Darmstädter Tagblatt 1910


15. Juli 1910

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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk., aus=
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173. Jahrgang
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
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Inſerate
werden angenommen in Darmſtadk
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.

Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.

Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dieustags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

163.

Freitag, den 15. Juli.

1910.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Luftſchiffunglücke und ihre Lehren.
* Unter dieſer Ueberſchrift wird der Kölniſchen Zei=
tung
geſchrieben: So ungerecht es iſt, jeden Unfall eines
Luftſchiffes gleich dem Syſtem in die Schuhe zu ſchieben,
ſo wird ein gewiſſenhafter Beurteiler doch neben anderem
auch die Frage des Zuſammenhanges eines Luftſchiffs=
Unglücks mit dem Syſtem, dem das verunglückte Luftſchiff
angehört hat, erwägen müſſen. Da ausreichende poſitive
Angaben über die Urſache, warum das Leichlinger
Luftſchiff Erbslöh verunglückt iſt, nicht vorliegen,
und vielleicht überhaupt nicht gemacht werden können,
iſt man zunächſt auf Vermutungen angewieſen.
Man darf aber nicht vergeſſen, daß das Leichlinger
Luftſchiff in erſter Linie Paſſagierfahrten vorneh=
men
wollte. Es handelte ſich bei ihm wenn auch zufällig
bei dieſer Unglücksfahrt kein Paſſagier, ſondern nur Leute
vom Bau und vom Fach an Bord waren um ein Un=
ternehmen
, das von der Oeffentlichkeit, vom Publikum
ein weitgehendes Vertrauen beanſpruchte: man
ſollte ſich mit Leib und Leben dem neuen Luftfahrzeug
anvertrauen. Doppelt und dreifach muß man von ſolchen
Unternehmen die menſchenmögliche Sicherheit des Betrie=
bes
bis ins kleinſte verlangen. Es darf auf dieſem Ge=
biete
zu keinen Ueberraſchungen mehr kommen. Es muß
ruhig, vorſichtig und zielbewußt gearbeitet werden. Jedes
nicht vor der kalten Vernunft zu rechtfertigende Wageſtück
muß unterlaſſen werden; alle Mittel, die die heutige Wiſ=
ſenſchaft
an die Hand gibt, müſſen angewandt werden,
um die Luftſchiffe und mit ihnen die Menſchenleben zu be=
hüten
; zweifelhaftes Material muß durch tadelloſes erſetzt,
ungeeignete Perſönlichkeiten müſſen von ſolchen mit beſ=
ſerer
Einſicht und weitergehenden Kenntniſſen abgelöſt
werden. Die Zeit der unmotivierten Opfer für die Luft=
ſchiffahrt
im Lenkballon muß abgeſchloſſen bleiben.
Rundweg muß verlangt werden, daß, wo es ſich um Paſſa=
gierfahrten
handelt, nur mit der ernſteſten Gewiſ=
ſenhaftigkeit
an das Publikum herangetreten wird
und daß nur durchaus erprobte und zuverläſſige Fahr=
zeuge
unter peinlich gewiſſenhafter Führung dem Publi=
kum
zur Benutzung angeboten werden. Wer anders han=
delt
, ſchädigt heute, wo das Wiſſen von der Luftſchiffahrt
weit genug gediehen iſt, nicht nur ſich und ſeine Mitmen=
ſchen
, ſondern er trägt dazu bei, die Luftſchiffahrt wieder
in eine Periode des Verrufs zu bringen, in der ſie ſchon
einmal nach den himmelſtürmendſten Hoffnungen eine
Domäne von waghalſigen Akrobaten und Abenteurern
geweſen iſt. Dazu aber muß ſie der Menſchheit zu gut
ſein.
Das Unglück beweiſt aber auch, daß der Preſſe
heute mehr als je die Pflicht zufällt, den Luftſchiffahrt
treibenden Kreiſen mit der ſtändigen Mahnung zur
ſtrengſten Vorſicht gegenüberzutreten und daß ſie
vollauf berechtigt iſt, jedem ſich irgendwo zeigenden Opti=
mismus
der zur Vernachläſſigung dieſer ſtrengſten Vor=
ſicht
führen könnte, entſchieden entgegenzutreten. Der
Opfer ſind genug gefallen, ihrer mehr würde eine der
ſtolzeſten Errungenſchaften der Menſchheit diskreditieren.

Der Reichskanzler und die Parteien.
* Die Nationalzeitung erhält von beſonderer Seite‟
folgende Mitteilungen über die Stellung des Reichskanz=
lers
zu den Parteien:
Der Eindruck, den das letzte Miniſter=Revirement in
der linksſtehenden Preſſe hervorgerufen hat, hat den
Reichskanzler ſehr überraſcht. Der Reichskanzler wundert
ſich darüber, daß er von liberaler Seite als Reaktionär
und Anhänger des ſchwarz=blauen Blocks bezeichnet wird,
ein Vorwurf, der nach ſeiner Meinung durchaus unge=
rechtfertigt
iſt. Der Reichskanzler ſteht ſeiner politiſchen
Ueberzeugung nach dem rechten Flügel der Na=
tionalliberalen
am nächſten, jedenfalls unver=
gleichlich
näher als den Extrem=Konſervativen, als deren
Handlanger er in einem Teil der liberalen Preſſe mit
Vorliebe bezeichnet wird.
Auch die Veränderungen in den leitenden Stellen der
preußiſchen Staatsverwaltung ſind vielfach durchaus falſch
aufgefaßt worden. Der Reichskanzler hat ſich jener Per=
ſönlichkeiten
= entledigt, die ſeiner Ueberzeugung nach ſei=
nen
politiſchen Abſichten hemmend entgegenſtanden. So
iſt es ein offenes Geheimnis, daß der frühere Miniſter des

Innern v. Moltke nur ſehr widerwillig an die Wahl=
rechtsfrage
heranging und die Vorlage im Landtage ſo
lau wie eben möglich verteidigte. Der Reichskanzler war
nun der Ueberzeugung, daß die Wahlreform im Landtage
eher verwirklicht worden wäre, wenn Herr v. Moltke nicht
durch die ganze Art ſeines Eintretens für die Vorlage zu
erkennen gegeben hätte, daß ihm an dem Zuſtandekom=
men
der Vorlage nichts lag. Mit Herrn v. Arnim= Crie=
wen
beſtanden erhebliche Meinungsdifferenzen über die
Polenpolitik, während der hauptſächlichſte Grund für das
Ausſcheiden v. Rheinbabens in einer Reihe perſön=
licher
Verſtimmungen zwiſchen ihm und dem
Reichskanzler zu ſuchen war.
Der Reichskanzler wird vorausſichtlich vor Zuſammen=
tritt
des Reichstages die Führer der großen bür=
gerlichen
Parteien zu ſich berufen und mit ihnen
die Lage beraten. Herr v. Bethmann Hollweg vertritt
die Ueberzeugung, daß einer weiteren Zerklüftung der
bürgerlichen Parteien unter allen Umſtänden vorgebeugt
werden muß, damit die großen Hoffnungen, die die So=
zialdemokratie
auf die nächſten Reichstagswahlen ſetzt, ſich
nicht verwirklichen.
Die Nationalzeitung enthält ſich jedes Zuſatzes zu
dieſen Mitteilungen, die einer Beſtätigung bedürfen.

Zur Reform des Strafrechts.
* Die Vorarbeiten für ein neues Strafgefetz=
buch
, die zu Beginn des Jahres ihren Anfang genommen
hatten, machen gute Fortſchritte. Man hofft, die Vor=
arbeiten
mit Abſchluß des Jahres 1911 zu beenden, um
1912 einen neuen Entwurf für ein Straſgeſetzbuch aus=
arbeiten
zu können. Es ſoll verſucht werden, das um=
fangreiche
Werk ſo zu fördern, daß es dem Reichstage
ſchon im Herbſt 1913 vorgelegt werden kann. Bekannt=
lich
iſt der erſte unverbindliche Vorentwurf im letzten
Herbſt veröffentlicht worden; dieſer Vorentwurf, der von
kriminaliſtiſchen Autoritäten bearbeitet war, bildet die
Grundlage für die amtlichen Vorarbeiten, die hauptſächlich
Staatsſekretär Dr. Lisco leitet.
Im Zuſammenhang damit ſteht die geſetzliche
Regelung des Strafvollzuges, die als ein
Teil der großen Strafrechtsreform zu betrachten iſt.
Grundbedingung für die Regelung des Strafvollzuges iſt
erſt die Durchführung der Strafrechtsreform. Strafrechts=
reform
und Strafvollzugsreſorm ſollen von liberalen
Grundſätzen ausgehen und die beſtehenden Härten des
Strafrechts und des Strafvollzugs gemildert werden. Das
Strafrecht für Jugendliche wird vollſtändig neu
geordnet und die Gefängnisſtrafe hier faſt überall in Fort=
fall
kommen. Die Jugendgerichtshöfe haben ſich durchweg
bewährt, ſo daß es für notwendig erachtet wird, ihre Be=
ſugniſſe
noch weiter auszugeſtalten. Während in dem
neuen Strafrecht auf Erkrankungserſcheinungen und Ver=
erbungstheorie
der größte Wert gelegt werden wird und
in dieſer Richtung ſtrafmildernde Beſtimmungen eintreten,
ſollen die Strafen für Roheitsverbrechen, die lei=
der
immer mehr überhandnehmen, erhöht werden. U. a.
iſt auch beabſichtigt, die geſetzlich zuläſſige niedrigſte
Strafe bei Vergehen, ſowie wenn beſondere Milderungs=
umſtände
vorliegen, nicht zur Anwendung zu bringen,
wenn der Richter das Gefühl hat, daß die Strafe zu hart
erſcheine und der Angeklagte ſein Vergehen (es handelt
ſich hier nur um leichte Vergehen: z. B. Mundraub wegen
gänzlichen Fehlens von Geldmitteln) bereue. Für dieſe
Fälle kann auf Verweiſe oder bedingte Verurteilung (die
Strafe erhält Vollzugsfähigkeit erſt im Rückfalle) er=
kannt
werden. Durch dieſe Reformtätigkeit wird es mög=
lich
ſein, ein Geſetz zuſtande zu bringen, das von allen
Seiten auf Anerkennung rechnen kann.

Prinz Viktor Napoleon und die Bonapartiſten.
C Sobald die Exkaiſerin Eugenie von Frankreich
von der Fahrt, die ſie gegenwärtig, wie in jedem Som=
mer
, auf ihrer Jacht The Thiſtle im Mittelländiſchen
Meere unternimmt, zurückgekehrt ſein wird, ſoll, ſo mel=
det
man aus Brüſſel, die Verlobung ihres Neffen, des
Prinzen Viktor Napoleon, mit der Prinzeſſin Kle=
mentine
von Belgien offiziell bekannt gegeben
werden. Die Hochzeit wird dann bald darauf im Beiſein
der greiſen Exkaiſerin gefeiert werden.
Die franzöſiſchen Bonapartiſten haben
auf dieſe Heirat ihres erklärten Oberhauptes große Hoff=
nungen
geſetzt. Aber es ſcheint, daß ihnen eine ſehr un=

liebſame Enttäuſchung bereitet werden wird. Sie glaub=
ten
, der Prinz Napoleon, der bisher in ſeinem Brüſſeler
Junggeſellenheim ein ziemlich zurückgezogenes und ſtilles
Daſein führte, würde in Zukunft ſeine Prätendentenrolle
mit etwas mehr Lebhaftigkeit und Energie durchführen.
Denn durch ſeine Heirat tritt er ja in neue und engere Be=
ziehungen
zu der großen internationalen Fürſtenfamilie,
die auf den Thronen Europas ſitzt. Nun herrſcht aber
zwiſchen der franzöſiſchen Republik und dem kleinen bel=
giſchen
Königreich in jeder Hinſicht das beſte Einvernehmen
und man verſpürt offenbar von belgiſcher Seite nicht die
geringſte Neigung, dieſes Einvernehmen einer Trübung
auszuſetzen. Prinz Viktor Napoleon hat daher dem
König Albert der Belgier ſchriftlich das Verſprechen ab=
geben
müſſen, daß er niemals von belgiſchem Boden aus
verſuchen wird, die Rechte, die er als Chef der kaiſer=
lichen
Familie von Frankreich für ſich in Anſpruch nimmt,
zu verwirklichen. Als offizielle Reſidenz des Prinzen
und ſeiner Gemahlin ſoll das italieniſche Schloß Mon=
calieri
, der Witwenſitz ſeiner Mutter, der Prinzeſſin Chlo=
tilde
, gelten. Sie werden ſich alſo in Brüſſel gewiſſer=
maßen
nur als Gäſte des Hofes und der Nation aufhalten.
Der Prinz hat ſich ſogar verpflichten müſſen, ſchon jetzt
keine Abordnungen ſeiner Partei mehr in Brüſſel zu em=
pfangen
. Auch darf er ſeine Manifeſte die einzigen
Kundgebungen, durch die die Welt hin und wieder an
ſeine Exiſtenz erinnert wurde nicht mehr von Brüſſel
aus erlaſſen.
Er iſt alſo auf alle Weiſe politiſch lahmgelegt
und dem Bonapartismus, der namentlich im franzöſiſchen
Heere noch viele offene und heimliche Anhänger hat, ſtehen
trübe Tage bevor.

Deutſches Reich.
Maßgebliche Kreiſe des im Hanſa=Bunde ver=
tretenen
deutſchen Detailhandels ſind an den Hanſa=Bund
mit dem Wunſche herangetreten, im Hanſa=Bund einen
Zentralausſchuß der Verbände des deutſchen De=
tailhandels
zu bilden. Dieſer ſoll derart zuſammen=
geſetzt
ſein, daß Vertreter der wichtigſten dieſer Verbände
zu einem dauernden Ausſchuß vereinigt werden. Der Aus=
ſchuß
hat die Aufgabe, im Rahmen der Ziele des Hanſa=
Bundes für die wirtſchaftlichen Intereſſen des Detail=
handels
, des Mittel= und Kleingewerbes zu arbeiten,
Wünſche und Anregungen aus den betreffenden Kreiſen
entgegenzunehmen und ſie im Rahmen des Hanſa=Bund=
Programms zu vertreten, beſonders alſo auf den Aus=
gleich
oder die Verminderung der Gegenſätze zwiſchen dem
Detailhandel und den übrigen in Betracht kommenden ge=
werblichen
Kreiſen hinzuwirken. Eine große Zahl von
Verbänden hat ſich bereits zum Beitritt bereit erklärt.
Demnächſt wird der Zentralausſchuß zu ſeiner erſten Sitz=
ung
zuſammentreten.
Der Kölniſchen Zeitung wird aus Berlin gemeldet:
Der Umſtand, daß von der marokkaniſchen
Staatsbank die Zahlungen an die Gläubiger Marok=
kos
vorläufig eingeſtellt worden ſind, hat zu übertriebenen
Gerüchten Anlaß gegeben. So unerwünſcht der Aufſchub
in der Befriedigung von berechtigten Anſprüchen der
marokkaniſchen Staatsgläubiger, unter denen ſich deut=
ſche
Reichsangehörige’befinden, iſt, ſo läßt ſich
doch erwarten, daß die Verzögerung nicht von langer
Dauer ſein wird. Der fehlende Betrag wird auf etwa
vier Millionen geſchätzt, für die ſich wahrſcheinlich Deckung
beſchaffen laſſen wird, ohne daß man in langwierige An=
leiheverhandlungen
einzutreten braucht.
Die Erſte badiſche Kammer beſchäftigte ſich
mit dem Geſetzentwurf betreffend die Abänderung,
der Gemeinde= und Städteordnung. Es
wurde ein Antrag angenommen mit 16 gegen 15 Stim=
men
, nach dem der § 35 in ſeiner bisherigen Faſſung
(Zwölftelung bei der Klaſſeneinteilung) belaſſen werden
ſall. Der ganze Entwurf fand ſodann mit allen gegen
fünf Stimmen Annahme. Das Geſetz muß nochmals an
die Zweite Kammer gehen; es erſcheint durch den erwähn=
ten
Antrag gefährdet.
Die Zweite badiſche Kammer hat das Fi=
nanzgeſetz
für das Jahr 1910/11, das mit einem Fehlbe=
trag
von 1997456 Mark abſchließt, einſtimmig angenom=
men
. Die Sozialdemokraten ſtimmten für das Geſetz.
Ausland.
Im ungariſchen Abgeordnetenhauſe erklärte auf die
Interpellation Thuroczys (Regierungspartei) über die
Veröffentlichung der Borromäus=Enzyklika durch

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Seite 2.
den Erzbiſchof Varoſy der Miniſterpräſident, die Regierung
werde ſich zunächſt eine amtliche Kenntnis der tatſächlichen
Vorgänge verſchaffen; er glaube aber, ſchon jetzt ſagen zu
können, daß Vorſätzlichkeit ausgeſchloſſen ſei. In jedem
Fall werde die Regierung es für ihre Pflicht erachten,
eine Störung des konfeſſionellen Frie=
dens
hintanzuhalten und im Falle des Zuwiderhandelns
den Frieden wiederherzuſtellen. Die Antwort wurde zur
Kenntnis genommen.
Der Erzbiſchof Varoſſy hat ſich ſelbſt über die
Veröffentlichung der Borromäus=Enzyklika geäußert. Er
führte aus, daß er dieſe Enzyklika gegen ſeine ſonſtige Ge=
wohnheit
nur flüchtig durchgeſehen habe und daß er da=
mals
, als er ihre Verlautbarung verfügte, von der durch
dieſe Enzyklika in Deutſchland hervorgerufenen Erregung
noch keine Kenntnis hatte. Schaden ſei dadurch keinesfalls
angerichtet worden, ſchon deshalb nicht, weil leider die
wenigſten Geiſtlichen ſoviel Lateiniſch können, um dieſe
Enzyklika zu verſtehen. Eine feindſelige Abſicht gegen
den Proteſtantismus habe ihm ferngelegen. Er ſei frei
von jedem konfeſſionellen Vorurteil, und in ſeiner Diözeſe
verkehre er gern und viel mit den Vertretern aller Glau=
bensbekenntniſſe
. Als er erfuhr, daß dieſe Enzyklika in
Deutſchland ſo ſtarke Erregung hervorgerufen habe, konnte
er ihre Verlautbarung nicht mehr zurückziehen, da ſein
Hirtenbrief damals bereits verſandt war.
Im engliſchen Unterhauſe ſetzte Premierminiſter
Asquith das Programm für dieſen Abſchnitt der
Seſſion auseinander. Zu den Hauptvorlagen, die das
Unterhaus noch vor der Vertagung zu erledigen haben
werde, gehören verſchiedene noch nicht erledigte Etats,
darunter der Etat für die Schiffsbauten; ferner die Ab=
änderung
der Erklärung bei der Thronbeſteigung und die
Vorlage für die Zivilliſte. Aus den Erklärungen geht her=
vor
, daß nur die erſte Leſung der Finanzbill vor
der Vertagung erfolgen wird, die in der erſten Woche des
Auguſt ſtattfinden ſoll. Sir Edward Saſſoon brachte
einen Geſetzentwurf ein, der die Einrichtung drahtloſer
Telegraphie auf allen von britiſchen Häfen auslaufenden
Paſſagierſchiffen nach Ablauf von zwölf Monaten obliga=
toriſch
macht. Zur Unterſtützung ſeiner Vorlage wies
Redner auf den Fall des Dampfers Trieſte hin.
Vierzig bis fünfzig liberale Mitglieder des Unter=
hauſes
nahmen am Mittwoch abend einſtimmig eine ener=
giſche
Proteſtreſolution gegen die Höhe der dies=
jährigen
Flottenforderungen an. Die Reſolution
wird der Regierung übermittelt. Es herrſchen jedoch Mei=
nungsverſchiedenheiten
darüber, ob es in Anbetracht der
ſchweren Verfaſſungskriſe ratſam ſei, gegen die Forde=
rungen
zu ſtimmen; auch iſt es zweifelhaft, ob einer der
Teilnehmer einen Antrag im Sinne der Reſolution ein=
bringt
. Einige Teilnehmer erklärten, ſie würden ſich zum
Zeichen des Proteſtes der Stimmabgabe enthalten.
Meldungen von der ſpaniſchen Grenze zufolge be=
reiten
ſich in Spanien ernſte Ereigniſfe vor infolge
der jüngſten Haltung der revolutionären und ſozialiſtiſchen
Elemente. Man befürchtet ſpeziell in Katalonien und
Barcelona Unruhen. Aus dieſem Grunde werden große
Truppenabteilungen in Vereitſchaft gehalten. Es
handele ſich jedoch einſtweilen nur um Vorbeugungsmaß=
regeln
.
Die Mittags=Sitzung der ſpaniſchen Kammer
war den Ereigniſſen in Barcelona gewidmet.
Oscario, der Zivilgouverneur von Barcelona, zur Zeit der
Unruhen, klagte die Radikalen, die Republikaner, die So=
zialiſten
und die Karliſten an, wiſſentliche oder unwiſſent=
liche
Urheber der Unruhen geweſen zu ſein. Das Volk
habe an den Vorgängen, deren Anſtifter verbrecheriſche
Menſchen geweſen ſeien, keinen Anteil gehabt. Er ſei
überzeugt, wenn die Zivilbehörde ihre Amtsgewalt be=
halten
hätte, ſo wäre es ihr nicht gelungen, die Ordnung
aufrecht zu erhalten und eine blutige Woche zu vermeiden.

