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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt,
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
115.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Die Entlaſtung des Reichsgerichts.
Kn. Die allgemeine Parole, Sparſamkeit, hat auch
vor unſerem höchſten deutſchen Gerichtshofe nicht Halt
gemacht. Von den verſchiedenen Wegen, die zu einer
Erleichterung der übermäßig angewachſenen Arbeitslaſt
führen ſollten, hat man den kürzeſten und billigſten
gewählt.
Es waren hauptſächlich drei Wege, auf denen man
eine Entlaſtung erſtrebte: entweder die Beibehaltung
des bisherigen Modus und eine bloße Vergrößerung
des Beamtenapparates, oder eine Erleichterung des
ordentlichen Geſchäftsganges durch Aenderungen im
Syſtem, durch Einführung einer Vorprüfungsinſtanz
nach ausländiſchem Vorbild, oder eine Beſchränkung der
ſachlichen Zuſtändigkeit unter Wahrung der bisherigen
ſachlichen und perſönlichen Geſchäftseinrichtung.
Das am 6. Mai 1910 vom Reichstage verabſchiedete
Geſetz entſchied ſich für die letztere Möglichkeit und ſetzte
die Reviſionsſumme von 2500 Mark auf 4000
Mark herauf. Nicht konnte man ſich dagegen zu einer
Verengerung des Geſchäftskreiſes durch Einführung
des ſogen. Difformitätsprinzips entſchließen, wonach
allen in den Vorinſtanzen übereinſtimmend
ent=
ſchiedenen Prozeſſen das weitere Rechtsmittel der
Reviſion an das Reichsgericht verſagt bleiben ſollte.
Einen „Gerichtshof für die oberen Zehntauſend‟
hat Landrichter Mumm im „Berliner Tageblatt” das
Reichsgericht in ſeiner neuen Kompetenzbeſchränkung
genannt, weil nur um die Werte der reicheren Klaſſen
dort geſtritten werder während manche Prozeßarten,
ihres gemeinhin geringen Wertes halber, ſtändig von
dem oberſten Gerichte fernbleiben müßten.
Doch will die Novelle vom 6. Mai keineswegs ſo
einſchneidend in ihren Wirkungen erſcheinen, wie ſich
dies auf den erſten Blick darſtellt. Ein „Gerichtshof
für die oberen Zehntauſend” war, wenn man ſo will,
das Reichsgericht auch bereits in ſeiner bisherigen
Zuſtändigkeit: auch Leute, die um 2500 Mark ſtreiten,
ſind nicht die Unbegütertſten! Gewiſſe Kategorien von
Prozeſſen, z. B. des Handwerkerrechts, Geſinderechts
uſw., ſind bisher dem Reichsgericht ebenſogut
fernge=
blieben, vermöge ihres regelmäßig geringen
Streit=
wertes, wie dies auch in Zukunft geſchehen wird.
Und es dürfte kein Nachteil ſein, wenn ſich das
Ge=
richt niederer Ordnung, in ſtetem Konnex mit den
ſpezielleren Fragen der kleineren Wirtſchaftskreiſe, eine
eigene Praxis bildet, die darum nicht unpraktiſcher ſein
wird, als die des Reichsgerichts, das ſich jahraus,
jahr=
ein mit der Ueberzahl aller möglichen Rechts= und
Tat=
fragen unſeres geſamten Wirtſchaftslebens zu befaſſen
hat. Auf rechtlichem Gebiete aber wird ſowohl bei
dieſen Arten kleinerer Prozeſſe, wie auch bei denen,
deren Wert nicht von der Art der Rechtslage abhängig
iſt (wie erbrechtliche Fragen), auch das Gericht niederer
Ordnung ſtets die reichsgerichtliche Indikatur zur
Richtſchnur nehmen und auch bei minder wertvollen
Streitobjekten die Rechtsſicherheit und =einheit vollauf
verbürgen.
Das neue Entlaſtungsgeſetz kann ſomit füglich,
wenngleich es, wie jede einſeitige
Sparſamkeitsmaß=
regel, auch ein Opfer auf der anderen Seite erheiſchte,
doch gegenüber der erſtrebten Aufgabe, ohne große
Opfer eine Geſchäftserleichterung des Reichsgerichts
herbeizuführen, als gelungen bezeichnet werden;
keinesfalls birgt es erhebliche Eingriffe in unſer
Rechts=
leben.
Deutſchland und Perſten.
O Die „Köln. Ztg.” wendet ſich in einem längeren
Artikel gegen die Aeußerungen der ruſſiſchen und
eng=
liſchen Preſſe über die perſiſche Frage, insbeſondere
gegen die „Nowoje Wremja”, die erſichtlich wiederum
Deutſchland als einen internationalen Störenfried
hinzuſtellen wünſche. Dazu bediene ſich das Blatt
durch=
weg falſcher Behauptungen. Falſch ſei, daß die Deutſche
Bank Perſien eine Anleihe zu ſehr ſchweren
Beding=
ungen angeboten habe. Die Deutſche Bank habe in
Per=
ſien überhaupt keine Anleiheverhandlungen geführt.
