Inſerafe
werden angenommen in Darmſtadt.
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Abonnementspreis
monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
aus=
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
für Aufnahme von Anzeigen an
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der S
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 193.
Freitag, den 19. Augnſt.
Die heutige Nummer hat 12 Seiten.
Vom Rechte der Luſt.
Kn. In demſelben Maße, in dem ein neues
Element in das Getriebe unſeres modernen
Volks=
lebens eindringt und ſich deſſen Einrichtungen zunutze
macht, muß ſich zugleich jeder einzelne Zweig unſeres
wirtſchaftlichen Geſamtlebens mit dem Neuen abfinden,
ihm die Wege bahnen und Kompromiſſe ſchließen,
wollen wir nicht ein für allemal jedem Fortſchritt die
Tür weiſen.
Dies haben eine Reihe gewaltiger Umwälzungen
gezeigt, die ſich an das Auftauchen großer, beſonders
auch dem produktiven Schaffen zugute kommender
Er=
findungen anſchloſſen, Das Automobilweſen hat, wenn
auch nicht in gleichem Maße wie vordem die
Eiſen=
bahnen, auf den mannigfaltigſten Gebieten, der
In=
duſtrie ſowohl wie des Handels, der Ingenieur= und
Naturwiſſenſchaften ſo gut wie der Rechtslehre ſeinen
Einfluß geltend gemacht. Und alle mußten ihm im
Grade ſeines Vordringens zu Dienſte ſein.
Wenn nun auch die gegenwärtig im Mittelpunkt
des Intereſſes ſtehende Luftſchiffahrt, die
Ballon=
fahrt und Aviatik, noch keineswegs ſo allgemeine
Steigerungen und Veränderungen unſeres
Wirtſchafts=
lebens herbeigeführt hat, wie es manche ihrer
be=
geiſterten Verfechter in aller Kürze vorausſagen
woll=
ten, ſo iſt ihre Einwirkung auf den verſchiedenſten
Gebieten doch nicht zu verkennen.
In erſter Linie werden natürlich die mit der
Luft=
ſchiffahrt zuſammenhängenden praktiſchen Betriebe
(Fabriken uſw.) ihre Anregung und Steigerung
er=
fahren. Doch hat auch bereits die Rechtslehre mit der
Neuerſcheinung Fühlung genommen. Wenn auch die
Aera des Luftverkehrs noch in der Zukunft liegt,
ſo gibt doch die gegenwärtige Sportära der
Rechts=
wiſſenſchaft in beruhigender Muße Gelegenheit, ſich mit
den Konſequenzen der wechſelſeitigen Beziehungen zu
befaſſen.
Wenn ſich auch der Einfluß der Luftfahrt auf die
Rechtswiſſenſchaft dem Umfange wie der Art nach noch
nicht in beſtimmte Grenzen weiſen läßt, ſo ſind doch
immerhin einige Richtlinien für die künftige
Ausge=
ſtaltung bereits zu erkennen. Wie jede Einfügung
neuer Teile in den beſtehenden Bau, werden ſich auch
für das Weſen des Luftverkehrs einige der beſtehenden
Normen als zu eng erweiſen und ihre Erweiterung,
teils im Wege der Auslegung an Hand einer zu
ſchaffenden Praxis, teils im Wege neuer Rechtsſchaffung
fordern. Möglich, daß das erſtere, wie bei dem
Auto=
mobilweſen, die Vorſtufe des letzteren wird.
Obwohl es ein „Eigentum” am freien Luftraum
nicht gibt, wird ſich gegenüber dem neuerſtehenden
Luftverkehr doch eine Einſchränkungsmöglichkeit
er=
geben müſſen, die andererſeits aus den Grenzen des
vielleicht allzu engen Eigentumsſtörungsverbotes
unſeres heutigen Rechtes heraustreten müßte. Zumal
für die Uebergangszeit recht ſchwierige Fragen ſowohl
für den Juriſten wie für den, hierzu dringend
erheiſchten Praktiker. Soll jeder
Grundeigen=
tümer das Ueberfliegen ſeines Bodens verbieten
können, oder ſoll ihm etwa ein ſolches Verbot (man
denke an etwaige Luftſchiffrouten mit regelmäßigen
Wegen) überhaupt oder in beſtimmtem Umfange
ver=
ſagt ſein? Die fortſchreitende Entwicklung wird die
Konſequenzen klarer zutage treten laſſen und dem
Rechte der Luft Rechnung tragen.
Auch die Landung der Fahrzeuge, für dieſe doch
eine unbedingte Notwendigkeit, bedeutet, nach dem engen
Rahmen des heutigen Rechts, ſowohl des Zivil= wie
des Strafrechts, beurteilt, faſt ſtets eine
Rechtswidrig=
keit, die zu umgehen die Luftſchiffahrt noch wenig oder
gar keine Möglichkeit hat. Auch hier wird, ganz
unge=
achtet der Schwierigkeiten der Beurteilung in unſerer
jetzigen Entwickelungsperiode, noch ein weites Feld der
Betätigung ſowohl für unſere Rechtſprechung wie für
die Rechtsſetzung der Zukunft bleiben. Auch für die
internationale Verſtändigung der Völker
wird ſich ein Wirkungskreis eröffnen, der, an bereits
Erreichtes anſchließend, auch auf dieſem Rechtsgebiete
dem allgemeinen Ziele der aufſtrebenden Kulturwelt
entgegenarbeiten hilft.
Die Schweizerreiſe des Präſdenten Fallieres.
* Die Pariſer Journaliſten, die, wie der
öffizielle Ausdruck lautet, der Perſon des
Präſiden=
ten der Republik beigegeben ſind und ihm daher
auch nach Bern folgen mußten, ſind außerordentlich
überraſcht von der demokratiſchen Einfachheit, die in der
Schweſter=Republik herrſcht. Der Berichterſtatter des
Journal kann z. B. gar nicht begreifen, daß der Präſident
des Bundes keine Reſidenz in der Art des Elyſées zur
Verfügung hat, und daher in einem Gaſthof den hohen
Gaſt bewirten muß. Wäre der Trauerfall der Kataſtrophe
von Saujon nicht dazwiſchen gekommen, ſo wäre übrigens
das Entzücken über den Berner Beſuch des Präſidenten
in Paris allgemein und ſehr groß. Nur die Nationaliſten
flechten einige Vorbehalte in ihre Berichte ein. Sie
fin=
den, die franzöſiſche Schweiz hätte bei dem Beſuche
ſtär=
ker hervortreten ſollen. Der deutſche Kanton Bern habe
wieder einmal alles akkaparieren müſſen. Der ehemalige
Präſident des Pariſer Gemeinderates, Grébauval, wirft
den Bernern noch heute die Unterjochung des franzöſiſchen
Waadtlandes vor und fügt noch die Eroberung des Teſſins
bei, an der die Berner unſchuldig waren. Nach
Grébau=
val hat übrigens die offizielle Reiſe Falliéres nur den
Zweck, gute Stimmung für die franzöſiſchen Weine zu
machen, die von der Schweiz mit einer neuen Zollerhöhung
bedroht werden. Da Falliéres ſelbſt das Weingut
Lou=
pillon beſitzt, ſo kleidet Grébauval ſein Urteil in den
ein=
fachen Satz: „Herr Fallières reiſt für den nationalen
Lou=
pillon.”
Die meiſten republikaniſchen Blätter ſtellen die Schweiz
bei dieſer Gelegenheit als Muſter hin. So ſagt z. B. der
Temps: „Das in ſeiner Vergangenheit monarchiſche
Frankreich bewegt ſich langſam nach der Ausübung der
Bürgertugenden hin. Die Schweiz iſt ſchon lange an ſie
gewöhnt und ihre Bewohner könnten in mancher
Be=
ziehung uns als Lehrer dienen. Indem wir ihnen dieſes
Lob ſpenden, wünſchen wir, daß die heutigen Feſttage die
moraliſche Verbindung zwiſchen beiden Ländern
verviel=
fältigen möchten, daß die Franzoſen am Beiſpiel ihrer
Nachbarn erkennen möchten, daß eine auf dem Volkswillen
begründete Herrſchaft nur durch die Kraft des
Einzel=
weſens etwas ausrichtet, daß eine von allen Bürgern
an=
erkannte Republik kein Schlachtfeld bleiben kann und daß
eine Demokratie, ſo bereit ſie auch für fortſchrittliche
Re=
formen ſein mag, nur dann ihrer Zukunft ſicher iſt, wenn
ſie auch zugleich konſervativ ſein will und zu ſein
ver=
ſteht.”
Deutſches Reich.
— Gegen die Reichswertzuwachsſteuer.
Auch während der parlamentariſchen Ferienzeit ruhen die
Beſtrebungen, die Einführung einer
Reichswertzuwachs=
ſteuer zu verhindern, nicht. Der Deutſche Handelstag hat
zur Beratung der Einzelheiten des Entwurfes und der
von der Reichstagskommiſſion dazu gefaßten Beſchlüſſe
eine Sonderkommiſſion niedergeſetzt. Um die Tätigkeit
des Handelstages zur Abwendung einer
Reichswertzu=
wachsſteuer auf Grundſtücke durch eine überzeugende
Be=
weisführung kräftig zu ſtützen, ſoll eine auf exaktem
Ma=
terial fußende Denkſchrift ausgearbeitet werden. Dieſes
Material kann nur gewonnen werden einmal durch eine
Befragung derjenigen Gemeinden, die eine Zuwachsſteuer
bereits eingeführt haben, und ferner der
Grundbeſitzer=
vereine, Terraingeſellſchaften und Hypotheken= und
Grund=
ſtücksmaklervereine. Zu dieſem Zweck ſind ſorgfältig
aus=
gearbeitete Fragebogen aufgeſtellt und an die betreffenden
Gemeinden und Vereine geſandt worden.
— Die Hochſeeflotte iſt am Montag zu den
großen Herbſtmanövern von Kiel aus in See gegangen.
Das 1. Geſchwader und die großen Kreuzer werden vom
Freitag bis Dienstag vor Saßnitz ankern, das zweite
Ge=
ſchwader vor Binz, die kleinen Kreuzer und Torpedoboote
vor Swinemünde. Dann geht die Fahrt nach den
Dan=
ziger Gewäſſern zu den Vorparaden, der Kaiſerparade und
den Landungsmanövern, an denen auch der Präſident von
Braſilien, Marſchall Hermes da Fonſeca, teilnehmen wird.
Am 2. September kehrt die Flotte zum Kohleneinnehmen
nach Kiel zurück, um ſodann wieder nach der Oſt=, bezw.
Nordſee in See zu gehen. Die endgültige Rückkehr der
Hochſeeflotte erfolgt am 8. September abends.
— Die Zahl der ſtreikenden
Werftarbei=
ter iſt durch die Abwanderung der unverheirateten Leute
erheblich zurückgegangen. Sie beziffert ſich nach den letzten
Zählungen an den Kontrollſtellen in Hamburg
auf 5950, an den Weſerplätzen auf 5500,
in Flensburg auf 1350, in Kiel auf 5700, in Lübeck auf 1700,
in Stettin auf 4300 und in Roſtock auf 850. Dies ergibt
eine Geſamtzahl von 29600 Arbeitern, denen ſich am
Samstag, wenn die Streikandrohung auf der Germania=
Werft nur teilweiſe verwirklicht wird, noch 700 Arbeiter
zugeſellen. Der reichstreue Arbeiterverein in Roſtock
beriet in einer außerordentlich ſtark beſuchten Verſammlung
ſeine Stellung zum Werftarbeiterausſtand. Es wurde
be=
ſchloſſen, daß der Verein geſchloſſen auf ſeiten der
Direk=
tion der Roſtocker Neptunwerft ſtehe und unter keinen
Umſtänden in einem ſolch frivolen Streik die Arbeit
nieder=
legen werde.
— Zum Vorgehen des Hanſa=Bundes
ge=
gen den agrariſchen Baykott, das von, vielen
Seiten ſehr beifällig begrüßt worden iſt, erläßt der
Vor=
ſtand des Bundes der Landwirte folgende Erklärung und
Aufforderung:
Der Hanſa=Bund veröffentlichte kürzlich in längeren
Ausführungen, daß er mit allen geſetzlichen Mitteln gegen
die angeblich vom Bunde der Landwirte oder von
einzel=
nen Mitgliedern desſelben begangenen oder verſuchten
Boykotte vorzugehen gewillt ſei, und daß er ſeine Freunde
und Mitglieder bitte, ihm Material zur Verfügung zu
ſtellen, auf Grund deſſen er dann die in Ausſicht geſtellten
Maßnahmen einzuleiten und durchzuführen gedenke.
Die=
ſes Vorgehen des Hanſa=Bundes enthält eine bis dahin
im politiſchen Leben völlig ungewöhnliche Drohung, die
den Anſchein erwecken ſoll, als ob durch den Bund der
Landwirte geſetzwidrige Handlungen begangen worden
ſeien. In der Erklärung des Hanſa=Bundes tritt die
Abſicht der einſeitigen politiſchen Bekämpfung des
Bun=
des der Landwirte ſcharf hervor. Unter Entſtellung von
angeblichen Vorkommniſſen wird dem Bund der
Land=
wirte etwas angedichtet, wozu von den leitenden
Orga=
nen des Bundes niemals in irgend einer Kundgebung
aufgefordert worden iſt. Die Gehäſſigkeit gegen den Bund
der Landwirte iſt um ſo ſinnfälliger, als der Hanſa=Bund
es unterläßt, gegen den Boykott da aufzutreten, wo er
in einer tatſächlich gefahrvollen Weiſe in Wirklichkeit
ge=
übt wird: nämlich ſeitens der Sozialdemokratie. Wir
bit=
ten nun unſere Mitglieder, uns ihrerſeits mitzuteilen, wenn
der Hanſa=Bund ſie in irgend einer Weiſe ſeinen
An=
drohungen entſprechend zu belangen ſucht. Wir werden
unſere Mitglieder, in der ſicheren Ueberzeugung, daß
un=
geſetzliche Handlungen nicht begangen worden ſind,
ſelbſt=
verſtändlich vertreten. Der engere Vorſtandes des Bundes
der Landwirte. Röſicke, Hahn und v. Wangenheim.
Der Hanſa=Bund wird hierauf die Antwort ſicherlich
nicht ſchuldig bleiben.
— Dem bayeriſchen Finanzminiſter von
Pfaff wurde vom Prinzregenten aus Anlaß des
Ab=
ſchluſſes der Steuer=Reform, die in den nächſten Tagen im
Geſetz= und Verordnungsblatt veröffentlicht wird, das
Großkreuz des Kronenordens verliehen. Außerdem
er=
hielt eine Reihe weiterer hoher Beamter
Auszeich=
nungen.
Ausland.
Spanien.
Der Nuntius bei der Königin=Mutter
Chriſtina. Nach einer Meldung aus San Sebaſtian
empfing die Königin=Mutter Chriſtina den päpſtlichen
Nuntius in halbſtündiger Audienz und im Beiſein des
Miniſters des Aeußeren. Der Kabinettschef Canalejas
hatte die Bedingung geſtellt, daß die Audienz nur in
An=
weſenheit des Miniſters des Aeußern ſtattfinden dürfe.
Ueber die dabei gepflogene Unterredung verlautet
natür=
lich nichts, wenn auch die Vermutung naheliegt, daß dabei,
wie die Pariſer Blätter meinen, der Streit zwiſchen dem
Vatikan und Spanien beſprochen wurde.
England.
Die Trade Unions und der deutſche
Werftarbeiterkampf. Das parlamentariſche
Ko=
mitee der Trade Unions hat eine Sonderſitzung
abgehal=
ten, um zur Bewegung der deutſchen Werftarbeiter
Stel=
lung zu nehmen. In einer Reſolution wurde den
deut=
ſchen Werftarbeitern die Sympathie der Verſammelten
zum Ausdruck gebracht. Die Bedingungen, gegen welche
die Deutſchen im Kampfe begriffen ſeien, ſtellten eine
Be=
drohung für die engliſchen Arbeiter dar, und an alle
Mit=
glieder der Trade Unions ſei die Mahnung zu richten, den
deutſchen Werftarbeitern jede finanzielle und ſonſtige
Bei=
hilfe zuteil werden zu laſſen.
Türkei.
Den Verkauf der deutſchen
Kriegs=
ſchiffe an die Türkei bezeichnet das Daily
Chro=
nicle als ein ausgezeichnetes Geſchäft, das die deutſche
Regierung veranlaſſen könnte, den Bau der großen
Schlachtſchiffe zu beſchleunigen. Zu den Gerüchten von,
Nummer 193.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Auguſt 1910.
Seite 2.
lichen hier in Garniſon liegenden Truppen und viele
einer Annäherung zwiſchen der Türkei und dem Dreibund
Stadt und Land.
Einwohner unſerer Stadt hatten ſich zu dieſer erhebenden
meint das Blatt, falls ſie eine beſſere Gewähr für eine
gute und gereglte Regierung auf dem Balkan biete, ſo
hätte keine Macht Grund, ſich gekränkt zu fühlen. Der
letz=
teren Angelegenheit widmet die Morning Poſt eine
län=
gere Beſprechung, worin ſie auf die großen Anſtrengungen
hinweiſt, die angeblich Deutſchland und Oeſterreich=
Un=
garn ſeit einiger Zeit machten, die Gunſt der türkiſchen
Regierung zu erwerben, anſcheinend mit Erfolg. Es dürfte
daher nicht wundernehmen, wenn die beteiligten Kreiſe
den Anſchluß der Türkei an den Dreibund als
wahrſcheinlich erachteten, einſtweilen liege indes nichts
vor, woraus hervorgehe, daß die Türkei zu dieſem
wich=
tigen Schritt bereit ſei, obſchon es für ſie naheliege, ein
klares Einverſtändnis mit den genannten Mächten zu
erreichen, aber ein Bündnis mit der einen Gruppe von
den Mächten müſſe den Verdacht und die Feindſchaft der
anderen wecken. Sollte die neue Lage tatſächlich geſchaffen
ſein, ſo bedürfte ſie ſorgfältiger Beobachtung. Schließlich
beklagt das Blatt den Rückgang des engliſchen Einfluſſes
in Konſtantinopel.
China.
Neuer Kurs. Das Edikt, das unerwartet die
Großräte Schi Hfüh und Wuyuſchang aus ihren Aemtern
entläßt, erregte großes Aufſehen. An ihre Stelle traten
Prinz Yuhang und Hfüh Schitſchang, der ſeiner Stelle
als Präſident des Verkehrsminiſteriums enthoben iſt. Zum
Präſidenten des Verkehrsminiſteriums wurde
Tang=
ſchavyi, der frühere Gehilfe Yuan Schikais, ernannt. Dieſe
Veränderungen bedeuten die Rückkehr zum Syſtem Yuan
Schikais und ein Eingeſtändnis ſeitens des Regenten, daß
die Politik der letzten anderthalb Jahre nicht erfolgreich
geweſen iſt.
* Zum deutſch=franzöſiſchen Sektkriege.