Die Schlacht bei Tannenberg
am 15. Juli 1410.
Heute vor 500 Jahren unterlag der Deutſche
Orden in der blutigen Schlacht bei Tannenberg polniſch=
litauiſcher
Uebermacht. Jubelnd begeht die Slaven=
welt
die 500jährige Wiederkehr der Schlacht von Grun=
wald
, wie die Polen ſie nennen, des einzigen ent=
ſcheidenden
Sieges über ein deutſches Heer, der in den
Tafeln ihrer Geſchichte aufgezeichnet iſt.
Wohl iſt die Scharte von Tannenberg längſt aus=
gewetzt
, mächtig ſteht das Deutſche Reich da und ſeine
damaligen Gegner, das Königreich Polen und das Groß=
fürſtentum
Litauen, ſind von der Karte verſchwun=
den
aber noch heute mahnt uns die polniſche Frage‟
an jenen Tag!
Laſſen wir den geſchichtlichen Vorgang noch einmal
an uns vorüberziehen. Der im 3. Kreuzzuge 1190 vor
dem belagerten Akka durch Herzog Friedrich von Schwa=
ben
, dem Führer des deutſchen Kreuzheeres nach dem
Tode Kaiſer Friedrich Barbaroſſas, begründete Deutſche
Orden faßte unter ſeinem vierten Hochmeiſter, dem
bedeutenden Hermann v. Salxa, 1230 zuerſt Fuß in
Preußen. Herzog Konrad von Maſovien hatte ihn
dorthin gerufen, um ſich vor den andauernden An=
griffen
und Einfällen ſeiner preußiſchen und litaui=
ſchen
Nachbarn eine dauernde Stütze zu ſichern. Her=
zog
Konrad übertrug dem Orden endgültig das Culmer
Land, Kaiſer Friedrich II. von Hohenſtaufen erkannte
den Hochmeiſter als Reichsfürſten, als Eigentümer des
Culmer und des noch zu erobernden Landes in Preu=
ßen
an und als Stellvertreter des Hochmeiſters erſchien
der Landmeiſter Hermann Balk imit bewaffneter
Ordensmacht in Preußen. Damit begann der Kampf
um die Unterwerfung des Landes, die volle 53 Jahre
in Anſpruch nahm. Nicht das Schwert allein, ebenſo=
ſehr
die koloniſatoriſche Kraft des Ordens zeitigte dies
Reſultat. Jeden militäriſchen Fortſchritt begleitete
Burgenbau, um den ſich Städte erhoben; ſo Thorn ( ge=
nannt
nach der Ordensburg Toron in Paläſtina), Culm,
Marienwerder, Elbing, Königsberg (zu Ehren König
Ottokars II. von Böhmen, eines eifrigen Förderers
der Beſtrebungenedes=Ordens). 1237 vereinigte ſich der

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Inli 1910.

Nummer 163.

Wie verlautet, erteilten die Kreta=Schutzmächte auf
den Schritt der Pforte wegen der Einwirkung der griechi=
ſchen
Regierung auf die Kreter bezüglich der Wiederzu=
laſſung
der mohammedaniſchen Abgeordneten die Ant=
wort
. In derſelben wird betont, daß das Vorgehen
der griechiſchen Regierung keineswegs eine Einmiſchung
ſei, ſondern ein Mittel zur Beruhigung der Gemüter der
Kreter im Augenblicke einer bedenklichen Aufregung und
ein freundſchaftlicher Rat, der auf die Wiederherſtellung
der normalen Ordnung hinziele.

* Der Eroberungszug der Frau im
deutſchen Erwerbsleben. Nach den neueſten
ſtatiſtiſchen Aufnahmen hat die Zahl der erwerbs=
tätigen
Frauen in Deutſchland ſeit dem Be=
ginne
des neuen Jahrhunderts bedeutend zugenommen.
Es gibt heutzutage faſt keinen Stand mehr, der nicht we=
nigſtens
einzelne weibliche Angehörige aufzuweiſen hätte.
Von den rund 33 Millionen deutſcher Frauen und Mäd=
chen
Deutſchland hat mehr als 1 Million mehr Frauen
als Männer ſtehen jetzt faſt 8½ Millionen im Erwerbs=
leben
. Während die Zahl der männlichen Erwerbstäti=
gen
ſeit 10 Jahren um etwa 20 v. H. zunahm, zeigt die
Zunahme bei den Frauen 58 v. H. Die letzte Berufs=
zählung
von 1907 ergab ſchon 8 Millionen erwerbstätige
Frauen, ſeit dieſer Zeit hat eine genaue Zählung nicht
ſtattgefunden, ſodaß am 1. Dezember 1910 die Zahl von
8½ Millionen bereits weſentlich überſchritten ſein dürfte.
* Hamburg, 13. Juli. Die Organiſationen
der deutſchen Werftarbeiter bahnen eine
Lohnbewegung für 40000 Werftarbeiter in Ham=
burg
, Bremen, Flensburg, Kiel, Lübeck, Roſtock und
Stettin an. Sie fordern die Einſetzung von Arbeiteraus=
ſchüſſen
, ferner eine zehnprozentige Lohnerhöhung bei ver=
kürzter
Arbeitszeit und Regelung der Akkordarbeit

* Ernennung. Se. Maj. der Kaiſer hat dem
Reichsanzeiger zufolge den Poſtrat Milkau in Darm=
ſtadt
zum Oberpoſtdirektor ernannt.
Hanſa=Bund und Stadtverordnetenwahlen in
Darmſtadt. (Verſpätet eingegangen.) Die Bezirks=
gruppe
Darmſtadt des Hanſa=Bundes für Gewerbe,
Handel und Induſtrie, die ſich bei allen Angelegenheiten
beteiligen will, welche geeignet ſind, Gewerbe, Handel
und Induſtrie zu fördern, hat beſchloſſen, auch bei den
kommenden Stadtverordnetenwahlen in Darmſtadt mit=
zuwirken
. Es ſollen die hierfür in Frage kommenden
Schritte gemeinſam mit den einzelnen Wahlgruppen
unternommen werden. Nachdem ſchon mehrere Sitzungen
eines zu dieſem Zwecke gebildeten Wahlausſchuſſes ſtatt=
gefunden
hatten, iſt nunmehr in der am Montag in
Darmſtadt abgehaltenen Sitzung, zu welcher 34 den ver=
ſchiedenſten
Erwerbsſtändeu angehörende Herren eingeladen
waren, beſchloſſen worden, die einzelnen Wahlgruppen
ſofort von dem Entſchluß der Darmſtädter Ortsgruppe
des Hanſa=Bundes zu unterrichten. Es ſollen ſowohl
diejenigen Vereine und Innungen, deren Intereſſen
ſatzungsgemäß durch den Hanſa=Bund mitvertreten
werden, wie auch die Vereinigten Bezirksvereine und
politiſchen Parteien erſucht werden, bei der Auswahl
und Aufſtellung von Kandidaten für die kommenden
Stadtverordnetenwahlen gemeinſam mit der Darmſtädter
Ortsgruppe des Hanſa=Bundes vorzugehen.
Sparkaſſenſafes. Die Bank für Handel
und Induſtrie, Depoſitenkaſſe Darmſtadt, Wil=
helminenſtraße
14, hat in ihrer Stahlkammer einen
neuen Safeſchrank aufgeſtellt. Dieſer enthält neben
Safes in gewohnter Größe kleinere Safes, ſogenannte
Sparkaſſenſafes, welche ſich durch ihre billigen Preiſe
vornehmlich zur Aufbewahrung von Sparkaſſenbüchern,
Dokumenten uſw. eignen. (S. Anzeige.)
* Silberne Hochzeit. Sonntag, den 17. Juli, feiert
der hier ſehr bekannte Herr L. Hildenbrandt mit ſeiner
Gattin in Würzburg das Feſt der ſilbernen Hochzeit.
Herr H. iſt eine bekannte Perſönlichkeit unter dem Namen
Kaspar Hildenbrandt.

Mainz,
ordneten
ten im Ahria

* Das belgiſche Königspaar in Paris.
Der König der Belgier hatte den Wunſch ausge=
ſprochen
, bei den offiziellen Empfängen möglichſt viele
Mitglieder des Inſtituts der Akademie der Wiſſenſchaf=
ten
vertreten zu ſehen. Er äußerte wiederholt ſeine hohe
Achtung vor den weltbewegenden Erfindungen und Ent=
deckungen
auf verſchiedenen Gebieten der Wiſſenſchaft.
Es ſei ihm ein Herzenswunſch, einige dieſer Koryphäen
der Wiſſenſchaft kennen zu lernen. In der bel=
giſchen
Geſandtſchaft fand am Mittwoch abend das
Galadiner ſtatt, das vom belgiſchen Königs=
paar
zu Ehren des Präſidenten Falliéres und ſei=
ner
Gemahlin gegeben wurde. Geladen waren außer
den Miniſtern eine große Anzahl hochgeſtellter Mili=
tärs
, Diplomaten und politiſche Perſönlichkeiten, ſowie
einige Mitglieder der belgiſchen Kolonie. Nach dem Diner
wohnte das Königspaar einer Gala=Vorſtellung in der
Großen Oper bei. Während der Pauſe unterhielt ſich
das Königspaar mit verſchiedenen Perſönlichkeiten, die
ihm vorgeſtellt wurden. In der Gemeinderats=
Sitzung am Mittwoch, der auch die Bürgermeiſter von
Brüſſel und Antwerpen beiwohnten, wurde vom Vor=
ſitzenden
an die Gäſte eine kurze Begrüßungsanſprache ge=
richtet
. Der Vorſitzende drückte den Wunſch aus, daß die
belgiſchen Gäſte von Paris nur angenehme Eindrücke und
Erinnerungen mitnehmen möchten und daß es ſich Paris
und ſpeziell der Gemeinderat von Paris zur hohen Ehre
anrechne, zwei der bekannteſten Bürgermeiſter der zivili=
ſierten
Welt als Gäſte begrüßen zu können. Hierauf ant=
wortete
der Brüſſeler Bürgermeiſter mit einigen kurzen
Dankesworten, wobei er darauf hinwies, daß durch den
Beſuch des belgiſchen Königspaares in Paris die guten
Beziehungen zwiſchen Frankreich und Belgien noch weiter
gekräftigt und gefördert würden.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 15. Juli.
Uebertragen haben Se. Königl. Hoheit der
Großherzog dem Pfarrer Wilhelm Fiſcher zu
Nierſtein die evangeliſche Pfarrſtelle zu Groß=Bieberau
und dem Pfarrer Ernſt Wagner zu Geinsheim die
zweite evangeliſche Pfarrſtelle zu Bensheim. Ferner
wurde übertragen dem Lehrer Wilhelm Schmitt zu
Hauſen, Kreis Friedberg, eine Lehrerſtelle an der Ge=
meindeſchule
zu Sprendlingen, Kreis Offenbach; der
Schulamtsaſpirantin Anny Peters aus Parchim
(Mecklenburg) eine Lehrerinſtelle an der höheren Bürger=
(Mädchen=) Schule zu Alsfeld.

Orden der Schwertbrüder mit den Deutſchen Rittern
und brachte dem Orden Livland und Kurland zu, wo
ſeitdem ein beſonderer Heermeiſter gebot.
Livland und Preußen zu einem zuſammenhängen=
en
Ganzen zu verbinden, war notwendig. Dies konnte
nur geſchehen durch die Erwerbung des zwiſchen jene
Länder wie ein Keil eingeſchobenen Samaiten oder
Samogitten eines Teiles von Litauen. Ueber 150
Jahre tobte der Kampf, Jahr für Jahr fanden zur
Winterszeit von Livland und Preußen her die Einfälle
ſtatt, ſo wie der Froſt das Eindringen in die Sümpfe Li=
tauens
ermöglichte. Trotzdem hinterließ Großfürſt Gedi=
min
von Litauen bei ſeinem Tode (Winter 1241/42) Samai=
en
ſeinem Sohne Kejſtut unbezwungen. Ja, gegen Kejſtut
und deſſen Bruder Olgierd hatte der berühmte Hoch=
meiſter
Winrich von Kniprode 1370 in unmittelbarer
Nähe Königsbergs, bei Rudau, für die Exiſtenz des
Ordens kämpfen müſſen, ohne beſondere Vorteile er=
ringen
zu können. Durch Wirren, welche im litauiſchen
Großfürſtenhauſe ausbrachen: den Tod Olgierds, die
Ermordung Kejſtuts, die Feindſchaft beider Großfürſten=
ſöhne
, Jagiello und Witold, gelangte der Orden end=
lich
1404 im Vertrage von Raziaz in den Beſitz Sa=
maitens
, welches aber bereits 1409 wieder an das ver=
einigte
Polen=Litauen verloren ging. Drängte die
ſamaitiſche Frage ſchon auf Krieg, ſo kam als zweiter
Anlaß zur Schärfung des Gegenſatzes zwiſchen dem
Orden und Polen=Litauen der Kauf der Neumark durch
den Orden 1399 hinzu, ein Schritt, den er getan hatte,
um ſich die Verbindung mit Deutſchland offen zu hal=
ten
. Doch nicht nur dieſe äußeren Gründe verlangten
gewaltſam eine Klärung, ebenſoſehr machten innere
Urſachen dieſe notwendig. Durch die Heirat Jagiellos
von Litauen mit Hedwig von Polen und ſeinem Ueber=
tritt
zum chriſtlichen Glauben 1386 unter Annahme des
Namens Wladislaw war dem Orden im polniſch=
litauiſchen
Reich ein Todfeind entſtanden. Die Chri=
ſtianiſierung
Litanens hatte dem Orden ſeine Exiſtenz=
berechtigung
, die Verpflichtung zum Kampfe gegen die
Ungläubigen, entzogen. Durch kluge Diplomatie ge=
lang
es dem Hochmeiſter Konrad von Jungingen, den
drohenden Zuſammenſtoß hinauszuſchieben. Auf ſeinem
Totenbette warnte er 1407 noch die ihn umſtehenden
Gebietiger und Komture, ſeinen feurigen Bruder, den

Das Sommernachtfeſt des Mozart=Vereins findet
morgen, den 16. ds. Mts., bei jeder Witterung ſtatt. Zur
Ausführung durch die Kapelle des Leibgarde=Regiments
Nr. 115 unter Leitung des Herrn Obermuſikmeiſters Hauske
gelangt das folgende Muſikprogramm: 1. Marſch von A.
Wagner, 2. Parſifal=Vorſpiel und Albumblatt von R.
Wagner, 3. Fantaſie aus Tiefland‟, 4. Luxemburg=
Walzer, 5. Ouvertüre aus Die Luſtigen Weiber 6. Mor=
genſtändchen
von Sabathil, 7. Internationale, 8. Märſche
von Böttge, Mazurka von Ganne, 9. Angereihte Stücke aus
Die geſchiedene Frau von Fall. Sollte die Witterung
den Aufenthalt im Freien nicht geſtatten, ſo finden die
Muſikvorträge für Streichorcheſter eingerichtet als Pro=
menade
=Konzert im großen Saale ſtatt. Der Beginn iſt
in dieſem Falle um eine halbe Stunde ſpäter, alſo auf
8½ Uhr abends, feſtgeſetzt.
* Das Sommerfeſt des Klubs der Köche, welches
am Mittwoch abend im Rummelbräu ſtattfand, war ſehr
vom Wetter begünſtigt und daher war auch ein ſchöner
Beſuch zu verzeichnen. Der Gaſtwirte=Verein hatte Ver=
treter
entſandt, ebenfalls war der D. Kellner=Bund recht
zahlreich vertreten, auch hatten es ſich die ſonſtigen
Freunde und Gönner des Vereins nicht nehmen laſſen,
mit den Köchen einen gemütlichen Abend zn verleben.
Die Muſik, unter Herrn M. Webers Leitung, tat ihr
beſtes; der Geſangverein Liederkranz bot einige ſchöne
Chöre, und beſonders amüſierten ſich die Feſtteilnehmer
über das Lied: Die verkaterten Köche, welches mit
Muſikbegleitung ſehr gut geſungen wurde. Punkt
12 Uhr wurde die Polonäſe eröffnet. Die Herren be=
kamen
Fackeln, die Damen Buketts; es wurde noch
manche ſchöne Weiſe geſpielt und das Tanzbein wurde
kräftig geſchwungen.
Ringkampf unter Meiſterringkämpfern. So betitelt
ſich das Bild, welches nur noch einige Tage im Erſten
Darmſtädter Kinematographen, Ecke Rhein=
und Grafenſtraße, zur Schau kommt. Auf dieſem Film
ſieht man naturgetreu die Geſchicklichkeit der Meiſter=
ringer
: des Negers Hannibal, Lutzins, des Ruſſen Puga=
cheff
, Apollon le Coloſſes, Weltmeiſter Lurich, Tiroler
Lobmeier, Detloff uſw.; ferner einen Kunſtringkampf und
die Muskelſpiele des Weltmeiſters Lurich. Dieſer Film
bildet eine Sehenswürdigkeit erſten Ranges. (Siehe An=
zeige
.)
Preisſchießen. Der Schützenklub Komet
veranſtaltet vom Samstag, den 16., bis 24. Juli in
Ettlings Bierhalle‟ Liebfrauenſtraße 37, ein
Preisſchießen, wozu ſehr ſchöne Preife erworben ſind.
Freunde und Gönner willkommen. Näheres im Inſerat.

Ordens=Marſchall Ulrich von Jungingen, zum Hoch=
meiſter
zu küren. Das Ordenskapitel ſchlug dieſe wohl=
gemeinte
Warnung in den Wind, Ulrich von Jungingen
beſtieg den Hochmeiſterſtuhl. Beide Parteien rüſteten,
das Kriegsgewitter, deſſen Donner ſchon lange in der
Ferne gegrollt, entlud ſich in ſchmetternden Schlägen.
Unter entſetzlichen Verwüſtungen fielen Wladis=
law
II., Jagiellv und ſein Vetter Witold von Ploczk
her in Maſuren ein. Soldau, Neidenburg und Gil=
genburg
wurden trotz grimmigen Widerſtandes genom=
men
und verbrannt. Weithin ins Land leuchtete der
Feuerſchein der brennenden Dörfer. Der Hochmeiſter
war auf die Nachricht von dem Einfall ſofort von
Kauernick aufgebrochen und war am 14. Juli 1410 bis=
Löbau gelangt. In der Nacht ging ein heftiger Ge=
witterſturm
über das Lager, ſo daß an Nachtruhe kaum
zu denken geweſen war. Trotzdem wurde noch in der=
ſelben
Nacht der Vormarſch wieder angetreten. Nach
einem anſtrengenden Marſch von nicht weniger als 25
Kilometer Luftlinie ſtieß das Ordensheer auf die Polen
und begann ſogleich zur Schlachtordnung aufzumar=
ſchieren
. Die Polen ihrerſeits waren am Morgen des
15., um 6 Uhr aufbrechend, nur 1½ Meilen marſchiert,
hatten ſich bereits gelagert und brauchten nur von ihrem
Lager anzutreten. Während die Polen auf die erſte
Meldung von der Nähe des Ordensheeres ſchleunigſt
ſattelten und aufmarſchierten, erſchienen bei König
Wladislaw zwei Herolde, die ihm im Auftrage des Hoch=
meiſters
zwei Schwerter überreichten und ihn zum
Kampfe herausforderten. Ulrich von Jungingen wollte
augenſcheinlich durch dieſe Zeremonie noch etwas Zeit
gewinnen, da der Aufmarſch des Ordensheeres aus der
langgeſtreckten Marſchkolonne ſehr lange dauern mußte.
Das Ordensheer war ziemlich ſtark an Armbruſtern
und Bognern und führte eine Seltenheit in dama=
liger
Zeit ſogar 90 ſchwere Geſchütze mit ſich. Der
Hochmeiſter hatte mit richtigem Blick ſüdlich des Dorfes
Grünwald eine Flankenſtellung zur Marſchrichtung der
Polen gewählt, ſo nahe, daß ſie nicht daran vorbeimar=
ſchieren
konnten. Rechts war gute Anlehnung an ein
Gehölz, links an das Dorf Tannenberg vorhanden.
Vor der Stellung lag ein im ganzen ebenes Gelände,
das aber, etwas gewellt und von Riſſen durchzogen,
dem Angreifer doch mancherlei Schwierigkeiten bereitete.

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Nummer 163.

