Darmstädter Tagblatt 1910


10. Juni 1910

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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk., aus=
wärts
nehmen die Poſtämter u. die Agen=
u
. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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Tagenwirdnicht übernommen.

173. Jahrgang
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. Bei
gerichtlicher Beitreibungoder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.

133.

Freitag, den 10. Juni.

1910.

II

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60

Die heutige Nummer hat 18 Seiten.

Friedensſchluß im Baugewerbe?
* Nachdem, wie mitgeteilt, die Arbeitgeber und Ar=
beitnehmer
den Vorſchlägen der Unparteiiſchen über den
Hauptvertrag und das Schema für die Ortsverträge,
ſowie über das Schiedsgericht zugeſtimmt haben,
muß nun bis zum nächſten Sonntag über die örtlichen
Verträge eine Verſtändigung zwiſchen beiden Parteien er=
zielt
ſein. Nur für Poſen läuft dieſe Friſt wegen beſon=
derer
örtlicher Verhältniſſe bis zum 17. ds. Mts. Bei
dieſen Ortsverträgen, die diesmal über etwas größere Be=
zirke
ſich erſtrecken ſollen, um ihre Zahl zu beſchränken, han=
delt
es ſich in erſter Linie um die Arbeitslöhne und
die Arbeitszeit. Hierbei nimmt man an, daß im
allgemeinen eine mäßige Lohnerhöhung eintreten wird.
Kommt es zu einer ſolchen Verſtändigung nicht, ſo ent=
ſcheidet
das Schiedsgericht endgültig, und hierbei
iſt eine gewiſſe ſchematiſche Behandlung der Lohnfrage
kaum zu vermeiden.
Auch die Arbeitszeit kann wegen der örtlich ſehr ver=
ſchiedenartigen
Verhältniſſe im Baugewerbe zweckmäßiger=
weiſe
nur örtlich geregelt werden; dies gilt beſonders für
die Frage, ob und wie weit eine Herabſetzung der
Arbeitszeit möglich iſt. Ob eine ſolche ſchon für
dieſes Jahr angängig iſt, wird vielfach bezweifelt. Die
Arbeitszeit ſoll, wo ſie noch länger als 10 Stunden dauert,
Lauf 10 Stunden herabgeſetzt werden; wo ſie bereits unter
40 Stunden beträgt, iſt keine Herabſetzung geboten. In
Leinigen Orten, wo die Arbeitszeit 10 Stunden beträgt, ſoll
Dunter beſtimmten Umſtänden die Bahn für eine mäßige
und allmähliche Herabſetzung während der Vertragsdauer
Lauf dem Wege örtlicher Verhandlungen freibleiben. Die
Warnung vor Zuzug ſoll ebenſo wie die Heran=
ziehung
von Arbeitskräften im allgemeinen zu den wäh=
rend
der Dauer eines Tarifvertrages verbotenen Kampf=
mitteln
zählen, ſoweit ſie nur dazu dienen ſoll, die Ge=
genpartei
zu ſchädigen. Wird dieſe Maßnahme nachweis=
lich
aus anderen Beweggründen, beſonders zur Regelung
des Arbeitsmarktes getroffen, ſo ſoll hierin kein Verſtoß
gegen den Tarifvertrag erblickt werden. Der Hauptver=
trag
, der die Grundlage für den Friedensſchluß im Bau=
Wgewerbe bildet, iſt, wie bereits mitgeteilt, von den Ar=
beitern
und den Arbeitgebern gegen ganz verſchwindende
Minderheiten angenommen worden.
Allem Anſchein nach ſtößt die Einigung auf
größere Schwierigkeiten, als man erwartet
hatte. Denn aus verſchiedenen deutſchen Städten wird
gemeldet, daß die lokalen Einigungsverhand=
lungen
zu keinem Ergebnis geführt haben. In
Magdeburg verlangten die Maurer und Zimmerer eine Er=
höhung
des Stundenlohnes von 55 auf 65 Pfg. und die
Hilfsarbeiter von 45 auf 55 Pfg. In Eſſen wurden die
Verhandlungen für den rheiniſch=weſtfäliſchen Induſtrie=
bezirk
, da in keinem Punkte eine Einigung erzielt wurde,
ergebnislos abgebrochen. Es iſt nunmehr der
Spruch des am 13. und 14. dieſes Monats in Dresden zu=
ſammentretenden
Schiedsgerichtes abzuwarten, deſ=
ſen
Urteil beide Parteien anerkennen müſſen.

Die Elugmaſchine im Dienſte des Heeres.
K. K. Auch vom Auslande wird anerkannt, daß das
deutſche Heer dank dem Grafen Zeppelin und den verſchie=
denen
Militärkonſtrukteuren im Luftſchifferbataillon gegen=
wärtig
zweifellos über die beſten Lenkballons zur militäri=
ſchen
Erkundung im Kriege verfügt. Selbſtverſtändlich
darf uns aber dieſer Vorſprung nicht etwa verleiten, die
Fortſchritte auf verwandten Gebieten, wie auf dem Gebiete
der eigentlichen Flugmaſchinen, auf dem gegenwärtig die
Franzoſen wohl die führende Macht ſind, zu vernachläſſi=
gen
. Die Leiſtungen der franzöſiſchen Flugkünſtler, wie
auch ganz beſonders die zweimalige Ueberfliegung des
Aermelkanals auf einer derartigen Flugmaſchine laſſen es
nicht ausgeſchloſſen erſcheinen, daß in dieſen Flugmaſchi=
nen
, wenn ſie gegenwärtig auch nur einen verhältnismäßig
kleinen Aktionsradius (Flugſtrecke) haben und mehr als
die Lenkballons von Wind und Wetter abhängig ſind, in
abſehbarer Zeit den Lenkballons ein Konkurrent erwachſen
wird, der ihnen jedenfalls hinſichtlich der größeren Hand=
lichkeit
des Apparates und ſeiner weitaus größeren Bil=
ligkeit
überlegen iſt. Daß dieſe Apparate auch heute be=
reits
als Hilfsmittel für den Krieg in Betracht kommen,
kat, wohl am beſten derslugedes jungengdeutſchen Fluge

künſtlers Frey gezeigt, der im Vertrauen auf ſeine Ma=
ſchine
das Wageſtück vollbracht hat, das Häuſermeer von
Berlin zu überfliegen.
Man darf verſichert ſein, daß die zuſtändigen militäri=
ſchen
Kreiſe dieſe Frage mit großer Aufmerkſamkeit verfol=
gen
, und jedenfalls alles tun werden, um die augenblick=
liche
Ueberlegenheit, die Frankreich uns gegenüber noch
hat vor allem auch dadurch, daß es bis jetzt zweifellos
über den größten Stab an ausgebildeten Fliegern ver=
fügt
, auszugleichen. Dafür ſpricht auch ein Aufſatz, der
kürzlich in den Neuen militäriſchen Blättern aus der
Feder des Artillerieleutnants Erich Olczewski unter dem
Titel Der Flieger im Heeresdienſt erſchienen iſt. Darin
werden bereits in weitſichtiger Weiſe die Schaffung einer
freiwilligen Fliegerorganiſation nach dem Vorbilde des
freiwilligen Automobil= und Motorfahrerkorps ſowie die
ſtaatliche Unterſtützung von Sportfliegern angeregt, um
es in abſehbarer Zeit auch auf dieſem Gebiete mit den
Franzoſen aufnehmen zu können. Gleichzeitig wird ange=
regt
, derartige Fahrzeuge in Automobilform zu bauen,
um ſie ſo, jederzeit flugbereit, den marſchierenden Verbän=
den
bequem nachzuführen. Kürzlich konnte man in Berlin
eine derartige als Automobil und Flugapparat gebaute
Maſchine beobachten, die in den frühen Morgenſtunden
die Straßen als Automobil durcheilte, in Verfolgung eines
Manövergedankens, wonach eine durch eine Beſchädigung
zum Niedergehen gezwungene Flugmaſchine ſich dem ver=
folgenden
Gegner durch die Flucht auf der Erde als Au=
tomobil
entzog.
Zweifellos würde die Beigabe geeigneter Flieger=
trupps
an die Brigaden und Diviſionen außerordentlich
förderlich für die Aufklärung ſein, beſonders in Verbin=
dung
mit einem automobilen Unterbau für den Flugappa=
rat
, der für das Luftfahrzeug gewiſſermaßen den Hafen
darſtellt, auf den ſich der Flieger nach Erledigung ſeiner
Aufgabe immer wieder zurückziehen kann. Aus dem er=
wähnten
Aufſatz geht auch hervor, daß bereits Verſuche
im Gange ſind, um von den Fliegern aus die funkentele=
graphiſche
Verbindung mit der Erde herzuſtellen, wodurch
im Ernſtfalle wichtige Meldungen und Befehle mit un=
geahnter
Schnelligkeit auf weite Entfernungen übermittelt
werden könnten. Derartige Flugmaſchinen würden auch
aus dem Grunde ſich für den Nachrichtendienſt beſſer als
die Lenkballons, denen ja ohnedies andere Aufgaben zu=
fallen
würden, eignen, weil ſie infolge ihrer größeren
Schnelligkeit und der Fähigkeit, ſich leichter in größere
Höhen zu erheben, ſowie wegen ihrer geringen räumlichen
Ausdehnung viel weniger der Gefahr ausgeſetzt ſind,
heruntergeſchoſſen zu werden. Hoffentlich wendet man
ſich in deutſchen Sportskreiſen dieſer wichtigen Erfindung,
die von den Franzoſen ausgegangen iſt, mit erneutem
Eifer zu, damit Deutſchland die Führung auf dem Gebiete
der Luftſchiffahrt andauernd, behält. Wie zielbewußt
Frankreich gegenwärtig auf dieſem Gebiete arbeitet, be=
weiſt
der Umſtand, daß, wie der Gaulois meldet, dort
bereits eine aus 26 Unteroffizeren beſtehende Abteilung
von Lufttechnikern ins Leben gerufen worden iſt, zu der
ſich 65 Bewerber gemeldet hatten.

Ofſtziöſe Kundgebungen zur Vorromäus=Enzyklika.
* Jetzt werden auch vatikaniſch=offiziöſe
Aenderungen zu der Enzyklika durch die Blät=
ter
bekannt gegeben. Corriere d’Italia bringt eine va=
tikaniſch
=offiziöſe Note folgenden Inhalts: Der Heilige
Stuhl halte es nicht für geboten, daß die katholiſchen
Blätter auf die Polemik, die die Enzyklika entfeſſelt habe,
eingehen, er ſei überzeugt, daß binnen kurzem die Auf=
regung
ſich legen und die Wahrheit, daß der Papſt niemand
beleidigen und nur ſeine Biſchöfe belehren wollte, obſiegen
werde. Die Geſinnungen des Papſtes und des Heiligen
Stuhles für die deutſchen Fürſten und für das deutſche
Volk ſeien bekannt. Der Papſt habe das chriſtliche Leben
des deutſchen Volkes oft geprieſen; daß er hierbei keinen
Unterſchied zwiſchen Proteſtanten und Katholiken gemacht,
beweiſe der Segen anläßlich der Audienz der deutſchen
Pilger, den er dem Kaiſer, den deutſchen Fürſten und
der ganzen deutſchen Nation geſpendet. Ein Prälat er=
klärte
, von der Wirkung der Enzyklika ſei der Papſt ſelber
am meiſten betroffen, denn er wünſche keinen Kultur=
kampf
. Man dürfe ſich nicht über die altkirchliche Sprache
der Enzyklika aufregen. Was nicht zum Dogma gehöre,
müſſe die Kirche eben verdammen, und das geſchehe mit
dieſer Enzyklika ja nicht zum erſten Male. Zwesfellos
wäre es freilich beſſer, geweſen, weunsmandie beiden

deutſchen Kardinäle erſt um Rat gefragt hätte;
denn nur wenige in der Kurie wüßten deut=
ſches
Weſen zu behandeln, und zu dieſen wenigen
gehören leider nicht die nächſten, ganz weltfremden Bera=
ter
des Papſtes.
Der päpſtliche Oſſervatore Romano wird folgende
Note veröffentlichen: Angeſichts der in Deutſchland
auf Grund irrtümlicher Auslegungen und wenig genauer
Ueberſetzungen der letzten Enzyklika des Papſtes zutage
getretenen Erregung ſind wir ermächtigt, folgendes zu er=
klären
: Der Heilige Vater hat in der Enzyklika Editge
Saepe dei, die er anläßlich des Gedächtnistages des hei=
ligen
Borromäus veröffentlicht hat, und die darauf ab=
zielte
, die Irrtümer der Moderniſten zu bekämpfen, wie
auch augenſcheinlich ſich aus dem Wortlaut ergibt, auch
nicht im entfernteſten die Abſicht gehabt, die Nichtkatho=
liken
in Deutſchland und ihre Fürſten zu beleidigen. In
der Enzyklika befinden ſich einzig und allein einige hiſto=
riſche
Urteile über die Epoche des heiligen Borromäus,
in denen weder Völker noch Fürſten eines beſtimmten
Landes genannt werden. Im übrigen iſt zu bemerken, daß
es ſich darin um Katholiken jener Zeit handelt, die ſich ge=
gen
die Lehren und die Autorität des Apoſtoliſchen Stuh=
les
auflehnten. Wie wohlwollend im übrigen die Ge=
fühle
des Papſtes gegen Deutſchland und ſeine Fürſten
ſind, iſt auch in jüngſter Zeit ſehr deutlich zutage ge=
treten
.
In der Sitzung der braunſchweigiſchen
Landesverſammlung wurde einſtimmig eine Re=
ſolution
angenommen, in der erklärt wird, daß ein=
gedenk
der Segnungen, die Deutſchland und das Braun=
ſchweiger
Land durch die Einführung der Reformation er=
fahren
, die Landesverſammlung entſchieden Verwahrung
einlege gegen die unerhörte Herabwürdigung unſerer deut=
ſchen
Reformatoren, ſowie gegen die den Frieden der Kon=
feſſionen
in unſerem Volke ſchwer ſtörenden Auslaſſungen
der römiſchen Kurie. Miniſter Wolff gab namens der
Regierung die Erklärung ab, daß das herzogliche
Staatsminiſterium den Standpunkt dieſer Entſchließung
als berechtigt anerkenne und auch ſeinerſeits die Haltung
der römiſchen Kurie tief beklage. Die Regierung werde
aber nach wie vor auch den berechtigten Wünſchen der ka=
tholiſchen
Landeseinwohner ſoweit als möglich entgegen=
kommen
, und auch das heilige Erbe des proteſtantiſchen
Geiſtes pflegen. Sowohl die Reſolution wie auch die Er=
klärung
der Regierung wurden mit lebhaftem Beifall auf=
genommen
.
Deutſches Reich.
Die Kommiſſion des Reichstags für
die Reichsverſicherungsordnung führte die
Diskuſſion über den Kreis der Perſonen, die der Kran=
kenverſicherung
unterliegen ſollen, fort. (§ 177). Es
wurde beantragt, alle Betriebsbeamten, Werkmeiſter, Tech=
niker
und andere Angeſtellte, Lehrer und Erzieher mit ei=
nem
Einkommen bis zu 3000 Mark, (Vorlage 2000 Mk.)
der Krankenverſicherung zu unterſtellen, ferner
die Zwangsverſicherung der ſelbſtändigen Exiſten=
zen
der Gewerbetreibenden, Handwerker uſw.
einzuführen. Die Sozialdemokraten wollten ſogar
ſtatt 2000 Mark ſetzen 5000 Mark, die National=
liberalen
beantragten 2500 Mark. Miniſterialdirektor
Caſpar erklärte: Die obligatoriſche Verſicherung der Ge=
werbetreibenden
ſei nicht durchzuführen. Diejenigen mit
geringem Einkommen könnten ſich, nach den Beſtimmun=
gen
der Vorlage, freiwillig verſichern. Redner wandte ſich
ſodann gegen die Erhöhung der Summe des Jahres=
arbeitsverdienſtes
auf 3000 Mark. Staatsſekretär Del=
brück
gab ſein Einverſtändnis mit der Erhöhung auf 2500
Mark zu erkennen. Eine derartige Aenderung für die In=
validenverſicherung
müſſe er aber mit aller Entſchiedenheit
ablehnen, denn eine weitere Belaſtung des Reiches dürfe
nicht eintreten. Bezüglich der Verſicherung der Gewerbe=
treibenden
verweiſe er auf den § 180 (Befugnis des Bun=
desrates
zur Ausdehnung der Verſicherungspflicht). Ein
Mitglied der Reichspartei begrüßte dieſe Erklärung, die
meiſten Handwerker würden ſich nur verſichern, wenn ſie
dazu gezwungen würden. In der weiteren Debatte er=
klärte
Staatsſekretär Delbrück, daß die Arbeiterſekretäre
verſicherungspflichtig ſeien. Bei der Abſtimmung wurde
der Antrag der Liberalen mit 16 gegen die übrigen Stim=
men
angenommen, nach dem der maßgebende Arbeits=
verdienſt
auf 2500 Mark erhöht wird.
Von parlamentariſcher Seite wird berichtet: Im
Auguſt bereitshat

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 10. Juni 1910.

Nummer 133.

mehreren ihm naheſtehenden Politikern ſeinen Entſchluß
mitgeteilt, den neu eingeſchlagenen Kurs nicht mitzu=
machen
. Er beabſichtige nach Erledigung der dringendſten
kolonialen Aufgaben ſich zurückzuziehen und habe dem
Reichskanzler hiervon amtlich Mitteilung gemacht. Als
Termin ſeines Abſchieds habe er den Schluß der nächſten
Reichstagsſeſſion bezeichnet.
Die Budgetkommiſſion des preußiſchen
Abgeordnetenhauſes beſchäftigte ſich am Mitt=
woch
vormittag, wie ſchon gemeldet, mit den Geſetzent=
würfen
betreffend Erhöhung der Zivilliſte.
Aus der Kommiſſion wurde eine Reihe von Anfragen
über die Art der Ausgaben aus dem Kronfideikommiß,
über die Höhe der Gehälter der Hofbeamten, über die
Ausgaben für die königlichen Theater, über die Apa=
nagierung
der königlichen Prinzen uſw. geſtellt.
Finanzminiſter v. Rheinbaben gab Aufſchluß über alle
dieſe Fragen. Schließlich nahm die Kommiſſion, in der
die ſozialdemokratiſche Fraktion nicht vertreten iſt, die
Vorlage einſtimmig an, nachdem ein Pole im
Namen ſeiner Ftaktion die Erklärung abgegeben hatte,
daß ſeine Partei, obwohl das polniſche Volk durch die
Anſiedelungspolitik der Regierung ſchwer betroffen
werde, für die Vorlage ſtimmen werde, da ſie auf dem
Standpunkt ſtehe, daß man dem Kaiſer geben müſſe,
was des Kaiſers iſt.
Die gemeinſame Schlußſitzung der beiden Häuſer
des preußiſchen Landtages wird, wie jetzt be=
ſtimmt
verlautet, am Donnerstag, den 16. ds. Mts., nach=
mittags
oder ſpäteſtens am 17. vormittags ſtattfinden.

Im öſterreichiſchen Abgeordnetenhauſe gab in Be=
antwortung
der Interpellation über die Ver=
wendung
von Truppen des gemeinſamen Heeres
bei den ungariſchen Wahlen der Miniſterpräſident
Bienerth zu, daß, wie dies in gleichen Fällen ſtets ge=
handhabt
worden ſei, auch Truppen aus öſterreichiſchen
Korps zur Verſtärkung der nicht ausreichenden, in Un=
garn
ſtationierten Truppen zur Aufrechterhaltung der
Ordnung und Sicherheit verwendet worden ſeien, was im
Wehrgeſetz begründet ſei Er vermöge die von den Inter=
pellanten
gewünſchten Schritte nicht zu unternehmen, da
dies eine Einmiſchung in die Angelegenheit des anderen
Staates der Monarchie bedeuten würde. Gleichzeitig wies
der Miniſterpräſident die aus dieſem Anlaß gegen die
ungariſche Regierung gerichteten Angriffe mit dem Aus=
druck
des Bedauerns auf das Entſchiedenſte zurück. Die
Beſprechung der Interpellation wurde ſchließlich auf die
nächſte Tagesordnung geſetzt.
Das engliſche Parlament trat am Mittwoch wieder
zuſammen und beriet über verſchiedene Punkte des Ma=
rineetats
. Eine miniſterielle Erklärung über
den künftigen Gang der Ereigniſſe wurde nicht abge=
geben
. Asquith machte lediglich einige Angaben über
den Geſchäftsplan der nächſten Tage.
Im Verlaufe der Sitzung des Unterhauſes fragte
Gibſon Bowles an, ob ſich im Auswärtigen Amt irgend
ein Nachweis über einleitende Verhandlungen finde, welche
1899 oder 1901 zwiſchen England und Deutſchland
in betreff des Beitritts Englands zum Drei=
bunde
ſtattgefunden haben, ob irgendwelche hierauf be=
züglichen
Papiere exiſtierten, und ob irgendwelche ein=
leitenden
Verhandlungen im Januar 1901 angefangen und