Wie die „N. G. C.” aus guter Quelle hört, gehen die
welt=
bekannten franzöſiſchen Champagnerfirmen Pommery und
Greno und Heidſieck und Co. in Reims mit der Abſicht
um, auf deutſchem Boden Niederlaſſungen zu errichten,
um ſich nach dem Beiſpiele der Firma Deutz und
Gelder=
mann in Ay, die ſchon ſeit einiger Zeit eine Filiale in
Hagenau im Elſaß beſitzt, vor dem Ausfalle zu ſchützen,
der ihren Fabrikaten durch die ſeit dem 1. Juli d. J. in
Kraft befindliche Erhöhung des deutſchen Einfuhrzolls
droht. Sie wollen ihre Weinſorten der Champagne im
ſogenannten „ſtillen” Zuſtande — in welchem er nur einem
geringen Einfuhrzolle unterliegt — nach Deutſchland
bringen, die Fabrikation hier vornehmen und würden
dann imſtande ſein, ihre altberühmten Marken in
Deutſch=
land zu Preiſen in den Handel gelangen zu laſſen, die
denen der deutſchen — durch die Schaumweinſteuer
ver=
teuerten — Schaumweine ungefähr gleich wären. Der
deutſchen Schaumweininduſtrie würde dadurch natürlich
ein ſehr ernſthafter Wettbewerb bereitet werden.
* Kriſtiania, 17. Aug. Die Baltiſche und
Weiße Meer=Konferenz begann ihre
Generalver=
ſammlung in Anweſenheit von hundert Perſonen.
Ver=
treten ſind Deutſchland, Dänemark, Norwegen, Schweden,
Finnland, England, Belgien, Holland und Frankreich.
Präſident Kogius=Helſingfors eröffnete die Sitzung mit
einer Anſprache, in der er einen Ueberblick gab über die
Lage des Frachtenmarktes auf der Oſtſee und dem Weißen
Meer. Auch das vergangene Jahr ſei für die Schiffahrt
ſchlecht geweſen. Redner empfahl den Reedern, bis zum
Saiſonſchluß Zurückhaltung mit ihrer Forderung um 15
bis 30 Prozent höherer Raten. Dieſe würde man dann
auch erhalten. Nach der Rechnungsablegung hielt der
Präſident einen Vortrag über das Thema: „Die
ſpekulie=
renden Makler‟. Er wies darin auf Fälle hin, in denen
deren Tätigkeit einen großen Schaden für die
Schiffs=
reeder mit ſich geführt habe. In der Diskuſſion ſprachen
alle Redner ihre Mißbilligung über die ſpekulierenden
Makler aus. Schließlich wurde einſtimmig eine
Reſolu=
tion angenommen, die ſich in dieſem Sinne ausſpricht.
Mykre=Kopenhagen hielt einen Vortrag über die
Einfüh=
rung der Streikklauſel und von Holzladungszertifikaten”.
Alp=Hamburg ſprach über einheitliche
Holzladungszerti=
fikate.
Darmſtadt, 19. Auguſt.
— Empfänge. Se. Königl. Hoheit der G roß
herzog empfingen am Mittwoch den Amtsrichter Stenz
von Beerfelden, den Pfarrer Alwohn von Nauheim bei
Groß=Gerau, den Geheimerat Süffert, den Oberlehrer an
der Viktoriaſchule Profeſſor Kunkel, den Oberlehrer an
der Viktoriaſchule und dem Lehrerinnenſeminar Profeſſor
D. Herrmann, den Klaviervirtuoſen Backhaus, den Lehrer
Schachner von Löhrbach; zum Vortrag den Finanzminiſter
Braun, den Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach,
den Geheimen Staatsrat Krug v. Nidda, den Vorſtand
des Kabinetts Geheimerat Römheld, den Ordenskanzler
Oberſt z. D. Frhrn. Röder v. Diersburg.
— Aus dem Staatsdienſt entlaſſen haben Se.
Königl. Hoheit der Großherzog den ordentlichen
Profeſſor für Kunſtgeſchichte an der Techniſchen
Hoch=
ſchule Dr. Rudolf Kautzſch auf ſein Nachſuchen mit
Wirkung vom 1. April 1911 an.
— Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Philipp Wagner aus Bermersheim, Kreis Alzey, eine
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Aſtheim, Kreis
Groß=Gerau, mit Wirkung vom 1. Oktober d. J. an; dem
Schulamtsaſpiranten Friedrich Kopp aus Reinheim,
Kreis Dieburg, eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule
zu Rimbach i. O., Kreis Heppenheim.
D) Der Beſuch des Zarenpaares. Die Meldung eines
Frankfurter Blattes, daß das Zarenpaar am 23. ds. Mts.
in Wolfsgarten eintreffen wird, iſt falſch, die Ankunft iſt
erſt einige Tage ſpäter zu erwarten. Auch begibt ſich das
Zarenpaar nicht erſt nach Wolfsgarten, ſondern direkt nach
Friedberg.
* Das Kriegsgericht der 25. Diviſion verhandelte
geſtern gegen den 22jährigen Kanonier Johann
Wal=
ter vom Feldartillerie=Regiment Nr. 61 aus Wald=
Michelbach. Der Angeklagte war als Burſche zu dem
Leutnant Freiherrn von Wangenheim kommandiert.
In dieſer Eigenſchaft täuſchte er den Offizier durch
falſche Eintragung in das von ihm geführte
Ausgaben=
buch und erſchwindelte ſich ſo insgeſamt 60 Mark. Er
machte ſich von dem Geld luſtige Tage, fuhr u. a. vom
Schießplatz Jüterbog mehrmals nach Berlin, außerdem
unternahm er eine Reiſe in ſeine Heimat, ohne Urlaub,
fälſchte den Urlaubspaß und verſchaffte ſich dadurch die
ſonſt nicht erhältliche billige Militärfahrkarte. Er
wurde wegen Urkundenfälſchung, Betrug und
uner=
laubter Entfernung zu 3 Monaten Gefängnis,
abzüglich 14 Tagen Unterſuchungshaft, und Verſetzung
in die zweite Klaſſe des Soldatenſtandes verurteilt. —
Der Sergeant von der zweiten Batterie des Artillerie=
Regiments Nr. 25 Georg Friedrich Gailing aus
Darmſtadt hatte, weil einige Kanoniere zu ſpät kamen,
dieſe, anſtatt ſie zu melden, einige Zeit lang Laufſchritt
machen laſſen. Ein Kanonier erkrankte nach dieſem
Vorfall an einem früheren Bruchleiden; doch iſt
feſt=
geſtellt, daß der Laufſchritt nicht die Urſache war.
Im=
merhin hat ſich Gailing wegen dieſer Eigenmächtigkeit
eine dreitägige Arreſtſtrafe zugezogen und war
außer=
dem der unbefugten Anmaßung einer
Strafbe=
fugnis angeklagt. Das Kriegsgericht konnte ſich jedoch
nach Lage des Falles hiervon nicht überzeugen und
ſprach ihn frei.
(*) Die Herbſtmanöver des 18. Armeekorps
werden nach endgültiger Mitteilung der Korpsleitung in
dem urſprünglich beabſichtigten Gelände des nördlichen
Vogelsbergs bis gegen Lich und Fulda abgehalten. Die
Truppenteile ſind angewieſen, die Quartiergeber bei den
verſpäteten Erntearbeiten zu unterſtützen, ſoweit es ohne
Beeinträchtigung des Dienſtes möglich iſt. Vor allem
ſollen die Truppen beim Wegräumen und Einfahren des
Getreides behilflich ſein. Wie ſehr die Vogelsberger ſich
auf die Soldaten und die Manöver freuen, geht daraus
hervor, daß viele Orte ſich gegen die angeſtrebte
Ver=
legung der Manöver in der Wetterau beſchwerten.
C Todesfall. Herr Bankdirektor Wilhelm
Pfarrius von der Bank für Handel und Induſtrie
iſt am Mittwoch in Marienbad, woſelbſt er zur
Er=
holung weilte, plötzlich am Herzſchlage geſtorben.
Herr Direktor Pfarrius war am 8. Januar 1851 in
Köln geboren.
nn. Gravelottefeier. Aus Anlaß der 40jährigen
Wiederkehr des Gedenktages an die Schlacht bei
Grave=
lotte-St. Privat hatten ſich geſtern morgen um 8 Uhr
die Mitglieder der vereinigten Kriegervereine ſehr
zahl=
reich auf dem Darmſtädter Friedhof verſammelt, um
die gefallenen und an den erhaltenen Wunden
ver=
ſtorbenen Kämpfer in feierlicher Weiſe zu ehren. Viele
Offiziere der Garniſon, ſowie Deputationen der ſämt=
Gedächtnisfeier eingefunden. Die Vereinsfahnen voraus,
bewegte ſich ein endloſer Zug der Kriegervereine zu dem
auf das prächtigſte mit Blumen und Blattpflanzen
ge=
ſchmückten Kriegerdenkmal, um welches 113 Kämpfer
aus der großen Zeit von 1870/71 begraben liegen. Nach
dem Choral der Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts.
Nr. 61 „Wie ſie ſo ſanft ruhen” hielt Herr Stadtpfarrer
Lic. Dr. Diehl eine tiefergreifende Gedächtnisrede, in
der er auf die großen Opfer hinwies, die das deutſche
Volk in den Jahren 1870/71 für Deutſchlands Einheit
gebracht habe. Und gerade der 18. Auguſt, der Tag
von Gravelotte, ſei für unſer Heſſenvolk ein wichtiger
und heiliger Gedenktag, weil Tauſende an ihm
ge=
fallen ſind und tiefes Leid in viele Familien gebracht
wurde. Aber nicht umſonſt ſind dieſe Opfer
ge=
bracht worden, denn ſie bauten uns das Deutſche
Reich und einten unſer ſchönes deutſches
Vater=
land. Ewige Dankbarkeit und Anerkennung ſei das
deutſche Volk den Helden von 1870 ſchuldig. Hierauf
legten die 6 Kriegervereine prächtige Lorbeerkränze mit
Widmung an dem Denkmal nieder. Auch an dem
Denkmal der franzöſiſchen Krieger fand eine erhebende
Feier ſtatt, bei der Stadtpfarrer Dr. Diehl eine Anſprache
hielt und einen Kranz niederlegte. Damit war die
Friedhofsfeier beendet. Die Vereine begaben ſich hierauf
auf den Beſſunger Friedhof, woſelbſt an den Gräbern der
dort beerdigten Kameraden ebenfalls eine Gedenkfeier
ſtattfand, wobei Herr Pfarrer Flöel die Gedächtnisrede
hielt. Nach der Feier verſammelten ſich die Vereine zu
einer gemütlichen Zuſammenkunft im Schützenhof.
Nach Beendigung der Feier ging es dann unter
luſtiger Muſik in den Schützenhof, wo man noch
kurze Zeit in fröhlicher und feierlicher Stimmung
ver=
weilte. Zunächſt begrüßte Kamerad Wenzlau die
Erſchienenen, dankte allen für das zahlreiche
Erſchei=
nen, und den alten Veteranen für die ſtramme und
tadelloſe Haltung, die ſie bei dem Marſch durch die
Straßen gezeigt haben. Alsdann ehrte Kamerad
Kauf=
mann Ritſert in einer kernigen Anſprache die alten
Veteranen. Er ermahnte die Jugend=Kameraden,
ein=
gedenk zu ſein der ſchweren Stunden, die unſere alten
Veteranen mitgemacht haben, die in fernen Landen
durch eiſernen Mut und Tapferkeit den Sieg
davon=
getragen und unſer deutſches Vaterland wieder neu
errichtet haben. Unter dem Gelöbnis, daß die Jugend=
Kameraden jederzeit nach außen und nach innen das,
was uns die alten Veteranen geſchaffen haben,
vertei=
digen und hochhalten werden, ſchloß Redner mit einem
dreifachen Hoch auf die ehrwürdigen Veteranen.
Fer=
ner hielten Anſprachen Kamerad Köhler und
Kame=
rad Wörner, der die Begrüßung von Fr.
Schüren=
berg an Kaiſer Wilhelm I. am 16. Juni 1871 am
Bran=
denburger Tor in Berlin: „Heil Kaiſer Wilhelm Dir
im Siegeskranze” zitierte. Und zum Schluſſe feierte
noch Kamerad Schwarz die Einigkeit unter den
Darmſtädter Krieger=Vereinen, mit der Bitte, auch für
alle Zeiten daran feſtzuhalten. Noch kurze Augenblicke
blieben die Teilnehmer zuſammen, bis gegen 12 Uhr
die in jeder Hinſicht würdige und ehrenwerte Feier ihr
Ende erreichte.
— Die Veteranen der 5. Kompagnie des 3. Leib=
Regts. Nr. 117 ließen bei der geſtrigen
Gravelotte=
feier am Grabe des am 14. Auguſt bei Gravelotte
ge=
fallenen Hauptmanns Beck durch Herrn
Revierpolizei=
kommiſſär Bär einen Lorbeerkranz mit der Widmung
„Die Veteranen der 5. Kompagnie des 3. Leib=Regts.
Nr. 117 ihrem unvergeßlichen Hauptmann Beck in
dank=
barer Erinnerung” niederlegen.
— Zum Gräflich Erbachſchen Familienſtreit. Am
Amtsgericht Michelſtadt i. O. findet zurzeit die
Ver=
nehmung der Dora Fiſcher aus Erbach i. O. ſtatt, der
früheren Gattin des Erbgrafen Erasmus zu Erbach=
Erbach, über den Geiſteszuſtand des Erbgrafen bei
Eingehung ſeiner Ehe mit der Zeugin. Das
Land=
gericht Frankfurt hatte ſeinerzeit die Ehe für nichtig
erklärt, da nachgewieſen ſei, daß der Erbgraf bei
Ein=
gehung der Mißheirat geiſtesgeſtört geweſen war.
In der jetzt von den Agnaten des Gräflichen Hauſes
am Landgericht anhängig gemachten Feſtſtellungsklage
wurde betont, daß der Erbgraf zur gegebenen Zeit
nicht geiſtesgeſtört geweſen war. Sollte das
Land=
gericht aus den Zeugenvernehmungen zu dieſer
An=
ſicht gelangen und demgemäß erkennen, daß der
Erb=
graf in die Fideigüter des Gräflichen Hauſes Erbach
nicht ſukzedieren kann, ſo würde natürlich die
tatſäch=
liche Grundlage des Urteils im Gegenſatz zu dem
Nichtigkeitsurteil des Landgerichts Frankfurt a. M.
ſtehen und der geſchiedenen Ehefrau Dora Fiſcher im
Unfreies aus dem Lande der Freiheit.
*⁎** Die Amerikaner ſind ſo ſtolz auf ihre Freiheit,
und doch gibt es kein anderes Land, in dem ſo viele
Beſchränkungen und Verbote in die Selbſtbeſtimmung
des Individuums eingreifen. Eine Fülle ſolcher „
legis=
lativer Topfguckereien”, mit denen die Geſetzgebung
der verſchiedenen Staaten ihre Bürger auf Sthritt und
Tritt beglück, zählt Dr. Arthur Rochs in den
Grenz=
boten auf. Freilich weiß ſich der Yankee durch geſchickte
Umgehung der zahlreichen Paragraphen doch jene
Sen=
ſationen zu verſchaffen, die ihm ſeine ihn
bevormun=
dende Regierung verſagt. So iſt es zum Beiſpiel mit
dem Lotterieſpiel und den Glücksſpielen überhaupt.
Zwar ſind Lotterien durchaus verboten, aber heimlich
verſuchen doch Unzählige ihr Glück; ebenſo iſt es mit
dem in Deutſchland ſo beliebten „Knobeln” Aber
wenn auch jeder Würfelbecher auf das ſtrengſte verpönt
iſt, ſo weiß doch der erfinderiſche Geiſt des Amerikaners
unzählige Methoden, um beim Bezahlen einer Zeche
das Schickſal zu befragen, wer den Beutel ziehen ſoll.
Drei Bekannte treffen ſich in der Bar. Man will die
Zeche „ausraten” Würfel dürfen dabei nicht gebraucht
werden; die Uebeltäter würden ſtreng beſtraft. Aber
da iſt eine Streichholzbüchſe zur Hand; ſie wird in die
Mitte vor die drei hingeſtellt und jeder von ihnen
nimmt, ſtreng nach der Reihe ein Streichholz heraus,
bis die Büchſe leer iſt; wer das letzte Streichholz
ge=
nommen, der „darf” bezahlen. Ein anderes Mittelchen
iſt, daß man drei Stück Zucker nimmt und vor jeden
Teilnehmer eins hinlegt. Auf weſſen Stück ſich zuerſt
eine — Fliege ſetzt, der hält die anderen frei.
So erwachſen dem Amerikaner unzählige
Möglich=
keiten aus dem täglichen Leben, um ſeiner Wett= und
Haſadierluſt zu frönen, wenngleich die normalen
Werkzeuge des Glücksſpiels: Lotterie, Karten, Würfel
uſw. ſtreng verbannt ſind. Schon wenn der Yankee von
einer Reiſe in den Hafen von New=York einläuft, bietet
ſich ihm die Möglichkeit einer Art Lotterie dar. Vor
dem Hafen kreuzt ſtets eine Anzahl von Lotſen, die
numeriert ſind und ihre Zahl in Rieſengröße auf dem
Hauptſegel zur Schau tragen. Es werden nun Loſe
auf dieſe Boote mit den Zahlen von etwa 1—30 zu je
einem Dollar ausgegeben, und wer die Zahl hat, die
das erſte in Sicht kommende Lotſenſchiff aufweiſt, der
hat die 20 Dollar gewonnen.
Die in den Vereinigten Staaten ſo übermächtige
Strömung, den Menſchen auf dem Wege des
Geſetzes=
zwanges zum vollkommenen Tugendmuſter zu machen,
iſt gleich mächtig auf dem Gebiete der
Alkoholbeweg=
ung, der Sonntagsheiligung, der Unterdrückung des
Spielteufels und der geſchlechtlichen Moral. In New=
York exiſtiert ein Menſch, der ſich aus eigener
Macht=
vollkommenheit zum amerikaniſchen Oberſittenwächter
aufgeworfen hat und über die ganze Union hin ein
höchſt ausgebildetes Spionierſyſtem unterhält. Es iſt
Anthony Comſtock, nach dem eine ganze Bewegung
ge=
nannt iſt. Wie zur Beſeitigung der Lotterien werden
auch zur Beförderung der Sittlichkeit beſonders die
Poſtgeſetze verwendet, die jede Verſendung eines
an=
ſtößigen Schriftſtücks oder Bildwerks wie eines
Lotterieloſes mit ſchweren Strafen belegen. Für
an=
ſtößig aber gilt alles Nackte von der Venus von Milo
bis zu den Nymphen auf dem New=Yorker Heine=
Denkmal.
Der Deutſche ſtellt ſich wohl heute noch die
Gegen=
den von „Wildweſt”, beſonders Texas, als ein wahres
Jägerparadies vor, aber in Wirklichkeit iſt der Jäger
in Deutſchland ein reiner König ſeinem Kameraden
in Texas gegenüber. Zwar gilt der Grundſatz, die
Jagd iſt frei für jedermann, aber erſtens kann jeder
Farmer durch ein lakoniſches, auf ſeinem Grund und
Boden angebrachtes „Poſted” den Fremden vom
Be=
treten ſeines Gebietes fernhalten, und es gibt
Grund=
beſitzer in Texas, die über Liegenſchaften im Umfange
deutſcher Herzog= oder Großherzogtümer verfügen.
