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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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werden angenommen in Darmſtadt,
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ſowie von unſeren Agenkuren und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
I 171.
Montag, den 25. Juli.
1910.
ent
Die Dienſtzeit in der Marine.
— Im engliſchen Unterhauſe hat vor kurzem
eime Debatte ſtattgefunden, welche auch in Deutſchland
alle Beachtung verdient. Es handelte ſich um die Frage
ds ſogenannten kurzen Dienſtes. Die engliſche Admira=
Alirät ſtellt ſeit einiger Zeit jährlich eine wenn ſchon im Ver=
Mhiltnis zum geſamten Perſonalbeſtande nur geringe An=
Mzehl von Leuten mit ſogenannter kurzer Dienſtzeit ein.
Dieſe Leute dienen fünf Jahre, alſo volle zwei Jahre
län=
ger, als bei uns das geſamte Perſonal, ſoweit es in der
Aarine ſeiner Dienſtpflicht Genüge leiſtet. Ein Mitglied
Ader Regierungspartei trat nach den Mitteilungen des
MTeutſchen Flottenvereins für weitere Vermehrung der nur
Akerz, alſo fünf Jahre dienenden Leute ein und wies
haupt=
ſarchlich auf deren Wert als Reſerven im Kriegsfalle hin,
Uzog auch die deutſchen Verhältniſſe zum Vergleich heran
und gab der Anſicht Ausdruck, daß das deutſche Syſtem
der Marine bei Ausbruch eines Krieges ſofort über die
ſimtlichen Jahrgänge der Reſerven erſten Aufgebotes
ver=
fage; ſoweit ihm bekannt ſei, habe die deutſche Marine
mit dieſen Leuten bisher gute Erfahrungen gemacht. Der
Admiral Lord Beresford vertrat mit Lebhaftigkeit
Aden entgegengeſetzten Standpunkt und ſagte, er kenne kei=
Anen einzigen Offizier der Flotte, der ſich auch nur
irgend=
wie für die Einſtellung von Leuten mit kurzer Dienſtzeit
erwärmen könne. Der erſte Lord der Admiralität beſtritt
tas und ebenſo die Bemerkung Lord Beresfords, daß die
Leute mit kurzer Dienſtzeit in der Schlacht nichts wert ſein
weürden. Den grundſätzlichen Standpunkt der Admiralität
btung, zalegte er folgendermaßen feſt: Sicher ſei der nur fünf Jahre
tüenende Mann nicht ſo viel wert wie der zehn Jahre
tiienende, könne auch nicht an allen Stellen mit annähernd
dem gleichen Nutzen verwandt werden. Dagegen müſſe
man aber ſagen, daß nach den bisherigen Erfahrungen
nie fünf Jahre dienenden Leute ſich auf den Poſten und
in den Dienſtverrichtungen, die man ihnen zuwieſe, gut
hewährt hätten, ſie hätten dort ihren Platz vollkommen
ausgefüllt. Aus dieſen Gründen ſei die Einſtellung jener
Leute unter dem Geſichtspunkt des Dienſtes gerechtfertigt,
und man habe außerdem von ihrer Einſtellung den
gro=
izen Vorzug der Sparſamkeit. Deswegen werde die
Ad=
miralität auch das Syſtem, wenn ſchon in beſchränktem
Maßſtabe, weiter ausbauen. Hauptſächlich ſei im übrigen
doer Geſichtspunkt maßgebend, aus den kurz dienenden
Leuten nach Ableiſtung ihrer aktiven Dienſtzeit ein
Reſerve=
perſonal für die Flotte ſyſtematiſch auszugeſtalten;
das=
elbe würde den beſonderen Vorteil nicht zu hohen
Lebens=
alters haben. Dieſen Punkt hatte auch das anfangs
er=
rvähnte Parlamentsmitglied bereits betont und geſagt,
Daß eine ſchädliche Folge der durchgängig langen
Dienſt=
zeit in der engliſchen Marine in dem zu hohen Alter des
Reſerveperſonals beſtände.
In Deutſchland haben wir in der Marine be=
Lanntlich die dreijährige Dienſtzeit, welche gerade genügt,
Die Leute unter Hochdruck und unter aufreibendſter
An=
ftrengung der Offiziere, Unteroffiziere uſw. ſoweit mit dem
Flottendienſte vertraut zu machen, daß ſie als ausgebildet
betrachtet werden können. Im ſelben Augenblicke aber,
wo dieſes Ziel erreicht iſt, gelangt der Jahrgang zur
Ent=
laſſung. Die Mangelhaftigkeit dieſes Zuſtandes wird nicht
nur in der Marine empfunden, ſondern iſt auch
verſchie=
dentlich ſchon in den Verhandlungen des Reichstages von
beinahe allen Parteien anerkannt worden. Die
Marine=
verwaltung hat ſich im Laufe der Jahre dadurch zu helfen
geſucht, daß für beſtimmte wichtige Spezialfächer
Katego=
rien von Kapitulanten, alſo auf eigenen Wunſch und unter
der Bedingung entſprechender Befähigung dienenden
Leu=
tten, geſchaffen werden. Dieſe Einrichtung war unbedingt
notwendig und wird gute Früchte tragen, gehört jedoch
auch unter der Vorausſetzung allmählichen
Weiteraus=
baues zu den kleinen Mitteln. Immerhin muß auf dieſem
Wege fortgefahren werden; denn ein anderer ſteht nach
den Beſtimmungen der Verfaſſung bekanntlich nicht offen.
Es gibt aber doch zu denken, daß unter Autoritäten erſten
Ranges in England ſchroffe Meinungsverſchiedenheiten
darüber beſtehen, ob eine verhältnismäßig ſehr kleine
An=
zahl kurz dienender Leute, die aber nicht drei, ſondern fünf
Jahre ausgebildet werden, der Schlagfertigkeit und
Lei=
ſtungsfähigkeit der Flotte ernſten Schaden brächten oder
nicht, und daß der erſte Lord der Admiralität als
Ver=
treter des Syſtems der kurzen Dienſtzeit eine
Minderwer=
tigkeit offen zugibt, das letztere aber unter dem Geſichts=
punkte der Sparſamkeit, des Lebensalters der Reſerveleute
und der Tatſache, daß die Matroſen kurzer Dienſtzeit nur
in verhältnismäßig nebenſächlichen Verrichtungen verwandt
würden, zu rechtfertigen vermag. Daraus geht hervor,
und das verdient bekannt zu werden, unter wie
außer=
ordentlich ſchwierigen Verhältniſſen und mit wie
unver=
hältnismäßigem Kraftaufwand in unſerer Marine jahraus
jahrein gearbeitet werden muß.
Wetterleuchten in der Türkei.
— Intrigen und Verſchwörungen waren im
osmani=
ſchen Reiche von jeher an der Tagesordnung, die
neuer=
lichen Meldungen über die Entdeckung eines Komplotts
gegen das jungtürkiſche Regime werden daher auch
viel=
leicht von mancher Seite überſchätzt. Immerhin iſt es
be=
merkenswert, daß die jetzigen Machthaber in Konſtantinopel
am eigenen Leibe erfahren, worunter ſie unter Sultan
Abdul Hamid ſo ſehr zu leiden hatten. Wie man weiß,
machte er mit den jungtürkiſchen Führern, ſobald er hinter
eine Verſchwörung kam, ſtets kurzen Prozeß, indem er ſie
einfach im Bosporus auf Nimmerwiederſehen verſchwinden
ließ. Als die Jungtürken ans Ruder kamen, atmete ganz
Europa auf, denn man dachte, nun werde endlich im
Osmanenreiche Ordnung geſchafft werden. Aber die neuen
Herren ſcheinen doch ihre Kräfte überſchätzt zu haben, oder
ſie halten es jetzt, wo ſie im Sattel ſitzen, nicht mehr für
nötig, die verheißenen Reformen wirklich durchzuführen.
Jedenfalls beweiſt die jüngſte Geheimbundaffäre, daß
poli=
tiſche Strömungen vorhanden ſind, die auf eine Beſeitigung
des jungtürkiſchen Regimes abzielen, und daß die
inner=
politiſche Lage nicht frei von Gärungsſtoffen iſt. Das
energiſche Vorgehen des Kabinetts löſt natürlich in den
davon betroffenen Kreiſen lebhaften Widerſpruch aus und
ruft Gegenſtrömungen hervor, die das Jungtürkentum
verdächtigen. Eingeweihten war es ſeit langem bekannt,
daß das Komitee die parlamentsloſe Zeit ausnützen
würde, um ſich die Hauptgegner vom Halſe zu ſchaffen.
Mit dieſer Aufgabe wurde ein geheimer Exekutivausſchuß
beauftragt, der die Führer der drei oppoſitionellen Gruppen
aus dem öffentlichen Leben entfernen ſollte. Es wird auch
zugegeben, daß die Oppoſition danach trachtete, eines
Tages ans Ruder zu kommen. Eine ſehr reiche und
ehr=
geizige ägyptiſche Prinzeſſin ſpielt in der
Verſchwörungs=
partei eine große Rolle und unterſtützt die unzufriedenen
Kreiſe pekuniär in reichem Maße.
Alles in allem iſt die Verſchwörung ein Symptom der
Erbitterung des türkiſchen Volkes über die terroriſtiſche
Herrſchaft der Jungtürken. Infolgedeſſen plant auch die
Regierung einen Syſtemwechſel, und das jungtürkiſche
Ko=
mitee hat bereits ein hervorragendes Mitglied nach Paris
geſchickt, um den dort weilenden Prinzen Sabah Eddin
zu bitten, ein hohes Amt zu übernehmen. Inzwiſchen ſetzt
das Komitee den Kampf gegen die Gegner fort und ſetzt
alle ihm verdächtig erſcheinenden Perſönlichkeiten feſt.
Bis=
her ſollen 40 Mitglieder des Geheimkomitees verhaftet
ſein. Das größte Aufſehen erregte die Gefangennahme des
angeſehenen Abgeordneten Dr. Riſa Nur, der in der
Ver=
ſchwörungspartei eine große Rolle ſpielte. In
jungtür=
kiſchen Kreiſen ſtellt man die ganze Bewegung des
Geheim=
bundes als harmlos und ungefährlich dar, vermutlich aber
nur deshalb, weil man keine Schwäche zeigen will. Der
verhaftete Riſa Nur wird als ſehr ehrgeizig bezeichnet.
Als er vom Komitee ſeiner vermeintlichen Bedentung nach
nicht genügend gewürdigt und nicht entſprechend angeſtellt
worden, ſei er, ſo behaupten die Jungtürken, in das
feindliche Lager übergegangen. Es wird betont, daß Riſa
als Abgeordneter ſelbſt an dem Geſetz mitgearbeitet habe,
welches die geheimen Verbindungen unterſagt. Er werde
alſo nur für die Verletzung eines von ihm ſelbſt
mitver=
faßten Geſetzes verantwortlich gemacht. Ob ſich dieſe
Auf=
faſſung beſtätigen wird, bleibt abzuwarten. Jedenfalls
darf das jungtürkiſche Komitee den Bogen nicht allzu ſtraff
ſpannen, ſonſt dürfte es mit ſeiner Herrſchaft rapide
ab=
wärts gehen. Wenn die Jungtürken tatſächlich Reformen
durchführen wollen, ſo werden ſie überall die größten
Sym=
pathien haben, aber ſie müſſen unter Berückſichtigung der
orientaliſchen Verhältniſſe den Verſprechungen auch die
Taten folgen laſſen.
Deuſches Reich.
Die Inſel Helgoland iſt nunmehr in die
Zahl der deutſchen Reichs=Kriegshäfen eingereiht
worden. Für den auf Helgoland in Ausführung
begriffe=
nen Hafen ſowie für die Helgoländer Gewäſſer überhaupt
iſt jetzt vom Chef der Marine=Station der Nordſee,
Ad=
miral Grafen v. Baudiſſin, eine Hafen= und See=Polizei=
Verordnung gemäß dem Reichs=Kriegshafen=Beſetz erlaſſen
worden, womit die Erhebung Helgolands zum Reichs=
Kriegshafen vollzogen wird. Der auf der Inſel von der
Marine=Behörde im Bau befindliche Hafen ſoll in erſter
Reihe als Kriegshafen für kleinere Kriegsfahrzeuge
die=
nen, daneben aber auch als Schutz= und Nothafen für
Handelsſchiffe.
— Zum Stande der
Privatbeamtenverſiche=
rung erfahren die B. N. N., daß die dem Reichstage
ver=
ſprochene diesbezügliche Vorlage bereits recht weit in der
Vorbereitung gediehen iſt und man verſuchen will, die
Vorlage ſo ſchnell fertigzuſtellen, daß ſie dem Bundesrate
ſchon nach der Erledigung der Etatsberatungen zugehen
kann. Da auch der Bundesrat die Vorlage ſo ſchnell als
möglich verabſchieden wird, kann man damit rechnen, daß
ſie bereits Weihnachten dem Reichstage vorliegen wird.
Eine andere Frage iſt die, ob es gelingen wird, die
Vor=
lage auch in der nächſten Seſſion zu verabſchieden. Der
Reichstag iſt bereits jetzt aus dem Frühjahr her ſtark bepackt
mit ſozialpolitiſchen Vorlagen. In Abgeordnetenkreiſen
wurde erſt jüngſt die Befürchtung ausgeſprochen, daß die
Verabſchiedung der Reichsverſicherungsordnung kaum
mög=
lich ſein werde und daß die Privatbeamtenverſicherung
vermutlich das gleiche Schickſal teilen werde. Allerdings
ſoll nicht vergeſſen werden, daß der Reichskanzler ſeine
ganze Kraft einſetzen will, um die Verabſchiedung der
bei=
den Vorlagen zu ermöglichen, da ohne dieſe Vorlagen er
kaum in der Lage ſein wird, ſein Wahlprogramm für die
Reichstagswahlen durchzuſetzen.
— Der Königl. Preußiſche Staatsminiſter für
Handel und Gewerbe hat die Handelsvertretungen
und, durch die Regierungspräſidenten und den
Oberpräſi=
denten in Potsdam, die Kaufmannsgerichte aufgefordert,
die dem Miniſterium unterbreiteten Vorſchläge über
Neu=
regelung der Beſtimmungen betr. die
Konkurrenz=
klauſel einer eingehenden Prüfung zu unterziehen.
Nach dieſen Vorſchlägen ſoll dem Angeſtellten für die
Be=
ſchränkungen, die ihm das Konkurrenzverbot auferlegt, ein
Anſpruch auf Entſchädigung gewährt werden. Auf jede
Rate der Entſchädigung iſt anzurechnen, was der
Ange=
ſtellte während des Zeitraums, für welchen die Rate
ge=
zahlt wird, durch ſeine gewerbliche Tätigkeit anderweit
er=
wirbt oder zu erwerben böswillig unterläßt. Für das
erſte und zweite Jahr ſoll dieſe Anrechnung nur inſoweit
ſtattfinden, als der Erwerb den Betrag von drei Vierteln
bezw. zwei Dritteln der zuletzt gewährten vertragsmäßigen
Leiſtungen überſteigt. Dagegen ſoll eine Verſchlechterung
des Rechtszuſtandes für den Angeſtellten dadurch
eintre=
ten, daß der Prinzipal künftig berechtigt ſein ſoll, an Stelle
der verwirkten Vertragsſtrafe die Erfüllung des
Konkurrenzverbots oder neben der Vertragsſtrafe
den Erſatz des ſie überſteigenden Schadens zu
verlan=
gen. Der Verband Deutſcher Handlungsgehilfen zu Leipzig
hat ſich, ſo ſchreibt man uns, in Eingaben an den
preu=
ßiſchen Miniſter für Handel und Gewerbe, das
Reichs=
juſtizamt und das Reichsamt des Innern unter
eingehen=
der Begründung gegen dieſe Regelung, die nichts
Grund=
ſätzliches und Weſentliches ändert, Verbeſſerungen aber
durch Verſchlechterungen aufhebt, ausgeſprochen und auch
ſeine preußiſchen Gaue und preußiſchen Kreisvereine,
ſowie die ihm naheſtehenden Kaufmannsgerichtsbeiſitzer
eingehend unterrichtet und zur Stellungnahme
aufgefor=
dert. Der Verband hält an ſeiner Forderung feſt:
reichs=
geſetzliches Verbot der Konkurrenzklauſel.
— Zur Einprägung nationaler Pflichten.
und zur Verbreitung des Wiſſens vom eigenen Volkstum
dient ein neuerer Miniſterialerlaß für die
höheren Schulen in Württemberg. Dieſer
Erlaß ſchreibt vor, daß die wachſende Verbreitung des
Deutſchtums im Auslande und der Anteil der Deutſchen
an der Weltwirtſchaft im Unterricht mehr als bisher
be=
rückſichtigt werden ſoll. Die Abiturienten und auch die
nach der Einjährig=Freiwilligen=Prüfung abgehenden
Schüler ſollten über die deutſchen Bauernſiedelungen im
Oſten Europas, in Paläſtina, Süd=Braſilien, den Laplata=
Staaten, über die deutſche Einwanderung in Nordamerika,
Auſtralien und Südafrika und über die Bedeutung des
deutſchen Weſens in dieſen Ländern unterrichtet ſein,
ebenſo über die Verbreitung der deutſchen Sprache und
den Wert der deutſchen Schulen im Ausland. Vortrefflich
iſt auch folgende Vorſchrift des Erlaſſes:
Im Zuſammenhang mit dieſen Gegenſtänden muß
auch auf die Tatſache hingewieſen werden, daß die
Ange=
börigen anderer Nationen bei ihrem Aufenthalt im Aus=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. Juli 1910.
Nummer 171.
lande ihre Nationalität offener bekennen als die im
Aus=
land lebenden Deutſchen. Die gerade und faſt nur bei
den Deutſchen weit verbreitete Unſitte, ſofort nach ihrer
Ankunft im fremden Lande die Vornamen, häuſig auch
die Geſchlechtsnamen in die Sprache ihres neuen
Aufent=
haltsortes umzuändern oder ihr wenigſtens anzupaſſen
(z. B. Wilhelm in William oder Guillaume, Karl in
Charles, Carlos, Johann in John, Jean uſw., Müller
in Meunier, Burkhardt in Bourcart, Behringer in
Berin=
guer, Fiſcher in Fiſher, Schmidt in Smith uſw.) iſt den
anderen Nationen fremd und
unverſtänd=
lich. Der hierbei ſich offenbarende Mangel an nationaler
Selbſtachtung wird den Deutſchen vielfach als Ausfluß
eines ſkrupelloſen ungeſunden Geſchäftsſinns angerechnet
und als ein Nationalfehler bezeichnet. Da hierdurch das
Anſehen des Deutſchtums im Auslande und des ganzen
deutſchen Volkes gefährdet wird, iſt den Schülern das
Un=
würdige und Beſchämende einer ſolchen
Ver=
leugnung der Stammeszugehörigkeit und
der Mutterſprache nachdrücklich vor Augen
zu führen. Die Schulvorſtände werden angewieſen, die
Lehrer auf das Vorſtehende zur Nachachtung hinzuweiſen
und es gegebenenfalls in einem Konvente zur Beſprechung
zu bringen,
Ausland.
— Wie aus Serajewo gemeldet wird, iſt es in dem
neugewählten bosniſchen Landtage in den letzten Tagen
bereits zu wiederholten ſcharfen Zuſammenſtößen
zwiſchen den gegneriſchen Parteien gekommen. Es hat ſich
nämlich eine Koalition zwiſchen den kroatiſch=nationalen
und ſerbiſch=nationalen Abgeordneten gebildet, die
zuſam=
men 44 Mann ſtark ſind, denen nur eine Mehrheit von
47 Köpfen gegenüber ſteht. Dagegen iſt die kroatiſch=
kleri=
kale Partei mit einem Programm hervorgetreten, zu deſſen
Verfechter ſich der Weihbiſchof Saric im bosniſchen
Land=
tage gemacht hat, und das in der Hauptſache anſtrebt eine
Vereinigung von Kroatien, Slawonien, Dalmatien, Fiume
und der Küſtenlande mit Bosnien und der Herzegowina
zu einem ſüdſlawiſchen Reiche. Es iſt dies die trialiſtiſche
Staats=Idee, nach der die habsburgiſche Monarchie aus
drei Reichen, anſtatt wie bisher aus zwei ſich in Zukunft
zuſammenſetzen ſoll.
Daß es zu dieſer Entwickelung der Dinge kommen
werde, ſchreiben die B. N. N., war jedem Kenner der
ver=
wickelten Zuſtände im Südoſten Oeſterreichs von
vorn=
herein klar, allein in der Wiener Hofburg hoffte man auf
die zwiſchen den Kroaten und Serben beſtehenden
Gegen=
ſätze, die nicht aus nationalen, ſondern aus religiöſen
Gründen hervorgingen. Die Kroaten ſind bekanntlich
Katholiken und die Serben Orthodoxen. Nun hat ſich aber
die erwähnte Koalition auf der Grundlage der
Anerken=
nung der Gleichberechtigung der lateiniſchen und
altſla=
wiſchen Kirchenſprache geeinigt, womit die Streitaxt
be=
graben wurde. In den Wiener maßgebenden Kreiſen
ha=
ben die Nachrichten von dieſen Vorgängen im bosniſchen
Landtage um ſo peinlicheres Aufſehen erregt, als man
dahinter nicht mit Unrecht den Erzbiſchof von Sarajewo,
Dr. Stadler, vermutet, der von jeher auf die Bildung
eines ſüdſlawiſchen Reiches hingearbeitet hat und im
Grunde genommen ein erbitterter Feind der
Habsbur=
ger iſt.
— Der franzöſiſche Staatsrat hat die vor zwei Jahren
vom franzöſiſchen Kriegsminiſter Picquart verfügten
Straf=
maßnahmen, durch die mehrere Offiziere wegen ihrer
Teil=
nahme an einem vom Biſchof von Laon abgehaltenen
reli=
giös=politiſchen Vortrage in die Nichtaktivität verſetzt
worden waren, als ungeſetzlich aufgehoben.
An dem im Auguſt in Kopenhagen
ſtattfinden=
den internationalen Kongreß für öffentliche und private
Wohltätigkeit wird als Vertreter Frankreichs der frühere
Präſident der Republik Loubet teilnehmen.
Aus der Geſchichte des „königlichen
Spiels”
CK.W In Hamburg ſind die großen Meiſter des
Schachſpiels wieder verſammelt, um im ritterlichen
Turnier ihre Kräfte gegeneinander zu meſſen und zu
erproben, wer auf dem ſchwierigen Schlachtfelde des
Schachbretts als beſter Stratege ſeine Truppen zum
Siege führt.
Das Schachſpiel iſt ja das „königliche” unter den
Spielen, nicht nur wegen der großen
intellek=
tuellen Fähigkeiten, die es vom Spieler verlangt,
ſondern auch wegen ſeines hohen, ehrwürdigen
Alters und der Bedeutung, die ihm ſtets im Laufe der
Geſchichte zuerkannt worden iſt. Die Herkunft des
Spiels iſt allerdings in Dunkel gehüllt, denn bei den
älteſten Kulturvölkern läßt es ſich nicht nachweiſen.
