die letzten Kaiſerreden eingehend
erörtert wurden. Etwa 2000 Perſonen waren erſchienen.
Die Leitung hatte Rektor Kopſch inne. Gleich nach Beginn
der Verſammlung machten ſich an einigen Stellen des
Saales Störungen bemerkbar, die den Rektor Kopſch ver=
anlaßten
, mit dem eventuellen Gebrauch des Hausrechtes
zu drohen. Als erſter Redner ſprach Dr. Wiemer. Er
legte dar, daß zurzeit im Volke eine große Unzufriedenheit
herrſche, deren Quellen zugeſtopft werden müſſen. Veran=
laßt
ſcheine dieſe vor allen Dingen durch die verfehlte
Finanzreform zu ſein, ferner durch die Fleiſchteuerung, die
fortgeſetzte Vermehrung der Fideikommiſſe und ſchließlich
durch die letzten Kaiſerreden. Nach Wiemer ſprach Fiſch=
beck
. Auch er war der Meinung, daß die letzten Kaiſer=
reden
dem Staatsweſen tiefe Wunden geſchlagen hätten.
Juſtizrat Dove bezeichnete als das vornehmſte Ziel der
Liberalen die Beſeitigung des ſchwarz=blauen Blocks. Letz=
ter
Redner war der ſüddeutſche Abgeordnete Konrad
Haußmann. Nach einem Schlußwort des Abgeordneten
Kopſch ging die Verſammlung ruhig auseinander.

Die bayeriſche Regierung und die
Fleiſchteuerung. Aus München wird gemeldet: In
einer im Staatsminiſterium des Innern in Sachen der
Vieh= und Fleiſchteuerung abgehaltenen Beſprechung
wurde unter anderem beſchloſſen, bei der Reichsregierung
die Erleichterung der Einfuhr von Schlachtvieh aus Däne=
mark
durch Aufhebung oder Einſchränkung der Viehquaran=
täne
und der Tuberkulinimpfung und die Zulaſſung der
Einfuhr von Schlachtſchweinen aus Oeſterreich=Ungarn in
alle unter verläßlicher veterinärpolizeilicher Aufſicht ſtehen=
den
bayeriſchen Schlachthäuſer zu erwirken. Das Staats=
miniſterium
für Verkehrsangelegenheiten wurde erſucht,
eine vorübergehende Ermäßigung der Frachtſätze für das
nach den bayeriſchen Schlachtviehhöfen in weiterer Ent=
fernung
verfrachtete Vieh zu gewähren.
Aerzte und Krankenkaſſen. Der Magi=
ſtrat
von Halle forderte von den dortigen Krankenkaſſen,
denen ſämtliche Aerzte zum 1. Oktober gekündigt haben,
den Nachweis ausreichender ärztlicher Verſorgung. Da
nur 4 Aerzte ſtatt bisher 38 von den Krankenkaſſen
engagiert werden konnten, ſteht ein Eingreifen der Auf=
ſichtsbehörde
zugunſten eines den Aerzten genehmen Ver=
trages
bevor.
Zu den Reichstagsnachwahlen führt der
Bericht des ſozialdemokratiſchen Parteivorſtandes aus:
Es liegen Stichproben aus faſt allen Gegenden Deutſch=
lands
vor, und immer iſt dieſelbe Erſcheinung zu beob=
achten
: Anwachſen der ſozialdemokratiſchen Stimmen und
Rückgang der bürgerlichen Stimmen. Betrachtet man das
Geſamtrefultat und vergleicht man es mit den Stimmen=
zahlen
bei der Hauptwahl des Jahres 1907, dann ergibt
ſich, daß damals die Gegner in den 14 Wahlkreiſen von
390505 abgegebenen Stimmen 277828, alſo 71,12 von je
100 abgegebenen Stimmen hatten, während unſere Genoſ=
ſen
nur 112510, alſo 2838 von 10 Stimmen erhielten.
Bei den Nachwahlen wurden im erſten Wahlgang 366 838
Stimmen abgegeben. Der Rückgang betrug alſo 23 7ao
Stimmen. Aber der Verluſt der bürgerlichen Parteien war
weit größer, denn ſie brachten es im erſten Wahlgang nur
auf 228 001 Stimmen, alſo 62,13 v. H., während für unſere
Genoſſen 138837 Stimmen oder 37,87 v. H. abgegeben
wurden. Die Gegner hatten alſo einen Verluſt von 49827
Stimmen zu beklagen, während wir einen Gewinn von
26 327 zu verzeichnen hatten. Die Erſcheinung, wonach
wir bei ſämtlichen Nachwahlen einen Stimmenzuwachs
hatten, in einem Jahre ſieben Mandate eroberten und das
eine Mandat, das wir hatten, behaupteten, iſt ein Vor=
gang
, der in der Geſchichte der Partei ohne Beiſpiel iſt.
Die Parteigenoſſen dürfen ſich aber durch dieſe Erfolge
nicht blenden laſſen und glauben, daß uns nun die reifen
Früchte in den Schoß fallen. Gewiß haben uns die Geg=
ner
gut vorgearbeitet und bei Hunderttaufenden eine
Stimmung hervorgerufen, die dieſe dazu treibt, für einen
Sozialdemokraten zu ſtimmen. Dieſe Stimmung müſſen
wir ausnützen und die Unzufriedenen zu zielbewußten
Anhängern unſerer Partei machen. Die Zeit iſt ſo günſtig
wie ſelten zur Agitation und Organiſation; das muß uns
anſpornen, mit verdoppelter Kraft zu wirken.
Welche Lehre die bürgerlichen Parteien hieraus zu
entnehmen haben, braucht nicht erſt geſagt zu werden.
Ausland.
Frankreich.
Angriffe gegen das Kabinett Briand.
Nachdem der Miniſterpräſident Briand zwei Tage in
Paris geweilt hatte, wo er hauptſächlich wegen der fran=
zöſiſchen
Anleihe konferierte, iſt er von dort wieder abge=
reiſt
. Von ſeinen Gegnern wird nun ſeine Abweſenheit
dazu benutzt, einen Schlag gegen ihn und ſein Miniſterium
vorzubereiten. Der einſtige Miniſterpräſident Combes, der
es noch immer nicht verſchmerzen kann, daß er in ſeinem
Departement Charente Inferieure nur mit knapper Not
gegen einen gemäßigten Republikaner zum Generalrat ge=
wählt
wurde, wird gleich nach dem Zuſammentritte der
Kammern die Regierung im Senat interpellieren. In
Leon Bourgeois und dem Führer der radikalen Partei,
dem einſtigen Marineminiſter und jetzigen Senator Vallée,
hat er Hilfe erhalten, wozu ſich auch noch ſeitens der
Radikal=Sozialiſten der frühere Marineminiſter Pelletan
zugeſellen wird. In den radikalen Blättern wurde be=
reits
das Loſungswort ausgegeben: Fortan ſchärfſter
Kampf gegen die Verſöhnungspolitik Briands! Seine
Politik hat die radikalen Parteien um ſo mehr verſchnupft,
als ſich auch der Präſident Falliéres ihr zuneigt, der bei
ſeiner Rundreiſe durch Savoyen immer und immer wieder
die Notwendigkeit einer alle Parteien umfaſſenden Politik
betonte und erklärte, er rechne auf die Mitarbeiterſchaft
auch der gemäßigten Parteien.
Belgien.
Die Invaſionsfurcht hat nun auch in Belgien
einen Nährboden gefunden. Der Etoile Belge meldet aus

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. September 1910.

Nummer 214.

Paris, daß in franzöſiſchen Mittährkreiſen eine gewiſe Be=
unruhigung
über den Bau der Bahn Malmedy=Stavelot
herrſcht. Man ſpricht, durch Maxwells deutſchfeindliche
Ausführungen in der Daily Mail aufmerkſam gemacht,
dieſer Linie, die den deutſchen, kaum 5000 Einwohner zäh=
lenden
Badeort Malmedy mit dem belgiſchen Induſtrieort
Stavelot verbindet, jede kommerzielle Bedeutung ab. Da=
gegen
wohne der Bahn eine große ſtrategiſche Bedeutung
inne. Denn mit Leichtigkeit könne von Malmedy aus eine
Truppenmacht auf belgiſches Gebiet geworfen werden und
hier im Süden von Lüttich und Namur Aufſtellung neh=
men
. Der Etoile Belge ſchließt ſich den franzöſiſchen Be=
fürchtungen
, daß Belgiens Oſtgrenze zu wenig geſchützt
ſei, an.
England.
Die Inveſtitur des Prinzen von Wales.
Aus London wird gemeldet: Folgende Bekanntmachung
wurde geſtern abend vom Privatſekretär des Königs, Sir
Artur Bigge, in bezug auf die von der Waliſer Bevölke=
rung
gewünſchte Inveſtitur des Thronfolgers zum Prin=
zen
von Wales veröffentlicht: Se. Majeſtät der König
haben Allergnädigſt geruht, dem Wunſche der Waliſer Be=
völkerung
nachzukommen und die alte Sitte der Inveſtitur
des Prinzen von Wales wieder ins Leben zu rufen. Auf
die Empfehlung eines repräſentativen Komitees iſt Se.
Majeſtät damit einverſtanden, daß die Zeremonie wäh=
rend
des Monats Juli des nächſten Jahres in Carnarvon
Caſtle ſtattfinden ſoll. Zwiſchen den Städten Carmar=
then
, Carnarvon und Cardiff war ein Streit ausgebrochen,
welche Stadt der Ehre der Inveſtiturfeierlichkeiten teil=
haftig
werden ſollte. Carnarvon ſtützt ſeinen Anſpruch dar=
auf
, daß in ſeinen Mauern der erſte Prinz von Wales, der
ſpätere König Eduard II., das Licht der Welt erblickte.
Serbien und Montenegro.
Die Wiener Neue Freie Preſſe ſchreibt: Es wird ſeit
langem erzählt, daß König Nikolaus von Montenegro
Paſchitſch als einen ſeiner erbittertſten Gegner betrachtet.
Ein ſerbiſches Dementi ſagt allerdings in Entgegnung auf
eine Meldung des Blattes Zwono, wonach durch die Ver=
leihung
des Marſchallſtabes an König Nikolaus Miß=
trauen
zwiſchen Belgrad und Cetinje geſät worden ſei, daß
dieſe Meldung vollkommen den patriotiſchen Gefühlen
widerſprechen würde, von denen die Serben gegen Mon=
tenegro
und deſſen Herrſcher beſeelt ſind. Dieſe Schilde=
rung
der ſerbiſchen Gefühle ſteht jedoch mit den Stim=
mungsſymptomen
der letzten Zeit, unter denen ſich auch
eine lärmende Kundgebung gegen König Nikolaus wäh=
rend
der Theatervorſtellung befand, nicht im Einklang.
Wahrſcheinlich ſollen jetzt dieſe Eindrücke verwiſcht wer=
den
, um ſo mehr, als die ruſſiſchen Gunſtbezeigungen für
Nikolaus deſſen glänzende Beziehungen zum ruſſiſchen Hofe
hervortreten ließen. Die Vermutung liegt nahe, daß auch
die Begegnung des Miniſters des Aeußern Milowano=
witſch
mit Iswolski in Frankfurt damit zuſammenhängt.

* Der Eid, den der neue Erlaß des Papſtes
den Geiſtlichen auferlegt, iſt ſehr umfangreich. Er beſtimmt
die Form, in welcher der Klerus die kirchliche Lehre zu ver=
künden
hat, insbeſondere in allen Punkten, in denen die
kirchliche Tradition in ſchroffem Gegenſatze zu den
moderniſtiſchen Anſchauungen ſteht, ſo nament=
lich
in bezug auf die göttliche Inſpiration der Propheten,
die Göttlichkeit des Urſprungs der katholiſchen Kirche, die
Gründung der Kirche durch Jeſus Chriſtus, die Stellung
des heiligen Petrus in der Kirche, die Taten und Schriften
der Apoſtel uſw. Der Eid erklärt es dann für einen Irr=
um
, daß der katholiſche Glaube im Widerſpruch mit der
Geſchichte ſtehe, und weiſt dieſen Irrtum zurück. Der wich=
tigſte
Teil des Eides iſt derjenige, der ſich mit dem Stu=
dium
der Geſchichte befaßt; er lautet wörtlich: Ich ver=
urteile
und verwerfe die Meinung derer, die behaupten,
er gebildete Chriſt könne eine doppelte Perſönlichkeit
haben und dürfe auf der einen Seite gläubig, auf der an=
dern
Hiſtoriker ſein, als ob es dem Hiſtoriker erlaubt wäre,
etwas für wahr zu halten, was der Glaube verworfen
hat. Der Eid verdammt ſchließlich die rationaliſtiſchen
Auslegungen und Erklärungen der Bibel und der Geiſt=
liche
muß beſchwören, daß er alle moderniſtiſchen Irrtümer

verwerfe, die zu dem Schluſſe gelangen, daß die kirchliche
Tradition nichts Göttliches enthalte. Der Papſt hat auch
eine neue Verordnung über das Verfahren bei der Ab=
ſetzung
eines Pfarrers erlaſſen. Die Verordnung gibt die
Pfarrer noch mehr wie bisher in die Gewalt der Biſchöfe=
* Queenstown, 12. Sept. König Georg ließ
durch ſeinen Privatſekretär dem deutſchen Konſul
ein Telegramm zugehen, er habe ſich ſehr über das vom
kaiſerlich deutſchen Konſul zu Ehren des Beſuches des
deutſchen Kreuzers Hanſa gegebene Feſtmahl gefreut,
ebenſo bereitete ihm die Begeiſterung, mit der die Trink=
ſprüche
auf den Kaiſer und auf ihn aufgenommen wurden,
große Freude.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 13. September.
* Audienzen. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
werden am Mittwoch, den 14. d. Mts., vor=
mittags
im Reſidenzſchloß dahier Audienzen erteilen,
ſowie Meldungen und Vorträge entgegennehmen.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben zum 12. d. Mts. verliehen: das
Komturkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen: dem Generalmajor voon Francois,
Kommandeur der 49. Infanterie=Brigade (1. Großherzog=
lich
Heſſiſchen); das Komturkreuz 2. Klaſſe desſelben
Ordens; dem Oberſt von Randow, Kommandanten
von Darmſtadt, und dem Oberſt von Müller, Kom=
mandeur
des Infanterie=Regiments Kaiſer Wilhelm
(2. Großherzoglich Heſſiſchen) Nr. 116; das Ehrenkreuz
desſelben Ordens: dem Oberſt von Lindequiſt,
Kommandeur des 1. Hannoverſchen Infanterie=Regiments
Nr. 74, ſeither Oberſtleutnant beim Stabe des Infanterie=
Regiments Kaiſer Wilhelm (2. Großherzoglich Heſſiſchen)
Nr. 116, und dem Oberſtleutnant Heuer beim Stabe
des letztgenannten Regiments; das Ritterkreuz 1. Klaſſe
desſelben Ordens: dem Hauptmann Buſſe, Kom=
pagniechef
im Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, dem Hauptmann Tauſcher,
Kompagniechef im Infanterie=Leibregiment (3. Großh.
Heſſ.) Nr. 117, dem Oberzahlmeiſter Praetorius in
demſelben Regiment, dem Hauptmann Baither, Kom=
pagniechef
im Infanterie=Regiment Prinz Carl (4. Großh.
Heſſ.) Nr. 118, und dem Oberſtabsarzt Dr. Ohlſen,
Regimentsarzt des Leib=Dragoner=Regiments (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 24; das Ritterkreuz 2. Klaſſe desſelben
Ordens; dem Oberleutnant von Wienskowski im
2. Großherzog. Heſſiſchen Feldartillerie=Regiment Nr. 61
und dem Zahlmeiſter Becker im Infanterie=Regiment
Kaiſer Wilhelm (2. Großherzogl. Heſſiſchen) Nr. 116;
die Krone zum Silbernen Kreuz desſelben Ordens= dem
Waffenmeiſter Krüger im Infanterie=Leibregiment
Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117 und dem Wacht=
meiſter
Kreſſel im Garde=Dragoner=Regiment (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 23; das Allgemeine Ehrenzeichen mit der In=
ſchrift
Für Verdienſte: dem Vizefeldwebel Bambei
im Leibgarde=Infanterie=Regiment (1. Großh. Heſſ.)
Nr. 115, dem Unterzahlmeiſter Kipfer im Infanterie=
Regiment Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, den
Unterzahlmeiſtern Traetow und Mühlhauſen im
Infanterie=Leibregiment Großherzogin (3. Großh. Heſſ.)
Nr. 117, dem Vizefeldwebel Fey im Infanterie= Regi=
ment
Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, dem Unter=
zahlmeiſter
Schulze im Leib=Dragoner=Regiment
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 24, dem Wachtmeiſter Schwendtner
im 2. Großh. Heſſiſchen Feldartillerie=Regiment Nr. 61
und dem Unterzahlmeiſter Sprenger im Großh.
Heſſ. Train=Bataillon Nr. 18.
Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben dem
Steueraufſeher Johannes Engler zu Mainz aus
Anlaß ſeiner Verſetzung in den Ruheſtand das Silberne
Kreuz des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
verliehen.
D Organiſation der Verwaltung der Staats=
ſchuld
. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben
den Miniſterialrat im Miniſterium des Innern,
Geheimerat Karl Süffert von dem Vorſitz in der
Staatsſchuldenverwaltung enthoben. Mit Allerhöchſter
Ermächtigung iſt der vortragende Rat in der Abteilung
für Finanzwirtſchaft und Eiſenbahnweſen im Miniſterium
der Finanzen, Geheimer Oberfinanzrat Dr. Ferdinand
Rohde bis auf weiteres mit der Verſehung der Dienſt=
geſchäfte
des Vorſitzenden der Staatsſchuldenverwaltung
beauftragt worden.
* Militärdienſtnachrichten. Der Charakter als Gen.=
Major verliehen: v. Randow, Oberſt und Kommandant
von Darmſtadt. Grube, Major und Bats.= Komman=
deur
im Inf.=Regt. Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118,
zur Haupt=Kadettenanſtalt verſetzt. Fabarius, Major
beim Stabe des Inf.=Regts. Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.)
Nr. 118, zum Bats.=Kommandeur ernannt. v. Hagen,
Hauptmann und Adjutant des Gen.=Kommandos des
X. Armeekorps, zum Major, Wegeli, Oberleutnant und

Adjutant der 50. Inf=Brig. (2. Großh. Heſſ.), zum
Hauptmann, Graf zu Rantzau, Oberlt. und Adjutant
der 25. Kav.=Brigg. (Großh. Heſſ.), zum Rittmeiſter be=
fördert
. Als Komp.=Chef mit der Maßgabe verſetzt, daß
er bis Ende September 1910 als kommandiert in ſeiner
bisherigen Stelle bleibt: Kloebe, Hauptmann und
Adjutant des Gouvernements von Mainz, in das
3. Lothring. Inf.=Regt. Nr. 135. Dem betr. Regiment
aggregiert: Wilken, Major beim Stabe des 5. Großh.
Heſſ. Inf.=Regts. Nr. 168. Broeſe, Lt. im 5. Großh.
Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168, in das 4. Weſtpreuß. Inf.=
Regt. Nr. 140 verſetzt. Vom 1. Oktober 1910 auf ein
Jahr zur Dienſtleiſtung bei der Gewehr= Prüfungskom=
miſſion
kommandiert: Schultze, Oberlt. im 5. Großh.
Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168. v. Jagemann, Rittmeiſter,
bisher Eskadr.=Chef im Jäger=Regt. zu Pferde Nr. 2,
zum Eskadr.=Chef, von Studnitz, Oberlt., bisher im
Leib=Dragoner=Regt. (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24, in das am
1. Oktober 1910. zu errichtende Jäger=Regiment zu
Pferde Nr. 6 verſetzt. Zum Oberſtleutnant befördert:
v. Hahn, Major und Abteil.=Kommandeur im Großh.
Art.=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 25. Zum
überzähligen Major befördert: v. Plönnies, Haupt=
mann
beim Stabe des 5. Bad. Feldart.=Regts. Nr. 76,
Zum überzähl. Hauptmann befördert: Emmerling,
Oberlt. im 2. Bad. Feldart.=Regt. Nr. 30. Mit dem
1. Oktober 1910 verſetzt von der Haupt=Kadettenanſtalt:
Schreiber, Oberlt., unter Verleihung des Charakters
als Hauptmann, in das 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regt.
Nr. 168. Verſetzt: Dubian, Zeug=Oberlt. beim Art.=
Depot in Neubreiſach, Verwalter des Neben=Art.=Depots
in Efringen, zum Art.=Depot in Mainz, Bail, Feſtungs=
bau
=Hauptmann bei der Fortifikation in Mainz, zur
9. Feſtungsinſp., Nicklaus, Feſtungsbau=Lt. bei der
Fortifikation in Mainz, zum Ing.=Komitee. Auf ſein
Geſuch zu den Reſ.=Offizieren des betreff. Truppenteils
übergeführt: Frhr. v. Hirſchberg, Hauptmann und
Battr.=Chef. im Altmärk. Feldart==Regt, Nr. 40, mit der
Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Großherzogl.
Artilleriekorps, 1. Großh. Feldart.=Regts. Nr. 25. Zu
Regts.=Aerzten ernannt unter Beförderung zu Ober=
ſtabsärzten
die Stabs= und Bats.=Aerzte: Dr. Rampold
des II. Bats. Leibgarde=Inf.=Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115,
bei dem 3. Lothring. Inf.=Regt. Nr. 135, Dr. Blecher,
Stabs= und Abteil.=Arzt der I. Abteil. 1. Ober=Elſäſſ.
Feldart.=Regts. Nr. 15, bei dem Leibgarde=Inf.=Regt.
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, dieſer vorläufig ohne Patent.
Zu Bats.=Aerzten ernannt unter Beförderung zu Stabs=
ärzten
die Oberärzte: Dr. Mohr beim Feldart.=Regt.
Nr. 72 Hochmeiſter, bei dem III. Bät. Inf.=Regts. Prinz
Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, Dr. Biſchoff beim
Niederſchleſ. Train=Bat. Nr. 5, bei dem II. Bat. Leib=
garde
=Inf.=Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115. Zu Aſſiſt=
Aerzten befördert die Unterärzte: Seiler beim Inf.=
Leibregt. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.), v. Holly
u. Ponientzietz beim 5. Großh. Inf.=Regt. Nr. 168;
dieſer unter Verſetzung zum Leib=Drag.=Regt. (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 24.
* Von der Bürgermeiſterei. Herr Oberbürgermeiſter
Dr. Gläſſing iſt nach Beendigung ſeines Urlaubs zu=
rückgekehrt
, mußte aber den geſtrigen Dienſtantritt wegen
Unpäßlichkeit verſchieben. Herr Beigeordneter Ekert hat
geſtern ſeine Dienſtgeſchäfte wieder aufgenommen, während
Herr Beigeordneter Baurat Jäger in den nächſten Tagen
für mehrere Wochen in Urlaub gehen wird.
Die Verordnung, die Wahlen der Großherzoglich
Heſſiſchen Mitglieder für den Bezirkseiſenbahnrat zu
Frankfurt a. M. betreffend, iſt durch die Verordnung vom
3. Auguſt d. J. inſofern geändert worden, als für die Folge
die Mitglieder und deren Erſatzmänner anſtatt für drei
Jahre auf die Dauer von fünf Jahren von den zuſtän=
digen
Korporationen gewählt werden. Dies gilt auch für
die zurzeit gewählten Mitglieder des Bezirkseiſenbahn=
rats
.
* Wahlen zum Kreistag. Aus dem Kreistag ſcheidet
mit Ende dieſes Jahres die Hälfte der Kreistagsabgeord=
neten
aus und wird durch Ergänzungswahlen er=
ſetzt
. Die ausſcheidenden Kreistagsabgeordneten ſind die
für die Wahlperiode 1905/1910 gewählten Herren: 1. Lud=
wig
Vogt, Architekt und Stadtverordneter zu Darmſtadt
(geſtorben). 2. Adolf Morneweg, Oberbürgermeiſter zu
Darmſtadt (geſtorben). 3. Ernſt Schmeel, Geh. Juſtizrat
zu Darmſtadt. 4. Karl Müller, Stadtverordneter und
Ortsgerichtsvorſteher zu Darmſtadt. 5. Adam Pons, Bür=
germeiſter
in Gräfenhauſen (geſtorben). 6. Wilhelm
Schäfer, Bürgermeiſter in Eberſtadt. 7. Georg Fritſch,
Bürgermeiſter in Ober=Ramſtadt. 8. Ludwig Lang, Bür=
germeiſter
in Pfungſtadt. Der 1. Wahlbezirk (Darmſtadt)
hat demnach 4 Abgeordnete zu wählen, der 2. (Arheilgen) 2,
der 3. (Eberſtadt) 1, der 4. (Ober=Ramſtadt) 1, der 5.
(Pfungſtadt) 1.
(*) Vom Manöver, 11. Sept. Während die am
Dienstag beginnenden Diviſionsmanöver der preußi=