Zweitens ſind die Jagdgeſetze äußerſt ſtreng; das
Schießen von „Ricken”, d. h. weiblichen Reh= und
Rot=
wildes, iſt überhaupt verboten; verboten iſt jeder
Ver=
ſand von Wild und überhaupt jeder Verkauf von
Wild. Den Genuß, einen Wildbraten auf ſeinen Tiſch
zu bringen, kann ſich alſo nur der leiſten, der ihn
ſelbſt erlegt hat; ein Hotelbeſitzer in Houſton, der
ſei=
nen Gäſten ſelbſtgeſchoſſene wilde Enten vorſetzte,
wurde wegen Verletzung der Jagdgeſetze beſtraft, denn
er hatte ja „Wild” verkauft. In zahlreichen Staaten
Nordamerikas gehört das Bier zu den durchaus
ver=
botenen Dingen; viel erſtaunlicher aber iſt noch das
Staatsgeſetz, das unter Androhung ſtrenger Strafen
jeglichen Genuß geiſtiger Getränke auf den
Eiſen=
bahnzügen verbietet. Der Zugpaſſagier bekommt nicht
nur keinen Tropfen auf den Bahnhöfen zu kaufen,
ſſondern er macht ſich ſchon ſtrafbar, wenn er ſeiner
Reiſetaſche eine Flaſche Wein oder Kognak entnimmt,
um daraus einen Schluck zur Kräftigung zu genießen
— das Ideal für unſere Antialkoholfanatiker.
Noch weiter als dieſes Verbot, das ſich wenigſtens nur
auf die Eiſenbahnzüge erſtreckt, geht das
Anti=
zigarettengeſetz von Indiana; in dieſem Bundesſtaat
darf niemand öffentlich Zigaretten rauchen, und dem
Fremden, der, nichts ahnend, mit der Bahn von New=
York kommt, kann es paſſieren, daß, wenn er mit
einer Zigarette im Munde in Indianapolis aus dem
Zuge ſſteigt, ein Scheriffsgehilfe ihm auf dem
Bahn=
ſteig die Hand auf die Schulter legt und ihn im Namen
des Geſetzes verhaftet. In Texas, wo mit dem
Revol=
ver ſo viel Unfug getrieben wird, iſt auf jeden zum
Verkauf gelangenden Revolver eine Staatsſteuer von
100 Prozent gelegt. Die Folge davon iſt, daß
jeder=
mann ſeine Waffen aus anderen Staaten der Union
bezieht, wo er ſie um die Hälfte billiger bekommt.
Eine komiſche Illuſtrierung dieſer
Geſetzgebungs=
manie iſt der Antrag, den ein als Witzbold bekanntes
Mitglied des Repräſentantenhauſes in Texas
ein=
brachte. Er verlangte eine Bill, durch die genau
feſt=
geſetzt werden ſollte, wie oft in den Hotels die Betten
friſch überzogen werden müßten und wie lang und
breit die Bettlaken zu ſein hätten. Er hielt dann auch
eine gravitätiſche Rede zur Begründung ſeines
An=
trags, die zu ſeinem eigenen Erſtaunen ſehr beifällig
und ohne jede kritiſche Unterbrechung aufgenommen
wurde. Dann kam es zur Debatte. Da er aber
fürch=
tete, nicht ernſt bleiben zu können, verließ er auf
einige Zeit den Sitzungsſaal. Wie erſtaunt war ex
aber, als er nach einer halben Stunde zurüchkam und
man ihm gratulierte — zur einſtimmigen Annahme
ſeiner Bill!
Nummer 193.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Auguſt 1910.
Seite 3.
Wege des Wiederaufnahmeverfahrens auf ihren
An=
trag hin die Stellung einer Ehefrau auch wieder
ein=
räumen.
— Kaufmannsgerichts=Wahlen. Der Vorſtand
des Kaufmänniſchen Vereins Darmſtadt E. B.
fordert in einer Anzeige der heutigen Nummer ſeine
Mitglieder ſowie alle in Frage kommenden Kollegen
dringend auf, die bis Samstag, den 20. Auguſt
feſi=
geſetzte Friſt zur Anmeldung in die Wählerliſte bei
Großh. Bürgermeiſterei, Waldſtr. 6, Zimmer 9,
unbe=
dingt auszunützen, und ſich zu dieſen für den
Kauf=
mannsſtand ſo überaus wichtigen Wahlen eintragen
zu laſſen.
* Abſchwimmen des Leibgarde=Regiments Nr. 115.
Heute nachmittag 2 Uhr findet im Woog das
Ab=
ſchwimmen des Leibgarde=Regiments Nr. 115 ſtatt.
Hierbei konzertiert auf dem Woogsdamm die Kapelle
des Regiments.
— Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Man ſchreibt
uns: Anläßlich der nunmehr ſtattfindenden
Meiſter=
prüfung im Handwerk wird der Ortsgewerbeverein
zu Darmſtadt demnächſt wiederum einen 7.
Vor=
bereitungskurſus für dieſe abhalten. Der
Kurſus ſoll 6 Wochen hindurch Mittwoch und
Sams=
tag nachmittags ſtattfinden, um auch den auswärtigen
Teilnehmern den Beſuch zu ermöglichen. Gegenſtände
des Unterrichts ſind aus der Geſetzeskunde die
Hauptbeſtimmungen der Gewerbeordnung über den
Gewerbebetrieb, die Beſchäftigung von Arbeitern und
Lehrlingen, Geſellen= und Meiſterprüfungen, ſowie
die damit verbundenen Vorrechte, die Organiſation
des Handwerks uſw.; ferner die Beſtimmungen über
Gewerbegerichte und die Grundzüge der
Arbeiterver=
ſicherungsgeſetzgebung. Die Prüflinge werden weiter
eingeführt in Buch= und Rechnungsführung, Zweck
und Weſen derſelben, ſowie die Art und Weiſe der
Verbuchungen, ſie erhalten praktiſche Uebungen in der
gewerblichen Buchführung und in der Kalkulation;
weiter werden die allgemeinen Grundzüge des
Wech=
ſelrechts, ſowie des Scheckverkehrs uſw. gelehrt. Die
bisherigen Vorbereitungskurſe haben ſich ſehr
be=
währt, da die vorgenannten Lehrgegenſtände für die
theoretiſche Meiſterprüfung vorgeſchrieben ſind und
ohne ausreichende Kenntniſſe das Beſtehen der
Meiſterprüfung ausgeſchloſſen iſt. Es iſt auch nicht
jedem Prüfling möglich, ſich ohne Hilfe in den
um=
fangreichen Stoff einzuarbeiten. Zur Teilnahme
wer=
den ſowohl Geſellen wie ſelbſtändige Handwerker
zu=
gelaſſen, als Lehrmittel wird der von der
Handwerks=
kammer herausgegebene und zu beziehende Leitfaden
zur Vorbereitung auf die Meiſterprüfung im
Hand=
werk benutzt. (Näh. ſ. Anz.)
— Odenwaldklub. Man ſchreibt uns: Nach längerer
Pauſe ruft die Ortsgruppe Darmſtadt des Odenwaldklubs
ihre Getreuen und Freunde zum Sonntag auf zu friſchem
fröhlichen Wandern. Von dem ſo idylliſch im
Itterbach=
tale gelegenen, teils heſſiſchen, teils badiſchen Schöllenbach
mit ſeinem ehrwürdigen, altersgrauen Kirchlein ſoll
hinüber gewandert werden in die mit lieblichen Reizen
maleriſch ſchön ausgeſtattete Gegend von Amorbach mit
ſeiner reichen Vergangenheit. Zunächſt geht es von
Schöl=
lenbach auf nicht ſchwierigem Pfade, der „ſteinige,
aus=
gewaſchene” Weg, die ſteile Höhe hinan wird vermieden,
hinauf zur Heſſelbacher Höhe. Im Gaſthauſe zum grünen
Baum in Heſſelbach iſt Frühſtücksraſt. Zu eſſen iſt da nichts
zu haben. Die Wandersleute tun deshalb gut, ſich
reich=
lich mit Eßbarem zu verſehen. Dann wird zu den gar
manchen noch fremden „Drei Seen” gewandert.
Weltver=
loren liegen ſie, ihrer zwei, fernab von der großen Straße
mitten im Walde, dem Wandersmann ein Bild köſtlicher
Ruhe und ſtiller Beſchaulichkeit bietend. Auf dem
Weiter=
marſche nimmt bald der Leininger Park mit ſeinen
präch=
tigen Baumbeſtänden die Wanderer auf. Hoffentlich
zei=
gen ſich am Sonntag dann auch die Dam= und
Edel=
hirſche ſo zahlreich wie den Führern auf der
vorbereiten=
den Wanderung. Unvermittelt beut ſich ſpäterhin
plötz=
lich das ſtolze Schloß Wald=Leiningen des Fürſten von
Leiningen in entzückend ſchöner Waldlandſchaft dar. Im
engliſch=gotiſchen Stile erbaut iſt es eine verkleinerte
Nachbildung des Schloſſes zu Windſor. Es allein mit
ſeinem prächtigen Rahmen iſt des Sehens wert. An
Ernſttals Mauern geht es dann vorbei und auf leicht an=
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
ngc. Der Landgraf Alexander Friedrich
von Heſſen iſt im Begriffe, eine Reiſe nach
Amerika anzutreten, die auf eine Dauer von
meh=
reren Monaten berechnet iſt und deren Ziel namentlich
Kanada und die Vereinigten Staaten ſein werden. Der
Landgraf reiſt inkognito. Alexander Friedrich Landgraf
von Heſſen reſidiert auf den Schlöſſern Philippsruhe
bei Hanau und Panker in Holſtein, pflegt aber einen
Teil des Jahres in Paris und in London zuzubringen.
Muſikaliſch hervorragend begabt, ſteht er in
perſön=
lichem Verkehr mit den ausgezeichnetſten Künſtlern
unſerer Zeit und bringt allen Gebieten der Kultur und
des geiſtigen Fortſchritts ein warmes Intereſſe
ent=
gegen. Der Landgraf iſt des Augenlichtes faſt ganz
beraubt. Er zählt zu den wohlhabendſten Fürſten
Deutſchlands.
* Profeſſor Dr. Ernſt Martin †. Einer
unſerer ausgezeichnetſten Germaniſten, Profeſſor Dr.
Ernſt Martin, iſt in Straßburg der Krankheit erlegen,
die ihn im April d. J. genötigt hatte, ſich von der
Straßburger Univerſitätskanzel der deutſchen Sprache
und Literatur zurückzuziehen und damit eine 47
jäh=
rige, überaus fruchtbare Lehrtätigkeit zu beſchließen.
Martin war zu Jena am 5. Mai 1841 geboren. 1863
wurde er Gymnaſiallehrer in Berlin, 1866
Privat=
dozent in Heidelberg, 1868 kam er als Profeſſor der
deutſchen Sprache und Literatur nach Freiburg im
Breisgau, 1874 nach Prag und ſeit 1877 lehrte er in
Straßburg. Martin hat ſich mit gleich ſtarkem Erfolge
auf dem Felde der älteren deutſchen Literatur,
ins=
beſondere der mittelhochdeutſchen, und der Geſchichte
der neueren Dichtung, der er als Goetheforſcher
be=
ſonders nahe ſtand, betätigt. Mit gründlichſtem
lin=
guiſtiſchen und hiſtoriſchen Wiſſen ausgerüſtet,
er=
warb er ſich große Verdienſte um die Aufhellung der
ſprach= und ſagengeſchichtlichen Zuſammenhänge
zwi=
ſchen älterer deutſcher, niederländiſcher und alt=
fran=
zöſiſcher Dichtung.
Kleines Feuilleton.
* Ein moderner Robinſon Cruſoe.
Ka=
pitän J. R. Davis, einer der Begleiter Sir Erneſt
Shackletons, erzählt mit deſſen Erlaubnis in Pearſons
Magazine die Geſchichte eines modernen Robinſons.
Kapitän Davis fand auf Macquarie Island, der
ſüd=
lichſten Inſel der Neuſeelandgruppe (545 engliſche
Meilen von Neuſeeland) einen Einſiedler namens
William Mackibbon, der in einem kleinen Holzhauſe
ſteigendem Waldweg im Zickzack hinauf auf die Höhe und
weiter zu der bemerkenswerten Wildenburg (Wildenfels).
Nach einem kühlen Trunke auf der Burg unter ſchattigen
Bäumen, in deren Wipfeln es rauſcht aus alten Tagen
von glänzender Ritterherrlichkeit, wird dann Amorbach
zugeſtrebt. Dort geht allem voran ein Beſuch der
ehe=
maligen Abteikirche, einem ſtilvollen Rokokobau. Die
herr=
lichen Decken= und Wandgemälde, die Holzſchnitzereien und
die anderen Sehenswürdigkeiten in ihr hinterlaſſen ſowohl
einzeln wie in ihrer Geſamtheit einen dauernden Eindruck.
Die Heimreiſe führt über Miltenberg und Aſchaffenburg
bis Obernburg; noch viel des Schönen bietend, geht ſie
von Miltenberg aus an dem Odenwald und Speſſart
trennenden Mainſtrom entlang, in deſſen Fluten ſich
ſchmucke Städtchen und Dörfer, maleriſche Burgen,
Für=
ſtenſchloß und Bergkloſter ſpiegeln. „Wohlauf, es ruft
der Sonnenſchein — hinaus in Gottes freie Welt: — Geht
munter in das Land hinein — Und wandelt über Berg und
Feld!” Friſch auf! — Wanderpläne und Tiſchkarten
ſind bei Herrn Wetzſtein (Ecke der Eliſabethen= und
Grafenſtraße) zu haben.
— Die Stenographenvereinigung Gabelsberger
(gegründet 1907) hielt am Dienstag in ihrem
Vereins=
lokal Sitte ihre Monatsverſammlung ab, die ſich eines
außerordentlichen Beſuches zu erfeuen hatte. Den
Vor=
ſitz führte der exſte Vorſitzende, Herr Kratzſch. Mit
beſonderer Genugtuung wurde der Wiederwahl des
ver=
dienten Vorſitzenden des Deutſchen
Stenographenbun=
des, Herrn Prof. Pfaff=Darmſtadt, Erwähnung
ge=
tan, die für die „Vereinigung” inſofern von größter
Bedeutung war, als derſelben dadurch ihr erſter
Vor=
ſitzender, der Sekretär des Deutſchen
Stenographen=
bundes „Gabelsberger” iſt, erhalten blieb. Als äußeres
Zeichen der allgemeinen Verehrung und Dankbarkeit
wurde Herrn Kratzſch ſeitens der Mitglieder ein
herr=
liches Blumenarrangement überreicht. Für den Monat
Auguſt wurden 20 ſtenographiekundige und 1
unter=
ſtützendes Mitglied aufgenommen. Ueber die
Er=
folge der Vereinigung bei dem
Bundeswett=
ſchreiben in Stuttgart am 24. Juli berichtete der
Obmann für Wettſchreiben eingehend. Sämtliche von
der Vereinigung entſandten Vertreter haben glänzend
abgeſchnitten. Im kommenden Herbſt und Winter ſoll
ein geſteigerter Unterrichtsbetrieb durchgeführt werden
Von ganz weſentlichem Vorteil hierbei ſind die der
Ver=
einigung in wohlwollender Weiſe von der Zweiten
Kammer der Landſtände zur Verfügung geſtellten
ge=
druckten Berichte über die umfangreichen
Verhand=
lungen, die ein äußerſt willkommenes Diktatmaterial
bilden und beſonders für die höheren
Geſchwindigkeits=
ſtufen, wo parlamentariſcher Uebungsſtoff ein
dringen=
des Bedürfnis iſt, gute Dienſte leiſten. Vier Mitglieder
wurden bei ihrem Scheiden von Darmſtadt in
Aner=
kennung ihrer Verdienſte um das Gedeihen des
Ver=
eins zu „Förderern” ernannt. Das dreijährige
Stif=
tungsfeſt ſoll am 15. Oktober gefeiert werden.
— In der Monatsverſammlung des
Gabelsberger=
ſchen Stenographenvereins (gegründet 1861) und des
Damen=Stenographenvereins gab der Vorſitzende neben
einigen geſchäftlichen Mitteilungen 13 Aufnahmegeſuche
bekannt, die von der Verſammlung genehmigt wurden.
Ein kurzer Bericht über den von über 4000
Kunſtge=
noſſen beſuchten 9. Stenographentag zu Stuttgart folgte,
Es konnte hierbei feſtgeſtellt werden, daß bei den bis
jetzt gewerteten höheren Abteilungen des Wettſchreibens
auch Mitglieder des Vereins Preiſe und Ehrengabe
errangen.
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 6. Auguſt l. J.
männ=
lich 9406, weiblich 5915, zuſ. 15321, in Prozenten 61,39,
38,61: am 13. Auguſt l. J. männlich 9374, weiblich 5918,
zuſ. 15 292, in Prozenten 61,30, 38,70. Der
Kranken=
ſtand betrug am 6. Auguſt l. J. männlich 419, weiblich
282, in Prozenten 4,45, 4,82; am 13. Auguſt l. J.
männ=
lich 416, weiblich 296, in Prozenten 4,43, 5,00. An
Krankengeld wurde gezahlt in der Woche vom
Auguſt bis 6. Auguſt I. J. 4891,39 Mk., in der Woche
vom 8. Auguſt bis 13. Auguſt I. J. 4639,60 Mk.
An Wöchnerinnen waren vorhanden am 13. Auguſt
I. J. — 19, am 6. Auguſt l. J. — 21; Sterbefälle
kamen vor in der Woche vom 1. Auguſt bis 6. Auguſt
. J. — 1; vom 8. Auguſt bis 13. Auguſt I. J. — 2.
als einziger Bewohner der Inſel lebte. Die
Einlad=
ung des Kapitäns, in die menſchliche Geſellſchaft
zurückzukehren, lehnte er entſchieden ab, da zu ſeinem
vollkommenen Glücke nichts fehlte. Er ſtammte aus
Carrick=on=Shannon, hatte nahezu 40 Jahre auf
Kriegs= und Handelsſchiffen gedient und befand ſich
nun drei Monate auf Macquarie Island, wo er auch
zu bleiben gedachte. Er hat vollauf zu tun, um die
Anſprüche der kommenden Jahreszeit zu befriedigen.
Bei ſchlechtem Wetter ſitzt er in ſeiner Hütte,
verfer=
tigt Matten und raucht. Er vermag auch Geld auf
Macquarie zu verdienen, da es dort Seelöwen,
Pin=
guine und Rüſſelrobben gibt. Dieſe Tiere liefern ihm
Oel, und das Oel macht er zu Geld. Sein
Lieblings=
wunſch richtet ſich nun auf ein kleines, nettes
Segel=
boot in Habart, und er beabſichtigt, ſo lange Oel zu
ſammeln, bis er imſtande iſt, das Boot zu erwerben.
Er hat zwei Hunde zur Geſellſchaft, iſt glücklich und
fühlt ſich gar nicht vereinſamt, obwohl er der einfachſte
Menſch der Welt iſt.
CK. König Eduards Hund — das
neueſte Spielzeug. Der Teddy=Bär, der in
allen Kinderſtuben ſo lange ſich der unbedingteſten
Be=
liebtheit erfreute, hat nun in England einen Rivalen
erhalten, der ihn bald ganz verdrängt haben wird.