Zwei=
tens ſollen deutſche Finanzleute eine Konzeſſion zu einer
Verbindung Perſiens mit der Bagdadbahn nachgeſucht
ha=
ben. Auch das ſei falſch. Drittens ſei eine deutſche Kon=
Freitag, den 20. Mai.
1910.
zeſſion auf dem Urmia=See nachgeſucht worden. Auch
dieſe Konzeſſion ſei nur ein Phantaſiegebilde.
Auch in Perſien habe ſich die deutſche Politik
in der Verfolgung der wirtſchaftlichen Intereſſen
Deutſch=
lands niemals auch nur um einen Schritt von dem Boden
des vertragsmäßigen Rechts entfernt. Man habe keinen
Anlaß, in dem beſprochenen Artikel Anſichten amtlicher
Kreiſe zu ſehen. Dazu widerſpreche er in allen Einzelheiten
viel zu ſehr den Tatſachen, die der ruſſiſchen Regierung
amtlich bekannt ſeien.
Von unterrichteter Seite wird uns zu dieſer
Angele=
genheit geſchrieben: Zwiſchen Deutſchland,
Groß=
britannien und Rußland ſchweben in bezug auf
Perſien ſeit geraumer Zeit diplomatiſche
Verhand=
lungen. Ueber ihren Stand im gegenwärtigen Augenblick
der Oeffentlichkeit Mitteilung zu machen, wird an
zuſtän=
diger Stelle nicht für zweckmäßig gehalten. Es kann jedoch
feſtgeſtellt werden, daß die lautgewordene Annahme, als
ob dieſe Verhandlungen eine Zuſpitzung erfahren hätten,
durchaus unzutreffend iſt. Ebenſo unzutreffend iſt die
Mel=
dung eines ausländiſchen Blattes von einem
Geheim=
vertrage, der zwiſchen Deutſchland und der Türkei
hin=
ſichtlich Perſiens abgeſchloſſen ſei: ein ſolcherVertrag beſteht
nicht. Auch die weitere Behauptung ausländiſcher Blätter,
daß Deutſchland neuerdings in Perſien politiſche
Ziele verfolge, entſpricht nicht den Tatſachen. Völlig im
Einklange mit den früher abgegebenen Erklärungen
ver=
folgt Deutſchland in Perſien nach wie vor nur
wirt=
ſchaftliche Zwecke. Ausländiſche Klagen über deutſche
Machtbeſtrebungen in Perſien entbehren alſo jedes
ſtich=
haltigen Grundes.
Neue Unruhen in China?
* Meldungen aus verſchiedenen Gegenden Chinas
be=
richten von einem ſtarken Wiederaufleben des
Fremden=
haſſes, der ſich vorläufig allerdings nur auf Ausbrüche
gegen als fremdenfreundlich bekannte Beamte beſchränkt.
Die revolutionären Bewegungen in den
Pro=
vinzen Kiangſu, Chekiang und Hunan haben die
Zentral=
regierung in Peking ſehr beunruhigt, und die von dieſer
dabei an den Tag gelegte Schwäche und Unentſchloſſenheit
haben wiederum die revolutionären Elemente im ganzen
Reiche ermutigt. Die Vertreter der fremden Mächte haben
Rat und Hilfe angeboten, aber der Hof in Peking traut
ihnen nicht. Ueberall mehren ſich die Symptome einer
tie=
fen Gärung im Volke, das jenen falſchen Propheten, die
ſeine Not und ſeine Leiden den „fremden Teufeln” zur Laſt
legen, nur zu gern Glauben ſchenkt. Es hat ganz den
An=
ſchein, als ob die Behörden das gern geſchehen ließen, um
die Volkswut, die zum Teil durch ihre eigene ſchlechte
Ver=
waltung erregt iſt, abzulenken. In Kiangſu hat man das
Gerücht verbreitet, die fremden Mächte würden mit China
verfahren, wie Japan es mit Korea getan habe. In
Yunan wird durch die „Geſellſchaft der roten Lampe” die
Revolution ganz offen vorbereitet. In Chekiang haben die
Volksmaſſen Schulen zerſtört, weil ſie glauben, daß deren
allgemeine Einführung zu der ſchweren Beſteuerung
Ver=
anlaſſung gegeben hat. In Hupeh ſieht man infolge
ſchlech=
ten Wetters einer Hungersnot entgegen, die die
vorhan=
denen Zündſtoffe unzweifelhaft zur Exploſion bringen
würde.
Dem „New=York Herald” wird aus Peking gekabelt,
daß die Konſularbehörden in Nanking dem diplomatiſchen
Korps in der chineſiſchen Hauptſtadt Mitteilung von
drohenden Aufſtänden im Tale des Jangſekiang gemacht
haben. Der Ausbruch einer groß organiſierten
anti=
dynaſtiſchen und gegen die Ausländer
ge=
richteten Chineſ enbewegung ſtände bevor. Die
gut bewaffneten Aufſtändiſchen ſchneiden ſich zum Zeichen
ihrer gegen die Mandſchus gerichteten Ziele die Zöpfe ab.
Unter ähnlichen Anzeichen wie im Jahre 1900 ſollen die
Borer eine große Bewegung mit Umſturz der
beſtehen=
den Regierungsverhältniſſe vorbereiten. Die europäiſchen
Konſuln ſind beim Vizekönig von Nanking vorſtellig
ge=
worden. Die Geſandten ihrerſeits haben in Peking die
Regierung auf die drohende Gefahr aufmerkſam gemacht
und ſie zur Ergreifung energiſcher Maßnahmen
aufge=
fordert.