Die Stätte des jüngſten Erdbebens.
C) Als vor anderthalb Jahren die Schreckenskunde
von der Vernichtung Meſſinas über die Alpen drang,
da war es nicht nur der beiſpielloſe Umfang des Un=
glücks
, der die Welt voll ſchmerzlicher Teilnahme nach
Sizilien blicken ließ; die vielen Tauſende von Frem=
den
, die in der herrlichen Natur Oberitaliens und Si=
ziliens
Erholung und große Natureindrücke gefunden
haben, erinnerten ſich alle der Königin Siziliens, in
deren Straßen ſie vielleicht gewandelt waren, und die
nun über Nacht zu einem grauenvollen Kirchhof gewor=
den
waren. Bei der neuen Schreckensbotſchaft aus
Unkeritalien iſt dies anders. Nur bei wenigen werden
Reiſeerinnerungen wieder lebendig, denn diesmal hat
die Kataſtrophe am härteſten die kleinen Ortſchaften be=
troffen
, die fernab des Fremdenſtromes liegen und die
doppelt hart unter ihrem Schickſal zu leiden haben, weil
ſie trotz ſtolzer hiſtoriſcher Erinnerungen arm ſind und
den furchtbaren Folgen des Unglücks nicht mit den glei=
chen
größeren Mitteln begegnen können, wie die wohl=
habenden
, glücklicheren Städte der Küſte.
In Avellino, der Heimat der kriegeriſchen
Samniter des Altertums, das heute eine Kreisſtadt von
einigen 23000 Einwohnern iſt, ziehen die Bewohner
voll Entſetzen, dem Schutze vorangetragener Heiligen=
bilder
ihr Schickſal anvertrauend, zu dem altehrwürdi=
gen
Dome, der von der Baukunſt der erſten Jahrtau=
ſendwende
noch heute Zeugnis ablegt. Die kleine Stadt

und das Schloß des Fürſten von Avellino. Auf einer
Anhöhe neben der Stadt liegt das berühmte alte Heilig=
tum
von Montevergine, von dem die alte römiſche Le=
gende
erzählt, daß es ein Lieblingsort des ſittenſtrengen
Virgils war, der hier den Berg beſtieg, um das Orakel
der Cybele anzurufen. Die Prieſter bereiteten ihm
viele Hinderniſſe, aber Virgil ſchlug auf dem Berge
ſeinen Wohnſitz auf, in ſeinem Garten pflanzte er wun=
derliche
Zauberblumen und Sträucher, die aus dem
Orient kamen; noch Jahrhunderte lang ſoll der Garten
ſeine Zauberkraft bewirkt haben. Hierhin zog auch im
Jahre 1119 der heilige Viktor ſich zurück, und 1182 wurde
auch die Kirche eingeweiht, zu der in jener Zeit die
Gläubigen in dichten Scharen von weither herbeipilger=
ten
. Aber auch in der neueren Geſchichte Italiens, in
den Annalen des Riſorgimento, ſpielt Avellino eine
Rolle, denn es zählt zu den erſten Städten, die ſich dem
Gedanken eines geeinigten Italiens anſchloſſen, und
im Kreiſe Avellino wurde auch Mancini geboren. Ueber=
all
erzählen Ruinen und alte Bauten Geſchichten von
fernen, glorreichen Traditionen, deren Trümmer in
der Armut der Gegenwart doppelt tragiſch wirken. In
Avella liegen mächtige Ruinen der alten Stadt, die ein

im März 1901 abgebrochen worden ſind in betreff des
Unternehmens oder irgend einer gemeinſamen Aktion mit
Deutſchland, ſchließlich ob irgend ein bezüglicher Schrift=
wechſel
exiſtiere, welcher auf den Tiſch des Hauſes gelegt
werden könne. Sir Edward Grey erwiderte: Ich kann
Fragen dieſer Art über die Beziehungen zwiſchen England
und anderen Mächten, die vor zehn Jahren beſtanden
haben, nicht beantworten.
In der Sitzung des Oberhauſes erwiderte der
Kolonialſekretär Earl of Crewe auf eine Anfrage über den
Geſchäftsgang des Hauſes, es ſei ihm mitgeteilt
worden, daß Lord Roſebery in der nächſten Zeit die
in ſeinem Reformplan enthaltenen Reſolutionen
nicht einzubringen beabſichtige.
Wir waren fuhr der Kolonialſekretär fort, überein=
gekommen
, über die Vetoreſolutionen der Regierung erſt
nach der Diskuſſion der Reſolutionen Lord Roſeberys zu
verhandeln, und wünſchen, von dieſem Beſchluſſe nicht ab=
zugehen
. Wir beabſichtigen, uns daher mit den Regie=
rungsreſolutionen
erſt zu beſchäftigen, wenn die Reſolutio=
nen
von Lord Roſebery eingebracht ſind. Ich weiß nicht,
ob Lord Roſebery in dieſer Angelegenheit etwas vorzu=
bringen
hat, es wird aber jedenfalls im Intereſſe der Ge=
ſchäftsführung
des Hauſes liegen, wenn die ganze Frage,
was dieſe beſondere Angelegenheit betrifft, für eine oder
zwei Wochen zurückgeſtellt wird, da wir alsdann
vielleicht in der Lage ſind, uns beſtimmter auszuſprechen.
Roſebery erklärte: Es war in keinem Fall meine Ab=
ſicht
, mit Reſolutionen heute vorzugehen. Ich gebe
zu, ich hätte es gern getan, aber ich habe von einflußreichen
Kreiſen die Mitteilung erhalten, daß nach Anſicht derjeni=
gen
, welche wohl befähigt ſind, ein Urteil abzugeben, es
beſſer ſein würde, wenn ich nicht am erſten Tage nach dem
Wiederzuſammentritt des Hauſes vorgehen würde. Offen=
bar
herrſchte bei denjenigen, welche dies ſagten, die Idee
vor, daß der kürzliche traurige Verluſt der Nation als An=
laß
ergriffen werden möge, einen Ausgleich in irgend=
welcher
Form zwiſchen den Forderungen beider Parteien
zuſtande zu bringen. Es herrſcht auch das Empfinden vor,
daß es nicht wünſchenswert ſei, der neuen Regierung und
dem neuen König von Beginn dadurch Schwierigkeiten zu
bereiten, daß man mit Fragen drängt, welche die Kon=
ſtitution
in ſo ernſter Weiſe berühren wie die vorliegenden.
Das bezieht ſich aber meiner Anſicht nach nicht auf meine
Reſolutionen, denn bei ihnen handelt es ſich um Prinzi=
pien
, welche das Oberhaus für künftige Reformpläne auf=
zuſtellen
wünſcht, die von der künftigen Regierung durch=
geführt
werden mögen. Wenn ich erkläre, daß ich mit
meinen Reſolutionen heute nicht vorgehen will, ſo habe ich
doch nicht die Abſicht, ſie zu verſchieben, als ob ſie mit den
Reſolutionen der Regierung in Beziehung ſtänden. Un=
ſere
Reſolutionen nehmen eine geſonderte Stellung ein,
und obſchon ich abſichtlich weder direkt noch indirekt etwas
tun werde, um Animoſität hervorzurufen, ſo müſſen doch
unſere Reſolutionen unſerem eigenen Ermeſſen überlaſſen
bleiben.
In den Wandelgängen des Parlaments hielt man
am Mittwoch eine Konferenz über die konſtitutionelle
Frage zwiſchen den Führern der konſervativen und libera=
len
Parteien für geſichert. Es werden weder Mitglieder
der nationaliſtiſchen noch die der Arbeiterpartei an ihr
teilnehmen.
Die ruſſiſche Duma lehnte den Antrag der Oppo=
ſition
ab, über den Artikel 2 des Geſetzentwurfs
über Finnland nach Punkten zu debattieren oder die
Punkte in beſondere Geſetzesartikel umzuwandeln. Hier=
auf
erklärte Miljukow namens der ganzen Oppoſition,
die anfänglich an den Debatten teilzunehmen beabſichtigte,
um zu ſehen, wie die Sache endet, die von der Mehrheit
angenommene Beratungsmethode mache dies unmöglich.
Eine Teilnahme an dem unwürdigen Spiel halte die Op=

Bild von vergangener Größe heraufbeſchwören; hier
befindet ſich auch die berühmte Oskiſche Inſchrift, die
von den Ureinwohnern Italiens erzählt. In der Um=
gebung
ſind ſelten geformte Grotten und im Garten der
Colonna erhebt ſich ein wundervoller Platanenbaum,
ein Stolz der Gegend, denn der alte Baum hat einen
Umfang von nicht weniger als 11 Meter. Calitri, das
von dem Erdbeben beſonders ſchwer heimgeſucht wor=
den
iſt, zeigte in den letzten zwei Jahrhunderten einen
lebhaften Aufſchwung, der nun durch die neue Kata=
ſtrophe
traurig unterbrochen wird. Benevento, die Ri=
valin
von Avellino, das alte Malea der Samniter, iſt
nach einer alten Sage von den Söhnen der Circe und
des Odyſſeus begründet worden. Die Römer wandel=
ten
den alten Namen Malevento in Benevento um.
Die Stadt blühte damals kräftig empor und der Auf=
ſchwung
erreichte ſeine Höhe, als die Langobarden den
Ort zur Hauptſtadt ihres ſüditalieniſchen Reiches er=
hoben
. Damals war Benevento die prächtigſte Stadt
der ganzen Gegend. Im 11. Jahrhundert bemächtigten
ſich die Päpſte Beneventos. 1860 wurde die Stadt durch
Garibaldi und die Volksabſtimmung von der partheno=
räiſchen
Republik losgelöſt und Italien einverleibt.
In der wechſelvollen Geſchichte des viel heimgeſuch=
ten
Ortes ſpielt neben dem Kapitel der Peſt die Heim=
ſuchung
durch Erdbeben eine düſtere Rolle. Am Fuße
eines Abhanges erheben ſich die Häuſer; ſchon von weit=
her
ſieht der Wanderer den mächtigen trajaniſchen
Triumphbogen und das alte Schloß aus dem 14. Jahr=
hundert
, den noch älteren Dom, ein reizvolles monu=
mentales
Bauwerk lombardiſch=ſarazeniſchen Stiles,
das aus mächtigen gelblichen Marmorquadern aufge=
führt
iſt. Die prächtige Broncetür iſt in Konſtantinopel
gegoſſen. Das Land ringsum iſt arm; wenn auch faſt
in jedem Dorfe Spuren römiſcher Werke an eine längſt
dahin gegangene Blütezeit gemahnen, ſo kämpfen die
heutigen Bewohner bitter um ihr kümmerliches Leben,
und die neue Heimſuchung mit ihren Schrecken und
Verwüſtungen trifft die Bauern von Campanien dop=
pelt
ſchwer.

Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Neue Sezeſſion‟ Der Vorſtand der Neuen
Sezeſſion Berlin, der in der Galerie Maximilian Macht,

Rankeſtraße 1, eine Ausſtellung Zurückgewie=
ſener
der Berliner Sezeſſion veranſtaltet, be=

ſteht aus den Herren Pechſtein, Tappert, Melzer und dem
Obmann des Arbeitsausſchuſſes Herrn Segal. (Der Ma=
ler
Pechſtein iſt einer der Neu=Impreſſioniſten der
auf der gegenwärtigen Ausſtellung in Darmſtadt mit
den meiſterörterten Bildern Inder Neger, Geteerte
Kähne vertreten iſt. Von Tappert rührt das merk=
würdige
Bild des Lyrikers K und von Melzer das
Bild Bahnhof Weimar her. D. Red.)

poſition für erniedrigend und werde ſich daher auch nicht
an der Abſtimmung beteiligen. Die ganze Oppoſition ver=
ließ
den Saal.
Für die allernächſte Zeit wird in Spanien ein
königliches Dekret erwartet, das einer Verfaſſungs=
änderung
in Bezug auf die kirchlichen Angele=
genheiten
gleichkommt.
Der Petit Pariſien meldet, daß die franzö=
ſiſch
=deutſch=engliſch=ſpaniſche Kommiſ=
ſion
, die ſeit mehrren Wochen mit der Ausarbeitung ei=
nes
Berggeſetzes für Marokko beſchäftigt war, ihre Arbei=
ten
nunmehr beendet hat.
Aus Tanger wird dem Matin gemeldet, der Ex=
ſultan
Abdul Aſis erhalte täglich aus allen Teilen
Marokkos zahlreiche Verſicherungen von Treue und Hin=
gebung
. Wenn ſich der Exſultan gerade jetzt entſchloſſen
habe, nach Mekka zu reiſen, ſo tue er es, weil er ſich nicht
den Anſchein geben wolle, er habe irgend etwas unter=
nommen
, um den Thron wieder zu erlangen. Man habe
ihn ungerechterweiſe vom Throne vertrieben. Das ma=
rokkaniſche
Volk ſei ihm eine glänzende Genugtuung ſchul=
dig
, und wenn es ihn wieder auf den Thron ſetzen wolle,
dann möge es ihn aus der Ferne zurückholen.

Empfangsabend der Senckenberg=
ſchen
Naturforſchenden Geſellſchaft und
des Phyſikaliſchen Vereins in Frankfur
a. M., Samstag, den 11. Juni. Die Vorträge und De=
monſtrationen
, an denen ſich alle Dozenten der feſt=
gebenden
Vereine und viele Mitglieder Frankfurter
wiſſenſchaftlicher Inſtitute beteiligen, umfaſſen alle Ge=
biete
der Naturwiſſenſchaft. Das Programm der Sencken=
bergiſchen
Naturforſchenden Geſellſchaft enthält zwanzig
Nummern. Zur Vorführung gelangen die zoologiſche
und ethnographiſche Ausbeute der Hanſeatiſchen Süd
ſee=Expedition des letzten Jahres, farbige Photogra=
phien
aus dem Gebiete der Bakteriologie und Anato=
mie
, leuchtende Bakterien, ſowie intereſſante Objekte
aus der Zoologie und Botanik, wie zum Beiſpiel ſel=
tene
Tiefſee=Tiere, ein Exemplar des ausgeſtorbenen
Rieſenalkes, u. a. wertvolle und merkwürdige Gegen=
ſtände
. Ebenſo werden die aus dem Oſthafengebiet aus=
gegrabenen
frühgeſchichtlichen Altertümer demonſtriert
und von dem Präparator des Muſeums wird die Her=
ausmeißelung
eines Foſſils aus dem harten Kalk prak=
tiſch
demonſtriert werden. Noch umfangreicher iſt das
Programm des Phyſikaliſchen Vereins. Neben der Er=
klärung
der Einrichtung des geſamten Inſtituts werden
hiſtoriſch bedeutſame Original=Apparate ausgeſtellt ſein,
zum Beiſpiel Sömmerrings Telegraph, das Reißſche
Telephon uſw. Die Vorführungen behandeln alle Ge=
biete
der Phyſik und Chemie. Man wird die Eigen=
ſchaften
des Radiums zu ſehen bekommen, Verſuche
über die Gewinnung des Stickſtoffes aus der Luft, Ap
parate für die drahtloſe Telegraphie und Telephonie,
farbige Photographien, lebende Kriſtalle und das Ultra=
Mikroſkop. Beſonderes Intereſſe werden auch die De=
monſtrationen
des Meteorologiſchen Inſtituts erwecken,
wo das Wetter gemacht wird und wo die Apparate
zur Erdbebenforſchung aufgeſtellt werden. Auch der
Frankfurter Verein für Luftſchiffahrt wird ſich an den
Vorführungen beteiligen. Die Sternwarte wird ihre
Inſtrumente und photographiſche Aufnahmen und Bil=
der
von Himmelskörpern ausſtellen.
* Berlin 8. Juni. Vor einer großen Zuhörer=
ſchaft
hielt der Nordpolforſcher Robert Peary ſeinen
erſten, einzigen öffentlichen Vortragauf dem Kon=
tinent
über ſeine Erreichung des Nordpols und erläu=
terte
ihn durch eine große Zahl von Peary ſelbſt in den
arktiſchen Gegenden aufgenommener Lichtbilder. Das
Publikum, das den Nordpolforſcher gleich bei ſeinem
Erſcheinen auf dem Rednerpult mit lebhaftem Beifall
begrüßte, bereitete ihm, als der Vortrag ſeinen Höhe=
punkt
, die Flaggenhiſſung am Nordpol, erreichte, am
Schluſſe herzliche Ovationen, die ihr Ende in einer
großen Defiliercour fanden, wobei Peary die Glück=
wünſche
und Händedrücke vieler Hunderter entgegen=
nahm
.

* Wie zu erwarten, hat der Vorſchlag der gemäßigten
Proteſtanten in England, jene Stellen des Thron=
beſteigungseides
, der die katholiſche Reli=
gion
mit puritaniſchen Worten des 17. Jahrhunderts an=
greift
, zu ſtreichen und an ihre Stelle Worte desſelben In=
halts
, aber milderer Tonart zu ſetzen, heftigen Zorn her=
vorgerufen
. Ueber 3000 Perſonen verſammelten ſich unter
dem Präſidium von Lord Kinnaird in der Queens Hall zu
London, um gegen dieſe Aenderung zu proteſtieren. Der
Präſident ſagte, daß die Maßnahmen der römiſch= katho=
liſchen
Partei Gegenmaßnahmen notwendig machen und
daß ſie keine Minute zu früh zuſammengekommen wären.
Der Gegenſtand, den ſie diskutieren würden, ſei von ern=
ſteſter
Bedeutung. Sie wünſchten nicht, ihren Mitmenſchen
gegenüber unchriſtlich zu ſein, aber chriſtliche Duldſamkeit
verlange nicht, daß ſie die beſten Intereſſen ihres Landes
aus ſentimentalen Gründen preisgeben ſollten. Auch er
ſei der Meinung, daß eine Beleidigung der Römiſch= Katho=
liſchen
und eine unnötige Schärfe gegenüber den Katho=
liken
in des Königs Erklärung vermieden werden ſollte,
aber es müſſe noch erſt bewieſen werden, daß in der jetzigen
Form eine wirkliche Beleidigung enthalten ſei. Die Er=
klärung
drücke nur des Königs Meinung über das Syſtem
des Katholizismus aus, nicht aber ſeine Meinung über die
Katholiken. Es wurde beſchloſſen, folgendes Telegramm
an den König zu ſenden: Möge es Ew. Majeſtät gefallen,
3000 loyale Untertanen in der Queens Hall zu London
verſichern Ew. gnädigſten Majeſtät, daß irgend ein Ver=
ſuch
, des Königs Deklaration, ſo wie ſie der Act of Sett=
lement
und die Bill of Rights vorſchreibt, zu verändern,
die Gefühle der Bevölkerung Großbritanniens auf das
ſchwerſte verletzen und eine Gefahr für die Freiheiten des
Volkes bedeuten würde. Eine Reſolution, die gegen
irgendwelche Aenderung der Erklärung proteſtierte, wurde
einſtimmig angenommen.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 10. Juni.
Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Lehrer an der Gemeinde=
ſchule
zu Oppenheim Bernhard Frolob aus Anlaß
ſeines 50 jährigen Dienſtjubiläums das Ritterkreuz 2. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* Auszeichnung. Wirklicher Geheimer Oberpoſtrat
Kobelt erhielt aus Anlaß des Uebertritts in den Ruhe=

[ ][  ][ ]

Nummer 133.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 10. Inni 1910.

Seite 3.

ſtand vom Großherzog als Zeichen beſonderer Wert=
ſchätzung
das mit eigenhändiger Namensunterſchrift ver=
ſehene
Bild Seiner Königlichen Hoheit verliehen.
Ernannt wurde die Gefangenwärterin Luiſe
Müller, geborene Schwarz in Mainz, zur Gefangen=
aufſeherin
.
* Militärdienſtnachricht. Kattrein, Hauptm. a. D.,
zuletzt im jetzigen Inf.=Regt. Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.)
Nr. 118, die Erlaubnis zum Tragen der Armee=Uniform
erteilt.
L. In der vorgeſtrigen Schwurgerichtsverhandlung
wurde das Urteil gegen 2 Uhr nachts verkündigt.
Leichum war des betrügeriſchen Bankrotts unter Zu=
billigung
mildernder Umſtände ſchuldig, wegen der
Siegelverletzung jedoch nicht ſchuldig, ſeine Ehefrau
und Emmermann der Beihilfe ſchuldig erklärt worden.
Dem Emmermann ſtehen keine mildernden Umſtände
zur Seite, während der Frau ſolche zugebilligt worden
waren. Die Strafe des Leichum beträgt 8 Mo=
nate
Gefängnis, von welchen 2 Monate durch die
Unterſuchungshaft verbüßt ſind, die der Frau Leichum
2 Monate und die des Emmermann 1 Jahr
Gefängnis, hiervon gilt 1 Monat als durch die
Unterſuchungshaft verbüßt. Befragt, ob ſie ihre Strafe
antreten wollten, erklärten die verhafteten Leichum und
Emmermann, ſich die Erklärung vorzubehalten.
Geſtern wurde gegen den 18 Jahre alten Schloſſer
Franz Worret, den 20 Jahre alten Schuhmacher
Johann Rückert und den 22 Jahre alten Gürtler
Friedrich Rath, ſämtlich in Offenbach wohnhaft,
verhandelt. Sie ſind beſchuldigt und geſtändig, inlän=
diſches
Geld nachgemacht und dadurch in den Verkehr
gebracht zu haben, daß ſie Stücke in Eiſenbahnauto=
maten
warfen und die herausfallenden Sachen an ſich
nahmen. Die unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit ge=
führte
Verhandlung endigte damit, daß Worret und
Rath zu je 3 Monaten, Rückert zu 4 Monaten
Gefängnis verurteilt wurden; je 1 Monat 2 Wochen
gelten als durch die Unterſuchungshaft verbüßt.
L. Vor der Strafkammer ſtand geſtern der 21 Jahre
alte Schloſſer Karl Kruſe von Braunſchweig, der in
Bensheim ſeinem Logisgeber, dem Schuhmacher Georg
Bormuth in vier Fällen zuſammen 60 Mark ſtahl; nur
15 Mark bekam der Beſtohlene zurück. Der Dieb wurde
zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt, 5 Wochen
ſind durch die Unterſuchungshaft verbüßt. Der
Tüncher Jakob Hartmann von Bürſtadt hatte von
morgens bis in die Nacht in einer Wirtſchaft Bier,
Schnaps und Wein getrunken und benutzte die ihm ge=
botene
Gelegenheit, als der Wirt einem betrunkenen
Gaſt nachgegangen und er allein war, 20 Mark aus der
Kaſſe zu ſtehlen. Er wurde vom Schöffengericht zu
2 Monaten Gefängnis verurteilt, welches Urteil er mit
Berufung anfocht. In der zweiten Inſtanz ordnete das
Gericht zu aller Vorſorge eine Unterſuchung ſeines
Geiſteszuſtandes an. Nach dem Gutachten ſteht ſeine
Zurechnungsfähigkeit außer Zweifel, jedoch erſchien
die ausgeſprochene Strafe den Umſtänden nach als zu
hoch. Das Gericht ermäßigte ſie auf 1 Monat, der
durch die Unterſuchungshaft verbüßt iſt. Vor einiger
Zeit wurde Hartmann wegen einer Strafe von 1 Jahr
Zuchthaus bedingt begnadigt, es iſt zu erwarten, daß
er nunmehr auch dieſe Strafe abzuſitzen hat.
*X* Das Kriegsgericht der 25. Diviſion verurteilte
geſtern den aus Gontershauſen, Kreis Alsfeld, ſtammen=
den
Unteroffizier Werner Schmidt von der 3. Kompag=
nie
des Leibgarde=Infanterie=Regiments Nr. 115 hier
wegen tätlicher Beleidigung und Mißhandlung zu 3 Mo=
naten
Gefängnis. Schmidt, der anſcheinend der
Weiblichkeit gefährlich iſt, hatte bei einer Veranſtaltung
im Rummelbräu ſich an ein Mädchen herangemacht, drängte
ſich auf dem Heimweg an dasſelbe heran und ging
trotz Abwehr, zu unſittlichen Angriffen über. Er blitzte
ab, worauf er tätlich wurde, ſo daß ſeine Handlung als
Mißhandlung erſchien. Gegenüber den ungünſtigen Aus=
ſagen
eines Vorgeſetzten ließ er ſich in der Verhandlung
zu einer drohenden Aeußerung hinreißen, was noch ein
Strafverfahren zur Folge haben wird. Mit Rückſicht auf
dieſes und die heutige Strafe wurde er verhaftet. Weiter
wurde der Maler Eduard Rühl von Worms vom Infan=
terie
=Regiment Nr. 118 wegen Fahnenflucht und Achtungs=
verletzung
zu 7 Monaten Gefängnis und Verſetzung
in die 2. Klaſſe des Soldatenſtandes verurteilt. Er diente
bereits im Jahre 1906 bei dem erwähnten Regiment, be=
fürchtete
damals ein Strafverfahren wegen Achtungsver=
letzung
und deſertierte nach Frankreich, wo er in die Frem=
denlegion
eintrat. Nach mehrjährigem Dienſt daſelbſt ge=
lang
es ihm, zu entkommen, und er ſtellte ſich hier frei=
willig
.
Der Ernſt Ludwig=Verein, Heſſiſcher Zentralverein
für Errichtung billiger Wohnungen, wird ſeine diesjährige