Offenbach, 13. Juli. In der geſtrigen Sitzung des
Verfaſſungs= und Verwaltungsausſchuſſes kamen die
ſeinerzeit gegen mehrere Straßenbahnbeamte
erhobenen ſchweren Beſchuldigungen zur Sprache.
Von der Verwaltung wurde beſtätigt, daß tatſächlich in
der Schneiderwerkſtätte Privatkleider für Beamte in
der Arbeitszeit angefertigt wurden, trotzdem in der
Vorunterſuchung von dem Zuſchneider das Gegenteil
beſchworen wurde. Es wurde nunmehr beſchloſſen, die
Sache der Staatsanwaltſchaft zu übergeben.
Lampertheim, 12. Juli. In der letzten Zeit wur=
den
von den Telegraphenlinien an der Straße von hier
nach Sandhofen und von Bürſtadt nach Bobſtadt fort=
geſetzt
Drähte abgeſchnitten und geſtohlen.
Sachdienliche Meldungen über den Täter wollen bei
der Gendarmerie gemacht werden. Seit 4. Inli wird
der hier anſäſſige Schreinermeiſter Schaaf ver=
mißt
. Nach einem hinterlaſſenen Brief iſt es nicht
ausgeſchloſſen, daß er ſich ein Leid angetan hat.
Mainz, 14. Juli. In der geſtrigen Stadtver=
ordnetenſitzung
wurden für die Waſſerbeſchädig=
ten
im Ahrtal 3000 Mark bewilligt. Für Erweiterungs=
bauten
des Holztorſchulhauſes wurden 40000 Mark be=
willigt
. Der Auszug des Amtsgerichts aus
dem alten ins neue Iuſtizgebäude wurde geſtern nach=
mittag
nach dreitägiger Arbeit beendet. Wie groß die
Aktenanſammlung in Zivil= und Strafſachen iſt, geht
daraus hervor daß für die Fortſchaffung 43 Möbel=
wagen
nötig waren.
Mainz, 14. Inli. In eine recht peinliche Lage
hat ſich kürzlich hier ein Herr gebracht, der unter dem
Verdacht der Zechprellerei feſtgenommen wurde.
Es handelt ſich um einen ſehr reichen Engländer, der in
Wiesbaden zur Kur iſt und ſich dort angewöhnt hat,
alles mit Scheck zu bezahlen. Ohne einen Pfennig
deutſchen Geldes war er mit Bekannten, die er dann
verloren hatte, nach Mainz gekommen. An einem
Waſſerhäuschen auf der Rheinſtraße trank er ein
Fläſchchen Limonade und wollte mit einem engliſchen
Goldſtück bezahlen, das aber der Limonadenverkäufer
nicht annahm, da er es für eine Biermarke hielt.
Ohne gezahlt zu haben, wandte ſich deshalb der Eng=
länder
in ein benachbartes Weinreſtaurant und ließ ſich
ein Glas Wein geben. Als Bezahlung ſtellte er hier
einen Scheck auf 5 Pfund Sterling (über 100 Mark) aus.
Doch auch hier ließ man ſich nicht darauf ein, ſondern
holte einen Schutzmann, der den Fremden mit auf die
Polizeiwache nahm. Von dort aus kam er auf das
Polizeiamt, wo man ſeine Angaben nachprüfen konnte.
Als ſich ihre Richtigkeit beſtätigte, entließ man natürlich
den Feſtgenommenen ſofort wieder. Inzwiſchen iſt ſo=
wohl
der Limonadenverkäufer, wie auch der Weinwirt
bezahlt worden, wenn auch nicht der erſtere mit einem
Goldſtück und der letztere nicht mit 100 Mark. (M. Tgbl.)
Herrnsheim, 14. Juli. Bei dem geſtrigen Gewitter
wurde die 16 Jahre alte Tochter des Landwirts
Johann Kaltenthaler, die Feldarbeiten verrich=
tete
, vom Blitz erſchlagen. Sie war auf der Stelle
tot. Ihre um 2 Jahre jüngere Schweſter, die ſich zwei
Schritte von ihr befand, blieb unverletzt.
Nierſtein, 13. Juli. Man ſchreibt der W. Ztg.:
Aus Anlaß des durch die Großh. Domänenverwaltung
beabſichtigten Ankaufs des bekannten Finckſchen
Weingutes in Nierſtein, zu welchem Gute auch der
beſonders hervorragende Weinbezirk Die Glöck ge=
hört
, ſeien hier einige, noch wenig bekannte hiſtoriſche
Mitteilungen wiedergegeben: Die Nierſteiner Glöck
erfreut ſich ſchon ſeit langer Zeit eines, wegen der da=
ſelbſt
erzielten Weine, beſonderen Rufes. Die erſte
Bebauung ihres Grund und Bodens verliert ſich im
Dunkel der Zeiten, aber mit Rückſicht darauf, daß in
der Gemarkung Nierſtein zahlreiche Altertumsfunde
aus der Römerzeit gemacht worden ſind, erſcheint es
ſehr glaubhaft, daß die Einführung des Weinbaues
zur Zeit der Römerherrſchaft ſtattgefunden hat. Be=
ſonders
intereſſant iſt aber die Tatſache, daß ſich in dem
Königlichen Reichsarchiv zu München die Original=
Urkunde befindet, nach welcher in dem Jahre 742, alſo
vor nahezu 1200 Jahren, der Grund und Boden der
Nierſteiner Glöck zu einer Schenkung gehörte, welche
Karlmann, der Sohn Karl Martells, Bruder Pipins
des Kleinen und Herzog von Oſtfranken, dem Bistum
Würzburg verlieh. Dieſe Originalurkunde macht die
bei der Liebfrauenkirche zu Nierſtein gelegenen Grund=
ſtücke
als Teile jener Schenkung namhaft. Wann und
wie übrigens der Würzburger Beſitztitel erloſch, iſt
noch nicht erforſcht; für ſein längeres Beſtehen ſpricht
indeſſen der Umſtand, daß die Liebfrauenkirche in der
Folge auch dem heil. Kilian, Apoſtel der Franken und
Schutzheiligen von Würzburg, als Mitpatron geweiht

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Juli 1910.

Seite 3.

Die ſchweren Geſchütze wurden in Stellung ge=
bracht
, aber der Aufmarſch war noch keineswegs vollen=
det
der Nachtrab erreichte erſt gegen Ende der Schlacht
das Schlachtfeld da begann um Mittag das gewaltige
Ringen.
Auf polniſcher Seite hatte der Schwertträger von
Krakau, Zundram von Maſchkowitz, die Heeresleitung
übernommen. Auf ſeinen Befehl eröffnete der rechte
polniſche Flügel die Litauer, ſowie böhmiſche und
mähriſche Söldner den Angriff.
Zwar hatten die Ordensgeſchütze nur eine geringe
Wirkung, umſomehr, da gerade im Beginn der Schlacht
ein Gewitterſchauer niederging und das Pulver naß
machte, umſo ſchrecklicher aber räumte der Pfeilhagel
der Ordensſchützen unter den leicht gerüſteten Litauern
auf. Als die Ritter izum Angriff vorbrachen, wurde
der rechte polniſche Flügel geworfen und flüchtete. Zu
wilder Verfolgung löſte ſich der linke Flügel des Or=
densheeres
auf. Aber im Zentrum und auf ihrem
rechten Flügel lagen die Deutſchen in hartem Kampfe
mit der großen Ueberlegenheit der Polen. Gegen die
von Zyndram zu geſchloſſenem einheitlichen Angriff
gegen die deutſche Front und rechte Flanke herange=
führten
Maſſen verlor ſich die Wirkung der Armbruſter
wie der Geſchütze und vermochte ſelbſt die hingebende
Tapferkeit der Ordensbrüder nichts. Auch die von der
Verfolgung der Litauer zurückkehrenden Ritter konn=
ten
durch ihr erneutes Eingreifen den Gang der Schlacht
inicht weſentlich beeinfluſſen. Zweimal kam trotzdem
die Schlacht zum Stehen und das Zünglein an der
Siegeswage ſchwankte. Schließlich wurde das Ordens=
heer
aus ſeiner Stellung gedrängt und verlor immer
mehr an Raum durch die Umklammerung beider Flü=
gel
durch erdrückende Uebermacht. Aber den Vorſchlag,
mit dem Reſte des Heeres den Rückzug anzutreten und
ſich in eine feſte Ordensburg zu werfen, wies der Hoch=
meiſter
ab: Da ſei Gott vor, daß ich feige aus dem
Felde reite, wo manch’ wackerer Bruder neben mir
gefallen iſt. Noch einmal verſuchte er mit 16 Fähn=
lein
der letzten Reſerve welche kurz vorher das
Schlachtfeld erreicht und bei Grünwald Aufſtellung ge=
nommen
hatten, in mächtigem Vorſtoß gegen das pol=
niſche
Zentrum das Geſchick des Tages zu wenden

wurde, und daß in unmittelbarer Nähe der Glöck ſich
eine Wingertslage befindet, die heute noch den Namen
des Frankenapoſtels Kilian führt. Auch der Name
Glöck, entſchieden von Glocke abgeleitet, deutet auf
jenes Verhältnis hin, an das noch bis in die neuere
Zeit der Zehnte erinnerte, welcher auf dem Boden der
Glöck zu Gunſten der Glöckner der Liebfrauen= und
der Kilianskirche haftete.
Alzey, 14. Juli. Karl Keil, der ſeitherige Diri=
gent
des Männer= und Damengeſangvereins wird
einem ehrenvollen Ruf an das Kölner Konſervatorium
folgen.
Flörsheim, 13. Juli. Der bei der Konfektions=
firma
Schener u. Plaut zu Mainz beſchäftigte Schnei=
der
Joh. Klees von hier, ein allgemein beliebter und
geachteter junger Mann von 28 Jahren, iſt ſeit letzten
Sonntag abend ſpurlos verſchwunden. Klees
wurde am Sonntag abends um 8 Uhr noch in Geſell=
ſchaft
zu Raunheim geſehen. Seit dieſer Zeit fehlt
jede Spur von ihm. Man befürchtet, daß dem braven
jungen Mann, der ſeine alten Eltern hier treu unter=
ſtützte
, ein Unglück zugeſtoßen iſt.
Gießen, 14. Juli. Die ſozialpolitiſche Ab=
teilung
der freien Studentenſchaft wollte
in dieſem Semeſter öffentliche akademiſche Verſamm=
lungen
abhalten, in denen namhafte Politiker aller
Parteien die Programme ihrer Partei entwickeln woll=
ten
. Das Rektorat verbot dieſe Verſammlungen,
worauf drei Studenten mit ihren Namen zu öffent=
1lichen Verſammlungen einluden. In der erſten Ver=
ſammlung
ſprach am Montag der Führer der chriſtlich=
ſozialen
Partei, Liz. Mumm. Die drei Einberufer der
Verſammlung wurden vom Rektorat beſtraft, einer mit
Relegation auf zwei Semeſter, einer mit der An=
drohung
dauernder Relegation und der dritte mit
einer Verwarnung. Um den für heute vorgeſehenen
zweiten Vortrag, den der hieſige ſozialdemokratiſche
Stadtverordnete Krumm halten ſoll, zu ermöglichen,
übernahm Rechtsanwalt Dr. Meuſer, der auch als
Student immatrikuliert iſt, die Einberufung. (Frkf. Ztg.)
Büdingen, 12. Juli. Wie aus guter Quelle ver=
lantet
, haben in dem Konkursverfahren über
das Vermögen der Bankfirma Max Wertheimer
u. Ko. die Gläubiger etwa 23 Prozent zu erwarten.
Anfänglich vermutete man, daß ſie nicht mehr als 0,5
bis 1 Prozent erhalten würden. Die angemeldeten
Forderungen haben 2 Millionen Mark weit über=
ſchritten
.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 13. Juli. Der neue Mi=
niſter
des Innern ſtattete heute dem Oberbürger=
meiſter
im Rathaus einen Beſuch ab. Es wurden die eingehenden Unterſuchungen Verdacht gegen Robert
ſchwebenden kommunal=politiſchen Fragen Berlins be=
handelt
. Heute nachmittag ſchlug ein Blitz in den
Nähſaal der Wäſchefabrik Behrend in der Michgelkirch=
ſtraße
ein, ohne jedoch irgend welchen Schaden anzu=
richten
. Ein eigenartiger Unfall ereignete
ſich geſtern mittag an der Ecke der Augsburger und
Bayreuthèr Straße. Der Maler Guſtav Ulrich ſtrich fine wurde beim Wäſcheauflegen vom Blitz getrof=
eine
Litfaßſäule und wollte die kleine Tür, die zu den
in der Säule befindlichen elektriſchen Kontrollapparaten
führt, öffnen. Als ihm dies nach einiger Mühe gelang,
erhielt Ulrich plötzlich einen gewaltigen elektri=
ſchen
Schlag. Der linke Ellbogen und der Daumen
der linken Hand wurden verbrannt und verkohlt. Der
Maler wurde durch den Strom ſo feſtgehalten, daß er
ſich mit Aufbietung ſeiner letzten Kräfte losreißen
mußte. Paſſanten brachten den Verletzten in die Un=
Weſtend. Für die Ermittelung der Erpreſſer
und Bombenleger in Lichtenrade hat der bei wurde feſtgeſtellt, daß der Knabe von den Koſaken
Polizeipräſident eine Belohnung von 1000 Mark aus=
geſetzt
. Das Befinden des Gutsbeſitzers Kraatz hat ſich
bedeutend gebeſſert. Es beſteht keinerlei Gefahr für die
Augen, da der Sprengkörper nicht auseinanderge=
flogen
iſt und die Verletzungen nur durch das Auf=
puffen
des entzündeten Pulvers verurſacht worden ſind. darauf, daß in den nächſten Monaten wieder große
Frankfurt, 14. Juli. Das Bismarck=Denkmal
erfährt demnächſt noch einige Ergänzungen. Auf die Rück=
ſeite
des Sockels wird eine Kupferplatte von 1,80 Meter
Länge und 55 Zentimeter Höhe eingelaſſen mit der Auf=
wird
es ſchon können. Die Eckpfeiler, welche den Denk=
malsplatz
abſchließen, erhalten eine entſprechende Krö=
nung
mit Beleuchtungsbecken. Der Ausſchuß für die Er=
richtung
des hieſigen Bismarck=Denkmals, der am 1. Juli
ſeine Schlußſitzung abhielt, bewilligte für dieſe Arbeiten
die geforderten Beträge. Den Reſt des von den Frank=
furter
Bismarckverehrern aufgebrachten Kapitals in der

Höhe von 70 Mark überwies der Ausſchuß dem Magl=
ſtrat
mit der Beſtimmung, daß die Summe einem Aus=
ſchuß
auszuhändigen ſei, der ſich zur Aufgabe mache, auf
Frankfurter Gebiet einen Bismarck=Turm zu er=
richten
.
Heidelberg, 14. Juli. In der zweiten Hälfte des
Juli findet eine Reihe von Veranſtaltungen ſtatt, zu
denen viele Fremde erwartet werden. Für den 17.
und für den 31. Juli und 3. Auguſt ſind Schloß=
beleuchtungen
feſtgeſetzt, wobei die dem Neckar
zugekehrte Faſſade mit Rotfeuer erhellt wird. Der
Geſang der Studenten, die in Booten den Fluß be=
fahren
, und ein prächtiges Feuerwerk ſchaffen einen
Stimmungszauber von ſeltener Schönheit. Sehr be=
liebt
ſind auch die bekannten Schloßfeſte, die am
23. und 24. Juli und am 6. Auguſt gefeiert werden.
Den Rahmen hierfür bildet der durch eine Konturen=
beleuchtung
erhellte Schloßhof, von dort ergießt ſich
der Teilnehmerſtrom in den Schloßkeller und den
Bandhausſaal, wo überall bei frohen Weiſen luſtig ge=
zecht
wird. Dieſe Schloßfeſte ſind ſtets ſo ſtark beſucht
geweſen, daß es ſich empfiehlt, ſchon vorher Billette zu
beſtellen.
Marburg, 14. Juli. Im Lahn= und Ohmgebiet
ſind geſtern ſchwere Unwetter niedergegangen. In
der Gemarkung Wetter wurden vier Perſonen vom
Blitz getroffen, teils betäubt und verletzt. Brände
brachen aus in Sarnau, Klein=Seelheim und Schröck.
Strichweiſe gab es Hagelſchläge.
Fulda, 14. Juli. Beim Tunnelbau am ſoge=
nannten
Dieſtelraſen ereignete ſich infolge Seilbruchs
ein ſchwerer Unglücksfall, als man eine ſchwere
eiſerne Woſſerpumpe aufſtellen wollte. Eine Anzah!
Arbeiter ſtürzte aus beträchtlicher Höhe in die Tiefe.
Einer war ſofort tot, mehrere wurden ſchwer verletzt.
Mannheim, 14. Juli. Der 17 Jahre alte Taglöhner
Georg Keller, der am Himmelfahrtstage ſeine Cou=
ſine
, die neunjährige Volksſchülerin Margarete Keller,
an den Militärſchießſtänden erdroſſelte, wurde vom
Landgericht wegen Mord mit voller Ueberlegung zu
14 Jahren Gefängnis, und wegen unzüchtigen Ver=
gehens
zu 3. Monaten Gefängnis verurteilt. Die
Oeffentlichkeit war ausgeſchloſſen, nur die Eltern zuge=
laſſen
. Der Mörder nahm das Urteil gleichgültig ent=
gegen
.
Dresden, 14. Juli. Der Kaufmann Robert Schön,
Mitinhaber der Firma Weigel und Schön in Neu=
ſtadt
in Sachſen, iſt verſchwunden. Vor
etwa acht Tagen wurde in der Fabrik=Filiale
Langburgerdorf ein großer Exploſionsherd
entdeckt, der angelegt war, um das Fabrik=
gebäude
in die Luft zu ſprengen. Als die Polizei nach
Schön ſchöpfte, hob dieſer am Samstag einen größeren
Betrag bei der Bank ab, verſchaffte ſich erhebliche
Summen von Bekannten und ergriff die Flucht. Sein
Bruder, Martin Schön, ebenfalls Mitinhaber der
Firma, wurde verhaftet.
Ems, 14. Juli. Die Braut des Kurgärtners Kaf=
fen
und erlitt ſchwere Brandwunden. Der nahe bei
ihr ſtehende Schwiegervater blieb unverletzt.
Kiel, 14. Inli. In Altbülk brach geſtern ein Groß=
fener
aus, dem acht Häuſer und eine Anzahl Vieh zum
Opfer ſielen. Man vermutet Brandſtiftung.
Beuthen (O.=S.), 14. Juli. Ein 14jähriger deutſcher
Knabe wurde heute von Koſaken an der ruſſiſchen
Grenze aus unbekannten Gründen erſchoſſen. Es
wurde ein Lokal=Termin abgehalten an dem der preu=
fallſtation
am Zoo und von dort in das Krankenhaus ßiſche Landrat, der ruſſiſche Gouverneur, ſowie der
preußiſche und ruſſiſche Staatsanwalt teilnahmen. Da=
auf
preußiſchem Gebiet erſchoſſen worden ſei.
Wien, 13. Juli. Da der Fleiſchſtreik der
Frauen in einigen niederöſterreichiſchen Städten
mit der Niederlage der Fleiſcher endete, haben die
fleiſchverarbeitenden Gewerbe beſchloſſen, im Hinblick
Preisſteigerungen zu erwarten ſind, einen Vieheinkauf=
ſtreik
in ganz Oeſterreich vorzubereiten.
Wien, 14. Juli. Ein tragiſches Schickſal
hat die Soubrette Hanſi Felſen in den Tod getrie=
ſchrift
: Setzen wir Deutſchland in den Sattel, reiten 1 ben. Antonie Bohner, ſo hieß Hanſi Felſen mit ihrem
Familiennamen, entſtammt aus einer Wiener Bür=
gerfamilie
und ihre Geſchwiſter befinden ſich in ange=
ſehenen
Stellungen. Schon von früheſter Jugend war
das Kind eigentümlich veranlagt. Ihr ganzes Ge=, das Geſicht, der Haarwuchs war knabenhaft und
auch ihr Benehmen entſprach mehr dem männlichen
Charakter. Am glücklichſten fühlte ſie ſich, wenn ſie

Vergeblich. Die tapfere Schar verblutete in helden=
mütigem
Kampfe. Hier fiel des Ordens Großkomtur
Kuno von Lichtenſtein, daneben des Ordens Marſchall
Friedrich von Wallenrod, die Komture von Graudenz
und Schlochau, Wilhelm von Helfenſtein und Arnold
von Baden. Das St. Georgsbanner verteidigte Georg
von Gersdorf, bis er, von Wunden über und über be=
deckt
, kaum mehr kenntlich, zuſammenbrach. Das Ban=
ner
aber ging nach ſeinem Falle von Hand zu Hand,
bis ſich keiner mehr fand, der es halten und tragen
konnte. In dieſem letzten Kampfe ſuchte und fand auch
der kühne Hochmeiſter, in Bruſt und Haupt getroffen,
den Heldentod. Mit ihm deckten 202 Ordensbrüder und
der größte Teil des Ordensheeres die Walſtatt. Die
Wagenburg, die das Ordensheer hinter ſeiner Schlacht=
linie
errichtet und mit Fußvolk und ſchwerem Geſchütz
beſetzt hatte, wurde von den verfolgenden Polen er=
ſtürmt
. Der Reſt des Heeres, unter dem greiſen Kom=
tur
Werner von Tetlingen, zog gegen abend langſam,
grimmig fechtend, vom Schlachtfeld ab und ging nach
der Marienburg zurück. Durch heldenmütige Vertei=
digung
dieſes Haupthauſes des Ordens rettete Hein=
rich
Reuß von Plauen, der Komtur von Schwetz, den
Beſtand des Ordens.
Verheerende Seuchen brachen im polniſchen Be=
lagerungsheer
aus und nötigten König Wladislaw
Jagiello ſchließlich zum Rückzug. Der Frieden von Thorn
1411 koſtete dem Orden nur Samaiten und zwar auch
die nur auf die Lebenszeit Jagiellos und Witolds.
Aber die Kraft und Blüte des Ordens war dahin. Von
dem Schlage bei Tannenberg hat er ſich nie wieder
erholt.
Die zielhewußte Politik des neuen, verdienten
Hochmeiſters Heinrich von Plauen, alle Kräfte des Lan=
des
anzuſpannen zu einem erneuten Kampfe mit Polen,
wurde von ſeiner Zeit nicht begriffen. Er wollte dem
Lande, dem er ſtarke finanzielle Opfer auferlegen
mußte, 1412 durch Berufung eines Landesrates Anteil
an der Regierung gewähren. Aber dieſe Neuerung,
ſein energiſches Vorgehen gegen unwürdige Mitglie=
der
des Ordens und gegen das aufrühreriſche Danzig,
endlich auch politiſche Eigenmächtigkeiten führten ſeinen
Sturz herbei. Das Ordenskapitel, welches=den Führer

der Unzufriedenen, den Ordensmarſchall Michael Kuch=
meiſter
von Sternberg, verurteilen ſollte, entſetzte in
offener Rebellion am 14. Oktober 1413 Heinrich von
Plauen ſeines Hochmeiſteramtes. Er endete in enger
Gefangenſchaft in der Ordensburg Lochſtädt.
Von nun ab dominierten im Ordenslande die Son=
derwünſche
und Kirchturmsintereſſen über die großen
nationalen Geſichtspunkte. Der Orden verfiel unaufs
haltſam. 1422 beſiegelte die endgültige Abtretung
Samaitens die Trennung der Beſitzungen des Ordens
in Preußen von denen in Livland. Damit verzichtete
der Orden auch äußerlich auf ſeine Zukunft. 1440 ſchloß
ſich das Land gegen die Ritter zum Preußiſchen Bunde
zuſammen. Die Kriegswirren mit dieſem Bunde und
Polen von 14541466 brachten den Verluſt Weſtpreu=
ßens
mit Danzig, Elbing, Culm, Thorn und der Ma=
rierburg
an Polen. Weinend räumte der Hochmeiſter
Ludwig von Erlichshauſen das ſtolze Schloß, um pol=
niſcher
Lehensträger in Oſtpreußen zu werden, wel=
ches
allein dem ruhm= und kraftlos gewordenen Orden
verblieb.
Ein ſehr beherzigenswertes Kapitel deutſcher Ge=
ſchichte
haben wir an uns vorüberziehen laſſen. Durch
Eigenbrödelei und die Verfolgung kleinlicher Sonder=
intereſſen
iſt die Schlacht von Tannenberg mit ihren
Fölgen erſt zu dem geworden, als was ſie ſich jetzt
unſeren Augen darſtellt: Der Schluß der Ausbreitung
deutſchen Weſens und deutſcher Kultur an der Oſt=
grenze
. Das Deutſchtum hat ſeitdem ſeinen damaligen
Beſitzſtand nur noch behauptet, nicht mehr erweitert,
obgleich Slaven und Deutſche ſtets in nahem Wechſel=
verkehr
geblieben ſind. Wenn auf den Allſlaviſchen
Kongreſſen bisher als allgemein verſtändliche Kongreß=
ſprache
Deutſch gewählt werden mußte, die Sprache
gerade des Volks, gegen welches ſich die Beſtrebungen
dieſer Kongreſſe ausgeſprochener Weiſe richten, ſo er=
innert
uns dies an vergangene Zeiten und an macht=
volle
kulturelle Beeinfluſſung des ſlaviſchen Oſtens zur
Ordenszeit.
Der Tag von Tannenberg mahnt auch uns heutige
Deutſche eindringlich zur Einigkeit, Zurückdrängung
der Sonderwünſche und Eigenbrödelei, zur nationalen
G. K.
Sammiung:

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Juli 1910.