Deuſches Reich.
* Aus dem Wahlkreis Friedberg=
Bü=
dingen wird uns geſchrieben: Der Wahlkampf iſt auf
der ganzen Linie entbrannt, an vielen Orten haben ſchon
vor und nach den Pfingſttagen Wahlverſammlungen
ſtatt=
gefunden. Ueberall zeigen die Wähler lebhaftes Intereſſe
für die Wahl, ſodaß man auf eine ſehr ſtarke
Wahlbetei=
ligung gefaßt ſein darf. Am rührigſten war bisher der
Bund der Landwirte, der ſchon 15 Verſammlungen abhielt
und am Sonntag vor der Wahl, alſo am 12. Juni, allein
60 Verſammlungen plant. Sämtliche heſſiſchen
Landtags=
abgeordneten des Bundes haben ihre Mitarbeit zugeſagt.
Die Nationalliberalen und Volkspartei hielten bis jetzt
nur wenige Verſammlungen ab mit dem beſten Erfolg, ſo
in Friedberg und Bad Nauheim. Erſt jetzt ſoll die
Haupt=
agitation beginnen, eine Anzahl Redner iſt gewonnen.
Die Sozialdemokraten haben ihren Schwerpunkt im
ſüd=
lichen Teil des Wahlkreiſes um Vilbel, Groß=Karben, dann
auch in Rödgen, Obermörlen. Bad Nauheim wird
in=
folge der Hochſaiſon zirka 600 Wähler mehr ſtellen, da dies
meiſt Hotelperſonal iſt, ſo dürfen die Sozialdemokraten auf
erheblichen Stimmenzuwachs rechnen. Man glaubt
allge=
mein, daß ſie wieder in die Stichwahl kommen.
— Der Arbeitsausſchuß der
Rheinſchiffahrts=
intereſſenten tritt mit einer neuen Denkſchrift über
die Schiffahrtsabgaben hervor, die nach der
Mei=
nung ihrer Verfaſſer ein allgemeines Intereſſe beanſpruchen
darf, weil ſie der erſte und einzige Verſuch ſei, den Stand
der Schiffahrtsabgabenfrage im Zuſammenhange
wenig=
ſtens für den Rhein darzuſtellen und zu kritiſieren. Die
intereſſanteſten Teile der Denkſchrift ſollen die ſein, in
denen die künftig aufzuwendenden Baukoſten für die
Rhein=
waſſerſtraße mit den von der preußiſchen Regierung
berech=
neten Erträgen der Schiffahrtsabgaben verglichen werden
und wo dargetan iſt, daß die 7 Millionen
Schiffahrts=
abgaben, die der Rhein im Jahre 1920 angeblich aufbringt,
längſt noch nicht einmal ausreichen, um die 86 Millionen
Mark Baukoſten zu verzinſen und zu tilgen, die die
preu=
ßiſchen Denkſchriften früher angenommen haben. Dieſe
Baukoſtenſumme enthält aber längſt nicht alle Pläne, die
für den Rheinſtrom ſchon heute vorliegen.
— Zu der Erklärung des Bundes der
Indu=
ſtriellen bezüglich der preußiſchen
Wahlrechts=
vorlage wird aus induſtriellen Kreiſen geſchrieben: Die
Erklärung des Hanſabundes zur Wahlrechtsvorlage habe
in weiten gewerblichen Kreiſen Widerſpruch erregt. Wie
bereits mitgeteilt worden ſei, haben der Zentralverband
dentſcher Induſtrieller, die bei weitem größte und ſtärkſte
Organiſation der Indüſtrie, und auch, was beſonders
be=
deutſam ſei, die niederrheiniſch=weſtfäliſche Gruppe des
Hanſabundes, die größte Gruppe dieſes Bundes, ſich
ent=
ſchieden auf den Boden geſtellt, daß die Wahlrechtsvorlage
nach den Beſchlüſſen des Herrenhauſes erledigt werden
müſſe, weil dieſe Beſchlüſſe den gewerblichen Kreiſen die
Möglichkeit wiedergebe, eigene Vertreter ins Parlament zu
entſenden. Es liege auf der Hand, daß die gewerblichen
Kreiſe in der Wahlrechtsfrage ſich nicht auf doktrinäre
Er=
wägungen ſtützen, ſondern auf den Boden praktiſcher
Tat=
ſachen ſtellen ſollen. Auch die „Weſtfäliſchen Politiſchen
Nachrichten”, das Organ der Nationalliberalen Partei für
Weſtfalen, wenden ſich mit großem Nachdruck gegen den
Hanſabund und den Bund der Induſtriellen und meinen,
die ganze Induſtrie müſſe es freudig begrüßen, daß ihr
durch den Antrag Schorlemer die Möglichkeit, Vertreter
der gewerblichen Kreiſe und Männer des praktiſchen
Le=
bens ins Abgeordnetenhaus zu ſenden, wiedergegeben ſei.