Kleines Feuilleton.
Die Erinnerungen einer Jugend=
freundin
Robert Schumanns. Man ſchreibt
uns aus Heidelberg: Für viele Verehrer Robert Schu=
manns
dürfte es anläßlich der hundertjährigen Wieder=
kehr
ſeines Geburtstages nicht unintereſſant ſein, zu
erfahren, daß noch heute eine Perſönlichkeit lebt, die
mit Robert Schumann während ſeines Heidelberger
Aufenthaltes in engem perſönlichen Verkehr geſtanden
hat. Es iſt eine hochbetagte, aber geiſtig und körperlich
äußerſt rüſtige Dame, Fräulein Eliſe Ritzhaupt,
die nach wie vor in Heidelberg ibren Wohnſitz hat. Die
ehrwürdige Dame ſteht heute im 90. Lebensjahre; ihre
erſtaunliche Gedächtnisfriſche erlaubt es ihr, die Be=
ſucher
mit intereſſanten Erinnerungen gerade aus
Schumanns Leben und Vergangenheit zu unterhalten.
Robert Schumann wohnte als Student von Michaelis
1829 bis Michaelis 1830 bei ihren Eltern, allerdings,
wie die Erzählerin gleich hinzufügt, weniger, um zu
ſtudieren, als vielmehr, um ſich der Muſik zu widmen.
Der Studioſus Schumann hat während dieſer Zeit mit
allen Gliedern der Familie Ritzhaupt in freundſchaft=
licher
Weiſe verkehrt. Mit Freuden ſchwelgt die Greiſin
in der Erinnerung, wie der junge Muſikus den Kla=
vierübungen
des jungen Mädchens freundliche Auf=
merkſamkeit
ſchenkte und es in der edlen Kunſtbetäti=
gung
durch Rat und Tat anſpornte und ermunterte.
Er ſei ein immer netter und liebenswürdiger Geſell=
ſchafter
und ein feiner Mann geweſen, er=
zählte
die alte Dame. Beſonders befreundet
ſei Schumann mit ihrem Bruder geweſen, dem
ſpäteren, vor einigen Jahren in Karlsruhe ver=
ſtorbenen
Geh. Regierungsrat Ritzhaupt. Mit dieſem
und mit dem ſpäteren bekannten Rechtsgelehrten Thi=
baut
, der nur drei Jahre älter war als Schumann, ver=
knüpfte
Schumann ein echtes, wahres Freundſchafts=
band
, das während ſeines Heidelberger Aufenthaltes
auf den gemeinſam unternommenen Spaziergängen
(Heiligenberg) immer inniger wurde. Auch über die
nach dem Urteil der Erzählerin vermeintliche Urſache
der Krankheit und des allzu frühen Ablebens des
großen Komponiſten machte die Erzählerin eine An=

Hauptverſammlung am Dienstag, den 21. Juni,
hierſelbſt abhalten. Auf der Tagesordnung ſtehen nach Er=
ſtattung
des Geſchäfts= und Kaſſenberichts, ſowie der Neu=
wahl
von Vorſtandsmitgliedern zwei intereſſante Vor=
träge
. Herr Prof. Dr. Eberſtadt=Berlin ſpricht über
das Thema Die Ausgeſtaltung der Bebauungspläne in
großen und kleinen Gemeinden und Herr Regierungsrat
Piſtor wird die Wohnungsfrage und Säuglingsfür=
ſorge
behandeln.
Von der Großh. Techn. Hochſchule. Am letzten
Mittwoch unternahm eine Anzahl Studierender der
Chemie und Pharmazie unter Leitung von Herrn Ober=
medizinalrat
Prof. Dr. Heyl eine Exkurſion in die
Zündholzfabrik der Herren Reichenbach und Beſſunger
in Nieder=Ramſtadt. Die Umwälzungen, die das Phos=
phorverbot
und Steuergeſetz dieſem Fabrikationszweige
gebracht haben, ließen hier aus der ſeit den 40er
Jahren beſtehenden Anlage ein mit den neueſten
Maſchinen und Einrichtungen ausgeſtattetes Unter=
nehmen
entſtehen. Unter ſachgemäßer Erläuterung
durch die Herren Beſitzer wurde außerdem ein Einblick
in die gleichzeitig betriebene Herſtellung von Schuh=
putzartikeln
gewonnen und ſo viel Lehrreiches und
Intereſſantes geboten.
Verein ſtädtiſcher Beamten. Geſtern war ein
Jahr verfloſſen, ſeit Oberbürgermeiſter Morneweg
aus dem Leben geſchieden iſt. Zu ſeinem Gedächtnis
hat der Verein ſtädtiſcher Beamten einen Kranz mit
Widmungsſchleife am Grabe niederlegen laſſen.
Der Odenwald=Verein Darmſtadt, der ſein Ver=
einslokal
im Alexander=Eck hat, vor zwei Jahren ge=
gründet
wurde und bereits über 150 Mitglieder zählt,
feiert ſein Fahnenweihfeſt im nächſten Jahre. Die
Vorbereitungen hierzu ſind bereits in vollem Gange.
Priv. Schützengeſellchaft. Bei dem letzten
Gabenſchießen der Priv. Schützengeſellſchaft errang
Herr Aug. Riehl zwei erſte Preiſe auf Stand= und
Jagdſcheibe.
* Für den Bismarckturm hat die Firma J.
Glückert, Hofmöbelfabrik hier, 2 ſchöne Bänke ge=
ſtiftet
, die zu beiden Seiten des Portals Aufſtellung
gefunden haben.
* Einen Fackelzug veranſtaltet, wie alljährlich am
21. Juni zur Sommerſonnenmende, die hieſige Stu=
dentenſchaft
zu Bismarcks Gedächtnis. Der Zug
wird ſich durch die Hauptſtraßen der Stadt zum Bis=
marckturm
bewegen, woſelbſt in Anſprachen des gro=
ßen
Toten gedacht wird.
m. Angelſport. Seit geſtern iſt die geſetzliche
Schonzeit für die Fiſche in allen Gewäſſern zu Ende
gegangen. Wie jährlich, konnte man Angler ſehen, die
mit ihren Geräten nach Stockſtadt fuhren, um am Alt=
rhein
dem beliebten Sport zu huldigen. Es dürfte
wohl nicht vielen bekannt ſein, daß am Rhein, Main
und Neckar das Angeln mit der Handangel koſtenlos in
der geſetzlich beſtimmten Zeit nur an Wochentagen
geſtattet iſt. Der geſtrige Tag brachte am Altrhein bei
herrlichſtem Wetter die Angler auf ihre Koſten. Die
beſte Angelſtelle dort iſt vom Bahnhof in 5. Minuten
zu erreichen.
Sommerfeſt im Saalbau. Man ſchreibt uns: Am
kommenden Samstag, den 11. ds. Mts., findet im
Saalbaugarten ein großes Sommerfeſt mit Reunion (Tanz)
ſtatt. Dieſe Sommernachtfeſte werden ſich wiederholen.
Der Garten wird feenhaft beleuchtet ſein und ſoll der
Tanz ſchon nach der erſten Abteilung des Programms be=
ginnen
. Die Konzert= und Tanzmuſik wird von der gan=
zen
Kapelle des Großh. Artilleriekorps mit beſonderem
Programm ausgeführt. (Näh. ſ. Anz.)
Im Heſſiſchen Hof konzertiert Samstag abend
die Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 unter
Herrn Webers Leitung. Die Kapelle folgt anfangs
nächſter Woche dem Regiment zu einer längeren Uebung
nach der Senne bei Paderborn. (Siehe Anzeige.)
* Fahnenflüchtig. Am Montag entfernte ſich ein
Soldat aus Elſaß von ſeinem hieſigen Regiment und
nahm ſeinen Weg quer durch Wald und Feld, bis er
in der Braunshardter Gemarkung Dienstag nachmittag
im Korn liegend aufgefunden wurde. Durch zwei
telegraphiſch beorderte Soldaten wurde er in die
Garniſon zurückgebracht.
* Zum Dorndieler Mord. Karl Georg Riedin=
ger
aus Aßbach (Amt Mosbach i. B.) war unter dem
Verdachte, den Mord in Dorndiel begangen zu haben,
in Mannheim feſtgenommen worden. Er wurde nach
Darmſtadt gebracht und geſtern hier, weil ſich der Ver=
dacht
nicht beſtätigte, wieder freigelaſſen.
Hahn (bei Pfungſtadt), 8. Juni. Geſtern ereignete
ſich ſchon zum zweiten Male der Fall, daß ein Pferd
in eine Waſſerleitungs=Ausſchachtung ſtürzte. Man

deutung. Schon als ganz junger Mann war Schumann
dem Alkohol in jeglicher Form ſehr wenig abhold, und
mit ſtiller Wehmut erinnert ſich Schumanns Jugend=
gefährtin
, daß dieſer es auf Spaziergängen nicht ver=
ſchmäht
habe, ſelbſt zur Flaſche mit Kölniſchem Waſſer
zu greifen, um ſeine krankhafte Sucht zu ſtillen. Dieſe
traurige Tatſache wird ja auch durch die ſpätere leidens=
volle
Krankheit und den frühzeitigen Tod Schumanns,
ſowie durch mancherlei ſonſtige Epiſoden aus ſeinem
Leben nur erhärtet. Pfeife die ſonſt vorherrſchend
war rauchte Schumann nicht ſo erzählt Fräulein
Ritzhaupt, wohl aber Zigarre, wie er überhaupt etwas
Extraes liebte! Noch an manches muſikgeſchichtliche
und andere Ereignis denkt die würdige Dame mit
Freuden zurück, beſonders an den denkwürdigen Be=
ſuch
der Jenny Lind in Heidelberg. Die zahlreichen
Korreſpondenzen, Handſchriften uſw. Schumanns, die
ſich noch heute im Beſitze der Familie Ritzhaupt be=
finden
, werden von dieſer natürlich mit vollem Recht
als eine Art Reliquie behütet und bewahrt.
CK. Die Falſchmünzerwerkſtatt im
Gefängnis. Aus Chicago wird berichtet: Eine un=
angenehme
Entdeckung, die für den Unbeteiligten des
Komiſchen nicht entbehrt, haben die Staatsbehörden von
Jefferſon City machen müſſen; es ſtellte ſich heraus, daß
das große Staatsgefängnis von Jefferſon City ſeit
vielen Jahren eine Falſchmünzerwerkſtatt beherbergt,
in der die Sträflinge nach Herzensluſt falſches Geld
prägten und in Umlauf ſetzten. Man fand die Appa=
rate
in den Zellen der beiden Sträflinge Jaynes und
Bail, die wegen Betruges eine längere Strafe abzu=
büßen
hatten. Es liegt auf der Hand, daß ein Teil der
Gefängniswärter mit den Sträflingen Hand in Hand
arbeitete und daß dieſe Falſchmünzerinduſtrie im
Staatsgefängnis ſeit vielen Jahren blühte und gedieh.
Ein Zufall hat die Tatſache jetzt ans Licht gebracht.
Zwiſchen den verſchiedenen Falſchmünzern entſtand ein
Streit wegen der Teilung des Gewinnes, und dabei
wurde die Sache ruchbar. Als der Oberwärter die
Zellen inſpizierte, fänd er Jaynes und Bail bei ihren
Prägeapparaten in voller Arbeit. Sie fabrizierten voll
Eifer gerade einen Haufen Dollar= und Halbdollar=
ſtücke
. Die weitere Unterſuchung zeigte, daß die

hatte nahezu zwei Stunden Arbeit, bis das arme Tier
aaus ſeiner mißlichen Lage befreit war.
Groß=Gerau, 8. Juni. Aus der Landesirren=
anſtalt
Philippshoſpital bei Hofheim brach ein
Geiſteskranker aus, nachdem er ſich vorher mit
einem großen Steine bewaffnet hatte, den er in der
Rocktaſche verbarg. Ein Wärter eilte ihm nach, wurde
aber von dem Raſenden überfallen und durch Stein=
ſchläge
derart zugerichtet, daß er loslaſſen und ſich ſelbſt
in ärztliche Behandlung begeben mußte. Der rabiate
Burſche wurde in hieſiger Stadt durch Herrn Gen=
darmeriewachtmeiſter
Aßmus aufgegriffen und in die
Anſtalt zurückgebracht.
König, 6. Inni. Geſtern fand in dem herrlich ge=
ſchmückten
Kur= und Badehaus Fafnirhrunnen
feſtliche Einweihung ſtatt. Der Fürſt zu Erbach= Schön=
berg
nebſt Gemahlin und die Gräfin von Solms= Lau=
bach
waren zugegen; der Gemeinderat, an ſeiner Spitze
Herr Bürgermeiſter und Landtagsabgeordneter Büch=
ner
; der Vorſtand des Verſchönerungsvereins und
Odenwald=Klubs ſowie noch mehrere Damen und
Herren nahmen an der Feier teil. Als Einleitung gab
Herr Dr. med. Zimper in längerer Anſprache aus=
führliche
Erläuterungen über die bauliche Einrichtung
des Kurhauſes. Nach kurzer Anſprache des Herrn Ge=
ſchäftsführers
Wehrheim begann die Beſichtigung
der Kur= und Badeanlagen. Der Beſichtigung folgte
ein Gabelfrühſtück. Von mittags 3 Uhr ab war Prome=
nadenkonzert
.
n. Erbach, 9. Juni. Eine Ausſchreitung des
Zorns ſcheint die Tat zu ſein, wegen der geſtern der
18jährige Gutsverwalter Gahmer von einem benach=
barten
Gutshof in Unterſuchungshaft genommen wor=
den
iſt. Auf jenem Hofe wird eine Anzahl polniſcher
Arbeiter beſchäftigt und einer von ihnen hatte beim
Kartoffelhacken auf dem Felde G.s Unwillen erregt. Er
ſchalt jenen aus und verſetzte ihm einen Stoß, wobei
er jedoch ſelbſt zu Fall kam und nun von dem Arbeiter
angepackt wurde. Letzterer ließ jedoch gleich wieder
von ihm ab. G. raffte ſich auf und ſchlug ihm mit einer
Hacke auf den Kopf, ſo daß eine ſchwere Wunde ent=
ſtand
. An ihr liegt der Verletzte in Lebensgefahr
danieder.
Mainz, 9. Juni. Zwei junge Leute kenterten
geſtern mit dem Segelboot Aegir infolge des plötz=
lich
eingetretenen ſtarken Sturmes. Die Gebrüder
Fritz und Heinrich Kehl aus Nierſtein, die gerade mit
ihrem Schiff in der Nähe der Unfallſtelle vor Anker
lagen, hatten den Unfall bemerkt und verſuchten, die
beiden Leute, welche des Schwimmens nicht mächtie
waren und ſomit unter lantem Geſchrei mit den Wel=
len
kämpften, zu retten. Die Gebrüder Kehl ſetzten ihre
ganze Kraft ein und es gelang ihnen, nicht nur die bei=
den
jungen Leute in Sicherheit zu bringen, ſondern ſie
ſtellten das gekenterte Segelboot wieder fahrbereit in=
den
Strom. Die zwei Leute (zeigten ſich ſehr dankbar
gegen ihre Lebensretter. Der Pionier Paul Scha=
cher
von der zweiten Kompagnie des Pionierbataillons
Nr. 21 hatte ſeinem Hauptmann ein ärztliches Atteſt
vorgelegt, das eine ſchwere Erkrankung ſeines
Vaters anzeigte. =Daraufhin bekam er ſechs Tage
Urlaub und es wurde ihm erklärt, daß er nur um Nach=
urlaub
einkommen dürfe, wenn der Tod ſeines Vaters
vor Ablauf des Urlaubs bevorſtehe oder eingetreten ſei
Auf ein Telegramm Schachers Vater geſtorben
erhielt er dann auch noch ſieben Tage Nachurlaub.
Später ſtellte ſich heraus, daß der Vater ſich wohlauf
befindet und ſeine ganze Krankheit nur in einer leich=
ten
Fußerkrankung beſtanden hat. Wegen dienſtlicher
Falſchmeldung wurde Schacher geſtern zu 3 Wochen
Mittelarreſt verurteilt. (Tgbl.)
* Worms, 8. Juni. Wie die W. Z. hört, hat die
Bürgermeiſterei das Angebot des Theaterdirektors
Roemheld, hier Richard Wagners Nibelungen=
ring
zur Aufführung zu bringen, abgelehnt.
Alzey, 8. Juni. Das 7jährige Söhnchen des Tag=
löhners
Fritz Mann goß geſtern einen Topf ſieden=
den
Waſſers über ſich und erlitt dabei lebensge=
fährliche
Brandwunden.
Gan=Algesheim, 8. Juni. Ein hieſiger Bürger
ſtrauchelte bei einem Gang durch den Wald, ſtürzte zu
Boden und verfing ſich derart in einer gelegten
Rehſchlinge, daß ſich die ſtarken Meſſingdrähte feſt
um ſeinen Hals legten. Der zu Tod erſchrockene
Mann hatte alle Mühe, ſich aus der Umklammerung zu
befreien. In den letzten Tagen fand man wiederum
zwei Hunde, darunter ein recht wertvolles Tier, ver=
endet
in ſolchen Rehſchlingen. Hier will man jetzt eine
ganz beſtimmte Spur der Wilderer gefunden haben.
Sie ſollen in einem Nachbarorte wohnhaft und dort
als Wilddiebe allgemein bekannt ſein.

Maſchine in dem Gefängnis von Jefferſon mindeſtens
20 Jahre lang ſtändig im Gebrauch war und ſich von
Sträfling zu Sträfling vererbte. Zwei Wärter, denen
die Mitwiſſerſchaft nachgewieſen werden konnte, ſind
verhaftet; ihre Rolle war es, das gemünzte Falſchgeld
aus dem Gefängnis zu ſchaffen und den Freunden der
Sträflinge zur Weiterverbreitung auszuhändigen.
* Königin Mary als Patriotin. Königin
Mary hat ſchon als Prinzeſſin von Wales bewieſen,
daß ihr die Förderung der einheimiſchen Induſtrie über
Schnitt und Eleganz geht. Pariſer Modiſtinnen und
Schneiderinnen haben bei ihr nie viel verdient. Jetzt
hat ſie ſich aber zu einem Schritt entſchloſſen, der direkt
die Entente Cordiale gefährdet. Wenn ſie und der
König nach dem Buckingham=Palaſt überſiedeln, wird
ſie alle franzöſiſchen Köche aus der Hofküche austreiben.
Was der engliſche Hof ißt, ſoll künftig von engliſchen
Köchen in engliſchem Stil gekocht werden. Guten
Appetit!
* Aus ſüdweſtafrikaniſchen Diaman=
ten
beſteht eine koſtbare Arbeit deutſcher Juwelier=
kunſt
, die nach einer Beſichtigung durch das Kaiſerpaar
zur Brüſſeler Weltausſtellung geſandt wurde. 700 Edel=
ſteine
haben Verwendung gefunden, um ein von der
Kaiſerkrone überragtes W herzuſtellen. Der Wer
des Kunſtwerks wird auf 180000 Mark geſchätzt. Die
größten, 2¾ Karat betragenden Diamanten befinden
ſich in dem die Krone überragenden Reichsavfel. Es
entbehrt nicht eines pikanten Beigeſchmacks, daß dieſe
Arbeit, für die das Material den Diamantenfeldern
unſerer Kolonie abgerungen iſt, in Brüſſel ihren Platz
dicht neben der Ausſtellung der de Beers Compagnie
erhielt, jener mächtigen engliſchen Rivalin der Dia=
mantenregie
unſeres ſüdweſtafrikaniſchen Schutzgebiets.
* Ein merkwürdiger Fall iſt es, daß die
Prämie von 300000 Mark der Preußiſchen Klaſſenlot=
terie
auf die Nummer 187 187 gefallen iſt.
* Ein noch nicht dageweſenes Teſta=
ment
. Wie mehreren Blättern aus Nizza gemeldet wird,
hinterließ ein kürzlich in Mentone verſtorbener Ausländer
ſein auf mehrere Millionen geſchätztes Vermögen dem
Pariſer Bankhaus Rothſchild

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 10. Juni 1910.

Nummer 133.

Gießen, 8. Juni. Geſtern hatte ſich der 28 Jahre.
alte, vielfach vorbeſtrafte Maurer Peter Müller aus
Hähnlein (Kreis Bensheim) wegen Mordverſuchs vor
dem Schwurgericht zu verantworten. Der Ange=
klagte
hat am 28. Februar dieſes Jahres im Zuchthaus
Marienſchloß, wo er wegen Totſchlags eine Zuchthaus=
ſtrafe
verbüßt, die ihm vom Kriegsgericht zuerkannt iſt,
den vorübergehenden Gefangenaufſeher Zubrod hinter=
rücks
mit einem Hammer einen wuchtigen Schlag über
den Kopf verſetzt, ſo daß der Hammerſtiel entzweibrach.
Die Anklage nimmt an, daß damit das
Verbrechen des verſuchten Mordes begangen
ſei. Der Angeklagte behauptet, der Aufſeher
Zubrod habe ihn ſchlechter behandelt wie andere Mit=
gefangene
, er ſei von ihm ſchikaniert und beim Direk=
tor
zur Anzeige gebracht worden und von dieſem dann
wegen Kleinigkeiten beſtraft worden. Am 28. Februar
ſei über ſeiner Arbeitsſtelle ein Fenſter entzwei ge=
gangen
und er habe geäußert, dies habe kein Gefan=
gener
getan. Zubrod, der dies auf ſich bezogen habe,
meldete ihn dem Direktor, der ihm am Vormittag dar=
über
Vorhalt machte. Er habe nach dem Mittageſſen
in einer großen Kiſte die von außen eingetriebenen
Nägel mit dem Hammer umgenietet, da ſei Aufſeher
Zubrod dicht an der Kiſte vorübergegangen und habe
ihn ſpöttiſch lächelnd angeſehen. Müller will in Auf=
regung
den Schlag gegen den Beamten geführt haben.
Die Vernehmung der Sträflinge, die in unmittelbarer
Nähe bei der Tat waren, ergab, daß M. dem Aufſeher
Zubrod aufſäſſig war und wiederholt Drohungen
gegen Z. ausſtieß. Mehrere der Gefangenen ſagen
aus, daß ſie an den Ernſt der Drohungen glaubten.
Den Geſchworenen werden drei Schuldfragen vor=
gelegt
: wegen Mordverſuchs, Totſchlagsverſuchs oder
ſchwerer Körperverletzung mittels hinterliſtigen Ueber=
falles
. Staatsanwalt Trümpert plädiert auf ver=
ſuchten
Mord und beantragte eine Zuchthausſtrafe von
14 Jahren und zehnjährigen Ehrverluſt. Der Vertei=
diger
führte aus, daß die beantragte Strafe beinahe
an die höchſtzuläſſige Strafhöhe heranreiche, die für das
vollendete Verbrechen zugelaſſen ſei. Es handele ſich
aber nur um den Verſuch des Mordes. Der Ange=
klagte
ſei ein minderwertiger Menſch, deſſen Hang zu
Gewalttätigkeiten krankhaft ſei, ſodaß er eigentlich ins
Irrenhaus gehört. Der Verteidiger bittet die Richter
um ein milderes Urteil. Der Gerichtshof erachtet
eine ſechsjährige Zuchthausſtrafe unter
Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die
Dauer von zehn Jahren für eine ausreichende Sühne.
M. nahm das Urteil mit völliger Gleichgültigkeit ent=
gegen
.
m. Friedberg, 8. Juni. In der Zeit vom 14. Juni
bis 10. Auguſt d. J. findet hier am Seminar ein
Fortbildungskurſus für Lehrer im Zeich=
nen
ſtatt. Der Kurſus wird von dem hieſigen
Seminar=Zeichenlehrer erteilt. Srühere ſolcher Kurſe
wurden in Alzey und Darmſtadt abgehalten. Sie haben
den Zweck, die Lehrer mit der neueſten Zeichenmethode
bekannt zu machen. Mit dem Zeichenunterricht nach
der neuen Methode hat man in den Stadt= und Land=
ſchulen
ſeit einigen Jahren gute Erfolge erzielt.
Friedberg, 7. Juni. Vom hieſigen Schöffenge=
richt
wurde heute der Heizer Gr. von Ockſtadt wegen
widerrechtlicher Aneignung nach § 242 zu fünf Tagen
Haft verurteilt. Er hatte in verſchiedenen hieſigen
Wirtſchaften an den Geldſpielautomaten mit beſchädig=
ten
Zweipfennigſtücken geſpielt.
Bad Nauheim, 8. Juni. Der höchſte ruſſiſche
Geiſtliche Deutſchlands, Propſt von Maltzan, zugleich
Geiſtlicher bei der ruſſiſchen Geſandtſchaft in Berlin, iſt
geſtern hier angekommen und bei dem Vorſitzenden des
hieſigen Kur= und Verſchönerungsvereins, Lehrer Aug.
Wagner, abgeſtiegen. Der anläßlich des Geburtstages

Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes
Darmſtadt 1910.
Die Aktmalerei
Nicht ohne Grund und nicht ohne Berechtigung
ſind über die von den Künſtlern des D. K. B. gebotenen
Nacktheiten ſchon harte Urteile gefällt worden. Das
und die Tatſache, daß die Nacktmalerei einen unge=
wöhnlich
breiten Raum in der Ausſtellung einnimmt,
rechtfertigt eine eingehendere Beſchäftigung mit dieſem
Zweig der Malerei. Denn wie kein anderer darf er
als Prüfſtein für künſtleriſches Können, für Farben=
ſinn
und Formenbeherrſchung gelten. An der Dar=
ſtellung
des Nackten ſcheitern viele Kräfte, die ſonſt zu
guten Hoffnungen berechtigen. Darum aber iſt es auch
falſch, die Aktmalerei mit mehr oder weniger guten
Witzen oder mit shocking abzutun, wo die Dar=
ſtellung
den Empfindungen des Beſchauers nicht ent=
ſpricht
oder mit den herrſchenden Anſchauungen über
Sitte und Moral kollidiert.
Wie in allem, ſo iſt es auch in der Darſtellung
des Nackten dem modernen Maler nicht in erſter Linie
um die Darſtellung, ſondern um die Farbe zu tun.
Sein Werk ſoll in erſter Linie Malerei ſein. Von
dem Geſichtspunkte müſſen die Bilder beurteilt werden.
Aber weniger noch wie in anderen Ge=
bieten
laſſen ſich in der Darſtellung des
nackten menſchlichen Körpers die Urge=
ſetze
der Kunſt und der Schönheit ver=
leugnen
. Und auf keinem anderen wie auf dieſem
Gebiete wird es der großen Menge ſo ſchwer, dem
Künſtler auf ſeinen Sonderwegen zu folgen; denn wo
es ſich um die Darſtellung des menſchlichen Körpers
handelt, muß man ein Urteil auch dem zugeſtehen, dem
man es ſonſt vielleicht beſtreiten kann. Unendlich viel
ließe ſich hierüber ſagen und unendlich viel iſt ſchon
geſagt und geſchrieben worden.
Unerſchöpflich allein iſt das Thema Kunſt und
Moral. Die Frage, ob der nackte Menſch, inſonder=
heit
das nackte Weib, aller Schöpfungen Krone, über=
haupt
gemalt oder geformt werden ſollen, iſt unbedingt
zu bejahen. Und bis zu einem gewiſſen Grade
iſt die Forderung der Künſtler, Freiheit für ihre Werke,
Schaffen ohne beengende Feſſeln der Sittlichkeit und
Moral, berechtigt. Unmöglich aber iſt es, Kunſt und
Moral überhaupt zu trennen. Denn ſolange die Kunſt
ihre ſchönſte und edelſte Aufgabe erfüllt, den Menſchen
zu bilden, zu veredeln, und dieſe Aufgabe muß ewig
der Kunſt hehrſtes und ſchönſtes Ziel bleiben, ſolange
wird ſie von moraliſchem oder aber unmoraliſchem Ein=
fluß
bleiben. Daß die Menſchheit nach und nach nur
aus Kunſtſachverſtändigen beſteht, kann im Ernſt nicht
gefordert werden.
Unbeſtreitbar iſt der ewig untrennliche Zuſammen=
hang
zwiſchen Künſtler und Menſchentum. Die Künſt=
ler
in jeglicher Geſtalt ſind, ſeit es Menſchen, ſeit es
eine Kultur gibt, berufen geweſen, als Auserleſene,
als Gottbegnadete den Menſchen Mittler zu ſein der
göttlichen Kunſt, der Schönheit. Nicht aus ſich ſelbſt
beraus haben die Künſtler dieſes hehre Mittleramt

der Kaiſerin von Rußland, der Protektorin der hieſigen
ruſſiſchen Gemeinde und Kirche, abgehaltene Feſtgottes=
dienſt
war ſehr ſtark beſucht, auch von nicht der ruſſi=
ſchen
Gemeinde angehörenden Kurgäſten. Die Geſänge
wurden von dem ruſſiſchen Kirchenchor der Gewerbe=
akademie
in Friedberg ausgeführt.
Lehrbach (Kreis Alsfeld), 8. Juni. Der 18jährige
Sohn des Fuhrunternehmers K. Lenz wollte an einen
ſchwer beladenen Holzwagen einen leeren Wagen an=
hängen
. Als er die Anhängekette unter erſterem
Wagen befeſtigen wollte, zogen die Pferde an und das
Hinterrad des ſchweren Holzwagens überfuhr die Bruſt
des bedauernswerten jungen Mannes. Nach zwei
Stunden iſt er ſeinen inneren Verletzungen erlegen.
Mücke, 8. Juni. Geſtern ſuchte man durch einen
Polizeihund aus Gießen die Spur des Einbrechers
in dem Baiſtſchen Metzgerladen zu ermitteln. Der
Hund verfolgte eine Spur, die in das Wärterhäuschen
auf der Holzinduſtrie führt. Ob der Inſaſſe dieſes
Häuschens als Täter in Betracht kommen kann, bleibt
dahingeſtellt, wird aber bezweifelt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 8. Juni. Heute mittag fand
die Vermählung des Prinzen Friedrich
Wilhelm von Preußen mit der Prinzeſſin
Agathe von Ratibor und Corvey unter Teil=
nahme
des Kaiſerpaares, der Kronprinzeſſin, der kaiſer=
lichen
Prinzen und Prinzeſſinnen, der Anverwandten
einer großen Zahl von Gäſten, des Reichskanzlers, der
Miniſter uſw. ſtatt. Im Apolloſaale des Neuen Palais
wurden die Ehepakten geſchloſſen. Die ſtandesamtliche
Eheſchließung wurde durch den Oberhofmarſchall Grafen
Eulenburg vollzogen. Die kirchliche Trauung vollzog in
der zu einer Kapelle umgewandelten Jaſpis=Galerie Ober=
hofprediger
Dryander. Bei der Galatafel im Marmorſaale
brachte der Kaiſer, wie ſchon mitgeteilt, einen Trinkſpruch
auf das neuvermählte Paar aus. Nach Schluß der Tafel
begaben ſich die Neuvermählten nach Schloß Seitenberg.
(Nach dieſer Meldung hat nur eine evangeliſche kirchliche
Trauung ſtattgefunden, während die Braut katholiſchen
Glaubens iſt.) Zu den epidemiſchen Haar=
erkrankungen
, über die wir berichteten, wird weiter
gemeldet, daß auf Anordnung des Berliner Magiſtrats in
den Schulen die Erkrankungen an fleckenweiſe auftretendem
Haarausfall in ſyſtematiſcher Weiſe von den Schulärzten
beobachtet und in Behandlung gegeben werden ſollen.
Fünf in der Strafanſtalt in Plötzenſee internierte
Verbrecher, die in den letzten Tagen ein längeres
Stück Kabeldraht in den Schlafſaal geſchleppt und zu
einem Drahtſeil verarbeitet hatten, ließen ſich daran in
der vergangenen Nacht in den Hof hinab und entkamen.
Der Kaſſenrendant Rielke, der im Krankenhauſe Betha=
nien
3700 Mark unterſchlug und vor 8 Tagen die
Flucht ergriff, iſt geſtern in Schmöckwitz als Leiche aus dem
Waſſer gezogen worden.
Wiesbaden, 8. Juni. Die Strafkammer ver=
urteilte
den Prediger der freireligiöſen Gemeinde,
Georg Welker, nach zweitägiger Verhandlung, unter
Freiſprechung im übrigen, wegen Beleidigung des
katholiſchen Pfarrers Diefenbach in Rauenthal in zwei
Fällen zu 500 Mark Geldſtrafe.
Homburg, 8. Juni. Die Dispoſitionen für die
nächſtjährige Prinz Heinrich=Fahrt ſcheinen
unterwegs ſchon beſprochen zu ſein. Es ſollen wichtige
Aenderungen eintreten. Prinz Heinrich hat einen neuen
Preis geſtiftet, der internationaler ſein wird als
der ſeitherige. Das heißt, die Fahrt ſoll ſich nicht mehr
in den Grenzen Deutſchlands bewegen, ſondern darüber
hinausgehen nach Oeſterreich, Italien und Rußland. In
jedem Jahre ſoll das Ziel ein anderes Land ſein. Ge=

übernommen, es wurde ihnen in naturgemäßer Konſe=
quenz
der Entwicklung des Menſchentums übertragen,
weil das dem Menſchen ſeit urewiger Zeit inne=
wohnende
Sehnen nach Schönheit eines Mitt=
lers
bedurfte. Denn dieſes Sehnen nach Schönheit iſt
ſo alt wie die Menſchheit, der allein von allen Natur=
geſchöpfen
ein bewußtes Schönheitsempfinden ver=
liehen
wurde, das den Menſchen weit emporhebt über
alle Schöpfungen der Natur.
Und diefes, ein ewig unſtillbares Sehnen aus=
löſende
Schönheitsempfinden iſt die treibende Kraft
unſerer geſamten Kulturentwicklung. In ihm beruht
in ureigenſtem Grunde alles, was den Menſchengeiſt
zu ſteigender Entwicklung und Entfaltung trieb und
treibt. So ſtark iſt dieſes Sehnen, daß Generationen
danach ſtrebten in dem Bewußtſein, daß es nicht ihnen,
ſondern erſt dem kommenden Geſchlecht teilhaftig wer=
den
kann. Herrſchend aber war immer die ewig
aktuelle Frage der Schönheit des menſchlichen Körpers
und der Darſtellung des Nackten in der Kunſt.
Zu allen Zeiten hat die Kunſt ein beſtimmtes Ziel
vor Augen gehabt, deſſen Erreichung ihr die ſchwerſten
Aufgaben ſtellte, das ſie aber auch Werke von wunder=
barer
Schöne ſchaffen ließ. Und dieſer Aufgaben
ſchönſte und ſchwerſte war und wird für alle Zeiten
ſein die Darſtellung des nackten Weibes. Wohl gibt es
in der Natur andere Geſchöpfe, die durch Farben= oder
Formenpracht glänzen Vögel, Schmetterlinge, Blu=
men
, aber das bewußte Empfinden dieſer Schönheit
geht ihnen ab, es fehlt ihnen die ſchönheitsdürſtende
Seele. Dieſe kann nur in einem alle anderen über=
ſtrahlenden
Naturgeſchöpfe wohnen, und das iſt der
Menſch, der auch in einzelnen Stadien ſeiner Entwickel=
ung
einen beſtimmten Grad der Vollendung, richtiger
geſagt, vollendeter Schönheit zeigt, wie das bei keinem
anderen Naturgeſchöpf der Fall iſt. Iſt es demnach un=
beſtritten
, daß der Menſch der Schöpfung ſchönſtes
Werk, ſo iſt auch unbeſtritten ſeine Darſtellung in
Bild oder Plaſtik höchſtes und ſchönſtes Ziel der Gott=
begnadeten
. Die Kunſt kann die Nacktheit nicht ent=
behren
. Die ſchwierige Frage iſt nur, wie iſt ſie dar=
zuſtellen
!
Da kommen wir wieder zum Thema Moral. Wir
wiſſen, daß das klaſſiſche Altertum die Intereſſen der
Moral denen der Kunſt überordnete, weil ihr zum
großen Teil auch die Aufgabe der Erziehung der Ju=
gend
zufiel. Heute ſind wir, ſo ſchreibt Georg Ker=
ſchenſteiner
, weſentlich einſichtiger und damit auch
nachſichtiger geworden. Wir haben gelernt, daß Wiſſen=
ſchaft
, Kunſt und Moral drei Königreiche des menſch=
lichen
Geiſtes ſind, deren Verfaſſung dem allgemeinen
Entwickelungsgang, wie alle anderen Erdendinge,
unterliegt. Wir haben gelernt, daß durch die Fixier=
ung
unwandelbarer Geſetze das Reich der Moral in
ein Reich der Scheinheiligkeit und Heuchelei, das Reich
der Wiſſenſchaft in ein Reich der ſcholaſtiſchen Spitz=
findigkeit
und der Lüge, das Reich der Kunſt in ein
Reich der Schablone, der Routine und des gefühlloſen
Virtuoſentums ſich umwandeln wird. Aber gleichwohl
bleibt für alle menſchliche Tätigkeit ihr

naueres dürfte erſt in den nächſten Tagen bekannt werden,
wenn in Frankfurt die entſcheidende Sitzung abgehal=
ten
iſt.
Welzheim, 9. Juni. Geſtern vormittag traf ein
Gendarm auf einer Streife an der Gſchwender=
ſtraße
zwei Handwerksburſchen. Auf ſeine Aufforder=
ung
, ſtehen zu bleiben, griffen ſie nach Steinen. Der
Landjäger machte von ſeinem Gewehr Gebrauch und
ſchoß dabei den 20 Jahre alten Taglöhner Leon Hahn
aus Sickert im Elſaß durch den Hals, ſodaß der Tod
alsbald eintrat. Das Gericht hat ſich an Ort und
Stelle begeben, um den Tatbeſtand feſtzuſtellen. Das
Ergebnis iſt noch nicht bekannt.
Biedenkopf, 7. Juni. Auf der Grube Storch und
Schöneberg bei Goſenbach verunglückten geſtern
vier Arbeiter dadurch, daß der Förderkorb ein Ge=
rüſt
umriß. Während drei von ihnen ſich retten konn=
ten
und nur gering verletzt wurden, verſchwand der
letzte, ein junger Mann namens Bäumer aus Ober=
ſcheld
, in dem 800 Meter tiefen Schacht. Seine Leiche
war kaum erkennbar.
Bielefeld, 8. Juni. Nach dem Genuß von geräu=
chertem
Seelachs, den Fabrikarbeiter zu billigem Preis
von auswärts bezogen hatten, erkrankten 80
Perſonen an Vergiftungserſcheinungen.
Wien, 8. Juni. Da ſich die Animier=Inſerate
und=Zirkulare mehren, worin das Publikum zu
Börſengeſchäften mit Verheißung ſicheren Gewinnes
eingeladen wird, erließ die Börſenkammer eine öffent=
liche
Warnung und erklärte, gegen die Urheber, ſofern
ſie Börſenbeſucher ſind, mit den ſtrengſten Strafen
vorzugehen.
Paris, 9. Juni. Wie aus Cherbourg gemeldet
wird, machte der Sohn des Präſidenten der Republik
Guatemala Diego Eſtrada Cabrera, als er in
Begleitung zweier Aerzte und einer Wärterin daſelbſt
eintraf, um an Bord eines deutſchen Dampfers in ſeine
Heimat zurückzukehren, in einem unbewachten Augen=
blicke
einen Selbſtmordverſuch, indem er ſich
mittels Glasſcherben tiefe Schnittwunden am Halſe
beibrachte. Der 29jährige Diego Eſtrada Cabrera,
welcher ſchwindſüchtig iſt, ſoll die Tat aus Verzweif=
lung
darüber begangen haben, daß die Aerzte ſeinen
Zuſtand als unheilbar erklärt haben.
Calais, 8. Juni. Infolge des günſtigen Wetters
befeſtigten die Taucher den Pluvioſe mit ſieben
Ketten an die Hebeprähme. Es beſteht Hoffnung, den
Pluvioſe bei der Flut zu heben und gegen Mitter=
nacht
einſchleppen zu können.
Bukareſt, 8. Juni. Nachdem es ununter=
brochen
24 Stunden regnete. mußten der
Schulunterricht, die Fabrik= und Werkſtättenarbeiten
eingeſtellt werden. Der Eiſenbahnverkehr iſt vielfach
unterbrochen. Für die Ernte wird Beſorgnis gehegt.
London, 8. Juni. Wie dem Reuterſchen Bureau
aus Malta gemeldet wird, brachte der Hamburger
Dampfer C. Ferd. Laeiß ſieben Meilen von der
St. Paulsbay eine ſizilianiſche Schmack zum Sin=
ken
; von der aus ſieben Mann beſtehenden Beſatzung
ſind vier ertrunken.
Tiflis, 8. Juni. Unbekannte Täter durchbohr=
ten
in der Nähe der Station Notaneby der trans=
kaukaſiſchen
Eiſenbahn das Rohr der Petroleum=
leitung
, um Petroleum zu entwenden. Das aus=
rinnende
Petroleum bildete einen See, den die Uebel=
täter
anzündeten. Das Feuer nahm eine große Aus=
dehnung
an, umfing den Eiſenbahndamm und zer=
ſtörte
die Bahnbrücke. Der Verkehr mußte infolge=
deſſen
eingeſtellt werden. Aus Batum wurden Arbei=
ter
für die Löſcharbeiten und die Wiederherſtellung der
Brücke entſendet.

moraliſcher Gehalt der letzte und höchſte
Wertmeſſer. Unſere Nachſicht gegen die öffent=
lichen
Darbietungen der Kunſt und ihre Werke muß da
ihre Grenzen haben, wo ſie uns nicht dem letzten Ziele
aller menſchlichen Kulturarbeit näher bringen, ſondern
von ihm entfernen. Worin unſere Strenge ſich von
der Strenge des klaſſiſchen Altertums unterſcheidet,
das iſt unſere Anſchauung, daß die Kunſt ſich nicht
direkt moraliſche Zwecke zu ſetzen hat. Nicht das Mo=
raliſche
ſoll die bewußte Richtſchnur des ſchaffenden
Künſtlers ſein (ebenſo wenig wie das Unmoraliſche),
ſondern die charakteriſtiſche Darſtellung der den Künſt=
ler
beherrſchenden Idee. Aber die Ideen des
Künſtlers ſind die Ideen ſeiner Zeit oder,
der nächſtfolgenden. Wirklich produktiv iſt nur der
Künſtler, den die Ideale ſeiner Zeit treiben und der
an ihnen mitarbeitet. Alle, die wir heute in der Ruh=
meshalle
der wahrhaftig Großen erblicken, haben einſt
ihren Zeitgenoſſen durch ihre Kunſt die Ideale vor
Augen gehalten. Um ihretwillen iſt das Reich der
Kunſt zum ebenbürtigen Königreich geworden neben
jenem der Wiſſenſchaft und der Moral.

Erfüllen dieſe Forderung die modernen Nackt=
maler
, wie wir ſie auf unſerer Ausſtellung ſehen?
Nein! Niemand wird behaupten können, daß die Mehr=
zahl
der Künſtler in der Darſtellung des nackten Wei=
bes
die Ideen unſerer Zeit erfaßt, unſerem Schönheits=
empfinden
entſpricht. Wenige nur ſind auserwählt.
Z. B. Mar Klinger, der leider nur wenig geſandt
hat, deſſen drei Aktzeichnungen (Nr. 285) von keinem
anderen erreicht werden. Wie wunderbar und wie
keuſch trotz aller Offenheit hat der Meiſter die nackten
Mädchenkörper dargeſtellt. Mit welcher Sicherheit ſind
die Linien geführt, mit welch künſtleriſcher Vollendung
die weichen, knoſpenden oder reifen Glieder geformt.
Und mit wie geringen Mitteln vermag der Künſtler
Schönheit zu geben. Schönheit in jeder Linie, in jeder
Bewegung. Selbſt in dem in der Gegenüberſtellung
der Formen faſt raffiniert modellierten liegenden Akt
ſind dem Künſtler einzig die Geſetze der Schönheit maß=
gebend
geweſen. Die gleichen Beſtrebungen, Schönheit
in Form und Linie des Körpers zu geben, kehren auch
in den 4 Radierungen aus dem Zyklus Vom Tode‟
wieder, die ja ſchon bekannt ſind und in denen Klin=
ger
auch ſein Kompoſitionstalent, ſeine künſtleriſche
Phantaſie offenbart.
Sehen wir weiter den weiblichen Akt von Emil
Orlik=Berlin (177). Mit welch ſeltener Zartheit in
der Fleiſchfarbe iſt das gemalt und wie weich und
warm in der Formengebung. Wie wirkt dieſes Bild
ſo äſthetiſch trotz der Formenfülle und wie trefflich iſt
es auch als Malerei. Das Kolorit iſt trotz der zarten
Pinſelführung modern, nichts ſtört herausfordernd,
und meiſterhaft ſind die Farben zueinander abgeſtimmt
in der etwas ungewohnten aber keineswegs unnatür=
lichen
Beleuchtung. Es ſei bei dieſer Gelegenheit
gleich das zweite Bild des Künſtlers, das große Still=
leben
mit Silber=Faſan (Nr. 178) erwähnt. Es zeigt

[ ][  ][ ]

Seite 5.

Nummer 133.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 10. Inni 1910.
Sie wird nach dem Nebenzimmer geſchafft, von wo ſief zu verſchaffen und andererſeits neue Beleidigungen
Parlamentariſches.
nach einiger Zeit, anſcheinend wieder beruhigt, er=

*X* Darmſtadt, 9. Juni. Der Sonderaus=
ſchuß
der Zweiten Kammer für die Reviſion der
Verwaltungsgeſetze hielt heute eine gemeinſame
Beratung mit der Regierung ab, für welche die Herren
Miniſter des Innern v. Hombergk und Geheimerat
Beſt zugegen waren. Zur Beratung ſtanden die noch
ſtrittigen Punkte der Städteordnung, die der Aus=
ſchuß
bis nach Anhörung der Regierung zurückgeſtellt hatte.
Dieſe Beanſtandungen des Ausſchuſſes wurden in Ueber=
einſtimmung
mit der Regierung eingehend durchgeſprochen
und erledigt, ſo namentlich die Entſcheidung über die Ge=
nehmigungspflicht
der Stadtverordnetenbeſchlüſſe und die
auf die Stärkung der Selbſtverwaltung gerichteten Ab=
änderungsvorſchläge
. Die Abſtimmung über die Beſtäti=
gung
der Bürgermeiſter und Beigeordneten, ſowie über
die Einführung der Verhältniswahl bei den Stadtverord=
netenwahlen
ſoll morgen erfolgen; an dem Beſtätigungs=
recht
der Bürgermeiſter und Beigeordneten hält die Regie=
rung
feſt. Die Entſcheidung über die Vorſchriften bezüg=
lich
des Inſtanzenzuges und die Schlußabſtimmung über
die Kapitel in betreff der ſtädtiſchen Finanzen ſoll nächſte
Woche erfolgen.
Der Allenſteiner Mordprozeß.
Allenſtein, 8. Juni. Am heutigen, dritten
Verhandlungstage, teilt der Vorſitzende Geh. Juſtizrat
Bröſe mit, daß bereits jetzt die anonyme Briefſchreibe=
rei
losgehe. Er habe einen Brief bekommen, in dem
ihm vorgeworfen wurde, er hätte die hochwohlgeborene,
gnädige Angeklagte mit tiefen Bücklingen empfangen.
Das ſei eine gemeine Beſchimpfung, die direkt aus der
Luft gegriffen ſei.
Es werden hierauf die auf heute geladenen zwei
Zeugen aufgerufen. Zunächſt wird Hauptmann
Lamotte (Charlottenburg) aufgerufen, der früher in
Allenſtein geſtanden hat und zwar als Regiments=
adjutant
beim 10. Dragoner=Regiment. Er ſoll ver=
nommen
werden über die Geſchichte mit dem anonymen
Brief, den die Angeklagte aus Eiferſucht an eine Dame
der Allenſteiner Geſellſchaft geſchrieben hatte. Der
Zeuge bekundet, daß er eines Tages Frau v. Schöne=
beck
vor der Haustür, auf der Erde liegend, vorgefun=
den
habe. Neben ihr lag ein Fläſchchen, ſodaß der
Zeuge annahm, ſie hätte Gift getrunken. Der Zeuge
benachrichtigte den Ehemann, der dann ſeine Frau in
einer Droſchke abholte. Das Fläſchchen ſoll nach der
Bekundung eines Oberſtabsarztes Opiumtinktur ent=
halten
haben. Die Angeklagte erklärt hierzu, daß ſie
nicht zu Herrn Lamotte, als Regimentsadjutant, ge=
gangen
ſei, weil ſie fürchtete, daß gegen ſie eine Unter=
ſuchung
wegen des anonymen Briefes eingeleitet wer=
den
könnte; ſie habe ſich lediglich mit Frau Lamotte
ausſprechen wollen. Der Zeuge wird dann über den
Major v. Schönebeck befragt, mit dem er 5½ Jahre zu=
sſammen
gedient hatte, und bekundet, daß Herr von
Schönebeck ein ſehr tüchtiger, ruhiger und in ſeinen
Lebensgewohnheiten ſehr mäßiger Offizier war, ein
paſſionierter Jäger, der ſich aus Geſellſchaften ſehr
wenig machte. Gegen ſeine Untergebenen war er
ſtreng, aber gerecht, in Geldangelegenheiten korrekt.
Frau v. Schönebeck war lebensluſtig, in der Geſellſchaft
unterhaltend und vergnügt, ſpäter ließ ſie ſich ſtark=
von
Herren den Hof machen. Es iſt auch unter Offi=
zieren
darüber geſprochen worden.
Es werden darauf die Augenſcheinsprotokolle ver=
leſen
. Während deſſen beginnt die Angeklagte erſt leiſe
und dann immer ſtärker zu weinen. Der Vorſitzende
bittet ſie, ſich nach Möglichkeit zuſammenzunehmen.
er verſtehe, daß dieſe Beſprechung unangenehme Er=
innerungen
bei ihr auslöſe. Als bei der Verleſung
die Lage des Kinderzimmers erörtert wird, ſtößt ſie
plötzlich gellende Schreie aus und bricht zuſammen.