Nummer 163.

anſtat der Mädchentleider Knabenteiber anlegen
durfte. Auch in ſpäteren Jahren änderte ſich nichts
in ihrem Aeußeren. Sie blieb immer ein verkleideter
Mann und auch ihre Stimme war vollſtändig männ=
lich
. Sie wollte ein Mann ſein. Es duldete ſie nicht
in den Weiberröcken. Eines Tages trat ſie in einer
kleinen Tiſchgeſellſchaft im Herrenkoſtüm auf und
ſang einige Lieder. Der Eindruck, den ſie hervor=
brachte
, war ſo täuſchend, daß niemand ahnte, daß ſie
ein Mädchen ſei. Dieſer Erfolg war für das junge
Mädchen beſtimmend. Sie wurde Artiſtin, und zwar
weiblicher Komiker. Sie hatte mimiſches Talent,
aber ihre Stimmittel reichten nicht aus, und ſo konnte
ſie auch in dieſem Berufe nicht beſondere Erfolge er=
zielen
. Durch ihr männliches Ausſehen war Hanſi
Felſen auf der Straße zahlreichen Unannehmlich=
keiten
ausgeſetzt. Wo ſie ſich zeigte, erregte ſie Auf=
ſſehen
, und man blieb ſtehen und ſah ihr nach. Auch
die Wache beanſtandete die Sängerin häufig und ver=
anlaßte
ihre Arretierung, weil man ſie für einen ver=
kleideten
Mann hielt. Um all dieſen Unannehmlich=
ſkeiten
ein Ende zu bereiten und da ſie den Volks=
ſſängerberuf
auch ſatt hatte, reichte ſie bei der Polizei
um die Bewilligung ein, Männerkleidung tragen zu
dürfen, da ſie dann als Kellner oder in einem ande=
rensmännlichen
Berufe ihr Fortkommen ſuchen wollte.
Die Entſcheidung war aber eine abſchlägige und ſie
nahm ſich dieſe Abweiſung ſehr zu Herzen. Kürzlich
war ſie zu Beſuch bei Freundinnen, denen ſie darüber
klagte, daß ſie auch als Soubrette nicht ihr Fort=
ſikommen
finden könne und als Mann dürfte ſie ihr
Brot nicht verdienen. Vor den Augen ihrer Freun=
dinnen
lehnte ſie ſich an eine Mauer und ſchoß ſich
eine Kugel in die Schläfe.
Thun, 13. Juli. Heute wurde nach 3½jähriger
Bauzeit die 3600 Meter lange elektriſche Draht=
ſeilbahn
auf den 2360 Meter hohen Nieſen ein=
geweiht
. Dieſe Bahn iſt die längſte Drahtſeilbahn der
Schweiz und hat eine Steigung bis 66 Prozent. Der
Höhenunterſchied zwiſchen der Talſtation und der
Endſtation auf dem Nieſen beträgt 1650 Meter.
Florenz, 13. Juli. Schlimme Erfahrun=
gen
mußten zwei Amerikaner, die Brüder Boit aus
Boſton, die ſich mit ihren Frauen auf einer Hochzeits=
reiſe
im Automobil durch Europa befinden, in der
Nähe von Florenz machen. Bei dem Dorfe Palaggi
fuhr das Automobil gegen einen inmitten der Straße
liegenden großen Steinblock. Als der Chauffeur mit
der Ausbeſſerung des Schadens beſchäftigt war, er=
ſchienen
mehrere mit Flinten und Revolvern bewaff=
nete
Briganten, umringten das Gefährt mit ſei=
nen
Inſaſſen und forderten deren Bargeld und den
Schmuck der Frauen. Zweihundertfünfzig
Lire war alles, was die Amerikaner bei ſich hatten.
Das aber war den Räubern zu wenig. Die Brüder
wurden in Haft behalten, ihre Frauen und der Chauf=
feur
im wieder reparierten Automobil nach Florenz
zurückgeſchickt, um dort ein größeres Löſegeld zu
holen. Wehe, wenn ſie die Polizei benachrichtigten,
dann wäre das Leben ihrer Männer verwirkt. Die
Frauen brachten auch nach kurzer Zeit 800 Lire, das
ganze in ihrem Beſitz befindliche bare Geld, an die
Unglücksſtelle und erlangten dadurch die Freigabe.
Erſt dann benachrichtigten ſie die Behörden, die un=
verzüglich
die Verfolgung durch berittene Gendar=
merie
aufnehmen ließen.
Tromſö, 13. Juli. Die Dampfer Mainz
und Phönix mit dem Prinzen Heinrich von
Preußen und den übrigen Teilnehmern an der
Zeppelinſchen Vorexpedition an Bord, ſind morgens,
begleitet vom Torpedoboot Carmen, nach Spitz=
bergen
abgegangen.
Paris 13. Juli. Die des Giftmordes an dem
Tenor Godard angeklagte ehemalige Verkäuferin
Marie Bourrette wurde heute von den Geſchwore=
nen
zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt, ſowie
zu 100000 Francs Schadenerſatz an die Mutter des Er=
mordeten
.
Paris, 14. Juli. Die Staatsanwaltſchaft
hat gegen die beiden radikalen Kammerkandidaten
Jacquelin und Chevaux wegen des von ihnen abge=
ſchloſſenen
Vertrages, nach welchem ſich der erſtere ver=
pflichtet
hatte, ſeinem Konkurrenten für ſeinen Rück=
tritt
eine Entſchädigung von 30000 Franken zu zahlen,
die ſtrafrechtliche Unterſuchung wegen betrügeri=
ſchen
Wahlmanövers angeordnet.
Petersburg, 14. Juli. Die jüngſt in Kiew und
Moskau erfolgte Aufdeckung einer Organiſation

zur planmäßigen Fälſchung von Teſta=
menten
und ähnlichen Dokumenten wächſt zu einem
ungehenerlichen Kulturſkandal aus. Die Organiſation
unterhielt Agenten bei allen Gerichten, Waiſenſpielen
und Archiven. Dadurch erhielt ſie genaue Informati=
onen
über hinterlegte oder zweifelhafte Erbmaſſen und
fabrizierte mittels gefälſchter Dokumente oder durch
Fälſchung echter Teſtamente geſetzlich Erbberechtigte.
Die Erhaltung der Bureaus dieſer Geſellſchaft koſtete
jährlich viele Zehntauſende von Rubeln. Ein Advokat
und ein Zahnarzt ſind geſtern verhaftet worden. Zahl=
reiche
Advokaten von Rang und Ruf ſind in den Skan=
dal
verwickelt.
New=York, 14. Juli. Ein italieniſcher Kaufmann
namens Joſeph Manzella iſt das Opfer der Schwar=
zen
Hand geworden. Er wurde geſtern von einem
Kellner namens Spannozzio, der Geld von ihm haben
wollte, getötet. Als der Kaufmann die Abſicht ſeines
Gegners merkte, zog er den Revolver und feuerte einen
Schuß auf Spannozzio ab, der jedoch fehl ging. Darauf
entriß Spannozzio dem Kaufmann den Revolver und
erſchoß Manzella. Auf die Revolverſchüſſe eilte die
17jährige Tochter des Kaufmanns herbei und ſtreckte
den Angreifer durch drei Schüſſe nieder.

Zweite Kammer der Stände.
65. Sitzung.
St. Darmſtadt, 14. Juli.
Am Regierungstiſche: Staatsminiſter Ewald Exz.,
Finanzminiſter Braun Exz., Miniſter des Innern
von Hombergkzu Vach, Geh. Staatsrat Krugvon
Nidda, Geheimerat Süffert und Miniſterialrat Höl=
zinger
.
Vizepräſident Korell eröffnet die Sitzung um 10½
Uhr mit der Mitteilung, daß nur die Tage heute und
morgen für die Sitzung vorgeſehen ſind und daß das
Haus dann bis zum Herbſt vertagt werden wird.
Das Haus erledigt zunächſt eine Anzahl von Vor=
ſtellungen
und Anträgen, die zur vorläufigen Beratung
ſtehen, durch Ueberweiſung an die Ausſchüſſe. Zur Vor=
ſtellung
des Verbandes der heſſiſchen ſtaatlichen
Unterbeamten, Gewährung einer Teue=
rungszulage
betr., tritt Abg. Dr. Oſann in län=
geren
Ausführungen warm für die Berückſichtigung dieſer
Vorſtellung ein, da es den in Frage ſtehenden Beamten
tatſächlich nicht möglich iſt, mit ihren Bezügen in nor=
malen
Zeiten auszukommen, viel weniger noch, wenn
Krankheit uſw. die Familie heimſucht. Redner erſucht
die Regierung um eine Erklärung, ob ſie gewillt ſei, jetzt,
da die finanziellen Verhältniſſe des Landes ſich vielleicht
etwas gebeſſert haben, dieſen Beamten eine Teuerungs=
zulage
vor der in Ausſicht ſtehenden Reviſion der Be=
ſoldungsordnung
zu gewähren. Die Abgeordneten
Orb, Finger, Molthan und Reh befürworten
ebenfalls die Vorlage. Abg. Wolf ſtellt feſt, daß nicht
die Landwirtſchaft ſchuld an den teuren Lebensmitteln,
namentlich Fleiſchpreiſen, ſei. Abg. Bach beantragt, eine
Kommiſſion zu wählen, die alle vorliegenden Geſuche um
Gehaltsaufbeſſerung uſw. prüft und die unaufſchiebbaren
ausſucht, die alsbald berückſichtigt werden müſſen. Abg.
Brauer erklärt, auch ſeine Partei ſtehe der Vorſtellung
wohlwollend gegenüber. Er würde dem Antrag zuſtim=
men
, wenn dieſe Kommiſſion auch Geld beſchaffen könne.
Die Regierung habe erklärt, daß zwei Millionen
für die beabſichtigte Beſoldungsordnung notwendig ſind,
das ſei eine Steuererhöhung von 20 Prozent.
Er für ſeine Perſon ſei bereit, dieſeErhöhung mitzu=
machen
. Dabei erſt würde ſich zeigen, wer ein gutes Herz
für die Beamten hat. Die Vorſtellung wird dann dem
zuſtändigen Ausſchuß überwieſen.
Es folgen Wahlen. Die Wahl eines Mitgliedes
für den Vierten Ausſchuß an Stelle des ausgeſchie=
denen
Abgeordneten Dr. Frenay entfällt auf Dr. Wolf=
Gonſenheim, die Wahl eines Mitgliedes für den Fünften
Ausſchuß (Verwaltungsgeſetze) an Stelle des ausgeſchie=
denen
Abgeordneten Dr. Frenay fällt auf Dr. Zuck=
mayer
. Zur=Erſatzwahl eines Abgeordneten für die
Stadt Mainz wird die Wahl des Abg. Bach, zur Neu=
wahl
eines Abgeordneten im 9. Wahlbezirk der Provinz
Rheinheſſen (Nieder=Olm=Ober=Ingelheim) wird die des
Abg. Dr. Wolf=Gonſenheim für gültig erklärt.
Auf Antrag des Abg. Dr. Schmitt wird ſodann
die Regierungsvorlage betr. die Wahlkreiseintei=
lung
von der Tagesordnung abgeſetzt. Sie
ſoll morgen zur Beratung kommen.

Die Regierungsvorlage, Summariſche Ueberſcht der
Einnahmen und Ausgaben der Großherzoglichen Landes=
kreditkaſſe
in der Finanzperiode 1904 betreffend, Regie=
rungsvorlage
, Summariſche Ueberſicht der Einnahmen
und Ausgaben der Großherzoglichen Landeskreditkaſſe in
der Finanzperiode 1905 betreffend, werden debattelos an=
genommen
.
Es folgt Beratung der Vorſtellungen von Beamten
und Lehrern, Gehaltsaufbeſſerungen bezw. Teuerungs=
zulagen
uſw. betreffend. Es ſind gegen 40 Vor=
ſtellungen
. Die Sozialdemokraten beantragen, die
Vorſtellungen der Unterbeamten herauszunehmen und zur
ſofortigen Berückſichtigung zu empfehlen; die ſämtlichen
übrigen Vorſtellungen an den Finanzausſchuß zu ver=
weiſen
. Abg. Raab begründet den Antrag. Abg. Bach
hingegen ändert ſeinen vorhin geſchäftsordnungsmäßig
unzuläſſigen Antrag dahin ab, daß ſämtliche Vorſtellun=
gen
an den Finanzausſchuß zurückverwieſen werden mögen
mit der Aufgabe, zu prüfen, welche Vorſtellungen alsbald
unbedingt zu berückſichtigen ſind. Abg. Schmittyer=
klärt
, mit der Zurückverweiſung an den Ausſchuß ſei
den Beamten nicht geholfen, ſo lange die Regierung nicht
erklärt, daß ſie in der Lage und gewillt ſei, die Teue=
rungszulage
zu bewilligen vor der Beſoldungsord=
nung
. Abg. Orb unterſtützt den Antrag ſeiner Partei.
Abg. Dr. Oſann weiſt auf den Widerſpruch hin, in
den die Sozialdemokraten ſich ſetzen, da ſie einerſeits vor=
geben
, den Beamten die Zulagen zu gewähren, anderer=
ſeits
aber durch die Ablehnung des Budgets der Wort=
führer
der Partei habe erklärt, daß dem gegenwärtigen
Miniſterium kein Budget bewilligt werde alle Mittel
doch verweigern. (Sehr richtig!) Uebrigens ſei der An=
trag
doch bereits erledigt durch den vorhin bereits ein=
ſtimmig
gefaßten Beſchluß auf ſeinen (Redners) An=
trag
hin, die Vorſtellung der Unterbeamten zur Berückſich=
tigung
zu empfehlen. (Zuſtimmung.) Abg. Wolf
meint, es ſehe ſehr leicht und ſehr ſchön aus, beſonders
bei vollbeſetzten Galerien hier mit Pathos zu fordern, den
Beamten müſſe geholfen werden, wenn man ſich nachher
um die Aufbringung der Mittel nicht kümmere. Man ſei
hier doch nicht in einer Volksverſammlung, ſondern im
Parlament. (Beifall.)
Abg. Dr. Schmitt macht darauf aufmerkſam, daß
der Antrag der Sozialdemokraten in der Form geſchäfts=
ordnungsmäßig
unzuläſſig ſei. Der Antrag wird dann
formell geändert. Das Haus nimmt den Ausſchußantrag,
ſämtliche Vorſtellungen dem Finanzausſchuß zu überwei=
ſen
, und den Antrag der Sozialdemokraten einſtim=
mig
an.
Zur Vorſtellung des Fußgendarmen i. P. Höhn zu
Gießen, Gewährung einer Dienſtbeſchädigungszulage be=
treffend
(als Antrag vom Abg. Leun überreicht), beantragt
Abg. Breidenbach als Berichterſtatter, dem Petenten
eine Unterſtützung zu gewähren. Miniſter des Innern
von Hombergk zu Vach ſpricht ſich gegen den An=
trag
aus, da Höhn keinen Anſpruch auf Dienſtbeſchädi=
gungszulage
habe und ſein Einkommen ſo hoch iſt, wie
es ſein würde, wenn er nicht penſioniert worden wäre.
Der Antrag des Ausſchuſſes wird angenommen.
Es folgt die Beratung der Regierungsvorlage, die
Abänderung des Fürſorgekaſſegeſetzes
betr. Abg. Uebel macht hierzu längere Ausführungen,
in denen er die Mißſtände erörtert, die das Geſetz in der
Praxis gezeitigt hat. Ohne weitere Debatte werden dann
die Ausſchußanträge, die im Weſentlichen der Vorlage
ohne Aenderung zuſtimmen, angenommen.
Zur Regierungsvorlage, den Geſetzentwurf, die Her=
ſtellung
einer Nebenbahn von Kreuznach ( Lan=
desgrenze
) nach Sprendlingen-St. Johann
betr., macht Abg. Eibach längere Ausführungen, in denen
er die Annahme der Vorlage warm empfiehlt. Die Bahn,
die bei einer Geſamtlänge von 13,8 Kilometer den weit=
aus
größten Teil auf heſſiſchem Gebiet zurücklegt, bean=
ſprucht
einen Geſamtkoſtenaufwand von 870000 Mark,
wovon nach Maßgabe des kilometriſchen Verhältniſſes
auf Heſſen 725000 Mark und auf Preußen 145000 Mark
entfallen. Nach dem Normativgeſetz vom Jahre 1884 leiſtet
der heſſiſche Staat einen Zuſchuß von 13000 Mark pro
Kilometer, ſonach im vorliegenden Fall bei einer Länge
der Bahn von 11,5 Kilometer auf heſſiſchem Gebiet einen
ſolchen von 149500 Mark, wobei eine genaue Feſtſtellung
der Bahnlänge nach Fertigſtellung der Bahn vorbehalten
iſt. Die Bahn wird von der Stadt Kreuznach mit Hilfe
ihres Elektrizitätswerkes betrieben und bildet zugleich
eine Anſchlußlinie an die dortigen beſtehenden elektriſchen
Bahnen. Da ſie die frühere im Nebenbahngeſetz vom

Eint urnſt
rmenzwe

ung der Sta
Monats geäut
Weiſe angeort
bisher 14tägiz
abwechſel
Platanen
werden. Das
die Kommani
germeiſterei
bereitsden
Der Vorſit
ganges des
v. Eckenhr
in ebenſo
jederzeit hat
wahrhaft vor
lichkeit von
Weſen, hat
Bürgerſchaft
Unſere Bürg
ſchaften, we
und rufen il
wohl zu.
Herr
einigt
die Bür
lung

Kleines Feuilleton.
C) Ueberfein. Die neueſte Hotelmode diktiert,
daß bei Tiſch den Gäſten nicht mehr die Schüſſel ge=
reicht
wird und die Gäſte ſich nicht mehr ſelbſt nach Be=
lieben
auf ihren Teller legen, ſondern daß die bedie=
nenden
Kellner ihnen auflegen. Natürlich iſt die Mode
daher gekommen, von wo feit zwanzig Jahren alle
Neuerungen im Hotel= und Reſtaurationsbetrieb kom=
men
, aus Amerika. Dem Bürger der United Sta=
tes
, der im allgemeinen an häusliche Bedienung ſo
wenig gewöhnt iſt, daß er nicht einmal geputzte Stiefel
vorfindet, wenn er ſich zum Ausgehen rüſtet, und der
ſich unterwegs die Ungeputzten auf dem Fuß ſäubern
laſſen muß, erſcheint Bedienung natürlich als ein
Luxus, den er nicht genug auskoſten kann, wenn er ihn
ſich einmal ausnahmsweiſe erlauben darf. Daher läßt
er ſich im Reſtaurant vom Kellner auflegen und be=
ſchönigt
ſeinen Snobismus damit, daß er behauptet,
die Tiſchunterhaltung würde geſtört, wenn der Kellner
nur die Platte reicht und der Gaſt ſich ſelbſt bedient.
Daß wir neben den vielen praktiſchen Einrichtungen,
die von jenſeits des Ozeans herübergekommen ſind,
auch dieſe adoptiert haben, iſt nur ein Beweis, wie ſehr
uns alles Fremde kritiklos imponiert. Denn unſere
gute alte Sitte iſt der neuen bei weitem vorzuziehen.
Oh man’ ſich ſelbſt nimmt oder der Kellner auflegt,
die Unterhaltung mit der ſchönſten Tiſchnachbarin wird
während dieſes wichtigen Angenblicks doch unterbro=
chen
. Man will ſehen, was einem auf den Teller gelegt
wird; man will auch, eingedenk der alten guten Tiſch=
regel
, daß die Augen nicht größer ſein dürfen, als der
Magen, Halt rufen, wenn man genug zu haben glaubt,
und man will ablehnen, wenn einem Dinge auf den
Teller gelegt werden ſollen, die an ſich ſehr ſchmackhaft
ſein mögen, die man aber nicht eſſen darf oder nicht
eſſen mag. Außerdem verlangſamt die neue Mode die
Bedienung, ſelbſt wenn der Kellner eine große Ge=
wandtheit
bei dem Kunſtſtück zeigt, in der einen Hand
die Schüſſel zu halten und mit der anderen dem Gaſt
vorzulegen, braucht er die doppelte Zeit dazu, die er=
forderlich
iſt, wenn der Gaſt ſich ſelbſt nimmt. Die
Unterbrechung der Tiſchunterhaltung dauert alſo län=
ger
, und die letzten Gäſte bekommen die warmen Schüſ=
ſeln
kalt, das ſind die tatſächlichen Folgen der Neue=

rung. Außerdem hat jeder Kellner im Laufe jedes
Diners gewöhnlich wenigſtens einmal Pech, wie ja
auch jeder Berufsjongleur, mit deſſen Arbeit ſich dieſe
AAufgabe des Kellners wohl vergleichen läßt, einmal bei! ſetzt, ſondern der eine kauft dieſen Band, der andere jenen,
jedem Auftreten einen Ball fallen läßt. Aber wenn
der Kellner dem Gaſt einen Löffel Bratenſauce über
das Beinkleid gießt oder einer Dame ein halbes
Dutzend gezuckerte Ananaserdbeeren in den Schoß ihres
neuen hellen Seidenkleides kullern läßt, erhöht dieſes
Mißgeſchick nicht die Spannung darauf, ob ihm das
Kunſtſtück bei einem wiederholten Verſuche noch beſſer
glücken wird, ſondern löſt andere Empfindungen aus,
die die heiterſte Dinerſtimmung ſehr unangenehm be=
einfluſſen
können. Natürlich haben die Amerikaner
die neue Mode nicht ſelbſt erfunden, ſondern nur die
engliſche Sitte, nach der der Hausherr im Familien=
kreiſe
den Braten tranchiert und auf die Teller legt,1 Juli zum hundertſten Male jährt, war eine große
die der Diener den Speiſenden vorſetzt, mißverſtanden.
Der Familienvater pflegt Appetit und Liebhaberei der
Seinigen zu kennen, und die engliſche Sitte gibt einem
Familiendiner einen patriarchaliſchen Anſtrich. Sie
auf Reſtaurants und dem ſervierenden Kellner die
Rolle des Familienvaters zu. übertragen, iſt ganz
widerſinnig und unpraktiſch.
* Wo bleiben die alten Konverſations=
unſeren
großen Konverſationslexiken werden alle paar
Jahre neue verbeſſerte Auflagen hergeſtellt. Viele Ein=
zelperſonen
, Behörden und Geſellſchaften müffen die
neueſten Lexika haben; ſie ſchaffen ſich jedesmal die neueſte
Auflage an. So werden immer wieder ältere Auflagen
von Leriken abgeſtoßen, und bei den Antiquaren ſtehen 1 Genuß eines Apfels ein großes Stück Arbeit.
dann oft tauſende von Exemplaren älterer Ausgaben.
Sehr ſchwer oder gar nicht verkäuflich ſind in Deutſchland
nur Lexika, die ſchon einige Jahrzehnte alt ſind. Was

geſchieht nun mit dieſen Büchern? Werden ſie als Ma=
kulatur
verkauft? Keineswegs! Sie gehen meiſt ins Aus=
land
, nach Amſefrika, Auſtralien und Afrila.