Zwar hatten die Aegypter und die Griechen ſchon
Brettſpiele, aber über die Einzelheiten der Spiele, zu
denen die Bretter dienten, ſind wir nicht unterrichtet,
wahrſcheinlich waren es jedoch Spiele, die mit unſerer
„Dame” Aehnlichkeit hatten. Eine alte Myte erzählt,
daß das Schach der Held Palamedes während der
Be=
lagerung von Troja erfunden habe; daher wurde in
einer ſpäteren, alle Ueberlieferungen aus der Antike
herleitenden Zeit Palamedes zum Heros des Schachs,
und nach ihm wurden einige Schachbücher und die erſte
Schachzeitſchrift benannt. Jedoch läßt ſich das
Schach=
ſpiel erſt in Indien nachweiſen, wo es bereits vor
unſerer Zeitrechnung auftritt und den Namen „
Scha=
turanga” führt. Arabiſche und perſiſche Schriftſteller,
die uns ausführliche Beſchreibungen dieſes primitiven
Schachſpiels hinterlaſſen haben, nennen als den
Erfin=
der der ſinnreichen Unterhaltung Saſſa, den Sohn
des Dahir. Das Spiel wurde von vier Perſonen
ge=
ſpielt, und zwar auf einem Brett, das 64 Felder hatte.
Jede Partei hatte einen König, einen Turm, einen
Ritter (unſeren Springer), einen Narren (unſeren
Läufer) und vier Bauern. Zwei Parteien ſpielten
zu=
ſammen gegen die beiden anderen, und zwar war es
das Beſtreben jedes Spielers, ſeinen König nach dem
Felde des verbündeten Königs zu dirigieren; wenn
ihm dies vor ſeinem Bundesgenoſſen glückte, ſo
über=
nahm er das Oberkommando über beide Armeen. Das
Endziel beſtand darin, die beiden feindlichen Könige
zu ſchlagen. Von den Wirkungen und der Bedeutung
dieſes Spiels wiſſen viele indiſche Sagen zu erzählen;
Könige vergaßen darüber ihre Regierungsgeſchäfte,
Nach einer offiziellen Mitteilung über die Affäre
Savarkas bezwecken die gegenwärtigen Verhandlungen
zwiſchen der franzöſiſchen und der engliſchen Regierung
vornehmlich, in möglichſt genauer Weiſe den amtlichen
Vorgang feſtzuſtellen. Sobald dies geſchehen iſt, wird
die völkerrechtliche Seite der Angelegenheit erörtert
wer=
den. Erſtens nämlich wird erſt die Frage geprüft werden,
ob das engliſche Schiff, auf welchem ſich politiſche
Gefan=
gene befanden, überhaupt das Recht hatte, einen
franzö=
ſiſchen Hafen anzulaufen, ohne die franzöſiſche Regierung
amtlich davon zu verſtändigen; zweitens ob Savarkas,
nachdem er franzöſiſchen Boden betreten hatte, hierdurch
nicht ſofort vom Aſylrecht geſchützt war. Der franzöſiſche
Gendarm, welcher Savarkas feſtnahm, habe natürlich nicht
gewußt, daß derſelbe ein politiſcher Gefangener ſei, und
ihn für einen Deſerteur gehalten, weshalb er ihn auch
dem ſeinerzeit zwiſchen England und Frankreich
abge=
ſchloſſenen Uebereinkommen gemäß an Bord des engliſchen
Schiffes gebracht habe.
— Im engliſchen Unterhauſe wurde über die
Reſo=
lution betreffend die königliche Zivilliſte
verhan=
delt, die in Uebereinſtimmung mit den Beſchlüſſen der
Kommiſſion die königlichen Bezüge auf 479000 Pfund
Sterling für den König und den königlichen
Haus=
halt feſtſetzt; ferner auf 10000 Pfund Sterling für jeden
Sohn, der das 21. Lebensjahr erreicht hat, mit Ausnahme
des Prinzen von Wales auf 15000 Pfund Sterling im
Falle der Verheiratung und auf 6000 Pfund Sterling
jähr=
liches Einkommen für jede Tochter. Für den Prinzen von
Wales iſt keine Apanage ausgeworfen, weil er die
Einkünfte der Herzogtümer Cornwall und Lancaſter
er=
hält. Schatzmeiſter Lloyd George, der die Vorlage
ein=
brachte, erklärte, daß, ſobald der Souverän und ſein
Haus=
halt in Betracht komme, die Reſolution gegenüber der
früheren Zivilliſte eine Veränderung der Belaſtung
be=
deute, und wies darauf hin, daß der König ſeither
frei=
willig die Einkommenſteuer bezahlt habe, während die
Ausgaben für die Staatsbeſuche vom Staatsſchatz
ge=
tragen wurden. Jetzt ſei es ſo arrangiert worden, daß die
Zivilliſte künftig die Koſten der Staatsbeſuche zu tragen
habe, während die Einkommenſteuer an ihr nicht mehr
erhoben werden ſoll. Barnes (Arbeiterpartei) ſprach
ſich gegen die Reſolution aus, weil die Einkünfte der
Herzogtümer von Cornwall und Lancaſter
Staatseigen=
tum ſein ſollen und weil der Betrag der Zivilliſte
unver=
hältnismäßig hoch ſei. Ein Antrag Barnes, die
könig=
liche Zivilliſte von 470000 Pfund Sterling auf 385000
Pfund Sterling herabzuſetzen, wurde mit 207 gegen 20
Stimmen verworfen. Im weiteren Verlaufe der
Verhandlungen erhob Keir Hardie heftigen
Wider=
ſpruch gegen die Apanagen für die Kinder des Königs mit
Ausnahme des Prinzen von Wales. Er begründete dies
damit, daß dieſe großen Summen zu müßigem und
luru=
riöſem Leben verleiten, ohne daß von den Prinzen
Gegen=
leiſtungen verlangt würden. Lloyd George betonte
hierauf nachdrücklich, daß die königliche Familie ſich
bereit=
willig dem öffentlichen Dienſt zur Verfügung ſtelle. (
Bei=
fall.) Schließlich wurde die Reſolution über die Zivilliſte
mit 197 gegen 19 Stimmen angenommen.
— Die Beratungen des ruſſiſchen Handelsminiſteriums
über Maßnahmen gegen eine übermäßige Beimengung bei
Erportgetreide und zum beſſeren Schutz des ruſſiſchen
Ge=
treidehandels im Auslande ſind nunmehr abgeſchloſſen.
Es iſt damit die Notwendigkeit anerkannt worden, in den
ausländiſchen Seehäfen Privathandelsagenten
zu unterhalten.
Reiche verloren dabei all ihr Hab und Gut. Aber der
tüchtige Schachſpieler gewann zugleich den Namen
eines weiſen Mannes, das Spiel galt für einen
Höhe=
punkt menſchlicher Erfindungskraft.
Firduſi erzählt in ſeinem großen perſiſchen
Helden=
buch, dem „Schäh=näme” wie das Schach nach Perſien
kam. Der König der Hindus ſchickte zu dem König
Kiſra Nauſchirwan einen Geſandten mit einem
Schach=
brett und verpflichtete ſich, dem Perſer einen Tribut zu
zahlen, wenn es jemandem gelänge, das Geheimnis
dieſes Spieles zu ergründen. Der erſte Kanzler des
Königs, Buzursmihr, erklärte, nachdem er einen Tag
und eine Nacht über die Möglichkeiten der
Figuren=
kombination nachgedacht hatte, vor dem Hofe und dem
erſtaunten Geſandten feierlich die Regeln des Spiels,
wodurch Indien in die Abhängigkeit von Perſien
ge=
raten ſein ſoll. Nun wurden im frühen Mittelalter
die Perſer und die Araber die Meiſter des Schachſpiels,
das bei ihnen eine neue Blüte trieb. Durch ſie erfuhr
das Spiel eine gewiſſe Veränderung, indem die zwei
Parteien in eine zuſammengezogen wurden, ſo daß nun
nur noch zwei Spieler waren. Der eine der
verbün=
deten Könige wurde in die Königin umgewandelt und
ſie erhielt damals jene Macht als der wichtigſte Stein,
die ſie noch heute beſitzt. Man konnte nun auf zwei
Arten das Spiel gewinnen, indem man entweder matt
ſetzte oder dem Gegner alle ſeine Steine wegſchlug,
während man ſich ſelbſt noch eine kleine Zahl bewahrte.
Eine ganze Hierarchie der Schachſpieler war unter den
Arabern ausgebildet, je nach der Größe der Vorgaben,
die ein geſchickter Meiſter ſeinem ſchwächeren Mitſpieler
machte. Der geringſte Grad dieſer Schachmeiſterſchaft
war, wenn man ſeinem Gegner den erſten Zug vorgab;
den höchſten, fünften Grad erreichte der, der einen Turm
vorgab. Durch die Araber kam das Schachſpiel ſchon
bald nach der Zeit Karls des Großen nach Spanien,
erlangte aber erſt allgemeine Verbreitung in der
europäiſchen Kultur durch die aus dem Morgenlande
heimkehrenden Kreuzfahrer. Nun wurde das Spiel in
der Zeit der Ritter und Minneſänger die beliebteſte
Unterhaltung der höfiſchen Kreiſe, ein wichtiges
Ele=
ment der allgemeinen Ausbildung.
Aus ſpaniſch=arabiſchen Manuſkrivten ſchöpfte der
Predigermönch Jacobus de Ceſſoles ſein berühmtes
Schachbuch, das in 24 Kapiteln das „Goldene Spiel” zum
Abbild des menſchlichen Lebens machte und die
Ele=
mente chriſtlicher Sittenlehre an den Symbolen
ein=
zelner Schachfiguren erläuterte. Ueberallhin
verbrei=
tete ſich die „Schachzabel=Didaktik”; in Deutſchland
— Die von dem Waiwupu dem ruſſiſchen
Ge=
ſchäftsträger als Antwort auf den mitgeteilten
Text=
des ruſſiſch=japaniſchen Abkommens überreichte Note hat
folgenden Wortlaut: Nach genauer Kenntnisnahme des=
Vertragstextes iſt das uns anvertraute Miniſterium
feſt=
überzeugt, daß dieſes Abkommen Rußland und Japan
zur=
gebührenden Achtung der verſchiedenen Verträge zwiſchen
China und Japan, China und Rußland und Rußland und
Japan verpflichtet, dasſelbe folglich als eine neue einſte
Beſtätigung der von Rußland und Japan durch den Ver= vom Jahre 1905 anerkannten Souveränitätsrechte
Chinas in der Mandſchurei und des Prinzips der
Gleich=
berechtigung der fremden Mächte und der Unterſtützung
Chinas bei der Entwickelung ſeines Handels und ſeiner
Induſtrie in der Mandſchurei erſcheint, ebenſo auch die
Durchführung des Prinzips der offenen Tür, das im
chineſiſch=japaniſchen Vertrag vom Jahre 1905 vorgeſehen
iſt. Geleitet von dem in dem ruſſiſch=japaniſchen Vertrage
aufgeſtellten Prinzip, hält China es für nötig, für ſich das
dem chineſiſch=japaniſchen Vertrage zugrunde liegende
Prinzip zu verwirklichen. Seine ganze Aufmerkſamkeit
ſteht auf der Unterſtützung der Schutzmaßnahmen in den
Grenzen ſeiner Souveränitätsrechte, auf der
Gleichberech=
tigung aller fremden Staaten und auf der Entwicklung des
Handels und der Induſtrie in der Mandſchurei zum
allge=
meinen Nutzen. Wir beehren uns und bitten, das
Dar=
gelegte zur Kenntnis der ruſſiſchen Regierung zu bringen,
— Eine gleichlautende Note wurde auch dem
japani=
ſchen Botſchafter in Peking eingehändigt.
— Die Strenge der türkiſchen Behörden in der Ente
waffnung der Bevölkerung Mazedoniens und der
Uebergang einer beträchtlichen Anzahl ottomaniſcher
Bul=
garen nach Bulgarien haben im Publikum und beſonders
in mazedoniſchen Kreiſen eine lebhafte Gärung
hervor=
gerufen, die die Abreiſe einer beſchränkten Zahl von
Maze=
doniern nach der Türkei zur Folge gehabt hat, wo ſie ſich
in kleine Banden einreihen wollen, trotzdem die
Regie=
rung auf die entgegenſtehenden ſtrengen Befehle erſt jüngſt
von neuem hingewieſen hat. Die Grenzbehörden konnten
dieſe Perſonen am Uebergang nach Mazedonien nicht
hindern, weil die Grenze in den Berggegenden nur ſchwer
zu überwachen iſt und weil die Betreffenden einzeln
hin=
übergingen. Infolgedeſſen iſt der Sicherheitsinſpektor mit
einer Brigade und Agenten zur Verſtärkung der
Ueber=
wachung nach Kueſtendil abgereiſt. In einem Interview
mit dem Vertreter der „Dnevnik” hat der Miniſter des
In=
nern erklärt, die Regierung habe niemals aufgehört, jeden
Verſuch der Mazedonier zur Bandenbildung zu verfolgen.
Die Meldungen, daß die Regierung dieſe Haltung
auf=
gegeben habe, ſeien unzutreffend. Die Regierung ſei
ge=
nötigt, der öffentlichen Meinung Rechnung zu tragen, und
befinde ſich daher in einer mißlichen Lage.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 25. Juli.
Uebertragen wurde dem Lehrer Philipp Roth
zu Dieburg eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu
Nieder=Olm, Kreis Mainz.
— Ernannt wurde Ludwig Schneider in
Beer=
felden zum Gefangenwärter am Haftlokal daſelbſt.
* Militärdienſtnachricht. Klein (Gießen),
Unter=
apotheker des Beurlaubtenſtandes, zum Oberapotheker
befördert.
C Der Preußiſche Geſandte am Heſſiſchen Hof,
Frhr. Rücker von Jeniſch, iſt mit Familie geſtern nach
Holſtein abgereiſt. In einigen Tagen wird Exz.
v. Jeniſch ſich dienſtlich nach Wilhelmshöhe
begeben, um ſich dem Gefolge Sr. Maj. des Kaiſers
überſetzte Heinrich von Beringen den Ceſſoles,
ver=
teilte Konrad von Ammenhauſen eine ganze
Enzyklo=
pädie des damaligen Wiſſens über die Felder des
Schachbretts. Auch in Bildern des 14. und 15.
Jahr=
hunderts erſcheint das Schachſpiel, nicht nur als ernſte
Unterhaltung der Großen, wie auf dem Gemälde des
Lucas von Leyden, ſondern auch als warnende
Dar=
ſtellung weltlichen Treibens, bei dem König, Ritter
und Bauer das gleiche Schickſal erleiden. Das
Schach=
brett wird dem ernſten Sinne zum „Gefild der Welt”,
zum Spiegelbild des Menſchenſchickſals. Die
Schach=
bretter der Ritterzeit waren koſtbar, aus Gold und
Silber oder aus Elfenbein gefertigt, die Figuren aus
Elfenbein oder Ebenholz, bisweilen auch aus
ver=
ſchiedenfarbigen Edelſteinen geſchnitten. Die
Schach=
bretter hingen in ganz bedeutender Größe ſtets zum
Gebrauch an der Wand. Im Notfalle konnten ſie die
Ritter auch als Schilde gebrauchen. Auch die
Schach=
figuren waren ſehr groß und ſchwer, wie man aus
einigen noch erhaltenen Stücken, z. B. im Pariſer
Muſeum, im Britiſchen Muſeum oder im Germaniſchen
Muſeum zu Nürnberg, erſehen kann. Im Parzival
benutzten die Helden dieſe ſchweren maſſiven Figuren
als Wurfgeſchoſſe gegen Angreifer, und „wen da ihres
Wurfes Schwung erreichte, der ſtürzte nieder, ohne
ſich=
erſt noch zu bedanken”
Das Schachſpiel galt in den höfiſchen Kreiſen als
das edelſte Spiel, ſchon die Kinder mußten es
er=
lernen, und eine genaue Kenntnis des Spiels und der
techniſchen Ausdrücke gehörte zum guten Ton. Man
ſpielte damals nicht nur, wie es heute zumeiſt geſchieht,
um die Ehre des Gewinnens, ſondern ſetzte ganz
be=
deutende Summen ein, ſo daß dabei große Verluſte
vorkamen. Den Geiſtlichen wurde deshalb das
Schach=
ſpielen im 14. und 15. Jahrhundert ſtreng verboten,
aber im ganzen erfreute es ſich doch auch weiterhin des
allgemeinen Beifalls und blieb noch im 17. und 18.
Jahrhundert ein Element der vornehmen Erziehung,
an dem ein „Mann von Welt” nicht nur den beſten
Zeitvertreib fand, ſondern auch Mäßigung und
Be=
ſonnenheit, ja Staatsklugheit und ſtrategiſchen Sinn
lernen konnte. Die Schachliteratur erlebte ſchon im 18.
Jahrhundert eine hohe Blüte, nachdem ſie 1512 durch
den Traktat von Damiano begründet worden war;
Schachvirtuoſen treten im 17. Jahrhundert auf und
das 18. Jahrhundert beſitzt in dem berühmten Philidor
einen unumſtrittenen Weltmeiſter.
Nummer 171.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. Juli 1910.
Seite 3.
er des
tung
ragen, in
Rot)
ſuſchließen. Die Rückkehr nach Darmſtadt wird erſt
ſfang November erfolgen.
— Hanſa=Bund und Submiſſionsweſen. Man
eibt uns: Die Zentralleitung des Hanſa=Bundes
Berlin betrachtet es als eine ihrer erſten und
vor=
hmſten Aufgaben, neben den Intereſſen der In=
Lſtrie, des Handels und der Angeſtellten ſich
nach=
ſtücklich der Intereſſen des gewerblichen Mit=
Llſtandes anzunehmen. Eine der ſeit
Jahr=
nten nicht von der Tagesordnung verſchwindenden
ſebensfragen desſelben und zu einem nicht geringen
heile auch der Induſtrie und des Handels iſt das
Sub=
iſſſionsweſen. Im April 1910 hat der Hanſa=Bund
ſie Denkſchrift über die Fragen des
Submiſſions=
eſens ausgearbeitet und dieſelbe ſeinen einzelnen
zirks= und Ortsgruppen zur Aeußerung überſandt.
ſin der Bezirksgruppe Darmſtadt des
ſamſa=Bundes ſind daraufhin eingehende
Ermittel=
gen über dieſe Angelegenheit bei den einzelnen
ſendel= und Gewerbetreibenden Darmſtadts, ſowie bei
ſen verſchiedenen Ortsgruppen angeſtellt worden. Das
ſitgebnis dieſer Ermittelungen iſt vor kurzem in
ſiheer Sonderkommiſſion durchberaten worden, welche
is den verſchiedenſten Sachverſtändigenkreiſen von
bi ndel und Gewerbe zuſammengeſetzt war. Die in
ſieſer Sonderkommiſſion gefaßten Beſchlüſſe beziehen
ig auf die Form der Neuregelung des
Submiſſions=
ſens , ſowie auf den Inhalt der geplanten
reichs=
eetzlichen Beſtimmungen, wie z. B. die Arten der
Vergebung, das Verfahren bei der Ausſchreibung, die
uſchlagserteilung, die Form der Verträge, die
Schiedsgerichte, die Rechnungslegung, die Streikklauſel
un d den Zuſammenſchluß der Unternehmer,
Hand=
perker uſw. zu Genoſſenſchaften. Eine eingehende
Be=
ſwbeitung der von der Bezirksgruppe Darmſtadt des
Wbanſa=Bundes gefaßten Beſchlüſſe zu all dieſen
Punk=
ſen wird dieſer Tage der Zentrale des Hanſa=Bundes
n Berlin zur weiteren Verfolgung dieſer wichtigen
Ungelegenheit zugehen.
* Evangeliſche Volksſpende. Man ſchreibt uns:
De Antiborromäus=Spende, zu deren
ASnmmlung das Präſidium des Evangeliſchen Bundes
r ſeiner Kundgebung vom 22. Juni aufrief, hat
be=
ktäts erfreuliche Zuwendungen — darunter von einem
Egepaar 10000 Mark — erhalten. Gewiß iſt die
Reiſe=
ſſrud Ferienzeit jetzt nicht förderlich für den Fortgang
Pieeſer Sammlung. Umſo größer iſt daher die
Hoff=
ang, daß in der Folgezeit weitere namhafte
Spen=
ſſpan eingehen werden. Erfreulich iſt, daß bisher neben
an Beiträgen Wohlhabender auch die Gaben der=we=
Uneger Bemittelten nicht fehlen. So erhält die
Samm=
ſſung das Gepräge einer evangeliſchen Volksſpende,
ſpas deren Veranlaſſung und Beſtimmung trefflich
ent=
trricht. Soll doch die Spende außer der Förderung
ar literariſchen und ſonſtigen umfaſſenden Auſgaben
ſdas Evangeliſchen Bundes der Vermehrung der
evan=
alliſchen Krankenpflege in der Diaſpora dienen; fer=
Iner der Förderung der deutſch=evangeliſchen
Jugend=
getzziehung in Waiſenhäuſern und Erziehungsvereinen
i der Oſtmark, beſonders in Poſen und Weſtpreußen;
der Förderung der deutſch=evangeliſchen Sache im
AAuslande, insbeſondere in unſeren Schutzgebieten;
dem Bau einer deutſch=evangeliſchen Kirche in Rom;
der Pflege der neuentſtandenen evangeliſchen
Gemein=
den in Oeſterreich, wo jährlich ſeit zehn Jahren 4000
bis 5000 Katholiken zur evangeliſchen Kirche übertreten
lu w. — Beiträge nehmen die Vorſtände der Haupt=
und Zweigvereine des Evangeliſchen Bundes und
deſſen Zentralkaſſe in Halle (Saale), Poſtfach 178,
ent=
gegen.
D Städtiſches Muſeum. Die Theater=
Son=
derausſtellung iſt nunmehr geſchloſſen. Für die
Aamläßlich des am 14. Auguſt dahier ſtattfindenden
Veteranenappells und des am 15. Auguſt im
Feſtpro=
gwamm vorgeſehenen Beſuchs des ſtädtiſchen Muſeums
dturch die Veteranen beabſichtigte Sonderausſtellung
auts dem Militär= und Kriegsleben werden noch
Bei=
träge (Bilder oder Druckſchriften) auch leihweiſe
ange=
rmmen, die nach Schluß der Sonderausſtellung auf
Wunſch wieder zurückgegeben werden.
— Großer Preis von Darmſtadt. Das Programm
für die am Sonntag, den 31. Juli, auf der
Radrenn=
bahn an der Heidelberger Straße ſtattfindenden
Rad=
rennen iſt ein ſehr reiches und abwechſelndes. Die
Nennleitung hat deshalb Vorkehrung getroffen, daß
ſich dasſelbe raſch und ohne jede Verzögerung
ab=
wickeln wird.
— Städtiſcher Saalbau. Als ein volkstümlicher
Abend iſt das nächſte Dienstags=Konzert im Städt.
Saal=
bau gedacht. Die geſamte Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=
Regts. Nr. 61 unter Herrn Webers Leitung wird
Werke zur Aufführung bringen, welche ſich wirklicher
Beliebtheit erfreuen. Unter anderem wird der
Solo=
trompeter Herr Lemmer einige Stücke zum Vortrag
bringen. Erwähnt ſei noch, daß am Dienstag, den
2. Auguſt, ein großer patriotiſcher Abend ſtattfindet, an
welchem das beliebte Tongemälde mit Schlachtenmuſik
von Saro zur Aufführung gelangt.