Das ſei etwas außerordentlich Wichtiges und
Tatſäch=
liches, was man jetzt erreichen könne, alles andere ſei, wie
die Dinge liegen, nicht zu erreichen.
— Durch die Begründung des
Staatsbahn=
wagenverbandes iſt bekanntlich eine vollkommen
freie Benutzung der Wagen erreicht worden, wodurch eine
erhebliche Einſchränkung der unnötigen Leerläufe und des
Rangierdienſtes bewirkt worden iſt. Nach den bisherigen
Ergebniſſen rechnet man als Erfolg der Begründung des
Staatsbahnwagenverbandes mit einer jährlichen
Erſpar=
nis für die preußiſche Eiſenbahnverwaltung von etwa
3 Millionen Mark, für die ſächſiſche von 1½ Millionen, für
Bayern von faſt 1 Million und für Baden von 725000 Mk.
Die Geſamterſparnis der Eiſenbahnverwaltungen
in Deutſchland beläuft ſich alſo auf mehr als 6 Millionen
Mark. Eine Vorausſetzung für ſolche günſtigen finanziellen
Ergebniſſe iſt naturgemäß ein ausreichender Wagenpark
aller zum Verband gehörigen Verwaltungen. Und
wäh=
rend Preußen dieſe Vorausſetzung bereits erfüllt, iſt den
übrigen Verwaltungen zur Ergänzung ihres Wagenparkes
eine dreijährige Friſt eingeräumt. Um den Anforderungen
auch in Zeiten ſehr ſtarken Verkehrs genügen zu können,
enthält das Uebereinkommen eine Beſtimmung, daß die
Wagenparks alljäbrlich vermehrt werden müſſen; auch in
Zeiten eines vorübergehenden Verkehrsrückganges ſollsmit
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 20. Mai 1910.
Nummer 1115.
dieſer Vermehrung nicht aufgehört werden. So wird im
laufenden Sommer eine Verſtärkung um 4 v. H. des
vor=
handenen Beſtandes vorgenommen.
— Es beſtätigt ſich, daß der preußiſche Kriegsminiſter
eine neue umfangreiche Unterſuchung über die Urſache
der Kataſtrophe des Zeppelin=Ballons bei
Weilburg angeordnet hat und daß die in Betracht
kom=
menden Perſonen, namentlich diejenigen, die die Fahrt
mitgemacht haben, zur umgehenden Erſtattung eines
ein=
gehenden Berichtes aufgefordert worden ſind.
Ausland.
— Die türkiſche Kammer verwarf einen Antrag
auf Beantwortung der von den politiſchen Verſammlungen
in Kreta eingetroffenen Depeſchen. Einige Abgeordnete
verlangten, zur Beruhigung der patriotiſchen Erregung
des Volkes ſolle die Flotte nach Kreta und die Armee
an die Südgrenze des Reiches entſandt werden. Die
Füh=
rer der Jungtürken ſprachen ſich gegen den Antrag aus.
Die Kammer müſſe die Regierungsaktion abwarten, wenn
ſie dem Kabinett vertraue.
— Wie dem „Neuen Wiener Tagblatt” aus Bulgarien
telegraphiert wird, haben die Miniſter dem König
angera=
ten, die derzeitigen Zuſtände auf der Inſel Kreta und
den Aufſtand in Albanien dazu zu benutzen, um mit
Griechenland eine Entente einzugehen, und auch
auf die Großmächte wie auch auf die Türkei eine Preſſion
zugunſten der Bulgaren in Mazedonien auszuüben. Der
König ſei aber entſchloſſen, an ſeiner bisherigen
fried=
lichen Politik unter allen Umſtänden feſtzuhalten.
— Die ruſſiſche Duma verwarf nach fünftägiger
De=
batte mit 151 Stimmen der Rechten und des Zentrums
gegen 100 Stimmen die Interpellation über eine angebliche
Verletzung der Grundgeſetze durch die im September
vorigen Jahres veröffentlichten Beſtimmungen über die
Handhabung des Artikels 96 der Grundgeſetze.
— Der Senat der Vereinigten Staaten nahm mit 40
gegen 23 Stimmen einen Abänderungsantrag zum
Eiſen=
bahngeſetz an, nach dem bei Klagen, die bei den
Handels=
gerichten anhängig gemacht werden, dem Attorney=
Ge=
neral die Wahrnehmung der Intereſſen des Staates
über=
tragen wird, dagegen die Interſtate Commerce
Commiſ=
ſion und die Verfrachter zu Prozeßparteien gemacht
werden.
* Die Taufe des Erbgroßherzogs von
Mecklenburg=Schwerin findet am 7. Juni ſtatt.
Zur Teilnahme an der feierlichen Handlung treffen als
Vertreter des Herzogspaares von Cumberland, das ſeit
dem 7. April am Hofe ſeines Schwiegerſohnes, des
Groß=
herzogs von Mecklenburg, weilt und am 21. Mai Schwerin
wieder verlaſſen wird, Prinz Maximilian von Baden und
ſeine Gemahlin Marie Luiſe zu Braunſchweig und
Lüne=
burg, die älteſte Tochter des Herzogspaares, in der hieſigen
Reſidenz ein. Dieſe mecklenburgiſche Hofnotiz ſchließt alle
Erörterungen, die über ein mögliches Zuſammentreffen des
Kaiſers mit dem Herzog von Cumberland entſtanden ſind.