Marie von Ebner=Eſchenbach.
Zum 80. Geburtstage der Dichterin. (13. September.)
Von Egon Noska.
(Nachdruck verboten.)
E. Am 13. dieſes Monats begehen Sie Ihren Ge=
urtstag
. Nicht Sie allein ſind zu beglückwünſchen,
auch wir beglückwünſchen uns, daß dieſer Feſttag, an
dem die deutſche Welt freudig teilnimmt, uns Gelegen=
heit
bietet, einer langher ſtill gehegten Bewunderung
und Verehrung für Ihren ſchöpferiſchen Geiſt, Ihre
herzdurchglühten Werke Ausdruck geben zu dürfen. Die
klaſſiſche Epo der dichteriſchen Kunſt in Oeſterreich iſt
vorüber. Die Herren, welche ſie heraufbeſchworen
haben, ſind nicht mehr, und das von jenen glorreich
emporgehaltene Banner iſt im Neigen begriffen. Sie
haben es mutigen Herzens erfaßt, damit ſichtbar werde,
daß in dem ſeit Nibelungenzeiten ſangvollen Oeſter=
reich
die Kunſt des Dichtens noch lebt. Die dem Gotte
dienen, ſind geſchätzt, ſang Hellas Dichter. Es wird
ſein Segen lange auf Ihnen ruhen und Sie kräftiger
halten, um uns mit immer neuen Strahlen Ihres
Geiſtes zu erwärmen und zur Ehre unſerer Heimat,
zur Freude der deutſchen Welt deren goldenen Lite=
raturſchatz
zu vermehren.
Mit dieſen ehrenden Worten apoſtrophiert der
Vorſtand der deutſchen Schiller=Stiftung die Dichterin,
deren achtzigſten Geburtstag die deutſche Geiſteswelt
heute freudig begeht, vor zwanzig Jahren zu ihrem
60. Geburtstage.
Marie von Ebner=Eſchenbach hat vieles geſchaffen,
aber mehr noch, ſie hat Gutes geſchaffen, und noch mehr,
ſie hat faſt nur Gutes geſchaffen. Ihre Werke ſind der
dichteriſche Ausfluß eines feinfühligen Frauengemüts,
einer Frau, die nicht nur nach den höchſten Lorbeeren
der Kunſt ſtrebte, die eine echte Dichterin war, die
nicht nur ſchrieb, weil ſie ſich gern gedruckt ſehen wollte,
nein, einer Frau, die das mit dem Herzblut ihres

Innerſten hervorbrachte, was ſie der Welt mitteilen
mußte. Und ihre Dichtungen ſind zum Teil Tendenz=
ſchriften
der edelſten Art, denn Marie von Ebner=
Eſchenbach wollte nicht nur ihre Leſer unterhalten,
wenn auch in der vornehmſten Form, wie es ein gutes
Kunſtwerk ſoll, ſondern ſie wollte durch ihre Dichtun=
gen
auch die Welt beſſern. Mit dem intenſiven Fein=
gefühl
einer Frau und dem tiefen Gemüt einer wahr=
haft
edlen Seele nahm ſie ſich in ihren dichteriſchen
Werken der Unterdrückten und Armen an, die ſie, die
Hochgeborene, in ihren Kleinleben ſo anſchaulich zu
ſchildern vermochte, wie es nur eine Dichterin vermag,
die das zweite Geſicht der wahren Poeſie beſitzt.
Marie Freifrau von Ebner=Eſchenbach, geborene
Gräfin Dubsky, wurde am 13. September 1830 auf
Schloß Zdiſlavie in Mähren geboren und genoß ihre
Erziehung teils in Zdiſlavic, wo ſie von ausgezeich=
neten
Lehrkräften unterricht wurde, teils in Wien. Im
Jahre 1848 heiratete ſie den Freiherrn von Ebner=
Eſchenbach, damals Hauptmann im Geniekorps und
Lehrer an der Kriegsſchule zu Kloſterbruck, ſpäter
Feldmarſchallleutnant.
Ihr dichteriſches Talent, das ſich ſchon ſehr früh=
zeitig
gezeigt hatte, entwickelte ſich erſt ganz in ihrer
Ehe, die kinderlos blieb, und in der ſie ſich mit Eifer
umfaſſenden, literariſchen und wiſſenſchaftlichen Ar=
beiten
widmen konnte.
In den literariſchen Kreiſen Wiens fand dann
auch das Talent der jungen Dichterin frühzeitig die
regſte Ermunterung und Anregung, insbeſondere durch
Grillparzer und Halm, die damals im Zenith ihres
Ruhmes ſtanden. Merkwürdigerweiſe wandte ſich die
junge Dichterin, die ſpäter ihre beſten und wahrhaft
vollgültige Erfolge auf dem Gebiete der Novelle ern=
tete
, der Bühne zu und Ed. Devrient und H. Laube
unterſtützten ſie hierbei, indem ſie die Erſtlinge ihrer
dramatiſchen Muſe auf die Bühne brachten, jener: in
Karlsruhe, dieſer in Wien. Ja Devrient wußte ſogar
den Dichter und feinſinnigen Dramaturgen Otto Lud=

wig ſo für das neu entdeckte Talent zu intereſſieren,
daß Ludwig über das von Devrient zur Aufführung
gebrachte Werk der Ebner=Eſchenbach Maria Stuart
in Schottland eine längere, ehrenvolle Abhandlung
ſchrieb.
Ein anderes literariſches Denkmal iſt der Dich=
terin
durch Heinrich Laube geſetzt worden, der in ſei=
nem
Werke Das Wiener Stadttheater über das von
ihm zur Aufführung gebrachte Schauſpiel Das Wald=
fräulein
die folgende Abhandlung ſchrieb: Das
Waldfräulein ſpielt in Wien ſelbſt, und zwar in der
vornehmen Welt, welche man ſonſt Ia eréme und in
höchſter Inſtanz la créme de la créme nannte. Sehr
erwünſcht! Darin liegt ja eine unmittelbare Macht
des Theaters, daß es die Vorgänge und Sitten des
Tages künſtleriſch konterfeit. Künſtleriſch, nicht ſkan=
dalös
. Letzteres iſt nicht nur als Uebertreibung wider=
wärtig
, es hat auch keine Dauer. Ein, künſtleriſches
Konterfei der Gegenwart aber hat auf der Bühne nicht
nur Reiz, es hat auch eine reinigende Kraft. Ueber=
griffe
jeglicher Art, in der Geſinnung wie im Ge=
ſchmack
, ſehen ſich beſchämt und beſſern ſich? So viel
will ich nicht ſagen; aber die Beſchämten ſind doch ge=
nötigt
, ſich in ein beſcheidenes Dunkel zurückzuziehen.
Das Waldfräulein iſt ein junges Mädchen aus vor=
nehmer
Familie, welches fern von den Eltern auf dem
Lande erzogen worden iſt von wirklich gebildeten,
guten Menſchen. Nach der Stadt berufen, um da ver=
heiratet
zu werden, paßt ſie denn mit allen ihren Em=
pfindungen
und Geſinnungen nirgends zu den Grund=
ſätzen
ihrer Creme=Familie, und richtet Konfuſionen
an, welche für dieſe Familie ein horreur ſind. Alles,
was Sport heißt, ſpielt dabei eine allerliebſte Rolle.
Die vornehme Welt, welche uns für ein bürgerliches
Theater hielt und nur ausnahmsweiſe zu uns kam,
machte dieſen Abend zu einer ſolchen Ausnahme und
fand ſich ein. Das Stück ſollte von einer Standes=
genoſſin
ſein, und deshalb wollte man es ſehen. Man
ſah und hörte, und ging mit den Worten: Das hält

[ ][  ][ ]

Nummer 214.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. September 1910.

Seite 3.

ſchen 21. Diviſion ſich um Grünberg hier trifft der
Diviſionsſtab ein bis nach der Wetterau, nach Gießen
und Ulrichſtein abſpielen, wird die heſſiſche 25. Divi=
ſion
zwiſchen Lauterbach, Fulda, Freienſteinau, Herb=
ſtein
und Stockhauſen fechten, der Diviſionsſtab kommt
ins Riedeſelſche Schloß zu Stockhauſen. Mit den
Diviſionsmanövern beginnen auch die großen Biwaks;
die Heſſen haben am 14., 15. 16. Sept. Biwaks und am
13. Sept. Ruhetag, die Preußen biwakieren am 13. und
16. und ruhen am 15. Sept. Bei Grünberg hat die
21. Diviſion eine große Feldbäckerei errichtet und in
fünf Zelten den Betrieb eröffnet. Drei in die Erde
eingegrabene Backöfen müſſen bis zum nächſten Sams=
tag
rund 20000 Laib Brot backen, um für die Bedürf=
niſſe
der Diviſion an den vier Tagen des Korps=
manövers
Sorge zu tragen. Eine Feldſchlächterei ſoll
noch nachfolgen. Das Proviantamt birgt große Mengen
von Zwieback, Büchſenfleiſch, Stroh und Futter.
Solche Proviantämter ſind ferner noch bei Nidda,
Nieder=Gemünden, Alsfeld, Lauterbach, Fulda und
Berſtadt. Eine Kriegsküche wird bei dem Bahnhof
Burg= und Nieder=Gemünden eingerichtet. Große
Kochkeſſel, Fäſſer, Waſſerbehälter, Zelte uſw. treffen
mit der Bahn ein. Drei Regimenter (80er, 87er, 88er)
werden hier am 22. Sept. abgeſpeiſt und dann in die
Bahn verladen. Andere Truppenteile werden in Als=
feld
, Mücke, Romrod verladen. Gefechte fanden
Samstag und Freitag auf den verſchiedenen Kampf=
plätzen
der Brigaden ſtatt. Die allgemeine Kriegs=
lage
war folgende: Eine blaue Armee iſt am Main
geſchlagen worden und hat ſich nach Norden zurückge=
zogen
. Mainz iſt eine blaue Feſtung und wird von
einer roten Armee eingeſchloſſen. Ein Armeekorps hat
den Auftrag, Mainz zu entſetzen. Rot rückt gegen
Norden durch die Wetterau vor. Die am weiteſten
nach Oſten, bei Gersfeld, Tann und Fulda, liegende
49. Brigade manöverierte am Freitag bei Frieſen=
hauſen
. Die 116er rückten von Gersfeld aus dem
Quartier, trafen bei Weyhers mit den 168ern zuſammen
und marſchierten dem Regiment 115, das in Tann und
dem Ulſtertal einquartiert war, über Dietershauſen
entgegen. Direkt am Dorf Frieſenhauſen wurde bis
nachts gekämpft, dann bezogen zwei Bataillone Biwak.
Samstag entwickelte ſich das Gefecht weiter nach Fulda
zu auf den Höhen bei Keulos, Dirlos, Wiſſels, Dipperz
und Wiſſelsrod. In und um Fulda liegt heute viel
Militär, Fulda ſelbſt hat etwa 6000 Mann, auch der
Brigadeſtab liegt hier. Die 115er ſind in Fulda,
Dirlos und Dipperz, die 116er in Fulda, die 168er in
Thalau, die 23er Dragoner in Pilgerzell, die 25er
Artillerie in Allmus, die Pioniere in Wieſen unterge=
bracht
. Die 50. Infanterie=Brigade hat bei Friſchborn,
Lauterbach, Herbſtein geübt, in Stockhauſen liegt der
Brigadeſtab. Die 117er liegen in Salzſchlirf und
Großen=Lüder, die 61er Artillerie in Angersbach, die
Pioniere und 24er Dragoner in Großen=Lüder. Die
11er haben ihre Quartiere in Stockhauſen und
Blankenau, die Maſchinengewehrabteilung iſt in Uff=
hauſen
.
Ein Mahnwort. Man ſchreibt uns: Es iſt
leider eine nicht wegzuleugnende Tatſache, daß viele
Frauen Schriftſtücke unterſchreiben, deren Inhalt ſie
nicht einmal kennen! Seien es Mietverträge, Kauf=
verträge
, Schuld= oder Lieferungsſcheine einerlei, ſie
unterſchreiben, einzig, weil man ſie dazu drängt. Sie
wiſſen nicht, wie ſie ſich dadurch in das größte Elend
bringen können und wie ſie oftmals ihr Familienglück
leichtſinnig gefährden. Im größten Intereſſe dieſer
allzu Vertrauensſeligen wäre es, wenn ſie ſich vor dem
Unterzeichnen von Schriftſtücken an die Rechts=
ſchutzſtelle
für Frauen wendeten. Dort werden
die Sachen ſorgfältig geprüft und die dienſttuenden
Frauen daſelbſt ſind allezeit gerne bereit, den Hilfe=
ſuchenden
Rat zu erteilen. Vieles Unheil, das bisher
durch in Unkenntnis gegebene Unterſchriften entſtand,
würde dadurch verhindert. Alſo: Hütet Euch, Ihr
Frauen, gebt nicht leichtfertig Eure Unterſchrift! Zuerſt
prüfet, dann befragt Euch, und zuletzt erſt unterſchreibt!
Die Sprechſtunden des Vereins Rechtsſchutzſtelle für
Frauen und Mädchen finden Montags und Donners=
tags
von 45 Uhr im alten Theater (Hochſchulſtr.) ſtatt.
C. Der Katholiſche Frauenbund und der Volksverein
für das katholiſche Deutſchland veranſtalteten am Sonntag
im Konkordiaſaale einen Eltern=Abend. Nach einer Be=
grüßungsanſprache
des Herrn Dr. Kocks verbreitete ſich
Herr Lehrer L. Schmitt über die Lektüre in den katholiſchen
Familien. Er bezeichnete die Lektüre als eine Großmacht,
ſchilderte die Verheerungen der Schmutzliteratur, erklärte
aber gewiſſe moderne Zeitſchriften trotz der feinen Form
für mindeſtens ebenſo gefährlich. Demgegenüber empfahl
er die verſchiedenen Zeitſchriften katholiſcher Richtung,
deren Eigentümlichkeiten er im einzelnen durchging. Herr
Betriebsinſpektor Schmidt wies auf die neuerrichtete Kol=

portage des Volksvereins hin. Der übrige Teil des
Abends wurde durch virtuoſe Klaviervorträge des Herrn
Muſikdirektors Klaſſert, ſehr tüchtige Geſangsleiſtungen
von Fräulein L. Sturmfels und eine meiſterhafte Rezi=
tation
des Herrn Oberlehrers Müller=Langen in glücklicher
Weiſe ausgefüllt.
Städtiſche Sparkaſſe. Im Anſchluß an die vor eini=
gen
Tagen gebrachten Mitteilungen aus dem Jahres=
bericht
der ſtädtiſchen Sparkaſſe für 1909
ſei auch noch hervorgehoben, daß im Jahre 1909 die Ein=
lagen
bei der ſtädtiſchen Sparkaſſe den Betrag von 30 Mil=
lionen
Mark erreicht bezw. überſchritten haben. Ende 1908
betrug das Einlagekapital 29317637 Mark, Ende 1909
aber 32010 475 Mark. Am Schluß des Eröffnungsjahres
1837 war der Beſtand an Einlagen 190521 Mark, die erſte
Million Mark wurde 13 Jahre ſpäter, im Jahre 1850, er=
reicht
. Von da ab waren 42 Jahre nötig, um 10 Millionen
zu erzielen, im Jahre 1892. 20 Millionen Mark ergaben
ſich im Jahre 1901.
Preiserhöhung für Tiſchlerarbeiten. Man
ſchreibt uns: Trotz der mehrjährigen Geſchäftskriſis, an
welcher das Holzgewerbe in erſter Linie beteiligt war,
haben die Rohſtoffe dieſes Berufes eine fortgeſetzte
Steigerung erfahren. Die Urſache dieſer abnormen
Preisbildung iſt ſowohl in dem ſtarken Verbrauch der
Holzarten wie auch in der Geſchmacksrichtung unſerer
Zeit zu ſuchen, denn während in früheren Jahrzehnten
die billigen, geſtrichenen oder mit ausländiſchen Furnieren
verſehenen Möbel en masse hergeſtellt wurden, fabriziert
man heute modern eichene Möbel und glaſierte Bau=
tiſchlerarbeiten
, zu denen nur gänzlich aſtfreies Material
verwandt werden kann. Aber auch alle übrigen Bedarfs=
artikel
der Tiſchlerei, ſind zum Teil bis 75 Proz. teurer
geworden; preisbeſtimmend für dieſe Artikel ſind zum
Teil Börſe, die Spiritus=Zentrale ſowie die Syndikate
für Glas, Farbwerke uſw. Ganz beſonders fühlbar ſind
auch die in dieſem Frühjahr den Arbeitern gemachten
Zugeſtändniſſe an Löhnen, Arbeitszeitverkürzungen,
Montagezuſchlägen u. a. geworden. Es wird deshalb
die gewiß nicht unberechtigte Bitte ausgeſprochen, daß
namentlich unſere ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden
einſichtig genug ſein mögen, etwas höhere Preiſe für
Tiſchlerarbeiten zu gewähren und nicht immer den Billigſt=
fordernden
zu bevorzugen, Die Herren Architekten
und Möbelhändler ſowie die verehrlichen Privatkunden
aber wollen bedenken, daß die Mehrzahl der Tiſchler=
meiſter
und Möbelfabrikanten ſeit Jahren zu ſo niedrigen
Preiſen arbeiten mußten, daß von einem Verdienſt ſchon
längſt nicht mehr geſprochen werden kann und ein
Aufſchlag von 7½ Proz. als ganz minimal bezeichnet
werden muß.
m. Vom neuen Bahnhof. Die Arbeiten der neuen
Odenwaldſtrecke am Hohlen Weg ruhen zurzeit. Brücke,
Bahndamm und Abzugsgräben ſind fertig und warten
auf das Legen des Doppelgeleiſes. Lebhafter geht es
an der Station Darmſtadt=Nord an der Arheilger
Brücke zu. An der Brücke wird auf der Oſtſeite eben
das Stationsgebäude aufgeführt. Der Eingang kommt
auf den Brückenkopf zu liegen. Die Grundmauern
werden aus Beton ausgeführt. Die Einſteigerampen
ſind ebenfalls ſchon hergeſtellt. Die Ausſchachtungen
der neuen Strecke nach Aſchaffenburg ſind beendet. Die
Dammanſchüttungen ſind bis an den Walddiſtrikt
Täubches=Höhle vorgeſchritten und ſehen ihrer bal=
digen
Vollendung entgegen. Auf dem Terrain der
Ausladeſtellen des Güterbahnhofs ſind ſchon ſechs Ge=
leiſe
hergeſtellt, und neben dem Waſſerturm an der
Dornheimer Brücke iſt eine Güterhalle erbaut worden.
Die eiſerne Dachkonſtruktion iſt fertig, und in den
nächſten Tagen erfolgt die Bedachung der Halle. Die
Zahl der Geleiſe mehrt ſich. Das Hauptſtationsgebäude
kommt eben aus den Grundmauern hervor. Auf den
bereits hergeſtellten Geleiſen wird Baumaterial bis
an die Bauſtelle per Eiſenbahnwagen gebracht. Das
Stellwerkshäuschen an der Griesheimer Brücke iſt in
ſeinem Aeußeren fertig. Die Böſchungen ſüdlich der
Brücke ſind endgültig hergeſtellt und bepflanzt worden.
Gegenüber dem Stationsgebäude iſt man mit dem Er=
richten
von Betonmauern beſchäftigt. Dieſe begrenzen
die Bahnſteige, die ſo hoch hergeſtellt werden, daß man
direkt, alſo ohne Wagentritte, in die Eiſenbahnwagen
treten kann. Um nun das Ueberqueren der tiefliegen=
den
Geleiſe den Bahnangeſtellten zu erleichtern, ſind
in kurzen Abſtänden kleine Betontreppchen in den
Mauern angebracht. Die Auf= und Anfahrtswege gn
der Griesheimer Brücke ſind fertiggeſtellt worden.
Stenographiſches Wettſchueiben. Bei dem am
Sonntag in Bensheim anläßlich des 25jährigen Be=
ſtehens
des dortigen Stenographen=Vereins Gabels=
berger
abgehaltenen Wettſchreiben beteiligten ſich von
der Stenographen=Vereinigung Gabels=
berger‟
=Darmſtadt 10 Mitglieder. Alle 10 wur=

den preisgekrönt, und zwar erhielten ſie 3 Ehren=,6
erſte Preiſe und 1 zweiten Preis.
m. Die Kanaliſierung des Hohlen Wegs iſt in
Angriff genommen worden. Der neue Weg über die
Brücke iſt geſperrt, weil der Kanal unter dem Geleiſe der
Odenwaldbrücke durchgebaut wird.
X Schlachtungen. Nach dem Monatsberichte des
Fleiſchbeſchauamts ſind während des Monats Auguſt
im hieſigen Schlachthaus geſchlachtet worden: 181
Ochſen, 8 Bullen, 288 Kühe, 6 Jungrinder, 1089 Kälber,
2457 Schweine, 228 Schafe, 1 Ziege und 13 Pferde.
Beanſtandet wurden: 88 Ochſen, 2 Bullen, 176 Kühe,
3 Jungrinder, 5 Kälber, 630 Schweine, 21 Schafe und
5 Pferde. Minderwertig wurde erklärt das Fleiſch
von: 2¾ Ochſen, 1 Bullen, 6 Kühen und 9¾ Schweinen.
Bedingt tauglich war das Fleiſch von: ¾ Ochſen,
3¾ Kühen und ¾ Schweinen. Untauglich waren:
1 Kuh, 1493 Organe, 205 kg Fett und 100½ kg Fleiſch
von 930 Tieren. Auf Trichinen unterſucht wurden:
2457 im Schlachthaus geſchlachtete Schweine, ſowie 4913 kg
für hieſige Metzger eingeführtes friſches Fleiſch von 229
Schweinen. Der Nachunterſuchung wurden unter=
zogen
: 431 Sendungen eingeführtes Fleiſch, enthaltend:
20026 kg Rindfleiſch, 5164 kg Schweinefleiſch, 410 kg
Kalbfleiſch 369 kg Hammelfleiſch und 17 kg Ziegenfleiſch.