Dort werden dieſe alten vergilbten Bände von den ent=
legen
wohnenden Deutſchen immer noch als ein ſehr gutes
Bildungsmittel angeſehen. Der Dorfkrämer im Weſten
von Nordamerika, bei dem alles zu haben iſt, was der

Farmer braucht, handelt auch mit alten Konverſations=
lexiken
. Eine ſolche Ausgabe erhält der Händler zu einem

ſo niedrigen Preiſe, daß er beim Verkaufe immer noch
ein glänzendes Geſchäft macht. Und meiſtens werden
dieſe Lexika nicht einmal an einen einzigen Mann abge=
ein
dritter nimmt ſich zwei oder drei Bände mit, je nach=
dem
gerade ein Band den einzelnen Käufer intereſſiert.
So kommt es oft, daß ein Konverſationslexikon, das vor
mehreren Jahrzehnten vielleicht einmal irgendwo in deut=
ſchen
Landen einem berühmten Gelehrten gehörte, nach
allen Richtungen der Windroſe zerſtreut wird; der eine
Band kommt in eine Goldgräberhütte, der andere auf
eine Farm und wieder ein anderer kommt in die Werk=
ſtatt
eines Handwerkers . .
* Wie Kaiſer Wilhelm I. Obſt eſſen
lernte. Königin Luiſe, deren Todestag ſich am 19,
Obſtfreundin und ſorgte viel für die Anlage von Obſt=
kulturen
in den königlichen Parks; ihre Kinder er=
hielten
täglich friſches Obſt. Als ſie einſt von den Er=
ziehern
die Klage hörte, daß die Prinzen, die das Obſt
außerordentlich liebten, Pfirſiche, Birnen und Aepfel,
in großer Haſt verſchluckten, erteilte ſie ſofort den Be=
fehl
, daß von nun an ein jedes zum Frühſtück für die
Prinzen beſtimmte Stück Obſt in 30 Papierſtücke ein=
gewickelt
werden ſollte; die Ablöſung dieſer vielen
lexika? Der Frankf. Zeitung wird geſchrieben: Von Hüllen zeigte ſich als das ſicherſte Schutzmittel gegen
die Angewohnheit des zu raſchen Eſſens, und in Zu=
kunft
hatten die Hofleute keine Klage mehr zu führen.
Kaiſer Wilhelm I. erinnerte ſich noch lange dieſer
Maßregel und ſagte ſcherzend: Mir wurde von Ju=
gend
auf nichts leicht gemacht, mich koſtete ſelbſt der
* Seit dreißig Tagen im Schlaf. Im
Krankenhauſe von Alencon befindet ſich eine Frau,
die ſeit dreißig Tagen in tiefem, lethargiſchen Schlafe
liegt. Sie wird mittels einer in den Schlund einge=
führten
Röhre ernährt, durch die flüſſige Nahrung in
den Magen eingeführt wird. Das Sonderbare des
vorliegenden Falles iſt, daß die Temperatur der
Kranken in keiner merkbaren Weiſe herabgeſetzt er=
ſcheint
, während andere Lethargiſche gewöhnlich faſt ſo
kalt wie eine Leiche ſind.

[ ][  ][ ]

Nummer 163.

Seite 5.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Juli 1910.

Jahre 1390 bereits bewiligte Linie Badenhein= Kreuz=
nach
zu erſetzen beſtimmt iſt, ſo wird mit der Annahme
des vorliegenden Geſetzentwurfes zugleich Art. 1 Abſ. 1
Ziſſer 3 des oben genannten Geſetzes aufgehoben. Die
für den Staatszuſchuß benötigten Mittel ſollen auf dem
Wege des Staatskredits aufgebracht werden.
Der Ausſchuß iſt ebenfalls für die Vorlage und
beantragt Annahme. Abg. Pennrich hingegen äu=
ßert
in längerer Rede Bedenken gegen die Vorlage, da er
die Intereſſen der Stadt Bingen geſchädigt glaubr. Er
beantragt Zurückverweiſung an den Ausſchuß. Ge=
heimerat
Süffert weiſt dieſe Bedenken zurück und be=
fürwortet
die Vorlage. Der Antrag Pennrich auf
Rückverweiſung wird nach kurzer Debatte ab=
gelehnt
, die Vorlage nach dem Ausſchuß=
antrag
angenommen.
Damit iſt die Tagesordnung erſchöpft. Nächſte Sitzung
Freitag, 9 Uhr. Schluß nach 1½ Uhr) ſt.

Stadtverordneten=Verſammlung.
7. Sitzung.
St. Darmſtadt, 14. Juli.
In Verhinderung des Oberbürgermeiſters eröffnet
Herr Beig. Mueller die Sitzung mit folgenden
Mitteilungen:
Hauptſtaatskaſſebuchhalter Schuchmann bittet
in einer Eingabe um Erteilung der Erlaubnis zur
Errichtung von Neubauten im Zuge des projektierten
Durchbruchs der Lichtenbergſtraße.
Die am 12. Juni 1910 zu Wiesbaden verſtorbene
Frau Marie Schmidtke Witwe geb. Gilbert hat der
Stadt Darmſtadt ein Legat von 3000 Mark zu
Armenzwecken ausgeſetzt. (Bravo!)
Konzerte im Platanenhain
Die Kommandantur hat auf die in der Sitz=
ung
der Stadtverordnetenverſammlung am 16. vor.
Monats geäußerten Wünſche in entgegenkommender
Weiſe angeordnet, daß die Militärkonzerte, die
bisher 14tägig auf dem Paradeplatz ſtattfanden, künftig
zabwechſelnd auf dem Paradeplatz und im
Platanenhain auf der Mathildenhöhe abgehalten
werden. Das Konzertieren an allen Sonntagen will
die Kommandantur in Erwägung ziehen. Die Bür=
germeiſterei
hat für das freundliche Entgegenkommen
bereitsöden Dank der Stadtverwaltung ausgeſprochen.
Der Vorſitzende gedenkt bei dieſem Anlaß des Weg=
ganges
des ſeitherigen Stadtkommandanten, Herrn
v. Eckenbrecher, der ſich die Intereſſen der Stadt
in ebenſo muſtergültiger wie warmherziger Weiſe
jederzeit hat angelegen kein laſſen. Ein ritterlicher,
wahrhaft vornehm denkender Charakter, eine Perſön=
lichkeit
von gewinnend liebenswürdigem, aufrichtigem
Weſen, hat er es verſtanden, ſich bei der Darmſtädter
Bürgerſchaft eine ſeltene Popularität zu erwerben. 19,7, Schweiz 26,8. England 26,3 gegenüber Rußland mit
Unſere Bürgerſchaft, und mit ihr die ſtädtiſchen Körper= 49,1 im Jahre 1902). Vorausſichtlich wird ſich die Ent=
ſchaften
, werden ihm ein treues Gedenken bewahren
und rufen ihm bei ſeinem Abſchied ein herzliches Lebe=
wohl
zu. (Beifall.)
Herr Stadtv. Dr. Kolb hat namens der Ver=
einigten
Bezirksvereine eine Eingabe an
lung gerichtet, in der um Erbauung einer elektri=
gebeten
wird. Darauf wird in die Tagesordnung
eingetreten:
Baudiſpensgeſuche.
burg=Lippe um Geſtattung einer Ausnahme von
dem Antrage der Bürgermeiſterei und nach Befürwort= des Deutſchen Reiches einen auffallenden Rückgang, von
ung durch den Hochbauausſchuß zur Genehmigung
empfohlen. Es handelt ſich um die Umgeſtaltung des
Anweſens Dieburger Straße Nr. 241 (früher Park=hinderniſſe hat dieſen Umſchwung veranlaßt. Mit
Felſenkeller) durch einen gänzlichen Um= und Er=ein. Die Zahl der Zwillingsgeburten erreicht die Höhe
weiterungsbau zu einem herrſchaftlichen Wohnſitz. Nach
dem Referat des Beig. Jaeger ſtimmt die Verſamm= ſehr ſelten, durchſchnittlich jährlich 5 im Großherzogtum.
lung zu.
für die Errichtung eines Einfamilienhauſes an der
Südſeite der Schießhausſtraße, zunächſt der Nieder=
Ramſtädter=Straße, wird unter den von der Bürger=
meiſterei
und dem Hochbauausſchuß empfohlenen Vor=ſtets. Kein einziges Jahr zeigt eine Ausnahme. Das
ausſetzungen befürwortet, und nach dem Bericht desVerhältnis der Knabengeburten zu den Mädchenge=
Stadtv. Rockel ebenfalls genehmigt.
Straßenfluchtlinien.
Der Feſtſetzung der Fluchtlinien der Kirſchen=
allee
zwiſchen Landwehrſtraße und Dornheimer Weg
nach dem von der Bürgermeiſterei vorgelegten Pro= bei den Geborenen überhaupt, alſo einſchließlich der
jekt wird nach Befürwortung durch den Hochbauaus=
ſchuß
zugeſtimmt. Reſerent: Beig. Jaeger.
vorſtadt Dieburger Straße=Hohler Weg
werden die von der Bürgermeiſterei vorgeſchlagenen
Fluchtlinien nach einer von dem Hochbauausſchuß zogtum auf je 100 Lebendgeborene 20,7 Geſtorbene im
empfohlenen Aenderung zur Genehmigung empfohlen.
Auch hierüber referiert Beig. Jaeger. Die Ver=
ſammlung
beſchließt nach dem Antrage.
Bebauungsplan für das Viertel am Süd= bedeutet dies einen Rückgang von über 30 Prozent, be= 1
bahnhof.
einverſtanden. Ref.: Beig. Jäger.
Neue Plakattafel.
Genehmigung erteilt zur Anbringung. einer Platat=
tafel
an der Einfriedigung der ſtädtiſchen Hofreite
beantragten Bedingungen. Die erteilte Erkaubnis iſt
mann.
Mit Wirkung vom kommenden Semeſter ab ſollen
dahingehenden Antrag des Herrn Stadtverordneten

ſchloſſen.
ſchule.

ein ſtähdtiſcher Zuſchuß von 20 Mart bewinigt. Die
erforderlichen Mittel ſind im Stadtkaſſe=Voranſchlag
für 1910 bereits eingeſtellt worden. Ref.: Stadtv.
Henrich.
Neues Friedhofstor.
In der ſüdlichen Mauer des Friedhofs
an der Nieder=Ramſtädterſtraße ſoll, in der Achſe des
Mittelwegs (weſtlich von dem neu errichteten Tor),
ein kleines eiſernes Türchen angebracht werden,
zu dem in beſchränktem Umfange Schlüſſel gegen
Zahlung einer Gebühr abgegeben werden ſollen. Hier=
über
erſtattet der Vorſitzende Bericht. Die Koſten für
dieſes Tor ſind auf 80 Mark veranſchlagt. Die Fried=
hofsverwaltung
hat ſich der Anregung gegenüber al=
lehnend
verhalten. Die Bürgermeiſterei
ſteht auf dem Standpunkt, daß den Wünſchen der Be=
völkerung
entſprochen werden ſollte. Doch ſoll der
Schlüſſel nur an Perſonen abgegeben werden, die
Gräber auf dem Friedhof haben. Die Gebühr ſoll auf
*. Mark feſtgeſetzt warden. Stadw. Stemmer
dankt für dieſe Stellungnahme und bittet, dem Vor=
ſchlage
zuzuſtimmen Nach längerer Debatte wird
dementſprechend beſchloſſen. Ein Antrag des Stadtv.
Dr. Noellner, das Tor an Sonntagen überhaupt
offen zu laſſen, wird von der Bürgermeiſterei noch=
mals
geprüft werden.

Säuglingsſterblichkeit in Heſſen.
Als Nr. 1 der Schriften der Großh. Zentralſtelle
für Mutter= und Säuglingsfürſorge in Heſſen hat Re=
gierungsrat
Knöpfel in Darmſtadt eine Statiſtik
über die Säuglingsſterblichkeit in Heſſen während der
Jahre 1863 bis 1908 erſcheinen laſſen. Die ſehr ſorg=
fältig
zuſammengeſtellte Tabelle zeigt die Geburten=
häufigkeit
. Man berechnet in der Regel, wieviel Ge=
vorene
(mit oder ohne Totgeborene) auf 1000 Ein=
wohner
während eines beſtimmten Zeitraumes kommen.
Die höchſten Geburtsziffern finden ſich in der erſten
Hälfte der 1870er und in den 1830er Jahren. In letz=
teren
Jahren kamen auf 1000 der mittleren Bevölke=
rung
36 bis 37 Lebendgeborene. Die Geburtenhäufig=
keit
ſank in den wirtſchaftlich ſehr ungünſtigen Jahren
1852 bis 1855 auf 289, um dann kurz nach Errichtung.
des Deutſchen Reiches ihren zweiten Höhepunkt mit
37,3 in 1871/75 zu erreichen. Von da ab iſt ein
ſtetiger Rückgang der Geburtenhäufig=
keit
zu verzeichnen. Die Stetigkeit beweiſt, daß die
wirtſchaftliche Konjunktur nicht mehr von ausſchlag=
gebendem
Einfluß iſt. (2) Man macht dagegen die Be=
obachtung
, daß ſich die wohlhabenderen Bevölkerungs=
klaſſen
eine Beſchränkung in der Kinderzahl auferlegen.
Wir ſind in Deutſchland von den bekannten franzöſi=
ſchen
Zuſtänden ja noch weit entfernt, die Tendenz
hierzu iſt jedoch unzweifelhaft vorhanden ( Geburts=
ziffer
für 1907 im Deutſchen Reich 32,2, in Frankreich
wicklung beim beutſchen Volke, wenn auch in lang=
ſamerem
Tempo, ſo geſtalten, wie ſie ſich bei der jüdi=
ſchen
Bevölkerung im Deutſchen Reiche bereits vollzogen
hat. Während bei der jüdiſchen Bevölkerung Heſſens im
Zeitraume 1876/80 noch 31.6 Geborene (einſchließlich
die Bürgermeiſterei und Stadtverordnetenverſamm= Totgeborene) auf 1000 der jüdiſchen Bevölkerung kamen,
iſt deren Geburtsziffer in 1901/05 auf 18,6 gefallen. Die
ſchen Straßenbahn ins Märtinsviertel gleiche Entwicklung trat auch in Preußen und Bayern
ein. Die Totgeburtenziffer iſt großen Schwan=
kungen
nicht unterworfen. Immerhin iſt es bemerkens=
wert
, daß die Zähl der Totgeborenen, auf 100 Lebend=
Ein Geſuch des Prinzen Otto zu Schaum= und Totgeborene berechnet, von 4,4 in den 1860er
Jahren auf 3,1 in 1908 geſunken iſt. Die Zahl der
der Beſtimmung im § 5 des Ortsbauſtatuts wird nach unehelich Geborenen zeigt um die Zeit der Errichtung
12,7 in 1866/70 auf 73 in 1871/75, berechnet auf 100 Ge=
borene
überhaupt. Das Fallenlaſſen geſetzlicher Ehe=
hotel
), ſowie des Nachbargrundſtückes Nr. 237 (früher großer Regelmäßigkeit ſtellen ſich die Mehrlingskinder
von einem halben Tauſend. Drillingsgeburten ſind
Vierlingsgeburten wurden in den letzten 50 Jahren
Ein gleiches Geſuch der Frau v. Hrebnitzky überhaupt nur dreimal verzeichnet Auf 1000 Nieder=
künfte
kommen ungefähr 13 Niederkünfte mit Mehr=
lingskindern
.
Die Zahl der Knaben übertrifft die der Mädchen
burten bleibt faſt unverändert. Auf 100 geborene
Mädchen kommen 105 bis 107 geborene Knaben. Man
hat dieſe ſowie die folgenden Erſcheinungen in allen
Staaten beobachtet. Bei den Lebendgeborenen iſt das
Geſchlechtsverhältnis der Geborenen faſt dasſelbe wie
Totgeborenen Bei den letzteren ſteigt jedoch der An=
teil
der Knaben ſehr bedeutend. Denn auf 100 totge=
Für einen weiteren Baublock in der Garten= borene Mädchen kommen 123 bis über 130 totgeborene
Knaben.
Im Zeitraume 1863/65 kamen im Großher=
erſten
Lebensjahre. Jedes fünfte Neugeborene ſtarb
alſo im Laufe des erſten Lebensjahres. Dieſe Säug=
lingsſterblichkeit
iſt allmählich zurückge=
gangen
auf 12,6 im Jahre 1908 und 13,0 in 1909. Es
ziehungsweiſe bei der heutigen Geburtsziffer einen
Mit dem von der Bürgermeiſterei und dem Hoch= jährlichen Gewinn von 2000 bis 3000 Säuglingen.
bau=Ausſchuß befürworteten Vorſchlag der Eiſen= Warum ſollte Heſſen nicht die geringe Säuglingsſterb= terie=Regiment Nr. 115 (Leib=Garde) geſtifteten
bahndirektion Mainz bezüglich der Straßen= lichkeit fremder Staaten, zum Beiſpiel von Dänemark Denkmals hatten ſich 40 Offiziere und 80 Unter=
breite
18 Meter längs des zukünftigen Em=mit 10,9. von Schweden mit 8,1, von Norwegen mit 6,9, offiziere und Mannſchaften des Regiments, ſowie 9
pfangsgebäudes Darmſtadt Süd erklärt man ſich von Irland mit 9.2 (ſämtlich für das Jahr 1907) er= alte Veteranen, die das Gefecht bei Frohnhofen ſelber
ſchen Bevölkerung Heſſens iſt bereits auf dieſem Fünſti= nach dort begeben; außerdem nahmen ſämtliche Offi=
gen
Stande angelangt; denn auf je 100 jüdiſche Lebend= ziere des königl. bayer. Jäger=Bataillons Nr. 2 und
Der Firma Ibel u. Lotz, G. m. b. H., wird die geborene kamen im Jahre 1907 nur 6,4 und im Jahre! Abordnungen von Oberjägern und Jägern an der
1908 6,9 geſtorbene jüdiſche Säuglinge In den Städten Feier teil. Nach erfolgter Aufſtellung am Denkmal
ſtarben im Fahre 1908 im erſten Lebensjahre 139, auf
Beſſungerſtraße 60 unter den von der Bürgermeiſterei dem Lande nur 10,6 Säuglinge. Am ungünſtigſten treten! Kegelbahn poſtiert wurde die Feier mit dem Nieder=
eine
jederzeit widerrufliche. Ref.: Stadtv. Witt=ſondern vielmehr diejenigen ſtädtiſchen Gemeinden, Herr Oberſt v. Etzel vom Infanterie=Regiment 115
welche in der Nähe der großen Städte liegen und von wor, der in herzlichen Worten der gefallenen 25
Semeſterkarten im Hallenſchwimmbad. einer zahlreichen Arbeiterſchaft bevölkert werden. Wir Kämpfer des Regiments gedachte, deren Namen auch
nennen hier nur die Nachbargemeinden von Mainz: auf dem Denkmal angebracht ſind. Er widmete den
an Studierende der Techniſchen Hochſchule Semeſter= Koſtheim, Bretzenheim, Hechtsheim und Finthen, ferner Gefallenen namens des Großherzogs einen prächtigen.
Badekarten im Hallenſchwimmbad zum Preiſe von 10 die Riedorte Bürſtadt, Lampertheim und Lorſch. Es iſt Kranz und ſchloß mit einem dreifachen Hurra auf
Mark für die Karte abgegeben werden, nachdem die ſchon früher hervorgehoben worden, daß immer mehr Großherzog Ernſt Ludwig. Die Muſik ſpielte dann
Bäder=Deputation und der Finanz=Ausſchuß einen Knaben als Mädchen auf die Welt kommen. Somit iſt die Landeshymne. Nach dem heſſiſchen Präſentier=
es
alſo nicht zu verwundern, daß auch mehr Knaben als marſch legte dann namens der Familie Jakobi ein
Lindt befürwortet hatten. Nach dem Referat des Mädchen im erſten Lebensjahre ſterben. Berechnet man Bruder des hier als erſter gefallenen Feldwebels Ja=
Stadtv. Dr. Noellner wird dementſprechend be= nun die Säuglingsſterblichkeit der Knaben und Mäd= kobi von der Leibkompagnie ebenfalls einen Kranz
chen getrennt, ſo zeigt ſich die bemerkenswerte Tatſache, nieder, ebenſo Herr Majör Hannapel namens des
daß auch die Säuglingsſterblichkeit der Mädchen immer 2 bayeriſchen Jägerbataillons. Herr Hauptmann Le
Von der Kaufmänniſchen Fortbildungs= kleiner iſt als die der Knaben. Sie betrug im Jahre Goullon vom 115. Infanterie=Regiment hielt
Zu den Ausgaben der Kaufmänniſchen Setzt man die Säuglingsſterblichkeit der Knaben gleich über die Beteiligung des Regiments am Gefecht bei
Fortbildungsſchule für 1910 wird, nach Be= 100, ſo iſt die der Mädchen nur 81. Die Mädchenſterb= Frohnhofen. Nachdem die Muſik noch die Hymne Die
fürwortung durch den Finanz=Ausſchuß, wie bisher 1 lichkeit im erſten Lebensjahre war alſo um 19 Prozent! Himmel rühmen des Ewigen Ehre geſpielt hatte, war

keiner als die Knadenſterblichkeit. Aechnlihes gait für
die früheren Jahre, wobei zu beachten iſt, daß der
Unterſchied zwiſchen Knaben= und Mädchenſterblichkeit
im Laufe der Zeit zugenommen hat. Für das Groß=
herzogtum
iſt es eine ſehr charakteriſtiſche Erſcheinung,
daß die Sterblichkeit der Säuglinge in den Städten im
Sommer anſchwillt, während ſie auf dem Lande von der=
Jahreszeit faſt unabhängig iſt. Hier iſt das Leben des
Säuglinge im Winter ſogar vielfach gefährdeter als im
Sommer. Die Sterbegefahr der Säuglinge iſt in den
einzelnen Lebensmonaten ſehr verſchieden; ſie iſt an=
fangs
ſehr groß und wird dann mit zunehmendem
Alter immer kleiner, derart, daß in den letzten= Lebens=
monaten
des erſten Jahres die Sterblichkeit=fünfs bis
ſechsmal ſo gering iſt, als im erſten Lebensmonat. Un=
gefähr
der vierte Teil ſämtlicher geſtorbenen Säuglinge
ſtirbt ſchon vor Vollendung des erſten Lebensmonats=
im
zweiten und dritten Lebensmonat ſtehen 21 bis 23
Prozent, ſo daß faſt die Hälſte aller geſtorbenen Säug=
linge
ihren dritten Lebensmonat nicht überlebt. Auf
den vierten bis ſechſten Lebensmonat entfallen 25 Pro=
zent
, auf den ſiebten bis neunten Lebensmonat 17 Pro=
zent
und auf den zehnten bis zwölften Lebensmongt
13 Prozent der geſtorbenen Säuglinge.