* Gegen die Schnaken. Gegen Inſektenſtiche wird
zumeiſt eine Salmiaklöſung empfohlen. Das
Mittel iſt gut, aber nicht immer zur Hand. In der
Regel leichter zu erlangen iſt gewöhnliche
Waſch=
ſeife, die alſo nicht parfümiert iſt. Man wendet
dieſe Seife ebenſo an wie den Salmiak. Man reibt
die leicht angefeuchtete Seife auf die Stichwunde, über
die ſich ſchnell eine den Schmerz beſeitigende
Seifen=
ſchicht bildet. Ein anderes Mittel, das
merkwürdiger=
weiſe nur wenig bekannt zu ſein ſcheint, und das
zu=
gleich das einfachſte iſt, wird der Magdeburg. Ztg.
mitgeteilt: ein Stückchen Zucker, leicht angefeuchtet,
wenn nichts anderes vorhanden iſt, mit dem eigenen
Speichel, kräftig an der Stelle des Mückenſtiches und
ſeiner näheren Umgebung eingerieben, ſodaß eine
dünne Zuckerkruſte entſteht, beſeitigt mit einer faſt
unfehlbaren Sicherheit innerhalb einer Viertelſtunde
nicht nur das läſtige Jucken, ſondern auch die
An=
ſchwellung, ſodaß man binnen kurzem die Stelle des
Stiches nicht mehr aufzufinden vermag. Im
Inter=
eſſe der vielen von Mückenſtichen geplagten
Sommer=
friſchler ſei hiermit auf dieſes einfachſte aller Mittel
aufmerkſam gemacht, deſſen allgemeines
Bekanntwer=
den recht zu wünſchen wäre. Im Anſchluß an dieſe
Mitteilung dürfte es wohl von nicht geringerem
Inter=
eſſe ſein, zu erfahren, daß ſich gewöhnlicher
Seifen=
ſchaum auch als ausgezeichneter Mücken= und
Flie=
genfänger bewährt hat. Wie der Medical Chemiſt
mitteilt, ſaß ein ſchottiſcher Gelehrter vor einiger Zeit
abends in ſeinem Arbeitszimmer, als er durch die von
einem nahen Gewäſſer hereinfliegenden Mücken mehr
als ſonſt beläſtigt wurde. Um ſich dieſer zudringlichen
Inſekten zu erwehren, machte er aus gewöhnlicher
Waſchſeife einen dichten Schaum, den er auf ſeinem
Arbeitstiſche ausbreitete und mit dem er zugleich den
Brenner und den Fuß ſeiner Lampe beſtrich. Der
Er=
folg dieſes einfachen Mittels war überraſchend. Wie
geblendet von der weißen Maſſe ſtürzten ſich Mücken
und Fliegen in den Seifenſchaum, der ſie zwar nicht
tötete, in dem ſie ſich aber derart verfingen, daß ſie mit
leichter Mühe entfernt und vernichtet werden konnten.
Beſonders bemerkenswert iſt, daß der Schaum auch auf
kleine Nachtſchmetterlinge ſeine Anziehungskraft
aus=
übte, ſodaß auch ſie, von der Seife feſtgehalten, in ihr
zugrunde gehen mußten.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
der vergangenen Woche: Butter ½ Ka. 1,30 M., in
Par=
tien 1,20 M., Eier 6—7 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 20 Pf.,
Handkäſe 4—10 Pf., vorjährige Kartoffeln
Zentner 5 M., Kumpf (10 Liter) 70 Pf., neue
ein=
heimiſche ½ Kg. 5 Pf., Italiener ½ Kg. 10 Pf.,
Malta ½ Kg. 15 Pfg., Obſt, Beeren u. dgl.: Pflaumen
½ Kg. 10—12 Pf., Walderdbeeren ½ Ltr. 45 Pf.,
Heidel=
beeren, Stachelbeeren ½ Ltr. 12 Pf., Sommeräpfel ½ Kg.
12—20 Pf., Sommerbirnen ½ Kg. 20—30 Pf.,
Johannis=
beeren ½ Kg. 20 Pf., Himbeeren ½ Ltr. 40—45 Pf.,
Aprikoſen ½ Kg. 35 Pf., Pfirſiche ½ Kg. 40 Pf., Zitronen
6—8 Pf., Apfelſinen 6—7 Pf., Salat, Gemüſe u. dgl.:
Kopfſalat 5—8 Pf., Bündel Radieschen 2 Pf., Rettiche
5—8 Pf., Meerrettich 30 Pf., Rhabarber‟ Kg. 10—12 Pf.,
Bündel Roterüben 6 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 10 Pf.,
Para=
diesäpfel ½ Kg. 30 Pf., Schälgurken 5—20 Pf., Gurken
zum Einlegen 100 Stück 1,20—2,75 M., Wirſing 5—10 Pf.,
Kohlrabi 3—5 Pf., Blumenkohl 10—50 Pf., Rotkraut 15
bis 40 Pf., Weißkraut 10—35 Pf., Bündel Römiſch=Kohl,
Schnittlauch, Salatgrünes 2 Pf., Gelberüben ½ Kg. 35 Pf.,
Bündel Karotten 3—5 Pf., Spinat, Kernerbſen ½ Kg.
20 Pf., Bohnen ½ Kg. 10—15 Pf.; Geflügel, Wild:
junge Gänſe 7—8 M., Enten 3—4 M., Hahnen u. Hühner
1,50—3,00 M., Tauben 70 Pf., Lapins 0,80—1,00 M.;
Fiſche ½ Kg.: Hecht, Aal 1 M., Backfiſche 40 Pf.,
Rot=
zungen 50 Pf., Kabeljau, Seehecht, große Schellfiſche 25 Pf.,
kleine 18—20 Pf.; in den Fleiſchſtänden ½ Kg.:
Rindfleiſch 60—64 Pf., Hackfleiſch 70 Pf., Rindsfett 50 Pf.,
Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf., Schweinefleiſch 90 Pf.,
Blut= und Leberwurſt 64 Pf., Fleiſchwurſt u.
Schwarten=
magen 85 Pf.
§ Lebensrettuug. Am Donnerstag
nachmittag=
gegen 6 Uhr fiel ein fünf Jahre alter Knabe beim
Spielen am weſtlichen Ufer des Woogs in das
Waſſer. Der Knabe wäre ertrunken, wenn nicht der
Kaufmann Auguſt Enders denſelben rechtzeitig
ge=
rettet hätte.
egs- Ein ſchwerer Unfall ereignete ſich am Samstag
früh ½6 Uhr in einer hieſigen Brauerei. Beim Bremſen
eines ins Rollen geratenen Wagens geriet ein
Bier=
brauer unter dieſen. Dabei wurde ihm der rechte
Ober=
ſchenkel kompliziert gebrochen. Nach Anlegung
von Verbänden wurde der Verletzte durch die
Rettungs=
wache mittels Krankenautomobils nach dem Städtiſchen
Krankenhaus verbracht.
Samstag vormittgg um 8 Uhr fiel an dem
Neu=
bau der Schule an der Lagerhausſtraße ein
Heiz=
körper um, wobei ein in Beſſungen wohnhafter
Schloſſerlehrling erhebliche Verletzungen am Kopfe
er=
hielt. Er mußte ſich in das ſtädtiſche Krankenhaus
be=
geben, wo ihm ärztliche Hilfe zu teil wurde.
Samstag vormittag um 9 Uhr kam ein
Motor=
fahrer aus Eberſtadt Ecke Frankfurter= und
Blumen=
thalſtraße zu Fall und zog ſich erhebliche Verletzungen
im Geſicht zu, ſodaß der Verunglückte mittels
Kranken=
automobiles durch die Rettungswache in das ſtädtiſche
Krankenhaus verbracht werden mußte.
* Jugenheim, 23. Juli. Man ſchreibt uns: Trotz
der ungünſtigen Witterung war das Konzert im „Hotel
zur Krone” in Jugenheim ſehr gut beſucht. Die
Garten=Illumination mußte leider infolge einſetzenden
Regenwetters ausfallen; dieſe findet nun bei günſtiger
Witterung am kommenden Mittwoch, den 27. Juli, ſtatt.
Offenbach, 22. Juli. In der Nähe der Mainkur
wurde geſtern ein Damenhut, ein Sonnenſchirm und
eine Damentaſche gefunden. Aus den Aufzeichnungen
konnte man entnehmen, daß die Gegenſtände einer
Frau aus Bergen gehören. Der Ehemann hat die
Fundſachen als die ſeiner Frau anerkannt und glaubt,
daß ſie den Tod in den Wellen geſucht habe, da
ſie geiſtig nicht normal geweſen ſei. — Die größte
Ruderfahrt auf dem unkanaliſierten Main iſt vor
wenigen Tagen von einer Altherren=Mannſchaft des
Offenbacher Rudervereins im Gigvierer gemacht
wor=
den. Die Mannſchaft legte die 440 Kilometer lange
Strecke Lichtenfels=Offenbach in fünf Tagen zurück.
Die Herren wurden von den Rudervereinen in
Bam=
berg, Schweinfurt, Kitzingen, Würzburg, Miltenberg
und Aſchaffenburg ſehr gaſtfreundlich aufgenommen.
Mainz, 23. Juli. Da die Stadtverordneten
zu der heute anberaumten Sitzung nicht in
beſchluß=
fähiger Zahl erſchienen waren, wurde für die
Kapell=
meiſterwahl eine neue Sitzung auf Montag
an=
beraumt.
Worms, 23. Juli. Geſtern nachmittag ſchlug der
Blitz in das Rathaus ein und zerſtörte auf der
Polizeiwachtſtube faſt ſämtliche Feuermelder, ſowie
verſchiedene elektriſche Lichter. Ein am Rathaus
arbei=
tender Telegraphenarbeiter erlitt
Lähmungserſchein=
ungen am linken Bein, ein anderer wurde von der
Lei=
ter geworfen. Eine Frau, die ſich mit einem Kind über
den Hof des Rathauſes begeben wollte, wurde etwa
fechs Meter zurückgeſchleudert. Auch ſchlug der Blitz
in den Turm der Dreifaltigkeitskirche.
Beim ſüdlichen Zifferblatt ſind die vergoldeten Zahlen
1, 2 und 3 ſchwarz gebrannt. In mehreren Betrieben
wurden die Lichtanlagen zerſtört. In der Wohnung
des Herrn Dr. Armknecht ſchoſſen plötzlich aus Telephon
und Lichtleitung zwei Feuerſäulen heraus, und im
ganzen Hauſe wurden die Sicherungen durchgebrannt.
In einem Geſchäft in der Färbergaſſe ſchlug der
Blitz=
in die Telephonleitung, ſo daß die Flammen
hervor=
ſchlugen. Es waren zahlreiche Telephonſtörungen in
der Stadt zu bemerken. — Mit 600 Mark anvertrauten
Geldern flüchtig gegangen iſt dieſer Tage der
Bu=
reaudiener einer hieſigen Firma. Er wurde durch
die hieſige Polizei in Baſel ermittelt und durch die
dor=
tige Polizei geſtern feſtgenommen. Der
Flüch=
tige iſt 27 Jahre alt, verheiratet und hat ſeine Frau
mit drei kleinen Kindern in hilfloſem Zuſtande hier
zurückgelaſſen.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* In die „Frankfurter Kunſtſchan 1910
(Kunſtverein, Junghofſtr. 8) wurde ſoeben noch neu
aufgenommen das neueſte, erſt in den letzten Tagen
nollenhete Gemälde „Sommernacht” von Franz von
Stuck.
H.B. Jena, 23. Juli. Der Verlagsbuchhändler
Guſtav Fiſcher, in deſſen Verlag eine Reihe
hervorragen=
der wiſſenſchaftlicher Werke erſchienen iſt, iſt heute nacht
geſtorben. Fiſcher war als Philanthrop wie als
So=
falpolitiker geachtet. Er war Mitglied des weimariſchen
Landtages.
C Koſtſpielige Friſuren. Die Coiffure
der modernen Frau, die ehedem nur in längeren
Zwi=
ſchenräumen den Einflüſſen der wechſelnden Mode
n achgab, hat in den letzten Jahren eine neue
Entwick=
lung eingeſchlagen: ſie gehorcht williger als früher den
Eingebungen phantaſievoller oder erwerbsfreudiger
Haarkünſtler, mit jeder Saiſon erſcheinen gleich
meh=
tere neue Modecoiffuren, und die meiſten von ihnen
ſtehen den Hutmoden an Kühnheit, Vielförmigkeit und
Extravaganzen kaum nach. Die elegante Dame, die den
Ehrgeiz hat, in den Salons der Weltſtädte den Ton
an=
fugeben, muß heute der Friſur nicht geringere Opſer
bringen wie der Toilette, ja, die Koſten der Coiffure
haben eine Höhe erreicht, die den Toiletten und Hüten
kaum nachſteht. Die wenigſten Frauen von heute
be=
ſitzen einen ſo üppigen Haarreichtum, wie er nötig
wäre, um daraus jene großen, wallenden und oft
bizarren Formen zu bilden, die die Mode verlangt.
Zu künſtlichen Zöpfen, zu falſchen Locken muß Zuflucht
genommen werden. Aber dieſe falſchen Locken, die in
den letzten Jahren faſt unübertretbares Geſetz
gewor=
den ſind, ſind ſehr teuer, wenn wirklich echtes und
ſchönes Material gewählt wird. Führende
Mode=
damen legen 20, 30 und mehr Mark für eine ſolche Locke
an, ganze Haarwellen und Transformationen koſten
hunderte, und mit einer einmaligen Anſchaffung iſt es
micht getan. Aber dieſe Koſten, die bei einer ehrgeizigen
Geſellſchaftsdame im Jahre in die Tauſende gehen, ſind
noch gering gegen die Summen, die das Friſieren ſelbſt
verſchlingt. Früher gehörte es zu den Obliegenheiten
der Kammerzofe, die gnädige Frau zu friſieren; heute
iſt ſelbſt eine erfahrene und gewiegte Zofe nicht mehr
emſtande, die komplizierten und empfindlichen Gebilde
aufznbauen, die einermoderne Friſur ausmachen. Bei
der Morgentoilette kann man ſich noch mit „
Haus=
arbeit” begnügen zum Nachmittag und gar zum Abend
iſt die geſchickte Hand des erprobten Haarkünſtlers
un=
entbehrlich geworden. Berühmte Damenfriſeure laſſen
ſich ihre Geſchicklichkeit und ihre Phantaſie mit Gold
aufwiegen, und erhalten im Jahre viele Tauſende von
Mark für die Pflicht, die elegante Kundin täglich
zwei=
mal zu friſieren. Dazu kommt, daß man nicht mehr
eine Haartracht wählt und ihr treu bleibt, ſondern
ſtändig wechſeln muß, wenn man als wirklich elegant
gelten will. Zu jedem Koſtüm, zu jeder
beſon=
deren Gelegenheit muß eine neue Coiffure
kom=
poniert werden. In London, ſo erzählt eine engliſche
Wochenſchrift, erregte eine bekannte amerikaniſche
Ge=
ſellſchaftsdame in dieſem Winter beſonderes Aufſehen
durch eine Friſur, für die ſie ein kleines Vermögen
geopfert hatte. Umſonſt verſuchten die Rivalinnen,
dieſe Coiffure zu kopieren. Später wurde bekannt, daß
die Amerikanerin einem berühmten Haarkünſtler 500
Guineen, alſo faſt 11000 Mark, gezahlt hatte, damit er
keiner anderen Dame dieſelbe Friſur mache. Und dazu
kommen noch die Federn und der Brillantſchmuck, die
Reiher und die Juwelen, die bei der Coiffure einer
faſhionablen Dame nicht fehlen dürfen und der Friſur
die letzte Weihe geben.
* Paris, 22. Juli. Der frühere Direktor der
Nationalbibliothek, Leopold Delisle, Mitglied
des Inſtituts, iſt heute im Alter von 84 Jahren
ge=
ſtorben. Delisle war vor einigen Jahren mit dem
Orden Pour le mérite ausgezeichnet worden.
* Edinburgh, 22. Juli. Die Univerſität
er=
kannte heute dem Direktor der chirurgiſchen
Univerſi=
tätsklinik in Berlin, Profeſſor Auguſt Bier, den
Cameronpreis zu, der von der Univerſität
ausge=
ſetzt war für denjenigen Wohltäter der Menſchheit, der
innerhalb der letzten fünf Jahre auf dem Gebiete der
Heilkunde beſonders wichtige Fortſchritte erzielen
würde. Profeſſor Bier erfand bekanntlich eine neue
Methode zur Erzeugung örtlicher
Gefühlloſig=
keit, durch die ſchwere Overationen ermöglicht
wer=
den ohne Anwendung der Narkoſe.
** Ein grandioſes Naturwunder, der
Guayra=Waſſerfall, der mit ſeinen enormen
Waſſermaſſen unter den Waſſerfällen der Erde einen
der erſten Plätze einnimmt, wird im Globus geſchildert.
An der Grenze von Paraquay und Braſilien wird dem
gewaltigen Parana=Strome von den Baſalt= und
Kalkfelſen Halt geboten, die die Serra de Maracayu
entſendet. Nach einem harten Kampfe der
Naturele=
mente, in dem das Gebirge ſchließlich nachgeben mußte
und das Waſſer Sieger blieb, durchbeach der Strom
die Felsmaſſen und tobt nun in wilden Sprüngen
mit=
donnerähnlichem Rollen abwärts. Von den Wundern
dieſes Waſſerfalles berichtet ſchon im Jahre 1635 Ruiz
Diaz de Guzman, einer der erſten Geſchichtsſchreiber
Argentiniens: „Infolge der furchtbaren Wucht und
Schnelligkeit, mit der die geſamte Waſſermaſſe über
eine von zwei Felſen begrenzte Barre ſtürzt, erreichen
die Stromſchnellen eine Länge von zwei Meilen. In
Pfeilform verengt ſich das Sturzbett und von oben
ſchäumen, wirbeln und raſen nun die Waſſer in elf
Kanälen hinab, dergeſtalt, daß kein Menſchenauge lange
zuſehen kann, ſondern ſich zeitweiſe ſchließen muß, um
dem Schwindel zu wehren.‟ Das Eigentümliche dieſer
Fälle iſt ihre koloſſale Waſſermenge. Während der
Parana weiter oben 2100 Klafter hat, verengert er ſich
in der Schnelle auf 30 und erreicht erſt nach zwei
Meilen wieder 50 Klafter. Durch die
verſchieden=
artigen Seitenkanäle und die große Zahl reizender
Kasladen werden verſchiedene Waſſerfallgruppen
ge=
ſondert, die dem Fall ſeinen zweiten Namen „Salto das
Sete=Quedas” (ſiebenfacher Fall) verſchafft haben. Der
Name „Guayra” ſoll nach dem Zeugnis des
paraguayi=
ſchen Geſchichtsſchreibers Padre Lozane von einem viel=,
genannten Häuptling Guayraea ſtammen, dem Führer
der zahlloſen Indianerſcharen, die um die Mitte des
15. Jahrhunderts die unermeßlichen Waldgebiete
be=
völkerten. Der unvergeßliche Anblick dieſes
Natur=
wunders, das zwiſchen braſilianiſchem und
paraquayi=
ſchem Gebiete eingebetter iſt, wird durch die
verſchiede=
nen Strömungen hervorgerufen, die in der raſenden
Gewalt des Sturzes in zahlreichen Wirbeln und
Stru=
deln zuſammenſtoßen. Im wildeſten Durcheinander
jagen die ſchaumbedeckten Wogen blitzſchnell dahin, aus
dunklen Tieſen ſteigen weiße Nebel und hohe
Waſſer=
ſäulen empor und erglänzen im Sonnenlicht magiſch
im tauſendfachen Farbenſpiel, um dann wie eine
wundervolle Viſion in nichts zu zerſtieben. Ein ewiges
Toſen und Brauſen, ein unaufhörlicher Höllenlärm
gibt die Begleitung zu dieſm grandioſen Schauſpiel;
bald hallt es wie Sturmgeläute, bald dröhnt es wie
Kanonendonner, und doch iſt über den ganzen, von
einer herrlichen Natur umrahmten Waſſerfall eine
un=
beſchreibliche Harmonie gebreitet.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. Juli 1910.
Nummer 171.
Oppenheim, 22. Juli. Unſer Ehrenbürger,
Alt=
bürgermeiſter Karl Heinrich Koch, iſt am Donnerstag
morgen 5½ Uhr geſtorben. In einer langen Reihe
von Jahren hat er ſich im öffentlichen Leben betätigt.
In Oppenheim geboren, war er mit den Leuten und
den Verhältniſſen aufs innigſte vertraut. 1877 wurde
er Gemeinderat, und von 1891 bis 1899 ſchaltete er als
Bürgermeiſter unſerer Stadt. Unſtreitig das größte
Verdienſt hat er ſich durch die Gründung des
Verſchöne=
rungsvereins erworben. Im Kreistag und
Kreisaus=
ſchuß, auch im Provinzialtag und Provinzialausſchuß
vertrat er lange Jahre die Intereſſen unſerer Stadt,
und für die Jahre 1899 bis 1902 war er
Abgeord=
neter des Wahlkreiſes Oppenheim in der Zweiten
Kammer der Stände. S. K. H. der Großherzog verlieh
ihm 1899 das Ritterkreuz 1. Klaſſe des Ordens Philipps
des Großmütigen. Die Stadt ernannte ihn zu ihrem
Ehrenbürger, der Spar= und Kreditverein, der ſeine
Verdienſte ſchon bei ſeinem 25. Jubiläum als
Vorſitzen=
der dankbar anerkannt hatte, gab ihm im März dieſes
Jahres den Ehrenvorſitz, der Verſchönerungsverein
er=
richtete ſchon im Jahre 1900 eine Ehrentafel in der
Wirtſchaftshalle in den Anlagen für ſeinen Gründer
und Förderer.
Friedberg, 22. Juli. Nun ſind 4 Wochen ſeit dem
Bombenattentat und Bankraub verfloſſen, ohne
daß von dem einen überlebenden Verbrecher Werner
eine Spur gefunden wurde. Ob er je erwiſcht wird,
iſt fraglich. Von der für die Entdeckung der
Ver=
brecher ausgeſetzten Summe wird dem Chauffeur Keim
bei Herrn Dr. Krombach hier ein Betrag zufallen,
denn ohne ihn hätte man vielleicht nie eine Spur von
beiden Verbrechern gefunden. Nur durch die
Ergreif=
ung des Otto Wingeß, der ſich bei ſeiner Feſtnahme
erſchoß, kam Licht in die Sache. Das Amtsgericht Bad
Nauheim hat bekannt gegeben, daß über das Vermögen
des Wingeß der Konkurs eröffnet worden iſt.
Haupt=
gläubigerin iſt die Stadt Friedberg in Höhe der
ge=
ſamten Hinterlaſſenſchaft. Der Verbrecher hatte noch
4670 Mark in Barvermögen bei ſich. Alſo Glück im
Unglück für die Stadt.
Kaichen (Wetterau), 22. Juli. Im Bett
ver=
brannt iſt das von hier ſtammende Dienſtmädchen
Luiſe Müller. Es hatte ein Nachtlicht neben dem
Bett ſtehen. Während das Mädchen ſchlief, fiel das
Licht um und ſetzte das Bett in Brand. An den
Brand=
wunden ſtarb das Mädchen.