Eberſtadt, 12. Sept. Heute früh wurden durch Feuer
die Hofreiten der Landwirte Ad. Knies, ſowie der Georg
Hoffmann beinahe in Aſche gelegt. Das Wohnhaus des
Hoffmann, ſowie das Nachbargebäude der Brauerei Hilß
konnten durch die Anſtrengungen der Feuerwehr gerettet
werden. Einer der Bewohner war nicht verſichert. Ueber
die Entſtehung des Brandes konnte bisher nichts ermittelt
werden.
Offenbach, 12. Sept. Der hier wohnhafte, aus
Laasphe ſtammende 28jährige Kaufmann Friedrich Wil=
helm
Wilke hatte auf eine hieſige Firma zwei Wech=
ſel
im Betrage von je 300 Mark gefälſcht und in
den Verkehr gebracht. In Gießen wurde der Wechſel=
fälſcher
auf Veranlaſſung der hieſigen Kriminalpolizei
verhaftet und dem Gericht zugeführt.
* Bensheim, 12. Sept. Beim 25jährigen Stiftungs=
feſt
des Stenographenvereins Gabelsberger= Bens=
heim
beteiligten ſich geſtern neun Mitglieder des
Darmſtädter Gabelsberger Stenographenvereins (gegr.
1861) mit Damenverein. Bei dem Preisſchreiben (200
Teilnehmer) errangen ſämtliche neun Damen und
Herren Preiſe, und zwar 2 Ehrenpreiſe, 3 erſte und
4 zweite Preiſe. Den Ehrenpreis der Abteilung 300
Silben die höchſte Leiſtung des ganzen Wettſchrei=
bens
errang Herr Diplom=Ingenieur Ernſt
Albrecht.
Mainz, 12. Sept. Ein Mann, der mit einem Nachen
auf dem Rhein bei Budenheim fuhr, wollte das Boot an
einen Schleppdampfer anhängen. Der Nachen geriet in den
hohen Wellenſchlag, kippte um und der Mann verſchwand in
den Fluten. Der Mannſchaft des Schleppers gelang die
Rettung. Der Nachen wurde von Bedienſteten der Bu=
denheimer
Badeanſtalt aufgefiſcht. Geſtern ſtellte ſich her=
aus
, daß der Nachen im Mainzer Winterhafen geſtohlen
worden iſt. Die Mainzer Kriminalpolizei iſt auf der
Spur des Diebes. In einem Café, das ſchon längſt
in dem Verdacht ſteht, daß dort haſardiert wird, dar=
unter
von Leuten, deren Familien durch dies Spiel Not
leiden, hat die Polizei die Spieler überraſcht und neun
von ihnen zur Anzeige gebracht.
Mainz, 12. Sept. Unter dem Pferdebeſtand
des Magdeb. Drag.=Regts. Nr. 6 iſt im Manöverge=
lände
die Bruſtſeuche ausgebrochen. Trotz aller
Vorſicht konnte ein weiteres Umſichgreifen der ſehr
anſteckenden Krankheit nicht verhütet werden. Um
nicht noch weitere Regimenter zu verſeuchen, wurden
die erkrankten Tiere zunächſt iſoliert und dann hier=
her
gebracht. Auf dieſe Weiſe mußte die 1. Eskadron
des Regiments zur Hälfte, die 2. Eskadron ganz vom
Manöver zurückgezogen werden.
Heidesheim, 12. Sept. Zum vierten Male in
dieſem Jahre ſind in unſerer Gemarkung ſeit Samstag
die zwiſchen dem Sommerdamm und dem Rheine ge=
legenen
fiskaliſchen Wieſen überſchwemmt. Die
Pächter verlieren nun auch die Grummeternte, denn
das bereits abgemähte Gras liegt vollſtändig im
Waſſer.
C) Lehrbach (Kreis Alsfeld), 12. Sept. In der ver=
gangenen
Woche faßte der hieſige Ortsvorſtand in
Gegenwart von Vertretern der Großh. Kulturinſpek=
tion
Gießen und des Großh. Kreisamts Alsfeld den
Beſchluß, eine Gemeindewaſſerleitung zu
erbauen, um der Waſſerkalamität endgültig abzuhelfen.
Das Waſſer wird von dem zurzeit im Bau begriffenen
Waſſerwerk der Stadt Kixtorf bezogen und durch eine
über drei Kilometer lange Rohrleitung unſerem Orte

ſich nicht! Es hielt ſich aber, wenn auch nicht mit
der Kraft eines Zugſtückes, es hielt ſich durch das
pikante, geiſtreich gefärbte Thema und durch den talent=
voll
geführten Dialog. Es gibt eine Art Dialog,
welche man Wiener Dialog nennt Bauernfeld iſt
deſſen Pflegevater und welcher eine ſpezifiſche Form
iſt, wie der Pariſer Dialog. Der Pariſer geht immer
auf geiſtvolle Pointen, der Wiener mehr auf behagliche
Witzeswendungen. Die große geſellige Stadt gebiert
ihn dort wie hier, und die verſchiedene Landesart
bringt den Unterſchied mit ſich. Die leicht gefällige
Form dieſes Wiener Dialogs und ſeine anregende Ge=
wandtheit
iſt für die Bühne von Wert, und die deut=
ſchen
Luſtſpieldichter können Gewinn aus dem Stu=
dium
derſelben ſchöpfen. Auch bei den wirkſamſten
Luſtſpielen von Benedix habe ich oft in Wien die Be=
merkung
gehört: Wie ſchade, daß der Dialog haus=
backen
und reizlos iſt!
Dieſe Aufführung fand im Jahre 1873 ſtatt; die
Dichterin war damals, trotzdem im Wiener Burg=
theater
ſchon ein Einakter, Doktor Ritter von ihr
aufgeführt worden war, noch ziemlich unbekannt, ſo=
daß
Laube in ſeinem 1875 erſchienenen Werke die
Worte anfügen konnte: Der Autorname Eſchenbach
verbirgt in der Tat eine Dame aus der ariſtokratiſchen
Welt, welche mit Talent und Geſchmack für die Bühne
ſchreibt.
Von einem 1874 von Laube am Wiener Stadt=
theater
aufgeführten Einakter der Dichterin Untröſt=
lich
ſchreibt er, daß es günſtig angeſprochen habe,
aber einige vorlaute Tageskritiken entwerteten es.
Unſere Tageskritik iſt auch im allgemeinen nicht
ganz frei von dem Fehler, den Wert kleiner Kompo=
ſitionen
zu unterſchätzen.
Die Kritik war dann auch ſchließlich däran ſchuld,
daß ſich die Dichterin von der Bühne gänzlich ab=
wandte
und ſich der erzählenden Dichtform zuwandte,
zu ihrem und zum Heile der Literatur. Als Novelli=
ſtin
reiht ſich Marie von Ebner=Eſchenbach in die kleine
Zahl derjenigen Dichter ein, die auf dem Gebiete der

Novelle in einer Zeit Meiſterhaftes ſchufen und die
deutſche Leſewelt dieſer Dichtungsgattung wieder ge=
wannen
, in der die Literatur faſt vollkommen von der
Bühne und vom Roman beherrſcht wurde. Wie konnte
auch eine Zeit, die vor allem der Stimmung entbehrte,
in der ein großer, weltgeſchichtlich dramatiſcher Vor=
gang
ſich abſpielte, Dichtungsformen geneigt ſein, in
denen vor allem die Stimmung zur Geltung kommen
mußte, der Lyrik und dem lyriſchen Proſa=Epos, der
Novelle.
Ihre erſten erzählenden Dichtungen fanden in=
deſſen
noch wenig Beachtung, Die Prinzeſſin von
Bagdad ein ſatiriſches Märchen, und Erzählungen
Mehr Beifall fand ſie bereits mit Bozena einer No=
velle
, in der ſie den Leſer in ihre mähriſche Heimat
führt, und als ſie dann mit heiteren Sittenbildern aus
der öſterreichiſchen Ariſtokratie Zwei Komteſſen auf=
trat
, einem Buch, das geradezu Aufſehen erregte, war
ſie mit einem Schlage ein berühmte Dichterin.
Und wie ſo oft es im Leben der Poeten geſchah,
daß der Erfolg die poetiſche Kraft erſt hervorruft, oft
aber auch zur höchſten Entwickelung ſteigert, ſo war
dies auch bei Marie von Ebner=Eſchenbach der Fall.
Bisher meiſt von der Kritik in ihrem Wirken herab=
geſtimmt
, fand die endlich anerkannte Dichterin die
Kraft zu poeſiereichen Novellen, die ſie nun in raſcher
Folge erſcheinen ließ, und die nicht bloß porträttreue
Bilder des öſterreichiſchen Adels und ſeiner Umgeb=
ung
in Stadt, Schloß und Dorf enthalten, ſondern auch,
wie oben bereits erwähnt, von einer hohen, ethiſchen
Geſinnung getragen und dabei glänzend in der geiſt=
ſprühenden
Darſtellung und feſſelnd durch die Anmut
des Humors ſind.
Von dieſen zahlreichen Erzählungen und Novellen,
welche Marie von Ebner=Eſchenbach veröffentlichte,
können als wahre Meiſterſtücke erzählender Kunſt
Die Freiherrn von Gemperlein, Lotti, die Uhr=
macherin
und Das Gemeindekind beſonders her=
vorgehoben
werden. Daneben aber erſchienen: Nach
dem Tode‟, Dorf= und Schloßgeſchichten, Marga=

rete‟, Drei Novellen, Unſühnbar und anderes
mehr.
Außer dieſen Novellen veröffentlichte ſie noch
Aphorismen in denen eine Fülle von Lebensweis=
heit
in anſpruchsvoller Form aufgeſpeichert iſt, fer=
ner
Parabeln, Märchen und Gedichte, auch einen
Eſſay über die Dichterin Luiſe von Frangois, mit der
ſie durch innige Freundſchaft verbunden war. Auch
auf das dramatiſche Gebiet wagte ſich die Dichterin
noch einmal in ſpäteren Jahren zurück mit dem Ein=
akter
Ewige Liebe der, wenn er auch überall zur
Aufführung gelangte, doch der Dichterin Beruf für die
Bühne gleichwohl nicht darzutun vermochte.
Marie von Ebner=Eſchenbach iſt verhältnismäßig
ſpät zu Anerkennung und Ruhm gelangt. Heute gilt
ſie aber entſchieden als die größte deutſche Dichterin,
und als ſolche wird ſie von Alten wie Jungen aner=
kannt
, weil ſie von den Alten die äſthetiſch abgeklärte
Form lieh, von den Jungen aber den Wagemut, in die
tiefſten Tiefen des menſchlichen Elends mit der Fackel
der Poeſie hineinzuleuchten. Ganz beſonders beliebt
machte ſich die Dichterin aber dadurch und ein ganz be=
ſonderes
Lob gebührt ihr dafür, daß ſie mit bewun=
dernswertem
Freimut in ihren Dichtungen eine ſcharfe
Kritik an denjenigen Kreiſen übte, denen ſie ſelbſt an=
gehörte
, an den öſterreichiſchen Adelskreiſen. Wie ſie
in den Schilderungen dieſer Kreiſe offen mancherlei
Schattenſeiten in grelle Beleuchtung ſetzte, ſo ſcheute ſie
ſich auch nicht, in ihren Dichtungen zu Zuſtänden und
Streitfragen ihrer Zeit Stellung zu nehmen, und
zwar in einer Weiſe, die ſie als edelmütige Freidenke=
rin
im beſten Sinne des Wortes kennzeichnete, und
das Ideal der Menſchenliebe, ohne Rückſicht auf Na=
tion
und Konfeſſion, zu predigen.
Dafür aber gebührt der Dichterin ein beſonderer
Dank. Marie von Ebner=Eſchenbach iſt nicht nur eine
große Dichterin, die Werke geſchaffen, welche ſicher auf
die Nachwelt kommen, ſie iſt auch eine tapfere, große
Frau, ein Charakter.

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Nummer 214.

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. September 1910.

zugeführt. Der Hochbehälter wird 70 Kubikmeter
Waſſer aufſpeichern können; er liegt ſo hoch, daß ſämt=
liche
Hofreiten unter Feuerſchutz ſtehen werden. Die
Koſten der geſamten Waſſerleitung werden etwa 35000
Mark betragen. Die Arbeiten ſollen ſofort in Angriff
genommen werden, damit die Einwohnerſchaft noch im
Laufe des Winters in den Genuß der neuen Anlage
kommt.

Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 11. Sept. Der Bürger=
meiſter
von Tokio, Oſaki, iſt heute früh in Berlin
eingetroffen und hat im Hotel Adlon Quartier ge=
nommen
. Am Sonntag ſprang am frühen Morgen
in Charlottenburg eine 40jährige Frau mit ihrem
jüngſten, 1½jährigen Kinde in die Spree. Den
beiden älteren Kindern im Alter von 4 und 6 Jahren
hatte ſie eingeſchärft, ſie ſollten ſofort nachſpringen,
ſobald ſie ſähen, daß die Mutter ins Waſſer gegangen
ſei. Die beiden Kinder kamen dem Geheiß der Mutter
nicht nach, ſondern fingen an laut zu ſchreien, dadurch
wurden Schiffer auf den Vorgang aufmerkſam, mach=
ten
ſchnell Boote los und es gelang ihnen, Mutter, und
Kind noch lebend aus dem Waſſer zu ziehen. Nach den
Angaben, die die Frau im Krankenhauſe machte, hatte
ihr Mann ſelten Arbeit, ſie ſelbſt mußte durch Zeitung=
austragen
für den Unterhalt der Familie mit ſorgen.
Da ihr der Mann das Geld, das ſie zur Rückerſtattung
einer Schuld brauchte, nicht geben konnte, entſchloß ſie
ſich zu dem verzweiflungsvollen Schritt. In der
Reinickendorfer Straße feuerte geſtern int ſpäter
Abendſtunde ein 54jähriger Schuhmacher im Verlaufe
eines Streites auf ſeine Frau, von der er ſeit
langer Zeit getrennt lebt, zwei Schüſſe ab. Die Frau
wurde ſchwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Den
Mann verprügelten die Nachbarn dermaßen, daß er
nach der Charité überführt werden mußte.
Königſtein (Taunus), 12. Sept. In der Mittags=
ſtunde
wurde heute für den letzten Herzog von Naſſau,
den Großherzog Adolf von Luxem=
burg
, ein Denkmal enthüllt, das von der Bild=
gießerei
=Aktiengeſellſchaft vormals Gladenbeck in
Friedrichshagen in Bronzeguß nach einem Entwurf von
Profeſſor Eberlein ausgeführt worden iſt. Anweſend
waren die Großherzogin=Mutter von Luxemburg mit
ihrer Tochter, der Frau Großherzogin Hilda von Baden,
die Erbgroßherzogin Marie Adelheid von Luxemburg
mit ihren fünf Schweſtern, der Hofſtaat der Herrſchaf=
ten
, die Spitzen der Behörden und viele Privatper=
ſonen
. Bürgermeiſter Jacobs erwähnte in ſeiner
Weiherede, daß Königſtein der einzige Ort im ehe=
maligen
Herzogtum Naſſau ſei, den Großherzog Adolf
nach den Ereigniſſen des Jahres 1866 noch beſucht habe.
(*) Simmersbach bei Biedenkopf, 11. Sept. Die
feierliche Einweihung des Denkſteins zur
Erinnerung an den Landgrafen Philipp den
Großmütigen fand heute an der Landgrafenbuche
ſtatt. Es war am 11. September 1552, als Landgraf
Philipp, der aus der Gefangenſchaft zu Löwen in den
Niederlanden zurückkehrte, bei Simmersbach zum erſten
Male wieder den Boden ſeines Heſſenlandes betrat.
Zur Erinnerung an dieſen denkwürdigen= Tag wurde
vor langen Jahren die Landgrafenbuche gepflanzt.
Freunde der heſſiſchen Geſchichte in Kaſſel, Biedenkopf
und hier beſchloſſen nun, einen Denkſtein bei der Buche
zu errichten. Heute konnte dieſes Zeichen alter Heſſen=
treue
ſeine Weihe finden. Zahlreiche Vertreter aus
den verſchiedenſten Gegenden Heſſens hatten ſich dazu
eingefunden.
München, 12. Sept. Dem bekannten Frankfur=
ter
Hofjuwelier Koch wurden in einem hieſigen
Hotel Juwelen im Verkaufswerte von über 140000
Mark herausgeſchwindelt. Die Betrüger
nannten ſich Don Ciriolo Joſé de Elorduy, Gutsbeſitzer
aus Mexiko, und Kunſtexperte Becker aus Chicago. Der
letztere iſt vermutlich identiſch mit Emil Becker, Edel=
ſteinhändler
, Kellner, Privatier, amerikaniſcher Staats=
bürger
aus San Francisco, geboren 1864 in Pforzheim.
Die Betrüger gaben als Zahlung einen Scheck, zahlbar
bei der Deutſchen Bank in Wiesbaden, welcher ſich als
gefälſcht erwies.
Breslau, 12. Sept. Als ein Bauernwagen
auf dem ſich mehrere Bauernfrauen befanden, an der
ſchleſiſch=galiziſchen Grenze in der Nähe von Sucha das
Bahngleis paſſierte, brauſte der von Krakau kommende
Schnellzug heran. Der Wagen wurde von der
Lokomotive erfäßt. Die Frauen wurden teils aus dem
Wagen geſchleudert und verletzt, teils von der Maſchine
zermalmt. Die Pferde wurden in Stücke geriſſen.
Breslau, 12. Sept. An der ſchleſiſch=ruſſiſchen
Grenze überfiel eine etwa 50 Köpfe ſtarke Zigeuner=
bande
zwei Güter und zwei Gaſthöfe. Im Kampfe
zwiſchen den Ueberfallenen und den Räubern blieben
ſechs Perſonen auf dem Platze. Zur Fortſchaffung der
Beute brauchte die Bande drei Wagen. Polizei und
Militär nahm die Verfolgung auf. Ueber den Erfolg
iſt noch nichts bekannt.

Vom großen St. Bernhard, 10. Sept. Barry, das
ſchöne, ſanfte Tier, das alle Beſucher des großen St.
Bernhard bewunderten, hat bei Erfüllung ſeiner Auf=
gabe
, verirrte Wanderer aufzuſuchen, ſeinen Tod ge=
funden
. Er hatte ſich mit einem Pater auf den Weg
gemacht, um zweien von einem Sturm überraſchten
Touriſten Hilfe zu bringen. Der Orkan ging fürchter=
lich
und ein dichter Nebel bedeckte den Gebirgspaß,
dazu war es ſchwarze Nacht. Barry wich vom Wege
ab. Der Pater pfiff und rief ihn. Barry kam nicht.
Der Pater, der ſeinen treuen Gefährten kannte, machte
ſich nichts weiter daraus. Oft kam es vor, daß Barry
vom Wege abging und ſo die Mönche des Hoſpizes auf
die Spur Verunglückter führte. Bisweilen blieb er,
doch nie ohne beſtimmten Grund, ſtundenlang aus.
Der Mönch ſetzte ſeinen Weg fort, begegnete den vom
Orkan bedrohten Touriſten und befand ſich zwei Stun=
den
ſpäter wieder im Hoſpiz. Barry war nicht da. Am
folgenden Tag fand der Pater das Tier tot am Fuße
einer tiefen Schlucht. Vermutlich hatte ein vom Berg
ſich loslöſender Stein das gute Tier erſchlagen. Durch
den Tod Barrys hat das Hoſpiz den ſchönſten und beſten
ſeiner Bernhardiner Hunde verloren, und dieſer Ver=
luſt
iſt namentlich wegen des hereinbrechenden Winters
empfindlich.
Brüſſel, 12. Sept. Ein Kurioſum, das gegen=
wärtig
viel beſprochen wird, iſt die Tatſache, daß die
beim hieſigen Handelsgericht gegen die Ausſtellungs=
geſellſchaft
angeſtrengten Schadenerſatzprozeſſe dadurch
eine Verzögerung erleiden, daß ſämtliche Mitglieder
dieſes Gerichtshofes Aktionäre der Ausſtellungsgeſell=
ſchaft
ſind und daher, da ſie ſomit Partei ſind, in dieſen
Prozeſſen nicht zu Gericht ſitzen können. Es muß erſt
eine andere Beſetzung des Gerichtshofes vorgenommen
werden.
London, 12. Sept. Geſtern brach in der frühen
Morgenſtunde in dem großen Tuchwarenladen von
Wallach=Hughes Feuer aus. In den oberen Stock=
werken
ſchliefen fünf Verkäuferinnen. Dieſe
drängten ſich, von den Flammen aufgeſchreckt, an die
Fenſter und ſchrien verzweifelt um Hilfe, da ihnen der
Ausweg abgeſchnitten war. Mehrere handfeſte Männer
ſpannten ein leinenes Tuch aus. Zwei Mädchen ſpran=
gen
herab. Das eine verfehlte das Tuch und blieb mit
zerſchmetterten Gliedern tot liegen; das zweite
wurde aufgefangen, erlitt aber leichte Verletzungen.
Batum, 11. Sept. Heute nacht kenterte eine Feluke
mit 41 Schmugglern, von denen 23 ertranken.
Pultawa, 11. Sept. Auf einem im Bezirk Pirjatin
gelegenen Gute wurden durch die Exploſion einer
Lokomobile vier Perſonen getötet und vier
verſtümmelt, ſechs erlitten leichte Verletzungen.

Kongreſſe und Verbandstage.
Hauptverſammlung des Alldeutſchen
Verbandes.
Karlsruhe, 11. Sept. Unter dem Vorſitze
des Rechtsanwalts Dr. Claß=Mainz fand am Sams=
tag
und Sonntag hierſelbſt die diesjährige Haupt=
verſammlung
des Alldeutſchen Verban=
des
ſtatt, die aus allen Teilen des Reiches zahlreich
von Gäſten und Delegierten beſucht war. Von be=
kannteren
Perſönlichkeiten bemerkte man u. a. den
früheren Gouverneur von Oſtafrika, Reichstagsabge=
ordneten
Generalleutnant von Liebert, den Vorſitzen=
den
des Evangeliſchen Bundes, Freiherrn von Stoeſſel=
Potsdam, Graf Reventlow, General Keim, Dr. Hopf=
Dresden, Senator Neumann=Lübeck, Rechtsanwalt Dr.
Putz=München, Reeder Itzenplitz=Mülheim a. d. Ruhr,
Dr. Petzold=Plauen und Profeſſor Saamaſſa=Berlin.
Die Tagung begann mit einem bemerkenswerten
Zwiſchenfall. Aus Bordeaux war eine Nummer
der dort erſcheinenden La France eingegangen, die
in einem Leitartikel die Abſicht des Alldeutſchen Ver=
bandstages
, am Montag nachmittag einen Ausflug auf
das Schlachtfeld von Weißenburg zu unternehmen, als
eine Provokation bezeichnet und davon ſpricht, daß
die dort abzuhaltende Feierlichkeit eine Demonſtration
gegen die Feier des Vorjahres bei der Errichtung des
franzöſiſchen Kriegerdenkmals in Weißenburg ſein
ſolke. Der Artikel meint zum Schluß, die Alldeutſchen
ſollten den Weißenburger Sieg lieber bei Bier und
Würſten feiern, als auf den Gräbern der franzöſiſchen
Helden. Unter dem Beifall der Verſammlung for=
derte
Reichstagsabgeordneter v. Liebert die geſamte
Karlsruher Bürgerſchaft auf, dieſe franzöſiſche Provo=
kation
mit einem Maſſenausflug nach Weißenburg zu
beantworten, wo das Verbandsmitglied Generalleut=
nant
von Wrochen=Berlin eine Anſprache halten
wird.
In Erledigung der geſchäftlichen Angelegen=
heiten
des Verbandstages referierte an erſter Stelle
Direktor Lutz=Korodi=Friedenau über die Lage
des Deutſchtums in Ungarn nach den letzten
Reichstagswahlen. Er teilte mit, daß die Siebenbürger
Sachſen bei dieſen Wahlen ihren bisherigen Beſitzſtand
mit 13 Mandaten behauptet haben und daß durch die

Teilnahme der Schwaben im Banat eine Aufwärts=
bewegung
des Deutſchtums in Ungarn ſich bemerkbar
machte, die zu den beſten Hoffnungen berechtigt. Auch
die akademiſche Jugend der Siebenbürger Sachſen und
der Banater Schwaben habe in neueſter Zeit Fühlung
mit einander gefunden, wodurch dem Deutſchtum in
Ungarn neue Kräfte zugeführt werden. Ueber völ=
kiſche
Gefahren der Reichsverſicherungs=
ordnung
ſprach Rechtsanwalt Dr. Stade=Dresden.
Er empfahl die Annahme folgender Reſolution:
Der Alldeutſche Verband weiſt auf die ungeheure
Vermehrung der ausländiſchen Arbeiter fremden
Stammes zumal Polen und Tſchechen hin und
bedauert, daß der Entwurf der Reichsverſicherungs=
ordnung
dieſe beklagenswerte Tatſache unberückſich=
tigt
läßt. Er erachtet es für unbedingt geboten, daß
dieſe Ausländer nicht deutſchen Stammes, die oft ge=
nug
zum Schaden der deutſchen Arbeiter im Deutſchen
Reich ihr Brot erwerben, durch die neue Reichsver=
ſicherungsordnung
nicht in einem ſolchen Maße begün=
ſtigt
werden, wie es der vorliegende Entwurf leider
vorſieht, daß ihnen vielmehr aus den Verſicherungen
nur das unerläßlich Notwendigſte gewährt werde und
daß die Vorteile des Geſetzes einer dauernden Feſt=
ſetzung
von Ausländern nicht deutſchen Stammes im
Reiche nicht Vorſchub leiſten. Nach längerer Debatte
wurde die Reſolution einſtimmig angenommen und
ferner ein Antrag des Dr. Hänſch=Leipzig: Die Haupt=
leitung
wolle Schritte tun, daß in die Reichsverſicher=
ungsordnung
eine Beſtimmung aufgenommen werde,
wonach bei Krankenkaſſen nur Aerzte deutſcher Volks=
angehörigkeit
zur Behandlung der Kranken zugelaſſen
werden dürfen.
Deutſche Forderungen in der Polen=
politik
begründete Profeſſor Samaſſa= Halen=
ſee
unter Vorlegung folgender Reſolution: Der All=
deutſche
Verband bedauert den Rückgang der Anſiedel=
ungstätigkeit
in Poſen und Weſtpreußen, der in die=
ſem
Jahre ſtattfand und zweifellos mit der Scheu der
Regierung, vom Enteignungsgeſetz Gebrauch zu
machen, zuſammenhängt. Der Verband bedauert dies
um ſo mehr, als bei dem Mangel einer ſachlichen Er=
klärung
der Anſchein erweckt wird, daß ſich die preu=
ßiſche
Regierung von unangebrachten Rückſichten auf
das Ausland beſtimmen läßt. Der Verband ſpricht
die Erwartung aus, daß mit der Anſiedelung deutſcher
Bauern in den Oſtmarken mindeſtens im gleichen
Maße wie im Jahre 1907 unter baldiger Anwendung
des Enteigungsgeſetzes fortgefahren wird. Da ferner
das Anſiedelungsgeſetz von 1904 nach dem Eingeſtänd=
nis
der Regierung die erhoffte Wirkung nicht gehabt
hat, erſcheint es nötig, daß die preußiſche Regierung
in nächſter Zeit ein Geſetz einbringt, durch das die
Zerſtückelung von Grundbeſitz in den Anſiedelungs=
provinzen
von einer behördlichen Genehmigung ab=
hängig
gemacht wird. Der folgende Punkt der
Tagesordnung betraf den Ausbau der deut=
ſchen
Wehrmacht zu Lande‟. Hierüber refe=
rierte
General Keim unter Vorlegung folgender Re=
ſolution
: Der Alldeutſche Verband hält es für natio=
nale
Pflicht, angeſichts der wachſenden militäriſchen
Anſtrengungen ſeiner Nebenmächte darauf hinzuwei=
ſen
, daß das Deutſche Reich nicht mehr die lückenloſe
Rüſtung beſitzt, die nötig erſcheint, um die Sicherheit
des Reiches zu verbürgen. Der Alldeutſche Verband
ſtellt dabei feſt, daß, entgegen dem Geiſte der Reichs=
verfaſſung
, gegenwärtig von einer wirklichen Durch=
führung
der allgemeinen Wehrpflicht nicht mehr die
Rede ſein kann. Der Alldeutſche Verband muß daher
die Erwartung ausſprechen, daß die Regierung bei der
Erneuerung des Quinquennats im Ausbau der
Heeresmacht nichts verſäumen wird, auch nicht ohne
eine unter Umſtänden verhängnisvolle Sparſamkeit
auszuüben. Superintendent Klingemann=
Eſſen behandelte die elſaß=lothringiſche Ver=
faſſungsfrage‟
Er legte folgende Leitſätze vor:
Da in der Entwickelung des Reichslandes keinerlei
Anlaß zu einer anderen Stellungnahme gegeben iſt,
hält der Verband an den in Schandau aufgeſtellten
Grundſätzen über die Behandlung der elſaß= lothringi=
ſchen
Verfaſſungsfrage feſt. Er kann eine Löſung der
elſaß=lothringiſchen Verfaſſungsfrage nur in ſolchen
Maßnahmen erkennen, die deutſche Sprache und Kultur
ſicher ſtellen, während von der Schaffung eines neuen
Kleinſtaates vorausſichtlich nur eine Heimſtätte des
Sondergeiſtes und unter Umſtänden eine Gefahr für
die weſtliche Sicherheit des Reiches zu erwarten ſein
würde. Nicht in der Richtung der kleinſtaatlichen For=
derung
, Elſaß=Lothringen den Elſaß=Lothringern, kann
die erſprießliche Löſung der Frage erfolgen, ſondern
allein in dem bewußten Anſchluß des Reichslandes an
die geſamte deutſche Art, die den Elſaß=Lothringern
das Reich und dem Deutſchen Reiche Elſaß=Lothringen
eröffnet. Schließlich begründete Graf Reventlow
eine Reſolution, die ſich gegen die Abrüſtungsbeſtreb=
ungen
wendet und zum Ausdruck bringt, daß bei
Deutſchland das Maß der Rüſtungen ausſchließlich von
dem militäriſchen und politiſchen Bedürfnis beſtimmt

Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Der Gedenktag eines berühmten Wie=
genliedes
. Am 13. September ſind hundert Jahre
verfloſſen, ſeitdem Karl Maria von Weber eines ſeiner
populärſten Lieder komponiert hat, das einſtmals ſo viel
geſungene Schlaf, Herzensſöhnchen, mein
Liebling biſt du‟ Ein paar Menſchenalter hindurch
ſind in Deutſchland Millionen Kinder mit dieſem Liede
in den Schlaf geſungen worden, bis die Wiegen aus der
Mode kamen und mit ihnen die Wiegenlieder. Es wird
berichtet, daß Weber von Darmſtadt im September
1810 nach Frankfurt a. M. hinübergekommen war,
wo ſeine erſte größere Oper Silvana zum erſten Male
in Szene gehen ſollte. Die Aufführung war aber dadurch
in Frage geſtellt, daß am gleichen Tage, einem Meßſonn=
tage
, Madame Blanchard aus Paris eine Ballonauffahrt
unternehmen wollte. Weber machte ſich daher auf den
Weg zu der berühmten Luftſchifferin, fand aber in ihrem
Hotel=Logis nur ihr kleines Söhnchen und deſſen Wär=
terin
vor, die ſich bereit finden ließ, die Luftſchifferin zu
ſuchen, und währenddeſſen den Knaben dem Komponiſten
anvertraute. Als das Kind aber unruhig wurde, griff
Weber in ſeine Taſche und holte den Text jenes Wiegen=
liedes
hervor, den er kurz vorher von dem Dichter des
Liedes zugeſandt erhalten hatte, ſetzte ſich an das Spinett
und ſchläferte den Knaben mit dem Liede, das er kom=
ponierend
gleich ſpielte und ſang, ein. So ertönte das Lieb=
lingswiegenlied
der deutſchen Mütter zum erſtenmal aus dem
Munde ſeines Schöpfers einem franzöſiſchen Knaben. Der
Dichter des Liedes, ein vielſeitig begabter Mann, Franz
Karl Hiemer, war lange Zeit in Stuttgart Theaterdichter.
Er war ein geborener Württemberger, hatte die Karls=
ſchule
beſucht, hatte ſich dann der Strenge des Herzogs
Karl, wie einſt Schiller, durch die Flucht entzogen, wurde

aber nach Stuttgart zurückgebracht und war dann dort in
allen möglichen Berufen tätig, als Maler, Offizier, Schau=
ſpieler
, Kunſthändler und zuletzt als Beamter. Er ſtarb
in Stuttgart im Jahre 1822. Der vielſeitige talentvolle
Mann, der nicht nur für Weber Texte ſchuf, iſt längſt ver=
geſſen
.
* Keine weiblichen Schulleiter in Preu=
ßen
. Wie die Lib. Korr. erfährt, hat auf eine Eingabe
des preußiſchen Lehrerinnenverbandes der Kultusminiſter
jetzt die ausdrückliche Erklärung erlaſſen, daß die von ihm
erlaſſenen Vorſchriften über Anſtellung und Dienſteinkom=
men
von Leitern öffentlicher (nicht privater) Schulen mit
ſechs oder mehr aufſteigenden Klaſſen lediglich
männliche Leiter im Auge haben. Nur ſoweit es
ſich um größere Schulſyſteme (Volksmädchenſchulen mit
ſechs oder mehr aufſteigenden Klaſſen) handelt, darf die
Leitung ausnahmsweiſe und nur kommiſſariſch auch ſol=
chen
Lehrerinnen übertragen werden, die die Schulvor=
ſteherinnen
= bezw. Rektoratsprüfung beſtanden haben und
in jeder Beziehung die Gewähr für ordnungsmäßige Er=
füllung
der mit einer leitenden Stelle verbundenen Auf=
gaben
bieten. Auf keinen Fall jedoch haben die Lehrerin=
nen
, denen Leitungsbefugniſſe übertragen werden, Anrechte
auf penſionsmäßige Amtszulage. Sollten die einzelnen in
Betracht kommenden Schulverbände aus eigenen Mitteln
eine derartige Zulage gewähren, ſo ſteht von Aufſichts
wegen nichts dawider. Nur muß die vorſchriftsmäßige
Genehmigung der Schulaufſichtsbehörde eingeholt werden.
* Nürnberg, 11. Sept. In dem von Richard
Strauß mit der Direktion des hieſigen Stadttheaters
abgeſchloſſenen Vertrage wegen der Aufführung des
Roſenkavaliers ſind keinerlei Bedingungen wegen der
Aufführung anderer Werke von Strauß, ſondern nur die

garantierten Tantiemen enthalten.
* Frankfurter Theater=Spielplan.
1. Opernhaus. Dienstag, 13. Sept.: Siegfried.
Mittwoch, 14. Sept.: Der Freiſchütz. Donnerstag, 15.
Sept.: Maurer und Schloſſer: Cavalleria ruſticang
Freitag, 16. Sept.: Der Graf von Luxemburg. Sams=
tag
, 17. Sept.: Götterdämmerung. Sonntag, 18. Sept.
(zum erſten Male): Liebelei Montag, 19. Sept. (erſtes
Gaſtſpiel von Madame Aino Ackté von der Großen Oper
in Paris): Salome‟. Dienstag, 20. Sept.: Der Barbier
von Sevilla. 2. Schauſpielhaus. Dienstag, 13.
Sept.: Ein idealer Gatte Mittwoch, 14. Sept.: Roſe
Bernd‟. Donnerstag, 15. Sept.: Das Konzert. Frei=
tag
, 16. Sept.: Der große Name‟. Samstag, 17. Sept.:
Der große Name. Sonntag, 18. Sept., 3½ Uhr: Der
dunkle Punkt: 7 Uhr: Ein idealer Gatte‟. Montag,
19. Sept.: Der Raub der Sabinerinnen‟ Dienstag, 20.
Sept. (zum erſten Mal): Der Graf von Gleichen, Schau=
ſpiel
in 3 Akten von Wilh. Schmidtborn.
Spielplan des Großh. Hof= und Natio=
naltheaters
in Mannheim. Dienstag, 13. Sept.:
Die Verdammten; Durchs Ohr. Mittwoch, 14. Sept.:
Der Evangelimann‟ Donnerstag, 15. Sept. Wilhelm
Tell. Freitag, 16. Sept.: Die Bohème‟. Samstag, 17.
Sept.: Der Gwiſſenswurm. Sonntag, 18. Sept.: Die
Afrikanerin.
Spielplan des Hoftheaters in Wies=
baden
. Dienstag, 13. Sept.: Hänſel und Gretel; Die
Hand. Mittwoch, 14. Sept.: Cavallerie ruſticana;
(zum erſtenmal): Suſannens Geheimnis‟ Donnerstag,
15. Sept.: Der fliegende Holländer Freitag, 16. Sept.:
Die Journaliſten Samstag, 17. Sept.: Der Zigeuner=
baron
. Sonntag, 18. Sept.: Oberon.

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Nummer 214

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. September 1910.

werden müſſe, namentlich im Hinblick auf die Würde
des Reiches als unbeſiegter Großmacht. Die Reſolutio=
nen
wurden alle angenommen. Nach der Erledig=
ung
geſchäftlicher Angelegenheiten wurde der Ver=
bandstag
geſchloſſen.

12. Deutſcher Zioniſtentag.
** Frankfurt a. M., 11. Sept. Der 12. Delegier=
tentag
der Zioniſtiſchen Vereinigung für
Deutſchland begann am heutigen Sonntag hier in
Frankfurt a. M. ſeine Beratungen, die vor allem der Re=
organiſation
des deutſchen Landesteils der Zioniſtiſchen
Weltorganiſation gelten ſollen. Auch ſoll der Sitz der
deutſchen Landesorganiſation von Köln nach Berlin ver=
legt
werden. Zu der Delegiertenverſammlung ſind über
100 Teilnehmer erſchienen, unter ihnen auch der Präſident
der Zioniſtiſchen Weltorganiſation David Wolffſohn.
Der Leiter des deutſchen Landesteils, Rechtsanwalt Dr.
Bodenheimer=Köln, eröffnete die Verhandlungen mit
der Erſtattung des Geſchäftsberichts für das
verfloſſene Jahr. Er hob hervor, daß im letzten
Jahre die Gründung des Paläſtinaamtes erfolgt iſt, wo=
durch
der Landankauf ſehr gefördert wurde. Auch die Er=
öffnung
der Bank in Konſtantinopel war für das Anſied=
lungsweſen
von großer Bedeutung, ebenſo die Gründung
der Paläſtinaland Development Company. Inſonderheit
aber gab die Eröffnung der Filialen der Anglo Paläſtina
Company in Haifa und Jaffa der zioniſtiſchen Bewegung
und deren gegenwärtig vornehmſter Aufgabe, dem Land=
erwerb
, einen neuen Anſtoß. Durch die Zunahme des zio=
niſtiſchen
Nationalfonds konnte auch eine kräftige Förde=
rung
des Kunſtgewerbevereins Bezallae erfolgen. Der
Redner erwähnt dann das Zuſtandekommen der Föde=
ration
der Zioniſtiſchen Weltorganiſation Misrachi, deren
Unterſtützung man ſich habe angelegen ſein laſſen, und kon=
ſtatiert
mit Genugtuung das gute Verhältnis der deutſch=
jüdiſchen
Orthodoxie zu der zioniſtiſchen Bewegung. Die
Sammlungen für den jüdiſchen Nationalfonds ergaben im
letzten Jahre 42000 Mark. Auch dem Paläſtina= Pflege=
verein
und dem Kunſtgewerbeverein Bezallae floſſen ins=
geſamt
etwa 15000 Mark zu. Der Verband jüdiſcher
Frauen für Kulturarbeit in Paläſtina vereinnahmte etwa
20000 Mark. Das Aktionskomitee der zioniſtiſchen Be=
wegung
verfügt über ein Geſamtvermögen von 7½ Millio=
nen
Mark und über eine Jahreseinnahme von etwa 600000
Mark. Schriftſteller Dr. Franz Oppenheimer=
Berlin gab hierauf einen Bericht über die von ihm zur
Gründung einer jüdiſchen Genoſſenſchaftsſiedlung in
Paläſtina unternommenen Schritte. Er hat das Land im
Anfang des Jahres bereiſt und für die Siedlung ein ſehr
günſtig gelegenes Terrain erworben, ſo daß die Siedlungs=
genoſſenſchaft
noch im Laufe dieſes Jahres begründet wer=
den
kann. Der als Sozialökonom bekannte Redner berich=
tete
eingehend über die Prinzipien der Genoſſenſchaft und
gab der Erwartung Ausdruck, daß der Deutſche Delegier=
tentag
den Reſt der noch nötigen Kapitalien in Erkenntnis
der Bedeutung der vorzunehmenden Gründung bewilligen
wird. In der anſchließenden Debatte, die ſich bis in die
ſpäten Abendſtunden hinzog, kam allſeitig der Gedanke
zum Ausdruck, daß die Siedlungsgenoſſenſchaft mit allen
Kräften unterſtützt werden müßte, da ſie eines der wich=
tigſten
Mittel zur friedlichen Eroberung des Heiligen
Landes darſtelle. Nach Schluß der Verſammlung veran=
ſtalteten
die Frankfurter Ortsgruppe der Zioniſtiſchen Ver=
einigung
Deutſchlands und der Verein jüdiſcher Studenten
einen Kommers.

Chriſtlich=Sozialer Parteitag.
Siegen, 11. Sept. Unter Teilnahme von
Delegierten aus dem ganzen Reiche trat heute hier im
Kaiſergarten der 14. Chriſt lich=Soziale
Parteit ag zu ſeinen Beratungen zuſam=
men
. Eingeleitet wurde er mit einer allge=
meinen
Begrüßungsverſammlung, in der über das
Thema Unſer Programm geſprochen wurde. Abge=
ordneter
Behrens gab ein längeres Referat über
die politiſche Lage und ſagte: Wenn unſere Gegner
auf eine Spaltung in unſerer Partei ſpekulieren, ſo
werden ſie ſich verſpekulieren. Wir Chriſtlich=Sozialen
ſind einig in allen großen Fragen und würden es für
vaterlandsfeindlich gehalten haben, wenn wir bei der
Reichsfinanzreform unſere Mitarbeit verweigert hätten.

Wenn unſer Kaiſer ſich als Inſtrument des Herrn be=
trachtet
und erklärt, daß er unbekümmert um die Tages=
meinungen
ſeinen Weg gehen wolle, wenn er ſein König=
tum
als von Gottes Gnaden betrachtet, ſo wiſſen wir,
daß er deshalb die Rechte des Volkes nicht minder
achtet. Wir ſind und bleiben treue Monarchiſten.
Nach einer kurzen Begrüßungsanſprache des Vorſitzen=
den
des Lokalkomitees ergriff Liz. Mumm das Wort.
Nachdem auch er auf die Einigkeit in der Partei hinge=
wieſen
, beſprach er den wirtſchaftlichen Teil des Pro=
gramms
der chriſtlich=ſozialen Partei. Weiter ſprachen
noch Poſtſekretär Grotepaß=Wermelskirchen über Be=
amtenfragen
, Landwirt Schmidt=Atzbach über Land=
wirtſchaftsfragen
und Bürgermeiſter Welſch über
Handwerkerfragen. Das Schlußwort nahm Abgeord=
neter
Behrens. Heute abend fand ein großer
Familienabend ſtatt. Morgen beginnen die geſchloſſe=
nen
Verhandlungen des Parteitages, zu denen nur
eingeſchriebene Mitglieder der Partei Zutritt haben.

* Dresden, 1. Sept. Der Allgemeine
Deutſche Sprachverein hielt hier ſeine 16.
Hauptverſammlung ab, verbunden mit der 25=Jahrfeier
ſeines Beſtehens. Kultusminiſter Dr. Beck begrüßte
die Verſammlung im Namen der Staatsregierung und
Oberbürgermeiſter Beutler im Namen der Stadt. Der
Vorſitzende, Geheimer Baurat Sarrazin, teilte mit,
daß der Vorſtand den Staatsſekretär a. D. Nieberding,
den Großkaufmann Karl Schmitz=Elberfeld und den
Direktor Auguſt Diederichs in Bonn zu Ehrenmit=
gliedern
ernannt habe. Als neue Preisaufgabe des
Vereins verkündete Profeſſor Dr. Pietſch=Greifswald
die deutſche Geſetzesſprache.

* Danzig, 12. Sept. Heute vormittag 9 Uhr
wurde im großen Schützenhausſaale der 30.
Deutſche Juriſtentag im Beiſein hervorragen=
der
Juriſten Deutſchlands und Oeſterreichs, ſowie von
Vertretern der Staatsregierung und anderer Behör=
den
eröffnet.
Vom Hoflager in Friedberg.
** Am 9. September abends war der Staatsminiſter
Exzellenz Ewald zur Tafel geladen. Am Samstag,
den 10. September, 9 Uhr vormittags, fuhr J. M. die
Kaiſerin mit der Großfürſtin Tatjana zur
Badekur nach Bad Nauheim und kehrte gegen 10,30 Uhr
auf die Burg zurück. Zur Mittagstafel waren geladen:
Prinz und Prinzeſſin Hermann zu Stolberg=
Wernigerode, der ruſſiſche Miniſter=Reſident Ba=
ron
v. Knorring, Exzellenz, und Geheimerat Röm=
held
. Se. Kaiſerl. Hoheit Großfürſt Alexander
Michailowitſch traf nachmittags aus Kiſſingen
auf der Burg ein und nahm mit den Herrſchaften den
Tee. J. M. die Kaiſerin ſetzte geſtern früh die Bade=
kur
in Bad Nauheim fort. (Darmſt. Ztg.)
* Friedberg, 12. Sept. Der Zar fuhr geſtern
nachmittag um 3 Uhr mit dem Großherzog und
der Großherzogin, ſowie mehreren Herren des
Gefolges zum Beſuch der Fürſtlich Stolberg= Roßla=
ſchen
Familie nach Ortenberg in der Wetterau, wo
der Tee eingenommen wurde. Kurz vor 7 Uhr kamen
die Herrſchaften wieder nach Friedberg zurück.
Wie ſchon berichtet wurde, hat die Zarin Sams=
tagsmorgen
in Bad Nauheim das erſte Bad genommen.
Die Bad Nauheimer Zeitung ſchreibt hierüber noch:
Die hohe Frau traf in Begleitung der zweitälteſten
Tochter des Kaiſerpaares, der Großfürſtin Tatjana,
hier ein, um bei uns ihr erſtes Bad zu nehmen. Eben=
falls
badete die jugendliche Großfürſtin in einer Für=
ſtenzelle
. Der Baderaum der Kaiſerin war in ſinniger
Weiſe mit Blumen ausgeſchmückt, und die Zelle bot
in ihren hellen, freundlichen Farben und dem bunten
Schmuck der Blumen einen Anblick, der bei unſerem
hohen Gaſt einen erfreulichen Eindruck hinterließ.
Unſer Großherzog ließ es ſich nicht nehmen, ſeine
Schweſter zum erſten Bade zu begleiten. Während die
Kaiſerin badete, machte der Großherzog einen Spazier=
gang
durch die Badeanlage.
*X* Friedberg, 12. Sept. Der Zar hat in=
folge
der Beläſtigungen, denen er durch die große Zahl
Neugieriger in den letzten Tagen bei ſeiner Brunnen=

Seiten5.

kur in Bad Nauheim ausgeſetzt geweſen iſt, geſtern und
heute den Karlsbrunnen nicht beſucht, ſondern ſich das
Waſſer ins Schloß holen laſſen. Heute vormittag unter=
nahm
der Zar wieder eine längere Automobilfahrt.
Der Zarin iſt das erſte Bad am Samstag vormittag
gut bekommen. Sie machte geſtern nachmittag 3 Uhr
eine Spazierfahrt im Automobil auf dem Wege nach
Bad Homburg. Heute vormittag kurz vor 10 Uhr nahm
die Zarin ihr zweites Bad.

Der Kaiſer in Oſtpreußen.
* Königsberg, 11. Sept. Der Kaiſer, der
Jagduniform angelegt hatte, iſt nachmittags um
4½ Uhr im Hofzuge in Königsberg eingetroffen und
begab ſich im Automobil nach Schloß Preyl. Kurz nach
10 Uhr kehrte der Kaiſer vom Beſuch der Gräfin
Lehndorff zurück und beſtieg alsbald den auf dem Oſt=
bahnhof
haltenden Hofzug. Bei ſeiner Ankunft und
Abfahrt waren der Polizeipräſident von Wehrs und
Eiſenbahndirektionspräſident Krüger auf dem Bahn=
ſteig
anweſend. Bei der Durchfahrt durch die Stadt
wurde der Kaiſer jedesmal von einem zahlreichen
Publikum herzlich begrüßt. Der Kaiſer gedenkt, in
Nautzken im Hofzuge zu übernachten und morgen früh
8 Uhr in Mehlauken einzutreffen.
* Mehlauken, 12. Sept. Der Kaiſer iſt kurz
vor acht Uhr hier eingetroffen und hat ſich ſogleich ins
Elchrevier begeben.
* Danzig, 12. Sept. Der Kaiſer richtete an den
kommandierenden General des 17. Armeekorps, v. Macken=
ſen
, eine allerhöchſte Kabinettsorder, den General erſuchend,
die Generäle und Kommandeure, ſowie Offiziere für die
gelungene Ausbildung der ihnen unterſtellten Truppen des
kaiſerlichen Dankes zu verſichern und die Mannſchaften für
die guten Leiſtungen zu beloben.

Luftſchiffahrt.
* London, 11. Sept. Eine Depeſche aus Kings=
town
(Irland) meldet, daß der Flieger Loraine
nicht, wie zuerſt berichtet, in Irland gelandet iſt, ſon=
dern
daß ein Motordefekt ihn zwang, etwa 200 Meter
vor der iriſchen Küſte niederzugehen. Loraine erreichte
das Feſtland ſchwimmend. Das Flugzeug wurde von
einem vorüberfahrenden Dampfer geborgen.

Erdbeben.
Die Seismiſche Station Darmſtadt=
Jugenheim meldete am 9. September ein Fern=
beben
, deſſen Herd in der Inſelgruppe der Aléuten
zu ſuchen iſt. Die erſten Stoßwellen trafen früh
2h 25m 27s ein. In guter Uebereinſtimmung hiermit
ſtehen die Beobachtungen der folgenden Erdbeben=
warten
, welche als Beginn des Bebens die Zeiten
nelden: Hamburg 25m 09s, Breslau 25m 17s,
Wien 25m 27s, München 25m 33s und Laibach
25m 50s. Dieſe Zahlen laſſen erkennen, daß die Erd=
bewegung
, von Norden kommend, nach Süden weiter=
gegangen
iſt, und daß es ſich alſo nicht um ein japa=
niſches
Beben handelte, wie von anderer Seite ver=
mutet
wurde.