Ehrung der Gefallenen in Laufach=Frohnhofen.
ge* Darmſtadt, 13. Juli.
Im Auftrage des Präſidiums des Landesverbandes
Kriegerkameradſchaft Haſſia wurden zum Gedenktage
der Gefechte Laufach=Frohnhofen die Gräber der Ge=
fallenen
geſchmückt. Zu dieſem Zweck begaben ſich eine
Anzahl Kameraden dorthin und legten die Kränze nie=
der
. Auf dem Friedhofe Aſchaffenburg, Laufach und
an dem öſterreichiſchen Denkmal wurde ein Lorbeer=
kranz
mit Widmungsſchleife niedergelegt, während
die ſämtlichen übrigen Grabſtätten mit je einem Eichen=
laubkranz
geziert wurden. Bei Ankunft in Frohn=
hofen
wurde wiederum das Denkmal und ſämtliche
Grabſtätten mit Kränzen, Girlanden und Laubgewin=
den
in weihevollem Schmuck gefunden. Das=Kommando.
des Königlich Bayeriſchen zweiten Jägerbataillons
hatte, wie ſchon ſeit vielen Jahren, in pietätvoller Weiſe
dieſe Schmückung ausführen laſſen.
Die Feier vollzog ſich am Denkmal in Frohnhofen,
und war hierzu der Kommandeur des Königl. Bayer.
zweiten Jägerbataillons, Herr Major Hannapel, nebſt
den Herren ſeines Stabes und der Bataillonskapelle
erſchienen. Herr Major Hannapel hielt reine kurze,
warme Anſprache und legte namens des Bataillons
einen prachtvollen Lorbeerkranz nieder.
Hierauf hielt Herr Güter=Expeditionsvorſteher
i. P. Feldpuſch eine kurze Anſprache, welche etwa
lautete:
Hochgeehrte Anweſende! Liebe Kameraden! Der
Gedenktag der Gefechte Laufach=Frohnhofen vereinigt
uns heute wieder hier, um den Gefallenen in treuer
Geſinnung unſere Liebe und Verehrung zu weihen.
Wir finden die Ruheſtätten und das Denkmal wieder=
um
reich geziert, im Feſtesſchmuck prangend, und ver=
danken
all das Schöne, wie ſeit vielen Jahren, nur dem
Königl. Bayer. zweiten Jägerbataillon. Wir ſprechen
dem Bataillon für das uns ſtets entgegengebrachte
außerordentliche Wohlwollen und die große Mühewal=
tung
unſeren tiefgefühlteſten Dank aus und bitten den
Herrn Major Hannapel, dieſen unſeren Dank gütigſt
entgegennehmen zu wollen. Auch wird es mir als be=
ſondere
Pflicht erſcheinen, von dieſer erneuten Ehrung
dem Präſidium des Landesverbandes Kriegerkamerad=
ſchaft
Haſſia baldigſt Bericht erſtatten zu können. Ganz
beſonders möchte ich aber hierbei noch des Herrn Majors
Schöttl gedenken, welcher ſich große Verdienſte um die!
Ruheſtätten erworben und ſeit Jahren die weihevolle
Schmückung entworfen und gekeitet hat. Es ſei des=
halb
dem Herrn Major Schöttl hierfür der ganz beſon=
dere
Dank der Kameraden ausgeſprochen! Frommer
Brauch und Sitte iſt es, die Gräber ſeiner Lieben an
beſonderen Tagen zu beſuchen. Wirzpflegenrauch die=
ſen
Brauch und erachten es daher als unfere Pflicht,
die Gräber der gefallenen Kameraden am Gedenktage
der Gefechte zu beſuchen. Den hier gefallenen Kamera=
den
war es nicht vergönnt, in ihrer engeren Heimat,
in heimiſcher Erde, zu ruhen. Aber dennoch ruhen ſie
nicht, in fremder Erde, ſondern in Freundesland, in
dem lieblichen Bayernland. Sie ſind hier gut gebettet
und ruhen in treuer Freundes Hut. Wir kommen,
das Andenken der Gefallenen zu ehren und ihnen den
Tribut der Liebe zu weihen. Sie alle, wie ſiezhier auf
dem Gefechtsfelde zur ewigen Ruhe gebettet, folaten
dem Rufe ihres Fürſten; zeigten durch ihr Verhalten
ſich eines guten, braven Soldaten würdig, beſiegelten
ihre Treue zu Fürſt und Vaterland mit ihrem Blute
und ſtarben hier den Heldentod! Darum zollen wir
ihnen in echt kameraldſchaftlicher Treue unſere Liebe
und Verehrung! Darum Ehre ihrem Andenken! =
gen
ſie ruhen in Friedent=
Namens des Präſidiums des Landesverbandes
Kriegerkameradſchaft Haſſia legte Kamerad Feldpuſch
den wohlverdienten Lorbeerkranz am Denkmal nieder.
Kamerad Büttner legte den vom Kriegerverein Darm=
ſtadt
gewidmeten Lorbeerkranz nieder. Hierauf into=
nierte
die Kapelle Kriegers Gebet, und die ernſte und
würdige Feier war beendet.

Zur Einweihung des vom hieſigen Infan=
reichen
können? Die Säuglingsſterblichkeit der jüdi= mitgemacht haben, mit der ganzen Regimentskapelle
die Muſikkapelle hatte ſich nahe der hiſtoriſchen;
jedoch keineswegs die größten Städte Heſſens hervor, ländiſchen Dankgebet eingeleitet. Dann trat zuerſt
1908 für die Knaben 13,9, für die Mädchen nur 11,2. darauf bei der Kegelbahn einen intereſſanten Vortrag

[ ][  ][ ]

Nummer 163

Seitel6.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Juli 1910.

die offizielle Feier beendet, worauf die Offiziere und
Mannſchaften die reich geſchmückten Gräber und das
Schlachtfeld beſichtigten.
Kurz vor 2 Uhr fuhren die Teilnehmer der 115er
nach Aſchaffenburg zurück, und die Unteroffiziere und
Mannſchaften marſchierten unter Vorantritt der Re=
gimentskapelle
nach der Kaſerne des 2. Jägerbatail=
lons
, wo ſie in liebenswürdigſter Weiſe verpflegt wur=
den
. Nach dem Eſſen wurde ihnen bei freiem Eintritt
das königliche Schloß und das Pompejanum gezeigt.
Die Offiziere des Regiments und auch die des Jäger=
bataillons
, ſowie die Veteranen vereinigten ſich im Lo=
kale
Frohſinn zu einem einfachen Mittagsmahl, bei
welchem der Regimentskommandeur ein dreifaches
Hurra auf den Kaiſer, den Großherzog von Heſſen und
den Prinzregenten von Bayern ausbrachte, auch noch=
mals
die alten Veteranen begrüßte. Erſt mit dem
Abendzuge kehrten die Darmſtädter Teilnehmer der
ſchönen Einweihungsfeier hochbefriedigt wieder hier=
her
zurück.
Luftſchiffahrt.
Die Kataſtrophe des Ballons Erbslöh
* Leichlingen, 13. Juli. Zu dem Unglück
des Ballons Erbslöh wird noch gemeldet, daß
das Luftſchiff einen entſetzlichen Trümmerhaufen bildet.
Alle Leichen weiſen Schädelbrüche auf und zum Teil
auch Beinbrüche. Am entſetzlichſten verſtümmelt iſt die
Leiche des Führers Erbslöh. Das Platzen der Hülle
führt man darauf zurück, daß der Ballon bei ſeinem
Austritt aus einer naſſen Nebelſchicht den Strahlen
der Sonne ausgeſetzt war. Unweit der Unfallſtelle
wohnhafte Bauern hörten wohl kurz vor dem Auf=
ſchlagen
des Ballons das Arbeiten der Propeller; das
fallende Luftſchiff aber ſelbſt war wegen des herrſchen=
den
Nebels nicht ſichtbar, weshalb man Revolverſchüſſe
abgab und Huppenſignale ertönen ließ, um dem Luft=
ſchiff
den Weg zur Halle zu weiſen. Bald darauf hörte
man aber den durch das Aufſchlagen des Luftſchiffes
hervorgerufenen Knall. Zirka fünf Meter von der
Unglücksſtelle entfernt wurde ein Blatt aus dem
Notizbuch eines der Getöteten mit folgenden Auf=
zeichnungen
aufgefunden: Abfahrt 9 Uhr 4 Minuten.
Steigend 9 Uhr 9 Minuten. Dichter Nebel. Nordwind.
Ohne jede Sicht der Erde. Sonne kommt durch. Dich=
ter
Nebel unter uns. Das Höhenſteuer abwärts. 280
Meter. 9 Uhr 11 Minuten. . . . Die Mutter des ge=
töteten
Ingenieurs Hopp, der dieſes Blatt gezeigt
rurde, hat die Handſchrift als die ihres Sohnes er=
kannt
. Auf der Rückſeite befindet ſich eine Zeichnung
des Luftſchiffes.
* Leichlingen, 14. Juli. Nach den Aufzeich=
nungen
, die ſich an den völlig intakten Apparaten des
verunglückten Luftſchiffes Erbslöh ableſen
laſſen, iſt feſtgeſtellt, daß das Luftſchiff in einer Höhe
von 200 Meter eine Strecke lang gefahren iſt und dann,
als es von der Sonne erwärmt wurde, bald eine Höhe
von 750 Meter erreichte, dann aber wieser auf 280
Meter niedergeſunken war und in dieſer Höhe von der
Kataſtrophe betroffen worden iſt. Einer der Apparate
weiſt eine Luftdruckdifferenz von 755 Millimeter auf.
Die Rheiniſch=Weſtfäliſche Motor=
Luftſchiff=A.=G. teilt mit, daß wohl die genauen
Urſachen niemals beſtimmt werden feſtgeſtellt wer=
den
können, da einmal diejenigen, die etwas davon
wiſſen könnten, tot ſind und andererſeits von der
Erde aus nichts beobachtet werden konnte, da zwiſchen
Erde und Ballon ſtarke Nebelſchwaden ſich ausbrei=
teten
. Eine Exploſion könne jedenfalls nicht
ſtattgefunden haben, da der Ballon zum Teil noch mit
Gas gefüllt war. Die techniſche Unterſuchungs=
kommiſſion
, die kurz nach dem Unglück an dem Ort der
Kataſtrophe eintraf, nimmt mit ziemlicher Beſtimmt=
heit
an, daß die Kataſtrophe herbeigeführt wurde in=
folge
des ſchnellen Wechſels zwiſchen dem feuchten Ne=
bel
, der die Seidenhülle vollſtändig durchnäßte, und
der ſtarken Sonnenbeſtrahlung, die darauf folgte, wo=
durch
ſich das Gas plötzlich ausdehnte. Der Ballon
ſſauſte mit der Spitze nach unten zur Erde.
* Aachen, 14. Juli. Nach einer Mitteilung des
hieſigen Obſervatoriums war die Witterung bei der
geſtrigen Luftſchiff=Kataſtrophe folgende: Nebel
in der nördlichen und mittleren Rheinprovinz, namentlich
im Rheintal, keine große Höhe, etwa bis 400 Meter über
dem Erdboden. Die Eifel, die Venn und die bergiſchen
Höhen nebelfrei. Die Luftbewegungen waren äußerſt
ſchwach. Eine Anfrage am Tage vor der Kataſtrophe
wurde hier nicht geſtellt.
* Paris, 14. Juli. Das Echo de Paris ſchreibt zu
der Kataſtrophe des Luftballons Erbslöh‟: Ebenſowenig
wie der Untergang der Pluvioſe die Seeleute hindern
wird, unterhalb der Meeresoberfläche die Möglichkeit ei=
nes
Sieges zu ſuchen, wird der Sturz des Erbslöh und
der Deutſchland den Eifer jener mutigen Männer =
geln
, die für die Menſchheit die Luftwege erobern wollen.
Deutſchland wird trotz allem Mißgeſchick ſeine Lenkballon=
Geſchwader erhalten, denn es hat die Empfindung, daß im
Falle eines Krieges die zweckdienliche Fahrt eines ein=
zigen
Aufklärungsluftſchiffes imſtande ſein könnte, ihm
einen Sieg zu ſichern.

* Metz, 14. Juli. Das Luftſchiff 2 I das um
9 Uhr heute vormittag zu einer mehrſtündigen Kreuzfahrt
über Metz und deſſen Umgegend aufgeſtiegen war, iſt um
10,50 Uhr vor der Halle wieder glatt gelandet. Der Gou=
verneur
der Feſtung Metz, Exzellenz Mudra, hatte an der
Fahrt teilgenommen.
* Brig, 14. Juli. Als Startplatz für den am
23. September angeſetzten Aeroplanflug über
die Alpen wurde das Dörſchen Launon (Kanton
Wallis), 680 Meter über dem Meere, gewählt. Die
Aeroplane ſollen dann dem Laufe der Saltine folgen
und über die 2800 Meter hohe Paßfurche des Simplon
fliegen.
* Alderſhot, 13. Juli. In der Kriegsballon=
fabrik
iſt die Nachricht eingetroffen, daß dem Kriegs=
luftſchiff
Beta, das eine Fahrt nach Bourne=
mouth
angetreten hatte, bei Andover ein Unfall zu=
geſtoßen
iſt. Gasflaſchen und Erſatzteile wurden eiligſt
abgeſandt. Die amtlichen Stellen lehnen es ab, Aus=
kunft
darüber zu geben, ob der Unfall ernſter Natur iſt
oder nicht.
* London, 13. Juli. Aus Andover wird ge=
meldet
: Das Armeeluftſchiff wird ſeine Fahrt
morgen fortſetzen. Es iſt niemand verletzt.

Sport.
Fußballklub Viktoria=Darmſtadt
1909 Am kommenden Sonntag ſteht die 2. Mann=
ſchaft
des Fußballklubs Viktoria=Darmſtadt 1909 der
gleichen Mannſchaft des Fußballklubs Viktoria= Wix=
hauſen
auf dem hieſigen Exerzierplatz gegenüber. Das
Spiel beginnt nachmittags 3 Uhr.

Zarskoje Sſelo, 13. Juli. Heute nachmittag
um 2 Uhr begannen die Automobile am End=
punkt
der Kaiſer Nikolaus=Fahrt einzu=
treffen
. Im ganzen ſind bisher 32 Automobile ein=
getroffen
und wurden im Beiſein der Mitglieder der kai=
erlichen
Familie feierlich empfangen. Am Donnerstag
wird die Ehrenjury die Sieger beſtimmen.

Das Erdbeben in Bayern und Tirol.
* München, 13. Juli. Das heutige Erd=
beben
wurde in zahlreichen Häuſern an dem Schwan=
ken
der Möbel verſpürt. In einigen Schulen wurde
in plötzliches Schwanken der Schultafeln und Wand=
karten
beobachtet; beſonders ſtark machte ſich das Erd=
eben
in der Gegend des Gärtnerplatz=Theaters bemerk=
bar
. Im Schulhaus an der Klenzeſtraße hörte man, beſon=
ders
in den oberen Stockwerken, ein ſtarkes Donnern
und Poltern. Die Mädchen liefen laut ſchreiend aus
den Lehrzimmern In den Kellerräumen der Schulen
zeigten ſich Riſſe. Auch der ſgroße Rathausbau
war ſtarker Erſchütterung ausgeſetzt. In dem großen
ſtädtiſchen Bibliothekſaal ſchwankten die hohen, mit
Tauſenden von Büchern belegten Wandregale in be=
denklicher
Weiſe. Im Verkehrsminiſterium, im Tele=
graphen
= und Telephonamt wurden ebenfalls ſtarke Er=
ſchütterungen
verſpürt. Anfänglich herrſchte der Glaube
vor, es hätte eine Exploſion ſtattgefunden. Die Leule
liefen vielfach zuſammen, um die Urſache der Erſchüt=
terung
zu erfahren. Seitdem die Erdbebenſtation in
München beſteht, wurde ein derartiges Erd=
beben
nicht wahrgenommen. An anderen
Orten Ober= und Niederbayerns, ſowie der Oberpfalz
wie Landshut, Roſenheim und Regensburg wurde
heute vormittag ein Erdbeben verſpürt.
* Innsbruck, 13. Juli. Das heutige Erd=
beben
wurde hauptſächlich in Nordtirol wahrge=
nommen
, während Südtirol verſchont blieb. Der erſte
Erdſtoß war kurz und ſchwach und wurde um 9 Uhr
20 Minuten verſpürt, die zweite Erſchütterung dauerte
fünf Minuten und war von einem dumpfen Rollen be=
gleitet
. Sie erfolgte 14 Minuten ſpäter und war ſehr
ſtark fühlbar. Die Leute verließen vielfach flucht=
artig
ihre Häuſer. Bilder fielen von den Wän=
den
, Türen ſprangen auf und Fenſterſcheiben gingen
mehrfach in Trümmer Am ſtärkſten war der Erdſtoß
im Oberinntal. In Naſſereith und Silz ſtürzten meh=
rere
Zimmerdecken und Schornſteine ein, mehrere
Häuſer zeigen klaffende Mauerſprünge. Die Bevöl=
kerung
von Silz wurde von panikartigem Schrecken
erfaßt.