C) Aus dem Kreiſe Alsfeld, 22. Juli. Die Zahl der
Gemeinden in Oberheſſen, die für ihre Gemarkungen
die Durchführung des
Feldbereinigungs=
verfahrens beſchloſſen haben, iſt dank der
Tätig=
keit der Behörden und dank der immer weiter um
ſich greifenden Einſicht der ackerbautreibenden
Bevöl=
kerung über den Nutzen und Segen einer
Feldbereini=
gung in ſtetem Wachſen begriffen. Auch in unſerem
Kreiſe ſind bereits viele Gemarkungen bereinigt
wor=
den, und in einer größeren Anzahl von Gemeinden iſt
zur Zeit das Feldbereinigungsverfahren im Gange.
Zu dieſen gehört auch die Gemeinde Nieder=
Breidenbach, die ſchon vor längerer Zeit den
An=
trag auf Durchführung der Feldbereinigung geſtellt
hatte. Die hierzu erforderlichen Vorarbeiten ſind nun
ſoweit gediehen, daß in der letzten Woche die Prüfung
des allgemeinen Meliorationsplans ſtattfinden konnte,
bei der außer den Vertretern des Großh. Miniſteriums
des Innern noch das Großh. Kreisamt Alsfeld, die
Mitglieder der Vollzugskommiſſion und des
Ortsvor=
ſtandes zugegen waren.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 23. Juli. Lord
Ro=
berts wird zur Notifikation der Thronbeſteigung des
Königs von England vorausſichtlich anfangs
Septem=
ber hier eintreffen. — Der neu gewählte Präſident
von Braſilien, Marſchall Hermes da Fonſeca, iſt
heute früh, von Nürnberg kommend, in Berlin
ein=
getroffen. Der Präſident, der bekanntlich bereits vor
zwei Jahren, damals braſilianiſcher Kriegsminiſter,
als Gaſt des Kaiſers in Deutſchland geweilt hat, wurde
auf dem Anhalter Bahnhof durch den braſilianiſchen
Geſandten und die Mitglieder der Geſandtſchaft
be=
grüßt. Vom deutſchen Auswärtigen Amt war
Lega=
tionsſekretär Frhr. v. Maltzahn als Vertreter zur
Be=
grüßung erſchienen. — Im Laufe des geſtrigen Abends
ſind eingehende Durchſuchungen der Wohnungen
der verhafteten Brüder Louis und Albert
Rade=
meyer wegen des Lichtenrader Attentats
vorgenom=
men worden. Bei dem Albert Rademeyer wurden
verſchiedene Patronen und kleine Quantitäten
Naßbrandpulver vorgefunden, die allem An=
ſchein nach auch zu dem Attentat verwandt wurden.
Nach dem bisherigen Gutachten handelt es ſich um
ſo=
genannten rauchloſes Pulver oder Blättchenpulver.
Albert Rademeyer gibt die telephoniſchen Geſpräche
mit ſeinem Schwiegerſohne reſp. ſeiner Tochter in
Weißenſee zu. Nur die Wohnung des Louis
Rade=
meyer war geeignet zur Beobachtung des Tatorts.
Von dort aus konnte genau geſehen werden, daß die
Beamten die Obſervationen eingeſtellt hatten, von dort
aus konnte auch die Höllenmaſchine durch einen
Spa=
tenſtich in die Erde hineingeſetzt werden, ohne die
Be=
fürchtung, von dem zunächſt gelegenen Gebäude
beob=
achtet zu werden. Die geſtern aufgenommenen
Schrift=
proben ſind noch nicht zum Abſchluß gekommen.
Auf=
fällig iſt, daß der Name Kraatz nur mit einem „a”
ge=
ſchrieben, während die Rademeyer mit ihm als
Nach=
barskinder zuſammen zur Schule gegangen ſind.
Al=
bert und Louis Rademeyer ſind bis jetzt bei ihrer
Be=
hauptung verblieben, daß ſie zu den fraglichen
Vor=
gängen in gar keiner Beziehung ſtänden. Heute
mit=
tag wurden ſie dem Unterſuchungsrichter am
Land=
gericht II vorgeführt. Von der Vorgeſchichte der
Verhaftung iſt noch folgendes von Intereſſe:
Durch einen Zufall erfuhr Rademeyer am Mittwoch
nachmittag, daß Kommiſſar Vonberg ſoeben die Daten
der ganzen Vorgeſchichte jener 3000 Mark erfahren
habe, die Rademeyer für ſeinen Schwiegerſohn
beſor=
gen mußte. In größter Aufregung ſuchte er
ſtunden=
lang, ihn aufzuſpüren, und bemühte ſich, als ihm dies
abends gelang, ihn auf eine falſche Fährte zu leiten.
Zunächſt behauptete er, Otto Kraatz wünſche ihn
ſo=
gleich im Krankenhauſe zu ſprechen, was ſich als
un=
wahr erwies. Dann verdächtigte er zwei Neffen des
Kraatz als die Täter, die aber gar nicht in Frage
kom=
men konnten. Und ſchließlich behauptete er, Otto
Kraatz habe ſeine Frau, die er im vorigen Jahre
hei=
ratete, durch einen Vermittler kennen gelernt, die 3000
Mark betragenden Vermittlergebühren aber noch nicht
bezahlt. Jedenfalls ſei der Agent der Attentäter. Da
ſich die Richtigkeit dieſer Angaben nicht nachprüfen
ließ, mußte vorläufig von einer Verhaftung der
Brü=
der Abſtand genommen werden. Man beobachtete ſie
aber, bis der Kommiſſar geſtern mittag wieder nach
Lichtenrade kam und ſie feſtnahm. Er hatte ermittelt,
daß Rademeyer das ganze Vermittler=
Mär=
chen erſonnen und durch ſeine Freunde verbreitet
hatte.
Heidelberg, 21. Juli. Eine ſeltene Ehre iſt
dem 24jährigen Studenten der Naturwiſſenſchaft
Ro=
bert Oeder aus Heidelberg zuteil geworden. Der
Student experimentierte dieſer Tage im dortigen
Uni=
verſitätslaboratorium mit ultravioletten
Kathoden=
ſtrahlen, wobei er ſich eine Entzündung der
Gaumen=
ſegel zuzog. Trotz Aufwendung aller ärztlichen Kunſt
iſt Oeder an den Folgen der Entzündung geſtern
ge=
ſtorben. Die Fakultät beabſichtigt, dem auf ſo tragiſche
Weiſe ums Leben Gekommenen noch nach dem Tode
das Doktordiplom zu verleihen, da er vor dem
Abſchluſſe des Dotorexamens ſtand.
Hamburg, 23. Juli. Hier iſt geſtern abermals ein
Juwelendiebſtahl bei der Polizei gemeldet
worden, der auf der Ueberfahrt von New=York nach
Hamburg verübt wurde. Einer Frau Startford wurde
aus ihrer Kabine erſter Klaſſe eine große Menge
Schmuckſachen entwendet.
Wien, 22. Juli. Anläßlich der geſtern erfolgten
Eröffnung der neuen Bahnlinie, die Trient
mit Venedig verbindet, haben der öſterreichiſche
Eiſenbahnminiſter Wrba und der italieniſche Miniſter
der Oeffentlichen Arbeiten Saechi Telegramme
aus=
getauſcht, in denen ſie ſich gegenſeitig zu der neuen
internationalen Verbindung herzlich beglückwünſchen.
Wrba telegraphierte in italieniſcher, Sacchi in
deut=
ſcher Sprache.
Zürich, 22. Juli. Vom Sexmor, einem 2190
Meter hohen Vorberg des Spitzmeilen, ſtürzte ein
20jähriger junger Mann eine 200 Meter hohe Felswand
hinab. Er war faſt auf dem Gipfel angelangt und
jauchzte drei Kameraden zu, die weiter unten weilten,
als ihm das Unglück zuſtieß. Die verſtümmelte Leiche
wurde ins Tal gebracht. — Zwei führerloſe
Berg=
ſteigergruppen, die aus je drei Männern
beſtan=
den, und geſtern früh bei Schneewetter von der
Guggis=
hütte nach der Jungfrau aufgebrochen waren, wurden
in einem gefährlichen Felsrevier von einem furcht
baren Schneeſturm überraſcht. Es gilt nach einer
Meldung aus Bern als unmöglich, ihnen Hilfe zu
bringen.
Paris, 23. Juli. In der Gegend von Toulon
herrſcht ſeit längerer Zeit eine ſolche Trockenheit,
daß die Geſchwader nicht mehr ausreichend mit Waſſer
verſehen werden können, da die Waſſerverſorgungs
geſellſchaft von Toulon der Flotte anſtatt der tägli
notwendigen 1100 Tonnen nur 350 Tonnen liefer
kann. Wenn dieſer Uebelſtand noch einige Tage auei
dauern ſollte, müßten ſich die Geſchwader in anderen
Häfen mit Waſſer verſorgen.
Paris, 23. Juli. Aus Caſablanca wird gemelde
daß eine Karawane bei Bilibila von Wüſten
räubern angegriffen und ein Eingeborener und ei
Jude getötet worden ſind. Ein Teil der Waren, ſonig
die von der Karawane beförderten Briefſäcke wurden
geraubt. Zur Verfolgung der Räuber wurden Truppeſ
abgeſandt.
Madrid, 22. Juli. Im hieſigen Gefängnis kam
geſtern nacht zu einer ſchweren Meuterei, die er
durch das Einſchreiten von Militär unterdrückt werden
konnte.
Chicago, 21. Juli. Hier iſt ein Mann verhafte
worden, in welchem man den von der Londoner Pol
lizei geſuchten Dr. Crippen gefunden zu haben
glaubt.
Kongreſſe und Verbandstage.
18. Bundestag Deutſcher Gaſtwirte.
Sh. Stuttgart, 21. Juli. Im weiteren Verlauf
der Verhandlungen beauftragte der Bundestag den
Vors=
ſtand, ſich dem Hanſabunde anzuſchließen. Der Punkt
„Gaſtwirte und Antialkoholbewegung” der Tagesordnung
führte zu folgender Reſolution: „Der Bundestag erhebt
energiſchen Proteſt gegen die allerorts auftauchenden Auss
wüchſe der ſogenannten Abſtinenzbewegung. Unter dem
Vorwand, das deutſche Volk zur Mäßigkeit erziehen zu
wollen, bekämpfen dieſe Vereinigungen nur in
Wirklich=
keit den reellen Gaſtwirteſtand, der für alle Unmäßigkeit
verantwortlich gemacht wird. Trotzdem in allen Vereinen
und Verbänden in breiteſter Oeffentlichkeit von den
Gaſt=
wirten wiederholt unter Beweisführung die Erklärung
ab=
gegeben wurde, daß die Wirte immer und jederzeit Gegner
des Alkoholmißbrauchs ſind, wird von den Blaukreuz= und
Abſtinenzvereinen der Kampf nicht gegen den Alkohol,
ſon=
dern gegen den Gaſtwirteſtand weitergeführt.” Zur Frage
der Hazardſpiele wurde eine Entſchließung
ange=
nommen, wonach in Zukunft bei Glücksſpielen nicht nur
der Wirt, ſondern auch die Spieler beſtraft werden ſollen,
der nächſte Bundestag ſoll im kommenden Jahre in
Kaſſel ſtattfinden. Hierauf wurden die Beratungen mit
den üblichen Dankesworten vom Vorſitzenden für geſchloſe
ſen verklärt.
Hauptverſammlung der Deutſchen
Turner=
ſchaft.
S. H. Straßburg, 22. Juli. Im Feſtſaale des Rats
hauſes trat heute vormittag unter ungemein zahlreichen
Beteiligung die Hauptverſammlung der Deutſchen
Tur=
nerſchaft unter der Leitung ihres Vorſitzenden, des
Gehei=
men Sanitätsrats Dr. Ferdinand Götz=Leipzig,
zuſam=
men. Die Landesregierung, die Stadt Straßburg und die
Straßburger Turnerſchaft waren durch beſondere
Dele=
gierte vertreten. Bürgermeiſter Dr. Schwander=
Straßburg betonte in ſeiner Begrüßungsanſprache, daß
Regierung und Kommunen ein weitgehendes Intereſſe an
der deutſchen Turnſache hätten, da das Turnen eine
ge=
ſunde, wehrfähige Jugend ſchaffe, die bei der
fortſchreiten=
den Entwicklung der Technik und der Induſtrialiſierung
unſeres Volkes um ſo notwendiger ſei. Eiſenbahnſekreia
Peiper=Straßburg, der die Grüße des Elſaß=
Lothrin=
giſchen Landesverbandes überbrachte, erwähnte, daß ſich
von den Vereinen des Landes nur neun dem Verbande
angeſchloſſen hätten und elf noch außen ſtünden, angeblich
weil ſich die Deutſche Turnerſchaft nicht dem
Internatio=
nalen Turnverbande angeſchloſſen hätte. Er gab zu
er=
wägen, dieſen Anſchluß eventuell zu vollziehen, um den
Gegnern die Waffen zu entringen. Stadtſchulrat Prof.
Dr. Rühl=Stettin brachte ein dreifaches Heil auf den
greiſen Vorſitzenden aus, der vor kurzem ſein 50jähriges
Jubiläum der Zugehörigkeit zur Deutſchen Turnerſchaft
gefeiert hat.
Geheimrat Götz dankte und erſtattete dann den
Jah=
resbericht, in dem es u. a. heißt: Das Ziel der
Deut=
ſchen Turnerſchaft wird und muß bleiben, nur Mögliches
zu erreichen und die Deutſche Turnerſchaft in den Dienſt
des Deutſchtums und des Vaterlandes zu ſtellen,, ſie aber
frei zu halten von allen konfeſſionellen, politiſchen und
ſozialen Parteibeſtrebungen. Dieſe Stellung der Deutſchen
Turnerſchaft, die den einzelnen durchaus nicht der Pflicht
entzieht, ſich im öffentlichen Leben ſeine Ueberzeugung zu
bilden, hat allein den gewaltigen Aufſchwung der Deutſchen
Turnerſchaft ermöglicht. Die Arbeit der letzten 50 Jahre
vor all
zu g
Kleines Feuilleton.
* Eine elektriſche
Denkmalsenthül=
lung. Die modernſte Enthüllung eines Denkmals
fand am letzten Mittwoch in London ſtatt bei der
Einweihung des ſüdafrikaniſchen
Kriegsmemo=
rials in der Mall. Der Bruder des Königs Eduard,
der Herzog von Connaught, ſollte die
Enthül=
lung vornehmen, zu gleicher Zeit aber in der etwa
2 Kilometer entfernten St. Paul=Kathedrale einem
Erinnerungsgottesdienſte beiwohnen. Um dieſe
Zwei=
teilung zu ermöglichen, wurde die Elektrizität zu Hilfe
genommen und die Hüllen des Monuments durch
Draht mit dem Altar der Kathedrale verbunden. Als
der kurze Gottesdienſt vorüber war, wandte Lord
Ro=
berts ſich an den Bruder des verſtorbenen Königs mit
den Worten: „Im Auftrage der Offiziere und
Mann=
ſchaften der königlichen Artillerie bitte ich Sie, uns die
Ehre zu erweiſen, das Denkmal zur Erinnerung an
die 67 Offiziere und über 1700 Unteroffiziere und
Mannſchaften, die ihr Leben für ihren König und ihr
Land im ſüdafrikaniſchen Kriege dahingaben, zu
ent=
hüllen. Der Herzog von Connaught drückte darauf
auf den Knopf, der von einem Lorbeerkranz umrahmt
war, und in der Mall fielen die Hüllen des Denkmals.
Neuartig war das Bild vor dem Monumente. Die
von einem roten Vorhang umrahmte Statue war von
drei Artillerie=Batterien genau ſo umgeben, als wenn
tatſächlich der Herzog von Connaught eintreffen würde.
Außer dieſen Soldaten war aber keinerlei Zeichen von
Pomp zu ſehen. Ein paar Fahnenträger ſtanden auf
den Treppenſtufen des Denkmals ſtramm, ein wenig
weiter entfernt ein paar Polizeioffiziere und um die
Soldaten und den freien Platz herum die wartende
Menſchenmenge, das war alles. Plötzlich, ohne einen
vorherigen Laut und ohne ein vorheriges Zeichen,
rutſchte der Vorhang herunter, und befriedigt verlief
ſich die Menge. Das Denkmal, die Arbeit des
Pro=
feſſors Colton, ſteht auf einem elliptiſchen Piedeſtal
aus Portland=Ton und ſtellt die Idee des Krieges, der
durch den Frieden gezügelt wird, in der Form eines
Roſſes dar, das ein konventioneller Genius des
Frie=
dens, mit Flügeln und Palmenzweig, am Zügel führt.
** Eine neue Kriegswaffe. Handgranaten
wurden bereits im 16. Jahrhundert im Kampfe
ver=
wendet, aber in der modernen Strategie iſt ihre
Be=
nutzung erſt wieder durch die Japaner im
japaniſch=
ruſſiſchen Kriege eingeführt worden. Sie bedienten ſich
der gefährlichen Waffe beſonders während der
Belage=
rung von Port Arthur und erzielten eine ſo furchtbare
Wirkung, daß ſich dann auch die Ruſſen der
Hand=
granate bedienten. Eine Vervollkommnung dieſer
Waffe iſt nun durch eine Erfindung des Engländers
Marten Hale erreicht worden. Wie in der
Um=
ſchau mitgeteilt wird, kam er auf den Gedanken, die
alte Handgranate mit der Waffe des heutigen
Sol=
daten zu verbinden und ihr damit eine größere
Di=
ſtanzwirkung und Sicherheit zu verleihen. Sein
Appa=
rat beſteht im weſentlichen aus einer Röhre von
Meſ=
ſing, zirka 14 Zentimeter lang und 3,5 Zentimeter
Durchmeſſer, in deren Innern ſich eine zweite Röhre
von geringerem Durchmeſſer befindet. Der
Zwiſchen=
raum dieſer beiden Röhren enthält die höchſt briſante
Ladung im Gewicht von 115 Gramm. An dem
äuße=
ren Ende der kleinen Röhre befindet ſich die
Zünd=
kapſel mit Knallqueckſilber, auf die die abgeſchoſſene
Granate auffliegt. Bei Nichtbenutzung wird die Kapſel
durch eine Einrichtung geſichert, ſo daß keine
unbeab=
ſichtigte Exploſion erfolgen kann. Der Exploſivſtoff
der Ladung kann übrigens nur mit Hilfe der
Zünd=
kapſel zur Exploſion gebracht werden. Gegen anderen
Stoß oder Druck iſt er völlig unempfindlich. Um das
obere Ende der äußeren Röhre iſt ein Stahlring aus
24 tief eingekerbten Teilen gelegt, die durch die
Ex=
ploſion auseinandergeriſſen werden und nun als
mör=
deriſche Geſchoſſe nach allen Seiten hin wirken. Am
unteren Ende der Hauptröhre iſt eine 25 Zentimeter
lange Stahlſtange (Stiel) angeſchraubt, die in den
Lauf des Gewehrs, mit welchem die Granate
abge=
ſchoſſen werden ſoll, geſteckt wird. Mit jedem
beliebi=
gen Gewehr, in deſſen Lauf der Stahlſtiel hineinpaßt,
kann die Granate abgefeuert werden, und zwar fliegt
ſie bei einer Gewehrladung von 2 Gramm Pulver 150
Meter, bei 3 Gramm Pulver 300 Meter. Bei
Nah=
gefecht können die Granaten auch mit der Hand
ge=
ſchleudert werden, indem man den Stahlſtiel abſchraubt
und an einem Stift eine Schnur von 40 Zentimeter
Länge befeſtigt. Der Soldat kann in einem Gürtel
ſehr leicht vier Granaten tragen, ohne in ſeinen
Be=
wegungen gehindert zu ſein, er würde ſogar ein Dutzend
transportieren können, denn das Gewicht der Granate
mit Ladung beträgt nur 600 Gramm. Zahlreiche
Ex=
perimente haben die außerordentliche Wirkſamkeit
die=
ſer Marten Hale=Granate erwieſen. In Spanien
wurden in einer gewaltigen Fläche von 40 Meter
Durchmeſſer 90 Rohrpuppen aufgeſtellt. Eine in die
Mitte geſchleuderte Granate richtete koloſſale
Verheer=
ungen an; hätten wirkliche Soldaten dageſtanden, ſo
wären 9 Tote und 47 Verwundete geweſen.
* Die Hutſeite. Eine gute Lehre und ein nachs
ahmungswertes Beiſpiel gab bei Gelegenheit eines
Feſtes unlängſt Graf Clermont=Tonnerre in Maiſon=
Laffitte. Wie mitgeteilt wird, ließ er die geladenen
Beſucher ſeines kleinen Theaters in zwei Abteilungen
gliedern und ſetzte links die Herren und die Damen
ohne Hut, — und rechts die Damen mit Hut. Von
dieſen hat denn auch nur die vorderſte Reihe etwas
ge=
ſehen. Ob die witzige Lehre frommen und die koketten
Prriſerinnen bekehren wird, bleibt abzuwarten.
* Eine neue Erfindung
menſchenfreund=
lichſter Art wird aus Japan gemeldet, wo man es in
jüngſter Zeit auf den Weltrekord der Bizarrerie
an=
zulegen ſcheint. Der Ingenieur Yamakara konſtruierte
eine Rednertribüne, die es ermöglichen ſoll, eine
Ver=
ſammlung ſchlicht und klanglos von einem
langweili=
gen Redner zu befreien. Es führt zu dieſem Zwecke
von jedem Hörerſitze ein Röhrchen unter das Podium,
durch die jeder einzelne ein Bleikügelchen in ein
Sam=
melbecken gleiten laſſen kann. Iſt die nötige Zahl
ſol=
cher Kügelchen beiſammen, dann öffnet ſich eine
Ver=
ſenkung und der Redner verſchwindet ganz
auto=
matiſch. — Bravo! Und wenn’s auch noch nicht
aus=
probiert iſt, ſo mag doch Herr Yamakara friſch ans
Werk gehen; nicht nur in Japan wird ſeine
weltbe=
glückende Erfindung geſchätzt werden,
Nummer 171.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. Jnli 1910.
teint.
m
(a.
angeb
Internat:
gab zur
ſt keine vornentoſe geweſen und auch jeht noch findet die
Deutſche Turnerſchaft in manchen Kreiſen nur wenig
Ge=
eitliebe. Viele Vereine haften noch zu ſehr an Aeußer=
Lchkeiten. Auch der Gegenſatz zwiſchen der ſchwediſchen
Pymnaſtik und dem freien deutſchen Volksturnen machte
ch noch lange geltend. Dann kam der Sport in Mode,
Der eine Gefahr für die heranwachſende Jugend bedeutet,
penn er nur Höchſtleiſtungen des einzelnen heranbildet
und als Hauptziel nur die ſportlichen Wettkämpfe kennt.
Eine weitere Gefahr für die geſunde Entwicklung der Lei=
Asübungen entſtand durch die ſozialdemokratiſche Partei,
Die durch die verlogene und kindiſche Behauptung, der
furnende Proletarier habe in der Deutſchen Turnerſchaft
Lichts zu ſuchen, die ſchulentlaſſene Jugend für die freien,
n Wahrheit politiſchen Turnvereine zu gewinnen ſuchte.
ie Turnerſchaft hat daher der Pflege des Turnens in den den heute in 43 Textilbetrieben von Brünn ſämtliche
Meuerdings ſind ferner die Antiſemiten mit der
Anzwei=
ſelung des deutſchen und vaterländiſchen Charakters der Man erwartet, daß am Dienstag die Arbeit in allen
Ahirvorgetreten. Das iſt unerhört und lächerlich, denn die
urtiſemitiſchen Turnerbündler in Deutſchland und Oeſter=
Uſtäen ſchuld an dem Hinſiechen des Deutſchtums in
Oeſter=
rich. Redner ſchloß mit der Mahnung, an der deutſchen
lurnerei als dem beſten Mittel, unſer Volk berufstüchtig,
mehrhaft und lebensfroh zu machen, feſtzuhalten.