Die Cholera.
* Hamburg, 12. Sept. Die in Hamburg bezüglich
des Cholerafalles in Freiburg an der Elbe, an=
geſtellten
Nachforſchungen ergaben bisher nichts Verdäch=
tiges
. Die hieſigen Angehörigen des erkrankten Schiffers,
die er vor der Abreiſe nach Freiburg beſuchte, wurden ge=
ſund
befunden; ebenſo zeigten drei hier noch eingetroffene
Perſonen der Beſatzung eines zwiſchen Hamburg und Pe=
tersburg
verkehrenden Dampfers, der neben dem Ewer
des Schiffers im hieſigen Hafen gelegen hatte, keinerlei
verdächtige Krankheits=Symptome und ſind geſtern aus der
ärztlichen Behandlung entlaſſen worden. Auch die unmit=
telbar
nach dem Bekanntwerden des Cholerafalles ange=
ordnete
Unterſuchung von Waſſerproben aus dem hieſigen
Hafen hatte ein ganz einwandfreies Ergebnis. Grund zu
irgend einer Beſorgnis liegt daher nicht vor.
* Peſt, 12. Sept. Ueber Cholerafälle im
Baranyaer Komitat wird dem ungariſchen Kor=
reſpondenz
=Bureau aus Mohacs gemeldet, daß ein

Kleines Feuilleton.
Arme reiche Kinder. Die ſo eifrig gemel=
dete
und kommentierte Ankunft des 100 Millionenbabys
Wilſon Walſh MeLean rückt uns den märchenhaften
Prunk wieder einmal vor Augen, in dem die Kinder
der amerikaniſchen Multimillionäre aufwachſen. Dieſe
jüngſte Generation der Dollarkönige nimmt es in dem
Luxus, der ſie umgibt, mit den Sprößlingen der wirk=
lichen
Herrſchergeſchlechter auf. Was für eine Auf=
regung
herrſchte vor zehn Jahren iin der 5. Avenue,
als der junge Harry Paine Witney getauft wurde! An
der Ecke der 57. Straße ſtaute ſich die lange Reihe der
koſtbaren Equipagen. Denn die reichſten Leute der
Welt fuhren vor, um dem Millionenerben ihre Ge=
ſchenke
darzubringen. Der Großvater Vanderbilt
überreichte dem Baby eine ſchwere Goldkette, an der mit
einem diamantenen Haken ein edelſteinbeſetzes goldenes
Hufeiſen befeſtigt war. Die Witneys, die hinter den
Vanderbilts nicht zurückſtehen wollten, brachten eine
kleine Kinderklapper dar, deren Stiel aus einem in
Gold und Edelſteine gefaßten Elefantenzahn beſtand,
um den lauter Glöckchen aus purem Golde klingen.
Das Geſchenk der Wilſons beſtand in einer Garnitur
von Toilettegegenſtänden, die mit Türkiſen und Dia=
manten
geſchmückt waren, das der Sloane in einem
Korallenhalsband, in dem jede Koralle in Diamanten
gefaßt war. Frau Cornelius Vanderbilt hatte es ſich
nicht nehmen laſſen, ihrem Enkelkinde das ganze
Wickelzeug zu ſchenken, bei dem die koſtbarſten Spitzen
verſchwenderiſch verwendet waren. Dafür koſtete es
auch gegen 400000 Mark. Die Sorgfalt, mit der man
die Geſundheit dieſes Kindes beobachtete und pflegte,
überſtieg aber wohl auch die weitgehendſten Vor=
ſtellungen
. Drei geprüfte Krankenwärter mußten ſich
beſtändig zur Verfügung des Babys halten. Vier
Aerzte beſuchten den kleinen Millionär täglich zu feſt=
geſetzten
Stunden. Jeder von ihnen hatte die Ver=
pflichtung
, jedesmal ein mediziniſches Bulletin aufzu=
ſetzen
, das ſogleich allen Mitgliedern der Familie
telephoniſch mitgeteilt wurde. Die Aerzte ſtanden ſich
übrigens dabei nicht ſchlecht. Jeder Beſuch wurde mit
200 Mark bezahlt, ſo daß allein die ärztliche Beaufſich=
tigung
des koſtbaren Sprößlings 800 Mark täglich
koſtete. Ein Sproß der Vanderbilts, der in dieſer
Millionärdynaſtie den Namen Cornelius V Vanderbilt
führt, erhielt bei ſeiner Geburt ſogleich einen ganzen
großen Palaſt, den er allein mit ſeiner Dienerſchaft
bewohnte. Tag und Nacht wachten ein Arzt und zwei

Bonnen über ſein Wohl. Er erhielt auch ſogleich einen
erſten und einen zweiten Kutſcher, eine eigene Schnei=
derin
und zahlreiche Dienerſchaft. Das Zimmer, in
dem ſeine Wiege ſtand, war von der Decke bis zur
Diele ganz mit herrlichem weißen Email belegt. 60
weiße Kleidchen hingen in der Garderobe des Neuge=
borenen
, deſſen Ausſtattung nicht weniger als 200000
Mark gekoſtet hatte. Einer der Hüte, die Cornelius V.
ſchmücken ſollten, beſaß direkt eine geſchichtliche Bedeu=
tung
. Er war mit drei weißen, beſonders ſchönen und
großen Straußenfedern geſchmückt, die eigentlich für
die damalige Prinzeſſin von Wales, die jetzige Witwe
von König Eduard, beſtimmt geweſen waren. Doch
Frau Vanderbilt hatte ihren ganzen Ehrgeiz darein
geſetzt, gerade dieſe Federn ihr eigen zu nennen, und
ſie erſtand ſie für eine phantaſtiſche Summe. Vander=
bilt
der Vater ſoll, als ſein Sohn dieſen denkwürdigen
Federhut trug, den großen Ausſpruch getan haben: Ja,
das ſind die Federn, die der Prinz von Wales für die
Prinzeſſin hatte kaufen wollen. Es tut mir ja auf=
richtig
leid, daß er das nicht konnte. Aber mein Sohn
iſt ebenſo würdig, ſie zu tragen. Wachſen die
Millionärskinder heran, lernen ſie allmählich die
Schätze, die ihnen in die Wiege gelegt worden ſind, in
ihrem Wert erkennen und benutzen, dann erhalten ſie
natürlich ihren eigenen Hausſtand und einen Hofſtaat,
wie ihn ſonſt kaum ein König beſitzt. Der junge Jakob
Aſtor hatte z. B. mit acht Jahren zwei Kammerdiener,
zehn Lakaien, zwei Kutſcher, ſechs Stallknechte und ein
großes Küchenperſonal. Jeden Morgen hatte bei dem
kleinen Jack ſein franzöſiſcher Küchenchef Audienz, wo=
bei
der junge Herr höchſt ernſthaft das Menü feſtſtellte
und die Gerichte beſtimmte, die er auf ſeiner Tafel zu
haben wünſchte. Als man dem Colonel Aſtor riet
ſeinen Sohn in eine Schule zu ſchicken, antwortete er,
daß die Kinder der europäiſchen Fürſten bis in die
Gegenwart niemals die öffentlichen Lehranſtalten be=
ſucht
hätten, und daß ſein Sohn auch zu Hauſe von den
berühmteſten Profeſſoren unterrichtet werden könne. Man
hielt ihm einige Beiſpiele entgegen, in denen Prinzen
in Europa eine Schule beſucht hatten, und erwähnte
die Söhne Louis Philipps. Aber Aſtor entgegnete
ſchlicht: Ein Aſtor muß ſeine Muſter über ſich ſuchen,
nicht unter ſich.
* Roons Sterbezimmer. Das Hotel
Römiſcher Hof in Berlin, das, wie gemeldet, abge=
brochen
werden ſoll, hatte eine gewiſſe geſchichtliche
Bedeutung als Sterbeſtätte des Generalfeldmarſchalls
Albrecht v. Roon. Dieſer pflegte, nachdem er 1873

ſeinen Abſchied genommen und ſich auf ſeine Güter
zurückgezogen hatte, wenn er zu Kaiſer Wilhelms Ge=
burtstag
, oder um an den Verhandlungen des Herren=
hauſes
teilzunehmen, in Berlin weilte, im Hotel Römi=
ſcher
Hof zu wohnen, wo Mühling ihm jederzeit ein
beſtimmtes Zimmer gab, von dem aus er auf den Palaſt
des greiſen Kaiſers blicken konnte. Als Roon im
Februar 1879 wieder nach Berlin kam, erkrankte er
hier; ſo wurde dieſes Hotelzimmer zu ſeinem Kranken=
zimmer
und, da eine Lungenentzündung die Krankheit
verſchlimmerte, zur Stätte ſeines Sterbens. Rührend
war es, als am 21. Februar Kaiſer Wilhelm herüber
kam, um von ſeinem alten Freunde und Helfer den
letzten Abſchied zu nehmen. Unangemeldet erſchien der
greiſe Monarch am Sterbelager Roons; dieſer erkannte
ihn ſofort, ergriff des Kaiſers beide Hände und ſagte:
Majeſtät, welche Freude! Ich habe Ihnen viel
zu danken! erwiderte Kaiſer Wilhelm und drückte dem
Kranken bewegt die Hand. Zwei Tage ſpäter am
23. Februar 1879 ſtarb Graf Albrecht v. Roon. Als
ſeine Leiche aus dem Römiſchen Hof fortgebracht wurde,
um auf dem Roonſchen Gute in der Familiengruft zu
Krobnitz beſtattet zu werden, grüßte Kaiſer Wilhelm
vom geſchichtlich bekannten Eckfenſter ſeines Palaſtes
aus zum letzten Male die irdiſchen Reſte des Miniſters.
C.K. Was ein moderner Apollo braucht.
In die Geheimniſſe der männlichen Toilette und in die
Mittel, mit denen der moderne Dandy ſich zum Urbild
ſtolzer Schönheit entwickelt, gewährt die Preisliſte einer
franzöſiſchen Firma einen tiefen Einblick. Ein Paar gut=
gepolſterte
Waden, die dem Bein die verführeriſche Run=
dung
geben, ſind ſchon für 8 Mark zu erhalten. Ein Paar
extra fein gepolſterter Waden mit Nickelbeſchlägen koſtet
freilich 21 Mark. Ein Apollo=Bruſtkaſten für 49 Mark
verleiht ſeinem Beſitzer die breitbrüſtige Männlichkeit und
ſtolze Kraft, die die Frauen ſo lieben. Als Vervollſtän=
digung
wird er freilich noch eines Paares fiſchbeinerner
Herkules=Schultern bedürfen, mit Springfedern und
Sicherheitsverſchluß. Allerdings koſten dieſe Schultern 64
Mark. Hat ſo der neue Apollo für die Vervollkommnung
ſeines Körperwuchſes das Möglichſte getan, dann wird
er zum verführeriſchen Adonis, wenn er ſich noch einiger
anderer Mittel bedient. Ein Pfund Verführungspomade‟
ſteht ihm ſchon für 36 Mark zur Verfügung. Den Zauber=
duft
verſchafft er ſich das Fläſchchen zu 14 Mark. Das
geheimnisvolle Schönheitsmittel aber, das mit dem ein=
zigen
myſteriöſen Wort Elixier angekündigt wird, iſt nur
für 80 Mark erhältlich,

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. September 1910.

Nummer 214.

Mühlenarbeiter unter verdichtigen Symptomen ge=
ſtorben
iſt. Es iſt noch nicht feſtgeſtellt, ob es ſich um
Cholera handelt. In dem benachbarten Dorfe Pſesza
iſt ein Ziegeleiarbeiter unter verdächtigen Symptomen
erkrankt. Von 22 in den abgelaufenen vierzehn Tagen
vorgenommenen bakteriologiſchen Unterſuchungen wur=
den
8 Fälle als Cholera asiatica konſtatiert, die in den
verſchiedenen Ortſchaften auf dem geſamten Gebiete
des Landes aufgetreten ſind. Authentiſche Berichte
über den Geſundheitszuſtand im Baranyaer Komitat
werden ſeitens des Miniſteriums des Innern noch im
Laufe des heutigen Tages veröffentlicht.
* Peſt, 12. Sept. Nach Meldungen, die dem Mini=
ſterium
des Innern zugegangen ſind, ſtellte die bakterio=
logiſche
Unterſuchung drei tödlich ausgegangene Fälle
aſiatiſcher Cholera feſt und zwar je einen in
Dunakölöd, Komitat Tolna, Harta, Komitat Peſt, und
Zamoly, Komitat Raab.
* Peſt, 12. Sept. Nach einer weiteren authenti=
ſchen
Meldung ſind in Mohaes bisher zwei Fälle von
aſiatiſcher Cholera aufgetreten, zwiſchen denen
kein Zuſammenhang beſteht. Seit dem zweiten Falle
iſt bereits mehr als eine Woche verſtrichen, ohne daß
ein neuer Fall ſich ereignet hätte.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Auf das Eingeſandt der verehrlichen Schloſſer=
Vereinigung Darmſtadt erlaubt ſich die Ortsgruppe Darm=
ſtadt
des Verbandes heſſiſcher Privat=Architekten folgendes
kurz zu erwidern:
Die Schloſſer=Vereinigung Darmſtadt verwechſelt die
Einladungen zu Submiſſionen, bei denen es ſich nur
darum handelt, fertig aufgeſtellte Formulare mit Preiſen
zu verſehen, mit den Gepflogenheiten bei deutſchen Wett=
bewerben
, bei welchen künſtleriſche Entwürfe einzuliefern
ſind zwei grundverſchiedene Sachen, die nicht mitein=
ander
verglichen werden können. Bezüglich der Vervoll=
ſtändigung
der Angebotsformulare möge ſich die Ver=
einigung
an unſeren Verband wenden, der gerne bereit
iſt, hier Abhilfe zu ſchaffen. Deshalb ſind wir bemüht, als
Grundlage für die Abfaſſung der Submiſſionsunterlagen
und für die Preiſe unſerer Koſtenanſchläge die Tarife der
Vereinigungen einzuführen, und haben daher anfangs des
Jahres um Einſendung der Preisverzeichniſſe gebeten.
Zum größten Teile wurden uns ſolche auch von den Ver=
einigungen
zugeſandt, während die Schloſſer=Vereinigung
am 30. Mai d. J. erwiderte, daß ſie kein allgemeines
Preisverzeichnis habe und auf den unter ihrer Mitwirkung
aufgeſtellten Tarif des Hochbauamts verweiſe. Wenn ein=
zelne
Mitglieder den Akt der Höflichkeit nicht ganz erfüllt
haben, ſo iſt dies nicht Sache des Verbandes, ebenſowenig,
wie die Innungen für die gewählten Umgangsformen
ihrer Mitglieder verantwortlich gemacht werden können.
Durch obige Darlegung iſt die Angelegenheit für den Ver=
band
an dieſer Stelle erledigt.
J. A.: R. Drott, I. Vorſitzender.
Literariſches.
Die deutſchen Volksturnbücher von
Profeſſor Dr. Gaſch erſcheinen jetzt bei Max Heſſe
in Leipzig in einer neuen Folge. Dem im Früh=
jahr
1910 herausgekommenen 1. Bändchen, worin
Koſſag, der Berliner Oberturnwart, Turnfahrten und
Turnerreiſen behandelt, ſind jetzt gleich 2 Bändchen ge=
folgt
. Im 2. Bändchen beſchreibt der bekannte Turn=
ſchriftſteller
und Steglitzer Turnwart Karl Roſſow
alle jene Spiele und Laufübungen, die unſere deut=
ſchen
Turner ſeit Vater Jahns Zeiten pflegen. Leider
ſind ſie vielerorts recht in Vergeſſenheit geraten, ſelbſt
das herrliche Ritter= und Bürgerſpiel, die Kriegsſpiele
aller Art, Poſtenſtellen, Schnitzeljagden, Querfeldein=
laufen
, Stürmen u. a. m. Der fleißige Freund un=
ſerer
Jugend hat darin eine ſolche Fülle anregenden
Stoffes geſammelt, daß er für 20 Turnfahrten und
mehr ausreichen dürfte. Das Eilbotenlaufen, das
Roſſow nur nebenbei erwähnt, hat der Leipziger
Turnlehrer A. Raabe, gleich jenem ein Schüler J. C.
Lions, ſehr eingehend in dem 3. Bändchen behandelt.
Preis des Bändchens 60 bezw. 80 Pfg.
Vermiſchtes.
Stenographiſches. Mit welch großem Er=
folg
die Stenographie in der Provinz Heſſen=Naſſau und
im Großherzogtum Heſſen gepflegt wird, zeigt die Tat=
ſache
, daß an den Wettſchreiben, welche innerhalb dieſer
Gebiete von den Anhängern der bei den größten Steno=
graphieſchulen
, Gabelsberger und Stolze=Schrey, gelegent=
lich
ihrer diesjährigen Tagungen abgehalten wurden,
nahezu 1200 Perſonen teilgenommen haben. An dem Wett=
ſchreiben
des Heſſiſch=Naſſauiſchen (Main=Rheingau=) Ver=
bandes
Gabelsbergerſcher Stenographen in Hanau betei=
ligten
ſich 670 Perſonen, von denen 453 mit Preiſen aus=
gezeichnet
werden konnten, an demjenigen des Mitteldeut=
ſchen
Bundes Stolze=Schrey in Wiesbaden 500 Perſonen,
von denen 303 Preiſe errangen. Dieſes Reſultat iſt um ſo
erfreulicher, weil in den Abteilungen über 120 Silben, die
ja nur für die praktiſche Verwendung der Stenographie im
Geſchäftsleben in Frage kommen, 215 Perſonen aus=
gezeichnet
wurden, und zwar 148 beim Gabelsbergerſchen
und 67 beim Stolze=Schreyſchen Wettſchreiben.
Neues Geſellſchaftsſpiel. London und
Paris müſſen immer eine Craze haben. Irgend etwas,
worüber ſie ſich verrückt gebärden können. Die letzte Craze
iſt das Zag=Zaw=Puzzle‟. Das iſt ein Geſell=

ſchaſtsſpiel, das aus Amerien herübergebracht wurde und
jetzt auch ſeinen Siegeseinzug bei uns in Deutſchland
hält. Wie man Bridge= und Whiſt=Abende arrangierte, ſo
werden nun Zag=Zaw‟=Geſellſchaften arrangiert. Man
ſitzt an kleinen Tiſchen zu zwei, drei und mehr Perſonen
und bemüht ſich um dieſes neueſte Geduldsſpiel und dieſen
feſſelndſten aller Kopfzerbrecher, der Jung und Alt in ſei=
nem
Bann gefangen hält. Beim Kaffeekränzchen der
jungen Mädchen wie in Großmutters Wohnzimmer nimmt
es den Tiſch ſiegreich ein. Zag=Zaw iſt bei näherer B=
ſichtigung
gar nichts neues, ſondern ein alter Bekannter;
es iſt ein Rätſelſpiel, das wir aus unſerer Kindheit kennen,
das damals aus einer Anzahl quadratiſcher Würfel be=
ſtand
, deren ſechs Flächen mit irgend einem Bildfragment
beklebt waren. Dieſe einzelnen Würfel mußten nun ſo
zuſammengeſtellt werden, daß ſie ein ganzes Bild, eine
Landſchaft, ein Pferd, einen Trog oder eine häusliche
Szene darſtellten. Das iſt im Grunde genommen das
Zag=Zaw‟=Spiel. Aber an Stelle der Würfel ſind ganz
dünne Holzplättchen getreten, die mittels einer Säge ſo
kunſtvoll in Partikelchen zerlegt ſind, daß eine richtige Zu=
ſammenſtellung
je nach der Größe des Bildes mehr oder
weniger viel Zeit verlangt. Die einfachſten Puzzles be=
ſtehen
aus 50 Teilen, die komplizierteſten aus 1000 Teilen.
Für den künſtleriſchen Wert der Bilder bürgt der Verlag
von Raphael Tuck & Sons, der dieſe Zag=Zaws
Spiele herſtellt und deſſen Publikationen in allen einſchlä=
gigen
Geſchäften erhältlich ſind.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 12. Sept. Nachdem der Berliner Krimi=
nalpolizei
die Ermittelung gelungen iſt, daß der
Schwindler Joſeph Margulin ſich über Holland
nach Petersburg gewandt hat, erfolgte dort geſtern
ſeine und ſeiner Geliebten Fröhlich Verhaftung.
Er wohnte mit der Fröhlich unter falſchem Namen im
Hotel de lEurope‟. Das Auslieferungsverfahren iſt
beantragt.
* Eſſen (Ruhr), 12. Sept. (Amtlich.) Heute vor=
mittag
7.45 Uhr ſollte der Güterzug 8807 aus dem
Bahnhof Heißen=Rüttenſcheid fahren. Infolge falſcher
Weichenſtellung geriet aber der Zug in das zum Trieb=
wagenſchuppen
führende Gleis, in dem ein Triebwagen
ſtand. Dieſer wurde durch die öſtliche Giebelwand des
Schuppens gedrückt und ſtürzte die ſich unmittelbar
anſchließende Straßenböſchung herunter. Er
kam mit ſeinem vorderen Ende auf die Körnerſtraße,
die hier unter dem Bahnhof durchgeht, zu liegen, ſie
pollſtändig ſperrend. Schwer verletzt und an den Ver=
letzungen
geſtorben iſt der Wagenführer Sandner: leich=
ter
verletzt der Wagenwärter Dorls, die beide am
Wagen beſchäftigt waren. Der Betrieb iſt nicht geſtört;
für den unbrauchbar gewordenen Triebwagen ſind
Dampfzüge eingelegt worden.
* Dresden, 12. Sept. Miniſterialdirektor im Finanz=
miniſterium
Geheimrat v. Seydewitz wurde als
Finanzminiſter in Ausſicht genommen.
* Bremen, 12. Sept. Geſtern abend fuhr an der
Schwachhauſer Chauſſee ein Automobil in einen Hau=
fen
ſpielender Kinder. Ein Knabe, der neunjährige Sohn
eines Anwohners der Scharnhorſtſtraße, wurde ſchwer
verletzt und ſtarb während der Nacht. Der Chauffeur
wurde heute morgen verhaftet.
* Flensburg, 12. Sept. Im benachbarten Harrislee
kam auf dem Beſitztum des Kätners Hinrichſen Groß=
feuer
aus. Die Wohn= und Wirtſchaftsgebäude ſind
niedergebrannt. Ein Kuhhirte iſt in den Flammen
umgekommen. Zahlreiche Rinder und Schweine ſind
verbrannt.
* Rom, 12. Sept. Italieniſche und auswärtige
Blätter verbreiteten in dieſen Tagen wieder Gerüchte
von der Verheiratung des Herzogs der
Abruzzen und brachten dazu Kommentare aller
Art. Die Agenzia Stefani iſt in der Lage, auf das
Nachdrücklichſte zu verſichern, daß alle dieſe Gerüchte
und die an dieſelben geknüpften Kommentare voll=
ſtändig
unbegründet ſind.
* Charbin, 12. Sept. Der ruſſiſche Dampfer Ho,
mit 80 chineſiſchen Paſſagieren, wurde 30 Werſt von
Charbin von Tſchunguſen, die ſich unter den Paſſagie=
ren
befanden, überfallen. Die beiden Eigentümer
des Dampfers wurden getötet, die Beſatzung und die
Paſſagiere geknebelt und ausgeraubt; viele wurden
verwundet. Die Maſchinen wurden verdorben. Die
Gefeſſelten erhielten Hilfe von dem Kreuzer der Grenz=
wache
.
* Peking, 12. Sept. Die geplante Opium= Kon=
ferenz
im Haag wurde um ein Jahr verſchoben.

H. B. Berlin, 12. Sept. Der Landwirtſchafts=
miniſter
Freiherr von Schorlemer iſt heute von ſei=
nem
Urlaub zurückgekehrt und wird, wie die Allgem.
Fleiſcher=Zeitung mitteilt, morgen vormittag eine De=
putation
des Deutſchen Fleiſcherverban=
des
empfangen, die ihm eine Denkſchrift über die Ge=
ſtaltung
der Fleiſchverſorgung und über die Fleiſch=
teuerung
überreichen wird.
H.B. Stuttgart, 12. Sept. Der König von
Württemberg iſt leicht erkrankt. Geſtern wurde
ärztliche Hilfe zu Rate gezogen. Heute iſt eine Beſſer=
ung
eingetreten, ſo daß der König, der das Bett hütet,
ſich kurze Zeit auf der Schloßterraſſe aufhalten konnte.
Die Teilnahme des Königs an den Manövern und den
Feſtlichkeiten in Karlsruhe iſt dadurch in Frage geſtellt.
Leipzig, 12. Sept. Im Alter von 60 Jahren iſt
hier der Schriftſteller Dr. Wilhelm Henzen geſtorben.

Fürih, 1. Sep. Der gröſte Teil der geſtoh=
lenen
Bilder des Malers Hodler in Genf
wurde wiedergefunden. Die Diebe ſind, wie jetzt feſt=
geſtellt
wurde, der 27jährige Zinnicker und der Bier=
brauer
Sagratzk, beide aus Magdeburg.
H.B. Paris, 12. Sept. Der Matin meldet aus
London: In der Grafſchaft Wales nimmt die Auf=
regung
unter den Grubenarbeitern beſtändig
zu und hat bereits einen hohen Grad erreicht. In
zahlreichen Verſammlungen, die im Rondatal ſtattge=
funden
haben, iſt der Grubenarbeiterverband aufge=
fordert
worden, den Generalſtreik zu proklamieren.
Auch unter dem Perſonal der Great Northern Railway
iſt die Unzufriedenheit groß.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Nachdem
geſtern am frühen Morgen ſtrichweiſe geringer Regen
gefallen war, trat bald unter dem Einfluß nördlicher,
dem ruſſiſchen Hochdruckgebiet entſtammender Winde
Aufheiterung ein, ſo daß die Nachmittagstemperaturen
bis 19 Grad anſtiegen. Auch heute früh herrſchte Nebel,
der aber in den ſüdlichen Ebenen (Rhein, Main,
Wetterau) bald heiterer Witterung Platz machte, wäh=
rend
im Gebirge es zurzeit (10 Uhr vormittags) noch
wolkig iſt.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, 13. Sept.:
Vielfach heiter, nur Morgennebel, nachts kalt, Nordoſt.

* Pan-Cigaretten *
ſind den allerfeinſten 5 Pfg.=Cigaretten gleich und
koſten nur 3½ Pfg. per Stück. (17234a
Niederlage Darmſtadt:
Tzakiri, Kaſinoſtraße 2.
Ganz glücklich über den Erfolg!
Zeugnis. Ihre vorzügliche St. Georgsquelle Bis=
kirchen
a. d. Lahn hat mir ſehr gute Dienſte geleiſtet.
Wenn ich ſo begütert wäre wie nicht, ſo würde ich
das Waſſer ſtändig trinken, mein Arzt und ich ſind
ganz glücklich über den Erfolg, da, wie ſie wiſſen, ich
ſeit 13 Jahren an Gicht gelitten habe, bin ich nächſt
Ihnen meinem Hausarzte großen Dank ſchuldig, daß
er mir dieſe Quelle empfohlen hat. G. St., Königl.
Lokomotivführer in B.
(17682f
Preis für 25 Flaſchen Mk. 9.
50
17.
inkl. Verpackung ab Station Stockhauſen a. d. Lahn.
DDa es wohl für jedermann von Vorteil ſein dürfte,
ſeine Einkäufe in Herrentuchen & Damenkleider=
ſtoffen
nur bei ſolchen Geſchäften zu machen, die ſtets
beſtrebt ſind, ihre Kundſchaft mit nur guter Ware bei
äußerſt billigen Preiſen zu bedienen, ſo wird ſeitens der
Firma Schwetasch & Seidel, Tuchfabrik in Sprem=
berg
(Niederlauſitz) auf den derheutigen Nummer beigelegten
Proſpekt ganz beſonders aufmerkſam gemacht. (17668)l
(ieſer Nummer liegt eine illuſtrierte Abonnements=
Einladung der Eleganten Mode bei, auf die die
Aufmerkſamkeit der Leſerinnen gelenkt ſei. Die Elegante
Mode‟, das beliebteſte und nützlichſte Modenblatt der
Frauenwelt, bietet ſeinen Abonnentinnen praktiſche und
geſchmackvolle Modeneuheiten für Damen und Kinder=
garderobe
, ſchöne Handarbeitsvorlagen, und korrekte
Schnittmuſter in natürlicher Größe zur Selbſtanfertigung
der Damen= und Kindergarderobe.
(176690f
Geſchäftliches.
Die ſeit 20 Jahren in Frankfurt a. M. beſtehende,
allgemein bekannte Manufakturwarenfirma S. Zei=
mann
, An der Markthalle 6, 1. Et., hat ihre Ver=
kaufsräume
bedeutend vergrößert. Durch Umbau ſind
zu den alten Lokalitäten, noch neue in der Börneſtraße und
Fahrgaſſe gelegene hinzugekommen, ſo daß ietzt ein ange=
nehmer
Einkauf in jeder Beziehung geſichert iſt. (J17646,10

Todes-Anzeige.
Heute abend 9½ Uhr entſchlief ſanft nach
kurzem Leiden meine liebe Schweſter (17651
Witwe L. Remmert
geb. Kersting.
Um ſtille Teilnahme bittet
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Karl Kersting.
Darmſtadt, den 10. September 1910.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. Sept.,
nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehauſe, Liebig=
ſtraße
71 aus, ſtatt.