Vermiſchtes.
Von der Bienenzucht. Die Gemeinde
Heiligenwald in der Rheinprovinz bildet gegenwär=
tig
zweier Bienenſtände wegen einen Anziehungs=
punkt
für die Imker der weiten Umgegend. Die beiden
dortigen Bienenwirte Petilliot und Welter haben auf
Grundlage der Entwickelungslehre des Darmſtädter
Lehrers F. Dickel das überraſchend ſchöne Phänomen
zuſtande gebracht, deutſche ſchwarze Bienenvölker zur
Heranzucht von Männchen (Drohnen) anzuleiten, die nicht
ein ſchwarzes Kleid tragen, ſondern in reinſtem Golde
ſtrahlen. Das Verblüffendſte bei der Sache iſt aber der
Umſtand, daß dieſe Männchen aus Larven berangezogen
wurden, die bis dahin von der Mikroſkopie für weibliche
Larven gehalten und als ſolche beſchrieben wurden. Da
ein Zweifel über die Herkunft und Entſtehungsweiſe die=
ſer
goldgelben Männchen abſolut ausgeſchloſſen iſt, ſo
bedeutet dieſes Phänomen gleichzeitig auch einen abſo=
luten
, endgültigen Sieg der vor etwa 12 Jahren aufge=
ſtellten
, durch die Gelehrten und Bienenforſcher heiß um=
ſtrittenen
Entwickelungslehre des Lehrers F. Dickel zu
Darmſtadt. Damit iſt die unfruchtbar gebliebene, vor
etwa 60 Jahren aufgeſtellte Entwickelungslehre des be=
rühmten
Dr. Dzierzon zu Grabe getragen, trotzdem ſie
die Anerkennung der Wiſſenſchaft gefunden hatte und erſt
auf Grund der von Dickel durch beharrlich fortgeſetzte
Verſuche erkannten Entwickelungsprinzipien ſieht man
der Auffindung von bis dahin ungeahnten Zuchtverfahren
entgegen, wie denn auch hierdurch die uralte Streitfrage
bezüglich der Entwickelungsurſachen prinzipiell ge=
löſt
iſt.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 14. Juli. Die Reichsverſicher=
ungs
=Kommiſſion erledigte ohne nennenswerte
Aenderungen den Reſt des zweiten Buches: Kranken=
verſicherung
. Die Weiterberatung, mit der Unfall=
verſicherung
beginnend, erfolgt am 20. September.
* London, 14. Juli. Reuter meldet aus Hong=
kong
zu den Kämpfen bei Macao: Das Feuer des
von Macao entſandten Kanonenbootes vertrieb die
Chineſen aus dem Fort Colowan. Das Kanonenboot
brachte zwei Dſchunken mit flüchtigen Chineſen zum
Sinken; alle Chineſen ertranken. Auf der Reede von
Macao wohnten ſieben chineſiſche Kanonenboote den
Kämpfen bei. Die chineſiſche Regierung voſtierte auf
der Inſel Wungkum bei Colowan 1200 Soldaten,
welche die Entwickelung der Dinge abwarten.
* Bergen, 14. Juli. Der Kaiſer nahm die Vor=
träge
des Chefs des Marine= und Militärkabinetts, ſowie
des Geſandten von Treutler entgegen und machte einen
kurzen Spaziergang. Abends geht die Hohenzollern
nach Balholmen in See; das Wetter iſt ſchön.
* Balleſtrand, 14. Juli. Der Kaiſer iſt nach
guter Fahrt heute früh 8½ Uhr in Balholmen ein=
getroffen
. Das Wetter iſt unverändert ſchön und ſehr
warm. Nachts ſind nur 9 Grad. An Bord iſt alles
wohl.
* Paris, 14. Juli. Auf dem Paradefeld Long=
champs
fand anläßlich des Nationalfeſtes eine Trup=
penſchau
ſtatt, nach welcher Falliéres ein großes
Militärfrühſtück gab, dem der König und die =
nigin
der Belgier, der Miniſterpräſident, die
Miniſter und ſämtliche Militärattachées beiwohnten.
Der geplante Aufſtieg der Lenkballone und der 4 Aero=
plane
wurde wegen des Nebels nicht unternommen.
* Petersburg, 14. Juli. Da die ruſſiſche Geſell=
ſchaft
für Dampfſchiffahrt und Handel die
von der Duma ausgearbeiteten Bedingungen der Kon=
zeſſion
nicht angenommen hat und der Reichsrat die
Uebertragung der Levante=Schiffahrt an eine
freiwillige Flotte für zu koſtſpielig befand, verlängerte die
Regierung die Konzeſſion der ruſſiſchen Geſellſchaft um
noch ein Jahr, damit die ruſſiſche Levante=Schiffahrt nicht
ins Stocken gerate.
* Jekaterinoslaw, 14. Juli. Das Auftreten der
Cholera im Bergwerksgebiet rief in allen Berg=
werken
eine kritiſche Lage hervor. Im Bergwerk Kri=
worog
ſetzten die Bergleute aus Furcht vor Erkrank=
rng
in den Schächten die Arbeit aus; die Hälfterver=

langt ihre Entlaſſung. Die Verwaltung, die Einſtel=
lung
des Betriebes fürchtend, weigert ſich, die Arbeiter
zu entlaſſen. In einigen Dörfern mit großer Kran=
kenzahl
weiſen die Bauern ärztliche Hilfe zurück. Dex=
Gouverneur iſt ins Bergwerksgebiet gereiſt.
* Konſtantinopel, 14. Juli. Auf das von dem
türkiſchen Geſandten in Athen geſtellte Ver=
langen
nach Aufklärungen wegen der Einwirkung
Griechenlands auf die Kreter hat die griechiſche Re=
gierung
in ihrer Antwort darauf hingewieſen, daß
dies der Wunſch der Schutzmächte geweſen ſei.
* Konſtantinopel, 14. Juli. Wie verlautet, ergab
die Unterſuchung, daß das verdeckte Geheim=
komitee
eine weit größere Ausdehnung hatte, als
anfangs angenommen wurde. Es ſollen ihm über 20
Deputierte angehören.
Goslar, 14. Juli. Profeſſor von Eckens
brecher vom Inſtitut für das Gärungsgewerbe in
Berlin flüchtete vor einem plötzlich einſetzenden Hagel=
ſchauer
in eine Waſchküche; das Gebäude traf ein
kalter Blitzſchlag, der auf den Profeſſor über=
ſprang
und Lähmungserſcheinungen verurſachte.
Werden (Spreewald), 14. Juli. Der Soldat
Meiſter aus Kottbus, hier auf Ernteurlanb weilend,
wurde geſtern im Felde vom Blitz erſchlagen;
die Mutter wurde von demſelben Blitzſchlag gelähmt,
H. B. Rom, 14. Juli. Wie verlautet, hat der ſpa=
niſche
Botſchafter beim Vatikan von ſeiner
Regierung die Weiſung erhalten, ſich beim Vatikan krank
zu melden und um Urlaub einzukommen, um nach Spa=
nien
zurückkehren zu können. Während der Abweſenheit
des ſpaniſchen Geſandten beim Vatikan werden die Un=
terhandlungen
mit dem Heiligen Stuhle unterbleiben.

EUTSCHER

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mutter und Tante

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Frau Antonie Cramer
geb. Briel.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Otto Cramer.
Ernſt Cramer, Amtsrichter.
Robert Cramer,
Eiſenbahn=Bauinſpektor.
Darmſtadt, Gießen, den 14. Juli 1910.
Die Beerdigung findet ſtatt: Samstag, 16. Juli,
nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Darm=
ſtädter
Friedhofs aus.

Gottesdienſt bei der israelitiſchen= Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 15. Juli31910.
Vorabendgottesdienſt’ 7. Uhr, 300Min.
Samstag, den 16. Juli 1910.
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbatausgang
9 Uhr 30 Min.

Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions=
geſellſchaft
.
Samstag, den 16. Juli.
Vorabend 7 Uhr 40 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr Min. Sabbatausgang 9 Uhr
30 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 17. Juli, an:
Morgens 6 Uhr Min. Nachmittags 7 Uhr 15 Min,

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Die Rand=
wirbel
über Mittel= und Oſtdeutſchland haben geſtern
und in der Nacht wiederholt Gewitterregen gebracht.
Dabei haben die Nachmittagstemperaturen ſich bis 250
ſtellenweiſe erhoben. Da über Rußland ſich wieder eine
Zyklone bildet, deren Weſtwind unſere Witterung beein=
flußt
, dauert die Gewitterneigung an.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 15. Juli:
Gewitterregen, etwas fühler.

Tageskalender.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr auf Hugenſchütz' Felſenkeller.
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 107 Uhr).
1. Darmſtädter Kinema tograph (Ecke Rhein= und
Crafenſtraße): Vorſtellungen von 311 Uhr.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantworilich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldacſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inferatenteil: T. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nichs
zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

für alle, die geistig oder körperlich angestrengt arbeiten,
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13456a)

Kurſe vom 14. Juli 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

f. Staatspapiere. In Proz.
Dſche. Reichsſchatzanw.
½ Deutſche Reichsanl. .
do.
Preuß. Schatzanweiſg.
½ do. Conſols .
do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . .
do.
½
do.
Bayr. Eiſenbahnanl. .
do.
do.
Hamburger Staatsanl.
Heſſ. Staatsanleihe . .
do.
do.
Sächſiſche Rente . . . 83,50
Württemberger v. 1907 101,90
do.
Bulgaren=Tabak=Anl.
Griechen v. 1887 . .
/ Italiener Rente . . . 104,70
½ Oeſterr. Silberrente . 97,90
do. Goldrente . . 99,40
do. einheitl. Rente
Portug. unif. Serie I 66,30
do. unif. Ser. III
do. Spezial.
Rumänier v. 1903 . . 101,70
do. v. 1890 . . 95,70
do. v. 1905. .
Ruſſen v. 1880 . .

100,40
(3,30
24,70
101,00
93,30
84,60
101,70
94,00
85,40
101,60
92,00
83,30
101,30
93,50
81,00
92,80
101,30
94,10
68,20
90,70
92.00

InProz.
Sf.
4 Ruſſen v. 1902 . . 93,00
4½ do. v. 1905 . . . . 100,20
3½ Schweden . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 85,00
4 Türk. Admin. v. 1903 87,70
do. unifiz. v. 1903 93,30
Ungar. Goldrente . . 95,00
do. Staatsrente . 92,10
5 Argentinier . . . . . . 102,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe .
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,00
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 97,90
5 Innere Mexikaner . . 99,80
.
4 Gold=Mexikan. v. 1904
5 Gold=Mexikaner . . . 100,10
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . .
141,40
-
4 Nordd. Lloyd
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 122,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 115,75
Baltimore & Ohio . . 107½
4 Gotthardbahn . . . .

InProz.
3ſ.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 1583/
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 21,25
4 Pennſylvania R. R. 129,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 200,10
Werger=Brauerei
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 477,75
Fabrik Griesheim .
259,50
Farbwerk Höchſt
.498,50
Verein chem. Fabriken
Mannheim.
325,00
Lahmeyer .
112,20
Schuckert .
.. . 157,80
Siemens & Halske . . . 239,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 413,80
Bochumer Bb. u. Guß . . 229,50
Gelſenkirchen . . . . . . . 205,25
Harpener . . . . . . . . . 189½
Phönix, Bergb. u. Hütten=
betrieb
. .
. . . 223,25
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . .
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,40
92,00
3½ do.
4 Eliſabeth., ſteuerpfl.
do. ſteuerfrei .
4
5 Oeſterr. Staatsbahn. 106,25
do.
do. alte .
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,30
do.
78,20
do.
20/10.
3 Raab=Oedenburger . .
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 90,40
4 Kronpr. Rudolfbahn .

In Proz.
Bt.
24! Livorneſer . . . . . . 75,60
4 Miſſouri=Pacific . .
4 Bagdadbahn Mk. 408 86,75
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec .
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ. 168,60
Darmſtädter Bank 130,40
250,25
Deutſche Bank.
Deutſche Vereinsbank 127,70
Diskonto=Geſellſchaft 185½
Dresdner Bank . 156,70
Mitteldeut. Kreditbk. 119,70
Nationalbk. f. Deutſchl. 123,25
.101,00
Pfälzer Bank ..
144,50
Reichsbank
Rhein. Kredit=Bank . 139,40
Wiener Bank=Verein 136,60
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,20
do. S. 19. . . . . 92,30
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,50
do.
90,50
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
do.
92,20
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 101,00
do.
91,10
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,20
do. (unk. 1914) 91,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,90
do.
3½

InProz.
Zf.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt . . .
91,50
3½ do.
100,90
4 Frankfurt .
96,00
3½ do.
4 Gießen .
100,20
3½ do.
91,00
4 Heidelberg
100,00
3½ do.
4 Karlsruhe
3½ do.
92,00
-
4 Magdeburg
3½ do.
4 Mainz
-
3½ do.
4 Mannheim
100,10
3½ do.
München .
100,80
3½ Nauheim
92,00
4 Nürnberg.
3½ do.
4 Offenbach.
3½ do.
4 Wiesbaden .
3½ do.
91,40
4 Worms.
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886. .
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 135,10
5 Donau=Reg. fl. 100 149,00
3 Holl. Komm. 100 106.00

In Proz.
Zf.
3 Madrider Fs. 100 77,30
4 Meining. Pr.= Pfand=
briefe
. . . . . . . . 135,65
4 Oeſterr. 1860er Loſe 173,00
3 Oldenburger .
2½ Raab=Grazer fl. 150 100,50

Unverzinsliche
Anlehensloſe.

fl. 7 40,00
Fs. 15
Fs. 10.
ſl. 7 37,50

Augsburger
Braunſchweiger Tlr. 20 209,20
Freiburger
Mailänder Fs. 45
do.
Meininger
Oeſterreicher v. 1864 100
do. v. 1858 100
Ungar. Staats 100
Venediger
Frs. 30
Türkiſche
400 184,60
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,39
20 Franks=Stücke .
16,26
Oeſterr. 20=Kronen . . . . 16,90
Amerikaniſche Noten . . . 4,18¾
Engliſche Noten . . . . . 20,42
Franzöſiſche Noten . . . . 81,20
Holländiſche Noten . . . . 169,40
Italieniſche Noten . . . 80,65
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,10
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,25
Reichsbank=Diskonto
Reichsbank=Lombard Zäf. 5%.

Nummer 163.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Juli 1910.

Seite 7.

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Luftwärme 170 C
Waſſerwärme vormittags 7 Uhr 190 C
Woogspolizeiwache.

Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Herrn Adolf
Rady, Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Dampfer Bethania von Boſton kom=
mend
, 12. Juli abends in Hamburg.
Dampfer: Moltke‟, 12. Juli nachm. von
New=York über Gibraltar nach Genua.
Dampfer Odenwald, 12. Juli von St.
Thomas nach Hamburg.

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[ ][  ][ ]

Seite 8=

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Juli 1910.

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Durch unsere reichen Erfahrungen in der Branche und vorteilhafte Verbin-
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mit nur allerersten Spezialfirmen, die Dank der modernen Technik in
Bezug auf Qualität, Formenschönheit und Preiswürdigkeit Unglaubliches leisten
und deren Alleinvertrieb wir für die hiesige Gegend übernommen haben, sind wir
in der Lage, vom Guten das Beste und vom Schönen das Schönste zu über-
raschend
billigen Preisen verkaufen zu können.
Unsere Geschäftsprinzipien: Beste, reellste und prompteste Bedienung bei
billigster Preisberechnung, haben unser früheres Unternehmen innerhalb wenigen
Jahren zu einer der ersten und angesehensten Firmen der Branche gemacht.
Fast keine Einrichtung in näherer und weiterer Entfernung wurde gekauft, ohne
daß unsere Firma mit in ernste Konkurrenz gezogen wurde. Unser Jahresumsatz
stieg über eine Million. Tausende von Brautpaaren wurden zur grössten Zu-
friedenheit
eingerichtet, die stets gerne wiederkehrten und sich ein Vergnügen
daraus machten, uns in ihrem Bekanntenkreis weiter zu empfehlen.
Nach wie vor werden wir unsere reellen Geschäftsprinzipien hochhalten und
richten deshalb die höfl. Bitte an unsere zahlreichen Geschäftsfreunde und Gönner,
das uns früher in so reichem Maße geschenkte Vertrauen und Wohlwollen auch
fernerhin in unserm neuen Unternehmen beizubehalten und uns bei eventuellem
Bedarf oder durch Empfehlung im Freundeskreise unterstützen zu wollen.
Unsere Lokalitäten Rheinstrasse 39 dienen zur permanenten Ausstellung in
nur ausgewähltesten Stücken der Einrichtungsbranche, während unser Lager sich
Rheinstraße Nr. 28 befindet und wird um zwanglose freie Besichtigung jederzeit
gebeten.

Hochachtungsvoll

August Schwab jr.

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3. Der Russe Pugacheff gegen
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5. Der Tiroler Lobmeier gegen
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ſchreibt: Möchte um 1 Ztr. Nagut bitten.
Hatte im Monat Juni 84 Eier und zwar
vom 1.15. Juni 55 Eier von 4 Hühnern
und vom 16.30. Juni 29 Eier von zwei
Hühnern, die beiden andern gluckten und
dieſe Reſultate ſind bei einem beſchränkten
Auslauf zu verzeichnen.

[ ][  ][ ]

1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.

§8 165.

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von Ewald Gerhard Seeliger.
(Nachdruck verboten.)
51)
Frau Breckwoldt fand er bei der Lampe ſitzen und
Strümpfe ſtopfen.
Guſchi ſaß ihr gegenüber und nähte fleißig.
Wilken Wobbe! rief die Alte erſtaunt und rückte die
Brille auf die Stirn. Was bringſt Du denn ſo ſpät?
Was Gut’s! erwiderte er und ſetzte ſich aufs Sofa.
Henning wird bald wieder da ſein.
Was iſt paſſiert? rief ſie erſchreckt und legte die Hand
auf die Bruſt.
Ollenhop geſtrandet, Mannſchaft gerettet!
Gott ſei Dank! ſeufzte ſie befreit auf und ließ den
Arm ſinken.
In acht, vierzehn Tagen kann er ſchon hier ſein.
Da fiel Guſchi vor Schreck die Schere aus der Hand
Biſt ſchon bei Ewe Fock geweſen? fragte ihn die Alte.
Nein! gab er zurück. Noch nicht. Das hat Zeit bis
morgen. Ich will ihr die Nacht nicht verſtören.
Dann plauderten ſie noch eine Weile, wobei er Guſchi
tüchtig neckte.
Das hatte er ſo an ſich. Zuletzt machte er ihr einen
Heiratsantrag. Das war bei ſeinen 72 Jahren nicht weiter
gefährlich. Doch ſie warf wütend die Näherei hin und
ging hinaus.

Kann ich mal den kleinen Karl ſehen? fragte er leiſe.
Heute nicht mehr! wies Frau Breckwoldt ſein Geſuch
ab. Er ſchläft ſchon.
Als Wilken Wobbe wieder den Süllberg hinunter=
ſtieg
, war es ſchon nach elf Uhr. Aber er hatte noch keine
Luſt, ins Bett zu kriechen, fand ſich wieder zu Tiedje Ruſt
zurück, der die Zeitung ſchon hinter ſich hatte und einſam
bei ſeinem Fäßchen ſaß, und leiſtete ihm weiter Geſell=
ſchaft
.
Erſt als das Fäßchen hohl klang, gegen zwei Uhr mor=
gens
, brachen ſie auf. Tiedje Ruſt ſchloß ſeine Bierkajüte
ab und kontrollierte noch einmal die Ankertroſſen und die
Abſperrketten.
Viel Waſſer in der Elbe, meinte Wilken Wobbe und
ſpuckte den letzten Priem über Bord.
Von Kuxhaven iſt Sturm gemeldet, erklärte Tiedje
Ruſt dieſe Erſcheinung. Hält er an, haben wir morgen
abend Hochwaſſer.
Mal was anderes, ſprach Wilken Wobbe und wandte
ſich zum Gehen. Wenn’s nur nicht ſo ſchlimm wird wie
vor drei Jahren, wo der ganze Strandweg voll Waſſer
war und Heinrich Offen die Stühle und die Tiſche fortge=
ſchwemmt
ſind.
Was vertäut er ſie denn nicht beſſer! meinte Tiedje
Ruſt und reichte am Ende der Schiffsbrücke ſeinem alten
Freunde die Hand. Mein Haus ſchwimmt. Mir kann
nichts paſſieren. Und morgen abend ſteck’ ich ein Viertel
Echtes an.

Brucſt nich nich enieden ſachte Pile Wohte
und drückte ihm kräftig die Hand. Ich helfe Dir ſchon,
und wenn’s bis zum Frühſtück dauert.
Dann ſchieden ſie. Wilken Wobbe ging den Strand=
weg
hinab, Tiedje Ruſt hinauf, denn er wohnte am Oſter=
weg
. Und dann legten ſie ſich ſchlafen.

Ewe aber fand keine Ruhe. Schon ſeit Wochen war=
tete
ſie auf das Telegramm. Längſt hatte ſie heimlich
ihre Sachen zurechtgelegt. Aber es kam keine Nachricht, es
kam keine, aus Kanton nicht und aus Schanghai nicht.
Auch auf einen Brief harrte ſie vergeblich. Vorgeſtern
ſchon war der Lloyddampfer vorbeigekommen, der immer
die Poſt aus Oſtaſien brachte. Für Ewe Fock war bis
jetzt nichts eingetroffen. Schwere Träume ſchreckten ſie aus
dem Schlaf. Mit weitgeöffneten Augen ſtarrte ſie in die
Dunkelheit und wachte in fliegender Angſt dem Dämmern
des Morgens entgegen. Tagsüber vermochte ſie nur mit
Mühe die Hände zu regen. Martin Fock ſchrieb nicht!
Sie konnte es ſich nicht erklären und grämte ſich. Das
zarte Rot ihrer Wangen verſchwand und ihre tiefen hell=
blauen
Augen weiteten ſich durch den ununterbrochenen
Kampf, den ſie mit einer heimlichen, unerklärlichen Furcht
zu beſtehen hatte.
Endlich klagte ſie der Mutter ihr Leid, doch die war
hartherzig.
Hätteſt keinen Seemann heiraten ſollen, wenn Du
ruhige Nächte haben willſt!

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15, Juli 1910.