In der Debatte wurde gegen den Ausdruck von
Es wurde noch mitgeteilt, daß die Turnplätze insgeſamt
gegenwärtig auf 946 115. Das Vereinsvermögen beträgt
iber 267000 Mark. Die Verſammlung nahm dann noch ſprechung kam es zu einer Verſtändigung und die
terſchiedene Ausſchußberichte entgegen und erledigte eine
Leihe von Anträgen.
Im weiteren Verlauf der Hauptverſammlung legte
u. a. Profeſſor Dr. Keßler SStuttgart) für das
Tur=
ten der Jugendlichen folgende Leitſätze vor:
1 Schüler und Schülerinnen dürfen nicht als
Mitglie=
er in die Turnvereine aufgenommen werden, ſondern drohungen der Eiſenbahner eher abgereiſt ſei,
ſund zwar allein zu dem Zwecke, von den Einrichtungen
ier Vereine zur Förderung der Geſundheit und der
Leibesbildung Gebrauch machen zu können. — 2. Die
Uebungen der Kinderabteilungen müſſen getrennt nach
Geſchlechtern und getrennt von denen der Erwachſenen
iſſſen oder nach 8 Uhr ſtattfinden. — 3. Die Leitung der
AUlebungen darf nur ſittlich einwandfreien und
turn=
jechniſch gebildeten Lehrern übertragen werden. — 4.
Einder dürfen nicht zu feſtlichen Veranſtaltungen im
anſtaltungen dieſer Art herangezogen werden. — 5.
Alles einer guten Schulordnung und Schulzucht
Zu=
widerlaufende muß ausgeſchloſſen bleiben. Vor allem
iſſt der Gefahr des Wirtshausbeſuches in wirkſamer
Weiſe vorzubeugen. — Mit der Beachtung der Grund= wie nur möglich, allein geſtern gegen Abend wollten
ſätze würde eiger Reihe von Widerſprüchen gegen das die Führer der Bewegung noch von keiner Verſtändi=
Durnen der Zugendlichen in den Turnvereinen
be=
ſeitigt werden. Zeigten ſich dennoch Schwierigkeiten,
i würde es Sache der einzelnen Kreiſe ſein müſſen,
ch mit den zuſtändigen Behörden in Verbindung zu
ſetzen.
Dieſe Grundſätze ſind der Württembergiſchen
Schul=
behörde und der Großherzoglich Heſſiſchen Schulbehörde
bereits überwieſen und von dieſen gebilligt worden. —
Turninſpektor Schmuck=Darmſtadt wies auf
vie Beſtrebungen der Vereine für Volkswohl hin, das
Durnweſen in konfeſſionelle Bahnen zu leiten. Lehrer
und Geiſtliche förderten und unterſtützten dieſe
Beſtreb=
ungen, die nur geeignet ſeien, einen Keil in die
deut=
che Turnſache zu treiben. Den Turnvereinen müſſe es
ganz gleichgültig ſein, welcher Konfeſſion ihre Mitglie=
Her angehörten, und auch in die Kreiſe der jugendlichen
Turner dürfe dieſe Bewegung nicht hineingetragen
werden. Die gemeinſame nationale Idee habe das
deutſche Turnen ins Leben gerufen und an dieſer
eini=
genden Idee müſſe auch unter Ausſchluß aller
religiö=
ſen und politiſchen Momente feſtgehalten werden.
(Beifall.) Es ſei ja ſehr zu begrüßen, daß die
betref=
ffenden Vereine die Jugend auch auf anderen Gebieten
rweiterbilden wollten, aber gegen die Schaffung
kon=
ffeſſioneller Turnvereine müſſe mit aller
Energie vorgegangen werden. — In ähnlicher Weiſe
ſſprachen ſich viele andere Redner aus. — Die
Haupt=
terſammlung ſtimmte zwei Anträgen zu, die es den
Wereinen der Deutſchen Turnerſchaft und der „
Deut=
ſchen Turnzeitung” zur Pflicht machen, die Jugend und
vor allem die Fortbildungsſchüler für die Turnſache
zu gewinnen. — In Sachen des Kinderturnens
wurde neben den von Profeſſor Keßler (Stuttgart)
vor=
gelegten Leitſätzen noch folgender Antrag des
Pro=
feſſor Berger (Magdeburg) angenommen: 1. Der
Aus=
ſchuß legt den größten Wert darauf, daß auch die
Turn=
vereine, welche bisher ihre Zöglinge und Mitglieder
nur turneriſch beſchäftigt haben, auf die allgemein
gei=
ſtige und ſittliche Erziehung ernſtlich bedacht ſind. bereits als gebrochen anſehen.
2 Der Ausſchuß beauftragt ſeinen Vorſtand, an die
Turnvereine in der „Deutſchen Turnzeitung” einen
Aufruf zu erlaſſen, der auf Grund der Arbeiten des
Unterausſchuſſes und der Leitſätze Keßlers die Vereine
auffordert, die Arbeit für die ſchulentlaſſene Jugend
ernſt und auf geſunden Erfolg verſprechender Baſtis
in die Wege zu leiten. — Längere Erörterungen zeitigte
die Frage, in welcher Weiſe ſich die Deutſche Turner= tiges Gewitter nieder, das ſchwerſte, welches hier
ſchaft an der Internationalen Hygiene=
Ausſtel=
lung in Dresden beteiligen ſolle. Es wurde
beſchloſ=
ſen, ſich zu beteiligen und 4000 Mark zu bewiligen.
Auch wurde unter dieſer Vorausſetzung Dresden
zum Tagungsort für den nächſtjährigen Deutſchen
Turntag gewählt.
* Straßburg, 23. Juli. Bei den geſtrigen
Ver=
handlungen des deutſchen Turnertages wurde
bekannt daß der Bürgermeiſter Dr. Schwandner ſeine
deutſche Turnfeſt im Jahre 1918 in Straßburg
ab=
gehalten werde.
Die Hauptverſammlung des
Ver=
bandes Deutſcher Gewerbevereine und
Handwerkervereinigungen wird dieſes Jahr
am 29. und 30. Auguſt in Regensburg ſtattfinden im
An=
ſchluß an den dortigen Verbandstag der bayeriſchen
Ge=
werbevereine. Die Tagesordnung wird neben den üblichen
geſchäftlichen Berichten und Verhandlungen ſich beſaſſen
mit dem Thema: „Reichsverſicherung und Handwerker=1
ſtand, insbeſondere die Penſions= und Hinterbliebenen= wurden ſtrichweiſe großer Schaden angerichtet. Die Frucht 1
verſcherung der ſelbſtändigen Handwerker und
Gewerbetrei=
benden‟ Die Berichterſtatung hat Herr Geheime Regie= 2
rungsrat Dr. Dietz=Darmſtadt übernommen. Weiterhin
wird unter Mitwirkung der Zentralſtelle für Volkswohl= wetter hat auch an der mittleren und unteren Moſel
Sudmarkarnereing, an, der Lebrlingsfürſorge. Schließlich
findet, bei der auch die gewerblichen Unterrichtsanſtalten erhebliche Verſpätungen.
in hervorragender Weiſe beteiligt ſind, .
Arbeiterbewegungen.
Kortbildungsſchulen erhöhte Aufmerkſamkeit geſchenkt. Arbeiter ausgeſperrt. Am Montag ſollen die Ver=Wolfsburgſchen Schloſſes iſt vollſtändig zerſtört, dicke
Murnerſchaft und ihres Vorſitzenden in ihren Parteiblättern Betrieben von Brünn wieder aufgenommen wird. Von ſtändig vernichtete und in der Richtung nach Verlin
wei=
der Ausſperrung ſind 12000 Arbeiter betroffen.
* Peſt, 23. Juli. Infolge des Ausgleichs zwiſchen
lich zerfielen in drei ſich bekämpfende Richtungen und den Arbeitgebern und Arbeitern der Metallbranche Mailand und Umgegend ein heftiges Unwetter nieder,
25 000 Arbeitern. Am Montag wird die regelmäßige
Arbeit wieder aufgenommen.
* Paris, 23. Juli. Aus St. Etienne wird kommen.
gemeldet: Der Präfekt richtete an den Ausſchuß des
dem Dahinſiechen der Deutſchen in Oeſterreich proteſtiert. Werkarbeiterverbandes das Erſuchen, eine aus Saronna iſt kein Haus vom Sturm
unbe=
ron den Turnern 20 523015 mal beſucht worden ſeien. ſchaften herbeizuführen, da der Zwiſt zwiſchen dieſen und mehrere verwundet. In Solario und einem Teil der
2 ie Mitgliederzahl der Deutſchen Turnerſchaft beläuft ſich und den Bergleuten nur auf einem Mißverſtändnis
drei Jahre gültiges Uebereinkommen. Die
Ausſtands=
gefahr iſt damit beſeitigt.
ein großer Teil der Fremden, die ſonſt um dieſe
Jahreszeit auf der Fahrt an die See oder ins Gebirge
Atrüſſen zu beſonderen Abteilungen vereinigt werden als er urſprünglich beabſichtigte. Man merke dies ſehr telephoniſchen Verbindungen ſind teilweiſe zerſtört. Der
in den Theatern, den Hotels und den großen Waren= Präfekt ſandte Truppen und Feuerwehr=Abteilungen zur
häuſern.
* London, 22. Juli. Der
Eiſenbahneraus=
ſtand auf dem Schienennetz der Nordoſtbahn hat
ſn den Nachmittagsſtunden, keinesfalls nach dem Abend= lodert war. Er begann Montag abend, wie gemeldet, ſacht worden, die hauptſächlich auf das Umſturzen von
Wirtshauſe und beſonders nicht zu abendlichen Ver= 10000 feiernden Eiſenbahnleuten, über 30000
Gruben=
arbeiter von den Arbeitern in Eiſenwerken,
Maſchinen=
fabriken und Schiffswerken, von Schiffsbemannungen
geſetzt. Die Bahnverwaltung war ſo entgegenkommend
Nordoſtbahn hören. Erſt in ſpäter Abendſtunde trat
ein Umſchwung zur Nachgiebigkeit ein. Die
Bahnver=
waltung erntete die günſtigen Nachwirkungen ährer
alten Politik, ſich mit den Gewerkvereinen ſelbſt zu
einer Zeit gutzuſtellen, als ſie damit ganz allein ſtand.
Die Führer der Gewerkvereine, die mit dem Ausſtand
nicht das mindeſte zu tun hatten, traten offen auf die
Seite der Bahnverwaltung und gaben klar zu
ver=
ſtehen, daß an die Auszahlung von Streikgeldern nicht
zu denken ſei, weil die Bahnverwaltung ſich nicht nur
im Recht befinde, ſondern auch großmütige Vorſchläge
gemacht habe, während ſeitens der Arbeiter ein Bruch
des Verſöhnungsabkommens vorliege. Die Führer des
Ausſtandes erkannten, daß ſie ſich zwiſchen zwei Stühle
geſetzt hatten. Auf der einen Seite wurde ihnen die
Ausſicht auf Streikgelder und Unterſtützung des
Publi=
kums abgeſchnitten, auf der anderen verweigerte die
Nordoſtbahn die Lohnzahlung an die Arbeiter, die ohne
Kündigung die Arbeit eingeſtellt hatten. So fügte man
ſich in die billigen Vorſchläge der Geſellſchaft und der
Ausſtand hat ein Ende. Alle Welt atmet erleichtert auf
denn es lag wie Ausſtandsluſt in der Luft und wenn
war eine weitere Ausdehnung auf andere Linien und
eine ganz unberechenbare Störung und Schädigung von
Induſtrie, Handel und Verkehr unvermeidlich, wenn
auch der ganze Rummel nur acht bis zehn Tage
ge=
dauert hätte.
* London, 22. Juli. Wie das Reuterſche Bureau
aus Ottawa meldet, haben ſich die Bemühungen des
Miniſters der öffentlichen Arbeiten, die Verwaltung
der Ausſtändigen zur Annahme eines
Schiedsge=
richtes zu bewegen, als vergeblich erwieſen. In= reiſte nach Palma Mallorka.
zwiſchen beſſert ſich aber der Perſonenverkehr und auch
der Verkehr der Güterzüge beginnt ſchon wieder ſo, ſind leicht. Der Attentäter iſt ein 20jähriger Mann
na=
daß die Beamten der Grand Trunk Railway den Streik
* London, 24. Juli. Der Ausſtand der
gelegt.
Unwetter.
ſeit Jahren beobachtet wurde. Der Blitz ſchlug in
meh=
die Ecke eines Kamines abgeſchlagen wurde. Die Um= Vater und Bruder gleichfalls verhaftet wurden Die
ſtarte Bäume hat der Sturm entwurzelt und einige Dächer verkief. Anlaßlich der Ankunſt Mauras hatte die
vielfach geſtört.
Wirbelſturm während eines ſchweren Gewitters
große Bereitwilligkeit damit erklärt hat, daß das Hunderte von Bäumen. Vielfach wurden die Straßen eine junge Dame, die Couſine Mauras, warf ſich nach
durch umgeſtürzte Bäume geſperrt. Die Telephon= ihn feſtzuhalten, konnte ihn jedoch nicht verhindern,
und Telegraphenleitungen, beſonders nach Saarbrücken
und Metz. ſind geſtört.
* Köln, 23. Juli. Das geſtrige Unwetter hat
beſonders die Orte Efferen, Fiſchenich und Meſ= wandten angekommen war, und der ebenfalls verwun=
Gartenfrüchten großen Schaden angerichtet. In Fiſchenich Vord der „Miramar” gebracht. Nur die Beamten und
ging ein Wolkenbruch mit ſchwerem Hagelſchlag nieder und politiſchen Perſönlichkeiten wurden an Bord gelaſſen;
richtete außer den Feldern und in den Gärten auch an nur der Unterſuchungsrichter erhielt Zutritt zu Maurg.
wurden zerſtört. Auch in Frechen, Benzelrath und Prühl am linken Arm unterſuchte, ſtellte feſt, daß ſie nur
auf den Feldern liegt ſtellenweiſe wie niedergewalzt am nach Palma in Sce. In dem Revoler Rocas fanden
Boden.
* Kochem, (Moſel), 23. Juli. Das geſtrige Un= klärte es war nicht ſeine Abſicht, Maura zu Reffen.
fahrt verhandelt über die Mitarbeit der Gewerbe= und ſchauerlich gehauſt. Viele Schornſteine wurden um= Maura iſt in Palma Mallorka angekommen. Die
wird über das Verſcherungsweſen im Verband und über Vevölrung aus den Häuſern ins Freie, Hunderie vonf
verſchiedene Anträge zu ſprechen ſein. Da der deutſche Bäumen ſind entwurzelt worden. Auf weite Strecken iſt die
Verband nur alle zwei Jahre ſeine Verſammlung abhält, ganze Ernte vernichtet. In vielen Weinbergen wurden
iſt zu erhoffen, daß die Regensburger Tagung aus dem die Rebſtöcke aus dem Boden geriſſen. Telephon= und
ganzen deutſchen Vaterlande zahlreich beſucht wird, zumal Telegraphenſtangen liegen geknickt am Boden, ſedaß der
in Regensburg neben hervorragenden Sehenswürdigkeiten Telephon= und Telegraphenverkehr geſtört iſt. In=Clotten
der altberühmten Stadt auch eine oberpfälziſche Kreisaus= wurde ein Dach auf den Bahnkörper geworfenzund dadurch
ſtellung für Induſtrie, Gewerbe und Landwirtſchaft ſtatt= der Verkehr ſtundenlang unterbrochen. Die Züge erlitten
* Braunſchweig, 23. Juli. Bei= einems geſtern!
über Braunſchweig und Umgebung niedergegangenen!
ſchweren Unwetter bildete ſich zwiſchen=
Fallers=
leben und Vorsfelde eine Windhoſe, die an
Brünn 23. Juli. Infolge des andauernden Feldern, Chauſſcebäumen und Häuſern großen Schaden
Streiks der Putzer in ſieben Spinnereibetrieben wur= anrichtete. Die ſämtlichen gräflich Schulenburg=
Wolfs=
burgſchen Waldungen litten ſtark: der große Park des
handlungen zur Beilegung des Konſlikts ſtattfinden. Eichen ſind abgeinickt, das Dach des Schloſſes iſt
volſtän=
dig abgedeckt. Das Unwetter, das auch die Ernte faſt
voll=
terzog, währte nur etwa vier Minuten.
* Mailand, 23. Juli. Heute nachmittag ging über
unterbleibt die angedrohte Ausſperrung von das großen Schaden an der Ernte angerichtet hat. In
Savong, wo mehrere Fabrikſchornſteine einſtürzten und
Dächer abgedeckt wurden, ſind mehrere Perſonen umge=
* Mailand, 24. Juli. Nach den letzten Nachrichten
Beſprechung mit den Direktoren der Bergwerksgeſell=ſchädigt geblieben; drei Perſonen wurden getötet
Gemeinde Eeriamo Laghetto zerſtörte der Sturm eine Zie=i
zu beruhen ſcheine. In der hierauf ſtattgehabten Be= gelſteinſabrik: 14 Tote und viele Verletzte wurden ausiden
e Trümmern gezogen. In Buſto Arſizio wurde eine An=
Vertreter der beiden Parteien unterzeichneten ein für zahl Arbeiter durch einen herabſtürzenden
Fabrikſchorn=
ſtein verſchüttet. Etwa zehn Leichen wurden geborgen,
andere ſollen noch unter den Trümmern begrabentliegen.
Paris, 23. Juli. Der Figaro behauptet, daß Auch in Moseiano richtete der Gewitterſturm ſchweren
Schaden an; 15 Perſonen wurden teils ſchwer, teils leicht
ſich in Paris aufhalten, infolge der Streik= verletzt. Aus dem Diſtrikt Gallarate werden ebenfalls
ſchwere Beſchädigungen gemeldet. Die telegraphiſchen und
Hilfeleiſtung ab und begab ſich ſelbſt nach dem betroffenen
Bezirk.
* Mailand, 24. Juli Nach den letzten Nachrichten
faſt noch raſcher ſein Ende erreicht, als er aufge= ſind durch den Sturm folgende Unglücksfälle
verur=
mit der Enthebung eines Weichenſtellers, der ſich gegen Fabrikſchornſteinen zurückzuführen waren: In den
ſeine Verſetzung von einem Ende des Bahnhofes zum Fabriken von Baſanghekko wurden 8 Perſonen
getö=
andern ſauflehnte, war am Mittwoch abend bereits in tet und viele verletzt; in einer Fabrik zu San Vittore
vollem Gange und hatte geſtern, abgeſehen von über Olona wurden 3 getötet und 30 verletzt, in den
Fabri=
ken zu Legnano wurden 3 getötet und verſchiedene
ver=
letzt; in einer Seidenfabrik zu Rogeno wurden eine
Frau getötet und dreißig Perſonen verletzt; in einer We=
und Dockarbeitern gar nicht zu reden, außer Tätigkeit berei zu Galliate wurden eine Frau getötet und neun
Perſonen verletztz in einer Fabrik zu Canegrate
wur=
den drei getötet und verſchiedene verletzt. Ein kleines
Haus in Manerg bei Rovellasea wurde durch einen
gung, ſondern nur von unbedingter Kapitulation der Blitz zerſtört, wodurch zwei Perſonen getötet wurden. In
der Nähe des Bahnhofes Rovellasea ſtürzte ein Haus
zu=
ſammen, wodurch drei Perſonen getötet und verſchiedene
verletzt wurden. In Cantu wurden verſchiedene Häuſer
ſtark beſchädigt und drei Perſonen verletzt. In manchen
Diſtrikten ſind die Felder ſtark verwüſtet, Bäume
entwur=
zelt und kleine Häuſer zerſtört worden. — Insgeſamt
wur=
den während des Sturmes etwa fünfzig Perſonen
getötet und einige Hundert ſchwerer oder leichter
ver=
letzt. Sarrona und die Umgegend wurden am härteſten
getroffen, aber auch Buſto Arſizio hat ſchwer gelitten. Im
Diſtrikt von Monza iſt der verurſachte Schaden ein ſchr
großer; die zum Gedächtnis an König Humbert erbaute
Kapelle iſt ebenfalls beſchädigt. Im Bezirk Vergamo
wurden nur Felder verwüſtet. — Der Präfekt blieb
wäh=
rend des größten Teiles der Nacht im Unweterdiſtrilt.
Die Rettungsarbeiten wurden überall mit Energie in die
Wege geleitet.
* Paris, 24. Juli. Die Morgenblätter bringen
vielfach Meldungen über Schäden und Unfälle
infolge der vorgeſtrigen Gewitter. Unter anderem
traf der Blitz bei Vaucelles eine Anzahl Schulkinder,
der Streik nur noch ein paar Tage angedauert hätte, die gerade aus der Schule nach Hauſe zurückkehrten;
ein Knabe wurde getötet und mehrere verletzt.
Attentat auf den früheren Miniſter Maura.
* Barcelona, 23. Juli. Auf den früheren
Miniſter=
präſidenten Maura wurden bei ſeiner Ankunft auf
dem Bahnhof zwei Schüſſe abgegeben, die ihn an Arm
und Bein verwundeten. Der Täter wurde
ver=
der Grand Trunk Railway und die Vertreter haftet. Maura begab ſich unmittelbar zu Schiff und
* Barcelona, 23. Juli. Die Verletzungen Mauras
mens Manuel Roca aus Barcelong.
* Barcelona, 23. Juli. Ueber den Anſchlag auf
Maura wird noch gemeldet: Maura kam um ½12 Uhr
Dockarbeiter in Briſtol und Avonmouth iſt bei= mit dem Madrider Schnellzuge an. Als er den Wagen
verließ, wurde er von einem Freunde umarmt. Ein
junger, ſchlicht gekleideter Menſch feuerte aus einer
Browningpiſtole drei Schüſſe auf ihn ab. Maura
wurde an Arm und Bein, ſein Freund am Bein ver=
* Nürnberg, 23. Juli. Heute Nacht ging ein hef= letzt und ins Automobil des Generalkapitäns geführt.
Maura wurde raſch auf das Schiff gebracht.
* Barcelona, 26. Juli. Der Angreifer
rere Gebäude, darunter in die Kaiſerſtallung der Burg, wo Mauras, Roca, iſt ein 18jähriger Burſche, deſſen
gebung wurde wegen der Abſturzgefahr geſperrt. Manns= Polizei nahm eine Hausſuchung vor, die ergebnislos
abgedeckt. Die Telegraphen= und Telephonleitungen ſindPolizei ſtrenge Maßregeln getroffen, beſonders der
Bahnhof wurde ſcharf überwacht; die Polizei hatte auch
* Trier, 23. Juli. Geſtern abend entwurzelte ein den Zug beſetzt. Der Angriff erfolgte in ſo
über=
raſchender Weiſe, daß ihn niemand verhindern konnte:
dem zweiten Schuſſe auf den Angreifer und verſuchte
ein drittes Mal zu ſchießen. Die Poliziſten und
Gen=
darmen ergriffen Roca und machten ihn unſchädlich.