ſcheint. Während der weiteren Verleſung der Augen=
ſcheinsprotokolle
ſitzt die Angeklagte ganz apathiſch da.
Kriegsgerichtsrat Reichardt (Poſen) war zur=
zeit
des Mordes in Allenſtein und hat damals den
Unterſuchungsrichter Conradi vertreten, wenn dieſer
viel beſchäftigt war. Der Zeuge hat am 30. Dezember
1907 mit dem 1. Staatsanwalt Nietzki und dem Krimi=
nalkommiſſar
Wannowski eine Unterſuchung der
Schönebeckſchen Wohnung vorgenommen. Es wurde
dabei der Schreibtiſch des Toten geöffnet und ihm die
Briefe, Wertpapiere und das Teſtament entnommen.
Im Schlafzimmer der Angeklagten wurden 3 Bilder
des Herrn v. Goeben entdeckt, ferner unter Wäſche ver=
ſteckt
zwei Schlüſſel, von denen der eine zur Wohnung
des Herrn v. Goeben paßte. Ferner wurde bei der
Hausſuchung ein anonymer Brief gefunden, der an
Major v. Schönebeck gerichtet und in ſchlechtem Deutſch
geſchrieben iſt, ſodaß er offenbar von einer Polin her=
ſtammt
. In dem Briefe wird der Major darauf auf=
merkſam
gemacht, daß ſeine Frau fortwährend Offiziere
empfange.
Nach einer kurzen Pauſe begeben ſich die Prozeß=
beteiligten
zu dem Mordhauſe in der Schloß=
freiheit
, das vom Gerichtsgebäude etwa 300 Meter ent=
fernt
liegt. Es iſt ein von außen ſehr einfach aus=
ſehendes
, innen aber recht bequem gebautes einſtöckiges
Haus mit Giebelwohnung und einem kleinen Seiten=
flügel
, in dem die Küche untergebracht iſt. Nach der
Bluttat iſt es, da es anderen Zwecken dienen ſollte,
umgebaut worden. Das Schlafzimmer des Majors
war früher von dem Speiſezimmer durch eine Wand
getrennt; dieſe Wand iſt jetzt niedergelegt. Das Fen=
ſter
im Korridor, durch das Herr v. Goeben eingeſtie=
gen
iſt, war früher mit einem Bindfaden von innen
feſtgebunden; jetzt iſt es mit einem Riegel verſchloſſen.
Von dem Korridor führte eine Tür ins Speiſezimmer,
die heute vermauert iſt. v. Goeben betrat durch dieſe
Tür das Speiſezimmer, um von dieſem in das Schlaf=
zimmer
des Majors zu gelangen. Die Prozeßbeteilig=
ten
beſichtigten eingehend alle Räume, ebenſo den Gar=
ten
, den Hof und den Stall und ſtellten verſchiedene
Verſuche an, ob die Ausſagen einiger Zeugen mit den
Lokalitäten in Einklang zu bringen ſind. Morgen
werden die Verhandlungen fortgeſetzt.

Die Enzyklika.
* Berlin, 9. Juni. Der Ausſchuß für die
Proteſtverſammlung im Zirkus Buſch am
Sonntag, dem 12. Juni, mittags 12 Uhr, erläßt nun=
mehr
einen Aufruf zur Teilnahme an dieſer Kund=
gebung
. Er fordert alle evangeliſchen Männer und
Frauen und alle Freunde der Reformation in Berlin
und Umgegend auf, mit ihm aus religiöſen und natio=
nalen
Gründen einmütigen Proteſt gegen dieſe Her=
ausforderung
des geſamten Proteſtantismus und
Störung des konfeſſionellen Friedens zu erheben und
zugleich ſich freudig zur Reformation als dem großen
und fruchtbringenden Wendepunkt unſeres geiſtigen
Lebens zu bekennen. In der Proteſtverſammlung
ſprechen Geh. Juſtizrat Profeſſor D. Dr. Kahl, Pro=
feſſor
Dr. Hans Delbrück, die Reichstagsabgeordneten
Major a. D. Stroſſer und D. Naumann, ſowie Predi=
ger
Profeſſor D. Scholz.
* Wien, 8. Juni. Im Abgeordnetenhauſe
wurde von dem deutſchradikalen Abgeordneten
Stransky eine Interpellation wegen der
Borromäus=Enzyklika eingebracht und an den
Miniſterpräſidenten die Anfrage gerichtet, welche Maß=
nahmen
er zu treffen gedenke, um einerſeits den öſter=
reichiſchen
Proteſtanten als treuen Staatsbürgern
gegenüber den Angriffen durch den Papſt Genugtuung

derſelben von römiſcher Stelle aus zu verhindern.
Ferner wird gefragt: Warum unterhält die öſterrei=
chiſche
Regierung einen Botſchafter beim Vatikan,
wenn dieſer in ſolchen Fällen nicht rechtzeitig von ſei=
nem
Einſpruchsrechte als Vertreter Oeſterreichs, zu
welchem Staate auch Proteſtanten gehören, Gebrauch
macht?
* Bern, 8. Juni. Im hieſigen Konſiſtorium
erhob ein Mitglied energiſchen Proteſt gegen die be=
leidigenden
Ausdrücke, deren ſich der Papſt in ſeiner
letzten Enzyklika mit Bezug auf die Reformation und
die Reformatoren bedient hat.
Die Interpellation im preußiſchen Ab=
geordnetenhauſe
.
* Berlin, 9. Juni. Im preußiſchen Abge=
ordnetenhauſe
kamen heute die Interpellationen
der beiden konſervativen und der nationalliberalen
Partei, betreffend die Borromäus=Enzyklika,
zur Beſprechung. Der Wortlaut der Interpellationen iſt
bereits mitgeteilt.
Zur Begründung der konſervativen Inter=
pellation
erhält Freiherr v. Pappenheim
(konſ.) das Wort, welcher ausführt: In keinem Reiche
haben die inneren Kämpfe ſo nachhaltige Wunden ge=
ſchlagen
, wie in Deutſchland. Wunden ſind uns ge=
ſchlagen
worden, die hunderte von Jahren zur Heil=
ung
bedurften. Deshalb iſt bei uns der Wunſch nach
Frieden beſonders ſtark. In Preußen haben wir neben
Fahlreichen Katholiken eine Majorität von Proteſtan=
ten
. Gerade deshalb iſt die Eintracht nötig. In den
großen Kriegen haben beide Konfeſſionen zuſammen=
geſtanden
. Das konfeſſionelle Friedensbe=
dürfnis
iſt lebhaft in Deutſchland, aber der konfeſ=
ſionelle
Friede bedarf auch nirgends ſo der Pflege, wie
in Deutſchland. Wir haben alles getan, um den Frie=
den
aufrecht zu erhalten. Der Friede darf aber kein
ſchwächlicher Friede ſein, er muß begründet ſein auf
gegenſeitige Achtung. Alles, was dieſe gegen=
ſeitige
Achtung außer Acht läßt, gefährdet den Frieden
und muß zurückgewieſen werden. Wir verlangen nun
von der Königlichen Staatsregierung zu wiſſen, was
ſie zu tun gedenkt durch ihren Geſandten gegenüber der
Enzyklika, die eine Beſchimpfung der Reformation und
der proteſtantiſchen Fürſten enthält. Es wird jetzt be=
hauptet
, es habe nicht die Abſicht vorgelegen, die
Reformation zu beſchimpfen und den inneren Frieden
zu ſtören. Dieſe Behauptung ſteht mit den Tatſachen
in Widerſpruch. Ueberall in Deutſchland iſt eine tiefe
Erregung infolge dieſer Enzyklika entſtanden.
müſſen auf dieſe Erregung Rückſicht nehmen, umſomehr,
da wir ſie für durchaus berechtigt halten. Keine Deu=
telung
und Entſchuldigung kann die Tatſache aus der
Welt ſchaffen, daß es ſich um eine Beſchimpfung
der Reformation gehandelt hat. Und das alles
nach den Vorgängen der letzten Zeit, wo unſer =
nigshaus
beſtrebt geweſen iſt, den konfeſſionellen
Frieden zu fördern! Ich freue mich, feſtſtellen zu kön=
nen
, daß auch zahlreiche Katholiken das Gefühl des Be=
dauerns
über dieſe Enzyklika haben. Ich hoffe, daß die
Königliche Staatsregierung alles tun wird um ſolche
ſchwere Gefährdung des konfeſſionellen
Frie de ns für die Lukunft zu verhin=
dern
. Wir ſind keine konfeſſionelle Partei, aber wir
haben immer den Proteſtantismus geſchützt, und wir
werden auch in Zukunft auf dem Poſten ſein, um zu
verhüten, daß unſerer heiligen evangeliſchen Kirche
irgend welcher Schaden erwächſt.
Die nationalliberale Interpellation
begründet Abg. Hacken berg (natl.). Wiederholt
ſind ſchwere Angriffe auf die evangeliſche Kirche von
Rom ausgegangen. Ich erinnere an die Caniſius=En=

den Künſtler von ganz anderer Seite. Vielleicht iſt
rein künſtleriſch dieſes Bild noch höher einzuſchätzen,
als der Akt. Jedenfalls iſt es ganz reizend komponiert
und verrät in der Farbendispoſition den Meiſter, der
auch aus der Sicherheit der Zeichnung ſpricht.
Dann Franz von Stuck. Wohl unterſcheidet
er ſich von den genannten durch die ſtarke Sinnlichkeit,
die z. B. ſeine Salome (Nr. 235) verrät, verraten
muß, denn in des Herodias Tochter verkörpert ſich die
ganze ſinnliche Leidenſchaft ihres Geſchlechts. Aber es
iſt eine geſunde Sinnlichkeit, die der Künſtler in die
weichen und lebendigen Farben legt, in die Bewegung
des herrlichen Körpers. Auch hier nur Schönheit. Und
wenn Stuck der ſchönen Salome einen tieriſch=häßlichen
Negerſklaven beigibt, in deſſen dunkles Gelock ein blu=
tiges
Rot hineinmalt, ſo iſt das Phantaſtik, die durch
die Kontraſtwirkung wohl die Schönheit des Aktes
noch zu heben beſtimmt iſt. Wie ſchön auch iſt in
Haltung und Modellierung und Kolorit die Aphrodite
Kalipygos (237) gemalt; auch der Pan, wenn dieſer
auch nicht als Akt zu beurteilen iſt. In allen Bildern
geht Stuck nach alter Gewohnheit bis ins kleinſte De=
tail
. Auch der Aufmachung, dem Rahmen, widmet er
ſeine Kunſt, in richtiger Erkenntnis von deſſen Wichtig=
tigkeit
. Ueber von Stucks techniſches Können iſt nichts
mehr zu ſagen. Seine Meiſterſchaft iſt unbeſtritten.
Auch Otto Höger=Weimar, der diesjährige Trä=
ger
des Villa Romana=Preiſes, deſſen Malweiſe ſich ſo
ganz von der der vorgenannten Künſtler unterſcheidet,
gibt Schönheit in ſeinen nackten Körpern, wenngleich
hier offenbar ſchon die Farbengebung des ganzen Bil=
des
der Geſtaltung des Nackten übergeordnet iſt. In
dieſer Beziehung darf der junge Künſtler als Muſter=
beiſpiel
bezeichnet werden. Seine beiden Bilder be=
weiſen
, daß man das eine tun kann, ohne das andere
zu laſſen. Er ſtellt ſeine nackten Menſchen, die er in
verſchiedenem Alter malt, in ſonnige, warme Land=
ſchaften
und macht ſchon dadurch die Nacktheit glaub=
haft
. In freier Haltung und Bewegung malt er ſie,
von goldenen Sonnenſtraßlen umflutet. Und dieſe
Lichtwirkung hat er trefflich ſtudiert. Man ſehe die
Fiſcherfamilie‟ (121), die das noch mehr beweiſt als
die Szene am Waldrand wenn auch dieſes Bild rei=
ſer
ſcheint. Högers Bilder verlangen in ihrer moder=
nen
, lockeren Malweiſe eine beſtimmte Diſtanz für
den Beſchauer, dann aber, wenn die Pinſelſtriche zu
Farbentönen ſich einen, iſt die koloriſtiſche Wirkung
ganz prachtvoll, der heitere Ton der Sonnenlandſchaft
vorzüglich getroffen und die Nacktheit iſt keuſch und
rein.
Sogar Eugen Spiro=Paris, der die Kühnheit
hatte, eine Kurtiſane zu malen, hat ſeinen Akt recht
ſchön und in gewiſſer Keuſchheit gemalt. Charakteriſiert
wird das Bild einzig durch die Umgebung (die nackte
Schönheit empfängt in ihres Leibes Unverhülltheit Beſuch)
und durch das pikante Geſichtchen. Er hat mit Erfolg
verſucht, einen heiklen Vorwurf liebenswürdig darzuſtel=
len
. Künſtleriſch reifer ſind übrigens, wenigſtens vom
Standpunkt des Modernen, die beiden anderen, jüngeren

Bilder des Künſtlers Vor dem Ausgang und Der
Brief in deren lockerer Technik er den Forderungen der
modernen Malerei bedeutend näher kommt.
Dann eine weite Kluft. Als Bilder dieſer Art von
Bedeutung wären vielleicht noch zu nennen ein Akt im
Spiegel (67), in dem Adolf Münzer gutes Können
verrät, das beſonders im Korolit, in der loſen Betonung
der Farben ſich offenbart; die Verſuchung des Ritters von
Wilhelm Gallhof=Weimar (90), ein Bild, das
mehr als Kompoſition und dekoratives Gemälde, denn als
Akt gelten ſoll, in dem aber das nackte Mädchen recht gut
gegeben iſt; die in einem Bilde kleinen Formats vereinig=
ten
drei Aktſtudien in Tempera von Edwin Scharff=
München (202); dann zwei Akte des Worpsweders
Heinrich Vogeler (257, 258), die in Kolorit und
Auffaſſung des Vorwurfs des Worpsweders Eigenart ver=
raten
und ohne Zweifel eines reifen Künſtlers Werke
ſind, wenngleich die intereſſanten Vorwürfe antikes
Mädchen und Porträtakt im Sonnenſchein auch in reiz=
vollerer
Löſung gedacht werden können; das ſchön kompo=
nierte
, im Kolorit aber zu wenig farbenfreudige Sommer
von Alfred Schmidt=Stuttgart (205); die kleinen
Bildchen von Adele von Finck=Berlin Unſchuld und
Lebewelt (83), das im Vorwurf umſo intereſſanter er=
ſcheint
, als es von einer Dame gemalt wurde, übrigens
gut gemalt wurde; die mit reifem Können gemalten
Kinderakte von Alfred Sohn=Rethel=Barbiſſon
(225), von dem ſpäter noch die Rede ſein wird; dann iſt
da noch ein Bild Geburt der Venus von Ferdinand
Staeger=München, in dem der Akt recht gut gemalt
iſt, wenn auch zeichneriſch nicht einwandfrei; denn dieſe
Geſtalt der Venus ſchwebt nicht, ſie ſteht. Ueberhaupt iſt
das Bild verſchieden zu beurteilen. In einzelnen Par=
tien
der Farbendispoſition zeigt es unleugbar gute An=
ſätze
, in anderen wieder iſt es zu beanſtanden. Jedenfalls
iſt der Künſtler talentvoll und verſucht, Eigenes zu geben,
aber die Reife fehlt dem Bild noch.
In all dieſen Bildern herrſcht wenigſtens noch das
Beſtreben vor, Schönheit zu geben. Nun aber die übrigen,
Voran Lovis Corinth=Berlin. Niemand wird dem
genialen Künſtler imponierendes Können beſtreiten. Und
niemand wird dem Eindruck ſich entziehen können, daß die
Bilder mit Titanenkraft gemalt, in packender Realiſtik kom=
poniert
und empfunden ſind. Vor allem ſeine Toten=
klage
und auch die Kreuztragung Bilder, die allein
eingehender Beſprechung wert ſind. Muß man aber nicht
gerade von einem Künſtler, deſſen Können unbeſtreitbar
iſt, verlangen, daß er die Geſetze der Schönheit nicht ver=
leugnet
? Wo iſt in ſeinen Akten Schönheit? Gewiß, auch
der Harem iſt ein Kunſtwerk. Schön modelliert iſt höch=
ſtens
eine dieſer Frauen und dann das iſt bezeichnend
der Neger, wie in der Kreuztragung. Und gemalt ſind
ſie durchweg in unſchöner, unreiner Farbe, die nichts we=
niger
als natürlich iſt. Die geſuchte Sinnlichkeit in der
Umarmung muß abſtoßend wirken. Man ſehe dagegen
Orlik oder Stuck im Kolorit! Bei aller Achtung vor des
Künſtlers Können: Schönheit iſt in ſeinen Bildern nicht
zu finden.

Wo iſt Schönheit in dem Selbſtbildnis mit Modell
(126) von Karl Hofe=Paris. Iſt es überhaupt ge=
rechtfertigt
, ein ſolches Bild einer Ausſtellung zu über=
ſenden
? Es wäre gerechtfertigt, wenn das Modell ſchön
oder ſchön gemalt wäre. Beides iſt nicht der Fall. Selbſt
rein als Malerei betrachtet, wird dieſes Bild mit ſeinem
eigenartigen fleckigen Kolorit nicht Jedermanns Beifall
finden. Ebenſowenig wie das im Ehrenſaal hängende
Frauen in einem Gemach (25). Warum das Geſuchte im
Kolorit auch hier? Dabei machen beide Bilder den Ein=
druck
des Unfertigen, Skizzenhaften, typiſch für die franzö=
ſiſche
Schule. Freilich auch hier wird Niemand das Kön=
nen
beſtreiten, aber auf dieſem Wege wird der Künſtler
ſchwerlich zur Vollendung gelangen.
Einzig als Malereiprobleme zu betrachten ſind auch
die Bilder Liegendes Weib (124) von Adolf Hölzel=
Stuttgart, ein rein impreſſioniſtiſcher Verſuch eines Künſt=
lers
, der er beweiſt es in ſeinem ſchönen Bilde An=
betung
(123) ein reifes Talent iſt; ferner die Weib=
lichen
Akte im Freien von Emil Rudolf Weiß=
Berlin (263), die in ihrer eigenartigen, unnatürlich wir=
kenden
Beleuchtung geradezu zum Widerſpruch heraus=
fordern
, wenn dem Bilde, als Ganzes betrachtet, die dekora=
tive
Wirkung auch nicht abgeſprochen werden kann. Fer=
ner
die Atelierſzene von Max Beckmann= Herms=
dorf
bei Berlin (12), die im Kolorit den Bildern von
Hofe gleich kommt. Endlich das große, ebenfalls im
Ehrenſaal hängende Bild (117) Frauen von Werner
Heuſer=Rom. Im beſten Falle als ſtiliſtiſcher Verſuch
darf dieſes Bild, das Weiber ſcheußlichſter Geſtalt birgt,
paſſieren und als ſolcher läßt er auf Können ſchließen.
Hier aber hängt es gleich den anderen als vollendetes Ge=
mälde
, denn es handelt ſich doch nicht um eine Atelier=
ausſtellung
. Iſt es denn notwendig, daß zu all den ſtili=
ſtiſchen
, dekorativen und malereiproblematiſchen Verſuchen
der menſchliche Körper herhalten muß, und weiter, daß
all dieſe Verſuche ausgeſtellt werden? Sie müſſen
ja irritierend auf die breite Maſſe wirken.
Daß übrigens die gleichen Verſuche, dekorativ zu wir=
ken
, auch zu anderen Reſultaten führen davon zeugen
mehrere Bilder aus gleichem Gebiete. Da iſt Ludwig
von Hofmann mit ſeinen Schwärmenden Mänaden
reine Farbenphantaſien, da iſt Der Menſch von Hans
Adolf Bühler=Rom (34 Tempera), ein in ſeiner ſtren=
gen
Auffaſſung und ernſten Farbendispoſition packendes
reifes Bild, da ſind ferner die beiden großen Studien zu
einem Fresko von Paul Rößler=Dresden (198), die
bei aller Sicherheit der Einzeldurchbildung und des Ko=
lorits
auf ein tüchtiges Kompoſitionstalent ſchließen laſ=
ſen
; da iſt endlich das vom Großherzog angekaufte Bild
Die Sonne von Hans Unger=Loſchwitz. Der Künſt=
ler
verkörpert die Sonne ebenfalls durch ein nacktes Weib,
das ſcheinbar in einem Meer von Goldregenblüten kniet und
wie dieſe in leuchtendem Gelb gemalt iſt. Nur die Lippen
ſind purpurn und das Gelb der Blüten wird durch weniges
Grün belebt. Das Bild iſt von wunderbarer dekorativer
Wirkung.
M. St.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 10. Juni 1910.