Es iſt eine ausgezeichnete Nachbildung von Zäſar,
dem Lieblingshund des verſtorbenen Königs Eduard,
die bei den engliſchen Kindern das größte Entzücken
erregt. Der hübſche, getreu wiedergegebene Terrier
wird in ganzer Figur auf den Markt gebracht und
dann noch ſein Kopf allein. Der ganze Zäſar koſtet
2,50 Mark bis 5,50 Mark und wird von einer
bekann=
ten Spielwarenfabrik in Tauſenden von Exemplaren
vertrieben; noch beſſer aber geht der Kopf, der nur 1
Mark bis 2,50 Mark koſtet. Zäſar hat ſich bereits
einen bevorzugten Platz nicht nur in den Räumen der
Kleinen, ſondern auch in den Salons der Großen
er=
worben. Viele kaufen ſich das nett ausſehende
Spiel=
zeug, um eine Erinnerung an König Eduards
Lieb=
lingshund zu haben. So ſpricht ein gewiſſes
Pietäts=
gefühl mit, das natürlich dem Erfolg beſonders
gün=
ſtig iſt. Die engliſchen Spielwarenfabriken rüſten
ſich übrigens auch bereits für Weihnachten und
be=
reiten einige Neuheiten vor, die im Reiche der
Pup=
pen eine wahre Revolution hervorrufen ſollen. Eine
dieſer neuen „Charakterpuppen” ſoll ſo kunſtvoll
kon=
ſtruiert ſein, daß ihr Schreien und ihr Lachen von dem
eines wirklichen Babys nicht zu unterſcheiden iſt.
* Der Reklamekuß. Zur Enten= und
Saure=
gurkenzeit kommen die amerikaniſchen Zeitungsmänner
Der Verein für Geflügel= und Vogelzucht „Ornis”
hielt ſeine Monatsverſammlung in der „Stadt
Pfung=
ſtadt” ab. Der I. Vorſitzende, Herr Schömer, gab
ver=
ſchiedene Einläufe bekannt, worunter ſich auch die drei‟
Zuſagen der um Uebernahme des Preisrichteramtes bei
der im Herbſt ds. Js. ſtattfindenden Geflügel= und
Vogel=Ausſtellung angegangenen Herren
befan=
den. Die Ausſtellung wird vorausſichtlich nach den bis
jetzt feſtgeſtellten Zuchtergebniſſen alle vorausgegangenen
übertreffen. — Die Beratung des Entwurfs neuer
Satz=
ungen des „Starkenburger Verbandes” rief eine längere
Diskuſſion hervor. Man beſchloß einſtimmig, die Satzungen
in der vorliegenden Faſſung abzulehnen.
— Das oberbayeriſche Bauerntheater Michl Denggs
erfreut ſich bekanntlich hier in Darmſtadt großer
Sym=
pathien. Das Enſemble ſoll, wie wir hören, anfangs
Oktober ſeine diesjährigen Gaſtſpiele im Darmſtädter
Orpheum beginnen, und zwar als erſte Station von
Tegernſee aus. Zur Aufführung gelangt als erſte
Novität ein neuer Schwank von Ludwig
Thoma. Ueber eine Aufführung dieſes Stückes in
Egern wird geſchrieben: „In Egern am Tegernſee im
Bauerntheater Michael Denggs kam der neueſte
Schwank von Ludwig Thoma, die Satire „Erſter
Klaſſe” zur Uraufführung. Und es war auch ein
Erfolg „erſter Klaſſe‟! Der Schauplatz der Handlung,
wenn man von einer ſolchen überhaupt reden kann, iſt
ein Eilzugcoupé erſter Klaſſe auf der Fahrt zwiſchen
Roſenheim=München=Oſtbahnhof. Auf den roten
Plüſch=
polſtern ſitzen ein Hochzeitspärchen, das ſich von Zeit
zu Zeit anhimmelt, ein bayeriſcher Miniſterialrat und
ein preußiſcher Geſchäftsreiſender, der mit Kunſtdünger
handelt und unaufhörlich auf die bayeriſche Schlamperei
ſchimpft, wozu er auch alle Urſache hat, denn der Zug
hält jeden Augenblick. In Dinghartingen ſteigt der
kgl. bayeriſche Landtagsabgeordnete Joſepf Filſer ins
Coupé ein. Seine Alte kanzelt ihn erſt noch tüchtig ab.
Dann geht der Zug weiter. Nun wird’s gemiſcht, und
die Gaudi beginnt. Filſer holt auf der nächſten Station
noch ſeinen Kollegen G’ſottmeyer herbei, und die beiden
disputieren nun los, wie ihnen der Schnabel gewachſen
iſt. Sie machen einen Mordsradau, bis es ſchließlich
dem Herrn Miniſterialrat zu dumm wird und er ſich
beim Schaffner beſchwert. Als er aber von ihm hört,
wer die Radaumacher ſind, wird er mit einem Schlage
ſehr untertänig und gefällig. Schließlich läßt er ſich
ſogar von dem Herrn Abgeordneten kommandieren und
reicht ihm das Gepäck aus dem Gepäcknetz. . . . Das Stück
iſt eine beißende Satire auf die politiſchen Verhältniſſe
in Bayern. Wer will und darf, kann ſich allerlei
Bos=
haftes dabei denken. Die Darſtellung war
ausgezeich=
net. Michael Dengg ſpielte ſelbſt den Filſer. Am
Schluſſe gab es laute Ovationen für Ludwig Thoma.”
*X* Das Schickſal des vermißten Oberrechnungs=
Reviſors Adolf Helfmann von der hieſigen
Oberrech=
nungskammer iſt auch heute, vier Wochen nach ſeinem
ſpurloſen Verſchwinden, noch nicht völlig aufgeklärt, doch
kann es nach den näheren Umſtänden kaum noch einem
Zweifel unterliegen, daß der Vermißte ein Opfer der
Berge geworden iſt. Helfmann, der unverheiratet war
und im 46. Lebensjahre ſtand, war ſeit dem 6. Juli
be=
urlaubt und hatte aus der Schweiz regelmäßig alle zwei
Tage an ſeine beiden Stiefſchweſtern geſchrieben. Als
dann längere Zeit keine Nachricht von ihm eintraf, wurde
dem Staatsminiſterium davon Mitteilung gemacht und
dieſes wandte ſich an die deutſche Geſandſchaft in Bern,
von der dann das deutſche Konſulat in Lauſanne um
nähere Ermittelungen erſucht wurde. Auf deſſen Erſuchen
wurde dann von dem Département de Juſtice et Police
in Sitten (Sion) feſtgeſtellt, daß Helfmann in der Nacht
vom 17. zum 18. Juli in dem kleinen Orte La Vachey im
Val Ferret übernachtet hat und von dort früh morgens
mit der Abſicht weiterging, vom Col Angoſtora über den
Col de Ferret nach Martigny zu wandern. Es wurde
feſtgeſtellt, daß am Morgen des 18. Juli dort ſehr
ſchlech=
tes Wetter war. Da der Aufſtieg bis zur Höhe gefahrlos
iſt und keine Schneefelder bietet, ſo muß angenommen
werden, daß H. beim Abſtieg nach der Schweizer Seite
in den dortigen gefährlichen Schneefeldern verunglückt iſt.
Seine Kollegen und Verwandten haben eine Summe von
500 Franken als Belohnung für den näheren
Nach=
weis über den Verbleib des Verſchwundenen ausgeſetzt,
immer auf allerhand tolle Einfälla. Einen drolligen,
aber ſehr wirkungsvollen Scherz mit ſeinen Leſern hat
ſich jüngſt der Herausgeber einer Zeitung in Chicago
geleiſtet, deren Abſatz ſich von Tag zu Tag verminderte.
Eines Tages fanden die Leſer dieſer Zeitung folgende
fettgedruckte Notiz: „Geſtern iſt der Herausgeber dieſer
Zeitung von einer Frau dieſer Stadt auf offener
Straße geküßt worden. Namen und Wohnung dieſer
Frau werden in einer der nächſten Nummern
mitge=
teilt werden.” Wie man ſich denken kann, ſtieg der
Abſatz der Zeitung in den nächſten Tagen raſend, ja
der Eclair deutet ſogar an, daß die Druckmaſchinen
tagelang nicht zum Stehen kamen, und als man die
neugierigen Leſer eine Woche lang hingehalten hatte,
erſchien endlich eine vom Herausgeber unterzeichnete
Nachricht, die alles Verſprochene erfüllte: „Die Frau,
die mich auf offener Straße geküßt hat, iſt — meine
Frau. Sie wohnt bei mir, Viktoriaſtr. 15.‟
Florence Nightingale.
Heil jedem, deſſen Tat
Uns bahnt des Lebens Pfad!
Des überwallend Herz
Auch uns hebt himmelwärts!
So — als ich las bei Nacht
Von unſers Heeres Schlacht,
Wie Hunger, Froſt und Tod
Aus feuchten Gräbern droht,
Von Opfern ſonder Zahl
Wundkrank im Hoſpital
In troſtlos langen Reih’n
Auf hartem, kaltem Stein.
Und in dem Elend ſtand,
Die Lampe in der Hand,
Ein Weib; im matten Strahl
Eilt ſie von Saal zu Saal.
Wie wenn im Traum er iſt,
Sprachlos der Kranke küßt
Ihr Schattenbild, eh’s ſchwand
Dahin an dunkler Wand.
Als ob der Himmel hell
Sich öffn’ und ſchließe ſchnell,
Kommt die Geſtalt und geht—
Das Licht erglänzt — verweht,
Wie ſie die Lampe trug,
Steht ſie in Klios Buch
Ein Bild zu ew’gem Ruhm
Von Frauenheldentum
Longfellow.
Nummer 193.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Auguſt 1910.
was durch Plakate in Deutſch, Franzöſiſch und Italieniſch
in allen in Betracht kommenden Klubhütten, Zeitungen
uſw. bekannt gemacht worden iſt. Der Vermißte war mit
einer größeren Summe in einer Lebens= und Unfall=
Ver=
ſicherung.
Groß=Umſtadt, 17. Aug. Der als vermißt
gemel=
dete Landwirt Peter Schütz von hier wurde heute
als Leiche in dem an das Wächtersbacher Tal
ſtoßen=
den ſogenannten Bauernwald gefunden. Er hatte ſich
an einem Baume erhängt. Das Motiv zur Tat
iſt unbekannt. Schütz lebte in guten
Vermögensver=
hältniſſen.
Heppenheim, 17. Aug. Vermißt wird ſeit
Sonntag früh der Gaſtwirt Philipp Stein von hier.
Da er ſchon längere Zeit Selbſtmordgedanken äußerte,
vermutet man, daß er ſich ein Leid zugefügt hat.
Mainz, 17. Aug. Der Oberbürgermeiſter Dr.
Göt=
telmann veröffentlicht folgende Bekanntmachung:
„Seine Majeſtät der Kacſer haben ſich über den
herzlichen Empfang, der Allerhöchſtihm geſtern beim
Einzuge in unſere Stadt von Seiten der Bevölkerung
bereitet worden iſt, ſehr gefreut und mich beauftragt,
der Bevölkerung Seinen Dank für den freundlichen
Willkomm zu übermitteln.‟ — Die Truppenſchau hatte
eine ſolche Unmenge von Fremden hierher
ge=
bracht, wie kaum eine frühere Truppenſchau. Die
Gaſt=, Wein= und Bierwirtſchaften haben ein
glän=
zendes Geſchäft gemacht, ſie waren bis zum ſpäten
Abend überfüllt. Auch die Lieferanten, und
nament=
lich die Fuhrwerksbeſitzer, haben gute Einnahmen
erzielt.
Friedberg, 18. Aug. Das Großherzogliche
Kreis=
amt Friedberg erläßt laut Artikel 79 des Geſetzes
vom 12. Juli 1874 folgende Bekanntmachung: Vom
20. Auguſt an iſt bis auf weiteres das Betreten der
An=
lagen um die Burg Friedberg und der nördlichen
Auf=
fahrt zu der Burg von der Straße Friedberg-Bad
Nau=
heim bis zu dem Tore an dem Adolfsturm, ſowie das
Einfahren von Fahrzeugen aller Art (Kraftwagen,
Kraft=
rädern, Droſchken und ſonſtige Perſonenwagen,
Laſt=
wagen uſw.) in die Burg ohne Erlaubnis des Großh.
Kreisamtes Friedberg oder des Großh. Hofmarſchallamtes
unterſagt. Das Betreten der Burg iſt während der
ge=
nannten Zeit nur gegen Vorzeigen einer von dem Großh.
Kreisamt Friedberg, oder von dem Großh.
Hofmarſchall=
amte ausgeſtellten Erlaubniskarte, die auf den Namen
lautet, nicht übertragbar iſt und demnächſt auf
Auffor=
derung zurückzugeben iſt, geſtattet. Das Tor an dem
nördlichen Ausgange der Burg Friedberg bleibt vom
20. Auguſt ab bis auf weiteres geſchloſſen.
Zuwiderhand=
lungen gegen dieſe Anordnungen werden mit Geldſtrafen
bis zu 90 Mark geahndet.
Reich und Ausland.
Ans der Reichshauptſtadt, 17. Aug. Angeſichts der
großen Eiſenbahnkataſtrophe in Frankreich dürfte es
von Intereſſe ſein, daß in nächſter Zeit Verſuche zur
Verhütung von Eiſenbahnunfällen
ab=
gehalten werden. Der deutſche Kronprinz wird
die=
ſen Verſuchen beiwohnen. Sie werden auf Berliner
Fernſtrecken vorgenommen. Alle eiſenbahntechniſchen
Neuerungen und Erfindungen ſollen bei den
Prüfun=
gen ausprobiert und auf ihre Anwendbarkeit hin
unterſucht werden. Die Verſuche ſollen den Zweck
haben, Mittel und Wege ausfindig zu machen, die eine
Herabminderung der in letzter Zeit ſich immer mehr
häufenden Eiſenbahnunfälle zeitigen. — In der
ver=
gangenen Nacht ſtatteten Einbrecher der in der
Kolonie Grunewald, Trabener Straße 16, belegenen
Villa des bekannten Muſikprofeſſors und Komponiſten
Engelbert Humperdinck einen unerbetenen Beſuch ab.
Während die Familie im erſten Stockwerk ſchlief,
ſtie=
gen die Spitzbuben durch das Fenſter eines
Neben=
raumes in die Parterreräume. Im Arbeitszimmer
des Profeſſors erbrachen ſie den Schreibtiſch und
ſtah=
len eine Menge koſtbarer Schmuckſachen. So eine
gol=
dene Kette mit Brillantenſchloß, eine Broſche mit
einem großen Aquamarin und Diamanten,
Finger=
ringe, goldene Ketten, ferner Garderobe des
Pro=
feſſors und ſeines Sohnes. — Die dreijährige Tochter
Liſelotte des Monteurs Richter in Charlottenburg, die
bei ihrem Großvater in der Jagowſtraße zu Beſuch
weilte, fiel in einem unbewachten Augenblick aus
einem Fenſter der im dritten Stockwerk
belege=
nen Wohnung auf den Hof hinab. Das Kind wäre
unſehlbar zerſchmettert worden, wenn es ſich nicht mit
ſeinem Röckchen an einem im erſten Stockwerk
befind=
lichen Blumenbrett verfangen hätte. Zwar riß der
dünne Rock entzwei und das Kind fiel zu Boden, aber
der Sturz war ſo erheblich gemildert worden, daß
die Kleine mit einer leichten Gehirnerſchütterung
davonkam.
Frankfurt, 18. Aug. Heute früh wurde dem Frankf.
Generalanzeiger zufolge in der Direktion der
Frank=
furter Gummiwerke, Aktiengeſellſchaft, vorm. Stöckicht,
eine überraſchende Verhaftung
vorgenom=
men. Zwei Kriminalbeamte erſchienen gegen 9 Uhr
in der Fabrik und verhafteten den früheren Direktor
der Werke, Herrn Dr. jur. Auguſt Nolden. Nolden
war die Seele der vielen ſchiefen Unternehmungen und
Gründungen der Niederdeutſchen Bank, über deren
Zu=
ſammenbruch wir berichtet haben. Der Verhaftete
be=
kleidete zahlreiche Poſitionen in dem Konzern der
Nie=
derdeutſchen Bank. So war er Juſtiziar der
Nieder=
deutſchen Bank, Generalbevollmächtigter der Lindener
Bank, Vorſtand der Motoren= und
Laſtwagenaktien=
geſellſchaft in Aachen, Vorſtand der Maſchinenfabrik in
Alten=Eſſen, Vorſtand der Aktiengeſellſchaft für
luftlos=
elaſtiſche Fahrzeugbereifung, der Gummiwerke
Frank=
furt-Niederrad, der Godesberger Volksbank u. a. m.
Die Verhaftung dürfte wohl im Zuſammenhang ſtehen
mit der Affäre der Niederdeutſchen Bank. In hieſigen
Handelskreiſen vermutet man, daß der Grund zur
Verhaftung darin zu ſuchen iſt, daß von der
Nieder=
deutſchen Bank Effekten lombardiert worden ſind, die
der Bank gar nicht gehört haben, nach einer anderen
Verſion liegen Depotunterſchlagungen vor.
Bitſch, 18. Aug. Auf der kurvenreichen Straße nach
Liederheim verſagte die Bremsvorrichtung eines einem
Herrn Jochem gehörigen Automobils, das einen
Berg hinabſauſte und ſchließlich vollſtändig
zertrüm=
mert in einem Graben landete. Der Chauffeur, der
abſprang, wurde erheblich verletzt. Von den Inſaſſen,
vier Damen und ein junger Mann, wurden die Damen
gleichfalls ſämtlich erheblich verletzt, während ihr
Be=
gleiter mit dem Schrecken davon kam.
Deſſau, 18. Aug. Von einer Anzahl Angenzeugen
wird gemeldet, daß gegen 11 Uhr vormittags in einer
mit hohen Kieſern und Fichten beſtandenen Heide ein
brennender Ballon abgeſtürzt ſei. Die
Gondel ſei mit außerordentlicher Schnelligkeit zur Erde
gefallen, die Ballontrümmer hinterdrein. Der
zu=
ſtändige Oberförſter der Mpügkauer Heide ließ wäh=
rend des ganzen Nachmittags bis in die Abendſtunden
hinein das Gehölz abſuchen, jedoch ohne Erfolg. Auch
in Bitterfeld war der Ballon beobachtet worden.
Mili=
tär beteiligte ſich an den Nachforſchungen, die wegen
der ſehr großen Ausdehnung der Moſigkauer Heide
außerordentlich erſchwert ſind.
Paderborn, 18. Aug. Im Militärlager Senne iſt
der Rittmeiſter von Papen vom 5. Ulanen=
Regi=
ment tödlich verunglückt. Er ſtürzte mit dem
Pferde und erlitt einen Schädelbruch. Der Leutnant
Hönsbröch von den 4. Küraſſieren erlitt ſchwere, aber
nicht lebensgefährliche Verletzungen.
Münſter i. W., 18. Aug. Der wegen Ermordung
der Dienſtmagd Maria Ammermann zum Tode
ver=
urteilte Stallſchweizer Stefan Jonkmann aus Holland
wurde heute morgen 5½ Uhr im hieſigen
Gerichts=
gefängnis durch den Scharfrichter Schwietz aus
Magde=
burg hingerichtet.