Hessensrauflaschenbiere
sind hochfeine Qualitätsbiere.

(257a

[ ][  ][ ]

Nummer 214.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. September 1910.

Seite 7.

Statt jeder beſonderen Anzeige.
Allen Freunden und Bekannten die ſchmerz=
liche
Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen
gefallen hat, meine liebe Gattin, unſere liebe
Mutter, Tochter, Schweſter, Schwägerin und
Tante
(17688
Frau Christina Stiep
geb. Götz
nach langem ſchweren, mit Geduld ertragenem
Leiden, im Alter von 23 Jahren, zu ſich in
die Ewigkeit abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Phil. Stiep. Familie Götz.
Darmſtadt, Pfaffen=Schwabenheim,
den 12. September 1910.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 14. ds.
Mts., nachmittags 1 Uhr, in Pfaffen= Schwaben=
heim
ſtatt.

Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 14. September.
Mobiliax= ꝛc. Verſteigerung um 9 und 3 Uhr
Müllerſtraße 41.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 10 Uhr Runde=
turmſtraße
16.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
Ludwigshalle‟.
Schmuckſachen= und Uhren= ꝛc. Verſteigerung
um 3 Uhr im Pfründnerhaus.

Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Freunden und Bekannten machen wir hier=
mit
die traurige Mitteilung, daß mein lieber
Gatte, unſer lieber Vater, Sohn, Bruder, Onkel
und Schwiegervater
(17648
HerrEduard Wilhelm Schütz
heute Sonntag, den 11. September, ½7 Uhr
abends, ſanft entſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Charlotte Schütz, geb. Keßler,
Heinrich Bangert u. Frau, geb. Schütz,
Georg Schütz,
Liſſel Schütz.
Darmſtadt, Weinheim, 11. Sept. 1910.
Schwanenſtr. 32.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 14. Sept.,
nachmittags 5 Uhr, vom Portale des Fried=
hofes
aus, ſtatt.

Obſt=Verſteigerungen: um 8 Uhr auf, der Straße
Kühler Grund-Nieder=Beerbach (Zuſammenkunft an
der Villa Burgwald), um 8½ Uhr auf dem Krappen=
damm
bei Stockſtadt, um 9 Uhr in den Gemeinde=
Obſtanlagen Stockſtadt.
Faſelochs=Verſteigerung um 1 Uhr im Faſelſtall
zu Gundernhauſen.
Städtiſche Leſe= und Bücherhalle, Louiſen=
ſtraße
20. Die Leſehalle iſt geöffnet an Wochen=
tagen
von 102 und von 69 Uhr, Sonntags von
111 und von 69 Uhr. Bücherausgabe findet
ſtatt an jedem Wochentage von ½11 bis ½1 Uhr und
abends von 6 bis 9½ Uhr.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
beim Ableben unſerer lieben Mutter, Schweſter,
Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und
Tante
(17653
Frau Kam. Wambold Wwo.
ſagen wir Allen unſeren innigſten Dank.
Die trauernd Hinterbliebenen.
Straßburg i. Elſ. u. Darmſtadt, 12. Sept. 1910.

Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. D): Der
Freiſchütz.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im Perkeo.
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
v. 10 Uhr ab). Sonntags v. 1 Uhr ab Eintritt 50 Pfg.
Gemälde=Ausſtellung im Haus Chriſtianſen auf
der Mathildenhöhe (geöffnet von 106 Uhr).
1. Darmſtädter Kinema tograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 311 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

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beträgt:
pro IV. Quartal 1910, frei ins Haus
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Mk. 3.
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Kurſe vom 12. September 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

3f. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . (2,40
83,40
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,30
3½ do. Conſols .. . . 92,50
83,30
8 do. do.
4 Bad. Staatsanleiße . . 101,30
93,20
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,10
91,40
do.
3½
82,30
do.
4 Hamburger Staatsanl. 101,80
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,40
90,75
do.
3½
80,00
do.
3 Sächſiſche Rente . . . 82,90
4 Württemberger v. 1907 101,60
92,50
do.
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 83,50
1¾ Griechen v. 1887 . . 47,20
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente .

do. Goldrente . .
do. einheitl. Rente
Portug. unif. Serie
do, unif. Ser. III
do. Spezial.
Rumänier v. 1903: .
do. v. 1890.
do. v. 1905 . .
Ruſſen v. 1880

99,10
93,60
66,25
11,70
101,90
94,30
91,00
91,80

8f.

InProz.
92,00

4 Ruſſen v. 1902 . . . . 92,90
4½ do. v. 1905 . . . . 100,25
3½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895 84,10
4 Türk. Admin. v. 1903 87,90
do. unifiz. v. 1903 94,10
4 Ungar. Goldrente . . 94,30
4 do. Staatsrente 92,00
5 Argentinier . . . . . . 101,60
91,20
do.
4½ Chile Gold=Anleihe 94,10
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,00
99,50
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 97,80
5 Innere Mexikaner . . 99,75

do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904 95,20
5 Gold=Mexikaner . . . 100,30
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. .
143,10
4 Nordd. Lloyd . . . . 110,25
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 121,80
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 118½
4 Baltimore & Ohio . . 105,75
4 Gotthardbahn . . .

InProz.
5ſ.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 163,25
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 23½
4 Pennſylvania R. R. 128,50
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 207,00
Werger=Brauerei . . . . 76,25
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 483,00
Fabrik Griesheim
Farbwerk Höchſt . . . . . 519,25
Verein chem. Fabriken
Mannheim .
.334,50
Lahmeyer .
119,00
Schuckert
. . . 167,25
Siemens & Halske . . . 259,30
Adlerfahrradwerke Kleyer 435,75
Bochumer Bb. u. Guß . . 236,40
Gelſenkirchen .
. . .217½
Harpener .
. . 1985
Phönix, Vergb. u. Hütten=
betrieb
.
. . . . 246,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 90,00
4 Pfälzer Prt. . . . . . 101,00
do.
3½
92,00
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. .
4 do. ſteuerfrei .
5 Oeſterr. Staatsbahn. 105,20
do.
4
97,30
do. alte
3
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,40
do.
4
81,40
29/10 do.
58,50
3 Raab=Oedenburger . . 74,60
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 90,20
4 Kronpr. Rudolfbahn

In Prot.
B1.
75,80
2¾0 Livorneſer.
4 Miſſouri=Pacific .
Bagdadbahn Mk. 408 86,40
Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . . .

Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ.
Darmſtädter Bank
Deutſche Bank .
Deutſche Vereinsbank
Diskonto=Geſellſchaft
Dresdner Bank (*
Mitteldeut. Kreditbk
Nationalbk. f. Deutſchl.
Pfälzer Bank . . ..
Reichsbank .
Rhein. Kredit=Bank
Wiener Bank=Verein

169,00
131,40
2555
127,00
190,50
159,50
119,30
124,30
105,10
143,50
139,00
138,80

Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,20
do. S. 19. . . . . 92,00
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126 99,50
4 Hamb.=Hypoth.=Banl 100,50
90,50
3½ do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
do.
92,60
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 101,00
do.
91,00
3½
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,00
3½ do. (unk. 1914) 91,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
3½ do,
92,50

Inz:)
Bf.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt
3½ dd.
. 100,90
4 Frankfurt .
3½ do.
93,00
-
4 Gießen
3½ do.
-
4 Heidelberg
-
3½ do.
-
4 Karlsruhe
-
3½ do.
4 Magdeburg.
3½ do.

In Proz
Bf.
3 Madrider Fs. 100 77,75
4 Meining. Pr.=Pfand=
.. 135,70
briefe.
Oeſterr. 1860er Loſe 173,80
3 Oldenburger
2½ Raab=Grazer fl. 150 114,00

99,50
100,00

4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
3½ do.
4 München
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
3½ do.
4 Offenbach.
3½ do.
4 Wiesbaden .
. 100,25
3½ do.
4 Worms . .
100,50
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886 . 81,50
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 134,10
5 Donau=Reg. fl. 100 151,00
3 Holl. Komm. 100 103,80

100,30
90,80

Unverzinsliche
Anlehensloſe.

Augsburger
Braunſchweiger
Freiburger
Mailänder
do.
Meininger

fl.
Tlr.
F8.
F8.
Fs.
fl.

20
15
45
10

36,60

32,00

Oeſterreicher p. 1864 100 548,50
do. p. 1858 100 445,00
Ungar. Staats 100 385,00
Venediger Frs. 30 43,00
Türkiſche
400 182,20
Gold, Silber und
Bankhoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,39
0 Franks=Stücke
16,17
Oeſterr. 20=Kronen . . . . 16,90
Amerikaniſche Noten . . . 4,19½
Engliſche Noten . . . . .20,43½

Franzöſiſche Noten . . . . 81,00
Holländiſche Noten . . . . 169,50
Italieniſche Noten . . . . 80,75
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,00
Ruſſiſche Noten . . . . . .
Schweizer Noten . . . . .

80,95

Reichsbank=Diskonto .
Reichsbaui=Lombard 3äf. 5%

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. September 1910.

Nummer 214.

ehkaus

Markt 7.

Guggenheim & Marx.

Markt 7.

Garunen
Gardinen . . . . . Meter 45 38 30
breite Stückware, weiss und créme
Gardinen

. . Meter 70 60 50
130 cm breite Stückware, weiss und créme.
Gardinen .
. Meter 1½ 95 80
140 cm breite Stückware, weiss und créme.
200 940
Gardinen Fenster zwei Shawis 3 5 2
abgepasst, weiss und créme.

00-25 450
Gardinen Fenster zwei Shawis 6 5 4
Ia Qualität, abgepasst, weiss und créme.
91075
Gardinen Fenster zwei Shawis 16 15 10 %
Erbstüll und Spachtel.
Vitragen
. . . Meter 35 30 25
Englisch Tüll, weiss und créme.
Vitragen
. Meter 45 35 24
Congress, weiss, crémé und bunt gestreift.
Congresstoffe . . Meter 85 75 60
glatt und gestreift, weiss und créme, Breite 110 cm
500 950 520
Zug-Rouleaux 2-teilig
S5 25 2
Köper, weiss und créme.
90 940 170
Roll-Rouleaux
a5 ac Fet
Köper, weiss und créme.

Seckol
50 950
Tischdecken . . . . .
S₰ 2.
Filztuch, reich bestickt, bordeaux und grün
50
B25
Tischdecken
6
Filztuch, reich bestickt, bordeaux und grün
525 175
Plüschdecken
8 1. .
reich bestickt, bordeaux und grün
990 940
Bettdecken
a a9
weiss Waffel, mit geknüpften Fransen.
100 050
Piquédecken
Xℳ 5
weiss, gebogt, moderne Muster
20 970
Tüllbettdecken.
Sℳ. 29
1bettig, vorwiegend créme.
0
Tüllbettdecken
672 5
2 bettig, vorwiegend créme.
00
00
Erbstülldecken
. . . 15 1a .
2 bettig, hervorragend schöne Muster.
50
Bettkoltern
10 ℳ₰ 722
Jacquard, Wolle, neue Dessins.
100
50
Bettkoltern
Xℳ 5
Jacquard, ganz neue Dessins.
940 900
Kaffeedecken
as a9
waschecht, in verschiedenen Grössen.

25
5

90
496
025
5
940
2
150
4
000
3
0
5
000
3
120
1

Leinen-Garnituren
1 Lambrequin, 2 Seitenteile, in sehr grosser
Auswahl, in allen Farben bestickt
17683)
Garnitur 14.50, 12.50, 9.00,

30

Tuch-Garnituren
1 Lambrequin, 2 Seitenteile aus woll. Tuch
und Filztuch, ganzneue Dessins, in bordeaux,
2 olive, blau
Garnitur 16.50, 14.75, 11.50, 8.75, 6.50,

Messing-Garnitur

bestehend aus: Messingstange
(150 cm lang), 1 Paar Träger,
10 Ringe, 1 Paar Endknöpfe
Garnitur nur

30
1 7
90
6%

Rouleaux-Cöper, weiss und créme
Breite 84 100 110 120 130 140 150 cm
Meter 60 70 85 95 105 115 135

Preite eu. 50 em, riele
Möbelkattune Muster . . . Meter 45

Breite ca. 80 cm, viele
Möbelcrepe Muster
. Meter 60
Breite 130 cm, doppel- 125
Möbelcrepe seitig
. . Meter 1

Filztuch, Cöper- u. Tüll-Borden in grosser Auswahl.
Komplette Fenster-Zugvorrichtungen, Messing- u. Holz-Garnituren,
Rouleaux-Kordel, Messing- u. Eisenstangen, Galeriestangen, Messing-
6
En onen
u. Porzellanquasten, Gardinenhalter, Rosetten, Porzellanringe etc. 32 3
I 2

Markt 7.

Guggenheim & Marx.

Markt 7.

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Pr. 190der Apfelwem Flaſche
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Süßer Apfelmoſt
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[ ][  ][ ]

1. Beilage zum Darmſtädter T.

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Auf Liebespfaden.
Roman von H. Ehrhardt.
(Nachdruck verboten.)
3)
Helene hatte ſich bereits erhoben und ſtand nun wie=
der
dicht neben dem jungen Offizier, der ebenfalls aufge=
ſtanden
war und ſich mit der Linken feſt auf ſeinen Stock
ſtützte.
Die Rechte griff nach einer warmen, weichen Mädchen=
hand
, die ſich willig wie ein ſcheues Vögelchen hinein=
ſchmiegte
.
Wann ſehe ich Sie wieder, Fräulein Helene? flüſterte
er, in einer jäh erwachten Zärtlichkeit auf ihr geſenktes
Köpfen niederſehend, dürfen Sie denn gar nicht allein
ausgehen?
Ein trauriges Kopfſchütteln antwortete ihm.
Zugleich überflog, von dem Druck ſeiner Hand aus=
gehend
, ein Zittern ihren jungen, ſchlanken Körper.
Auch ihn durchlief ein heißer Schauer.
Aber ich kann Sie doch wieder einmal ſprechen, wenn
Sie hier Tennis ſpielen? Ja? Bitte! Ich werde jeden
Nachmittag hier ſein, wenn nicht in der Grotte, dann auf
irgend einer Bank in der Nähe. Sie werden kommen,
Fräulein Helene? Ja?
Sie ſah voll rührender Hingebung zu ihm auf.
Ja! flüſterte ſie, unter ſeinem verliebten Blick er=
rötend
.
Helene! Nun komm aber.

Die blonde Lisbeth wandte ſich in die Grotte zurück.
Langſam löſten ſich die Hände der beiden jungen
Menſchen.
Nun drückte er auch der Freundin, in der er eine Bun=
desgenoſſin
ahnte, herzlich die Hand.
Adieu, Herr Leutnant! Auf Wiederſehen!
Die Augen, die das blonde Mädchen dazu machte! Sie
verſtand ſie bereits mit Bewußtſein zu gebrauchen.
Das iſt was für Eſpach, dachte er, den lotſe ich ein=
mal
mit, damit ſie auch ein Amüſement hat und damit
ich mit meiner Kleinen allein bin.
Die Kleine drehte ſich ſoeben, ehe ſie im grünen
Buchenlaub verſchwand, nach ihm um. Uebermütig warf
er ihr eine Kußhand zu. Ein luſtiges Mädchengekicher
kam zurück.
Dann war er allein.
II.
Der kurze Heimweg war für Hans von Haſſingen eine
wahre Pein.
Sein junges Geſicht ließ nichts mehr von der ſchalk=
haften
Heiterkeit erkennen, die vorhin aus ihm geleuchtet;
es war jetzt ſehr ernſt und zeigte in den leicht geblähten
Flügeln der ziemlich großen Naſe den Zug von Hochmut,
der bei dem gutmütigen Kinn und des liebenswürdigen
Munde geradezu befremdete.
Die gute Laune, in die das kleine Intermezzo auf dem
Heidelberg ihn verſetzt hatte, mußte wieder der gedrückten
Stimmung langer, entmutigender Krankheitstage Platz
machen.

Wie ſchwach er ſich fühlte! Und dazu die laue, ermat=
tende
Frühlingsluft.
Er ſehnte ſich nach ſeinem Zimmer zurück, eben ſo
heiß, wie er ſich zuerſt ins Freie hinaus geſehnt hatte.
Eine förmliche Wut faßte ihn gegen ſich ſelbſt, gegen
ſeine müde Hinfälligkeit. Er war nie krank geweſen. Im
Kadettenkorps aufgewachſen, früh etwaigen verweichelnden
Einflüſſen einer ängſtlichen Mutter entzogen, hatte er ne=
ben
körperlicher Kraft auch eine geſtählte Geſundheit in
ſeinen Beruf mitgebracht.
Alle Strapazen desſelben überwand er ſpielend, in
allen körperlichen Uebungen, wie Schwimmen, Turnen,
Tennis ſpielen, Radeln, war er gewandt und ausdauernd,
ja, er hatte ſeine Leiſtungen darin oft übertrieben, auf ſeine
Kraft und ſeine unverwüſtliche Geſundheit bauend.
Dann war ihm bei einer Felddienſtübung im März
dieſer an ſich geringfügige Unfall zugeſtoßen, der ſo ſchwere
Folgen nach ſich ziehen ſollte. Ein Sturz auf glattgefro=
renem
Boden. Weiter nichts. Er hatte ſofort wieder auf
den Füßen geſtanden und war noch zwölf Kilometer weit
marſchiert, obgleich ſich allmählich im Knie ſtechende
Schmerzen meldeten.
Er hatte auch noch Dienſt getan, drei Tage lang. Bis
zum letzten Moment, da er buchſtäblich zuſammenbrach
und im Wagen von der Kaſerne aus ins Lazarett gebracht
wurde, hatte er gemeint, dieſe Bagatelle müſſe von ſelbſt
wieder gut werden.
Und nun krankte er jetzt nach neun Wochen noch
daran, ſchon ganz mutlos geworden, ob=er überhauptedas

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13, September 1910.

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verletzte Bein je wieder würde ordentlich gebrauchen
können.
Erſchöpft langte er vor ſeiner Wohnung an.
Sie lag im Erdgeſchoß eines kleinen, einſtöckigen, alten
Hauſes, das nur 5 Fenſter Front hatte. Die beiden links
von der Haustür, zu der ein paar Steinſtufen hinaufführ=
ten
, gehörten zu ſeinem Reich, das aus einem Wohnzim=
mer
, dem nach hinten zu gelegenen Schlafzimmer und
einem Nebengelaß für den Burſchen beſtand.
Als beim Oeffnen der Tür die altmodiſche Haustür=
glocke
grell und langgezogen bimmelte, ſtürzte ein ſchwar=
zer
Pudel mit lautem Freudengeheul die ausgetretene
Holztreppe von oben herab, ſprang an dem jungen Offi=
zier
in die Höhe, leckte nach ſeinen Händen, kurz, gebär=
dete
ſich wie unſinnig.
Er faßte die Hündin an den zottigen, langen Kopf=
haaren
.
Na, Alte! Wo haſt Du geſteckt vorhin? Herrchen
wollte Dich mitnehmen. Schäme Dich, immer nach oben
zu laufen.
Bella duckte ſich, ſchuldbewußt winſelnd, auf die
Steinflieſen nieder.
Haſſingen ließ ſie frei, verſetzte ihr noch einen leichten
Klaps, worauf ſie ihm ſchweifwedelnd ins Zimmer folgte.
Stadthagen!
Der Ruf fand ſofort Antwort.
Zu Befehl, Herr Leutnant.
Stadthagen ſtand im Rahmen der Schlafzimmertür.
Er war ein ſehr hübſcher, blonder Menſch mit vergiß=
meinnichtblauen
Augen, friſchen Geſichtsfarben und flot=
tem
Schnurrbart, das Ideal eines Offiziersburſchen, ge=
ſchickt
und zuverläſſig, treu und verſchwiegen.
Alles, was ſeinen Leutnant anging, traf ihn mit, als
ſei es eigene Freude und eigenes Leid.

Jetzt heftete ſein Blick ſich ängſtlich und treuherzig
auf die ernſten Züge des Offiziers, während er auf ihn
zutrat, ihm Hut und Stock abzunehmen.
Haſſingen bemerkte es und ſagte lächelnd:
Sehen Sie mich nicht ſo jammervoll an, Stadthagen;
fürs erſte Mal ging die Sache ganz gut bin bloß ver=
dammt
müde jetzt.
Er ließ ſich in dem bequemen Seſſel nieder, den der
blonde Burſche, deſſen Geſicht ſich freudig aufgehellt hatte,
ihm hinſchob, und ſtreckte ſich wohlig darauf aus. Die
Müdigkeit war nun eine angenehme Empfindung.
Mit halbgeſchloſſenen Augen hörte er Stadthagens
Meldung.
Herr Leutnant Eſpach war vor einer Viertelſtunde da,
Herrn Leutnant zu beſuchen; ich ſagte, Herr Leutnant wür=
den
wohl nicht mehr lange fortbleiben, da wollte er nur
etwas beſorgen und dann noch mal wiederkommen.
Haſſingen nickte befriedigt.
Brav gemacht, Stadthagen. Sonſt noch etwas?
Nein, Herr Leutnant.
Gut, Sie können gehen.
Er hatte die Augen nicht geöffnet, und der Burſche
dämpfte im Hinausgehen, ſo gut es ging, den Tritt der
ſchweren, nägelbeſchlagenen Schuhe.
Haſſingen blieb allein. Es war ſehr ſtill im Zimmer.
Roſiges Licht, von der ſonnenbeſtrahlten Wand des gegen=
überliegenden
Hauſes zurückgeworfen, erfüllte es mit war=
mem
Glanze.
Die Hündin lag, den Kopf auf den Vorderpfoten, zu
Füßen ihres Herrn, zuckte bei jedem Geräuſch, das von
der Straße her durch das offene Fenſter drang, mit den
Ohren und ließ zuweilen ein unterdrücktes Knurren hören.
Plötzlich fuhr ſie wütend kläffend in die Höhe.

Die Haustürglocke gellte, im Flur raſſelte ein Säbel,
gleich darauf klopfte es kurz und laut.
Bella raſte zur Tür wie aus der Piſtole geſchoſſen,
ſodaß Haſſingen, der ſich jäh ſeinem Halbſchlummer ent=
riſſen
ſah, lgut auflachen mußte, und der eintretende Offi=
zier
ebenfalls lachend rief:
Rege Dich bloß nicht unnötig auf, Alte, das ſchadet
der Geſundheit.
Bella, die beim Anblick der Uniform ihren Irrtum
eingeſehen, ſchlich beſchämt zu ihrer Decke am Ofen und
rollte ſich dort zuſammen.
Die beiden Männer ſchüttelten ſich die Hände.
Lupus in kabula, lieber Eſpach! ſagte Haſſingen, ſich
aus ſeiner bequemen Lage aufrichtend, habe heute nach=
mittag
des öfteren Ihrer gedacht kommen Sie, nehmen
Sie hier in der Sofaecke Platz iſt ja Ihr Stammſitz.
Der Ankömmling, eine mittelgroße, kräftige Geſtalt
mit einem runden, ſehr farbloſen Geſicht und pechſchwar=
zem
Haupt= und Barthaar, ſchnallte bereits, den Ueberrock
öffnend, den Säbel ab, hängte ihn an die Garderoben=
haken
neben der Tür und legte Mütze und Handſchuhe auf
den großen Diplomatenſchreibtiſch, der den Pfeiler zwi=
ſchen
den beiden Fenſtern einnahm.
Er war noch nicht lange beim Regiment, hatte ſich aber
in Haſſingens Krankheitstagen ſo kameradſchaftlich teil=
nehmend
bewieſen, daß dieſer vertrauter mit ihm gewor=
den
war, als es vielleicht in geſunden Tagen geſchehen
wäre.
Nun bin ich aber neugierig, Kamerad, wieſo ich der
Ehre Ihres häufigen Gedenkens teilhaftig wurde, ſagte
er, ſeinen gewohnten Platz in der Ecke des altmodiſchen,
aber bequemen roten Ripsſofas einnehmend, ſchießen Sie
los!
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

zu 98.

Dienstag, 13. Septenber,

1910.