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Da ſchloſſen ſich Ewes Lippen, ſie ſetzte ſich ſtumm in
den Winkel, ſtarrte vor ſich hin und legte die Hände kraft=
los
in den Schoß.
Gorch Holmquiſt aber wußte ſchon ſeit fünf Wochen,
daß die Ollenhop geſtrandet und ihr Kapitän in Amoi
begraben worden war. Die Agentur aus Kanton hatte es
ihm telegraphiſch übermittelt, als das Schiff ausgeblieben
war. Doch er hatte es ſtreng geheim gehalten. Den Ver=
luſt
des Dampfers konnte er verſchmerzen, obſchon er nicht
verſichert war, er hatte ſich längſt doppelt und dreifach be=
zahlt
gemacht. Auch um Martin Fock trauerte er nicht
ſehr viel. Kapitäne, die falſch navigierten, konnte er nicht
brauchen, und wenn ſie zehnmal ehrlich waren.
Nun hatte er bei Ewe wieder freie Bahn. Nur daß
Jaſper Dunt mit der Eider draußen war und für Geſter=
ling
& Ko. gute Geſchäfte machte, das traf Gorch Holm=
quiſt
an der verwundbarſten Stelle.
Zu Ewe aber wagte er ſich nicht. Dazu war er zu
feige. Es war beſſer, ſie erfuhr das Unglück von einem
andern. Als er aber mit der letzten Chinapoſt das Schiffs=
journal
des untergegangenen Dampfers erhielt, ſickerte es
doch an der Börſe durch, und ſo war es auch in die Zei=
tung
gekommen.
Wilken Wobbe brauchte nicht viel Schlaf, er war ſchon
zu alt. Mit Sonnenaufgang war er ſchon wieder auf den
Beinen.
Der Strom ſtieg noch immer. An der Elbmündung
raſte der Sturm mit wachſender Gewalt und zwang die
Sonntagsdampfer, die nach den Seebädern unterwegs
waren, zur Umkehr. Die See riß das zweite Feuerſchiff
los und trieb es gegen Buſchſand. Zum Glück kam gerade
ein großer Seeſchlepper vorüber, der es auf den Haken
nahm und in den Hafen bugſierte. In Blankeneſe war die
Luft noch ruhig. Doch der Druck des empörten Meeres
ließ keine Ebbe eintreten. Heinrich Offen brachte ſeine
Biertiſche in Sicherheit.
Nach dem Frühſtück ging Wilken Wobbe zu Ewe,

ee e e
Brief von Martin?
Sie verneinte ſchweigend.
Kann ich mir denken! lachte er und kramte ein Zei=
tungsblatt
aus der Taſche. Der iſt ſchon längſt unterwegs.
Hat Havarie gemacht. Da lies: Ollenhop geſtrandet,
Mannſchaft gerettet!
Ewe ſtarrte auf das Papier und war nicht imſtande,
die Buchſtaben zu entziffern. Es ſchwamm ihr vor den
Augen.
Mannſchaft gerettet! wiederholte ſie langſam, als er=
wachte
ſie aus einem tiefen Schlaf.
Da ſteht’s! ſprach er und wies mit dem Finger auf
die Worte.
Ja, ſeufzte ſie und ſtrich mit dem Handrücken über
die Stirn. Ich weiß, er iſt ſchon hier geweſen.
Was? fragte er überraſcht. Mit welchem Dampfer iſt
er denn gekommen?
Er hat heut’ nacht an die Haustür geklopft! erwiderte
ſie ſchleppend. Aber ich hab’ ihm nicht aufmachen können.
Deern! rief er ängſtlich. Biſt Du denn wirr im
Kopfe? Du haſt geträumt!
Nein! antwortete ſie tonlos. Ich war wach, ganz
wach. Ich hab’ ihn gleich am Schritt erkannt.
Ewe! Deern! mahnte er dringender. Du haſt geſchla=
fen
, ſicher haſt Du geſchlafen! Sonſt hätteſt Du ihm doch
aufgemacht!
Ich konnte nicht! fuhr ſie fort, ohne die Stimme zu
heben. Meine Glieder waren ſo ſchwer wie Blei. Ich
hab’ nicht den kleinſten Finger rühren können.
Aber, wo iſt er denn hin, wenn er hier war? fragte
er, indem er auf ihre Vorſtellung einging. Er muß doch
irgendwo ſein!
Ja! ſprach ſie nach einer Weile. Vielleicht iſt er bei
Gorch Holmquiſt. Ich will doch mal fragen gehen!
Damit erhob ſie ſich mühſam und trat, ohne einen
Hut zu nehmen, durch die Ladentür ins Freie. Wilken
Wobbe blieb bis zur Gartenpforte an ihrer Seite,

Ja! ſagte er. Das tu’ man. Gorch Holmquiſt muß
es am beſten wiſſen. Ich würde gern mitkommen, aber
wir können uns nicht gut vertragen.
Sie nickte ſtumm und ſchritt langſam den Strandweg
entlang. Die ſteile Treppe an Baurs Park hinauf machte
ihr viele Mühe. Die Leute, die ſie unterwegs traf, ſchauten
ihr verwundert nach, weil ſie den Blick auf den Boden
geheftet hielt und keinen Gruß erwiderte.
Gorch Holmquiſt ſtand gerade in ſeinem kleinen Vor=
gärtchen
und begoß die Blumen. Als er Ewe ſah, ſtellte
er die Kanne ſofort hin und öffnete die Pforte. Doch ſie
blieb draußen ſtehen.
Iſt Martin Fock hier? fragte ſie, ohne ihn anzuſehen.
Nein, noch nicht, erwiderte er haſtig und taſtete furcht=
ſam
an ſeinen Weſtenknöpfen herum; einmal mußte ſie es
ja doch erfahren, und es war gut, wenn man ſie allmählich
darauf vorbereitete. Er kann noch gar nicht hier ſein. Höch=
ſtens
nächſte Woche, wenn er überhaupt kommt.
Doch die letzten Worte gingen an ihrem Ohre ſpurlos
vorüber.
Er iſt ſchon hier! ſprach ſie eigenſinnig. Er hat heute
nacht an die Haustür geklopft.
Was Du ſagſt! rief Gorch Holmquiſt und erſchrak
heftig. Das muß eine Täuſchung geweſen ſein! Ich hab‟
heute morgen eine Nachricht erhalten, die war nicht gut!
Ich weiß! nickte ſie gleichgültig. Das Schiff iſt ver=
loren
, aber die Mannſchaft iſt gerettet.
Ja! quarrte er erleichtert. Alle gerettet! Jaſper Dunt
iſt ihnen mit der Eider zu Hilfe gekommen.
Da wandte ſie ſich langſam, um heimzugehen. Gorch
Holmquiſt ſah ihr nach, bis ſie um die Ecke verſchwunden
war, dann ſtieß er einen langen Seufzer aus.
(Fortſetzung folgt.)



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3 Bopp, K., Heinheimerſtraße 74.
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5 Roth, G., Dieburgerſtraße 9.
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7 Stephan, H., Stiftſtraße 29.
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9 Klockow, F., Pankratiusſtraße 26.
10 Schroth, J., Gardiſtenſtraße 15.
11 Scholl, R., Soderſtraße 44.
12 Wernher, L., Beſſungerſtraße 1.
13 Poth, E., Heinheimerſtraße 20.
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15 Supp, A. J., Marktplatz 8.
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Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen Sparkaſſe.
Purgold, Direktor. (1491a

Konktursverſahren.
Das Konkursverfahren über den Nach=
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des am 2. Tezember 1908 verſtorbenen
Schmieds Georg Schmidt zu Weiterſtadt
wird nach erfolgter Abhaltung des Schluß=
termins
hierdurch aufgehoben. (14197
Darmſtadt, den 4. Juli 1910.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Bekanntmachung.
Freitag, den 29. Juli 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Heinrich Gaigals Eheleuten
rdahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
* II 104%/10 213 Hofreite Karlſtraße
Nr. 65½
fin unſerem Geſchäftszimmer, Wittmann=
ſſtraße
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Die Genehmigung der Verſteigerung
wwird auch dann erfolgen, falls ein der
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gelegt
wird und andere rechtliche Hinder=
fniſſe
nicht entgegenſtehen.
Darmſtadt, den 14. Juni 1910.
Großherzogl. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz.
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Bekanntmachung.
Freitag, den 29. Juli I. Js.
vormittags 10 Uhr,
ſſoll die der Witwe des Tapeziers Friedrich
Fey, Katharine, geb. Kraft, und dem Bau=
üngenieur
Ludwig Fey dahier zugeſchriebene
Miegenſchaft:
Flur
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276//10 137 Hofreite) Kranich=
2767/10 167 Grab= ſteinerſtraße.
garten 12,
fin unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
rwerden.
(K28/10
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
eentgegenſtehen, kann Genehmigung der Ver=
ſſteigerung
auch dann erfolgen, wenn das
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erreicht.
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Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Juli 1910.

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auch ſolche für einzuführende Ortsfremde auf perſönliches oder ſchriftliches Anfordern:
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ſind bis längſtens den 14. Juli an den I. Vorſitzenden einzureichen.
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Nummer 163.

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[ ][  ][ ]

Seite 14.
Eine landwirtſchaftliche Hochſchule
für Frauen.
Der Fremde, den vielleicht der Zufall in einen
ſtillen, abgelegenen Teil der engliſchen Grafſchaft
Warwickſhire führt, kann dort der Zeuge eines unge=
wohnten
Anblicks werden, der ihm im erſten Augen=
blick
wohl ein Rätſel darbieten wird. Auf den weiten
Feldern und in den wohlgepflegten Gemüſegärten,
die von einem ſtattlichen Schloſſe im engliſchen Burg=
ſtil
beherrſcht werden, iſt eine Armee junger Damen
in emſiger Arbeit. Man ſieht ſofort, das ſind keine
Bauernmädchen, wenn auch die jugendlichen Geſichter
von der Sonne gebräunt ſind und von Geſundheit
ſtrahlen. Sie alle tragen die gleiche Arbeitskleidung,
lange Kleiderſchürzen und hohe Schaftſtiefel, aber der
Schnitt der Kleidung und die Bewegungen der jungen
Arbeiterinnen verraten, daß hier junge Mädchen der
höheren Stände, Töchter aus dem Bürgertum, den
Pflug führen, das Getreide mähen und die Garben
ſchichten: Es ſind die Zöglinge der landwirtſchaftlichen
Hochſchule für Frauen, des erſten Inſtituts, das den
Frauen den Weg zu einem neuen Berufe, zu dem Be=
rufe
des Landwirtes, öffnet. Die Gräfin Warwick.
eine Führerin der engliſchen Frauenbewegung, hat
nach Ueberwindung ſchwerer Hinderniſſe dieſes
Muſterinſtitut geſchaffen. Schon vor Jahren ent=
wickelte
ſie in der Agrieultural Times ihre Pläne,
aber die Engländer zeigten ſich kühl und zurückhal=
tend
. Nur die Tat konnte überzeugen.
In Reading, einem beſcheidenen Heim, gründete
die Gräfin die erſte Ackerbauſchule für Frauen, und
der Erfolg übertraf ſo glänzend alle Erwartungen,
daß die Oeffentlichkeit aufmerkſam wurde. König
Eduard übernahm das Protektorat und bald darauf
entſtand in dem ſtattlichen, ſchönen Schloſſe, in dem ſie
noch heute untergebracht iſt, die große Akademie, in
der Praxis und Theorie ergänzend Hand in Hand
gehen, um arbeitsfreudige junge Frauen zu tüchtigen
Landwirten heranzubilden. Mächtige Obſt=, Gemüſe=
und Blumengärten ſind angelegt und werden von den
Schülerinnen gepflegt, im Umkreiſe des Schloſſes deh=
nen
ſich weite Ländereien, in denen alle Arten von
Getreide und Nutzfrüchten gezogen werden; in einer
beſonderen Halle, die an ſaftige Wieſen grenzt, ſind
Muſterſtälle für Kühe errichtet, in denen eine ausge=
dehnte
Milchwirtſchaft betrieben wird, daneben iſt ein
großer Hühnerhof, kurz, alle Arten des landwirtſchaft=
lichen
Berufes ſtehen den Schülerinnen zur praktiſchen
Betätigung offen. Freilich, Feiertage ſind es nicht,
die die jungen Damen hier verbringen, ſie müſſen an=
geſtrengt
arbeiten, und wenn die Tätigkeit draußen
auf dem Felde vorüber iſt, wenn die Ernte eingebracht
oder der Samen geſät und die Haustiere verſorgt ſind,
dann harrt nach kurzer Ruhepauſe in den Lehrſälen
der Profeſſor bereits ſeiner ſonnenverbrannten Schü=
lerinnen
, die mit ganzem Herzen bei der Sache ſein
müſſen, wenn ſie im Herbſte die ſchwere Prüfung be=
ſtehen
wollen. Im Sommer heißt es um 4 Uhr mor=
gens
aufſtehen, und wer um 5 Uhr durch die Räume
des Schloſſes geht, fühlt ſich als ein einſamer Gaſt in
den weiten Hallen, denn die Studentinnen ſind längſt
draußen an der Arbeit, ob nun die Sonne ſcheint oder
ein rauher, kalter Wind über die Ebene ſtreift. Von
Jahr zu Jahr ſind die Einnahmen gewachſen, die dieſe
Hochſchule durch ihre eigenen Produkte erwarb; heute
liefert ſie bereits große Quantitäten Butter und Käſe,
in einer beſonderen Abteilung werden von den Stu=
dentinnen
Früchte eingemacht und Marmeladen be=
reitet
, die bereits einen Ruf errungen haben und
immer mehr begehrt werden, ſodaß die Zeit nicht fern
iſt, in der die Anſtalt überhaupt keine Zuſchüſſe mehr
erfordern und durch eigene Kraft ſich erhalten wird.

Vermiſchtes.
* Ein Elefanten=Duell. Ein noch nicht dageweſe=
ner
Anblick bot ſich, wie aus New=York geſchrieben

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Juli 1910.

Nummer 163.

wird, vor einigen Tagen den Beſuchern einer Mena=
gerie
Boſtock, die augenblicklich in Atlanta, im Staate
Georgien, ihre Vorſtellungen gibt. Die Menagerie
Boſtock, die vor nicht langer Zeit eine Tournee durch
Europa gemacht hatte, gab in Atlanta eine Gala= Vor=
ſtellung
, bei der als beſondere Attraktion eine Fütter=
ung
wilder Tiere vorgeſehen war. Das Hauptinter=
eſſe
wandte ſich zwei rieſigen Elefanten zu, die vor
noch nicht langer Zeit eingefangen worden waren und
noch nicht völlig gebändigt werden konnten. Die bei=
den
Elefanten, ein Männchen namens Roger und ein
weiblicher Elefant namens Lilian, hatten bis jetzt im
beſten Einvernehmen gelebt und wurden daher dem
Publikum ohne beſondere Vorſichtsmaßregeln vorge=
führt
, da man ſie für ungefährlich hielt. Während der
ganzen Zeit ihrer Vorführung verhielten ſie ſich auch
vollſtändig ruhig und machten alle Kunſtſtücke, die ſie
von ihrem Bändiger gelernt hatten. Gegen Ende der
Vorführung kam dann die Fütterung. Der männliche
Elefant wachte ſtets eiferſüchtig darüber, daß ſein
weiblicher Partner nicht mehr zur Fütterung erhalte,
als er ſelbſt. Wenn der Wärter ihn necken wollte und
dem weiblichen Elefanten einmal eine größere Por=
tion
zureichte, wurde Roger ernſtlich wütend. Nun
muß ſich bei dieſer Vorſtellung wohl etwas Aehnliches
ereignet haben oder die zartere Ghehälfte muß ihm
wohl einen Teil der Futterportion weggenommen
haben. Genaues weiß man darüber nicht. Plötzlich
ſtürzte ſich aber Roger auf den weiblichen Elefanten
mit einem trompetenartigen Ton, der ſeine Wut ver=
riet
. Lilian ließ ſich aber von ihrem Eheherrn nicht
ungeſtraft züchtigen, ſondern ſetzte ſich energiſch zur
Wehr, ſodaß eine furchtbare Schlacht entſtand. Der
Anblick dieſer beiden wütenden Rieſentiere, die auf=
einander
losſchlugen und oft mit erhobenen Vorder=
tatzen
aufeinander losgingen, war furchtbar. Die Be=
ſucher
der Menagerie wurden von Angſt und Schrecken
ergriffen und ſuchten das Weite zu gewinnen, ohne
von dieſem einzigartigen und furchtbaren Schauſpiel
irgendwelche Notiz zu nehmen. Die Wärter und Bän=
diger
getrauten ſich an die Tiere nicht heran, da der
Kampf von beiden Seiten mit immer größerer Er=
bitterung
und Energie geführt wurde. Die Wärter
waren zwar mit Waffen und Eiſenſtangen verſehen,
wären aber von den wütenden Beſtien zu Tode ge=
trampelt
worden. Schon nach wenigen Minuten
konnte man ſehen, daß der Sieg ſich auf die Seite des
männlichen Elefanten Roger neigen würde. Er war
größer und ſtärker als die weibliche Lilian. Bald lie=
ßen
auch die Kräfte Lilians unter den furchtbaren
Stößen ihres männlichen Genoſſen nach und man ſah,
daß ſie ſich nur noch ſchwach verteidigte. Die Wut Ro=
gers
wurde dadurch aber nicht abgekühlt, ſondern
wuchs anſcheinend mit dem ſchwächer werdenden Wi=
derſtand
. Plötzlich kam etwas für alle Unerwartetes.
Roger ergriff Lilian mit ſeinem Rüſſel, umklammerte
ſie feſt, richtete ſie auf und ſchleuderte ſie mit voller
Wucht zu Boden. Dann ging er ruhig ſeines Weges,
als ob nichts vorgefallen wäre, und ließ ſich ohne
Widerſtand von den Wärtern mit Ketten feſſeln und
anſchließen. Die herbeigeeilten Wächter konnten nur
noch den Tod des weiblichen Elefanten feſtſtellen.
C.K. Leuchiende Geſchoſſe. Eine Reihe intereſſan=
ter
artilleriſtiſcher Verſuche ſind im Fort Albert bei
Yarmouth auf der Inſel Wight ſoeben vorgenommen
worden; ihr Zweck war die Prüfung einer neuen Er=
findung
, die es ermöglicht, auch im Dunkel der Nacht
den Flug von=Geſchoſſen zu verfolgen. Die Neuerung
beſteht in einem Metallzylinder, der an der Baſis des
Geſchoſſes angeſchraubt wird. In dem Zylinder befindet
ſich eine beſondere Subſtanz, die in dem Augenblick,
in dem das Geſchoß den Lauf des Geſchützes verläßt,
aufleuchtet und ein ſehr helles, klar ſichtbares Licht
gibt. Damit wird es dem Kanonier möglich, zu beob=
achten
, ob die Granate oder das Schrapnell ihr Ziel
erreichen, beziehungsweiſe welche Korrekturen nötig
ſind. Es wurden etwa 50 Schüſſe abgegeben, bei denen
das Geſchoß deutlich verfolgt werden konnte. Die Zu=

ſchauer, die zufülig Zeuge dieſer intereſanten Bert
ſuche wurden, genoſſen einen herrlichen Anblick, wenn
durch das Dunkel der Nacht die kleinen, leuchtenden
Punkte mit Blitzesſchnelle dahin ziſchten; die militäris=
ſchen
Sachverſtändigen aber gewannen außerordentlich
wichtige Erkenntniſſe; es zeigte ſich beſonders, daß Ge=
ſchoſſe
, die das Waſſer ſtreiften, eine überraſchend ſtarke
Richtungsänderung erfahren; zweimal konnte man be=
obachten
, wie ſolche Geſchoſſe nach der Berührung mit
dem Waſſer faſt ſenkrecht in die Höhe gingen.
Wem gehört das Geld?
Anfragen ſind unter Beilegung von 50 Pfg. in Marken für Schreib= und
Portoſpeſen und mit Angabe der voranſtehenden Nummer an die Redaktion
dieſes Blattes zur Weiterbeförderung, jedoch ohne Verbindlichkeit, zu richten
482. Geſucht wird ein Fräulein Adeline Nickel zur
Empfangnahme eines Erbteils aus dem Nachlaß ihrer
Schweſter, der Witwe Marie Thereſe Hellwig, verwitwet
geweſene Braun geb. Nickel.
483. In einem amerikaniſchen Hoſpital für Geiſtes=
kranke
ſind 1895 reſp. 1898 zwei Soldaten geſtorben, na=
mens
John Beck und Frank A. Armbruſter. Erſterer hin=
terließ
. 423 Mark, letzterer 661 Mark. Leide ſollten um das
Jahr 1831 geboren ſein und wahrſcheinlich aus Württem=
berg
ſtammen. Letzterer ſoll einen Bruder John (Johann)
Armbruſter gehabt haben. Sonſt hat ſich aber Näheres
über ihren Geburtsort, die Eltern uſw. nicht ermitteln
laſſen. Wer kann zweckdienliche Mitteilungen reſp. Erb=
anſprüche
geltend machen?
484. Die beiden Brüder Matthias Gerſtenmaier,
Zeichner, 1872 geboren, und Chriſtian Gerſtenmaier, 1874
geboren, haben 600 reſp. 500 Mark geerbt. Der Aufent=
halt
der Genannten iſt unbekannt.
485. Georg J. Ehrle, Sohn von Johann Baptiſt
Ehrle, hat teſtamentariſch von ſeiner Tante Eliſabethe
Ehrle aus Langenargen in Württemberg 500 Mark geerbt=
Der genannte Erbe iſt verſchollen und wird geſucht.
486. Als Erbe wird geſucht Gottlieb Heinrich Wie=
land
, 1844 geboren in Murrhardt i. Württ.
487. Geſucht wird der frühere Eiſenbahntiſchler Joh,
Heinrich Auguſt Karl Stecher, genannt Borchers, 1844 ge=
boren
in Claustal als Sohn der ſpäteren Witwe Nolte,
geborenen Auguſte Stecher, nachher verwitweten Borchers=
Der Geſuchte iſt zwar 1865 nach Amerika ausgewandert,
hielt ſich aber 1875 wieder in Braunſchweig auf, und zwar
mit ſeiner Ehefrau Friederike geb. Wolters.
488. Zirka 4000 Mark beträgt der reine Nachlaß einer
unverehelichten Julie Kuberczyk, 1871 geboren in Schwien=
tochlowitz
als Tochter des Drechslers Johann Kuberczyk
und deſſen Ehefrau Marie geb. Zebralla. Als Erben
haben ſich gemeldet die Tiſchlersehefrau Sladek geb. Kuber=
czyk
und der Arbeiter Karl Kuberczyk. Wer kann gleiche
oder beſſere Erbrechte geltend machen?
489. 739 Mark hat der Schmied und Arbeiter Hans
Heinrich Chriſtian Anderſen hinterlaſſen. Er iſt in Jels
in Schleswig=Holſtein 1835 geboren. Erbberechtigte konn=
ten
noch nicht ermittelt werden.
490. 1800 Mark beträgt der Nachlaß einer Witwe=
Ottilie Eliſabeth Juliane Marie Ebel geb. Haaſe, genannt
Finger. Sie wurde in Berlin am 11. September 1840 ge=
boren
und war mit dem Kgl. Pantomimiſten Auguſt
Wilhelm Ebel verheiratet. Kinder aus ihrer erſten Ehe
ſind nicht vorhanden geweſen, Geſchwiſter hatte ſie auch
nicht, ihre Eltern ſind früh verſtorben. Erben ſind gänz=
lich
unbekannt.
491. Im Jahre 1850 ſtarb in Doberan ein Rentier
Tiede. Damals erbte u. a. ein früherer Müller und ſpä=
terer
Rentier Friedrich Haaſe unter der Bedingung, daß,
falls er ohne Kinder ſterbe, nach ſeinem und ſeiner Frau
Tod der Nachlaß an die anderen damaligen Tiedeſchen
Erben zurückfallen ſolle. Dieſer Fall iſt tatſächlich ein=
getreten
und nun werden als Erben geſucht: 1. die Ab=
kömmlinge
der Witwe des Gärtners Lehmann geb. Haaſe
zu Lehſen, 2. des Büdners Chriſtian Haaſe zu Buchholz,
3. die zwei Kinder des Erbmüllers Heinrich Haaſe zu
Meutling, 4. die Kinder einer Sophia geb. Haaſe, Witwe
es Müllers Proſch in Lehſen.

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