* Der Deutſche Schulverein in
Oeſter=
reich, der erſte und älteſte deutſche Schutzverein in
Oeſter=
reich, der mit ſeinen 140000 Mitgliedern, 1800 Ortsgruppen
und 1 Million Kronen Jahreseinkommen die größte
natio=
nale Vereinigung der Deutſchen in Oeſterreich darſtellt,
be=
ging das Feſt ſeines 30jährigen Beſtandes in erhebender
Weiſe. Gegenwärtig erhält der Deutſche Schulverein 32
eigene Schulen und mehr als 80 eigene Kindergärten. In
rund 100 Gemeinden an der über 3000 Kilometer langen
Sprachengrenze iſt der Deutſche Schulverein den
bedräng=
ten Volksgenoſſen helfend an die Seite getreten. Ueber 14
Millionen hat er zur Förderung ſeiner Ziele ausgegeben.
Von 1904 bis 1909 ſind ſeine Einnahmen von rund 435000
Kronen auf rund 940000 Kronen geſtiegen, nicht
mitge=
rechnet die durch Roſegger angeregte 2 Millionen=Spende,
die in elf Monaten voll eingezeichnet war und die heute
auf 2350000 Kronen angewachſen iſt.
* Die Güter der Obrenovitſch. Aus Belgrad
wird gemeldet: Exkönigin Natalie erteilte einem
fran=
zöſiſchen Konſortium Vollmacht, ſämtliche Güter der
Obre=
novitſch um eine Million Franken ſtatt der ſeinerzeit
gefor=
derten 3½ Millionen dem ſerbiſchen Staat zu überlaſſen.
Der Nachlaß beſteht aus ſieben Häuſern, einem Hotel, zwei
Landgütern von 8000 Hektar und einer wertvollen
natio=
nalen Antiquitätenſammlung. Der Abſchluß des
Kaufver=
trages ſteht bevor. Es verlautet, die Königin wolle die
Antiquitätenſammlung der ſerbiſchen Regierung als
Ge=
ſchenk überlaſſen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 20. Mai.
— Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Bürgermeiſter,
Ortsgerichts=
vorſteher und Standesbeamten Peter Schultheiß V.
zu Lumda, im Kreis Gießen, das Allgemeine
Ehren=
zeichen mit der Inſchrift „Für langjährige treue Dienſte‟
am Bande des Verdienſtordens Philipps des
Groß=
mütigen verliehen.
— Uebertragen wurde dem Lehrer Wilhelm Joſt
zu Bodenrod, Kreis Friedberg, die zweite Lehrerſtelle
an der Gemeindeſchule zu Staden, in demſelben Kreiſe;
dem Lehrer Friedrich Römer zu Hattenrod, Kreis
Gießen, eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu
Großen=Linden, in demſelben Kreiſe.
*Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 16,
enthält: 1. Ueberſicht der von Großh. Miniſterium des
Innern für das Rechnungsjahr 1910 zur Erhebung
ge=
nehmigten Umlagen zur Beſtreitung der
Kommunal=
bedürfniſſe in den zum Finanzämtsbezirk Bingen
ge=
hörigen Landgemeinden des Kreiſes Bingen. 2.
Ueber=
ſicht der für das Rechnungsjahr 1910 zur Beſtreitung
der Kommunalbedürfniſſe der Gemeinden des Kreiſes
Alsfeld genehmigten Umlagen. 3. Ueberſicht der von
Großh. Miniſterium des Innern für das Rechnungsjahr
1910 genehmigten Umlagen zur Beſtreitung der
Kom=
munalbedürfniſſe in den Landgemeinden des Kreiſes
Alzey (Finanzamtsbezirk Alzey). 4. Dienſtnachrichten.
* Militärdienſtnachrichten. Schnelle,
Rech=
nungsrat, Garn.=Verwalt.=Direktor in Allenſtein, nach
Darmſtadt, Gießen, Garn.=Verwalt.=Inſpektor in
Frankfurt a. M., als Kontrolleführer nach Mainz verſetzt.
Major Mackenſen von Aſtfeld vom Stab des
Leib=Dragoner=Regiments Nr. 24 iſt als Kommandeur
des Weſtfäliſchen Ulanen=Regiments Nr. 5 nach
Düſſel=
dorf verſetzt. Major von Mackenſen gehörte dem
Dragoner=Regiment Nr. 24 ſeit 1896 an.
* Großherzogliches Staatsſchuldbuch. Es wird
darauf hingewieſen, daß Staatsſchuldbuch=Forderungen
durch bare Einzahlungen ohne vorgängigen Ankauf von
Staatsſchuldverſchreibungen erworben werden können.
Die Einzahler werden mit dem Eintrag im
Staats=
ſchuldbuch Buchgläubiger und ſind der
Verloſungskon=
trolle ſowie der Sorge für die Aufbewahrung von
Obligationen enthoben. Selbſtverſtändlich iſt auch die
Einlieferung von Stücken zur Umwandlung in
Buch=
forderungen nach wie vor möglich. Nähere Auskunft
werden die Bankfirmen des Großherzogtums zu
er=
teilen bereit ſein; ſie iſt auch durch Vermittelung der
Landeshypothekenbank oder direkt von dem
Staats=
ſchuldbuchbureau in Darmſtadt erhältlich; außerhalb
Darmſtadts auch durch die Großh. Bezirkskaſſen ſowie
durch ſämtliche Reichsbankanſtalten.