Bekanntmachung.
Da das am 1. November 1899 auf den Namen des Schiffers Nikolaus Kiſſel aus
Gernsheim ausgeſtellte Segelſchifferpatent dem letzteren abhanden gekommen iſt, wird
gemäß § 5 der Verordnung, betreffend die Erteilung der Rheinſchifferpatente vom
23. März 1905 und der hierzu erlaſſenen Bekanntmachung Großh. Staatsminiſteriums
von dem gleichen Tage, die Ungültigkeit des genannten Patents hiermit ausgeſprochen.
Darmſtadt, den 7. September 1910.
(17658
Großherzogliche Provinzial=Direktion Starkenburg.
Fey.
Bekanntmachung.
Dem Ortsvorſtand Wixhauſen wurde die Erlaubnis erteilt, in der Gemarkung
Wixhauſen im Felde zur Vertilgung von Mäuſen Gift zu legen. Das Gift (Strychnin=
Hafer) muß gut verdeckt gelegt werden, und zwar derart, daß ſonſtige Tiere, insbe=
ſondere
Vögel, an dasſelbe nicht gelangen können.
(17704
Darmſtadt, den 12. September 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Karl Hübner von Eberſtadt wurde heute als Feldſchütze eidlich verpflichtet. (17659

Bekanntmachung.
Die Feſtſtellung der Tollwut bei einer Anzahl von Hunden im Kreiſe Frank=
furt
a. M. und in den Kreiſen Höchſt a. M., Offenbach und Groß=Gerau veran=
laßt
uns, auf die große Gefahr einer Verſchleppung der Krankheit in den dies=
ſeitigen
Kreis hinzuweiſen und die Beſitzer von Hunden aufzufordern, ihre Hunde
genau zu beobachten und jede verdächtige Erſcheinung, die den Ausbruch der Tollwut
befürchten läßt, ſofort der Ortspolizeibehörde anzuzeigen. Gleichzeitig machen wir
darauf aufmerkſam, daß Verfehlungen gegen die Vorſchriften über die Anzeigepflicht
nach § 65 Reichsviehſeuchengeſetzes oder § 328 R. Str. G. B. beſtraft werden. Die be=
treffenden
Beſtimmungen ſind nachſtehend abgedruckt.
(17644im
Darmſtadt, den 9. September 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

§ 65, Abſ. 2. Wer der Vorſchrift der §§ 9 und 10 zuwider die Anzeige vom Aus=
bruch
der Seuche oder vom Seuchenverdacht unterläßt, odor länger als 24 Stunden
nach erhaltener Kenntnis verzögert, oder es unterläßt, die verdächtigen Tiere von Orten,
an weſchen die Gefahr der Anſteckung fremder Tiere beſteht, fern zu halten.
§ 328. Wer die Abſperrungs= oder Aufſichts=Maßregeln oder Einfuhrverbote,
welche von der zuſtändigen Behörde zur Verhütung des Einführens oder Verbreitens
von Viehſeuchen angeordnet worden ſind, wiſſentlich verletzt, wird mit Gefängnis bis
zu einem Jahre beſtraft.
Iſt in Folge dieſer Verletzung Vieh von der Seuche ergriffen worden, ſo tritt
Gefängnisſtrafe von einem Monat bis zu zwei Jahren ein.

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Spitzhund, 4 Pinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung,
betreffend: die Desinfektionen bei anſteckenden Krankheiten.
Die Firma Ibel & Lotz, G. m. b. H. (Darmſtädter Wach= und Schließgeſell=
ſchaft
), verſendet Proſpekte an hieſige Einwohner, worin ſie auf ihre Einrichtungen zur
Vornahme von Desinfektionen von Kranken= und Sterbezimmern aufmerkſam macht
und ſich zur Ausführung von Desinfektionen ſowohl von Wohnungen, wie auch von
einzelnen Gegenſtänden, wie Betten, Garderobe uſw. bereit erklärt.
Wir machen darauf aufmerkſam, daß nach den beſtehenden Beſtimmungen Des=
infektionen
von Zimmern oder Gegenſtänden bei anſteckenden Krankheiten aus=
ſchließlich
durch die dem Großh. Polizeiamt Darmſtadt unterſtehenden amt=
lichen
Desinfektoren vorgenommen werden dürfen. Die Vornahme ſolcher
Desinfektionen durch private Desinfektoren wird unter keinen Umſtänden als genügend
anerkannt. Um eventuelle doppelte Koſten zu vermeiden, machen wir das Publikum
(17513soi
hierauf ausdrücklich aufmerkſam.
Darmſtadt, den 8. September 1910.
Großherzogliches Polizeiamt.
Dr. Kranzbühler.
Die öffentliche Impfung im Jahre 1910.
Oeffentliche Impftermine für den Stadtbezirk werden, ſo lange das Bedürfnis
dauert, jeden Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, in dem Schulhauſe in der Rundeturm=
ſtraße
abgehalten.
Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahre ſind nach Geſetz die im vorigen Jahre
geborenen Kinder ſowie die rückſtändigen früheren Jahrgänge.
Wir laden die hieſigen Einwohner, die impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung
dieſer öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denſelben vorgenon=
menen
Impfungen für den Einzelnen unentgeltlich ſind. Wer die Termine nicht be=
nutzen
will, muß die Impfung ſeines pflichtigen Kindes bis zum Jahresſchluß auf
ſeine Koſten bewerkſtelligen laſſen, widrigenfalls ihm im Januar nächſten Jahres zur
Nachholung der Impfung eine vierwöchige Friſt unter Strafandrohung geſetzt wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch Erwachſene auf ihren
Wunſch, und Kinder, die erſt im laufenden Jahre geboren ſind, auf Wunſch ihrer
Vertreter geimpft. In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als 50 Impf=
ungen
vorgenommen. Alle in einem Termine geimpften Kinder müſſen, bei Meidung
der geſetzlichen Strafe, in dem 8 Tage ſpäter abgehaltenen Termine zur Nachſchau noch=
mals
gebracht werden. Kinder, deren Zurückſtellung von der Impfung wegen Kränk=
lichkeit
beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem Impfarzt vorgeſtellt
werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere Benachrichtigung an
die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Croup, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſenartige Entzündungen oder die natür=
lichen
Pocken herrſchen, dürfen Impflinge zum allgemeinen Termin nicht gebracht
werden. Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem Körper und mit
reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 30. Juni 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
(13276a
I. V.: Schmitt.
Versteigerungs=Anzeige.
Mittwoch, den 14. September I. J., vorm. 9 u. nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich Müllerstrasse 41, part., wegen Auflöſung
des Haushaltes:
1. eine Salon=Einrichtung, beſtehend aus 1 Sofa mit rotem Plüſchbezug, hierzu
2 Seſſel, 4 Stühle, 1 Vertiko, 1 Salontiſch, 1 Spieltiſch, 1 großer Spiegel mit
Trumeau, 1 großes Oelgemälde;
2. ein Speiſezimmer, beſtehend aus 1 Büfett, 1 Ausziehtiſch, 1 Serviertiſch,
1 Divan, 1 Schränkchen mit Spiegelaufſatz, alles in eichen Holz geſchnitzt,

6 Rohrſtühle, 1 Staffelei, 1 Vogelkäfig mit Ständer:
3. ein Schlafzimmer, beſtehend aus 2 kompl. Betten, 1 Waſchtiſch mit Marmor=
platte
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tuchhalter
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Ferner 1 Weißzeugſchrank, 3 Kleiderſchränke, verſchiedene Tiſche, Stühle,
Seſſel, Krankenſeſſel, 1 Nähtiſch, 1 Eisſchrank, ſämtl. Küchenmöbel und ſonſtige
Haushaltungsmöbel, 3 Regulateure, verſch. Beleuchtungskörper, Lüſter und
Gaszuglampe, Waſchmaſchine, Waſchmange und Wringmaſchine, Porzellan,
Kleider und Weißzeug und ſonſt. Haushaltungsgegenſtände.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare Zahlung ſtatt.
(17504si
Darmſtadt, den 10. September 1910.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Verſteigerungs-Anzeige.

Mittwoch, den 14. September 1910, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale Zur Ludwigshalle (Obergaſſe) öffentlich
zwangsweiſe gegen Barzahlung:
Mehrere Mille Zigarren, 1 Pianino, 1 Tafelklavier, 1 Akkordion, 1 Grammo=
phon
, 1 Doppel=Hühnerſtall mit 5 Hühnern, 1 deutſche Tiger=Dogge, 1 Fahr=
rad
, 1 Füllofen, 1 Kontrollkaſſe, 3 Hobelbänke, 1 Warenſchrank, 1 Ladentheke,
1 Büfett, 1 Ausſtelltheke, 1 Plüſchgarnitur, 1 Kleiderſchrank, 1 vollſt. Bett,
1 Draht= und 1 Wollmatratze, 1 Kbmmode, 1 Vertiko, 1 Kanapee, 1 Trumeau
mit Spiegel, 1 Partie Herrenhüte u. a. mehr.
(17697
Darmſtadt, den 12. September 1910.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher

Friedrichſtraße 24, I.

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Mittwoch, den 14. September 1910, vormittags 10 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter Waſchkommoden, Nachtſchränkchen, Sofas,
Vertikos, Schreibtiſche, Sofatiſche. Kommoden, Spiegelſchränke, Diwans,
1 Büfett, Serviertiſch, Pianinos, Nähmaſchine, Galerieſchrank, Chaiſelongue,
ferner Ladenſchränke, Poſtkartenſtänder, Ladenkaſſe, 1 Handkarren, 1 Heft=
maſchine
, 1 Papierſchneidmaſchine, 1 Partie Kunſtblätter und Geſchäftsbücher,
170 Doſen Erdal, 1 Sack Malzkaffee, 1 Partie Dielen, Ziegel, mehrere
Mille Zigarren und Zigaretten
zwangsweiſe verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Gegenſtände findet beſtimmt ſtatt.
Merbert, Graſt. Geniztnſhet,
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Georgenſtraße 11, I.

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Samstag, den 17. September, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Pfandlokal Ludwigshöhſtraße Nr. 4 meiſtbietend gegen gleich
bare Zahlung:
1 Vertiko, 1 Sofa, 1 Teppich und 1 Schränkchen.
(17685imfs
Die Verſteigerung findet vorausſichtlich beſtimmt ſtatt.
Melle, Pfandmeiſter.
Staatlich konzeſſionierte und beaufſichtigte
Hessische Handels-Lehranstalt
Einzige Anſtalt am Platze, die unter der Leitung eines ſtaatlich geprüften
Handelslehrers ſteht.
DARMSTADT am Ernst-Ludwigsplatz.
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Zweck: Die Anſtalt bezweckt, nicht mehr ſchulpflichtigen jungen Leuten durch methodi=
ſchen
, für die Praxis bearbeiteten kaufmänniſchen Unterricht die Möglichkeit zu
geben, eine ſelbſtändige Stellung in einem Kontor zu bekleiden.
Art des Unterrichts: Derſelbe wird vornehmlich erteilt durch Ausarbeitung mehrerer,
dem wirklichen Geſchäftsleben nachgebildeter Geſchäftsgänge. Am Schluß der
Kurſe finden Prüfungen ſtatt.
Zur gefl. Beachtung: Schulmäßiger Klaſſenunterricht in kleinen Klaſſen bei
individueller Behandlung; auf Wunſch auch Einzelkurſe.
Lehrfächer: Je nach Wahl des Kurſus: Deutſche Sprache, einfache und doppelte
(italien. und amerik.) Buchführung, kaufm. Rechnen einſchl. Kontokorrentlehre,
Handelskorreſpondenz und Kontorpraxis, Wechſel= und Scheckkunde. Bank= und
Börſenkunde, Handelsbetriebslehre, Handelsgeographie, Kaligraphie, Stenographie
und Maſchinenſchreiben (6 Maſchinen); außerdem auf Wunſch: Franz. und engl.
Handelskorreſpondenz. Neu aufgenommen: Unterricht auf der Rechenmaſchine
(2 Maſchinen).
Dauer des Unterrichts: a) Für erwachſene Herren und Damen, je nach Wahl des
Kurſus, 36 Monate; b) für ältere Schüler und Schülerinnen mit entſprechenden
Vorkenntniſſen 6 Monate; c) für junge Leute im fortbildungsſchulpflichtigen
Alter 612 Monate, alles bei vollem Tagesunterricht. (Abendunterricht nur privat).
Es werden nur Schüler und Schülerinnen aufgenommen, welche die nötigen
Vorkenntniſſe durch ein befriedigendes Abgangszeugnis von einer Pflichtſchule
nachzuweiſen vermögen. Die Anſtalt vermittelt fleißigen Schülern koſtenlos den
Eintritt in kaufmänniſche Stellungen.
Das Winter=Semeſter beginnt Dienstag, den 4. Oktober, vorm. 8 Uhr.
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Darmſtadt, den 5. September 1910.
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nen
Lehrers Johannes Peter Hartleb
von Darmſtadt bittet man innerhalb einer
Woche bei dem unterzeichneten Nachlaß=
verwalter
ſchriftlich anmelden zu wollen.
Darmſtadt, den 9. September 1910.
Karl Dechert,
17576si) Landgraf=Georgſtr. 8, II.

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[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. September 1910.

Nummer 214,

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Stahlkammer-Einrichtung (Safes) zur Aufbewahrung von Wertpapieren und Wertgegenständen
aller Art unter Mitverschluß des Besitzers.

Jede nähere Auskunft an unseren Schaltern!

(7170P

Preiserhöhung
ur ule eischkerdrbench.
Die unterzeichneten Arbeitgeber-Organisationen bringen unseren wohllöblichen staatlichen
und städtischen Behörden, den Herren Architekten und Möbelhändlern sowie der verehrlichen Privat-
Lindschaft zur gefl. Kenntnis, dass am 15. September d. J. eine Erhöhung der Preise um mindestens
7½% auf sämtliche Tischlerarbeiten eintritt.
Die Begründung des vorstehenden Beschlusses wird im redaktionellen Teil dieses Blattes
gegeben.
Berlin, den 5. September 1910.
Innungsverband Bund Deutscher Tischler-Innungen
H. Richt, Vorsitzender.
Arbeitgeber-Schutzverband für dasDeutsche Holzgewerbe

C. Rahardt, Vorsitzender.

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[ ][  ][ ]

Nummer 214.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. September 1910.

Seite 13.

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[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. September 1910.

Nummer 214.

Sport.
Fußball. Am Sonntag ſpielte die zweite
Mannſchaft des Fußballklubs Alemannia‟=Darmſtadt
gegen die erſte Mannſchaft des Fußballklubs Aleman=
nia
=Eberſtadt. Das Spiel endete zu Gunſten des Fuß=
ballklubs
Alemannia‟=Darmſtadr mit 3:0 Toren.
Pfr. Rennen in Hoppegarten. Unverhofft=.
Rennen; Preis 3800 Mark, Diſtanz 1100 Meter: 1. Mr.
G. Sopps Beatrice (Bullock), 2. La Guigne (C. Aylin),
3. Kronos (Warne). Unplaziert: Queenborough, Mulay
Hafid, Eiſenkönig, Iſoline, Manteuffel, Forſeti, Mixed
Pickles. Leicht 11 Lg. Blücher=Rennen; 3800 Mk.,
Diſtanz 1400 Meter: 1. Herrn F. C. Krügers Plutarch
(Raſtenberger) und 1. Mr. F. Solloways Solomons
Wisdom (M. Aylin), 3. Albert (Blades). Unpl.: Man=
doline
(4.), Spießer, Peter, Rote Erde, Blondine, Ep=
ſoma
, Regent, Kaſtanie, Hölle, Reporter, Lobelia, Gefa,
Roly Poly, Cobden, Fälſcher. Totes Rennen, ½¾
Lg. Hertefeld=Rennen; 25000 Mark, Diſtanz 3000
Meter: 1. Herrn M. Romanus Walter Stolzing (Liſter),
2. Großherzog (J. Childs), 3. Laps (Miller). Unpl.:
Parkt (4.), Schneeberg. Leicht, 2½68 Lg. Nickel=
Handikap; 7300 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Herrn
Eltz’ Elgin (Warne), 2. Glorioſus (Liſter), 3. Major
Fife (Weatherdon). Unpl.: Rohrſperling (4.), Queenie,
Götterbote, Gernot, Carthago, Diabolo II, Julius =
ſar
, Belſazar. Sicher, ½½1 Lg. Rüdersdorfer
Hürden=Rennen; 3800 Mark, Diſtanz 2800 Meter: 1.
Herrn O. Kampfhenkels Grane (Weißhaupt), 2. Ruſtica
(Roſack), 3. Nona (Brown). Unpl.: Hadrian (4.), Laer=
tes
, Polin, Flottweg, Iſtvan, Arnulf, Eſto, Klara, Find=
ling
, Charis. Kampf ½3 Lg. 8. Klaſſen=Erſatz=
Preis; 5500 Mark, Diſtanz 2600 Meter: 1. Hrn. K. v.
Tepper=Laskis Calvello (Wiſchek), 2. Lanze (Bullock).
Tot.: 13:10. Zwei liefen. Ueberlegen, 5 Lg. Troll=
hetta
=Handikap; 5000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1.
Freiherrn Hans v. Reiſchachs Haſcham (C. Aylin), 2.
Saltavor (Spear), 3. Illuſion (O. Teichmann). Unpl.:
Taftjoy, Marga, Kalif, Marſchall, Jolanthe, Reichsrit=
ter
, Ocean, Alpenfex, Harzburgerin, Sklavenjäger,
Horridoh, Eiſenach. Leicht, 2½ Lg.
Rr. Die Meiſterſchaft von Deutſchland
über 100 Kilometer kam am Sonntag bei den
Radrennen zu Breslau zur Entſcheidung. Scheuer=
mann
zeigte ſich auf der heimatlichen Bahn ſeinen
Gegnern weit überlegen, von denen beſonders der Ber=
liner
Theile enttäuſchte. Scheuermann gab die bald
übernommene Führung nicht mehr ab und ſiegte in
1 Stunde 21 Minuten 11 Sekunden; Salzmann lag bis
zum 90. Kilometer in zweiter Poſition, nur anderthalb
Runden hinter Scheuermann, verlor aber dann bei
einem Kampf mit dem dicht hinter ihm fahrenden Stell=
brink
ſeinen Platz. Stellbrink endete 2400 Meter hinter
Scheuermann als Zweiter vor Salzmann, 3000 Meter,
Theile 14000 Meter und Tommy Hall 25200 Meter zu=
rück
. Der Engländer war bereits in der erſten Hälfte
des Rennens durch Motordefekt um ſeine Chancen ge=
kommen
. Das Hauptfahren für Amateure gewann
Neumer=Dresden mit fünf Längen gegen Paetzold=
Dresden und Müller=Breslau; auch im Vorgabefahren
blieb Neumer, vom Mal ſtartend, mit einer Viertel=
länge
gegen Müller (40 Meter) und Gericke=Berlin (10
Meter) ſiegreich. Müller=Breslau landete die Meiſter=
ſchaft
von Schleſien über 1000 Meter und das 25 Kilo=
meter
=Jubiläumsrennen.
In Mainz fanden am Sonntag kleinere Rad=
rennen
ſtatt. Bettinger gewann das Hauptfahren
gegen Grünewald und Leiß, ſowie das Hauptfahren
gegen Barth und Grünewald. Im 25 Kilometer=
Dauerfahren ſiegte Dreſcher=Mainz in 25 Minuten
35,1 Sekunden gegen Keller und Koch, und im 25 Kilo=
meter
=Rennen für Berufsfahrer Würtz=Mainz in 25
Minuten 47,4 Sekunden gegen Dubielcyck und Barth.
Der Große Preis von Hannover geſtal=
tete
ſich zu einem ſcharfen Kampf zwiſchen Schipke
und Dickentmann, der bis 80 Kilometer an der

Spitze lag, dann aber von ſeinem Motor abfiel.
Schipke übernahm nunmehr die Führung und ſiegte
in 1 Stunde 18 Minuten 62 Sekunden mit 950 Meter
Vorſprung vor Dickentmann. Goor blieb 8700 Meter
zurück, während der 4. Teilnehmer Guignard wegen
Magenkrämpfen bei 60 Kilometer aufgab.

Vermiſchtes.
Die neunſchwänzige Katze in den engliſchem Ge=
fängniſſen
. Die immer mehr zunehmende Kühnheit
und Gefährlichkeit der Apachen, die Paris unſicher
machen, drängt mehr und mehr zur Ergreiſung ſtren=
ger
Maßnahmen, durch die die Verbrecher von ihrem
Tun abgeſchreckt werden könnten. Aus dieſem Grunde
wird als das einzig wirklich probate Mittel die Ein=
führung
der Prügelſtrafe empfohlen, und man
weiſt auf das Beiſpiel Englands hin, wo die
Furcht vor der neunſchwänzigen Katze binnen kurzem
London von einer ähnlichen Apachengefahr befreit hat.
Die Anwendung der Prügelſtrafe wurde in den eng=
liſchen
Gefängniſſen im Jahre 1880 wieder eingeführt,
die neunſchwänzige Katze 1888, als London von nächk=
lichem
Geſindel unſicher gemacht war und ſich die
Raubanfälle in den Straßen häuften. Die Art aber,
wie die berühmte neunſchwänzige Katze gehandhabt
wurde, war bis jetzt vor der Oeffentlichkeit geheim
gehalten worden. Ein franzöſiſcher Korreſpondent,
Philippe Millet, hat ſich nun das vielgenannte Züchtig=
ungsinſtrument
in ſeiner modernen Form angeſehen
und beſchreibt es genau in der Illuſtration.
Mit der barbariſchen Prügelſtrafe, wie ſie in dem
Strafvollzug des 18. Jahrhunderts verwendet wurde,
hat die heute übliche Züchtigungsform nicht mehr viel
gemein. Während in Frankreich die Gräfin Lamotte,
die Heldin der berüchtigten Halsbandaffäre, die letzte
Frau war, die öffentlich ausgepeitſcht und gebrand=
markt
wurde, erhielt ſich die Züchtigung auf dem
Marktplatz für Frauen, die der Trunkenheit oder des
liederlichen Lebens überführt waren, in England bis
zum Jahre 1817. In der engliſchen Armee und Ma=
rine
dauerten die grauſamſten Körperzüchtigungen
noch länger. Hier wurde die neunſchwänzige Katze
als Strafinſtrument im Jahre 1689 eingeführt, bis
zur Mitte des 19. Jahrhunderts bedrohte ſie den
RRücken der engliſchen Soldaten und Matroſen und
hinterließ die furchtbarſten Spuren an den Schul=
digen
. Bei leichteren Vergehen erhielt man ſchon
mmehrere hundert Hiebe. Sommerville, der im Jahre
1832 als junger Soldat 200 Hiebe erhielt, hat eine
Schilderung ſeiner Leiden gegeben: Beim erſten
Schlag verſpürte ich zwiſchen den Schultern eine ent=
ſetzliche
Nervenreizung, die ausſtrahlte bis zu den
Nägeln meiner Finger und Zehen und die mich ins
Gerz traf, wie wenn man mir ein Meſſer in den Leib
geſtoßen hätte. Der zweite Hieb traf mich einige
Zentimeter tiefer und ich fand dieſen Schlag ſanft und
angenehm im Vergleich mit dem erſten. Die Katze
wirbelte zweimal um den Kopf des Profoſſen und fiel
dann auf mein rechtes Schulterblatt. . . Als ich den
vierten Schlag zählen hörte, da fühlte ich, wie mein
Fleiſch in all ſeinen Faſern zitterte, vom Kopfe bis
zu den Zehen. . . In unſerem humanen Zeitalter
verlaufen die Züchtigungen anders. Die Leute brechen
nicht mehr blutüberſtrömt zuſammen; die Zahl der
Schläge beträgt gewöhnlich zwei Dutzend und über=
ſteigt
niemals dreißig. Die Prügel werden ſehr ſel=
ten
verabreicht. In dem großen Gefängnis von Worm=
wood
Scrubbs, wo 1400 Vexbrecher ſind, tritt die Katze
durchſchnittlich im Jahre nur ein halbes Dutzend Mal
in Aktion; ſie findet Anwendung gegen Gefangene,
die ihre Wärter tätlich angreifen. Die Exekution er=
folgt
in dem großen, luftigen Turnſaal des Gefäng=
niſſes
, in dem der Zichtigungsapparat zur Warnung
aufgeſtellt iſt. Die Katze, die zur Anwendung kommt,
iſt nicht mehr das entſetzliche Inſtrument aus dicken
Tauen mit den vielen, ſich ins Fleiſch einwühlenden
großen Knoten, ſondern ſie beſteht aus neun dünnen,