Maura, der mit ſeiner Frau und einigen anderen
Ver=
ſeling ſtark heimgeſucht und an den dortigen Feld= und dete Freund Mauras, Oniveira, wurde mit Maura an
Wohnhäuſern großen Schaden an. Die Telephonleitungen Der Arzt, welcher die Wunden am rechten Bein und
leichte ſind. Die „Miramar” ging um 1½ Uhr morgens
ſich noch vier, noch nicht verfeuerte Patronen; Roeg er=
Madrid, 23. Juli. Derehemalige Miniſterpräſident
geriſſen und Dächer abgedeckt. In vielen Orten lief die Geringfügigkeit der Verletzungen Mauras läßt
erhoffen, daß die Wunden in vier bis fünf Tagen
ver=
narbt ſind.
Madrid, 23. Juli. In den heutigen Sitzungen
der Kammer und des Senats verurteilten die
Präſidenten unter dem Beifall der Mitglieder, mit
Aus=
nahme der Republikaner, aufs ſchärfſte den Anſchlag auf
den früheren Miniſterpräſidenten Maura.
Miniſter=
präſident Canalejas ſchloß ſich in beiden Häuſern
den Worten des Präſidenten an. Darauf verlas
Miniſter=
präſident Canalejas ein Dekret, durch welches die Cortes
vertagt werden.
* Barcelona, 24. Juli. Der Angreifer des
früheren Miniſterpräſidenten Maura erklärt, er habe
aus eigenem Antriebe gehandelt, habe
keinen Mitſchuldigen und gehöre keiner geheimen
Ge=
ſellſchaft oder Organiſation an.
* Paris, 24. Juli. Zu dem Attentat auf den
früheren Miniſterpräſidenten Maura meldet eine
Privatdepeſche des Journal aus Barcelona:
Wäh=
rend des Verhörs durch den Unterſuchungsrichter machte
der Attentäter Roca einen Selbſtmordverſuch;
er ergriff eine auf dem Tiſch des
Unterſuchungsrich=
ters liegende Schere und brachte ſich einen Stich in die
Kehle bei. Als er an der Wand des Zimmers ein Bild
des Königs Alfons erblickte, rief er aus: „An allen
Er=
eigniſſen ſind die ſchlechten Ratgeber des Königs ſchuld;
Alfons XIII. iſt unſchuldig.‟ — Dem Matin zufolge
telegraphierte der Sekretär Mauras nach Madrid, daß
die Verwundungen Mauras ſo geringfügig ſeien, daß
er in drei bis vier Tagen vollſtändig wieder hergeſtellt
ſein werde.
Luftſchiffahrt.
* Berlin, 23. Juli. Geſtern unternahm auf dem
Flugplatz Johannisthal der Aviatiker Eyring ſeinen
erſten Aufſtieg. Nachdem er es bis zu einer Höhe von
6 bis 8 Metern gebracht hatte, ſtellte er plötzlich den
Motor ſeines Farman=Apparates ab. Der Doppeldecker
ſauſte, indem er ſich überſchlug, mit Gewalt zur Erde
und wurde vollſtändig zertrümmert. Eyring
kam völlig unverletzt davon.
* Baden=Baden, 23. Juli. Intereſſant iſt die
Frequenz=Statiſtik des geſtrigen erſten Flug=
Meetings. Die elektriſche Bahn benutzten etwa 7000
Perſonen, am Hauptbahnhof wurden an 2000 Fahrkarten
nach Oos und ebenſo viele von Oos nach Baden=Baden
verkauft. Es entwickelte ſich ein enormer Droſchken= und
Automobilverkehr.
* Der Ballon „Abereron” der Sektion
Düſſeldorf des Niederrheiniſchen Vereins für
Luft=
ſchiffahrt iſt nach Oſtende geſandt worden. Hauptmann
v. Abercron beabſichtigt, mit dem Zahnarzt Bruhn aus
Düſſeldorf den Kanal nach England zu
über=
queren, ſobald eine günſtige Windrichtung eintritt.
* Lanſers Ueberlandflug. Die Brüſſeler
Blätter berichten in durchaus begeiſterter Weiſe von
dem kühnen Ueberlandfluge Lanſers, den derſelbe am
Mittwoch ausgeführt hat. Lanſer hatie bereits vorher
angekündigt, daß er verſuchen werde, von dem
Sport=
platz der Weltausſtellung aus nach dem
Schloß Laeken zu fliegen. Es hatte ſich eine
große Menſchenmenge auf dem Sportplatze
angeſam=
melt. Als nach 6 Uhr der Wind günſtiger wurde, ſtieg
Lanſer mit ſeinem Apparat in eine Höhe von 300 Metern
auf, überflog in dieſer Höhe die Stadt und landete auf
dem Flugfelde von Stockel. Der Flug wurde von der
Bevölkerung mit großer Begeiſterung verfolgt. Bei
ſeinem halbſtündigen Fluge erreichte Lanſer eine
durch=
ſchnittliche Höhe von 300 bis 400 Metern. Die Landung
vollzog ſich glatt ohne Zwiſchenfall, nachdem er eine
große Schleife in der Richtung nach Villevorde und
Dieghem gemacht hatte. Lanſer hatte vorher die
Komiteemitglieder des Brüſſeler Aeroklubs von ſeinem
Vorhaben benachrichtigt. Lanſer landete 6 Uhr 57 Min.
Der Aufſtieg war um 6 Uhr 27 Min. erfolgt; der
Ueberlandflug hatte alſo genau eine halbe Stundd
gedauert. In einer Unterredung erklärte Lanſer, daß
auch der König und die Königin von dem Plane, im
Schloßpark von Laeken zu landen, benachrichtigt
ge=
weſen wären, daß ſie dieſen Plan gebilligt und ihn dort
erwartet hätten. Die Ausführung des Planes ſei
indeſſen durch die hohen Bäume des Gartens bei dem
eingetretenen ſtarken Gegenwinde zu gefährlich geweſen
und infolgedeſſen habe er die Landung in dem
Schloß=
park aufgegeben. Wie verlautet, haben der König und
die Königin im Automobil den Ueberlandflug Lanſers
verfolgt.
* Norderney, 23. Juli. Auf dem von der
Flug=
geſellſchaft Ikaros veranſtalteten Flugmeeting auf
Norderney unternahm der Wrightpilot
Schauen=
burg geſtern prächtige Flüge vor einem nach
Tauſen=
den zählenden Publikum. Als der Pilot landete,
be=
glückwünſchte ihn Fürſt v. Bülow perſönlich und
ſprach die Erwartung aus, daß der Pilot auch einen
Flug über das Meer unternehme, wie ſein engliſcher
Kollege. Kaum war der Wunſch geäußert, als
Schauen=
burg ſich erhob und in hundert Meter Höhe weit über
das Meer hinausfuhr. Nach 10 Minnten kehrte er
wohlbehalten zurück, von der Menge mit Jubel
empfangen.
* Paris, 23. Juli. Eine vom Marineminiſter
eingeſetzte Kommiſſion prüft gegenwärtig unter dem
Vorſitz des Admirals Le Pord die Frage, in welcher
Weiſe die Aeroplane für die Kriegsflotte
nutzbar zu machen ſeien.
C.K. Ein Wettflug zwiſchen Curtiß und
den Wrights. Aus Waſhington wird berichtet: Mit
Spannung ſieht Amerika dem großen Wettfluge
ent=
gegen, in dem die Brüder Wright ihre Kraft mit dem
Aviatiker Curtiß meſſen ſollen. Der Plan iſt erſt vor
wenigen Tagen aufgetaucht, gilt jeddch als geſichert.
Sowohl Curtiß wie die Brüder Wright haben erklärt,
daß ſie im kommenden Monat zu dem Kampfe bereit
ſind. Der Wettflug ſoll in New=York beginnen und
bis nach Waſhington führen. Zwei
Flugunterbrechun=
gen in Philadelphia und Baltimore ſind vorgeſehen.
Der Sieger wird einen Preis von 80000 Mark
er=
halten, den die vier beteiligten Städte gemeinſam
ſtiften. .
Vermiſchtes.
C.K. Die Volkszählung der Indianer.
Aus Waſhington wird berichtet: Mit beſonderer
Sorgfalt hat das amerikaniſche Volkszählamt die
Ar=
beiten vorbereitet, die den Zweck verfolgen, durch eine
genaue Volkszählung ein zuverläſſiges Bild von dem
heutigen Stande der Indianer zu geben. Die Zahl
der Rothäute, die ihre Reſervationen verlaſſen und
ſamerikaniſche Staatsbürger werden, iſt immer mehr
angewachſen, und man nimmt daher auch an, daß
dieſe Indianerzählung die letzte ihrer Art ſein wird.
Es ſind beſondere Zähler angeſtellt, Leute, die die
In=
dianer genau kennen und die bereits im Weſten bei
den Rothäuten ihres Amtes walten. Es handelt ſich
dabei nicht nur um die Zahl der Indianer, ſondern
vor allem um genauere Mitteilungen über die
Zu=
ſammenſetzung der Stämme und das Familienleben.
Es ſoll feſtgeſtellt werden, wie viel fremdes Blut in
das Indianervolk eingedrungen iſt, wie viel
Miſch=
linge unter ihnen leben, wie viel Miſchehen
ſtattfin=
den, der Umfang der Polygamie, wie viel Männer mit
ihren Schweſtern in ehelicher Gemeinſchaft leben und
wie groß die Zahl der Rothäute iſt, die eine
Schul=
bildung geſucht und erhalten haben. Vor allem aber
wird es intereſſant ſein, aus dieſer Zählung genaue
Angaben darüber zu erhalten, wie viele Indianer
einen feſten Wohnſitz erwählt haben und wie weit die
Zahl derer zuſammengeſchrumpft iſt, die an dem alten
Jagd= und Nomadenleben feſthalten.
Literariſches.
— Die Neuraſthenie und ihre
Behand=
lung. Ein Ratgeber für Nervenkranke. Von Dr. med.
Ralf Wichmann Nervenarzt in Bad Pyrmont.
Mit neun Abbildungen. Vierte verbeſſerte Auflage.
Preis 2 Mk. Verlag von Otto Salle in Berlin W. 57.
— Ein Buch von berufenſter Seite, von dem durch ſeine
für Laien beſtimmten Schriften „Lebensregeln für
Neuraſtheniker” und „Die Waſſerkuren im Hauſe”
be=
kannten Nervenarzt, liegt hiermit bereits in 4. Auflage
vor. Das leicht faßliche und flott geſchriebene,
inter=
eſſante Buch, das aus langjähriger nervenärztlicher
Praxis hervorgegangen iſt und von maßgebender
ärzt=
licher Seite als muſtergültig und der Zuerkennung
eines Preiſes wert bezeichnet wurde, dürkte auch in
ſeiner neuen Auflage der ſo großen Zahl von
Nerven=
leidenden ein ſicherer Wegweiſer zur Wiedererlangung
ihrer Geſundheit ſein.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 23. Juli. Der Bundesrat hat neue
münzpolizeiliche Vorſchriften erlaſſen, nach
denen Medaillen, Marken, wie Reklame=, Rabatt=,
Spiel=, Speiſe= und ſonſtige Wertmarken nicht das
Bildnis des Kaiſers oder eines Bundesfürſten in der
auf den Reichsmünzen befindlichen Geſtaltung tragen
oder mit einer auf dem Rande befindlichen Schrift
ver=
ſehen ſein dürfen. Auch dürfen ſie nicht die
Bezeich=
nung einer im Deutſchen Reiche geltenden
Münzgat=
tung oder die Angabe eines Geltwertes enthalten.
Marken der vorerwähnten Art dürfen nicht mit einem
Durchmeſſer von mehr als 20 bis einſchließlich 22
Milli=
meter hergeſtellt werden. Unberührt von dieſer
Vor=
ſchrift ſind Medaillen und Marken von ovaler oder
von drei= bis achteckiger Form. Die Beſchränkungen
finden auch keine Anwendung auf ſolche Medaillen und
Marken, die für das Ausland hergeſtellt und unmittel
bar ausgeführt werden. Es iſt verboten, Münzen, die
auf Grund der Reichsmünzengeſetze vom Bundesrat
äußer Kurs geſetzt ſind, nachzumachen, ſolche
nachge=
machten Münzen in Verkehr zu bringen oder ſonſt zu
vertreiben, ſofern dieſe nicht vermittels einer feſten
metalliſchen Verbindung Beſtandteile anderer
Gegen=
ſtände bilden. Als Strafen ſind, ſofern nicht nach
an=
deren Beſtimmungen eine höhere Sträfe erwirkt wird,
Geldſtrafe bis 150 Mark oder Haft bis ſechs Wochen
angedroht. Die Beſtimmungen treten am 1. April
1912 in Kraft.
* Berlin, 23. Juli. Der Reichsanzeiger und das
Reichsgeſetzblatt enthalten die Bekanntmachung,
be=
treffend Aenderung der Beſtimmungen ur
Ausführung des Weingeſetzes vom 20. Juli
1910.
* Wiesbaden, 23. Juli. Der 51 Jahre alte Maurer
A. Häuſer aus Rambach ſtürzte geſtern abend nach
Feierabend von dem Gerüſt in der Höhe des zweiten
Stockes ab. Er war ſofort tot. Der Verunglückte
hinter=
läßt eine Frau und drei Kinder.
* Baden=Baden, 23. Juli. In einem hieſigen Hotel
ſtürzte geſtern abend eine Büfettdame, die den Fahrſtuhl
im dritten Stock benutzen wollte, aus dieſer Höhe ins
Erd=
geſchoß und war ſofort tot.
Frankfurt a. d. Oder, 24. Juli. Geſtern ertrank
heim Baden im Nordſeebad Amrum der Direktor des
König Friedrich=Gymnaſiums in Frankfurt a. d. Oder,
Dr. Schneider.
* Breslau, 23. Juli. In Admont in Steiermark ſind
der Breslauer Kaufmann Böhm und ſeine 15jährige
Tochter, die der Breslauer Zeitung zufolge hier als
Som=
mergäſte weilten und eine Kletterpartie unternahmen,
ſeit drei Tagen ſpurlosverſchwunden. Die
Nach=
forſchungen blieben bisher ergebnislos.
* Karlsbad, 24. Juli. Das Komitee
reichsdeut=
ſcher Kurgäſte in böhmiſchen Badeorten, mit dem
Präſidenten des preußiſchen Herrenhauſes an der Spitze,
beſchloß anläßlich des achtzigſten Geburtstages des
Kai=
ſers Franz Joſef und des mehr als dreißigjährigen
Beſtehens des Bündniſſes zwiſchen Oeſterreich und
Deutſchland in Karlsbad eine künſtleriſche
überlebens=
große Bronzeſtatue des Kaiſers zu errichten.
Von den erforderlichen 100000 Mark ſind bereits 20000
gezeichnet.
* Marienbad, 23. Juli. Der Miniſter des Aeußern
Freiherr von Aehrenthal iſt hier eingetroffen.
Auſſig, 23. Juli. Im Bohemiaſchacht der Brucher
Kohlenwerke wurden geſtern drei zur Nachtſchicht
antretende Bergarbeiter verſchüttet. Ein Mann iſt
tot, die beiden anderen ſchwer verletzt.
Peſt, 23. Juli. Das ungariſche Korr.=Bureau
meldet aus Iſchl: Nach dem heutigen Vortrag des
Miniſterpräſidenten beſchloß der König, das
Ent=
laſſungsgeſuch Banus nicht anzunehmen. — Das
„Amtsbſatt” wird am Dienstag ein Allerhöchſtes
Hand=
ſchreiben veröffentlichen.
* Bern, 23. Juli. Sechs führerloſe
Tou=
riſten, worunter ſich auch deutſche befinden, die geſtern
die Beſteigung der Jungfrau unternahmen, bei
fürch=
terlichem Sturm eine ſchlimme Nacht im Schnee
ein=
gegraben oder im Schutz von Felsniſchen am Silberhorn
zubringen mußten, ſind am Leben; ſie befinden ſich
auf dem Rückweg.
* Belgrad, 23. Juli. Heute abend iſt folgendes
Communiqué veröffentlicht worden: Zwiſchen den
öſterreichiſch=ungariſchen und den ſerbiſchen
Handels=
delegierten wurde ein vollkommenes Einverſtändnis
erzielt und es ſind nunmehr Redigierungs= und Stilie
ſierungsarbeiten zu erledigen. Der neue
Handelsver=
trag beruht auf derſelben Baſis wie der vom Jahre
1908 und iſt nur in engen Grenzen gehalten. Die
gegenſeitigen Konzeſſionen und Abſtriche halten ſich die
Wage. Am Schluß der Sitzung verabſchiedete ſich der
Miniſter des Aeußern, Dr. Milowanowitſch, der
heute abend nach Marienbad abreiſt, von den
öſter=
reichiſch=ungariſchen Delegierten. Die Unterzeichnung
wird Mitte nächſter Woche erfolgen.
* Madrid, 23. Juli. Der König wird am 1. Auguſt
eine Reiſe ins Ausland antreten.
Bad Mohndorf (Luxemburg), 23. Juli. Auch hier
und im ganzen Oſten von Luxemburg hat das
Gewitter ſchweren Schaden angerichtet. Zahlreiche
Bäume ſind entwurzelt und der Telefonverkehr teilweiſe
geſtört. In Mohndorf wurde die elektriſche Lichtleitung
vom Sturm umgeworfen, ſodaß der Ort ohne Licht
war. Das Dach eines Hauſes wurde 20 Meter weit
fortgeſchleudert.
* Paris, 23. Juli. Einer Meldung aus Melillg
zufolge ſind dort ſechs Deutſche, welche bei den
Fremdenlegion deſertiert waren, einges
troffen. Nach ihrer Erzählung waren ſie von Mauren
gefangen, aber bald wieder freigelaſſen worden
als ſich herausſtellte, daß ſie keine Franzoſen ſeien
Welches Schickſal ihre Kameraden getroffen hat, welche
mit ihnen deſertierten, iſt ihnen nicht bekannt.
Tours, 23. Juli. Der Lumpenſammler Burreau
zog ſein Geſtändnis zurück, fünf Kinder des
Pächters Briére in Corancez ermordet zu haben. Burreau
wird auf ſeinen Geiſteszuſtand unterſucht werden.
*Chriſtiania, 23. Juli. Der Storting nahm mit
90 gegen 30 Stimmen die Regierungsvorlage, betreffend
die Bewilligung eines außerordentlichen Kredits von
vier Millionen Kronen zu Zwecken der
Lan=
desverteidigung an.
* Petersburg, 23. Juli. Entgegen den auswärts
ver=
breiteten Nachrichten, daß nach der Mongolei ruſs
ſiſche Truppen entſandt worden ſeien, wird
amt=
licherſeits mitgeteilt, daß nur ein Convoi von zwanzig
Mann für den ruſſiſchen Konſul nach Uljaſſutai entſandt
wurde, außerdem findet an der ruſſiſch=mongoliſchen
Grenze eine Nachprüſung der Grenzzeichen durch eine
ruſ=
ſiſche und eine chineſiſche Kommiſſion ſtatt, denen eine
Begleitmannſchaft zugeteilt worden iſt.
* Petersburg, 23. Juli. In der Konferenz im
Han=
delsminiſterium, die ſich, wie vorige Woche gemeldet, mit
der Einführung eines Tranſitzolles auf nach der
Mandſchurei gehende
Auslandserzeug=
niſſe beſchäftigt, wird ergänzend gemeldet: Am 18,
Juni vorigen Jahres fand unter dem Vorſitze des
Finanz=
miniſters eine Beratung über die Frage des Tranſit von
Auslandswaren über Wladiwoſtok nach der Mandſchurei
und zurück ſtatt. Damals wurde beſchloſſen, ſtatiſtiſches
Material über dieſen Tranſit zu ſammeln, um auf der
Grundlage dieſes Materials die Frage zu beantworten,
ob eine Verzollung ſolcher Auslandsprodukte zweckmäßig
erſcheine und welche Produkte zu verzollen und einzuführen
ſeien. Jetzt hat das Zolldepartement das ſtatiſtiſche
Ma=
terial geſammelt und dem Handelsminiſterium zur
Bera=
tung vorgelegt.
Petersburg, 24. Juli. Die Antwort der
chineſiſchen Regierung auf den ruſſiſch=japaniſchen
Vertrag wird von der ruſſiſchen Preſſe verſchieden
beurteilt. Die Nowoje Wremja” ſchreibt; „Die chineſiſche
Regierung verläßt durch ihre Beurteilung des Vertrages
den Weg des Widerſtandes gegen die ruſſiſche Tätigkeit
in der Mandſchurei und wird dabei in den Kreis
ge=
meinſamer friedlicher Arbeit gezogen.‟ — Der „
Bir=
ſchewija Wjedomoſti” ſchreibt: „Die Note der chineſiſchen
Regierung macht gute Miene zum böſen Spiel.‟ — Der
St. Petersburger Herold” erklärt: „Die Antwort
der=
chineſiſchen Regierung iſt im Grunde ein förmlicher
Proteſt und eine ſcharfe Rechtsverwahrung”.
* Konſtantinopel, 23. Juli. Die Blätter berichten;
Geſtern wurden der Prediger Hafis Achmed, der
Schwager Ali Kewals, vier Zollbeamte und ein Advokat,
ſowie eine andere Perſon verhaftet. Auch in Smyrng
wurde ein Advokat und geweſener Beamter verhaftet.D
Tochter des früheren Sultans, Prinzeſſin Schadtze, weiſt
die Zeitungsgerüchte über ihre Teilnahme an dem
Geheim=
komitee zurück. Anläßlich des heutigen Jahrestages der
Wiederherſtellung der Verfaſſung iſt die Stadt beflaggt.
Sämtliche Aemter ſind geſchloſſen. Heute nachmittag
findet=
eine Flottenſchau ſtatt in Anweſenheit des Sultans, der
Mini=
ſter, des diplomatiſchen Korps, der Deputierten und Se=. Abends wird die Stadt illuminiert. Die Preſſe
feiert die Bedeutung des Tages. Auch in der Provinz
wird der Tag feſtlich begangen.
B Bingen, 23. Juli. In die Transmiſſion einer.
Maſchine iſt im Maſchinenraum der Carl Gräffſchen
Tabakfabrik beim Auflegen eines Riemens gegen 11½
Uhr heute vormittag der 50 Jahre alte Maſchinenheizer
Andreas Gerlach aus Dietersheim gekommen. Gerlach
wurde von dem Rad erfaßt, einigemale herumgeſchleudert
und flog mit dem Kopf gegen die Decke des Raumes.
Ehe die Maſchine ſtillgeſtellt werden konnte, war der
Mann ſchon ſo furchtbar zugerichtet, daß er nach einigen
Augenblicken tot war.
H. B. Petersburg, 23. Juli. Von gutinformierter Seite
vernimmt das Berliner Tageblatt, daß Kaiſer Wilhelm
den Wunſch geäußert hat, in der nächſten Zeit mit dem
Zaren in den finniſchen Schären zuſammenzutreffen. Der
Zar kehrt nach Peterhof am 1. Auguſt zurück, um die
eng=
liſche Deputation unter Lord Roberts zu empfangen, welche
die Thronbeſteigung des Königs von England anzeigen
wird. Am 3. September erfolgt die Abreiſe
der Zarenfamilie nach Darmſtadt. (?) Die
ruſſiſche Kaiſerin=Witwe iſt in England erkrankt. Die
Krankheit ſoll nicht gefährlich ſein, doch hütet die Kaiſerin=
Witwe das Bett.