L. Die Strafkammer verhandelte geſtern gegen den
bereits wegen Diebſtahls beſtraften 24 Jahre alten
Chauffeur und Schloſſer Friedrich Onimus von
Frankfurt, der anfangs April hier am Rhönring in
dem Vorgarten einer Wirtſchaft ein Fahrrad im Wert
von 220 Mark, welches kurz zuvor ein Gaſt hingeſtellt
hatte, wegnahm und damit eine Tour über Frankfurt
nach Mainz machte. Hier wurde er feſtgenommen. Er
iſt geſtändig und wurde zu 1 Jahr 3 Monaten
Ge=
fängnis verurteilt; vier Wochen ſind durch die
Unterſuchungshaft verbüßt. — Der 49 Jahre alte,
wegen Diebſtahls wiederholt beſtrafte, Ph. Becker IV.
von Pfungſtadt kam mit zwei Hunden in Ober=
Ram=
ſtadt in eine Wirtſchaft. Er gab ſie für ſein Eigentum
aus, lobte ſie und verkaufte ſchließlich den einen
für 1 Mark, den anderen für 80 Pfg. Die Eigentümer
kamen ihm auf die Spur und konnten ihre Lieblinge
wieder auslöſen. Becker, der wegen Diebſtahls
ange=
klagt iſt, behauptet, die Tiere ſeien ihm ohne ſein
Zu=
tun nachgelaufen. Wegen des einen Hundes ſteht jedoch
feſt, daß er ihn an ſich lockte; in dieſem Falle liegt alſo
Diebſtahl, in dem anderen Unterſchlagung vor. Er
wurde zu 5 Monaten 2 Wochen Gefängnis
verurteilt; 1 Monat 2 Wochen ſind durch die
Unterſuch=
ungshaft verbüßt. Er trat die Strafe an.
*X* Kriegsgericht der 25. Diviſion. Der aus
Wieſeck ſtammende ehemalige Briefträger Heinrich
Löwenſtein hat ſich in dieſer Eigenſchaft
Veruntreu=
ungen und Fälſchungen zuſchulden kommen laſſen,
wes=
halb er vom Schwurgericht ſeinerzeit zu einem Jahre
neun Monaten Gefängnis verurteilt worden iſt. Er
gehört noch als Unteroffizier der Landwehr zweiten
Aufgebots an. Das Kriegsgericht zog deshalb in der
geſtrigen Verhandlung in Betracht, ob er durch jeue
entehrende Verurteilung den Unteroffiziersgrad
ver=
wirkt habe, und erkannte demgemäß auf Degra
dation. — Der Musketier Karl Weber vom In=
Regt. Nr. 118 wurde in die geringſte geſetzliche Strafe
von 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Die ganze
Sachlage kam dabei in Betracht, insbeſondere der
Um=
ſtand, daß Weber überhaupt nicht dienſttauglich iſt. Er
hätte ſich im Herbſt vor. Js. bei einem Infanterie=
Regiment ſeiner Heimat, der bayeriſchen Pfalz, als
vorher dazu ausgerufen, ſtellen müſſen, trieb ſich ſtatt
deſſen im Auslande ſowie dann in Deutſchland herum
bis er aufgegriffen und in das jetzige Regiment einge
ſtellt wurde. — Weiter handelt es ſich um die vom
Gerichtsherrn verfolgte Berufung gegen den Gardiſten
Heinrich Schilling vom Leib=Garde=Regt. Nr. 115
12. Komp., der vom Standgericht wegen
Achtungsver=
letzung in einem Falle mit 14 Tagen ſtrengem Arreſt
verurteilt worden war. Während des Gewehrreinigens
in der Mannſchaftsſtube hatte der aufſichtführende G
freite den Angeklagten zum Aufleſen eines
Zigarren=
ſtummels angewieſen, worauf dieſer eine ungehörige
Antwort hatte. Als er dann dem Befehl eines
Unter=
offiziers folgte, erging er ſich in einigen beleidigenden
Reden gegen den Gefreiten. Das Kriegsgericht nahm
zwei Fälle an und ſprach 16 Tage ſtrengen
Arreſt aus.
* Benutzung amtlich geprüfter ärztlicher Thermometer
in den öffentlichen Krankenanſtalten. Durch die mit
Be=
ginn des neuen Jahres zur vollen Wirkſamkeit gelangten
neuen Prüfungsvorſchriften für Thermometer vom
April 1909 ſind die Gebühren für die Prüfung ärztlicher=
Thermometer auf 50 Pfg. für das Stück feſtgeſetzt.
Hier=
durch ſind die weſentlichſten Bedenken gegen den Erlaß
von Anordnungen über den ausſchließlichen Gebrauch
amtlich geprüfter Thermometer in öffentlichen
Kranken=
anſtalten durch die beamteten Aerzte und Hebammen
weg=
gefallen. Das Miniſterium des Innern hat angeordnet,
daß in allen öffentlichen Krankenanſtalten nur amtlich
ge=
prüfte ärztliche Thermometer zur Anwendung kommen.