glatten Schnürchen, die mehrmals über dem Kopf ge=
ſchwungen
werden und dann mit ihren äußerſten
Enden die nackten Schultern berühren. Während der
EExekution ſteht ein Arzt neben dem Gezüchtigten, um
ſogleich Einhalt zu gebieten, wenn der Mann ohn=
mächtig
werden ſollte. Die Züchtigung findet im Ge=
fängnis
ſtatt und vermeidet jede beſchämende Oeffent=
lichkeit
. So hat die neunſchwänzige Katze eigentlich
ihre Schrecken verloren, die ſie zu einem ſo furcht=
baren
Marterwerkzeug machten, aber ſie iſt darum
nicht minder wirkſam. Sie hat den alten Schreckens=
ruf
bewahrt, und faſt alle Gefangenen ſchreien ſchon,
bbevor die Katze ihre Schultern berührt. So war ſie
vor 30 Jahren imſtande, innerhalb weniger als 18 Mo=
naten
London von den Apachen zu befreien. In den
Gefängniſſen iſt ſie die gefürchtetſte Drohung, und
das Wort Hüte dich vor der Katzel genügt, um die
wildeſten und aufrühreriſchſten Geſellen zu bändigen.
Nach Anſicht engliſcher Autoritäten ſind Prügel die
einzige Strafe, vor der eine beſtimmte Kategorie von
Verbrechern Angſt hat.
Gewinnanszug
der
223. Röniglich Preußiſchen Klaſſenlotterie.
3. Klaſſe. 2. Ziehungstag. 10. September 1910.
(Nachdruck verboten.)
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne
über 144 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 10000 Mk. 200238
4 Gewinne zu 1000 Mk. 57924 72025 179196
181214
10 Gewinne zu 500 Mk. 1610 18124 44489 63086
109108 121172 124213 262766 270164 286340
28 Gewinne zu 400 Mk. 8722 9578 11994 25506.
36192 43309 73718 79258 95298 118985 120927
125402 138934 141178 166389 175971 191457 202134
207344 209918 210946 214138 222945 255196 264563
279490 280147 302395
82 Gewinne zu 300 Mk. 3482 7621. 8117 8305
20474 22496 23871 24320 41783 44443 47630 49760
60780 51381 62990 64512 65648 67886 71215 72031
73055 85994 94008 951148 97217 102992 105521.
105626 106239 110804 112198 113824 115615 120341.
128081 130864 13109g 136821 136853 138977 143393
144679 145182 146671 146916 147241 149146 151736
153332 155605 162001 164882 172422 173089 183911
184987 187882 193411 196620 196911 199116 208399
122619 221144 229698 231993 232434 235656 237546
239339 243735 244176 7244406 245515 246796 256907
261078 262844 276010 283812 285311. 300336
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
144 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 100000 Mk. 255322
1 Gewinn zu 60000 Mk. 55714
1 Gewinn zu 40000 Mk. 97200
1 Gewinn zu 20000 Mk. 247885
1. Gewinn zu 15000 Mk. 68418
3 Gewinne zu 5000 Mk. 99857 167103 209278
3 Gewinne zu 3000 Mk. 73763 135510 176950
7 Gewinne zu 1000 Mk. 122234 163348 198504
203153 233577 258126 274651
12 Gewinn zu 500 Mk. 18 4276 65577 114698
131787 155465 176855 192071 217804 241366 274552
288179
18 Gewinne zu 400 Mk. 15983 35957 95354
111835 118610 145573 154045 172718 178643 180927
193591 234824 285289 249610 263117 271656 293685
299340
62 Gewinne zu 300 Mk. 1405 2196 10553 16517
17489 36999 39899 45950 55982 60762 67586 74202
78684 80722 86135 89562 90624 92820 97106 98491.
107304 107350 111044 116209 118903 120942 126081
127353 135375 138691 142413 152033 154467 160766
169719 171639 179246 182777 186247 188642 196455
219612 221236 221669 221861 223744 228278 228516
234878 239595 243031 251270 262611 253562, 259802
266258 283777 286130 286173 287369 296005 297529

ist das einzige und Originalpräparat mit 10% physiologisch reiner Nervensubstanz (Lecithin)
nach Prof. Dr. Habermanns patentiertem Verfahren. Schwäche jeder Art ist stets von einem Mangel
und fortschreitendem Schwunde an Nervensubstanz in den betroffenen Organen begleitet, und die
verlorenen Kräfte können nur dann zurückkehren, wenn es gelingt, im Körper wieder einen Ansatz
neuer Nervensubstanz in normaler Höhe zu erreichen. Solche Nervensubstanz kann nun aber dem
Organismus durch Biocitin zugeführt werden, und hierin liegt die Wirkung des Biocitin begründet. Daher sind auch die Erfolge
des Biocitin bei allen irgendwie mit körperlicher oder nervöser Schwäche verbundenen Zuständen des Organismus als Kräfti-
gungsmittel
nach ärztlichem Urteil glänzende, oft geradezu frappierende, wie man sie früher nicht einmal zu erhoffen wagte.

Da aber Lecithin zu den Edelstoffen gehört, welche nur
schwierig in wirklich reiner, unschädlicher, wohlschmeckender
und hallbarer, Form zu gewinnen sind, wird sich jeder=
mann
, um vor schädlichen Folgen sicher zu sein und die
Gewähr eines vollen Erfolges zu haben, vor dem Gebrauch
eines Lecithinpräparates fragen müssen:
Was für ein Lecithin und welcher Prozentsatz
an Lecithin ist in dem Präparat enthalten, das ich zur
Kräftiguug meines Organismus wähle?
BlOCITIN enthält das Lecithin nach Prof. Dr. Habermanns
und Dr. Ehrenfelds patentiertem Verfahren,
welches bekanntlich unbedingt physiologisch rein ist und

dessen Qualität nicht mehr zu übertreffen sein dürfte.
Biocitin enthält von diesem Edelpräparat zehn Prozent
und übertrifft damit andere Fabrikate dieser Art mehrfach.
Reinheit und Qualität seines hohen Leeithingehaltes
und eine im Verhältnis dazu Unerreichte Wohlfeilheit
verleihen dem Biocitin unter den Lecithinpräparaten un-
bestritten
den ersten Rang. Biocitin ist demnach ein wirklich
vertrauenswertes Kräftigungsmittel für jedes Lebensalter:
Kinder (auch Säuglinge), Erwachsene, Greise und Schwache.
Erhältlich in allen Apotheken und Drogerien. Als
Ersatz für Biocitin angepriesene Präparate weise man zurück.
Geschmacksmuster und Broschüre gratis durch die
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Nummer 214.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. September 1910.

Seite15,

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Stell. zur ſelbſtänd. Führ. des Haushalts.
Perf. Jungf. mit pr. Zeugn., ſucht Stelle
hier oder auswärts. Näheres Frau Hahn,
Schuchardſtraße 13, 2. St.

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und nicht gedient haben, ſuchen in Darmſtadt
Stelle Frau Neßling, Ludwigſtr. 8.

Dang. ertahr. Mädchen
(Mecklenburgerin), 21 Jahre alt, ſucht zum
1. Oktober Stellung als Köchin in Darm=
ſtadt
. Briefe ſind zu richten an Klara
Günther, Heinersdorf bei Berlin
(Pfarrhaus).
(17619oi

2262) Frau ſucht für vorm. Laufdienſt
Karlſtraße 64, Seitenbau.

*2249) Ein ält. Fräulein ſucht Stellung
mögl. bei einem ält. Herrn. Zu erfrägen
Heinrichſtraße 115, Manſarde.
*22275) Aelteres Mädchen ſucht Lauftelle,
geht auch halbe Tage waſchen und putzen
Große Ochſengaſſe 37.

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d. Köchin vorhanden, möglichſt bis 1. Okt.
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2234im) Empf. Mädchen ſucht Kunden
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nachm. 2 St. Eckhardtſtr. 2, part.

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ſucht für ſeine 18 jährige Tochter, die ſoeben
ihre Penſionszeit beendet, in allen Zweigen
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*22317) Mehrere Mädchen ſuchen Stelle
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häuſer
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79. Telephon 1737.

*22318) Zwei 17jährige gutempf. Mädchen
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*22319) Eine Frau ſucht Bureau oder
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Friedrichſtraße 38, 3. Stock.

*22323) Stellen ſuchen: Aelt. Alleinmädch.
w. koch., u. jüng. Mädch., w. nicht unerf. im koch.
ſind, Haus=u. Kinderm. f. 15. Sept. u. 1. Okt. d.
Frau Dingeldein, Stellenb., Schützenstr. 10½, Tel.5 31

Tüchtiger

Raurmann
42 Jahre alt, lange Jahre erſter Korreſpon=
dent
und ſtellvertretender Bureauchef eines
bedeutenden rheiniſchen Röhrenwerkes, große
Arbeitskraft mit umfaſſenden Sprachkennt=
niſſen
, Organiſations= und Dispoſitions=
talent
, ſucht paſſende Stellung. Offerten
unter Df. M. 2043 an Rudolf Mosse,
Düsseldorf.
(17672M

Kaufmann
30 Jahre alt, led., durch Krankheit außer
Stelle (jetzt wieder geſund), ſucht Stellung.
Anſpr. beſcheiden. Offerten unter § 19 an
die Expedition.
(*22258
Junger tüchtig. Mann
ſucht Stellung als
(17687
Portier, Aufſeher, Kaſſierer
od. ähnl. Poſt. in Darmſtadt od. Umg. Angeb.
unter 2125 an die,, Tagespost‟ Biebricha. Rh.

*22320im) Ein zuv. jg. b. Militär ged. Mann
nit gut. Zeugn. ſucht Stellg. als Packer, Haus=
diener
ꝛc. Offerten unter § 40 an die Exp.

Lehrmädchen geg. Verg. geſ.
Modes. Ludwigſtr. 17, 1. St. (17025a

ivo Polostüg.

Ein Sprung ins
Ungewisse

16944 M

iſt jeder Verſuch, die bewährten Marken PHLMIN (PRanzenfett)
und PALMONH (PRanzen-Butter-Margarine) durch unbekannte.
billige Fette zu erſetzen. Palmin und Palmona werden ſeit vielen
Jahren täglich in Millionen Hausbaltungen verwendet; ſie ſind
alſo erprobt und bewährt, ſonſt würden ſie nicht den ausgezeich=
neten
Ruf genießen, den ſie von der feinſten bis zur einfachſten
Küche beſitzen. Darin liegt eine Garantie, die bei unbekannten
Marken nicht geboten wird.

Gesucht
tüchtige Verkäuferin mit durchaus guten
Branchekenntniſſen, die Umgang mit feiner
Kundſchaft kennt, für beſſeres Putz=, Mode=,
Tapiſſerie=, Woll= und Kurzwarengeſchäft
ſofort oder 1. Oktober für dauernd. Off.
mit Bild, Zeugniſſen u. Gehaltsang. unter
§ 37 an die Expedition.
(17698

Verkäuferin
angehende, für Küchenmagazin aushilfs=
weiſe
1. Oktober bis 31. Dezember geſucht.
Offerten nebſt Gehaltsangabe unter § 36
befördert die Expedition.
(17699a

Perf. Maschinenschreiberin
die flott ſtenographiert und mit
ſonſtigen Bureauarbeiten vertraut iſt,
für baldmöglichſt, ſpäteſtens 1. Okt.
von hieſigem Engros=Geſchäft geſucht.
Offerten mit Zeugnisabſchriften und
Gehaltsanſprüchen unt. § 42 beförd.
die Expedition ds. Bl. (17707im

Einige tüchtige
Poliererinnen
ſucht per ſof. bei gut. Bezahlung (*22180oim
Gustav Rüger, Kammfabrik,
Ober=Ramſtadt bei Darmſtadt.

Erfahrene Schneiderin
für Jahresſtelle von hieſigem Konfektions=
geſchäft
geſucht. Offerten unter R 20 an
die Expedition dieſes Blattes. (17385a

Junges, ordentliches Mädcher
für leichte Buchbinderarbeit ſof. geſ. (17647
L. Vogelsberger, Hügelstrasse 20.

Konfektion ſofort
Arbeiterinnen geſucht (*22256id
Pallaswieſenſtraße 40, 1. Stock.

17336ms) Für meine Beſſunger Filiale
ſuche per ſofort
Cie Donbsädenen
oder angehende Verkäuferin.
Adolf Geiger.

per ſofort geſucht.
Lehrmädchen Näheres Kaſino=

ſtraße 14. Spieß.

(*22094soi

B17529) Ein nicht zu junges, gut empf.

alsbald in einfachen Haushalt (2 Damen)
geſucht Martinſtraße 48.

Einfaches Mädchen
in ein Geſchäftshaus geſucht Frankfurter
(17696im
ſtraße 21, parterre.
*22312) Jüngeres Dienſtmädchen, nicht
unter 18 Jahren, aus beſſerem Hauſe in
kl. Haushalt per 15. Sept. od. 1. Okt. Zu
melden bis 2 Uhr nachm. oder 79 Uhr
abends Kiesſtraße 125, parterre.

*22324) Stellen finden: Jungf., Köchinnen,
perf. u. bürg. Hausmädchen in Herrſchaftsh.,
Alleinmädch. welche koch. u. nicht koch. in gute
Privat= u. Geſchäftsh. für hier u. ausw. durch
Frau Dingeldein, Stellenb., Schützenstr. 10 ½, Tel. 531
17675a) Junges Mädchen für alles ge=
ſucht
Langen, Soderſtr. 115, III.

*22214oi) Suche Mädchen, das bürgerl.
kochen kann, zu 2 Leuten. Herr ſucht Mäd=
chen
, das ohne Frau Haushalt beſorgen
kann. Hausmädchen in ein Herrſchaftshaus.
Frau Neßling, Ludwigſtraße 8.

Ein tüchtiges, zuverläſſiges
Mädchen
nicht unter 35 Jahren, welches gut kochen
kann und alle vorkommenden Hausarbeiten
allein übernimmt, zur ſelbſtändigen Füh=
rung
eines kleinen Haushalts per 1. Oktob.
gegen guten Lohn geſucht. Offerten unter
§ 13 an die Exped. ds. Bl.
(17636oi Gesucht
zum 1. Oktober ein tücht. Alleinmädchen,
das ſelbſtändig kochen kann. Zu erfragen
*22189oi)
Heinrichſtraße 75, parterre. 16356t) Wegen Erkrankung des früheren
Mädchens wird ein fleißiges, ordentliches
Dienſtmädchen
per ſofort oder 1. Oktober geſucht. Näheres
zu erfragen in der Expedition ds. Bl. 17388a) Für kleinen Haushalt wird für
1. Oktober ein
solides Dienstmädchen
welches ſchon gedient hat, geſucht.
Frankfurterſtraße 66, 2. St. *22243) Saub. Lauffrau, die inbeſſ.Häuſern
war, 2 Stunden täglich geſucht. Näheres
Waldſtraße 15, II., zwiſchen 1012 Uhr. *22240im) Anſtänd., ält. Mädchen für
Küche und Mithilfe am Herd gegen hohen
Lohn zum 15. September geſucht
Schuſtergaſſe 18. Anſtändiges Dienſtmädchen
geſucht, Eintritt 15. Sept., Gehalt 30 Mark
Ludwigsplatz 1.
*22246imd) § 22253) Frau für morgens 2 Stunden
für abends 2 Stunden geſucht. Näheres
Eliſabethenſtraße 37, Schuhladen. *22281) Ordentliches Mädchen in kleinen
Haushalt von morgens 8 Uhr bis nach
dem Spülen per 1. Oktober geſucht.
Näheres in der Expedition. *22299) Saubere Lauffrau für 3 Stund.
morgens ſogleich geſucht
Neckarſtraße 24, II. rechts.
C
Gesucht
per 1. Oktober ſauberes ehrliches Mädchen1
in bürgerlichen Haushalt
Emilſtraße 17, 1. Stock.
*22285) welch.
Sauberes, williges Mädchen, in der
Hausarbeit erfahren iſt, wird tagsüber in
kleinen Haushalt gegen guten Lohn ſofort
geſucht. Näh. Mühlſtr. 62, 3. St. (17700a
15jähr., geſucht. Off.
1 Laufmädchen, unter § 35 an die
*22307
Expd. ds. Bl. Servierfräulein gesucht
I
*22314) Zur Lilie‟ Gr. Kaplaneigaſſe 16. Für ſehr guten kleinen Haushalt!
wird ein brav., tücht. Mädchen z. 1. Okt
geſucht. Ein Mädchen f. außerhalb ſofort.
Stellenb. DEBUs, Karlstr. 79
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Telephon 1737.

Reisender u. Kassierer
für die Stadt Darmſtadt ſof. geſucht. Off
unt. § 10 an die Exp. ds. Bl. (*22196oi

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er Stellung sucht die
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. Offerten mit Lohnanſprüchen unter
§ 28 an die Expedition d. Bl. (*22282

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geſucht. Derſelbe muß ſtreng ſolid, ledigeu.
erfahren im Gemüſe= u. Obſtbau ſein. Off. an
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Trautheim, Tel. 671, Amt Darmſtadt. (*21860dsi

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Beſt empfohlene Bewerber, welche rad=
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können, wollen Offerte mit Angabe
der Lohnanſprüche unter § 33 an die Exp.. Bl. richten.
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*22315) Tüchtiger Hauſierer für Ab=
zahlungs
=Geſchäft geſucht. Offerten unter
§ 39 an die Expedition ds. Bl.

Restadratons-ausbärsche
lar une Arbelen Sesdcht.
Näheres Expedition. (17680

Solider tüchtiger Hausburſche
verheiratet) fleißiger, flotter Arbeiter
bei gutem Lohn für dauernd geſucht. Nur
ſolche, welche mit dem Packen von Glas u.
Porzellan vertraut ſind, können berückſich=
igt
werden. Meldungen zwiſchen 10 bis
12 Uhr vormittags erwünſcht (17620oi
A. Anton, Eliſabethenſtraße 1.
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Eintritt geſucht. Näheres (17656imd
Kirchſtraße 6, im Bureau.

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Ein braver junger Mann kann in die
Lehre treten bei
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Frankfurterstrasse 12/14.

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Näh. in der Exp. ds. Bl. (*22287

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erhalten guten Mittags- u. Abendtisch
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Ein bis zwei Mädchen (Schülerinnen)
finden vorzügliche Penſion in vornehmer
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Familie. Näheres Exped.


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Penſ. Eliſabeth, tgl. 78 Uhr abds. (17660
Student ſucht engliſchen Sprachunter=
richt
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unter § 32 an die Exp. ds. Bl. (*22296

Mathematik

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Taunusſtraße 53, 3. Stock.

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ine Engländerin Unterricht z. erteilen
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ilhelminenplatz 10, 1. Stock.

Gründl. Unterricht

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Unterricht nachmittags.
Honorar mäßig.
Näheres Mühlſtr. 5, 2. Etage. (*22306.

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Wintermoden deutscher und englischer Stoffe
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Zeite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. September 1910.

Nummer 214.

eine Mass-Schneiderei.
Schillerplatz 5.

OdenwaldklabyUrtstuppobarlbtt

Schülerwanderung

Samstag, den 17. und Sonntag, 18. September.
1. Tag:
Weinheim Waldmichelbach Viernheim
(7 Stunden).
2. Tag:
Finsterbachtal Dilsberg Neckarsteinach
Heidelberg (5 Stunden).
Koſten 45 Mark. Nähere Auskunft beim Führer Dr. Heinemann.
Perſönliche Anmeldung bis Donnerstag an den Führer, Holzhofallee 10,
(17686
nachm. 24 Uhr.
Der Vorstand.

für Beamte, Kaufleute und Gewerbetreibende (eingeschr. Hülfskasse Nr. 3
zu Darmstadt
Außerordentl. Generalverſammlung
am Sonntag, den 25. September 1910, vormittags 10½ Uhr,
im Reſtaurant zum Hessischen Hof‟, Wilhelminenſtraße 1
Tagesordnung: 1. Ausſchluß Költgen betreffend. 2. Vorſtands=Erſatzwahl.
Es ladet freundlichſt ein
(*22286
Der Vorstand: J. A.: Carl Kaiſer, Vorſitzender.
Enmeidunger tur Kurse
in hvg-ästh. Frauengymnastik
System Frau Dr. Bess Mensendieck
werden nur noch bis
(17649
Donnerstag, den 15. September,
entgegengenommen in der Pension Elisabeth, Wilhelmstr. 2.
Kurse für Künstler, Mediziner, Frauen, Kinder, Privatunterricht.
Kurse für Atmungsgymnastik.
Honorar für einen Kurs 75 Mark.
Für Lehrerinnen, Mitglieder des Naturheilvereins, Minderbemittelte 30 Mark.
Ellsabetn Saim.

ei der am 11. ds. Mis. ſtatgefundenen
B Kaninchenverloſung wurden folgende
Loſe gezogen: 344, 139, 142, 115, 141,
327, 277, 176, 445, 267, 3, 288, 108, 9, 467,
171, 84, 412, 338, 53.
Es wird nochmals darauf hingewieſen,
daß ſämtliche gewonnene Kaninchen bis
zum 16. ds. Mts. abgeholt ſein müſſen,
andernfalls ſie zu Gunſten des Vereins
verfallen. Die Kaninchen können bis zu
dieſem Termin bei Roß, Erbacherſtr. 46,
(17705
abgeholt werden.
Dr. Kayser
Hügelſtraße 6, Telephon 884
hat seine ärztliche Tätigkeit wieder
aufgenommen. (17544soi

Perſonen=
Ottokar, böhmiſcher Fürſt.
Kuno, fürſtl. Erbförſter
Agathe, ſeine Tochter . .
Aennchen, eine Verwandte
Max,
Jägerburſchen
Kaſpar,
Erſte
,

Zweite Brautjungfer .
Dritte
e
Vierte
Ein Eremit
Kilian, ein Bauer. . . .
Erſter
Zweiter 1 Jäger
Dritter
,
Samiel, der ſchwarze Jäger

Hr. Hönel
Hr. Hoff
Frl. Geyersbach
Frl. Zeiller
Hr. Hans Hacker
Hr. Stephani
Frl. Nicklaß=
Kempner
Frl. Kaiſer
Fr. Ritter
Frl. Guerdan
Hr. Ungibauer
Hr. de Leeuwe
Hr. Kroczak
Hr. Klotz
Hr. Indorf
Hr. Semler

Witwer

(*22264

40 J. alt, wünſcht ſich mit Frl. od. Witwe
ohne Kind zu verheiraten, vom Lande be=
vorzugt
. Offert. unt. § 22 an die Exped.
Dame Mitte 40er Jahre
Witwe von angenehmem Aeußern, mit Ver=
mögen
, wünſcht ſich mit beſſerem allein=
ſtehenden
Herrn anfangs 50er Jahre zu
verheiraten. Off. mit näh. Angaben unter
F. 50 hauptpoſtl. Darmſtadt. (*22243
grauer Pinſcher m. Hals=
Entlaufen band u. Kette mit Marke.
Abzugeben Magdalenenſtraße 5 (Traum).
Vor Ankauf wird gewarnt.
(*22266
Verloren eine graue Weſte in der Kies=
ſtraße
. Gegen Belohnung abzugeben
Inſelſtraße 38, 2. Stock.
(*22327
Verloren
Sonntag im Zug od. Bahnhof Groß= Bie=
berau
=Reinheim Kapuze eines Wetter=
mantels
, worin ein Netzjäckchen und ſeid.
Halstuch ſtak. Abzugeben geg. Belohnung.
Näheres in der Exped. ds. Bl. (*22277
Woog, am 12. September 1910.
Waſſerhöhe am Pegel 3,83 m
Luftwärme 10% C
Waſſerwärme vormittags 7 Uhr 150 C
Woogspolizeiwache.
Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, den 13. September 1910.
7. Abonnements=Vorſtellung.
Abonnement D 3.
Neu in Szene geſetzt:
Der Freiſchütz.
Romantiſche Oper in 3 Aufzügen
von Carl Maria von Weber.
Muſikal. Leit.: Hofkapellm. Hofrat de Haan.
Szeniſche Leitung: Oberregiſſeur Valdek.

Die neuen Dekorationen (Zimmer im Forſt=
hauſe
, Agathens Stübchen) u. Ergänzungs=
teile
zum 1. und 2. Akt ſind von Herrn
Hoftheatermaler Kurt Kempin entworfen
und gemalt, die maſchinellen und dekora=
tiven
Einrichtungen von Oberinſpektor E.
Schwertfeger.
Nach dem 1. und 2. Aufzuge findet je eine
längere Pauſe ſtatt.

Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 6 Mk., Fremdenloge 6 Mk.,
Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang
(1. bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe,
2. Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe) 4. Mk.)
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre (1. bis
5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
1. Galerie 1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
6 Uhr an.
Anfang 7 Uhr. Ende nach 10 Uhr.

Vorverkauf
von 11 bis 1 Uhr für die Vorſtellungen:
Mittwoch, 14. Sept. 8. Ab.=Vorſt. B 2.
Neu einſtudiert: Renaiſſance. Kleine
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Donnerstag, 15. Sept. 9. Ab.=Vorſtell.
C 2. SCavalleria rusticanas.
Hierauf: Der Bajazzo Gr. Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Freitag, 16. Sept. 10. Ab.=Vorſt. A 3.
Des Meeres und der Liebe
Wellen. Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.

Aus dem Spielplan.
Sonntag, 18. Sept. 11. Ab.=Vorſt. B 3.
Feſtvorſtellung. Zur Feier des Aller=
höchſten
Geburtsfeſtes Ihrer Königlichen
Hoheit der Großherzogin. Zum erſten
Male: Robins Ende Komiſche
Oper in 2 Akten von M. Moris. Muſik
von Künneke. Hierauf, zum erſten Male:
Brüderlein fein. Alt=Wiener Sing=
ſpiel
in einem Aufzug von J. Wilhelm.
Muſik von Leo Fall. Große Preiſe. An=
fang
7 Uhr.