Altenburg, 18. Aug. In dem nahen Groß=
Braun=
heim erkrankten gegen 50 Perſonen unter
Vergift=
ungserſcheinungen nach dem Genuß rohen
Fleiſches. Eine Frau iſt bereits geſtorben. Bei
den Uebrigen iſt eine leichte Beſſerung zu konſtatieren.
Unterſuchung iſt eingeleitet.
Saßnitz, 18. Aug. Dem Räuber Karl Mohr iſt
nachgewieſen worden, daß er vor dem Ueberfall auf das
Paſtorenehepaar Vermeren eine Browningpiſtole
ge=
kauft hat. Dieſe Ermittelung iſt wichtig, weil die
Er=
mordeten mit einem Browning erſchoſſen worden ſind.
Es ſind noch weitere ſchwere Belaſtungen
hervorge=
treten.
Schönebeck, 17. Aug. Bei Borbeck iſt heute ein ſeil
geſtern vermißter neunjähriger Knabe im
Getreide=
feld ermordet aufgefunden worden. Die Leiche
weiſt mehrere Stiche in die Bruſt und den Rücken auf
Wahrſcheinlich liegt Luſtmord vor. Der Täter iſt
un=
bekannt.
Paris, 18. Aug. Der Petit Pariſien meldet: In
der Nähe von Tauſſae (Departement Aveyron) ſtürzte
ein Fuhrwerk, deſſen Pferde vor einem
vorbeifahren=
den Automobil ſcheuten, in einen Abgrund.
Sämt=
liche fünf Inſaſſen wurden ſchwer verletzt.
Marſeille, 18. Aug. Hier wurde in den letzten
Tagen eine Reihe von Attentaten gegen
Mili=
tärperſonen begangen; vor einigen Tagen wurden
zwei Soldaten verwundet. Geſtern erhielt ein hier auf
Urlaub weilender Alpenjäger einen Schuß in den
Oberſchenkel. Ein Soldat des 111. Infanterieregiments
wurde durch einen Meſſerſtich verletzt. Die Polizei,
welche eine Unterſuchung eingeleitet hat, glaubt, daß
es ſich um Taten einer antimilitariſtiſchen
Apachen=
bande handelt.
London, 18. Aug. Der japaniſche Bötſchafter in
London erhielt aus Tokio ein offizielles Telegramm
mit folgendem Inhalt: Durch große
Ueber=
ſchwemmungen in Japan ſind außer Tokio
noch 15 Polizeibezirke verheert worden. Man zählt
an 850 Tote, 160 Verletzte, während 140 Perſonen
ver=
mißt werden. Zerſtört oder beſchädigt ſind 3700
Häuſer. 39000 Häuſer ſind vom Waſſer überſchwemmt.
In der Nähe von Tokio ſind allein 200000 Perſonen
unterſtützungsbedürftig. Die Regierung ſandte
Sol=
daten und Matroſen zur Hilfeleiſtung nach den von
der Ueberſchwemmung heimgeſuchten Gebieten ab.
Gibraltar, 17 Aug. Der deutſche Dampfer „Elſa‟
iſt mit Beſchlag belegt worden, da die
Eigen=
tümer des untergegangenen Dampfers „Martos” einen
Schadenerſatzanſpruch in Höhe von 16500 Pfund
Ster=
ling geltend gemacht haben.
Für das Unterrichtsweſen in Heſſen
ſteht in nächſter Zeit eine anderweite Regelung
verſchiedener wichtiger Fragen auf dem Gebiete
des Volksſchulunterrichts bevor. Man ſchreibt
uns dazu: Es wird zunächſt gelten, das Verhältnis
zwiſchen Kirche und Schule neu zu regeln, wobei in
erſter Linie die Frage des Vorſitzes im Schulvorſtand
und die anderweite Regelung des Organiſtendienſtes in
Betracht kommen. Bekanntlich iſt ſchon vielfach von
evangeliſchen Geiſtlichen an die Behörde das Erſuchen
gerichtet worden, ſie vom Vorſitz im Schulvorſtand zu
entbinden, da dieſes Amt für beide Teile, Geiſtliche
wie Lehrer, ſchon häufig zu mißlichen Situationen
ge=
führt hat. Bezüglich des Organiſtendienſtes
at das Großh. Oberkonſiſtorium eine Verordnung
er=
laſſen, die in den intereſſierten Kreiſen zumeiſt nicht
gebilligt wird; eine endgültige Verſtändigung darüber
im Sinne der Lehrerſchaft kann auf die Dauer nicht
umgangen werden. Auch das Seminarweſen und
der Studienplan der Lehrerſeminare bedarf einer
Neu=
ordnung, wobei auch beſonders die Frage zur
Entſchei=
dung kommen muß, ob es möglich und namentlich auch
praktiſch ſein wird, die Seminare mit den
Präparanden=
anſtalten zuſammenzulegen, was in den Kreiſen der
Lehrerſchaft aus verſchiedenen ſachlichen Gründen ſehr
gewünſcht wird.
Einen weiteren wichtigen Punkt im heſſiſchen
Unterrichtsweſen bildet dann die Umgeſtaltung
des Lehrplans der höheren
Mädchen=
ſchulen, der im Hinblick auf die vielfach veränderten
Anforderungen des praktiſchen Lebens eine
durch=
greifende, zweckmäßige Verteilung des Lehrſtoffes
er=
fordert. Zu den wichtigſten Aufgaben der nächſten Zeit
gehört auch die anderweite Regelung des
Religi=
onsunterrichtes, für deren Vorbereitung auch
das Oberkonſiſtorium bereits unter dem Vorſitz ſeines
Präſidenten D. Nebel einen Ausſchuß niedergeſetzt hat.
Natürlich iſt bei dieſer Neuregelung in erſter Linie
auch die heſſiſche Lehrerſchaft intereſſiert, wie die in den
Bezirksvereinen des heſſiſchen Landeslehrervereins
darüber gefaßten Beſchlüſſe beweiſen. Wenn auch die
Berichte der Bezirksvereine noch nicht vollſtändig
vor=
liegen, ſo iſt doch jetzt ſchon die Tatſache feſtzuſtellen,
daß die Lehrerſchaft an dem Religionsunterricht in der
Volksſchule im vollen Maße feſtgehalten wiſſen will,
dabei aber eine zeitgemäße Reform dieſes
Unterrichts=
zweiges für dringend erwünſcht hält. Zur Steigerung
des Erfolges beim Religionsunterricht wird von den
Vereinen zumeiſt eine weſentliche Beſchränkung oder
Verminderung des Stoffes verlangt, beſonders auch,
um für die wichtigeren Gebiete des
Religionsunter=
richts mehr Zeit zu gewinnen. Hier wird die
Haupt=
ſache die Herausgabe einer neu geordneten bibliſchen
Geſchichte ſein müſſen, mit der zurzeit der erwähnte
Ausſchuß befaßt iſt. Den Mittelpunkt des Unterrichts
ſoll das Leben und die Lehre Jeſu bilden. Der
Katechismusunterricht ſoll eine einfache Darſtellung
des religiös=ſittlichen Lebens bieten, und im allgemeinen
wünſcht man, daß ſich der Religionsunterricht weniger
als ſeither an den Verſtand und das Gedächtnis der
Schüler wenden ſoll; vor allem müſſe auf die Erweckung
des religiöſen Lebens Bedacht genommen werden. Der
geſamte Religionsunterricht ſoll nach der Forderung
der Lehrerbezirksvereine nur nach pädagogiſchen
Grund=
ſätzen geſtaltet und die Aufſtellung des=Lehrplans=und
die Beaufſichtigung des Unterrichts lediglich Sache der
Schulbehörden ſein. Für die Lehrerſeminare wird
gleichfalls eine Umgeſtaltung des Religionsunterrichts
in den Fachkreiſen für erforderlich erachtet.
Militäriſches.
* Preisausſchreiben für einen neuen
Offizierstorniſter. Das Kriegsminiſterium
hat in der letzten Nummer des Armee=
Verordnungs=
blattes zur Preisbewerbung für Herſtellung eines
neuen Muſters zum Offizierstorniſter aufgefordert.
Der neue Torniſter ſoll ſeinen Träger nicht weithin
als Offizier kennzeichnen; andererſeits ſoll „die
Aus=
rüſtung den Offizier innerhalb einer gewiſſen
Ent=
fernung (etwa 200 Meter) deutlich vom Manne
unter=
ſcheiden laſſen‟ Er ſoll ein gefälliges Ausſehen haben.
Die Tragvorrichtung ſoll der von der Mannſchaft
be=
nutzten im weſentlichen entſprechen. Das Material
ſoll unbedingt waſſerdicht und dem Mottenfraß nicht
ausgeſetzt ſein. Das möglichſt gering zu haltende
Ge=
wicht darf das des jetzigen Offizierstorniſters (1050
Gramm) keinesfalls überſchreiten. Die Machart ſoll
tunlichſt einfach ſein, ohne viele Riemen, Schnallen
und Haken. Der Preis ſoll nicht weſentlich höher ſein,
als der des jetzigen Torniſters (15 Mark). In oder am
neuen Torniſter ſollen die nötigſte Wäſche, die
Feld=
mütze, ein Paar lederne Schuhe, Waſchzeug, zwei
eiſerne Portionen, Frühſtück, Feldflaſche, Eßbeſteck,
Taſchenapotheke, Rauchbedarf, Feldgeſang= und
Sold=
buch, Meldekartenblock und Paletot oder Umhang
untergebracht werden können, die oft gebrauchten
Gegenſtände in entſprechenden Innen= und
Außen=
taſchen. Erwünſcht iſt, daß der Torniſter ohne
Pa=
letot (Umhang) ganz oder geteilt als Packtaſche am
Pferde angebracht werden kann. Als erſter, zweiter
und dritter Preis ſind 600, 300 und 100 Mark
aus=
geworfen. Die Preisbewerbung iſt für jedermann
offen. Die Muſter müſſen bis zum 15. November bei
der Bekleidungsabteilung des Kriegsminiſteriums
eingehen; die Zuerkennung der Preiſe erfolgt
ſpäte=
ſtens im Juni 1911. Den Regimentskommandeuren
iſt anheimgeſtellt, zu geſtatten, daß Offiziere anläßlich
des Wettbewerbs hergeſtellte Torniſter zwecks
Vor=
erprobung während der diesjährigen Manöver —
außer Kaiſermanöver — tragen dürfen.
Luftſchiffahrt.
Ueberlandflug Frankfurt=Mannheim.
Sr. Ginsheim, 17. Aug. Um 6 Uhr nachmittags
ſtieg Thelen in Begleitung von v. Gorriſſen von
Ginsheim nochmals auf, um Mannheim zu erreichen.
Um 6 Uhr 4 Min. flog Wieneziers mit ſeinem
Antoi=
nette=Apparat in Griesheim auf und landete nach
einem prächtigen Fluge 19 Min. ſpäter auf dem Großen
Sande bei Mainz. Gegen 7 Uhr verſuchte dann
Wiencziers mehrere Male vergeblich, wieder
abzu=
fliegen, was aber infolge eines inzwiſchen
eingetrete=
nen Defektes nicht gelang. Wiencziers gedenkt morgen
früh die Weiterfahrt anzutreten.
* Frankfurt, 17. Aug. Um 6 Uhr 5 Min. erhob
ſich Lochner auf einem Euler=Zweidecker und
um=
kreiſte in mehreren Runden den Flugplatz.
* Frankfurt, 17. Aug. Um 6 Uhr 34 Min. ſtartete
Jeannin auf einem Farmanapparat zum
Ueberland=
flug nach Mainz.
* Frankfurt, 17. Aug. Soeben um 7 Uhr
wur=
den die Flüge für heute eingeſtellt. Außer den zwei
Fliegern, die den Ueberlandflug antraten, machte eine
Reihe weiterer Flieger noch verſchiedene ſchöne Flüge.
Lochner auf einem Eulerapparat, von Mumm auf
Antoinette, der zwar auf einem Kornfeld landen mußte,
jedoch ohne weitere Beſchädigungen, und Plochmann
auf ſeinem Gradeapparat. Auf dem Flugplatze waren
anweſend Prinz und Prinzeſſin Albert von
Schles=
wig=Holſtein, ſowie der kommandierende General von
Eichhorn. Der Aviatiker Lochner erlitt an
ſeinem Motor einen Defekt.
* Mainz, 17. Aug. Um 6 Uhr 27 Min. kam
Wieneziers über Mainz in einer Höhe von 300
Metern in Sicht. Er flog über den Rhein in der Nähe
der Rheinbrücke und nahm die Richtung auf den Großen
Sand. Das ganze Rheinufer iſt von einer nach
Tau=
ſenden zählenden Menſchenmenge beſetzt.
* Mainz, 17. Aug. Jeannin iſt um 7 Uhr
8 Min. auf dem Großen Sand glatt gelandet.
** Mainz, 17. Aug. Jeannin ſtartete um 7 Uhr
15 Min. zur Fahrt nach Mannheim. Wiencziers
erlitt beim Anlauf Defekt eines Rades und mußte die
Fahrt für heute aufgeben. Der Apparat wurde in die
Halle gebracht.
* Mannheim, 17. Aug. Jeannin iſt in
Sandhofen, etwa ſechs Kilometer vor dem
Lan=
dungsplatze, niedergegangen. Ob er heute noch
aufſteigen wird, iſt zweifelhaft. Er hat Hilfe von hier
erbeten. Beſchädigungen hat der Apparat nicht erlitten.
Jeannin hat die Richtung verfehlt.
* Mannheim, 18. Aug. Der Apparat
Jeannins, der, wie bereits gemeldet, geſtern in
Sandhofen niederging, wurde noch in der Nacht
ab=
montiert und man iſt zurzeit damit beſchäftigt, die
ein=
zelnen Teile auf Wagen zu verladen, um dieſelben
nach dem Mannheimer Hauptbahnhofe zu befördern,
von wo ſie auf dem ſchnellſten Wege nach Frankfurt
a. M. zurückgebracht werden ſollen.
* Mannheim, 18. Aug. Wie der General=
An=
zeiger aus Sandhofen meldet, lief um 10 Uhr 40
Min., als man gerade damit beſchäftigt war, den
Flug=
apparat Jeannins in ſeine Teile zu zerlegen und
auf aus Mannheim requirierte Wagen zu verladen,
vom Preisgericht aus Frankfurt die Nachricht ein, daß
Jeannin ſeinen Flug fortſetzen ſoll. Die
volle Fahrt ſoll ihm angerechnet werden, da er nicht
wegen Motordefektes die Landung vornahm. Die
Reparatur wird heute nachmittag beendet ſein und
Jeannin hofft, den Flug zwiſchen 4 und 5 Uhr nach
Mannheim fortſetzen zu können.
* Mainz, 17. Aug. Wieneziers iſt heute
morgen 5 Uhr 47 Minuten auf dem Großen Sand in
Mainz zur Fahrt nach Mannheim aufgeſtiegen. Er
mußte um 6 Uhr 15 Min. in Aſtheim wegen
Motor=
defektes landen.
* Mainz, 18. Aug. Wie das Mainzer Tagblatt
aus Aſtheim meldet, ließ Wieneziers um ½10
Uhr ſeine Maſchine auf ein Automobil verladen und
nach Frankfurt a. M. zurücktransportieren.
* Frankfurt, 18. Aug. Der Aviatiker Thelen
hat ſeinen Apparat nach Mainz zurückgebracht und iſt
dort um ¾8 Uhr nach Mannheim geſtartet.
* Worms, 18. Aug. Wie die Wormſer Zeitung
meldet, iſt der Apiatiker Thelen in Gernsheim
gelandet. Er hat ſeinen Apparat abmontiert und
Nummer 193.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Auguſt 1910.
Seite-5.
denſelben nach Frankfurt zurücktransportieren
laſſen.
* Frankfurt, 19. Aug. Thelen iſt nach hier
zurückgekehrt. Sein Apparat wird ebenfalls wieder
hier=
her transportiert. Von einem Wiederaufſtieg
Jean=
nins lag bei Redaktionsſchluß noch keine Meldung
vor.
* Frankfurt, 7. Aug. Nach einem bei der
Ober=
leitung des Deutſchen Fliegerbundes aus Karlsruhe
eingegangenen Telegramm hat der Großherzog
von Baden für den Ueberlandflug Frankfurt=
Mann=
heim nachträglich einen Ehrenpreis geſtiftet. Auch
der Deutſche Fliegerbund ſelbſt hat einen dritten Preis
im Betrage von 5000 Mark für die Strecke Frankfurt=
Mainz ausgeſetzt.
H.B. Frankfurt, 18. Aug. Ein neuer
Ueberlandflug wird in Anbetract der wenig
günſtigen Reſultate des jetzigen Ueberlandfluges
ge=
plant. Der deutſche Fliegerbund will einen zweiten
Ueberlandflug noch in dieſem Herbſte veranſtalten, der
auch auf ſüddeutſchem Boden, und zwar auf der Strecke
Straßburg=Wiesbaden, ausgeführt werden ſoll. Daß
gerade dieſe Strecke herausgeſucht wurde, iſt wohl
darauf zurückzuführen, daß Oberſt Ilſe, der auch die
jetzige Veranſtaltung leitet, dieſer Tage von Frankfurt
a. M. als Regimentskommandeur nach Straßburg
ver=
ſetzt wurde. — Walter v. Mumm wollte heute früh zum
Ueberlandflug auf ſeinem Antoinetteapparat ſtarten.
Er erhob ſich auch bis zu einer Höhe von 15 Meter, der
Apparat geriet jedoch ins Schwanken und ſtürzte zu
Boden. Propeller und die Holzteile des Apparates
wurden zertrümmert, während der Motor unverſehrt
und v. Mumm unverletzt blieb. Da v. Mumm einen
zweiten Apparat zur Verfügung hat, wird er ſich mit
dieſem an der Konkurrenz beteiligen.
Einen Aeroplanflug von Paris nach
London
führte der ſpaniſche Aviatiker Moiſant (Blériot)
erfolgreich durch. Moiſant war am Dienstag in Paris
aufgeſtiegen und hat die 130 Kilometer zunächſt bis
Amiens in 1 Std. 55 Min. zurückgelegt. Von Amiens
aus ſtartete er dann am Mittwoch früh um 5 Uhr
10 Min. mit ſeinem Monteur an Bord von neuem; um
7 Uhr 15 Min. hatte er Calais erreicht, wo er nach
Eintreffen des Begleitdampfers um 10 Uhr 45 Min.
abermals aufſtieg. Er überflog glatt den Aermelkanal
und landete 11 Uhr 47 Min. glücklich in Dover.
* London, 16. Aug. Der Aviatiker Moiſant,
der vormittags in Paris mit ſeinem Aeroplan
aufge=
ſtiegen, fuhr, nachdem er Dover erreicht hatte, längs
der Bahn nach London weiter.
* London, 18. Aug. Der Flieger Moiſant
ſtieg um 5 Uhr 5 Minuten von Timanſtone zur
Fort=
ſetzung des Fluges nach London auf, mußte aber gegen
7 Uhr wegen eines leichten Schadens an ſeinem
Mo=
tor bei Sittingbourne, in der Nähe Rocheſters, landen.