— Die regelmäßigen Gartenkonzerte im Städtiſchen
Saalbau haben geſtern begonnen. Die Stadt hat den
Kapellen des Leibgarde=Infanterie=Regiments Nr. 115
(Leitung Herr Hauske) und des Artillerie=Regiments
Nr. 61 (Leitung Herr Weber) den Garten überlaſſen,
damit ſie an allen Dienstagen und Donnerstagen des
kommenden Sommers mit vollzähliger Kapelle dort
konzertieren. Dienstags ſpielt die Kapelle des
Artillerie=Regiments Nr. 61 (Weber),
Donners=
tags die Kapelle des Leibgarde=Infanterie=Regts. Ny
115 (Hauske). Die Konzerte finden bei jeder
Witter=
ung im Garten oder Saal ſtatt. Um einen billigeren
Beſuch der Konzerte zu ermöglichen, werden, wie
ſeit=
her, Dutzendkarten ausgegeben. Dieſe Dutzendkarten
haben für die Dienstags= und die Donnerstags=
Kon=
zerte Gültigkeit. Da beiden Kapellen ein guter Ruf
vorausgeht, bleibt nur zu wünſchen, daß ſich der
Saal=
bau=Garten wie in früheren Jahren eines zahlreichen
Beſuches ſeitens des hieſigen Publikums erfreuen möge,
Hierzu wird uns noch geſchrieben: Die Dienstags=
Konzerte erfahren in dieſer Saiſon inſofern eine
Aen=
derung, als dieſe an allen Dienstagen von der
voll=
zähligen Kapelle des Großh. Heſſiſchen Artillerie=Regts.
Nr. 61 ausgeführt werden. Da dieſe Neuerung vielen
lang gehegten Wünſchen entſpricht, dürfte ſie in weiten
Kreiſen mit Freude begrüßt werden. Herr Weber, der
ſich mit ſeinem Orcheſter des beſten Rufes erfreut, wird
auf dieſe Konzerte ganz beſondere Sorgfalt verwenden
und bemüht ſein, ſich auch die Gunſt des=Saalbau=
Publikums zu erringen ſuchen. Das erſte Abonnes
ments=Konzert findet Dienstag, den 24. Mai, ſtatt.
Für=
die tanzluſtige Jugend iſt Réunion im Gartenſaale.
Der Garten wird an dieſem Abend feſtlich beleuchtet.
(Siehe auch die Anzeige.)
Neu hergeſtellte Fernſprechanſchlüſſe und
Aende=
rungen bei beſtehenden Sprechſtellen: a) Neu=
An=
ſchlüſſe: 1886 Karl Benjamin, Direktor der Deutſchen
Vereinsbank, Filiale Darmſtadt, Rheinſtr. 46; (350)
Joſ. Deutſch, Privatwohnung, Schulſtr. 12; 1930 von
Etzel, Oberſt, Martinſtr. 72; 1923 Fabrik Elektriſcher
Apparate, Inh. L. Doll und K. Benz, Frankfurter
Straße 36; 1936 Foix J. u. Söhne, Spaniſche Weinhalle,
Mathildenplatz 8; 1905 Dr. Adolf Hüffell, Frauenarzt,
Hügelſtr. 37 I.;= 336 Paul Klingenberg, Steinfabrik,
Eliſabethenſtr. 74; 574 Ludwig Freiherr von Knorrinig,
Kaiſ. Ruſſ. Miniſterreſident, Wilhelmſtr. 28; 1926
Kur=
haus Trautheim, Hotel=Reſtaurant, Nieder=Ramſtadt;
1921 Albert Lebach, Architekt für Innen=Dekoration,
Klappacherſtr. 42; 1570 W. Leſchhorn, Spezialgeſchäft
photogr. Artikel, Rheinſtr. 14; 1919 Gottlieb Lorz, Hof
kürſchnermeiſter, Eliſabethenſtr. 14; 1922 von Moßner
Leutnant, Am Breitwieſenberg 11; (185) A. L. Ott,
Kon=
ditorei=Café, Ausſtellungsgebäude auf der Künſtler=
Blühendes Land.
Blühendes Land überall. Draußen im freien
Felde, wo die werdenden Saaten ihr grünes
Seiden=
kleid im Stolz der Jugend tragen, in ſtillen Gärten
hinter üppigen Hecken, an ſanft ſteigenden Hängen,
wölbt ſich Kuppel an Kuppel. Silberweiß wie
friſch=
gefallener Firnenſchnee im Morgenſonnenlicht, mit
roſigem Hauch übergoſſen wie eines ſehnenden jungen
Weibes Wangen.
Ein leiſer, lauer Wind ſaugt zarten Duft aus ihren
Blütenkelchen und trägt ihn übers Land. Darinnen
aber ruht verwahrt ein heiliger Klang, gleich einem
gottſuchenden Harfenton. Und weſſen Seele er trifft,
dem legt er ſeines Körpers wilde Kraft zu Füßen. Denn
jäh erſchauert deſſen Seele bei dieſem Klang und wächſt
erweckt hinaus über ihres Körpers Grenzen auf den
Schwingen der Sehnſucht.