Nummer 133.

zyklika. Aber die neueſte Enzyklika überbietet alle vor=
angegangenen
. Der päpſtliche Stuhl glaubt, die Ver=
dienſte
des Heiligen Borromäus nur dadurch ins rechte
Licht ſtellen zu können, daß er ſie auf unwahre Behaup=
tungen
über die Reformatoren gründet. Redner erör=
tert
die betreffende Stelle der Enzyklika. Es iſt be=
greiflich
, daß dieſer Angriff auf die Reformatoren, auf
die Völker und Fürſten befremdend gewirkt hat, bei
allen Katholiken und Proteſtanten, denen der konfeſſio=
nelle
Friede am Herzen liegt und die darin den Grund=
pfeiler
unſerer vaterländiſchen Wohlfahrt erblicken.
Nun wird in dem offiziellen Organ des Papſtes die
Abſicht der Beleidigung beſtritten. Es ſoll ſich nur um ein
hiſtoriſches Urteil über die Epoche des Bor=
romäus
handeln, und die damals lebenden Katholiken.
Wenn man aber ein hiſtoriſches Urteil fällen wollte,
würde es anders haben ausfallen müſſen. 400 Jahre
trennen uns bald von jener Zeit und es hat auch im
gegneriſchen Lager eine ruhigere Beurteilung Platz ge=
griffen
. Katholiſche Männer haben ausgeſprochen, daß
ein Mann wie Luther der ganzen deutſchen Nation ge=
hört
. Es iſt unerhört, daß man jenen Männern, die
aus innerem Drang des Willens gehandelt haben, und
ihre Exiſtenz aufs Spiel geſetzt haben, noch heute Frech=
heit
, Uebermut, ſinnliche Leidenſchaft und Korruption
vorzuwerſen wagt. Die Schattenſeiten der Reforma=
tionsbewegung
ſind gerade von proteſtantiſcher Seite
aufgedeckt worden, aber ein hiſtoriſches Urteil,
das gerecht ſein will, darf jenen Männern nicht Fehler
und Sünden vorwerfen, die längſt widerlegt ſind. Bei
der Ueberreichung des Kreuzes an den Abt von Beuron
hat der Kaiſer geſagt, daß dies das Zeichen der
chriſtlichen Kirche ſei. Iſt es eine Antwort darauf,
wenn jetzt die Reformatoren als Feinde Chriſti hinge=
ſtellt
werden? Abweichende Meinungen laſſen auch wir
gelten, aber wir proteſtieren gegen ſolche Beſchimpf=
ungen
. Und dieſer Angriff geht nicht von privater
Seite aus, ſondern von der höchſten Stelle der
katholiſchen Kirche. Im Zeitalter der Reforma=
tion
hat es keine Toleranz gegeben und konnte es nicht
geben, aber ſie iſt die Frucht dieſer Bewegung. Wir
ſind auf dieſe Toleranz angewieſen und ſollen wett=
eifern
in den Werken chriſtlicher Liebe. Das iſt das
Traurige, daß von außen immer wieder die Brandfackel
in den Frieden geworfen wird. Wir müſſen ſolchen
Störungen des Friedens energiſch ent=
gegentreten
. Wenn ſolche Auffaſſungen von der
Reformation bekundet werden, iſt das nicht eine Ge=
fährdung
des konfeſſionellen Friedens? Iſt es nicht
eine Gefährdung des konfeſſionellen Friedens, wenn im
Gegenſatz zu vielen rühmlichen Ausnahmen ein katho=
liſches
Blatt die Behauptungen der Enzyklika als
Wahrheit bezeichnet, die nicht unterdrückt werden
dürfe? Wenn nun in anderen Ländern auch die Hiſto=
riker
ſich bemühen, das Bild des Borromäus und ſeiner
Beit zu zeichnen? Wir wollen uns aber gerade in die=
ſer
Stunde durch die Stimme jenſeits der Berge nicht
zum Kampfe fortreißen laſſen und freuen uns der zahl=
reichen
Männer im anderen Lager, die gegen die En=
zyklika
mitproteſtieren, weil durch ſie der konfeſſionelle
Friede gefährdet wird.
Miniſterpräſident v. Bethmann Hollweg führte
folgendes aus: Die Enzyklika Editae Saepe dei
welche den Gegenſtand der heutigen Interpellationen bil=
det
, enthält, ohne ſich auf den dogmatiſchen und kirchen=
regimentlichen
Gegenſatz der Konfeſſionen zu beſchränken,
Urteile über die Reformatoren, die Reformation und die
ihr zugetanen Fürſten und Völker, welche unſere evange=
liſche
Bevölkerung ſowohl in ihren religiöſen als auch
in ihren ſtaatlichen und ſittlichen Empfindungen ſchwer
verletzen. (Sehr wahr!) Dieſe auch in ihrer Form ver=
letzenden
Urteile erklären die tiefgehende Erregung weiter
Kreiſe des Volkes und ſchließen in ihrer Wirkung eine
ernſte Gefährdung des konfeſſionellen Friedens in ſich.
(Lebhafte Zuſtimmung.) Ich habe deshalb unmittelbar,
nachdem mir der offizielle lateiniſche Wortlaut der Enzy=
klika
zugegangen war, unſeren Geſandten beim Vatikan
beauftragt, in amtlicher Form bei der päpſt=
lichen
Kurie Verwahrung einzulegen und
der Erwartung Ausdruck zu geben, daß die Kurie Mittel
und Wege finden werde, die geeignet ſind, die aus der
Veröffentlichung der Enzyklika ſich ergebenden Schäden zu
beſeitigen. (Lebhaftes Bravo.) Dieſe Erwartung iſt um
ſo berechtigter, als die Kurie nach der geſtern im Oſſer=
vatore
Romano veröffentlichten Mitteilung nicht im ent=
fernteſten
die Abſicht gehabt hat (Heiterkeit links), die Nicht=
katholiken
in Deutſchland, ſowie ihre Fürſten zu kränken
Der Geſandte hat geſtern ſeinen Auftrag
ausgeführt. Eine abſchließende Antwort der Kurie
iſt noch nicht erfolgt und hat bei der Kürze der Zeit auch
noch nicht erfolgen können. Bei dieſem Stande der Ange=
vatore
Romano veröffentlichten Mitteilung nicht im ent=
halten
. Es ſchien mir aber notwendig, die Interpella=
tionen
ſchon jetzt zu beantworten, weil angeſichts der Be=
unruhigung
, die ſich im ganzen Land bemerkbar macht, das
Verlangen berechtigt iſt, ohne Verzug über die Stellung
der Königlichen Staatsregierung unterrichtet zu werden.
Das Hohe Haus wolle aus meiner Erklärung entnehmen,
daß die Königliche Staatsregierung im allgemeinen ſtaat=
lichen
Intereſſe entſchloſſen iſt, das ihrige zu tun,
um den konfeſſionellen Frieden im Lande
zu wahren und zu ſchützen. (Lebhaftes Bravo!)
Abg. Herold (Ztr.) lehnte eine Beteiligung an der
Diskuſſion ab, da es ſich um innerkirchliche Dinge handle.
Abg. Gyßling (Volksp.) verurteilte ebenfalls ſcharf die
Enzyklika. Danach wurde ein Schlußantrag angenommen
mit den Stimmen der Rechten gegen die geſamte Linke.
Das Zentrum hat den Saal verlaſſen. Die Nationallibe=
ralen
, Fortſchrittler und Sozialdemokraten proteſtierten
lebhaft.

Prinz Heinrich=Fahrt.
sr. Die letzte Etappe der Prinz Hein=
rich
=Fahrt von Metz nach Homburg wurde noch von
93 Wagen, davon Nr. 53, 68 und 115 außer Konkurrenz,
beſtritten. Da die Sieger in den Flachrennen, wie ver=
lautet
, die Etappen ſelbſt ohne Strafpunkte zurückgelegt
haben, ſo läßt ſich als vorläufiges Reſultat
folgendes feſtſtellen: 1.

1 P.; 4. Wagen Nr.
47, F. Hamburger=Wien (Oeſterr. Daimler); 5. Wagen

Nr. 8, H. Ephraim=Görlitz. (Opel) 18,98 P: 6. Wagen
Nr. 37, Fr. Erle=Mannheim (Benz) 18,59 P.; 7. Wagen
Nr. 61, A. Paul=Frankfurt a. M. (Adler) 17,92 P.; 8.
Wagen Nr. 81, Graf Andraſſy=Peſt (Mercedes)
17,81 P.; 9. Wagen Nr. 29, G. Günther=Chemnitz(Preſto)
17,71 P.; 10. Wagen Nr. 38, Karl Neumeier=Mannheim
(Benz) 17,52 P. Bemerkenswert ſind die großen Er=
folge
der öſterreichiſchen Daimler=Wagen, denen vor=
ausſichtlich
der erſte, zweite und vierte Preis zufallen
wird.
* Homburg, 9. Juni. An dem geſtern abend
anläßlich der Prinz Heinrich=Fahrt von dem Landrat
Ritter von Marx gegebenen Diner nahmen u. a.
teil: Prinz Heinrich von Preußen, Prinz und Prin=
zeſſin
Friedrich Karl von Heſſen, der Kronprinz und
die Kronprinzeſſin von Griechenland, die Fürſtin zu
Iſenburg=Birſtein, Regierungspräſident Dr. v. Mei=
ſter
u. a.
* Homburg, 9. Juni. Die Vorausſage, daß drei
öſterreichiſche Daimler=Wagen in der erſten
Reihe der Sieger ſtehen, beſtätigt ſich. Der erſte Preis
wird an F. Porſche=Wiener=Neuſtadt fallen, der einen
20=HPeöſterreichiſchen Daimler fuhr; er hat damit die
Trophäe der Fahrt, ein ſilbernes Automobil, gewonnen.
Zweiter iſt E. Fiſcher=Wiener=Neuſtadt, Dritter F. Ham=
burger
=Wien, beide ebenfalls mit öſterreichiſchen Daimler=
Wagen. Es folgen: H. Ephraim=Görlitz (Opel), Fritz
Erle=Mannheim (Benz), Adam Paul=Frankfurt (Adler),
Graf Geza Andraſſy=Peſt (Mercedes), Artur Henney=
Hachenburg (Benz), Georg Günther=Chemnitz (Preſto), E.
Forchheimer=Nürnberg (Benz), K. Neumaier=Mannheim
(Benz), Graf Wimpffen=Wien (öſterr. Daimler), E. Schoem=
perlen
=Karlsruhe (Gaggenau), Fritz Erle=Mannheim ( zwei=
ter
Wagen, Fahrer O. Philipp, Benz), A. Viſcher=Stuttgart
(Mercedes), S. Schreiber=Wien (öſterr. Daimler), A. v.
Lüde=Frankfurt (Mercedes), R. Spitzner=Frankfurt (Benz),
B. Flinſch=Frankfurt (Benz), Theodor Dreher=Trieſt ( Mer=
cedes
). Zwar iſt ein Proteſt eingelegt, doch wird das an
dem mitgeteilten Reſultat vorausſichtlich nichts ändern.
Heute abend iſt im Kurhaus ein Feſtmahl, an dem auch
Prinz Heinrich teilnehmen wird.
* Homburg, 9. Juni. Das offizielle Reſul=
tat
der Prinz Heinrich=Fahrt iſt folgendes:
I. Allgemeine Preiſe: 1. Wanderpreis des
Prinzen Heinrich und Preis des Kaiſerlichen Automobil=
Klubs: Wagen 51, Ferd. Porſche=Wiener=Neuſtadt
(öſterr. Daimler). 2. Preis des Bayeriſchen Automobil=
Klubs: Wagen 46, Ed. Fiſcher=Wiener=Neuſtadt (öſterr.
Daimler). 3. Preis des Königs von Württemberg:
Wagen 47, Fritz Hamburger=Wien (öſterr. Daimler).
4. Preis des Großherzogs von Baden: Wagen 8, Herbert
Ephraim=Görlitz (Opel). 5. Preis des Regenten von
Braunſchweig: Wagen 36, Fritz Erle=Mannheim (Benz).
6. Preis der Stadt Homburg: Wagen 61, Adam Paul=
Frankfurt (Adler). 7. Preis der Stadt Nürnberg:
Wagen 81, Graf Andraſſy=Peſt (Mercedes). 8. Preis der
Stadt Straßburg: Wagen 4, Artur Henney= Hachen=
burg
(Benz). 9. Preis der Stadt Kaſſel: Wagen 29, Georg
Günther=Chemnitz (Preſto). 10. Preis des Fürſten
Stolberg: Wagen 3, Eduard Forchheimer=Nürnberg
(Benz). 11. Preis der Stadt Braunſchweig: Wagen 38,
Karl Neumaier=Mannheim (Benz).
II. Schnelligkeitskonkurrenz bei Genthin:
1. Preis der Prinzeſſin Heinrich: Wagen 46 (Daimler).
2. Preis der Erbprinzeſſin von Weimar: Wagen 51
(Daimler).
III. Schnelligkeitskonkurrenz bei Kolmar:
1. Preis des Großherzogs von Heſſen: Wagen 51 ( Daim=
ler
). 2. Preis des Statthalters von Elſaß=Lothringen:
Wagen 46 (Daimler).
Luftſchiffahrt.
sr. Das Peſter Flugmeeting wurde am drit=
ten
Tag durch ein ſchweres Gewitter empfindlich ge=
ſtört
. Von den vier für den Ueberlandflug Peſt=Raab=Peſt
eingeſchriebenen Bewerbern ſtieg nur der Oeſterreicher
v. Piſchof mit ſeinem Eindecker eigener Konſtruktion auf,
er mußte jedoch unterwegs nach einer Flugzeit von
1 Stunde 8 Min. wegen des Gewitters landen. Kürzere
Flüge vollführten Efimoff, Jullerot, Illner, Bielowici und
der Deutſche Wagner auf dem Flugfelde. Nach dem Ge=
witter
ſtieg der Farman=Pilot Efimoff nochmals auf,
ſtürzte aber aus beträchtlicher Höhe ab, wobei der Apparat
völlig zertrümmert und der Ruſſe ſelbſt an Kopf und Bei=
nen
ernſtlich verletzt wurde.

Gewitter und Blitzſchäden.
* Mainz, 8. Juni. Bei dem Gewitter, das heute
nachmittag durch die Rheinebene zog, entzündete der Blitz
die katholiſche Kirche in Heidesheim.
H. B. Berlin, 9. Juni. Auch geſtern ſind die Nach=
richten
über Gewitter und Todesfälle durch
Blitzſchläge nicht ausgeblieben. Aus Oldenburg
wird berichtet, daß bei einem ſtarken Gewitter, das geſtern
abend dort niederging, der Blitz in die Druckerei des Ste=
dinger
Boten in Berne einſchlug. Druckerei und Wohn=
gebäude
ſtehen in Flammen. Mehrere Feuerwehren wa=
ren
zur Löſchung des Brandes zur Stelle. In St. Vith
(Eifel) ſchlug der Blitz in die Haushaltungsſchule ein.
Von den Schülerinnen wurde ein 16jähriges Mädchen ge=
tötet
, drei andere erlitten ſchwere Verletzungen. In
Briesniegk in der Lauſitz war eine Frau mit ihrem
Kinde bei einem Gewitter unter eine Pappel getreten. Der
Blitz ſchlug in den Baum ein und die Frau wurde getötet,
das Kind erlitt ſchwere Verletzungen.
* Dresden, 8. Juni. Der Kaiſer richtete an
den König von Sachſen anläßlich des ſchweren Unglücks
von Königsbrück ein Telegramm, in dem er
ausſpricht, daß ihn das Unglück, dem ſo viele brave Sol=
daten
des 177. Regiments zum Opfer fielen, auf das
ſchmerzlichſte bewegt und den König angeſichts des ſelt=
ſamen
Verhängniſſes ſeiner herzlichen Teilnahme verſichert.
Der König erwiderte: Meinen herzlichen Dank
für Dein ſo wohltuendes Beileid bei dem ſchweren Un=
glück
, das Meine Armee und Mich unverhofft getroffen
hat. Die dritte Kompagnie des 12. Infanterie=Regiments
Nr. 177 iſt auf dem Rückmarſch vom Exerzieren vom Blitz
getroffen worden. Drei Leute waren leider gleich tot, vier
erlitten ſchwere Brandwunden und drei ganz leichte; vier
ſind ſchon geſund. Das Regiment und damit meine ganze
Armee iſt ſtolz auf Deine Fürſorge. In treuer Freund=
ſchaft
Friedrich Auguſt.
* Dresden, 8. Juni. Der König beabſichtigt,
in den nächſten Tagen die vom Blitzſchlag auf dem

Truppenübungsplatz Königsbrück am 7. Juni verletz
ten Angehörigen des 187. Infanterie=Regiments zu be=
ſuchen
.
* Wahn bei Köln, 9. Juni. Der Kölniſchen Ztg.
zufolge wurde auf dem Schießplatze Wahner Heide
der Offiziersburſche Brückner von dem 12. ſächſiſchen Ar=
tillerie
=Regiment in Metz vom Blitz erſchlagen.
Zwei andere Soldaten wurden verwundet.
* Wollmünſter, 9. Juni. Neun Perſonen, die
auf offenem Felde von einem Gewitter überraſcht wur=
den
, traten unter einen Baum. Der Blitz ſchlug in den
Baum und tötete die 18jährige Tochter eines Ackerers.
Zwei Perſonen wurden betäubt, erholten ſich aber
wieder.
* Kirchhain, 8. Juni. Im Ohmtal tobten
geſtern abend ſchwere Gewitter. In Burgholz
brannte ein Gehöft ab und in Staufebach wurde die Kirche
durch den Blitz beſchädigt.
* Magdeburg, 9. Juni. Im benachbärten
Hohendedeleben wurde bei dem geſtrigen Gewitt er
ein Knecht, der mit einem Oekonom und einem anderen
Knecht auf dem Felde arbeitete, vom Blitz erſchla=
gen
; die anderen wurden betäubt.
* Lengelsheim, 9. Inni. Ein Blitzſchlag
betäubte ſieben Kinder, tötete ein zwölfjähriges Mäd=
chen
, ſowie einen Brennmeiſter. Die Betäubten waren
ſämtlich ſchwer verletzt.
* London, 9. Juni. Bei einem heftigen Ge=
witter
ſchlug der Blitz in die Kriegsballonfabrik zu
Farnborough ein und richtete großen Schaden an.
* Petersburg, 9. Juni. Bei Zarskoje=Sſelo
ſchlug der Blitz in eine größere Infanterieabteilung.
Zwei Soldaten wurden getötet, ein dritter ſchwer ver=
brannt
.
Erdbeben in Italien.
* San Fele, 8. Juni. Der König traf heute
nachmittag aus Laviano hier ein, beſichtigte die am
meiſten geſchädigten Häuſer, ſprach den Verwundeten
Mut zu und erkundigte ſich auf das genaueſte nach
ihren Verhältniſſen. Später begab ſich der König nach
Calitri, von der Bevölkerung mit lebhaften Kund=
gebungen
begrüßt.
H. B. Mailand, 9. Juni. Die Geſamtzahl
der in der vom Erdbeben betroffenen Provinz Avel=
lino
bisher ausgegrabenen Toten beträgt 50. Davon
entfallen 25 auf Calitri, ein Städtchen von 8000 Ein=
wohnern
. Dieſes und Vallata ſind unbewohnbar ge=
worden
. Das Königspaar, das ſeine Rundreiſe durch
das Erdbebengebiet beendet hat, iſt geſtern abend nach
Rom zurückgekehrt.
* Rom 9. Juni. Der König ſpendete für die
Opfer der Erdbebenkataſtrophe in den Diſtrikten Avel=
lino
und Potenza 50 000 Lire.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 9. Juni. Der Reichsanzeiger gibt die Er=
teilung
der nachgeſuchten Dienſtentlaſſung des Staatsſekre=
tärs
des Reichs=Kolonialamtes, Wirklichen Geheimen Ra=
tes
Dernburg, unter Verleihung der Brillanten zum
Roten Adlerorden 1. Klaſſe und die Ernennung des Unter=
ſtaatsſekretärs
des Reichs=Kolonialamtes v. Linde=
quiſt
unter Verleihung des Charakters als Wirklicher
Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz zum Staats=
ſekretär
des Reichs=Kolonialamtes und ſeine Beauftragung
mit der Stellvertretung des Reichskanzlers im Geſchäfts=
kreis
des Reichs=Kolonialamtes nach Maßgabe des Ge=
ſetzes
vom 17. März 1878 bekannt.
* Berlin, 9. Juni. Das Abgeordnetenhaus
nahm in zweiter und dritter Leſung die Vorlage, be=
treffend
die Erhöhung der Zivilliſte, gegen die
Stimmen der Sozialdemokraten an.
* Straßburg, 9. Juni. Der Polizeibericht meldet:
In der Nacht vom 7. zum 8. d. M., vermutlich gegen
12¼ Uhr, wurde in der Nähe des Forts Roon bei
Mundolsheim der Leutnant Jakob vom Infanterie=
regiment
Nr. 138, der auf ſeinem Motorrade von einem
Dienſtwege nach dem Fort zurückkehrte, durch ein
Automobil überfahren. Er hat dabei lebens=
gefährliche
Verletzungen erlitten. Das Automobil,
welches anſcheinend ohne Laterne, vielleicht von Wen=
denheim
kommend, hierher fuhr, iſt noch unbekannt. Die
Inſaſſen ſind, ohne ſich um den bewußtloſen Verletzten
zu kümmern, weitergefahren.
* Calais, 9. Juni. Wider Erwarten wird der
Pluvioſe mit der um 1 Uhr einſetzenden Flut
nicht in den Hafen gebracht werden können, da eine der
am Hinterdeck befeſtigten Ketten noch nicht in Ord=
nung
iſt.
* Madrid, 9. Juni. In dem geſtern unter dem
Vorſitz des Königs abgehaltenen Miniſterrat legte
Miniſterpräſident Canalejas dem Vernehmen nach
die Notwendigkeit dar, die Verpflichtungen zu erfüllen,
die die Regierung in religiöſer Hinſicht eingegangen
iſt. Der König habe dem zugeſtimmt und gefragt, auf
welcher Baſis man zu dieſem Ziele gelangen könne.
Hierauf habe der Miniſterpräſes vorgeſchlagen, alle
Dekrete aufzuheben und Art. 49 in dieſem Sinne aus=
zulegen
, daß die öffentliche Ausübung jeder von der
katholiſchen verſchiedenen Religion unterſagt iſt. Auch
das Dekret vom 23. Oktober 1876, das jede öffentliche
Verſammlung unterſagt, auch die nichtkatholiſcher Sek=
ten
, ſolle aufgehoben werden.
* New=York, 9. Juni. Der deutſche Botſchafter
Graf Bernſtorff befindet ſich gegenwärtig auf
einer längeren Vortragsreiſe, um einer Anzahl
Einladungen hoher amerikaniſcher Lehranſtalten zu
den Semeſterſchluß=Feierlichkeiten Folge zu geben.
Heute war der Botſchafter Gaſt der Union=Univerſität
in Shenectady, im Staate New=York, wo er ſeitens
der Studentenſchaft mit großer Begeiſterung empfangen
wurde. Er ſprach über die Wechſelbeziehungen deut=
ſcher
und amerikaniſcher Univerſitäten. Darauf wurde
er unter eindrucksvollen Feierlichkeiten zum Ehren=
doktor
der Jurisprudenz ernannt.
* Mexiko, 8. Juni. Die aus Yukatan gemel
deten lokalen Vorgänge ſpielten ſich in dem ent=
legenſten
Teile dieſer Provinz ab. Uebelgeſinnte wie=
gelten
einige hundert italieniſche Feldarbeiter auf.
Dieſe überrumpelten die kleine, etwa 5000 Einwohner
zählende Stadt Valladolid und verurſachten dort Zer=
ſtörungen
und Totſchläge. Die Bundestruppen trafen
heute früh 40 Kilometer vor der Stadt ein. Die Plün=
derer
ergeben ſich teils den Truppen, teils flüchten ſie
ſich in Verſtecke. Man betrachtet hier die Bewegung
bereits als eingedämmt.