* London, 18. Aug. Der Flieger Moiſant
iſt heute vormittag 10 Uhr 31 Minuten
beim Kriſtallpalaſt gelandet.
Der Aeroplan=Rundflug durch Oſt=
Frankreich
erreichte am Mittwoch mit der letzten Etappe Amiens=
Paris ſeinen Abſchluß. Als Erſter ſtartete in Amiens
Leblane (Blériot) um 5 Uhr 3 Min. morgens, 2 Minuten
ſpäter folgte Aubrun (Blériot), etwas ſpäter folgte
dann noch der Lt. Letheux und um ¼6 Uhr endlich
Legagneux. Am Ziel in Iſſy les Moulineaux hatten ſich
ſchon in den früheſten Morgenſtunden ganz enorme
Menſchenmengen, die man auf 500000 Perſonen ſchätzte,
eingefunden. Auf dem Manöverfelde ſelbſt erwartete
eine glänzende Verſammlung, in deren Mitte man den
franzöſiſchen Kriegsminiſter bemerkte, die Ankunft der
Flieger. Um ¼7 Uhr landete Lt. Lucanus mit ſeinem
Zweidecker auf dem Flugplatz. Bald darauf wurde vom
Eiffelturm her auch das Signal gegeben, welches das
Eintreffen des Erſten der konkurrierenden Aviatiker
meldete. Die Spannung ſtieg aufs höchſte, bis endlich
Leblane in 300 Meter Höhe am Horizont auftauchte.
6 Uhr 45 Min. landete der kühne Blériot=Pilot unter
toſendem Beifall der Menge mitten auf dem
Manöver=
felde, wo ihn der Kriegsminiſter empfing und umarmte.
Eine Viertelſtunde ſpäter traf auch Aubrun ein und
landete glatt, um ebenfalls vom Kriegsminiſter begrüßt
zu werden. Leblanc hatte die im ganzen 770 Kilometer
umfaſſende Reiſe in insgeſamt 12 Stunden 13. Minnten
22 Sekunden zurückgelegt, während Aubrun 13:25:11
benötigt hatte. Leblanc blieb damit Sieger
und gewann, wie ſchon gemeldet, die vom Matin
ausgeſetzten 100000 Francs.
* Paris, 17. Aug. Nach der offiziellen
Klaſſierung wurde die heutige letzte Etappe
der Rundfahrt durch Oſt=Frankreich, Amiens=Paris,
zurückgelegt: von Leblanc in 1 Std. 46 Min. 57 Sek.,
von Aubrun in 1 Std. 54 Min. 1 Sek. Die Geſamtzeiten
der beiden Aviatiker ſind: 12 Std. 56 Sek. bezw. 13 Std.
28 Min. 15. Sek. Leblane gewinnt außer dem Preis
des Matin im Betrage von 100000 Francs noch fünf
erſte Preiſe und einen zweiten Preis für Einzeletappen,
im ganzen 127000 Francs. Aubrun gewinnt nur
Preiſe für Einzeletappen, und zwar fünf zweite und
einen erſten Preis im Geſamtbetrage von 13000 Francs.
* München, 17. Aug. Das Luftſchiff „
Par=
ſeval VI.” wird im Laufe dieſer Woche bei günſtiger
Witterung eine Fernfahrt nach dem Starnberger See
aus=
führen. Für die nächſte Woche ſind dann die
Paſſagier=
fahrten nach Oberammergau in Ausſicht genommen.
sr. Das Flugmeeting von Nantes wurde
am dritten Tage bei beſſerem Wetter fortgeſetzt. Den
täglichen Dauerpreis gewann Renaux (Farman) mit
einem Fluge von 1 Std. 40 Min. 29 Sek. Ein
Entſchädi=
gungsrennen für Zweidecker gewann gleichfalls Renaux
vor van den Born (Farman) und Poillotte (Sommer).
Sport.
* Fechten. Der Darmſtädter Fechtklub
hat die vier beſten Fechter des Mainzer und die vier
beſten des Wiesbadener Fechtklubs zu je einem
Mann=
ſchaftsfechten gegen ſeine in zwei Mannſchaften
einzu=
teilenden acht beſten Fechter, zunächſt auf Florett,
herausgefordert. Während die Mainzer Aufſchub bis
November oder Dezember verlangten, hat Wiesbaden
die Forderung ſofort aufgenommen und wird demnächſt
ſeine Mannſchaft nennen. Für Darmſtadt werden
gegen letztere vorausſichtlich die Herren L. Anton, L.
Fiſcher, Fr. Löffler und A. Schmitz antreten. Den
Teil=
nehmern der ſiegenden Mannſchaft werden ſilberne
Medaillen, und-für deren Klub außerdem noch ein
Ehrenpreis ausgeſetzt. Das Fechten wird am 4.
Sep=
tember hier ſtattfinden.
Deutſchlandtritt aus der U. C. J. aus.
Sr. Die ſkandalöſen Vorfälle bei den letzten
Rad=
weltmeiſterſchaften in Brüſſel haben
nun=
mehr den einzig möglichen Abſchluß dadurch gefunden,
daß der Verband Deutſcher Radrennbahnen, die oberſte
Behörde des deutſchen Radrennſports, dem
Weltver=
bande, der „Union Cyeliſte Internationale”, ſeinen
Austritt anzeigte. Es iſt dies ein ziemlich
fol=
genſchwerer Schritt, da nunmehr jeder Landesverband
ſeinen Startern die Teilnahme an Radrennen in
Deutſchland verbieten kann; andererſeits aber iſt es
ſchon jetzt eine feſtehende Tatſache, daß viele der
be=
kannten ausländiſchen Rennfahrer, wie Guignard,
Walthour, Nat Butler, Stol, Ryſer, Tommy Hall uſw.
wegen der größeren Erwerbsmöglichkeiten Deutſchland
treu bleiben werden. Auch rechnet man damit, daß ſich
verſchiedene auswärtige Verbände, wie Rußland und
die Schweiz, zu dem V. D. R. halten werden, ſo daß
es vielleicht zu der Gründung eines neuen
Weltverban=
des unter deutſcher Leitung kommen wird. — Die
Brüs=
kierung Deutſchlands in Brüſſel und die Anfrage der
1. C. J. haben zu einer außerordentlichen
Generalver=
ſammlung ſeitens des V. D. R. geführt, die in der
Schloßbrauerei in Berlin=Schöneberg tagte. Knorr=
Steglitz, der erſte Vorſitzende des Verbandes Deutſcher
Radrennbahnen, leitete die Sitzung mit der Bekanntgabe
des Briefwechſels zwiſchen ihm und der U. C. J. ein,
wobei weſentliche, bisher noch unbekannte
Vorkomm=
niſſe zur allgemeinen Kenntnis gelangten. Direktor
Knorr hatte, nachdem in dem Vereinsorgan der U. C.
J. die Beſtrafung von Rütt und Mayer wegen ihrer
Nichtteilnahme an der Flieger=Weltmeiſterſchaft
ver=
öffentlicht war, und nachdem außerdem eine Anfrage
ſeitens der U. C. J. vorlag, ob der V. D. R. die
Halt=
ung ſeiner Delegierten in Brüſſel billige, zunächſt dem
erſten Vorſitzenden der U. C. J., Monſ. Beukelaer, in
durchaus ſachlicher, aber energiſcher Form bereits
aus=
einandergeſetzt, daß die Beſtrafung der deutſchen
Fah=
rer zu Unrecht erfolgt ſei, da dieſe nur den
Anordnun=
gen ihres vorgeſetzten Verbandes Folge geleiſtet hätten
und daß er von ihm als Präſident der U. C. J. im
Intereſſe des Friedens innerhalb des Weltverbandes
die Aufhebung dieſer Beſtrafung innerhalb acht Tagen
verlange. Monſ. Beukelaer gab nur eine nichtsſagende
Antwort und bedauerte die in dem Schreiben des V.
D. R. enthaltene „Drohung” Auf ein nochmaliges
Schreiben von Dir. Knorr ging dann am 9. Auguſt ein
längerer Brief von Monſ. Beukelaer ein, in welchem
er ſämtliche Schuld an den Vorkommniſſen den
deut=
ſchen Delegierten zuſchob. Dieſem Briefe waren
Pro=
tokolle beigelegt, laut welchen das Bureau der U. C. J.
die deutſchen Proteſte zurückwies, dagegen der Sekretär,
Monſ. Rouſſeau, einen außerordentlichen Kongreß
vorſchlug.
Dies war die Sachlage, die noch durch das
inzwi=
ſchen erfolgte Starten von Rütt und Mayer eine
wei=
tere Verſchärfung erfahren hatte. Die Herren Ulrich,
Hontſchka und Schneider berichteten daraufhin
noch=
mals über die Vorgänge in Brüſſel, aus denen klar
hervorgeht, daß es, wie ſchon in früheren Jahren, bei
der Austragung der Meiſterſchaften auf eine
Hintan=
ſetzung eder deutſchen Fahrer abgeſehen war.
Insbe=
ſondere charakteriſierte Schneider=Leipzig das
Verhal=
ten des italieniſchen Zielrichters Carozzis, der,
Zigar=
reten drehend, auf das Einkommen der Fahrer
über=
haupt nicht geachtet habe und einfach auf Zuruf
franzö=
ſiſcher Delegierten Friol als Sieger gegen Mayer
er=
klärte, trotzdem das Gegenteil klar der Fall war. Da
man die deutſchen Fahrer nicht einer zweiten
derarti=
gen Vergewaltigung ausſetzen wollte, und andererſeits
der Zielrichter nicht zum Rücktritt gezwungen wurde,
ſo blieb den deutſchen Delegierten nichts weiter übrig,
als den deutſchen Rennfahrern den weiteren Start zu
verbieten. Ohne weitere Debatte erklärte darauf die
außerordentliche Generalverſammlung einſtimmig, daß
ſie mit dem Verhalten und den Maßnahmen der
Dele=
gierten des V. D. R. vollſtändig einverſtanden ſei.
Den zweiten Punkt der Tagesordnung bildete die
gegen die U. C. J. zu beobachtende Haltung. Während
die Mehrheit der ſich an der Debatte beteiligenden
Bahnvertreter betonte, daß es das Anſehen
Deutſch=
hands verlange, bedingungslos aus der U. C. J.
auszu=
ſcheiden, wurde von den Vertretern Dresdens immer
wieder darauf hingewieſen, daß es mit Rückſicht auf
den doch auch in Frage kommenden Geldbeutel der
Rennbahnbeſitzer richtiger wäre, nicht ohne weiteres
alle Brücken abzubrechen, ſondern das Verbleiben in
der U. C. J. von der Anerkennung dreier Forderungen
des V. D. R. abhängig zu machen, und zwar ſollten
ſämtliche Strafen aufgehoben, die Uebertragung der
Stimmzahl nicht anweſender Länder an Mitglieder
anderer Verbände verboten, und ſchließlich die deutſche
Stimmzahl von 10 auf 12 erhöht werden. Nach längerer
Debatte trat Dir. Knorr in ſeinem Schlußwort
eben=
falls für ein diplomatiſches Vorgehen gegen die U. C.
J. ein, doch wurde der Antrag des
Verwaltungsaus=
ſchuſſes auf bedingungsloſen Austritt aus
der U. C. J. mit 10:4 Stimmen angenommen.
Darauſhin zogen die Vertreter der vier Bahnen ihren
Widerſtand nachträglich zurück, ſo daß ein einmütiger
Beſchluß zuſtande kam. Im Anſchluß daran wurde die
Ruſſiſche Radfahrervereinigung Union,
die Beſitzerin der Rennbahn in Lodz, die wegen der
Brüſſeler Vorfälle ſtatt in der U. C. J. in den V. D. R.
Anſchluß geſucht hatte, in den Deutſchen Verband
auf=
genommen.
Landwirtſchaftliches.
* Obſtbaumbezug. Es wird hiermit in
Er=
innerung gebracht, daß der Landwirtſchaftskammer=
Aus=
ſchuß für die Provinz Starkenburg, wie im vorigen
Jahre, auch dieſes Jahr einen gemeinſamen Bezug von
Obſtbäumen veranſtaltet. Beſtellungen auf
Obſt=
bäume ſind bis zum 25. d. Mts. an den
Landwirtſchafts=
ammer=Ausſchuß für die Provinz Starkenburg (
Bis=
marckſtraße 52) in Darmſtadt zu richten.
ſie aus den Fenſtern auf den Hof. Hierbei erlitt eine Frau
ſchwere Verletzungen.
H.B. Wien, 18. Aug. Zu dem Brande des
Kurhauſes Rohitſch in Sauerbrunnen wird
noch berichtet, daß bei den Rettungsarbeiten zwei
Perſonen durch abſtürzende Balken verletzt worden
ſind. Der Schaden wird auf eine halbe Million
Kro=
nen beziffert. Er iſt bis zur Höhe von 140000 Kronen
durch Verſicherung gedeckt.
* Paris, 18. Aug. Aus Narbonne wird
ge=
meldet: Geſtern abend gegen 9 Uhr iſt die hieſige
Kathe=
drale durch eine Feuersbrunſt zerſtört
wor=
den. Das Feuer war hinter dem Hauptaltar zum
Aus=
bruch gekommen. Die Marmorſtandbilder der früheren
Erzbiſchöfe ſind zerſtört, ebenſo die herrlichen Glasfenſter
des Chors, Meiſterwerke der Glasmalerei des 14. und
15. Jahrhunderts.
ſtörte das Fabrikviertel Jerſey=City; der
Scha=
den wird auf ein bis zwei Millionen Dollars
ge=
ſchätzt.
Der Brand des Karerſee=Hotels.
* Wien, 16. Aug. Das Karerſee=Hotel iſt vollſtändig
niedergebrannt. Den Ausbruch des Feuers bemerkte man
um 9 Uhr morgens. Zwei Stunden danach war das ganze
rieſige Gebäude ein Schutthaufen. Den Anlaß gab ein
Kaminbrand im Dachſtuhl des linken Traktes. Der
Hoteldirektor riß, in der Abſicht, dadurch die Gefahr zu
be=
ſeitigen, die bereits brennenden Schindeln um den
glühen=
den Schornſtein heraus. Dadurch aber entſtand ein
Luft=
zug, der die ſchon glimmenden Balken in hellen Brand
verſetzte, und nun gab es für das Feuer kein Halt mehr.
An dem Schindeldach, dem hölzernen Dachſtuhl und dem
reichlichen Holzwerk des Baues und ſeiner Balkone fand
es ſo maſſenhaft Nahrung, daß im Nu die oberen
Stock=
werke brannten. In dieſen konnten nicht einmal die
Reiſeeffekten der Gäſte gerettet werden. In den untern
Stockwerken mußte ſich das heldenmütig arbeitende
Hotel=
perſonal damit begnügen, die Sachen der Gäſte zu bergen.
Ein Teil der Gäſte befand ſich bei Ausbruch des Brandes
noch in den Zimmern, doch konnten alle noch rechtzeitig
das Haus verlaſſen. 500 Gäſte und 200 Angeſtellte
wur=
den durch den Brand obdachlos, und viele verloren ihre
Habſeligkeiten. Das Karerſee=Hotel war erſt vor zwei
Jahren ausgebaut und völlig neuzeitlich eingerichtet
wor=
den. Es gehört dem Verein für Alpenhotels in Meran.
Das Hotel erfreute ſich großer Beliebtheit und war ſtets
voll belegt von Wiener, Peſter, reichsdeutſchen, aber auch
franzöſiſchen, engliſchen und amerikaniſchen Sommergäſten.
Leider hat ſein jetziges Schickſal gezeigt, daß es gegen
Feuersgefahr nicht genügend geſchützt war. Ein
Schindel=
dach auf einem zur Beherbergung von einem halben
Tau=
ſend Fremder beſtimmten Rieſenhotel iſt immer eine
Fahr=
läſſigkeit. Es waren aber auch nicht genügend
Löſchvor=
richtungen vorhanden. Eine Waſſerleitung war da, aber
das Waſſer hatte zu geringen Druck, um das Dach zu
er=
reichen, die Schläuche ſollen nicht auf die Gewinde der
Waſſerhähne gepaßt haben, und Feuereimer, die als Erſatz
hätten dienen können, fehlten ganz.
Manche Fremden beklagen den Verluſt ihrer ganzen
Habe, einige konnten ihre Habſeligkeiten noch rechtzeitig
in Sicherheit bringen, aber ſicherlich gibt es nur wenige,
die bei dem Unglück keinen Verluſt hatten. Geſtern ſchon
wurden die Obdachloſen von Automobilen der Poſt und
allen nur verfügbaren Wagen durchs Eggental nach Bozen
und Meran befördert; einige ſind der Mittel völlig
ent=
blößt und mußten an ihre Angehörigen um Unterſtützung
telegraphieren, andere haben ſofort die Heimreiſe
ange=
treten. Der Telegraphen= und Telephonverkehr über den
Karerpaß iſt unterbrochen. Außer einer Dame wurde
nie=
mand verletzt, es wird auch niemand vermißt. Es ſteht
außer allem Zweifel, daß die Hotelgeſellſchaft, die
vor=
wiegend aus Südtiroler Intereſſenten beſteht, an derſelben
Stelle das Hotel wieder im alten Glanze erſtehen laſſen
wird. Das Karerſee=Hotel war eines der ſtärkſtbeſuchten
Gebirgshäuſer in unſern Alpen.
Der Brand in der Brüſſeler Weltausſtellung.
* Brüſſel 17. Aug. Der ausführende
Aus=
ſchuß der Ausſtellung iſt heute vormittag im
Bei=
ſein des Handelsminiſters Hubert zuſammengetreten, um
Stellung zu den Plänen des Architekten Acker zur
Be=
kleidung der Trümmerſtätte zu nehmen. Auf
der Anhöhe, wo das belgiſche Hauptgebäude ſtand, ſoll
eine dekorative Wand mit Lattenverzierung errichtet
wer=
den. In der Mitte über der großen Kaskade ſollen drei
Säulenhallen von 14 Metern errichtet werden und hier
ſollen auch die beiden Reſtaurants, die im Hauptgebäude
waren, Unterkunft finden. In 14 Tagen wird man die
Arbeiten vollendet haben. — Der König Albert iſt heute
um 1 Uhr 40 Min. aus Tirol eingetrofſen; er begab ſich
ſofort nach der Ausſtellung, wo er die Unglücksſtätte
ein=
gehend beſichtigte. Er ermutigte das Komitee und drückte
ihm ſein Mitgefühl an dem Unglück aus.
H. B. Brüſſel, 18. Aug. Der Kriegsminiſter
hat eine ganze Diviſion Truppen zur Verfügung geſtellt,
um an den Aufräumungsarbeiten in der Ausſtellung
teil=
zunehmen. Dieſe Truppen treffen noch im Laufe des
heu=
tigen Tages aus den verſchiedenſten Garniſonsſtädten in
Brüſſel ein und werden ſich ſofort nach dem
Ausſtellungs=
gelände begeben. Die hieſigen Vertreter der Lloyd=
Geſell=
ſchaft in London haben nach Londoner Berichten den
ge=
ſamten Brandſchaden nicht höher als 2 Millionen Pfund
geſchätzt.