Bad Nauheim
Sprudelhotel:
geſchloſſene Geſellſchaften genießen bei vorheriger
Anmeldung Vorzugspreiſe. (14754f
Lachdem erſt kürzlich in der Prinz Heinrich=Fahrt,
R Peters Union-Pneumatik hervorragende
Er=
folge erzielte, konnte derſelbe, dank ſeiner vorzüglichen
Beſchaffenheit, mit der er ſowohl allen Witterungs=
Einflüſſen, wie auch äußerſt ſchlecht beſchaffenen Straßen
trotzt, bei der ſoeben beendeten ruſſiſchen Kaiſer Nikolaus
Touren=Fahrt einen neuen glänzenden Triumph davon
tragen. Außer den vier erſten Siegern dieſer ca. 3000
Kilometer langen Tour, Herrn Dir. Willy Poege, Herrn
Konſul Fritſch, Herrn Arthur v. Lüde, Herrn Walensky,
zählte Peters Union=Pneumatik auch noch den 7., 9. und
12. Preis zu ſeinem Erfolg. Auch bei der Oſtdeutſchen
Tourenfahrt Königsberg Zoppot war der Erfolg von
Peters Union-Pneumatik ein glänzender, indem
ſämtliche 8 erſte Preiſe durch Wagen mit Peters Union=
Pneumatik bereift, gewonnen wurden. — Weitere
Er=
folge hat Peters Union=Pneumatik auch bei der ſoeben
beendeten Oſtende Automobil=Woche zu verzeichnen.
Alle dieſe Reſultate legen Zeugnis ab, von der
hervor=
ragenden zuverläſſigen Qualität und Haltbarkeit dieſer
(14756)l
Bereifung.
Sonderfahrten nach Paris und London, jede mit
Einſchluß Brüſſels und der Weltausſtellung,
veran=
ſtaltet auch im Monat Auguſt das bekannte Reiſebureau
L. Lyſſenhop & Co., Mainz. (Näheres im Inſerat
(14747f
im heutigen Blatt).
Nummer 171.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. Juli 1910.
Seite 7.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Die glückliche Geburt eines kräftigen
gen
zeigen hocherfreut an
(14774
Dipl.=Ing. Roſenſtock von Rhöneck
und Frau Emmy, geb. Stamm.
Darmſtadt, den 23. Juli 1910.
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
die traurige Nachricht, daß mein treubeſorgter
Gatte, unſer Vater, Schwiegervater, Großvater
und Onkel
(B14775
Peter Groh
Mechaniker
heute nacht ½3 Uhr nach vollendetem 51.
Lebens=
jahre ſanft entſchlafen iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 23. Juli 1910.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 26. Juli,
nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehauſe,
Kies=
bergſtraße 4 aus, ſtatt.
Todes-Anzeige.
Gott, dem Allmächtigen, hat es gefallen,
meine liebe Gattin und unſere Mutter (14773
Frau Eili Willwohl
geb. Merkel
heute morgen ¾2 Uhr nach ſchwerem, mit
chriſtlicher Geduld getragenem Leiden, geſtärkt
durch den Empfang der hl. Sterbeſakramente,
im 48. Lebensjahre zu ſich in die Ewigkeit
ab=
zurufen.
Darmſtadt, den 23. Juli 1910.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Willwohl u. Kinder.
Die Beerdigung findet Montag, den 25. Juli,
vormittags 11 Uhr, vom Sterbehauſe,
Heinrich=
ſtraße 98 aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die liebevolle Teilnahme beim Heimgang
meines innigſtgeliebten Gatten, unſeres lieben
Vaters
(14732
Heinrich Völger V.
Sattlermeiſter
ſprechen wir hiermit allen Teilnehmern unſeren
herzlichen Dank aus. Ganz beſonders danken wir
dem Herrn Pfarrer von der Au für die troſtreiche
Grabrede, der Freiwilligen Feuerwehr, dem
Ge=
ſangverein Frohſinn, dem Turnverein, ſowie für
die überaus zahlreichen Kranz= u. Blumenſpenden.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau H. Völger nebſt Kindern.
Arheilgen, den 23. Juli 1910.
telier für Kunst und
Grabmalkunst (105s
Wilh. Götze, Bildhauer, Vertreter d. Wiesbad. Gesellschaft
Darmstadt, Karlstrasse 94
Ständigcs Lager von Grabdenkmälern,
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Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Schwagers und
(177
unſeres Onkels
Herrn Philipp Friedrich
Wagnermeister
ſowie für die Grabrede des Herrn Pfarrer
Widmann ſprechen wir hiermit unſeren innigſten
Dank aus.
Darmſtadt, den 25. Juli 1910.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Todes-Anzeige.
Hierdurch die ſchmerzliche Mitteilung, daß
(14776
unſer geliebtes Kind
Fritz Wilhein Schabert
nach kurzem ſchweren Leiden im Alter von
2½ Jahren dem Herrn entſchlafen iſt.
Darmſtadt (Kaupſtraße 42), Butzbach.
23. Juli 1910.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Familie Jacob Schubert
und Fried. Wilh. Schubert.
Beerdigung: Montag, den 25. Juli,
nach=
mittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des
Darm=
ſtädter Friedhofes.
Tageskalender.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo.”
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tagen von 8½—12½ u. 2½—5½ Uhr (Samstag=Mittag
ausgenommen). — Leſeabende: Dienstags und
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tags, abends von 8—10 Uhr.
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Wochentagen von 8½—12½ u. 2½—5½ Uhr (Samstag=
Mittag ausgenommen).
Drick und Verlag z. 6. Milichſche Lalbuchtrukenel=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Max Htreeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Anzeigenteil: F. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werdenenicht
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In der Honnwendnacht.
Aus dem Tagebuch einer Einſamen.
von Anny Wothe.
2)
(Nachdruck verboten.)
Nie, nie! ſchrie Eva leidenſchaftlich auf. Zu Grunde
wird der Große, der Herrliche bei Dir gehen. An
Deinem Siechtum wird er erlahmen, ſeine Flügel
zer=
brechen. Erſticken werden ihn die vier ſtillen Wände,
in denen, wie Du meinſt, das Glück wohnt. Ein
All=
tagsglück, Leni, mehr iſt es ja nie geweſen.
Wie kannſt Du es wagen, ſo zu mir zu reden? Was
weißt Du von unſerem Glück, von unſerem Leben?
Seitdem Du erwachſen aus der Penſion zurückgekehrt,
iſt es ja anders bei uns geworden, ruhelos und voll
Schatten, weil ich ſo häufig krank war, aber das Glück,
Eva, das kann nicht ſo ſchnell entfliehen, das immer
hier zu Hauſe war.
Ich ſagte es, faſt ängſtlich in Evas ſeltſam
ver=
ſchloſſenes Antlitz ſehend, als müßte mir aus dem
jungen Munde dort Erlöſung kommen.
Sie ſtreckte und dehnte nachläſſig die jungen,
blühenden Glieder und ſprach mit einem halb
ſpötti=
ſchen Lächeln um die roten Lippen:
Du biſt und bleibſt eine Philiſterſeele. Du wirſt
uns ja doch nie begreifen.
Dann ging ſie hinaus.
Ich ſah ihr lange nach.
„Uns” hatte ſie geſagt.
Wie hart ſie geworden war. Und ſie hatte mich
einſt ſo lieb.
Ich lag und grübelte den ganzen Tag. Mit
eifer=
ſüchtigen Augen bewachte ich jedes Wort, jede
Be=
wegung Evas, jede Miene Ermanns. Und plötzlich
war es mir, als laſte zwiſchen den beiden etwas, wie
eine jähe verſengende Glut.
Ich ſah ihre Augen ſtrahlen und ihren Mund
lächeln. Ich ſah, wie ihre Hände ſich verſtohlen
fan=
den. Ich wollte es nicht glauben. Ich ſtand auf und
ſaß mit ihnen bei Tiſch. Ich ſcherzte und lachte mit
den Kindern, aber ich fühlte ſelbſt, daß meine
Fröh=
lichkeit etwas Verzerrtes hatte. Da gab ich ſie wieder
auf und ſchleppte mich mit ſchweren Schritten in meine
Stube.
In Gluten verblutete der Tag. Die Kinder ſangen
im letzten Schein ihre Roſenlieder.
Und die Johannisnacht zog herauf mit ſchwülem
Duft. Leuchtkäfer tanzten durch die Luft. Ich war
allein in meiner Stube. Durch die geöffneten Fenſter
quoll der weiche, warme Duft der Sommernacht. Von
allen Höhen ſtrahlten die Sonnwendfeuer. Wie
flam=
mende Berge war es anzuſehen.
Mir war es zuweilen, als ginge ein leiſes Raunen
und Flüſtern durch die Luft, wie ſüßes Stammeln,
zärtliches Koſen. Die Nacht war ſo ſtill, und die Roſen
dufteten, als wenn ſie ſterben müßten.
Eine entſetzliche Angſt kam über mich. Haſtig, mit
zitternden Händen kleidete ich mich an. Dann trat
ich leiſe auf den Balkon hinaus in den Garten.
Eine Weile horchte ich mit verhaltenem Atem und
zuckendem Herzſchlag, und dann wurde es in mir
plötzlich ſo kalt wie Eis. Ein Schauer rann durch
meine Glieder und ich umklammerte feſt das Gelände
des Balkons, über das ich mich tief herniederbeugte.
Dort, gerade unter mir, ſtand ein Mann in dem
blaſſen Licht, mein Mann. Er hielt eine ſchlanke
Mädchengeſtalt an ſeine Bruſt gepreßt, meine Schweſter.
Ich ſchrie nicht auf in qualvollem Jammer, ich
blickte nur ſtarr hinab, unfähig, mich zu rühren.
Noch hing ihr der Kranz von weißen Roſen in den
Locken.
Wir müſſen Geduld haben, Eva, hörte ich meinen
Mann ſprechen. Leni iſt noch ſo der Schonung
bedürf=
tig. Sobald ſie kräftig genug iſt, wollen wir ihr ſagen;
daß wir uns lieben, daß wir nicht leben können ohne
einander, und daß ich und mein Schaffen zugrunde
gehen, wenn ſie mich nicht freigibt. Leni iſt
groß=
denkend und edel. Sie weiß, daß ſie mir nicht mehr
das Weib ſein kann, das meine Leidenſchaft begehrt,
das ich ſchon lange, ach, nur zu lange ſchon, aufgegeben
habe.
Wie grauſam ihr Männer ſeid in Eurem
Egois=
mus. Wie ein abgenutztes Spielzeug legt Ihr, was Euch
einſt teuer war, beiſeite. Ich ſchaudere, wenn ich mir
ſagen muß, auch Dich wird er vielleicht einſt ſo abtun,
wie dieſe da, die nur für ihn gelebt.
Eva! ſchrie Ermann wie verzweifelt auf, Eva!
Ich weiß alles, was Du ſagen willſt, kam es
ton=
los zurück, aber ich will kein Gelübde, frei ſollſt Du
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. Juli 1910.
Nummer 171
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Händen, ſeit 4 Jahren naſſe, freſſende
Flechte, gut bewährt hat.
Indem ich Ihnen nochmals meinen
herzlichſten Dank entgegenbringe,
be=
grüße ich Sie
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ſein, frei in Deiner Liebe, in Deinem Glück. Sieh,
Ermann, wüßte ich jetzt, daß Tod und Verderben mein
Los, wenn ich heute meine Hand in die Deine lege, ich
würde es dennoch tun. Kein Mitleid ſpricht für Leni
in meiner Bruſt, kein Mitleid für die Kinder. Dich,
nur Dich begehre ich! Zum Ruhm, zu des Lebens
Höhenfeuern will ich Dich führen. In dieſer
Sonn=
wendnacht gelobe ich es Dir. Sieh, wie dort die
Flammenzeichen lodern. Glück rufen ſie uns zu, Glück,
das groß und grenzenlos ſich auf Adlerſchwingen zum
Himmel hebt.
O Du, Du Süße, hörte ich Ermann ſtammeln,
während er die zarte Mädchengeſtalt trunken in ſeine
Arme riß und ihren roten Mund mit Küſſen bedeckte.
Nun kommt das Glück zu uns in dieſer heiligen, in
dieſer Sonnwendnacht!
Als ich die Augen aufſchlug, fand ich Ermann und
Eva beſorgt um mich beſchäftigt.
Ich ſchauerte zuſammen, als mich Evas Hände
be=
rührten, aber ich zwang mich, äußerlich ruhig zu ſein.
Geht es Dir wieder beſſer? fragte Ermann. Du
biſt doch noch ſehr ſchwach. Es iſt ja auch ein
Unver=
ſtand, Leni, in der Nacht auf den Balkon zu treten.
Du wollteſt gewiß die Sonnwendfeuer ſehen?
Es lag eine geheime, lauernde Angſt in ſeiner
Stimme.
Ich habe ſie geſehen, gab ich zurück. Schrecklich ſah
ich die Flammenzeichen zum Himmel lodern. Verrat!
ſchrien ſie zum Himmel auf, Verrat!
Du biſt ſehr krank, Leni. Morgen ſchon ſollſt Du
abreiſen.
Einen Augenblick ſtockte mir der Herzſchlag, dann
aber ſagte ich, mich von dem Polſter emporrichtend, auf
welches man mich gebettet:
Du irrſt, Ermann. Nicht ich werde abreiſen,
ſon=
dern Du ſelbſt wirſt bei Tagesanbruch dieſes Haus
ver=
laſſen.
Was ſoll das? fragte Erdmann ſtreng. Ueber mich
beſtimme ich ſelbſt.
Das Recht haſt Du verwirkt, gab ich zurück, ſeitdem
ich Dich in den Armen dieſes unglücklichen Mädchens
da geſehen, das ich tief und aufrichtig beklage. Ich
wiederhole es, Du und Eva, Ihr werdet morgen früh
dieſes Haus für immer verlaſſen. Eva wird ſich zu
Tante Kora begeben, bis die Trennung unſerer Ehe,
die haltlos geworden iſt, erfolgt. Die Kinder behalte
ich. So, und nun geht, der Weg iſt frei!
Leni! ſchrie Eva auf, mir zu Füßen ſtürzend und
aufſchluchzend meine Knie umklammernd. Leni,
ver=
zeihe mir, verzeihe uns. Ich habe ihn ja ſo
unſag=
bar lieb.
Armes Ding, flüſterte ich erſchüttert, meine Hand
auf ihr Haupt legend, Du wirſt viel leiden müſſen,
ſchwerer vielleicht noch als Deine unglückliche Schweſter.
Steh auf und geh mit ihm, führ ihn aus dem
Alltags=
gleis zur Sonnenhöhe empor, aber hab’ fein acht, daß
Du Deine eigenen zarten Flügel nicht zerbrichſt. Nicht
alle Schwingen taugen zu hohem Flug.
Leni, bat Ermann faſſungslos. Ich bitte Dich,
nicht ſo. Es wird ſich ja ein Ausweg finden. Ich
weiß es ſelbſt nicht, wie dieſe Liebe über uns
ge=
kommen. Hab’ Erbarmen und verzeihe uns, und ſei
nicht ſo hart, Leni, ſo grenzenlos hart.
Ich ſah ihm ernſt in das glühende Geſicht, noch
heute faſſe ich nicht, daß ich ſo ruhig, ſo gleichmütig
ſagen konnte:
Du haſt Dir Deinen neuen Lebensweg ſelbſt
ge=
wählt, Ermann. Möge er ſonnenhell für Dich ſein,
wie der meine im Dunkel liegt.
Die Kinder, Leni, ſtieß er haſtig hervor. Die
Kin=
der, eins wenigſtens mußt Du mir laſſen. Sei doch
barmherzig.
Barmherzig? fuhr ich auf. Seid Ihr barmherzig
mit mir geweſen? Nein, die Kinder ſind mein. Mit
tauſend Schmerzen ſind ſie mein geworden. Sie haben
keine Vater mehr.
Und wenn ich nicht will, gab Ermann erregt zurück,
wenn ich den Skandal nicht eingehe?
Das wirſt Du wohl müſſen, antwortete ich ruhig,
ſchon um dieſe da, fügte ich, auf Eva deutend, hinzu.
Sieh, wie der Kranz auf ihrer Stirn verblüht, wie die
Roſen entblättern. Nein, dieſe da ſoll nicht auch Dein
Opfer ſein.
(Fortſetzuna folat.)
V.
I
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Theodor
am Rathaus
Nummer 171.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. Juli 1910.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
ſden ſich: 3 Pinſcher, 1 Foxterrier. 1 Pinſcher (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
urden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Ausführung von Gasanlagen im Innern
der Gebände und Grundſtücke.
Die Einrichtung von Gas=Beleuchtungs=, Heiz= und Kraft=Anlagen im
hnern der Gebäude und Grundſtücke, welche an das Rohrnetz des ſtädtiſchen
Gas=
irks angeſchloſſen werden ſollen, ſowie alle Erweiterungen, Veränderungen und
ſparaturen darf nur durch ſolche Inſtallateure erfolgen, die von Großherzoglicher
Prgermeiſterei eine ſchriftliche Erlaubnis hierzu erhalten und ſich verpflichtet haben,
e dieſe Einrichtungen unter Zugrundelegung und gewiſſenhafter Beobachtung der
rfür erlaſſenen Beſtimmungen und Vorſchriften auszuführen.
Dieſe Erlaubnis iſt folgenden Firmen erteilt:
P&
ranke,
Arnold,
normer
lichtung
rzina
a=Pho=
Gottfried Beck, Karlſtr. 39.
Gebr. Becker Nachf., Grafenſtr. 27.
Heinrich Becker, Brandgaſſe 2.
Karl Bohl, Blumenthalſtr. 107.
Lud. Breitwieſer, N.=Ramſtädterſtr. 54
Heinr. Brunner, Eliſabethenſtr. 33.
Karl Darmſtädter, Sandbergſtr. 66.
W. Eberhardt, N.=Ramſtädterſtr. 11.
Fr. Ewald (Inh. Fr. Wenz)
Soder=
ſtraße 49 und 54.
Theodor Fey, Kranichſteinerſtr. 8a.
Georg Aug. Fink, Rhönring 53.
Ludwig Fiſcher, Langgaſſe 21.
Bernhard Gans, Rheinſtr. 47.
Franz Geiger, Karlſtraße 36.
Wilh. Gelfius, Fuhrmannſtraße 6.
Jakob Glock, Langegaſſe 9.
Guſtav Göckel, Karlſtr. 12.
Alexander Guntrum, Stiftſtr. 52.
Philipp Handſchuch,
Schloßgarten=
ſtraße 37.
Ludwig Heppenheimer, Luiſenſtr. 2. 153. G. W. Roth, Moosbergſtr. 97.
Wilhelm Heppenheimer, Kiesſtr. 80. 154. J. Rühl, Saalbauſtr. 24.
Kurt Hiſſerich, Bleichſtr. 28.
Karl Hoffmann, Wienersſtr. 44.
I. Balthaſar Ittmann, Lauteſchlägerſtr. 42. 57. Franz Schulz, Karlſtr. 104½.
Hermann Jung, Bleichſtr. 11.
Karl Jung, Kaplaneigaſſe 17.
Philipp Jung, Alexanderſtr. 9.
Karl Kämmerer, Marienplatz 10.
Gg. Kaiſer, Inh.: Marg. Haun,
Rheinſtr. 5.
Robert Kaiſer, Landgraf Georgſtr. 8.63. Hch. Waldſchmidt, Ludwigshöhſtr. 21.
Georg Keil, Kirchſtr. 17.
Auguſt Keller, Hohler Weg 11.
Adolf Kling Nachf. (Inh. A. u. L. 66. Val. Wedel, Beckerſtraße 7.
Kling), Rheinſtr. 17.
Klink & Rettberg, Ludwigsplatz 8½. 168. Karl Zahrt, Hofſtallſtraße 8.
5 Albert Klöpfer, Beſſungerſtr. 84.
Darmſtadt, den 22. Juli 1910.
Städtiſche Gaswerks=Verwaltung.
J. V.: Kalbfuß.
Betriebsleitung.
14737oms
Torf=Versteigerunge
Aufgebot.
Der Rechtsanwalt Buß in Darmſtadt
Mhat als Nachlaßverwalter des Nachlaſſes
Uder am 15. Dezember 1909 in Darmſtadt
verſtorbenen Heinrich Jakoby Wwe. Philip=
Aprne geb. Beſt das Aufgebotsverfahren zum
Zwwecke der Ausſchließung von
Nachlaß=
gläubigern beantragt.
Die Nachlaßgläubiger werden daher auf=
Agefordert, ihre Forderungen gegen den
Nach=
laß der verſtorbenen Heinrich Jakoby Wwe.
Philippine geb. Beſt ſpäteſtens in dem auf
Mittwoch, den 21. September 1910,
vormittags 10 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer 201,
Aanberaumten Aufgebotstermine bei dieſem
Gerichte anzumelden.
Die Anmeldung hat die Angabe des
Gegenſtandes und des Grundes der
For=
derung zu enthalten. Urkundliche
Beweis=
ſtrücke ſind in Urſchrift oder in Abſchrift
beizufügen.
Die Nachlaßgläubiger, welche ſich nicht
melden, können, unbeſchadet des Rechts,
Avor den Verbindlichkeiten aus
Pflichtteils=
rechten, Vermächtniſſen und Auflagen
be=
nckſichtigt zu werden, von den Erben nur
inſoweit Befriedigung verlangen, als ſich
nach Befriedigung der nicht ausgeſchloſſenen
Gläubiger noch ein Ueberſchuß ergibt. Auch
haftet ihnen jeder Erbe nach der Teilung
des Nachlaſſes nur für den ſeinem Erbteil
entſprechenden Teil der Verbindlichkeit.
Für die Gläubiger aus Pflichtteilsrechten,
Vermächtniſſen und Auflagen ſowie für die
Gläubiger, denen die Erben unbeſchränkt
haften, tritt, wenn ſie ſich nicht melden,
nur der Rechtsnachteil ein, daß jeder Erbe
ihnen nach der Teilung des Nachlaſſes nur
für den ſeinem Erbteil entſprechenden Teil
(14755ot
der Verbindlichkeit haftet.
Darmſtadt, den 20. Juli 1910.
Großherzogliches Amtsgericht I.
Aus einem Nachlaß ſind folgende
Grundſtücke zu verkaufen:
1. Hofraite Mathildenplatz Nr. 8
Gartenſtraße Nr. 18
Gartenſtraße Nr. 20
Liebfrauenſtraße Nr. 77
Liebfrauenſtraße Nr. 81.
b.
Auskunft erhalten Intereſſenten auf
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meinem Bureau.
Der Nachlaßverwalter:
Buss, Rechtsanwalt,
Bismarckſtraße 74, I. Telephon Nr. 295.
mit Ständer, junger
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36. Philipp Kraus Nachf. (Inh. Adam
Bender), Karlſtraße 51.
37. Hugo Kötting, Liebfrauenſtraße 75.
38. Wilh. Krätzinger, Ludwigſtr. 11.
39. Chriſt. Landzettel, Kaupſtr. 7.
40. Ernſt Lorey, Karlſtr. 56.
41. Ludw. Luck, Gutenbergſtr. 27.
42. V. Marquardt u. Ph. Wamſer,
Dieburgerſtraße 54.