Berlin, 9. Juni. An einem Herzſchlag iſt geſtern
der Redakteur Hermann Dahſel, der ſeinerzeit wegen

[ ][  ][ ]

Erpreſſung zu einem Jahr ſechs Monaten Gefängnis
verurteilt, aber gegen Kaution entlaſſen worden war,
geſtorben.
Berlin, 9. Juni. Wie vor kurzem gemeldet
wurde, war ein aus dem Muſeum geſtohlenes
Bronzerelief Friedrichs des Großen in einem
Zigarrengeſchäft ermittelt worden. Jetzt wurde auch
der Kunde feſtgenommen, der den Kunſtgegenſtand in
dem Zigarrengeſchäft verſetzt hat. Es iſt dies ein jun=
ger
Konfektionär, der ſchon ſeit Januar keine Wohn=
ung
und keine Stellung hat. Er beſtreitet allerdings,
das Relief ſelbſt geſtohlen zu haben.
H.B. München, 9. Juni. Die Abgeordneten=
kammer
hat in ihrer heutigen Sitzung das Einkom=
menſteuergeſetz
mit 89 gegen 20 Stimmen angenommen.
Alle von der Reichsratskammer angenommenen Aen=
derungen
des Geſetzes wurden verworfen.
H. B. Liſſabon, 9. Juni. In Almeido wurde ein
revolutionäres Komplott entdeckt, das, wie es
ſcheint, ſchon ſeit längerer Zeit im Werke iſt und ſchwere
Folgen hätte nach ſich ziehen können. Die Polizei
hatte Kenntnis davon erhalten, daß unbekannte Agen=
ten
die Unteroffiziere und Soldaten der portugieſiſchen
Garniſon zu einer Revolte zu verleiten oder wenig=
ſtens
zu erfahren verſucht hatten, wie ſich dieſe im
Falle einer Revolution zu ihren Offizieren ſtellen
würden. Durch die ſehr geheim geführte Unterſuch=
ung
wurde feſtgeſtellt, daß der Leiter dieſes Komplottes
der bekannte Republikaner Cordelro war. Dieſer
wurde verhaftet und hat bereits ein Geſtändnis ab=
gelegt
. Eine große Anzahl dieſer Agenten wurde auf
friſcher Tat ertappt und nach dem Schloß von St. George
gebracht. Sie werden ſich demnächſt vor Gericht zu ver=
antworten
haben.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Am Süd=
rand
des über Schweden lagernden Hochdruckgebietes
ſind immer noch zahlreiche Teilwinkel entwickelt, die
auch geſtern wieder mehrfach Gewitter gebracht haben.
Dabei dauert bei öſtlichem Winde die Hitze unvermin=
dert
an. Berlin hat heute morgen 8 Uhr bereits 220
Unter dem vorwiegenden Einfluß des großen Nord=
hochs
, das ſich langſam nach Rußland verlagert, dauert
morgen die Hitzperiode an.
Ausſichten in Heſſen am Freitag, den 10. Juni:
Vielfach heiter, große Hitze, ſtrichweiſe immer noch Ge=
witter
.
Tageskalender.
Hauptverſammlung des Vereins für Verbreitung
von Volksbildung um 8½ Uhr im Kaiſerſaal.
Konzert um 7½ Uhr im Garten der Vereinigten
Geſellſchaft.
Konzert um 8 Uhr auf Hugenſchütz’ Felſenkeller.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 4½ Uhr im Hotel Zur Krone zu Auerbach.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 11. Juni.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 und 3 Uhr in
der Ludwigshalle‟

Erdbeeren ſind jetzt reichlich auf dem Markt.
Friſche Erdbeeren und Flammeri, gekocht
mit Tonéamin und Vollmilch.
geben eine köſtliche Nachſpeiſe.
Es iſt nötig, Mondamin gut 10 Minuten lang
kochen zu laſſen, um den ſchönen, nußartigen Ge=
ſchmack
und die volle Nährkraft des Mondamin zu
erzielen. Nur gute Vollmilch verwenden.
Rezepte gratis und franco von Brown & Polſon, Berlin C. 2.
K11492,58

Todes-Anzeige.
Heute Nacht ½2 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden
unsere liebe Schwester, Schwägerin, Tante und Grosstante
(11827
2
Frauienr-Aina Fhoserien
im Alter von nahezu 59 Jahren.
Die Beerdigung findet Samstag. 11. Juni, nachmittags 5 Uhr, vom Portale
des Darmstädter Friedhofes aus, statt.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Luise Hisserich.
Darmstadt, den 9. Juni 1910.

Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Mitteilung.)
Nach langem, ſchwerem Leiden iſt heute
abend ½8 Uhr unſer lieber Sohn, Bruder,
Schwager und Onkel
(11842
Philipp Jährlina
ſanft entſchlafen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Ph. Jährling Ww.,
Familie Hch. Jährling,
Familie Hch. Herpel.
Darmſtadt, den 8. Juni 1910.
Die Beerdigung findet Samstag, vormittags
11 Uhr, vom Friedhofsportal aus, ſtatt.

Dankſagung.
Da es uns unmöglich iſt, Jedem einzeln zu
danken für die herzliche Teilnahme an dem uns
ſo ſchwer betroffenen Verluſte unſeres innigſt=
geliebten
und unvergeßlichen Sohnes, Bruders,
Schwagers, Onkels und Neffen
(B11825
Heinrich Gever
ſagen wir hiermit unſeren herzlichſten Dank, ins=
beſondere
dem Herrn Pfarrer Walz für die troſt=
reiche
Grabrede, den Arbeitern und Arbeiterinnen
des Großh. Art.=Depots für die Kranzſpende und
Niederlegung, ſowie allen Denen, die ihm die
letzte Ehre erwieſen haben.
Familie W. Geyer XI.
nebst Geschwistern.

Vertreter. HAAS & BERNHARD, Darmstadt, Rheinstr.
Mhe. Ze
(67930f)

Großh. Hofbibliothek, geöffnet Montag bis Freitag
von 91 Uhr und nachmittags von 35 Uhr, Samstag

von 91 Uhr.

Bankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Verluſt meiner lieben unvergeßlichen Frau
ſage ich Allen, insbeſondere dem Herrn Pfarrer
D. Waitz für die troſtreiche Grabrede, den
Schweſtern des Weſtbezirks für die liebevolle
Pflege während der Krankheit, ſowie für die zahl=
reichen
Blumenſpenden meinen herzlich innigſten
(11798
Dank.
Darmſtadt, den 8. Juni 1910.
G. L. Holler, Schuhmachermeiſter.

Gottesdienſt bei der israelitiſchen Leligionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 10. Juni 1910.
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 11. Juni 1910.
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbat=
ausgang
9 Uhr 35 Min.
Wochenfest
Sonntag, 12. Juni.
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Montag, 13. Juni.
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Predigt
9 Uhr 20 Min. Abendgottesdienſt 9 Uhr 30 Min.
Dienstag, 14. Juni.
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Feſtesausgang 9 Uhr 35 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions=
geſellſchaft
.
Samstag, den 11. Juni
Vorabend 7 Uhr 45 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr Min. Sabbatausgang 9 Uhr
35 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 12. Juni ab:
Morgens 6 Uhr Min. Nachmittags 7 Uhr 15 Min.

Botaniſcher Garten, Erbacherſtr. 91, geöffnet täglich
von 6½ Uhr morgens bis 7½ Uhr abends mit Aus=
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des Sonntags
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldacßel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: S. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaigs
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

Kurſe vom 9. Juni 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

8ſ. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,30
3½ Deutſche Reichsanl. . 92,80
84,40
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,60

. 92,80
84,40
93,80
92,10
83,30

3½ do. Conſols .
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,80
do,
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,70
do.
do.
4 Hamburger Staatsanl. 101,90
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,40
91,70
3½
do.
80,90
do.
. 83,70
3 Sächſiſche Rente
4 Württemberger v. 1907 102,20
93,10
do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 49,20
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 98,20

do. Goldrente . . 99,25
do. einheitl. Rente 94,30
Portug. unif. Serie I 66,25
do. unif. Ser. III 67,80
do.
Spezial . 12,50
Rumänier v. 1903 . . 102,50
do. v. 1890 . . 95,00
do. v. 1905 . . 90,90
Ruſſen v. 1880 . .

InProz.
3f.
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 92,60
½ do. v. 1905 . . . . 100,30
93,10
3½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895 85,40
4 Türk. Admin. v. 1903 88,40
do. unifiz. v. 1903 94,60
4 Ungar. Goldrente . . 95,20
do. Staatsrente . 92,50
.101,80
5 Argentinier .
do.
91,30
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,10
5 Chineſ. Staatsanleihe 101,60
99,00
do.
4½
. 97,70
4½ Japaner .
5 Innere Mexikaner . . 100,25
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904 96,90
5 Gold=Mexikaner
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
.
. . . 146,30
4 Nordd. Lloyd . . . . 112,80
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 600
Einz. Mk. 408 117,00
4 Baltimore & Ohio . . 111,75
4 Gotthardbahn . . . .

InProz.
3f.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 161,10
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 24,10
4 Pennſylvania R. R. 133,50
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 200,20
Werger=Brauerei
. 82,00
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 479,50
Fabrik Griesheim . . . . 261,00
Farbwerk Höchſt . . . . . 480,25
Verein chem. Fabriken
Mannheim .
.324,80
Lahmeyer . .
114,50
Schuckert
.. . 164,25
Siemens & Halske . . . 245,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 420,50
Bochumer Bb. u. Guß . . 234,50
Gelſenkirchen . . . . . . . 211,50
Harpener . . . .
. . 196,70
Phönix, Bergb. u. Hütten=
betrieb
. .
. . . 223,70
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 89,20
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,70
do.
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,20
do. ſteüerfrei
5 Oeſterr. Staatsbahn.
do.
98,00
do. alte . 82,00
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,25
do.
82,50
do.
56,70
3 Raab=Oedenburger . . 75,10
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 90,10
4 Kronpr, Rudolfbaßn . 99,30

Sf.

In Proz.

2 Livorneſer . . . . . . 76,10
4 Miſſouri=Pacific .
4 Bagdadbahn Mk. 408 87,50
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . . . 102,40
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ. 173,25
4 Darmſtädter Bank . . 130,50
4 Deutſche Bank 250,30
4 Deutſche Vereinsbank 128,20
1 Diskonto=Geſellſchaft 188,20
4 Dresdner Bank 158,90
Mitteldeut. Kreditbk. 119,90
4 Nationalbk. f. Deutſchl. 124,50
101,20
4 Pfälzer Bank.
144,00
4 Reichsbank
4 Rhein. Kredit=Bank 139,40
4 Wiener Bank=Verein 137,30

Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17
3½ do. S. 19. . . . .
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126
4 Hamb.=Hypoth.=Bank
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk.
do.
4 Meining. Hyp.=Bank
do.
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917)
do. (unk. 1914)
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf.
3½
do,

100,20
92,40
99,60
100,50
91,00
101,60
92,20
101,00
91,00
100,00
91,00
100,60
92280

8f.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt
3½ do.
4 Frankfurt .
3½ do.
4 Gießen
3½ do.
4 Heidelberg
3½ do.
4 Karksruhe
3½ do.
4 Magdeburg
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
3½ do.
4 München
3½ Nauheim
4 Nürnberg .
3½ do.

4 Offenbach .
3½ do.
4 Wiesbaden . . . . .
3½ do.
4 Worms . . . . . . .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886.

InProz

100,30
100,70
95,10
100,25
91,60

In Proz
Sf.
3 Madrider Fs. 100 78,00
4 Meining. Pr.= Pfand=
briefe
. .
. 136,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe 174,75
3 Oldenburger
2½ Raab=Grazer fl. 150

91,00
.100,50
91,60

91,50
.100,10

101,00
92,00
.100,70

100,50
100,00
84,00

Verzinsliche
Anlehensloſc.
4 Badiſche Tlr. 100 166,40
3½ Cöln=Mindner 100 136,90
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Holl, Komm. 1004105.410

Unverzinsliche
Anlehensloſe.

Augsburger
Braunſchweiger

Tlr.
Fs. 15
ft.

20 212,00
Fs. 45 150,00
Fs. 10
38,60

Matlander
do.
Meininger
Oeſterreicher v. 1864 100
do. p. 1858 100 466,0
Ungar. Staats 100 387,50
Venediger
Frs. 30 41,5
Türkiſche
400 183,60

Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20 Franks=Stücke . . . .
Oeſterr. 20=Kronen . . . .
Amerikaniſche Noten . . .
Engliſche Noten
Franzöſiſche Noten . . . .
Holländiſche Noten . . . .
Italieniſche Noten
Oeſterr.=Ungariſche Noten
Ruſſiſche Noten . . .
Schweizer Noten . . . . .

20,44
16,23
16,90
4,19½
20,47
81,05
169,25
80,65
85,15
81,15

Reichsbank=Diskonto . .
KeichsbankeLamhard Zäf. 5½

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 10. Juni 1910.

Nummer 133.

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50
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Augsburg, Karlstrasse D 47
Augsburg, Karolinenstrasse D 66
Bamberg, Hauptwachstrasse 10
Bruchsal, Kaiserstrasse 55.
Bockenheim, Frankfurterstr. 8
Darmstadt, Elisabethenstrasse 7
Frankfurta. M., Schnurgasse 33/35
Freiburg, Kaiserstrasse 35
Fürthi. B., Schwabacherstrasse 15
Göppingen, Marktplatz
Hanau, Nürnbergerstrasse 24
Heidelberg, Hauptstrasse 87
Karlsruhe, Kaiserstrasse 161
Karlsruhe, Kaiserstrasse 118
Mainz, Schusterstrasse 49

Mainz, Gr. Bleiche 16.
Mannheim, R 1, 2/3, Marktplatz
Mannheim, P7, 20, Heidelb.-Str.
Mannheim, G5, 14, Jungbuschstr.
Mannheim, Mittelstrasse 53
Mannheim, Schwetzingerstrasse 48
Mühlhausen i. Els., Grabenstr. 46
Mühlhausen i. E. Wildemannstr. 47
Neckarau, Kaiser Wilhelmstr. 29
Offenbach, Frankfurterstrasse 35
Stuttgart, Eberhardtstrasse 71
Wiesbaden, Wellritzstrasse 30
Worms, Neumarkt 12
Würzburg, Kaiserstrasse 17
Würzburg, Marktplatz.
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Biſfe der Liebe.
Ein Blankeneſer Roman
von Ewald Gerhard Seeliger.
(Nachdruck verboten.)
22)
Um dieſe Zeit ſtand Arno dicht unter den Dach=
ſparren
vor einer meterlangen Leinwand und ſuchte ſie
in einen blutroten Sonnenuntergang zu verwandeln.
Die Voelage hatte er, wenn er abends aus dem Dach=
fenſter
ſah. Dazu brachte er nun ſehr viel Karmin, und
auch die letzte dieſer Tuben wurde leer, nachdem er drei
Tage lang auf ihr herumgequetſcht hatte. Schnell lief
er in die Farbenhandlung auf der Hauptſtraße. Kar=
min
war ausverkauft. Da erinnerte er ſich endlich an
ſeinen Freund Kurt Egloff, der ihm ganz gewiß mit
dieſem notwendigen Kunſtmittel aushelfen konnte, und
ſprang den Süllberg hinauf, ſtürzte in das Haus des
alten Herrn Eichholz, ſauſte die Treppe hinan und fiel,
ohne anzuklopfen, mit der Tür ins Atelier, das aber
gar kein Atelier mehr war. Vor dem Spiegel ſtand
Herr Mathias Harms und bürſtete ſich ſorgſam den
roſigen Scheitel.
Nanu! ſtieß Arno heraus und prallte verblüfft
zurück.
Ach, guten Tag, Herr Arno! rief Herr Harms über=
aus
freundlich, denn er hoffte nichts anderes, als daß
ihm Harriet durch ihren Bruder die heißerſehnte Ein=
ladung
übermitteln wollte. Wie lange haben wir uns
nicht geſehen!

Arno, der den Prokuriſten der Firma Geſterling
u. Ko. immer ſehr komiſch gefunden hatte, wich nun vor
der breiten Handfläche zurück, die ſich ihm zur Begrüß=
ung
entgegenſtreckte. Jetzt, wo ihm der Vater mit dem
Kontordienſt gedroht hatte, war ihm Mathias Harms
ganz unſympathiſch geworden. Flüchtig nur ſtreifte er
mit ſeinen farbigen Fingern darüber.
Wohnt Herr Egloff nicht mehr hier?
Nein! ſprach Herr Harms und ließ, um eine Hoff=
nung
ärmer, die mächtige Hand ſinken. Der iſt ver=
zogen
. Was wollen Sie denn von ihm?
Ein bißchen Farbe!
Malen Sie denn auch?
Arno nickte kurz, zum Zeichen, daß ihm das Verhör
unangenehm wurde.
Können Sie denn malen?
Arno zerſchmetterte dieſen begreiflichen Zweifel mit
einem hochmütigen Blick. Den hatte er von ſeiner
Schweſter.
Da ging Herr Harms, um ſeinem zukünftigen
Schwager behilflich zu ſein, mit ihm die Treppe hin=
unter
und fragte ſelbſt bei ſeinen Wirtsleuten an, wo=
hin
ſein Vorgänger gezogen ſei. Die Antwort des
alten Herrn Eichholz war ausreichend, aber mürriſch.
Arno lief davon, ohne ſich weiter um Mathias Harms
zu kümmern.
Kurt Egloff hatte eben das Bild auf die Staffelei
geſtellt, denn Guſchi mußte jeden Augenblick kommen,
betrachtete es mit zärtlichen Blicken und ſtellte ſich daum

ans Fenſter, um die heimliche Lücke in der Parkecke zu
beobachten. Da ſah er von der Straße her Arno auf
das Haus zuſtürmen. Mit einem einzigen ſchnellen
Griff barg er das Bild unterm Sofa.
Ich brauch' Karmin! rief Arno ſchon in der Tür.
Raſch, eh’ das Licht weggeht!
Kurt Egloff wühlte ſofort in ſeinen Vorräten um=
her
, um den ungebetenen Gaſt ſo ſchnell wie möglich
wieder los zu werden. Aber er konnte die gewünſchte
Farbe nicht entdecken. Und mit einer anderen war
Arno nicht gedient. Es mußte durchaus Karmin ſein.
Schade, ſagte er, ſetzte ſich aufs Sofa und ſteckte ſich
eine Zigarette an. Dann bleib’ ich ein bißchen hier.
Kurt Egloff verſuchte alles, um den Jungen auf
gute Manier zum Fortgehen zu bewegen, aber vergeb=
lich
. Arno war heute merkwürdig dickfellig, er erzählte
von ſeinem großartigen Sonnenuntergang und war be=
geiſtert
. Der Maler erkannte das Vergebliche ſeiner
Bemühungen, trat wieder ans Fenſter, um Guſchi ab=
zuwinken
und wartete.
Warum ſind Sie eigentlich ſo lange nicht bei uns
geweſen? fragte Arno plötzlich.
Und nun erfaßte Kurt Egloff die günſtige Gelegen=
heit
beim Schopfe.
Ich habe mit Deinem Vater eine Auseinanderſetz=
ung
gehabt, ſprach er ruhig, als wenn er alles längſt
überwunden hätte. Und er hat mir daraufhin das Haus
verboten.
Das iſt ſtark! fuhr Arno entrüſtet auf. Das grenzt
ja. an.

[ ][  ][ ]

Nummer 133.

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Seite 10.

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Er wollte einen recht draſtiſchen Ausdruck anwen=
den
, konnte aber keinen finden.
So liegen die Dinge, ſagte Kurt Egloff kurz und
ärgerlich über den Störenfried. Und es wäre mir lieb,
wenn Du die Konſequenzen daraus ziehen würdeſt.
Erſt ſtand Arno eine Weile, als hätte er eben eine
Ohrfeige bekommen. Dann aber begeiſterte er ſich wieder.
Jawohl! rief er, ſprang auf und reichte ſeinem
Freunde die Hand. Die Konſequenzen! Auf der Stelle
will ich das tun.
Dann ſprang er eilig die Treppe hinunter. Fünf Mi=
nuten
ſpäter ſchlüpfte Guſchi durch die heimliche Hecken=
lücke
.
Arno zog zuerſt die Konſequenzen, die er zu ziehen
für nötig fand, bei Harriet und erzählte ihr voll innerer
Empörung, wie der Vater ſeinen Freund Kurt Egloff be=
handelt
hätte. Harriet verfärbte ſich, erſchrak aufs tiefſte
und bat dem Maler heimlich alle falſchen Anſchuldigun=
gen
ab.

Worüber hatten ſie eine Auseinanderſetzung? f.
ſie haſtig und atmete ſchwer.
Da zuckte Arno mit den Schultern.
Bei Tiſch legte Harriet plötzlich Meſſer und Gabe
und ſah ihren Vater ſcharf an.
Weshalb kommt Herr Egloff nicht mehr zu 1
forſchte ſie und ſchaute ihm dabei mit ihren kalten,
blauen Augen ſtarr ins Geſicht.
Herr Egloff? gab der langſam zurück, als müß
ſich erſt auf den Menſchen beſinnen. Er hat ſich mir g=
über
ungeſchickt benommen, und ich habe ihn bitten m.
ſeine Beſuche einzuſtellen.
Harriet machte keine Bewegung, ſie zuckte nicht
mal mit den Lidern.
Aber Frau Abel kam nun aus ihrer Ruhe.

Herr Egloff benimmt ſich nicht ungeſchickt, behauptete
ſie, wobei ſie ſich in den Seſſel zurücklehnte und die Brauen
hochzog.
Auch Arno nahm durch leiſes Knurren gegen ſeinen
Vater Stellung.
Es iſt aber ſo, meine Liebe, erwiderte er und fuhr ſich
mit der Serviette nervös über die Lippen.
Welcher Art war dieſe Ungeſchicklichkeit? fragte Harriet,
ohne ihren ſtarren Blick abirren zu laſſen.
Eine geſellſchaftliche Ungeſchicklichkeit ganz privater
Art, erwiderte er gleichgültig.
Du haſt eine Auseinanderſetzung mit ihm gehabt?
rief Frau Abel unwillig.
Diedrich Geſterling, dem dieſe Unterhaltung unerquick=
lich
wurde, begnügte ſich mit einem kurzen Nicken und
wollte ſich wieder mit dem Menü beſchäftigten. Aber
Harriet ließ nicht mehr locker.
Welche Urſache hatte dieſe Auseinanderſetzung? fragte
ſie ſchroff.
Dies, mein Kind, antwortete der Vater und lächelte
diplomatiſch überlegen, wirſt Du nie erfahren. Der einzige,
der außer mir darum weiß, hat allen Grund, es Dir nicht
zu verraten. Außerdem hat er mir das ſtillſchweigende
Verſprechen gegeben, nicht wieder mit Dir zuſammenzu=
treffen
. Du ſiehſt alſo, die Akten ſind bereits geſchloſſen.
Im übrigen wartet Herr Harms noch immer auf Deine
Einladung.
Da ſtieß ſie zornig den Teller zurück, ſprang auf und
ging hinaus.
Nun wußte ſie, daß ſie ſelbſt die Urſache dieſer Aus=
einanderſetzung
geweſen war. Und ihr Stolz und ihre
Liebe bäumten ſich gegen den väterlichen Gewaltſpruch
auf. Sie wollte ſich nicht verhandeln laſſen!

Haſtig ſetzte ſie den Hut auf, nahm Handſchuhe und
Sonnenſchirm und ſtieg zum erſten Male in den Ferien
zum Strandweg hinunter. Raſch ſchritt ſie durch das Ge=
wimmel
der zahlreichen Menſchen und ſuchte Kurt Egloff,
um ſich bei ihm über ihre Vermutung völlige Gewißheit
zu holen. Aber er war nicht zu finden, er ſtand vor der
Staffelei und malte Guſchis Porträt.
Statt ſeiner traf Harriet auf Matthias Harms, der
eben zu Heinrich Offen einlenken wollte, um ſeinen Abend=
ſchoppen
zu trinken. Ein freudiger Schreck durchzuckte ihn,
als er ihrer anſichtig wurde, ſchnell riß er ſeinen blanken
Zylinderhut herunter und wies ihr, ſich tief verneigend,
den roſig angehauchten Schädel. Doch ſie ſah kalt an ihm
vorbei. Da ſetzte er den Hut traurig wieder auf und ging
nach Hauſe. Das Bier hätte ihm heute doch nicht ge=
ſchmeckt
.
Zweimal ſchritt ſie den Strandweg auf und ab, dann
kehrte ſie unverrichteter Sache wieder heim, ging auf ihr
Zimmer und ſchloß ſich ein. Hier ſchmiedete ſie mehrere
Pläne. Sie wollte Kurt Egloff ſchreiben, wollte ihn durch
Arno an den Strand beſtellen laſſen. Aber ſie verwarf
beides.
Am folgenden Tage war ſie wieder auf dem Strand=
weg
, jedoch vergeblich. Kurt Egloff malte an ſeinem zwei=
ten
Diagonalewer. Doch mit der ihr eigenen Energie ſetzte
ſie ihre Spaziergänge fort. Und am dritten Tage, als die
Köchin Urlaub hatte und und Guſchi nicht ausgehen konnte,
traf ſie ihn endlich.
(Fortſetzung folgt.)