* Berlin, 17. Aug. Dem Staatsſekretär des Innern,
Delbrück, iſt auf ein an den Präſidenten der Brüſſeler
Ausſtellung, Baron Janſſen, gerichtetes, die Teilnahme
des Reichsamts des Innern an dem Brandunglück
aus=
drückendes Telegramm folgende Antwort zugegangen:
Sage Ew. Exzellenz meinen tiefſtgefühlten Dank für die
herzlichen Worte der Teilnahme an dem Unglück, das uns
trifft. In wenigen Wochen hoffen wir, der Ausſtellung
ihr früheres Ausſehen wiederzugeben. Die belgiſche
Ab=
teilung wird wieder aufgebaut werden, auch England
wird die ſeinige wiederherſtellen. Was verloren iſt, iſt
nicht mehr als ein Zwanzigſtel der ganzen Ausſtellung.
Brände.
* Eibenſtock (Königreich Sachſen), 18. Aug.
Durch einen Brand wurden heute morgen 11
Wohn=
häuſſer älterer Bauart eingeäſchert. Bei den
Löſch=
arbeiten wurde ein Feuerwehrmann ſchwer verletzt.
* Königsberg, 18. Aug. Infolge eines auf der
Treppe des Hauſes Mühlengrund am geſtrigen Spätabend
ausgebrochenen Brandes ſind drei im Dachgeſchoß des
Hauſes wohnende ältere Frauen erſtickt. 15 andere
Be=
wohner der oberen Stockwerke wurden teils durch
Anwoh=
ner und die Feuerwehr mit Leitern gerettet, teils ſprangen
Vermiſchtes.
* Soll der Bergſteiger Alkohol
trin=
ken? Der bekannte Alpiniſt Dr. Schnyder hat bei
einer großen Anzahl erfahrener Bergſteiger und
Berg=
führer eine Rundfrage angeſtellt, um die Erfahrungen
zu ſammeln, die in der Hochtouriſtik mit dem Genuß
von alkoholiſchen Getränken gemacht worden ſind. Es
ſind nicht weniger als 478 Antworten eingelaufen,
deren Ausſagen, ſorgſam gegeneinander abgewogen,
folgendes Endergebnis haben: Am Tage vor einem
Aufſtieg und unmittelbar vor Antritt des Marſches
dürfen keine Spirituoſen getrunken werden. So lange
Nummer 193.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Auguſt 1916.
noch ſchwere Hinderniſſe zu überwinden ſind, iſt Alkohol
zu vermeiden. Nur in Augenblicken der Erſchöpfung,
wenn es darauf ankommt, auf kurze Zeit die Kräfte zu
beleben, alſo am Schluſſe des Aufſtieges, können
Spiri=
tuoſen gute Dienſte leiſten. Auch gegen Bergkrankheit
und bei Unfällen iſt der Alkohol nützlich. Beim
Ab=
ſtieg, wenn beſondere Schwierigkeiten nicht bevorſtehen,
können Spirituoſen die Arbeit erleichtern und ihr faſt
automatiſchen Charakter geben. Auf der Raſt mag er
den Mut beleben, man darf aber nicht vergeſſen,
wel=
chen ungünſtigen Einfluß er auf die Körpertemperatur
ausübt. Von den eingegangenen Antworten äußern
ſich 44 Prozent gegen den Alkohol, 39 Prozent
enthal=
ten Vorbehalte und nur 17 Prozent ſprechen ſich
un=
zweideutig für die Benutzung von Alkohol aus.
Der 80. Geburtstag des Kaiſers Franz Joſef.
* Wien, 18. Aug. Sämtliche Blätter feiern den
80. Geburtstag des Kaiſſers, indem ſie der
Liebe und Verehrung Ausdruck geben, die die Völker
Oeſterreich=Ungarns dem väterlichen Herrſcher
ent=
gegenbringen, der die Reichsidee in hehrſter Form
verkörpere. Die Blätter heben die unermüdliche
Pflichterfüllung und die ſtaunenswerte Arbeitskraft
des greiſen Monarchen hervor und verweiſen auf die
Bewunderung, die dem Kaiſer in fremden Ländern
in nicht geringerem Maße gezollt würde als in den
eigenen.
* Bad Iſchl, 17. Aug. Anläßlich des morgigen
achtzigſten Geburtstages des Kaiſers
Franz Joſef iſt Iſchl reich beflaggt und prachtvoll
geſchmückt. Heute vormittag wurde auf dem
Elfer=
kogel das von einem lokalen Komitee errichtete Kaiſer
Franz Joſef=Kreuz ffeierlich eingeweiht. In allen
Straßen herrſcht lebhafte Bewegung, jeder Zug bringt
neue Feſtgäſte. Sämtliche Mitglieder des Kaiſerhauſes
ſind zur Feier des Geburtstages des Kaiſers
ein=
getroffen. In der Villa des Kaiſers fand eine
Auf=
führung des von der Erzherzogin Maria Valerie
ver=
faßten Feſtſpieles, betitelt „Huldigung der
Alpen=
blumen”, unter Mitwirkung der Kinder der
Erzher=
zogin ſtatt. Im Kurtheater wurde eine
Feſtvorſtel=
lung veranſtaltet. Die feſtlich geſchmückte Stadt war
abends glänzend illuminiert. Auf den die Stadt
um=
gebenden Bergeshöhen loderten Freudenfeuer auf.
Ein wirkungsvolles Feuerwerk wurde abgebrannt.
Eine unabſehbare Menſchenmenge wogte durch die
Straßen und bereitete den die Illumination
beſich=
tigenden Mitgliedern des Kaiſerhauſes lebhafte
Hul=
digungen.
* BadIſchl, 18. Aug. Kaiſer Franz Joſef
nahm heute früh die Glückwünſche ſeiner Töchter und
Enkelinnen, deren Gemahle und Kinder entgegen und
hörte nachher eine Stille Meſſe in der kaiſerlichen Villa.
Um 10 Uhr fand in der Hofkirche ein Hochamt ſtatt,
dem auch die Mitglieder der kaiſerlichen Familie, die
Gemeindevertretung und die Spitzen der Behörden
bei=
wohnten. Mittags nahm der Kaiſer die Glückwünſche
der übrigen Mitglieder der kaiſerlichen Familie
ent=
gegen.
* Wien, 18. Aug. Der 80. Geburtstag des
Kaiſers Franz Joſef wurde in der ganzen
Monarchie durch Feſtgottesdienſte, denen auch die
Be=
hörden beiwohnten, durch Schulfeiern und durch andere
feſtliche Veranſtaltungen begangen. Zahlreiche
Wohl=
tätigkeitsſtiftungen wurden im ganzen Lande errichtet.
In Wien, das feſtlich geflaggt hat und vielfach
prächtig geſchmückt iſt, wurde der heutige Tag durch
(Kanonenſalut und großes Wecken eingeleitet. In allen
Gotteshäuſern fanden vormittags Feſtgottesdienſte
ſtatt. Für die Truppen wurde ein Feſtgottesdienſt auf
der Schmelz abgehalten, an den ſich eine Parade der
Garniſon anſchloß, die der General der Infanterie
Freiherr von Albori, abnahm.
* Karlsbad, 17. Aug. Im reichgeſchmückten
Saale des Karlsbader Kurhauſes fand heute vormittag
die feierliche Ueberreichung der Widmungsurkunde
der Stadtgemeinde von Karlsbad für den im
Beet=
hovenparke gelegenen Platz des Franz Joſef=
Denkmals durch den Vizebürgermeiſter Baier an
das reichsdeutſche Komitee ſtatt. An Kaiſer Franz
Joſef und Kaiſer Wilhelm wurden
Huldigungstele=
gramme geſandt.
* Peſt, 18. Aug. Der 80. Geburtstag des
Königs wird in ganz Ungarn überaus feſtlich
be=
gangen. In allen Munzipien fanden Feſtverſammlungen
ſtatt, welche Huldigungsadreſſen an den Monarchen
ab=
ſandten und große Stiftungen für Wohlfahrtszwecke
gemacht haben.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Wilhelmshöhe, 18. Aug. Der Kaiſer empfing
heute vormittag den Reichskanzler zum Vortrage und
den Botſchafter Freiherrn von Marſchall. Um 1 Uhr
fand beim Kaiſerpaar aus Anlaß des Geburts
tages von Kaiſer Franz Joſef Frühſtückstafel
ſtatt; hierbei ſaß der Kaiſer der Kaiſerin gegenüber.
Rechts vom Kaiſer folgten zunächſt der Botſchafter
Szögyeny, Generaladjutant Freiherr von Lyncker, der
öſterreichiſch=ungariſche Militär=Attaché Freiherr von
Bienerth und der Chef des Zivilkabinerts von
Valen=
tini; links vom Kaiſer ſaßen der Reichskanzler,
Frei=
herr von Flotow und Staatsſekretär von Kiderlen=
Waechter; rechts von der Kaiſerin ſaßen zunächſt
Bot=
ſchafter Freiherr von Marſchall, Prinzeſſin Viktoria
Luiſe, Oberpräſident Hengſtenberg, links von der
Kai=
ſerin der kommandierende General von Scheffer=
Boyadel, Gräfin von Pückler, Ober=Hofmarſchall Graf
von Eulenburg und der Geſandte Freiherr v. Jeniſch.
* Tromſoe, 18. Aug. Die auf dem Dampfer „Mainz”
hier eingetroffene Zeppelin=Expedition nahm
außer den wiſſenſchaftlichen Unterſuchungen über die
Tech=
nik der Luftſchiffahrt umfaſſende ozeanographiſche
Unter=
ſuchungen vor und ſtellte durch zahlreiche Lotungen das
Vorhandenſein einer größeren Bank, ſüdlich vom König
Karls=Land, feſt. Zu der näheren Beſtimmung des
Golf=
ſtroms wurden ferner zahlreiche Meſſungen der
Waſſer=
temperatur vorgenommen. Man konſtatierte ferner die
Spaltung des Golfſtroms durch einen zwiſchen beiden
Zweigen liegenden kälteren Strom, der vom Eismeer nach
Süden fließt. Die Dampfer „Mainz” und „Carmen” gehen
heute von Tromſoe aus in See. Die „Carmen” mit dem
Prinzen Heinrich an Bord, wird das nahe gelegene
Sa=
langwerk anlaufen, das der Prinz zu beſichtigen wünſcht.
H. B. Berlin, 18. Aug. Eine Schießerei, bei der
ein Unbeteiligter erheblich verletzt wurde, hat ſich in
Zehlendorf ereignet. Der 18jährige Glockengießer
Col=
lier war mit dem Vater ſeiner Braut in Streit
ge=
raten, in deſſen Verlauf er einen Schuß auf ſeinen
Schwiegervater abgab, ohne dieſen jedoch zu treffen.
Um ſeinen Verfolgern zu entgehen, ſchoß Collier in die
Menge, wobei ein 14jähriger Knabe einen Schuß ins
Bein erhielt.
H.B. Deſſan, 18. Aug. Die Nachforſchungen nach
dem bei Deſſau abgeſtürzten Ballon haben
bis=
her kein Ergebnis gehabt. Der Oberförſter hat die
ganze Nacht hindurch den Wald nach dem abgeſtürzten
Ballon abſuchen laſſen. Jedoch wurde bisher keine
Spur von einem Ballon gefunden. Eventuell ſoll auch
Militär zur Abſuchung der Haide herangezogen
wer=
den. Bisher liegt keine Meldung über einen
vermiß=
ten Ballon vor.
— Elberfeld, 18. Aug. Im Bahnhof Unter=Barmen
ſind heute nacht zwei Güterzüge
zuſammenge=
ſtoßen. Beide Maſchinen und ſechs Wagen wurden
erheblich beſchädigt. Der Zugführer Kellermann wurde
ſchwer verletzt. Die Urſache des Unfalles iſt angeblich
auf Erlöſchen der Signallichter zurückzuführen.
H. B. Dortmund, 18. Aug. Der Bücherreviſor
Hart=
wig von der Niederdeutſchen Bank iſt heute morgen
auf Veranlaſſung des Unterſuchungsrichters
verhaf=
tet worden. Ueber die Gründe der Verhaftung iſt
noch nichts bekannt.
Innsbruck, 18. Aug. Der Kaiſerjäger=Zugführer
Landthaler geſtand, den Raubmord an dem
Rei=
ſenden Feuerſtein aus Odeſſa begangen zu haben.
H. B. Rom, 18. Aug. Amtlichen Mitteilungen
zu=
folge ſind in Apulien bisher 30 Menſchen an Cholera
geſtorben. Die Zahl der Erkrankungen wird nicht
an=
gegeben. Am heftigſten tritt die Seuche im Norden des
apuliſchen Diſtriktes auf. Ihr Hauptherd iſt die Stadt
Trani, wo geſtern nachmittag vier neue mit ſchnellem
Tode endende Fälle vorkamen. Die Seuche ſoll von
einer Zigeunerbande eingeſchleppt worden ſein, die
von Rußland nach Süd=Italien kam.
Paris, 18. Aug. In der vergangenen Nacht
ſpielte ſich abermals eine wahre Schlacht zwiſchen
Apachen ab, bei der eine Perſon getötet und zwei
Perſonen ſchwer verletzt wurden. Die Urheber des
Zuſammenſtoßes wurden von der entrüſteten Menge
durch Hiebe und Fußtritte übel zugerichtet.
The Pike Bolton, 16. August 1910,
Freunden und Bekannten mache ich
hiermit die traurige Mitteilung, dass mein
lieber Mann
(16226)
nach langem, schweren Leiden heute
sanft entschlafen ist.
Karo Heywood, geb. Brodrück.
Todes-Anzeige.
Verwandten und Bekannten die
ſchmerz=
liche Mitteilung, daß heute mittag um 1 Uhr
unſere innigſtgeliebte Mutter,
Schwieger=
mutter, Großmutter, Urgroßmutter, Tante,
(16231
Schweſter und Schwägerin
Frau Forstmeister
Marle Tesbald
geborene Zimmer
im 80. Lebensjahre ſanft verſchieden iſt.
Wir bitten um ſtille Teilnahme
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 17. Auguſt 1910.
Die Beerdigung findet am Freitag
Nachmit=
tag 4 Uhr, vom Portale des Darmſtädter
Friedhofes aus, ſtatt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Der
Ein=
fluß des ſüdweſtlichen Hochdruckgebietes beſteht fort
und hiermit heitere und ruhige Witterung. Nur
vor=
übergehend iſt durch die nördliche Zyklone etwas
Be=
wölkung auſgetreten, die hald wieder verſchwindet.
Auch morgen noch beherrſcht der hohe Druck das
Wetter Mitteldeutſchlands.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 19.
Aluguſt: Heiter, Morgennebel, nachts kühl, am Tage
mäßig warm.
Tageskalender.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr auf Hugenſchütz’ Felſenkeller.
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo.”
Konzert um 4½ Uhr in der „Krone” zu Auerbach.
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 10—7 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Crafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 20. Auguſt.
Dünger=Verſteigerung um 9 Uhr in der Drag.=
Kaſerne (Regiment Nr. 24), um 9½ Uhr in der Drag.=
Kaſerne (Regiment Nr. 23).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: S. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Kurſe vom 18. Auguſt 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bf. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,30
B½ Deutſche Reichsanl. . (3,00
63,90
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,30
93,00
B½ do. Conſols .
83,80
B do. do.
A Bad. Staatsanleihe . . 101,60
*3,50
do.
3½
do.
3
A Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,60
91,90
do.
8½
3
do.
83,10
4 Hamburger Staatsanl. 101,80
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,80
do.
91,50
do.
80,10
8. Sächſiſche Rente . . . 83,40
4 Württembergerv. 1907 101,80
do.
8½g
92,70
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 47,80
8¾ Italiener Rente . . .
4½ Oeſterr. Silberrente . 97,30
4 do. Goldrente . . 98,70
A do. einheitl. Rente 93,80
3 Portug. unif. Serie I 66,25
3 do. unif. Ser. III 68,20
3 do. Spezial . 11,90
5 Rumänier v. 1903 . . 102,00
do. v. 1890 . . 94,50
do. v. 1905 . . 90,30
Ruſſen p. 1880 ₰ . .. 91,20
InProz.
3f.
92,00
4 Ruſſen v. 1902 .
100,30
4½ do. v. 1905
3½ Schweden . . .
92,80
4 Serbier amort. v. 1895 83,90
4 Türk. Admin. v. 1903 87,10
do. unifiz. v. 1903 94,50
4 Ungar. Goldrente . . 94,60
do. Staatsrente . 91,70
5 Argentinier .
101,80
90,75
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 95,30
5 Chineſ. Staatsanleihe 101,90
do.
99,40
4½ Japaner . . . . . . . 97,10
5 Innere Mexikaner . . 99,80
do.
3
69,75
Gold=Mexikan. v. 1904 95,10
5 Gold=Mexikaner
100,25
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt .
4 Nordd. Lloyd . . . .
4 Südd. Eiſenb.=Geſ.. .
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 —
4 Baltimore & Ohio . . 109,40
4 Gotthardbahn . . . . —
InProz.
4 Oeſt.=Unggr. Staatsb. 159,75
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 22,25
4 Pennſylvania R. R. 131,90
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei 207,50
76,00
Werger=Brauerei
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 480,50
.257,00
Fabrik Griesheim
510,00
Farbwerk Höchſt
Verein chem. Fabriken
327,75
Mannheim .
Lahmeyer
.120,50
Schuckert
166,00
Siemens & Halske
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Gelſenkirchen
.212½
Harpener
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Hütten=
betrieb
. . 234,25
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.. . 89,60
.100,50
4 Pfälzer Prt.
-
3½ do.
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . —
4 do. ſteuerfrei . 98,50
5 Oeſterr. Staatsbahn. —
4
do.
97,50
do. alte . —
3
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,50
4
do.
78,75
29/10 do.
57,70
3 Raab=Oedenburger . . 75,00
4 Ruſſ. Südweſt..
90,00
4 Kronpr. Rudolfbahn . —
2½
4
4
4
4
4
4
4
4
In Pry.
75,9)
Livorneſer .
Miſſouri=Pacific
Bagdadbahn Mk. 408 86,80
Anatoliſche Eiſenb.
Tehuantepec
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ. 167,75
Darmſtädter Bank 130,50
„
Deutſche Bank .
Deutſche Vereinsbank
Diskonto=Geſellſchaft
.
Dresdner Bank
Mitteldeut. Kreditbk.
Nationalbk. f. Deutſchl
Pfälzer Bank .
Reichsbank
Rhein. Kredit=Bank .
Wiener Bank=Verein
252,00
127,90
186,80
157,60
119,20
124,00
104,00
143,50
139,20
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,20
3½ do. S. 19. . . . . 92,30
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,50
do.
3½
90,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
do.
92,80
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 101,00
do.
3½
91,00
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,10
3½
do. (unk. 1914) 91,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,80
3½
do,
92,60
Inp:)).
Städte=
Obligationen
Darmſtadt
91,50
3½ do.
. 100,80
4 Frankfurt
31
96,00
do.
100,50
4 Gießen
3½ do.
Heidelberg
3½ do.
91,20
4 Karlsruhe
3½ do.
91,60
4 Magdeburg
—
3½ do.
4 Mainz
-
3½ do.
4 Mannheim
3½ do.
91,00
4 München .
101,00
3½ Nauheim
90,00
4 Nürnberg.
100,20
3½ do.
4 Offenbach
3½ do.