43. Philipp Maul, Eliſabethenſtraße 29.
44. Müller u. Dilling, Kaſinoſtr. 27.
45. Gg. Neumann, Heidelbergerſtr. 117.
46. Aug. Neumeyer Wwe., Gr.
Ochſen=
gaſſe 22.
47. Heinrich Ningler, Landwehrſtr. 47.
48. Jakob Nohl, Martinſtr. 24.
49. Heinrich Pauli, Orangerie=Allee 7.
50. Ludwig Pohl, Heinheimerſtr. 15.
51. F. W. Preußner, Bleichſtraße 40.
52. Karl Rockel Nachf. (Inh. Georg
Momberger), Schützenſtr. 4.
55. Phil. Schäfer, Landwehrſtr. 29.
56. Friedr. Schiller, Tannenſtraße 7
58. Heinrich Schwarz, Kiesſtr. 36.
59. Leonh. Sommer, Roßdörferſtr. 3.
60. Wilh. Stauß, Inſelſtraße 21.
61. Karl Tänzer, Marktplatz 7.
62. Michael Vollrath, Nieder=
Ramſtädter=
ſtraße 51.
64. Otto Wamboldt, Heerdweg 2.
65. Joh. Waſſer, Alexanderſtr. 7.
67. Karl Wenz, Wendelſtadtſtraße 39.
Montag, den 25. Juli 1910, vormittags 10 Uhr anfangend, werden auf dem
Rathauſe zu Pfungſtadt
ca. 282000 Stück Torf
neiſtbietend verſteigert.
(14600fl
Pfungſtadt, den 19. Juli 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
Lieferung von Kanalröhren.
Die Lieferung von Zement= und
Stein=
zeugröhren für Kanalbauten ſoll verdungen
werden.
Die Lieferungsbedingungen liegen bei
dem Tiefbauamt, Zimmer Nr. 7, während
der Dienſtſtunden zur Einſicht offen. Auch
werden dort die Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Donnerstag, den 28. Juli I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 22. Juli 1910.
Tiefbauamt.
Keller.
(14700so
In dem Konkursverfahren
über das Vermögen der Katharina
Brei=
denbach Wwe. zu Darmſtadt beträgt bei
der bevorſtehenden Schlußverteilung die
vorhandene Maſſe Mk. 7714.02, während
die zu berückſichtigenden, nicht
bevorrech=
tigten Forderungen Mk. 150 389.29 be=
(14762
tragen.
Die Schlußrechnung, ſowie das
Schluß=
verzeichnis liegen auf der Gerichtsſchreiberei
des Großh. Amtsgerichts Darmſtadt I zur
Einſicht offen.
Darmſtadt, den 22. Juli 1910.
Der Konkursverwalter:
Karl Dechert.
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alt, ſind preiswert abzugeben. Näheres
(14660so
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. Juli 1910.
Nummer 171.
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Saison-Räumungs-Verkauf
bis zum 30. Juli cr., abends 8 Uhr.
Ein Verkauf an Wiederverkäufer findet nicht statt. Der Versand nach hier und auswärts erfolgt unter Garantie
guter Verpackung schnellstens. Die Preise sind streng fest und der Umtausch nichtkonvenierender Waren
geschieht bereitwilligst. Die Läger sind reichlich sortiert und grosse Vorräte an Waren sind vorhanden.
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Porzellan .
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150 Stück Kompottschalen auf Fuss, mit Malerei,
echt Porzellan
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50 Stück obstschalen auf Fuss, mit Malerei,
echt Porzellan 16cm Durchm. 20cm Durchm.
65 Pf.
35 Pf.
120 Stück Beilageschalen mit Malerei, echtes
Porzellan 15cm Durchm. 17cm Durchm.
24 Pf.
30 Pf.
300 Stück Eisschalen mit Malerei, echtes Porzell.
12cm Durchm. 15 cm Durchm.
10 Pf.
18 Pf.
300 Stück ovale Fleischplatten echtes Porzellan,
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19cm 22cm 31cm 38cm 45cm Durchm.
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Por-
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750 Paar bemalte Kaffeetassen, echt Porzellan,
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gerade Form
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dünn . .
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Ein Posten Saucieren, echtes Porzellan,
Feston
gerippt
45, 60 Pf.
45, 60 Pf.
Ein Posten Butterdosen, weiss, echt Porzellan,
mit Deckel . . .
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Malerei und Schrift
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200 St. Satz-Schüsseln, Grösse 2—7, 6 St. 75Pf.
150 Stück Satz-Schüsseln, blau Zwiebelmuster,
Grösse 2—7, 6 Stück 35 Pf.
100 Stück Satz-Schüsseln, sortiert, Grösse 5—7
3 Stück 20 Pf.
50 Stück Satz-Schüsseln, sortiert, Grösse 4—7
4 Stück 30 Pf.
1 300 Stück Salatschüsseln, weiss und bunt,
17cm
19cm
23cm Durchm.
15 Pf. 20 Pf. 30 Pf.
Ein Posten weisse Nachttöpfe . . . . 25 Pf.
Ein Posten weisse und bunte Schneideplatten,
durchweg Stück 12 Pf.
Ein Posten Satz-Schüsseln, Kirschen-Dekor,
Grösse 2—7, 6 Stück 1.35 M.
Ein grosser Posten einzelne Wasserkannen,
von Waschservicen stammend, durchweg 50 Pf.
500 Stück einzelne Zahnbürstenschalen
durchweg Stück 10 Pf.
200 Stück einzelne Essig- u. Oelflaschen
durchweg Stück 10 Pf.
Ein grosser Posten Salzfässer und
Mehl-
fässer mit Holzrücken . . . . . . 85 Pf.
Ein grosser Posten Salzfässer und
Mehl-
fässer mit Steingutrückwand . . . 50 Pf.
Ein grosser Posten einzelne
gewürz-
gefässe . . . . . durchweg Stück 5 Pf.
Ein grosser Posten grosse
Haushaltungs-
tonnen mit Schriften, von Garnituren
stammend . . . . . durchweg Stück 10 Pf.
Ein grosser Posten Milchkannen, diverse
. durchweg Stück 10 Pf.
Grössen
Ein grosser Posten Obstteller mit
durch-
brochenem Rand . . . . . . Stück 18 Pf.
Suppenschüsseln mit 2 Griffen . Stück 30 Pf.
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Tafelservice mit mod. Zeichnung, 23 Teile, 695 Pf.
Dickmilchschalen (Glas), ½ Liter Inhalt 10 Pf.
Salz- u. Pfeffer-Menagen, doppelt, (Glas) 5 Pf.
Fischgläser, 2 Liter Inhalt . . . . . 18 Pf.
8 Pf.
Hyazinthengläser . . .
Wassergläser mit Henkel . . .
8 Pf.
Zuckerschalen auf Fuss . . 25, 15, 12, 7 Pf.
Glaszuckerteller . .
. 8, 5, 3 Pf.
Feldflaschen mit Metallverschluss . . . 9 Pf.
Bierbecher mit Goldrand 0.2, ¼ Liter . 7 Pf.
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. 12 Pf.
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6 Gläser, 1 Löffel . . . zusammen 400 Pf.
Rahmservice, bestehend aus 1 Glastablett,
1 Rahmkanne, 1 Zuckerdose
. 95 Pf.
Fruchtkörbe mit Glashenkel
25 Pf.
Butterdosen aus Glas, Weinlaubmuster 20 Pf.
Schwedenständer (Glas)
10 Pf.
15 Pf.
Glas-Senftöpfe .
. 45 Pf.
Käseglocken mit Unterteller.
Vogelbadehäuschen mit Haken
25 Pf.
12 Pf.
Fliegengläser
Glasleuchter . . . . .
25 Pf.
. 65 Pf.
Obstschalen auf Fuss, sehr gross .
50 Pf.
Schreibzeuge aus Glas .
Menagen, 3teilig
25 Pf.
Citronenpressen mit Unterteil, Baccarat-
25 Pf.
schliff, Imit.
10 Pf.
Weingläser, ½ Rippen . .
Weinrömer mit grünem Fuss
17 Pf.
Noris-Römer mit antik. Fuss, glatt 0.2, ¼ Liter
35, 38 Pf.
Noris-Römer mit antik. Fuss u. Laub 0.2, ¼ Ltr.
48, 45 Pf.
Weingläser, Mathilde, weiss .
. 20 Pf.
Weingläser, halbkrystall, Eiform .
20 Pf.
Kalserbecher, schwere, weisse westfälische
Ware, 0.3 Liter
Stück 15 Pf.
Randbecher, dieselbe Qual., 0.3 Ltr., St. 13½ Pf.
0.3 Ltr.
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12, 13½ Pf.
35 60 Pf.
Steinkrüge, glatt, grau ½ Liter
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Steinbowlenkörper
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Petroleumkannen
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10 cm 11½ cm 13 cm 16cm 18cm
15 25 30 45 60 Pf.
Bierkrüge aus Glas mit vernickeltem Deckel etc.
½ Liter 0,5 Liter
33 45 60 Pf.
Kaffoe- und Zuckerdosen, Delftmalerei, 35 Pf.
Kaffeeflaschen mit Patentverschluß 1. a,
40 80 Pf.
Kaffeeflaschen ohne Patentverschl.
23 28 Pf.
.. 8 Pf.
Relbeisen
,,, „
95 Pf.
Universalsiebe mit 3 div. Böden
Teesiebe
. 10, 6, 5 Pf.
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Wäscheleinen, 10 cm Länge
Abseifbürsten . . 10, 15, 18, 23 und 30 Pf-
10 Pf
Schmutzbürsten
Wichsbürsten . . . 25, 45, 60, 75, 95 Pf.
. 50, 80, 100, 125 Pf.
. 30, 40, 50, 60, 70 Pf.
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Bodenbesen
Handfeger .
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Salatbestecke
Holzkochlöffelgarnitur
95 Pf.
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25 Pf.
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Brotkörbe mit Majolika-Einl. u. Nickel-
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. Juli 1910.
Nummer 171.
Sport.
sch. Im Meiſterſchafts=Schachturnier
zu Hamburg wurde die vierte Runde geſpielt. Es
ſiegten Schlechter (Oeſterreich) über Tartakower (
Oeſter=
reich), Niemzowitſch (Rußland) über Spielmann
(Deutſchland), Marſhall (Amerika) über Salwe (
Ruß=
land) und Chotimirski (Rußland) über John (
Deutſch=
land). Remis ergaben die Partien Köhnlien (
Deutſch=
land) gegen Alechin (Rußland), Yates (England) gegen
Speyer (Holland) und Duras (Prag) gegen Dr.
Tar=
raſch (Deutſchland). Die übrigen Partien wurden
ab=
gebrochen. Schlechter ſteht jetzt mit vier Punkten gegen
Niemzowitſch und Marſhall mit je 3 Punkten an der
Spitze.
Rr. Rund durch Frankreich. Die 10. Etappe
ſtellte ebenſo wie die vorangegangene neunte
beträcht=
liche Anforderungen an die Fahrer, da unter anderem
der Paß von Pourmalet in einer Höhe von 2122 Meter
zu bewältigen war. Am Start in Luchon fanden ſich
59 Fahrer ein. Cruchon, Lapize, Blaiſe und Garrigou
bildeten zunächſt die Spitzengruppe. Nach
Ueberwind=
ung des gefürchteten Paſſes führten Garrigon und
La=
pize mit einem Vorſprung; Lafourcade holte ſpäter die
Führenden ein, von denen Garrigou zurückfiel, und
ſicherte bis Eaux Bonnes einen Vorſprung von neun
Minuten. In Manleon wurde er aber von Lapize und
Albini wieder eingeholt, zwiſchen denen dann die
Ent=
ſcheidung lag. Lapize gewann ſchließlich mit 3 Längen
und legte die über 326 Kilometer führende Etappe
Luchon-Bayonne in 14 Stunden 18 Minuten zurück.
Dann folgten Albini, Francois Faber, Trouſellier,
La=
fourcade, Crupelandt, Garrigou.
Ar. Das Internationale Automobil=
Meeting von Boulogne=ſur=mer fand mit
einer Schnelligkeitsprüfung über 3 Kilometer und einem
Bergrennen über eine Meile ſeinen Abſchluß. Trotz
der durch Regen aufgeweichten Straßen wurden gute
Zeiten erzielt und Jenatzy glückte es wiederum, den
beſtehenden Lokalrekord mit einem 200 Ps.=Mercedes=
Wagen zu drücken, indem er die Meile in 1116
zurück=
legte und damit den von Rigall gehaltenen Rekord um
2 Sekunden verbeſſerte. In dem Drei=Kilometer=
Ren=
nen ſtartete Jenatzy mit Rückſicht auf die ungünſtigen
Vorbedingungen nicht. Von den übrigen deutſchen
Teilnehmern belegte der Benzfahrer Heim in der
Klaſſe der großen Rennwagen mit 1:42¾ für 3
Kilo=
meter den zweiten Platz hinter Gaſte (Roſſel), der
1:41¼ fuhr. Prinz Ludwig in Bayern fuhr
in dieſer Klaſſe mit einem Bergmann=Wagen 2110,
Lengerke (Bergmann) 2:48½, Jörns (Opel) wurde
in Klaſſe VI für Tourenwagen mit 1:43½ gleichfalls
Zweiter hinter Jenatzy jr. auf Pipe mit 1:42½. In
dem Meilenrennen mit ſtehendem Start, bei dem 500
Meter fliegend gezeitet wurden, beſetzte in der Klaſſe VI
Jenatzy jr. (Pipe) wiederum mit 1:22½ (17½ für 500
Meter) den erſten Platz, Jörns (Opel) wurde mit
1:30½ (18¾½) Zweiter. In der Klaſſe der großen
Rennwagen fuhr Jenatzy (Mercedes) die bereits
mit=
geteilte Rekordzeit von 1:16 (17½ für 500 Meter),
Zweiter wurde Heim (Benz) mit 1:31 (14½), Dritter
Gaſte (Roſſel) mit 1:38 (15¾), Vierter Prinz Ludwig
in Bayern mit 1:40½ (18½). Von den verſchiedenen
Preiſen gewann Jörns für die Firma Opel
zum zweiten Male den Cerrament Chime=Pokal und
ferner den franzöſiſch=belgiſchen Pokal. Sabbe (Benz)
gewann den Pokal Crespelle, während der für die
* Gothenburg, 23. Juli. Zur Feier des 50
jäh=
rigen Beſtehens der hieſigen Königlichen
Segelgeſell=
ſchaft begann geſtern die Inbiläumsregatta.
Folgende deutſchen Boote erhielten Preiſe: In Gruppe
A (15=Meter=Klaſſe) erſte Prämie „Sophie Eliſabeth‟=
Bremen; in Gruppe A (8=Meter=Klaſſe) zweite
Prä=
mie „Dezima”=Hamburg; dritte Prämie „Woge IV.‟
Hamburg; in Gruppe A (7=Meter=Klaſſe) zweite
Prä=
mie „Meluſine‟=Berlin, und in Gruppe B (15=Meter=
Klaſſe) zweite Prämie „Margarethe‟=Hamburg.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt, 23. Juli. (
Börſenwochen=
bericht.) Die Angelegenheit der Niederdeutſchen
Bank bildete während der ganzen Geſchäftswoche das
Hauptgeſprächsthema. Der Bankenmarkt war dieſe
Woche eher gut behauptet, da man jetzt wenigſtens
Klarheit hat; auch Reichsbankanteile waren daraufhin
zeitweiſe offeriert, doch ſchließlich wieder erholt (143½).
Was die ſonſtigen Gebiete anbelangt, war man im
ganzen ſehr reſerviert geſtimmt, es fehlte jedes Animo.
Dazu kam noch eine Hiobsbotſchaft aus Wien, welche
die Zahlungseinſtellung der angeſehenen Börſenfirma
Goldberger u. Pollak, die ſich in Amerika über ihre
Kräfte engagiert hatte, meldete. Der Geldſtand iſt
ein recht flüſſiger, ſodaß der Privatdiskont ſich auf 3
Prozent ermäßigen konnte. Die Rückflüſſe bei der
Reichsbank halten ſich in Höhe des Vorjahres, ſodaß
am 21. Juli etwa 181 Millionen Mark als ſteuerfreie
Notenreſerve vorhanden waren. Deutſche Renten
lagen ſehr ſtill und ſind zum Teil bis zu ½ Prozent
niedriger.
Auch ausländiſche Staatsfonds wenig beachtet,
ausgenommen türkiſche unifizierte Anleihe, die auf die
günſtigen Ziffern des türkiſchen Finanzjahres
zeit=
weiſe gefragt waren. Türkiſche Loſe mußten jedoch
einige Mark nachgeben, anſcheinend auf
Exekutions=
verkäufe für oben erwähnte Firma. Griechen etwas
belebter, nachdem nunmehr mit franzöſiſchen Banken
eine Vorſchußanleihe von 40 Millionen Drachmen
ab=
geſchloſſen wurde. Transportwerte ſind zumeiſt
ſchwächer, namentlich Schantung bis 135,50, während
nur Orientbahnen mit einer Kursbeſſerung bis 148,50
ſchließen. Am Montanmarkt herrſchte zeitweiſe
eini=
ger Verkehr auf verſchiedene günſtige Meldungen, die
ſchließlich wieder dementiert wurden, beſonders das
baldige Zuſtandekommen des Roheiſen=Syndikats. Für
Bochumer ſtimulierten Dividendenſchätzungen, bis 12
Prozent gehend, doch ſind ſchließlich alle Aktien der
größeren Werke wieder abgeſchwächt.
Am Kaſſainduſtriemarkt war ebenfalls
Verkaufs=
luſt überwiegend, wobei auch Chemiſche und
Elektri=
zitätsaktien betroffen wurden und Kursermäßigungen
brachten. Recht matt waren Kunſtſeide, bis 130, ohne
daß andere Gründe bekannt geworden ſind als
ver=
minderte Geſchäftserträgniſſe. Fahrzeugfabrik Eiſenach
waren bis 125½ rückgängig. Mehr beachtet wurden
Lederwerke St. Ingbert (80,90). Man hört, daß der
Geſchäftsgang in dem jetzt am 30. Juni abgelaufenen
Betriebsjahr ein befriedigender geweſen, ſodaß mit
einer Dividende von 5 Prozent gerechnet werden kann.
Von Kolonialwerten ſchließen Otavi 146,60 und deren
Genußſcheine 105½. Die Dividende wird
vorausſicht=
lich 10 Prozent (im Vorjahre 11 Prozent) und für die
Genußſcheine 5 Mark (im Vorjahre 6 Mark) betragen.
Der Kupfermarkt in London war zuletzt beſſer
ge=
ſtimmt auf beſtimmte Abmachungen wegen einer Pro=
duktions=Einſchränkung unter mehreren führendem
amerikaniſchen Kupfer=Großintereſſenten.
Von Loſen notieren: Augsburger 39,50,
Braun=
ſchweiger 205, Meininger 38,90, Finnländer 198B,
Pan=
penheimer 62, Freiburger 56,10, Türkiſche 182, Genuge=
224, Ungariſche 383,60, Mailänder 45=Fr.=Loſe 140,75
Venediger 42,50, Mailänder 10=Fr.=Loſe 30,25 in
Reichs=
mark; Gothaer Prämie I 139,80, Gothaer Prämie I
115,90, Donan=Regulierung 150, Madrider 77,20
Prozent; ferner ſchließen: 4proz. (bis 1918 unkündbe
Reichs 102P, 3½proz. Reichs 93,20, 3proz. Reichs 84,50
4proz. Heſſen von 1899 101,10, 4proz. Heſſen von 1906
100,806, 4proz. Heſſen von 1908/1909 101,40d, 3½proz=
Heſſen 91,506, 3proz. Heſſen 80,80, 4proz. Darmſtädten
100,206, 3½proz. Darmſtädter 91,20, 4proz. Heſſ. Lands
Hyp.=Pfdbr. (Serie 18—20) 101,60G, 3½proz. Heſſe
Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 9—11) 92,40 G, 4proz. Heſſs
Kommunal=Pfdbr. (Serie 10—12) 101,406, 3½proz. Heſſe
Kommunal=Pfdbr. (Serie 1—3) 92,806, 3½proz. Heſſ=
Kommunal=Pfdbr. (Serie 4) 92,406, Darmſtädter Banß
130½, Südd. Eiſenb.=Geſ. 122B, Baltimore und Ohiol
107¾, 4½proz. Ruſſen 100,20, 4proz. 1902er Ruſſen 92,55
4proz. 1880er Ruſſen 91,85, 3/proz. Ruſſen 90,30a
3½proz. Ruſſen 84,506, 3proz. Ruſſen 79,756, 4½proz
Japaner 97,85, 4proz. Japaner 93,20B.
Literariſches.
— Im Verlag von F. E. Haag in Melle in Hans
nover erſchien ein eigenartiges und originelles Buch
„Die Moral des Hotels” von Paul Vehling
Hier folgen auf dem Hintergrunde einer faſhionablen
Welt und zwiſchen Szenen aufreibender ſklaviſcher
Ar=
beit eine wirre Reihe wunderſamſter Bilder aus der
modernen internationalen High Life, abgelöſt von
düſteren Wutausbrüchen unterdrückter Seelen, die in
der betäubenden Arbeit und den grellen Kontraſten
dahinſchwinden, und dazwiſchen hindurch zieht das
feine Lächeln eines wirklichen Philoſophen und
Dich=
ters. Und hier iſt das erſtaunlichſte von allem: Die
ſer höhnende Philoſoph iſt ein — Kellner. . . . Seit ſeie
nem 14. Jahre arbeitet der Verfaſſer der „Moral’des
Hotels” in großen internationalen Hotels. Die
Fremde hat auf ſein urdeutſches Denken einen
wohl=
tätigen, läuternden Einfluß gehabt. Er iſt noch ſehr
jung. Wir können noch viel von ihm erwarten.
— Leitfaden der Geſundheitslehre
für Frauenſchulen. Von Sanitätsrat Profeſſon
Dr. med. Ferdinand Auguſt Sch midt in Bonn.
Ver=
lag von B. G. Teubner, Leipzig und Berlin. 1910
Preis gebunden 2,80 Mk. Hier ſpricht der Arzt zur
Frauenwelt, ſie in alle dem unterweiſend, was die
Ar=
beit der Hausfrau für die Erhaltung bezw.
Wieder=
gewinnung der Geſundheit der Familienmitglieder zu
leiſten imſtande iſt. Selbſtverſtändlich iſt dies nicht
möglich ohne theoretiſche Grundlagen, die hier in
an=
ſchaulicher und präziſer Weiſe geboten werden.
— Im Verlage von W. Volbach u. Ko., Leipzig,
erſchien: Die Vegetariſche Küche. Fleiſcherſatz
für 365 Tage in Küchenzetteln und Kochrezepten von
M. Briegleb. — Anſchließend an die
Geſchmacks=
richtung der Fleiſchnahrung erleichtert dieſes
empfeh=
lenswerte Buch den Uebergang von der Fleiſchkoſt zur
wegetariſchen Küche und gibt der Hausfrau wertvolle
Anleitung, den vegetariſchen Tiſch abwechſelungsreich
zu geſtalten und zum Wohle ihrer Familie dauernd
beizubehalten.
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