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[ ][  ][ ]

5

Nummer 133.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 2 Spitzhunde, 1 Foxterrier. 1 Spitzhund (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
ſag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Polizeiverordnung
betreffend die Regelung des Fuhrwerksverkehrs in der Schwanenſtraße, zwiſchen der
Schloßgarten= und der Gardiſtenſtraße.
Auf Grund des Artikel 56 der Städteordnung wird nach Anhören der Stadt=
verordnetenverſammlung
mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des Innern vom
28. Mai 1910 zu Nr. M. d. J. 8525 verordnet, was folgt:
§ 1. Die Schwanenſtraße zwiſchen der Schloßgarten= und der Gardiſtenſtraße
wird für den durchgehenden Verkehr von Fuhrwerken, Automobilen und Motor=
fahrrädern
in der Richtung von der Gardiſten= nach der Schloßgartenſtraße geſperrt.
Die genannte Straßenſtrecke darf nur von der Schloßgartenſtraße aus befahren
werden. Fuhrwerke haben im Schritt zu fahren.
§ 2. Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmung werden auf Grund des
§ 366 Ziffer 10 des R. St. G. B. mit Geldſtrafe bis zu 60 Mk. oder mit Haft bis zu
14 Tagen beſtraft.
§ 3. Dieſe Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung im Darm=
ſtädter
Tagblatt in Kraft.
(11755dfs
Darmſtadt, den 6. Juni 1910.
Großherzogliches Polizeiamt.
Dr. Kranzbühler.
Kokspreiſe des ſtädt. Gaswerks
Nachſtehend bringen wir die zur Zeit giltigen Koksverkaufspreiſe zur all=
gemeinen
Kenntnis.
A. Für den Koks=Kleinverkauf.
Nach Maß und nur gegen Barzahlung, ab Gaswerk:
a) Gabelkoks der Hektoliter 1 Mk. 10 Pfg.
b) Nußkoks
1 30
c) Bohnenkoks
,94
Für das Faſſen und Anliefern von Koks in Säcken mit je einem Hektoliter Inhalt,
jedoch nicht unter 3 Säcken, wird ſeitens des ſtädtiſchen Gaswerks auf Grund des nach=
ſtehenden
Zonentarifs für den Hektoliter erhoben, und zwar:
1. Im nördlichen, durch die Dieburgerſtraße, von der Faſanerie an, die
Alexander= und Rheinſtraße, ſowie die Allee bis zum Stirnweg ein=
ſchließlich
begrenzten Stadtteil
15 Pfg.
2. Im mittleren, durch die vorgenannten Straßen, die Aeußere Ring=
ſtraße
, den Speſſartring, die Schießhaus= und die Beſſungerſtraße
einſchließlich begrenzten Stadtteil .
20
3. In dem ſüdlich und öſtlich der vorgenannten Straßen gelegenen
Stadtteil
. 25
Anmerkung: Die Säcke müſſen ſofort entleert und zurückgenommen werden
können.
B. Für den Koks=Großverkauf.
Nach Gewicht, in Fuhren nicht unter 30 Zentner, ab Gaswerk:
a) Gabelkoks der Zentner 1 Mk. 20 Pfg.
b) Nußkoks
1 30
c) Bohnenkoks
85
Bei Abnahme von 60 Zentnern, lediglich in Wagenladungen an einem Tage ab
Gaswerk wird bis auf weiteres ein Nachlaß von 2½ Prozent und bei Abnahme von
200 Zentnern auf einmal ein ſolcher von 5 Prozent gewährt.
Für ſtändige Abnehmer (Selbſtverbraucher in der Stadt und der nächſten Um=
gebung
, ſo weit der Koks in Fuhren bezogen wird), d. h. für ſolche, die eine dahin=
gehende
Erklärung bei der ſtädtiſchen Gaswerksverwaltung abgeben und jedesmal
mindeſtens 30 Zentner auf einmal beziehen, kommt für den ganzen, im Laufe eines
Verwaltungsjahres ſtattgehabten Koksbezug folgender Nachlaß in Anſatz und zur
Rückvergütung.
Bei Abnahme von 400 bis weniger als 2000 Zentner 12 Prozent
Bei Abnahme von 2000 bis weniger als 6000 Zentner 14
Bei Abnahme von 6000 Zentner und mehr . . . 15
Die durch das ſtädtiſche Gaswerk bezogenen Koks werden mit 10 Pfg. Fuhrlohn
für den Zentner berechnet, in welchem Preis das einfache Abwerfen vom Wagen oder
Karren in den Hof oder Schuppen einbegriffen iſt.
Für das Abtragen des Kokſes in Körben oder das nochmalige Aufnehmen des=
ſelben
mit der Schaufel zur Weiterbeförderung an den Aufbewahrungsort werden für
den Zentner 5 Pfg. in Rechnung geſtellt. Dahingehende Wünſche ſind gleichzeitig mit
der Beſtellung bei der ſtädtiſchen Gaswerksverwaltung, Frankfurterſtraße 29, aufzugeben.
Aus der Beſtellung muß die Menge und Sorte des gewünſchten Kokſes, ſowie
der Stand oder Beruf und die Wohnung des Beſtellers genau hervorgehen.
Anmerkung: Die Fuhrleute ſind nicht berechtigt, Trinkgelder zu fordern.
Darmſtadt, den 31. Mai 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Ekert.
(11373ff

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 10. Jnni 1910.

Seite 11.

Bilanz für das Jahr 1909.

Aktiva 1909.
Sparkaſſen=Konto
Konto der Debitoren

Mk.
159.39
520.46

(1955

Passiva 1909.
Geſchäftsanteile der Mitglieder
Reſervefonds
Konto der Kreditoren
Gewinn= und Verluſt=Konto

Mk.
114.09
39.91
524.06
1.79

(19.55

Mitgliederbewegung in 1909.
Stand Ende 1908: 22 Mitglieder mit 22 Geſchäftsanteilen, Haftſumme 6600 Mk.
Ein Zu= oder Abgang hat in 1909 nicht ſtattgefunden.
Darmſtadt, den 15. Mai 1910.
Der Vorſtand des Darmſtädter Beamten-Bauvereins. E. G. m. b. H.
Henrich. Lang. Krüger. Kraft.
Vorſtehende Bilanz wird zugleich als Eröffnungsbilanz für die Liquidation des
Darmſtädter Beamten=Bauvereins, E. G. m. b. H. hiermit anerkannt und als ſolche
öffentlich bekannt gegeben.
(11823
Darmſtadt, den 9. Juni 1910.
Der Darmſtädter Beamten=Bauverein in Liquidation.
Die Liquidatoren:
Chr. Kraft.
H. Henrich.

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Bekanntmachung.
Nach dem in das Genoſſenſchaftsregiſter
bei Großh. Amtsgericht Darmſtadt I ein=
getragenen
Beſchluſſe der Generalverſamm=
lung
iſt der Darmſtädter Beamten= Bau=
verein
, e. G. m. b. H., aufgelöſt worden.
Forderungen an die Genoſſenſchaft ſind an
die unterzeichneten Liquidatoren anzu=
(11822fso
melden.
Darmſtadt, den 9. Juni 1910.
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Nummer 133.

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Nummer 133.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 10. Jnni 1910

Seite 13.

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Nummer 133.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 10. Juni 1910.

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2. Beilage
zum Darmſtädter Tagblatt.

N5 133.
Freitag, 10. Juni. 1910.

Hoter HEbs Kunstier-Konzert.
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Städtischer Saalbau.
Samstag, den 11. Juni:
I. Grosses Sommerfest
mit Réunion
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Konzert der ganzen Kapelle des Grossherzogl. Art.-Korps
Leitung Herr Obermusikmeister F. Mickley.
Programm, u. a.: Ein Sommernachtstraum.
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Grosse Festbeleuchtung.

Beginn des Tanzes nach der II. Abteilung des Konzertprogramms
Anfang 8 Uhr.
Eintritt à 30 Pfg.
Hessischer Hof.
Samstag, den 11. Juni, abends 8 Uhr:

(11826

Grosses Militär=Konzert
Kapelle des Grossh. Hess. Art.-Regts. Nr. 61
Leitung: M. Weber.
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Grosses Streich Konzert
von einer grösseren Abteilung des Inf.-Regts. 115. (*14336
Eintritt frei.
Tarnverem Tandermausen.
Sonntag, den 12. Juni,
Stiftungsfeſt verbunden mit Bannerweihe.
Aufſtellung des Feſtzuges um 2 Uhr in der Bahnhofſtraße, Marſch durch
die Ortsſtraßen nach dem Feſtplatz, daſelbſt
(*14286
Riegenturnen und Volksbeluſtigungen aller Art.
Der Feſtplatz befindet ſich in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs.
Die Feſtmuſik wird ausgeführt von der
Kapelle des Großherzoglich Heſſiſchen Trainbataillons Nr. 18.

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Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 10. Jnni 1910.

Nummer 133.

Förderung des Badeweſens.
A. M. Die Beſchaffung von Badegelegenheiten iſt
für die Geſundheit des Volkes von hoher Wichtigkeit.
Trotzdem dieſer Frage ſeit einiger Zeit eine größere Auf=
merkſamkeit
zugewendet wird, gilt es auf dieſem Gebiete
in Deutſchland doch noch eine große Arbeit zu verrichten,
wenn die Forderung erfüllt werden ſoll, daß jede Perſon
wenigſtens einmal in der Woche ein Bad nehmen kann.
Soweit Gewäſſer in der Nähe ſind, werden wenigſtens
für die Sommerzeit Badegelegenheiten geſchaffen, wo
aber in der Nähe keine Gewäſſer anzutreffen ſind, fehlen
für die Bewohner auch im Sommer derartige natürliche
Badegelegenheiten. Noch ſchlimmer ſteht es mit den
Badegelegenheiten in den Wintermonaten, denn es gibt
ſelbſt noch mittlere Städte, in denen keine Badeanſtalten
eingerichtet ſind. Nach der letzten Zuſammenſtellung
über die in Deutſchland beſtehenden Badeanſtalten
wurden im geſamten Reich gezählt: 2847 Wannbade=
anſtalten
mit 18996 Badewannen, 11111 Brauſen und
232 Schwimmbaſſins. Auf je 100000 Einwohner kamen
im Reich 31,3 Badewannen und 18,3 Brauſen, auf
Preußen 25,2 Badewannen und 17,2 Brauſen. Am beſten
waren die Verhältniſſe in Bremen, hier kamen auf
100000 Einwohner 88,4 Wannen und 46,3 Brauſen. Ueber
dem Durchſchnitt ſtanden noch die Königreiche Sachſen
und Württemberg, Baden, die thüringiſchen Staaten
und Anhalt, Lübeck und Hamburg ſtanden hinſichtlich
der Wannen über dem Durchſchnitt, dafür waren aber
in dieſen beiden Bundesſtaaten ſehr wenig Brauſen. In
den Orten, in denen überhaupt Wannbadeanſtalten ein=
gerichtet
waren, wohnten im Reichsdurchſchnitt 425 Be=
wohner
von je 1000 Einwohnern, ſodaß alſo im allge=
meinen
Durchſchnitt die Mehrheir der Bevölkerung noch
keine Gelegenheit hat, ein warmes Bad zu nehmen, im
Königreich Sachſen wohnten 600 Bewohner von je 1000
Bewohnern an Orten, in denen Wannbadeanſtalten ein=
gerichtet
waren, in Bayern wohnten dagegen von je
1000 Bewohnern nur 342 Bewohner an Orten mit
Wannbadeanſtalten.
Dabei muß aber erwähnt werden, daß neben den öffent=
lichen
Badeanſtalten auch die nichtöffentlichen Badean=
ſtalten
ſtark zugenommen haben und ſich mit jedem Jahre
vermehren. Namentlich induſtrielle und gewerbliche Unter=
nehmungen
haben vielfach für die bei ihnen beſchäftigten
Arbeiter Badeeinrichtungen geſchaffen, ſo in Bergwerken,
Eiſenhütten, Brauereien, in Genoſſenſchaftsbäckereien uſw.
Vielfach wenden auch die Arbeiter heute dieſer Frage eine
größere Aufmerkſamkeit zu und dringen bei den Arbeit=
gebern
darauf, daß Badeeinrichtungen in ausreichendem
Maße geſchaffen werden. Auch die Eiſenbahnverwal=
tungen
haben ſchon vielfach Badeeinrichtungen für die
Beamten und Arbeiter geſchaffen; ſoweit an den einzelnen
Orten keine Badeanſtalten beſtehen, ſind teilweiſe auch
die Angehörigen der Eiſenbahnangeſtellten berechtigt,
dieſe Badeeinrichtungen in Anſpruch zu nehmen. Auch
gemeinnützige Anſtalten wie Aſyle für Obdachloſe, Ar=
beiterkolonien
und ähnliche Anſtalten, in denen die
Aermſten der Armen verkehren, haben Badeeinrichtungen
und vielfach wird ſogar aus Reinlichkeitsgründen die
Benutzung dieſer Anſtalten davon abhängig gemacht,
daß ſich die Gäſte in der angegliederten Badeanſtalt
gründlich reinigen. Weiter ſind ſchon vielfach in Ge=
noſſenſchaftshäuſern
Badeeinrichtungen anzutreffen und
auch ſchon einzelne Hausbeſitzer haben zur Benützung
für ihre Mieter Badeeinrichtuungen geſchaffen. Auch in
den Einzelwohnungen werden immer mehr Badeeinrich=
richtungen
angelegt. Beſonders wichtig iſt es, daß auch
ſchon den Schulkindern die Benutzung von Badeanſtalten
ermöglicht wird. Ueberall dort, wo in ausreichender

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Weiſe Badeanſtalten eingerichtet worden ſind, iſt die
Beobachtung gemacht worden, daß der Sinn für Rein=
lichkeit
in der Wäſche und in der Kleidung auch in den
ärmſten Bevölkerungsſchichten zunimmt und daß ſich der
Stand der Geſundheit verbeſſert. Da die Einrichtung
und die Unterhaltung von Badeanſtalten gar nicht ſo
teuer iſt und da auch durch die Benutzungsgebühren
teilweiſe eine Verzinſung der Anlagekoſten erreicht wird,
ſo können auch ärmere und kleinere Gemeinden Bade=
anſtalten
errichten oder gemeinnützige Vereine bei Er=
richtung
von Badeanſtalten unterſtützen.

Vermiſchtes.
C. K. Ein Diner in einem chineſiſchen Reſtaurant
ſchildert die Engländerin Mary Moore, die ſeit einiger
Zeit in Peking weilt, in einem Londoner Blatt. Man
muß ſein europäiſches Bedürfnis für die Reinlichkeit zu
mäßigen wiſſen, wenn man die Reize der chineſiſchen Küche

begreifen und auskoſten will, denn die Chineſen ſind lei=
denſchaftliche
Liebhaber ſchlechter Gerüche. Ihr Geſchmack
iſt wirklich einzigartig und ohne Parallele; manchmal be=
ſchleicht
einen das Gefühl, daß der Ahnenkultus auch auf
den Gaumen ſeinen Einfluß ausübt, denn über allen echt
chineſiſchen Gerichten liegt ein ſeltſamer Duft lang vergan=
gener
Zeiten und man hat das Gefühl, daß man Mu=
ſeumsreliquien
eſſen ſoll. Im eigenen Hauſe kann man
mit der Zeit die chineſiſchen Köche und Boys erziehen,
aber der Verkehr mit Söhnen des Himmels legt geſell=
ſchaftliche
Verpflichtungen auf und man muß bisweilen
die Gaſtfreiheit der Freunde annehmen und echt chineſiſch
eſſen. Von einem ſolchen Mahle in einem chineſiſchen Re=
ſtaurant
trägt man Erinnerungen davon, die einen lange
nicht mehr verlaſſen. Der Geſchäftsführer mit ſeinem
Perſonal, alle in blaue Seidenkittel gehüllt, empfangen uns
am Eingang und durch einen dunklen, ſchmutzigen Gang
führt man uns dem Ungewiſſen entgegen. In der Fin=
ſternis
ſtolpert man über Stufen, klettert über Treppen
und endlich kommt man in ein kleines Zimmer, wo rot=
geſchmückte
Laternen phantaſtiſches Licht ausſtrahlen. Hier
empfangen uns die Gaſtgeber; Türen gibt es nicht, durch
die offenen Gänge zieht der Geruch der Küche zu uns
herein und im Hintergrund ſehen wir die Zopfträger, die
eifrig am Werke ſind, die Genüſſe des Abends vorzuberei=
ten
. Nach dem Begrüßungszeremoniell werden wir einge=
laden
, Platz zu nehmen und von den Vorgerichten zu ge=
nießen
, wozu der Appetit neigt. Vor jedem Gaſte ſteht ein
winziger Teller, eine kleine Schale und eine wunderlich
kleine Taſſe, aus der heißer Reiswein getrunken wird.
Ein paar Eßſtäbe aus Elfenbein und Silber liegen bereit,
eine Gabel mit zwei Zinken aus Ebenholz und ein run=
der
, großer Löffel, der wie ein Suppenlöffel ausſieht. Da=
neben
ſteht eine Schale mit heißem Waſſer und Papier=
Servietten; ſie dienen der Reinigung der Eßſtäbe nach je=
dem
Gange. Kaum hat man Platz genommen, ſo begin=
nen
die kulinariſchen Genüſſe. Die Fülle der Gerichte iſt
verwirrend groß. Da gibt es gebratene Melonen, gebra=
tene
Erdnüſſe, friſche Nüſſe, Nüſſe in Zucker. Da gibt es
ſüße Speiſen aus Lotoswurzeln, Aprikoſenkompott, ein
Gericht aus harten, wäſſerigen Pfirſichen, Apfelſinen, die
im Waſſer gelegen haben und künſtlich bitter gemacht wor=
den
ſind, und winzige grüne Bananen von der Größe
einer Erbſenhülſe. Da gibt es rohe Bohnen, die in Oel
gelegen haben, Zwiebeln, geſtoßenes Fleiſch und eine
Unmenge ſeltſamer Salate. Wir müſſen all dieſe Lecker=
biſſen
koſten; dann endlich gibt der Wirt ein Zeichen, er
hebt den Löffel empor und ladet uns ein, mit unſeren
Löffeln in die mittlere Schale einzutauchen. Drinnen
ſcheint eine weiße Suppe zu ſein, bald merken wir, daß

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es gedämpfte, ſüße Kartoffeln ſind. Leicht iſt es, einen
Löffel voll herauszufiſchen, aber ſchwer, den Inhalt los
zu werden. Denn der Rand des Löffels ſtößt an die Naſe;
nichts bleibt einem übrig, als ihn regelrecht auszulecken.
Und nun folgt Gericht auf Gericht, Schüſſel um Schüſſel.
Es iſt unmöglich, die Speiſen alle zu erkennen, es iſt
ſchwierig, mit den Eßſtäben ihrer Herr zu werden, aber
unſer Wirt iſt freundlich und legt uns mit ſeinen eigenen
Eßſtäben auf. Jetzt eſſen wir Enteneier; ihr ſchwärzliches,
nach Kalk duftendes Eiweiß verrät uns, daß ſie uralt ſind.
Im nächſten Augenblick genießen wir Seeſchilf, Makkaroni,
ſchlüpfrige Haifiſchfloſſen; dann greifen wir, nicht ohne
heimliche Beklommenheit, zu allerlei Gemüſen, die in
Zucker gekocht ſind; friſche Garneelen gibt es, mongoliſche
Pilze, junge Bambustriebe, Taubeneier und hundert an=
dere
Leckerbiſſen. Neue Teller werden uns gereicht, Schalen
mit dickem, roſafarbenem Sirup kommen auf den Tiſch,
wieder ſüße Kartoffeln, indiſches Brot. Aber all dies ſind
nur Vorſpeiſen, das eigentliche Mahl beginnt erſt. Ge=
kochte
Ente, ohne Salz zubereitet, wird aufgetragen,
Schweinebraten, Fleiſchklöße, Hühner, dann eine Suppe
aus Vogelneſtern, aus Pilzen, Gemüſen und Seeſchnecken.
Geröſtete Flußfiſche folgen und endlich, endlich kommt die
Schale mit Reis und Reiswaſſer, die das Mahl abſchließt.
Drei Stunden ſind verſtrichen. Die Zigaretten werden
angezündet, der Tee kommt, ſein Duft zieht warm und er=
löſend
durch das Gemach und beruhigt unſere angeſpann=
ten
Nerven. Das Aroma des Tees erſtickt auch die ſtille
Feindſeligkeit gegen den Gaſtgeber, die während des Eſſens
erwacht war und immer bedrohlicher wurde . .

Für Kinder jeden Alters

iſt Scotts Emulſion unbeſtritten das bekömmlichſte und
beliebteſte Präparat, was auch im folgenden beſtätigt
Trier, Maarſtr. 107, 19. Mai 1908;
wird:
Meinem jetzt 14 Monate alten Töchterchen Helena, ſowie
meinem 12 Jahre alten Sohne Jacob hat Ihr vorzügliches Leber=
tran
=Präparat Scotts Emulſion außerordentlich gute Dienſte
getan. Die Kleine hat ihre Zähnchen nach kurzem Gebrauche ohne
Schmerzen bekommen und, nachdem ſie Scotts Emulſion nahm,
immer ruhig und gut geſchlafen, was vorher nicht der Fall war.
Außerdem hat ſich ein vorzüglicher Appetit eingeſtellt, und ſie,
die vorher das Meiſte nicht vertragen konnte, verträgt nun alle
ihr vorgeſetzten Speiſen auf das beſte. Auch ſonſt hat ſie ſich
in jeder Beziehung gut entwickelt.
Bei meinem Sohne habe ich ebenfalls mit Hilfe von Scotts
Emulſion die gewünſchte Kräftigung erzielt.
Beide Kinder haben Scotts Emulſion ſehr gern
(gez.) J. Weber.
genommen.
Während das Zahnen den Kleinen
häufig Beſchwerden verurſacht, hilft Scotts
Emulſion ihnen mühelos darüber hinweg
und trägt auch ſonſt zur allgemeinen
Kräftigung des jungen Organismus bei.
Bedenkt man noch, daß in Scotts Emul=
ſion
nur der allerbeſte Norweger (Lofoten)
Medizinaltran zur Verwendung gelangt,
Nur echt mit dieſer und daß auch die übrigen Beſtandteile
Marke-dem Fiſcher
dem Garantie= nur beſter Qualität ſind, ſo wird man
zeichen des Scott= verſtehen, warum Scotts Emulſion ſo
ſchen Verfahrens!
hervorragend ſtärkend wirkt. (118100
Scotts Emulſion wird von uns ausſchließlich im großen verkauft,
und zwar nie loſe nach Gewicht oder Maß, ſondern nur in verſiegelten
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pulv. Tragant 3,0, feinſter arab. Gummi pulv. 2,0, deſtill. Waſſer 129,0,
Alkohol 11,0. Hierzu aromatiſche Emulſion mit Zimt=, Mandel= und Gaul=
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