4 Wiesbaden .
100,40
3½ do.
4 Worms .
. 100,00
3½ do.
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Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 —
3½ Cöln=Mindner „ 100 —
5 Donau=Reg. fl. 100 —
3 Holl, Komm. „ 100
Bf.
In Proz
3 Madrider Fs. 100 78,00
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe. . . . . . . . 135,60
4 Oeſterr. 1860er Loſe 174,20
3 Oldenburger .
2½ Raab=Grazer fl. 150 115,00
Aulehensloſe.
Augsburger
Braunſchweiger Tlr.
Freiburger Fs
Mailänder
do.
Meininger
Oeſterreicher v. 1864 „
do. v. 1858
Ungar. Staats „
Venediger
Frs.
Türkiſche
„
Fs.
Fs.
ſl.
7 36,50
20 206,00
15 57,40
45
10 30,80
7 36,00
100 —
100
100 380,00
30 40,40
400 181,20
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Banknoten.
Engl. Sovereigns
20,39
20 Franks=Stücke
16,19
Oeſterr. 20=Kronen.
16,90
Amerikaniſche Noten . . . 4,19½
Engliſche Noten .
20,42
Franzöſiſche Noten . . . . 81,00
Holländiſche Noten . . . . 169,45
Italieniſche Noten . . . . 80,65
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85, 15
Ruſſiſche Noten . . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,15
Reichsbank=Diskonto .
Reichsbank=Lombard Zäf. 5%
Nummer 193
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Auguſt 1910.
Seite 7.
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geſucht Henri Portune, Bleichſtr. 1c.
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Köchinnen, Alleinmädchen, welche kochen
und nicht kochen, ſofort und ſpäter in gute
Privat= und Geſchäftshäuſer.
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Eliſabethenſtraße 37.
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Geſchäftsgänge geſucht. Näh. Expedition.
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kleinen Haushalt geſucht
Heerdweg 95, parterre.
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zu einzelner Dame geſucht
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Die s. u. 4. Burogehilfenſtelle
der hieſigen Anſtalt, deren ſeitherige
In=
haber ihrer Militärdienſtpflicht genügen
müſſen, ſollen zum 1. Oktober wieder
beſetzt werden. Bare Vergütung anfangs
500 Mk. jährl. bei freier Koſt u. Reinigung
der Wäſche. Bewerber mit Berechtigung
zum einjährig freiwilligen Militärdienſt
erhalten den Vorzug. Meldefriſt 14 Tage.
Heppenheim, den 16. Auguſt 1910.
Grossh. Direktion der Landes-Irrenanstalt.
Dr. Bieberbach, Medizinalrat. (16201dfs
Gewandteru. fleißiger
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von hieſigem General=Agentur=Bureau
für ſämtliche Branchen (Feuer=,
Einbruch=
diebſtahl=, Unfall=, Haftpflicht= pp.) per ſof.
gegen Fixum geſucht. Offerten unt. L. 64
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16234) Leiſtungsfähige Fabrik von
Putz=
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wichſe, Schuhglanzcreme, Schuhfett und
Seifenpulver), ſucht für Darmſtadt tücht.,
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Platzvertreter
gegen hohe Proviſion. Gefl. Offerten mit
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Gute Exiſtenz.
Erſte Firma ſucht für hieſigen Platz einen
redegewandten, vertrauenswürdigen Mann
für guteingeführten Artikel; außer dem
Ver=
kauf hat der Betreffende auch bei den Kunden
zu kaſſieren. Bewerber mit guten
Empfeh=
lungen, welche kleine Kautionſtellen können,
wollen Offerten mit Angaben von Alter
und der bisherigen Tätigkeit unter L 44
an die Exped. d. Bl. richten. (16150dfs
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(*20091fs
die Expedition ds. Bl.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Anguſt 1910.
Nummer 193.
Um den vielfachen Wünſchen meiner Beſſunger Kundſchaft zu entſprechen, er=
(16251
öffne morgen Samstag, den 20. ds. Mts.
früheren Hauſe Marburg, eine Filiale.
Die dort zum Verkauf kommende Ware iſt täglich friſch und ſind die
Verkaufs=
preiſe dieſelben wie in meinem Hauptgeſchäft, auch haben die Rabattzettel in beiden
Geſchäften gleiche Gültigkeit.
Indem ich die v. Einwohner von Beſſungen bitte, mein neues Unternehmen
gütigſt berückſichtigen zu wollen, ſichere ich gute und reelle Bedienung zu und zeichne
Hochachtend
Mathias Rosenstock
Ludwigſtraße 18 Telephon 490. Karlſtraße 102.
und Vereinsbrüder bevorzugen bei
Zusammen=
künften und zu Hause stets das Hessenbräu,
weil es ein vortreffliches Bier von hoher
Wohl=
bekömmlichkeit ist. (16238
In Flaschen zu haben in den mit rot-weissen Plakaten gekehnzeichn. Verkaufsst.
7. Vorbereitungskurſus für die theoretiſche Meiſterprüfung im Handwerk.
Nach dem Reichsgeſetz vom 30. Mai 1908 (ſog: kleiner Befähigungsnachweis)
dürfen bekanntlich im allgemeinen nur noch ſolche Perſonen Lehrlinge anleiten, welche
die Meiſterprüfung beſtanden haben, deren Ablegung dadurch große Bedeutung
er=
langt hat.
Vielſeitigen Wünſchen entſprechend, beabſichtigen wir daher zur Vorbereitung auf
den theoretiſchen Teil der Meiſterprüfung einen Kurſus in Buchführung,
Wechſel=
recht, Scheckverkehr, Gewerbeverſicherungs= und Genoſſenſchaftsgeſetzgebung
ab=
zuhalten.
Derſelbe wird bei genügender Teilnahme am 31. Auguſt beginnen und am
8. Oktober endigen. Als Unterrichtszeit ſind die Mittwoch= und Samstag=
Nachmit=
tage von 2 bis 5 Uhr vorgeſehen.
Anmeldungen werden auf der Handwerkskammer zu Darmſtadt, Georgenſtr. 9,
bis ſpäteſtens 29. I. Mts. entgegengenommen. Die Teilnehmergebühr: mit 10 Mark
iſt im Voraus zu entrichten.
(16224a
Der Vorſtand des Ortsgewerbevereins Darmſtadt.
Laut wiederholter Aufforderung der Großh. Bürgermeiſterei haben ſich alle
männ=
lichen Handlungsgehilfen, deren Jahresgehalt mehr als Mk. 2000.— bis Mk. 5000.−
einſchließlich beträgt, behufs Eintragung in die Wählerliſte für die
Von 25 Stück an liefere frei ins Haus.
10 Stück 53 und 48 Pfg.
Friſche Eier
(Schale etwas
Friſche, große Eier (angeſchmutzt) 10 Stück 58 Pfg.
Friſche, große Sied=Eier . . 10 Stück 68 Pfg.
Friſche, große Land=Eier . 10 Stück 73 Pfg.
Feinſte Trink=Eier .. friſcheſte Land=Eier 10 Stück 83 Pfg.
Feinſte Süßrahm=Tafelbutter
per 1 Pfund Mk. 1.35: Kurheſſiſche Pfund 1.40 Mk.
empfiehlt
(16250
bezw. deren Beiſitzer
bis ſpäteſtens Samstag den 20. Auguſt einſchließlich
unter Angabe ihrer Beſchäftigungszeit in den letzten zwei Jahren, bei Großh.
Bürger=
meiſterei Waldſtraße 6, Zimmer 9, zu melden.
Wir erſuchen unſere Mitglieder, ſowie alle hier in Frage kommenden Kollegen
hiermit dringend, dieſe Friſt nicht zu verſäumen, ſondern für ihre Anmeldung beſorgt
zu ſein.
Der Vorstand.
16228)
Mathias Rosenstock
Ludwigſtraße 18. Telephon 490. Karlſtraße 102.
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Leitung: Herr M. Mewes.
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Der Pfarrer von Gamsegg.
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Sechſtes Kapitel.
Der Wiener Detektiv Silas Hempel hatte ſeine
Miſſion in Bruck vollendet. Aber er reiſte nicht ab,
ſondern kam um einen Urlaub ein, der ihm auch
ge=
währt wurde, und blieb in der Stadt. Einige Tage
ſpäter teilte er dem erſtaunten Unterſuchungsrichter
Ewert mit, daß ſie heute zum letzten Male zuſammen
im „Roten Krebs” ſpeiſen würden, da er nach
Gams=
egg überzuſiedeln gedenke.
„Jetzt im Spätherbſt in dieſes Neſt? fragte Ewert
verwundert. Wenn es noch zur Sommerfriſche wäre!
Aber jetzt?
Meine Nerven ſind angegriffen. Seit Jahren
arbeite ich ſchon ohne jede Unterbrechung — endlich
wird man auch einmal ruhebedürftig. Vielleicht ziehe
ich mich ſogar bald ganz ins Privatleben zurück.
Sie! Als ob man Sie gehen laſſen würde!
Ich wüßte nicht, wer mich halten könnte?
Nun ja — aber — Sie wollen doch noch Karriere
machen
Hempel lachte laut auf.
Ich Karriere machen! Lieber Freund, da kennen
Sie den Silas Hempel ſchlecht, dazu hat der einen
viel zu eigenwilligen Kopf — aber laſſen wir das.
Vorläufig ſehne ich mich nur nach Ruhe und
Land=
leben, deshalb ziehe ich nach Gamsegg.
Aber Sie kennen doch keinen Menſchen dort?
Das iſt ja eben das Schöne. Dabei erholt man
ſich am beſten.
Und wo werden Sie denn wohnen? Das
ein=
fache Wirtshaus dort kann Ihren Anſprüchen doch
nicht genügen?
Ich habe ein nettes, freundliches Zimmer bei einer
Witwe gefunden.
Ewert glaubte zu verſtehen.
Aha — jung, hübſch — was?
Sehr, antwortete Hempel und ſchmunzelte vor
ſich hin.
Nun wohnte der berühmte Detektiv in Gamsegg
und benutzte die letzten ſchönen Herbſttage — ſie waren
ausnahmsweiſe mild und ſonnig — um im Karerwald
herumzuwandern.
Die alte Bliſſen, bei der er wohnte, kochte gar nicht
ſchlecht; das Zimmer, das ſie ihm eingeräumt hatte,
war nett und freundlich, und wenn Hempel nicht
aus=
gehen wollte, lag er ſtundenlang im Fenſter und ſah
auf den Dorfplatz hinab, wo es immer etwas zu
be=
obachten gab. Gegenüber wohnte der Krämer, rechts
davon der Fleiſcher, neben dieſem der Bäcker und
rechts, etwas ſchräg zur Häuſerfront ſtehend, ſah man
den Eingang zum Pfarrhof, in dem der neue
Stellver=
treter des Pfarrers wohnte. Dahinter lag die Kirche,
deren Hauptportal gegen den nördlichen Eingang des
Dorfes zu gerichtet war.
Eines Tages, als Hempel eben im Begriff war,
über den Karerjochſteig in den Wald zu gehen, begeg=
nete er Hermann Moosheimer, der aus der Förſterei
kam.
Beide blieben ſtehen und ſchüttelten einander
herz=
lich die Hand. Sie hatten ſich in der letzten Zeit öfter
getroffen, immer ſcheinbar zufällig.
Hermann empfand bald eine aufrichtige
Freund=
ſchaft für den wortkargen, ernſten Mann, deſſen
Teil=
nahme in ſchweren Stunden ihm ſo wohl getan hatte.
Sie kommen aus der Förſterei? fragte Hempel
etwas verwundert. Ich denke, Fräulein Dolland iſt
abgereiſt?
Ja — geſtern. Das Stift ſchickte einen Adjunkten
her, da wollte ſie nicht im Forſthaus bleiben. Sie fuhr
zu einer Tante nach Graz, wo ſie vorläufig bleiben
will, bis — bis ſich die Sache mit ihrem Vater
ent=
ſchieden hat. Mich führte heute nur ein letzter
Auf=
trag an die alte Reſi in die Förſterei.
Es iſt mir lieb, daß ich Sie treffe, ſagte Hempel
nach einer kleinen Pauſe. Schon immer wollte ich Sie
fragen: Haben Sie daheim in den Papieren Ihres
Vaters nichts gefunden, was einen Schluß ziehen ließe
auf das Ziel ſeiner letzten Reiſe?
Nein! Ich habe, Ihrem Wunſche entſprechend,
alle Papiere im Schreibtiſch genau durchgeſehen — es
fand ſich nichts darunter, was mit dieſer Angelegenheit
in Zuſammenhang zu bringen wäre.
Haben Sie auch im Papierkorb nachgeforſcht?
Nein — daran dachte ich nicht!
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nach.
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Gewiß werde ich es tun — indeſſen, Herr Hempel,
glauben Sie immer noch, daß dieſe Reiſe mit dem
Morde zuſammenhängt? Kann es ſich nicht einfach um
eine Geſchäftsſache dabei gehandelt haben, über die
mein Vater vielleicht unnützes Gerede vermeiden
wollte?.
Allerdings. Da wir aber nichts darüber wiſſen,
möchte ich doch Klarheit darüber erlangen.
Zweifeln Sie denn noch an der Schuld des
Pfar=
rers? Mir ſcheint die Sache ganz klar. Dolland
mußte ſich — was immer er jetzt auch ſagen mag — durch
Papas Haltung tief verletzt fühlen. Er iſt ihm auf
dem Heimweg entweder zufällig oder abſichtlich
begeg=
net — es iſt zur Ausſprache gekommen zwiſchen beiden
— Papa war ſehr heftig, Dolland wurde vielleicht gereizt
— im Zorn hat er ihn erſchoſſen. So erkläre ich mir
den Hergang.
Hm, es iſt ja möglich. Obwohl — Hempel blickte
eine Weile ſchweigend vor ſich hin. Mir fehlt der
pſychologiſche Faden zu dieſem Verbrechen—— das
Motiv, das alles erklärlich machen würde. Viel eher
halte ich noch den Förſter eines Mordes aus bloßer
Erregung für fähig. Der Pfarrer aber ſcheint mir ein
ſehr ruhiger Mann zu ſein — ja, wenn es vielleicht
doch ein Motiv gegeben hätte für ihn, ein uns
unbe=
kanntes, möglicherweiſe weit zurückliegendes — dann
freilich — Er ſchwieg und ſah wieder nachdenklich
vor ſich hin.
Hermann hob plötzlich den Kopf.
Wenn Sie den Pfarrer am Abend jenes 1.
Okto=
ber geſehen hätten, als ich zu ihm kam, um ihn zu holen
— Sie würden nicht mehr zweifeln! Nur ein
Schul=
diger kann ſich ſo benehmen. Und bedenken Sie die
Ausſagen des Tiſchlergeſellen, der ihn laufend,
angſt=
woll, gehetzt von der Mordſtelle herkommen ſay —
Das iſt alles richtig. Indeſſen gerade dabei iſt
ein Moment, das mich immer wieder ſtutzig macht.
Und das wäre?
Haben Sie ſich nie gefragt, wo ſich das Pferd von
fünf Uhr bis gegen zehn Uhr herumgetrieben haben
mag?
Das Pferd? fragte Hermann verwundert. Das
ſcheute ſicher durch die Schüſſe und trieb ſich
wahrſchein=
lich auf Wieſen und Feldern herum.
Um auf Wieſen zu gelangen, hätte es vor allem
die Waldſtraße nach der einen oder anderen Seite bis
zum Ende durchlaufen müſſen, denn Sie wiſſen wohl,
daß dieſelbe gegen das Tal zu mit dichtem
Haſel=
gebüſch umſäumt iſt. Nun iſt es allerdings das
Nor=
male, daß ein ſcheues Pferd geradeaus der Straße
nachläuft —
Was der Hengſt ja ſicherlich auch getan hat!
Sie vergeſſen, daß am Beginn der Waldſtraße zwei
Wegarbeiter beſchäftigt waren und gegen die
Gams=
egger Seite zu unbedingt der Steinbruch hätte paſſiert
werden müſſen, wo ebenfalls Leute arbeiteten. Weder
die einen noch die anderen haben etwas Auffallendes
bemerkt, obwohl man ein ſcheu dahin raſendes Pferd
wohl kaum überſehen kann.
Das iſt allerdings wahr — ſonderbar, daß mir das
nicht ſelbſt auffiel —! Hermann blickte erregt auf
Hempel. Aber — wohin kam das Pferd?
Der Mörder führte es eben behutſam zwiſchen den
Bäumen hindurch tiefer in den Wald — wahrſcheinlich,
um ſeine Tat möglichſt lange verborgen zu halten. Ich
habe das gleich von Anfang an in Betracht gezogen
und
Haben Sie Spuren gefunden?
Ja. An einzelnen feuchten Stellen waren ſie
deut=
lich zu erkennen. Und geſtern iſt es mir endlich gelun=
gen, den Ort zu entdecken, wo das Tier nachher
ge=
blieben iſt,
Ab!
Etwa zehn Minuten ſeitwärts von der Mordſtelle
befindet ſich eine Mulde, in deren Mitte ein kleiner
Tümpel liegt. Dort hat man dem Tier die Vorderfüße
zuſamengekoppelt, und es mag wohl ſtundenlang
ge=
dauert haben, bis es ihm gelang, ſich freizumachen. Hier
iſt der Strick, mit dem es gebunden war, ich fand ihn
unter zahlloſen Hufeindrücken neben dem Tümpel.
Er zog einen nicht ſehr ſtarken, abgenutzten
Seil=
reſt aus der Taſche, der noch den Knoten zeigte und
daneben die durchriſſene Stelle.
Hermann betrachtete den Strick.
Ein wichtiger Fund — werden Sie dem
Unter=
ſuchungsrichter davon Mitteilung machen?
Vorläufig nicht! Ewert hätte ſo gut wie ich auf
die Sache verfallen können, wenn er weniger verrannt
in ſeine eigenen Schlußfolgerungen wäre!
Wie meinen Sie das?
Nun — der Handwerksburſche, der den Pfarrer
fluchtartig an ſich vorüberlaufen ſah, bemerkte nichts
von einem Pferde. Folglich muß dieſes von einem
anderen fortgeführt worden ſein. Das gibt mindeſtens
zu denken, ſollte ich meinen.
Hermann erblaßte.
Von einem anderen? Sie meinen alſo — Sie
denken doch — daß der Förſter —
Hempel zuckte die Achſeln.
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Darmſtadt, den 11. Auguſt 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
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älteſter Gerichtsmann.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Auguſt 1910.
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finden ſich: 2 Spitzhunde, 4 Pinſcher.
Die Hunde lönnen von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
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Es ſteht feſt, daß Repp, der früher Kaufmann war, bis Mitte Mai dieſes
Jahres als Naturheilkundiger überhaupt noch nicht tätig
war. Gleichwohl hat er zu dieſem Zeitpunkt — ungeachtet des Mangels
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licher Vorbildung und jeglicher praktiſchen Erfahrung — erklärt, daß er imſtande ſei,
jederlei Krankheit zu heilen, bei der organiſche Zerſtörungen noch nicht
ſtattgefunden haben. Der Inhalt ſeiner Geſchäftsanzeige macht es ferner wahrſcheinlich,
daß es Repp auch auf Heilbehandlung auf ſchriftlichem Wege ohne perſönliche
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