Blühendes Land, du ſingſt ein Lied urewiger,
hei=
liger Melodie. Ein Lied der Blüten, die der Reife
Frucht erſehnen. Du ſingſt ein Lied, das überall das
All durchbebt, ein Lied der Sehnſucht, das droben bei
den Sternen wohnt und ſeine Heimſtätte aufgeſchlagen
hat tief in den Seelen der Menſchen. Und wenn du den
Menſchen erklingſt, dann legſt du ihnen ein Korn
gött=
licher Kraft und einen Schimmer göttlichen Glanzes in
die Bruſt. Du trägſt ſie empor auf ſilbernen Wolken
hoch über den Kerker ihres leiblichen Ichs und zeigſt
ihnen dort, wie tief ihre Seelen im Ewigen wurzeln.
Denn die Sehnſucht ſchlägt euch goldene Brücken zu den
ſonnigen Gefilden der Gottheit. Drum wandert über
die Brücken der Sehnſucht nach jenen gottbegnadeten
Inſeln, auf daß euch in himmliſcher Freude erzitternd
die Seele klinge.
Doch diejenigen, die ihren Weg vollenden, ohne im
Drang der Sehnſucht zu ſtreben, ſind nicht mehr denn
ein Baum, dem die Kraft erſtarb, Blüten zu treiben.
Sie ſind reif, daß ſich die Axt an ihre Wurzel lege.
Walter Georgi.
Von Lehrern und Schülern der deutſchen
Volksſchulen.
*⁎* Der Deutſche Lehrertag, der in den Pfingſttagen
unter großer Beteiligung in Straßburg i. E. abgehalten
wurde, fand in dieſem Jahre mit ſeinen Verhandlungen
ein beſonderes Intereſſe. Welch mächtigen Faktor im Leben
des Volkes die öffentlichen Schulen darſtellen,
mögen einige Daten zeigen, die wir K. Knabes Schrift
über das deutſche Unterrichtsweſen der
Ge=
genwart entnehmen.
In allen europäiſchen Staaten betragen die Koſten für
den Volksſchulunterricht etwa 1700 Millionen Mark, und
von dieſem Betrage fällt auf Deutſchland faſt ein
Drittel. Die Geſamtheit ſeiner Volksſchüler betrug
im Jahre 1906 etwa 9¾ Millionen, von denen 6½
Mil=
lionen etwa auf Preußen kamen, das 37761 Schulen mit
115902 Klaſſen zählte, und zwar hatte im Durchſchnitt jede
Schule in den Städten 8,87, auf dem Lande 2,22 Klaſſen
und die Durchſchnittsfrequenz der Klaſſen betrug auf dem
Lande 53, in den Städten 54 Schüler. Von den 2306 265
Schulkindern in den Städten wurden 1669 286 in
getrenn=
ten Knaben= und Mädchen= und 636 979 in gemiſchten
Schu=
len unterrichtet, während auf dem Lande die entſprechenden
Zahlen 561 537 und 3 296 596 waren. Von den 7517
Volks=
ſchulen in Bayern im Schuljahre 1904/05 waren nur 510
Knaben= und 526 Mädchen= die übrigen 6481 gemiſchte
Schulen. Der Klaſſendurchſchnitt betrua 58½ Schüler, alſo
etwa 5 mehr als in Preußen und in Württemberg war er
ſogar noch etwas größer, nämlich 60,13. Die Geſamtzahl
der württembergiſchen Schulkinder betrug am 1. Januar
1907 650½ Tauſend, während Sachſen 1904 rund ¾
Mil=
lionen Schulkinder hatte, von denen 47 Prozent in
ge=
miſchten Klaſſen unterrichtet wurden. Sehr günſtig war
der Klaſſendurchſchnitt in Baden mit 37,47 Schülern.
Stan=
den hier 1582 getrennten 5728 gemiſchte Klaſſen gegenüber,
ſodaß das Verhältnis etwa 114 war, ſo herrſchte im
heſ=
ſiſchen Volksſchulweſen im Jahre 1902 faſt völlige Koe=
dukation: von 983 Schulen waren nur 28 nach den
Ge=
ſchlechtern völlig getrennt.
Die 9¾ Millionen Schulkinder wurden von 166
Lehrkräften unterrichtet, von denen 138203
männ=
lich, 29384 weiblich waren; d. h. das Zahlenverhältnis
der Lehrer zu den Lehrerinnen iſt etwa 511. Doch ſind die
Unterſchiede in den verſchiedenen Teilen des Deutſchen
Reiches außerordentlich groß. Während zum
Bei=
ſpiel auf 100 Lehrkräfte in Sachſen nur 5, in
meh=
reren thüringiſchen Ländchen noch weniger, in den
beiden mecklenburgiſchen Großherzogtümern 8 und 9
in Württemberg 11, in Oldenburg 10, in Heſſen 13
Leh=
rerinnen kommen, hat Lübeck unter 100 Lehrkräften 46,
Hamburg 38 und Elſaß=Lothringen 45 Lehrerinnen. Die
geringſte Zahl an Lehrkräften hatte Schaumburg mit 93.
die größte natürlich Preußen mit 102 764. Hier entfielen
auf eine Lehrkraft 60 Schulkinder. Dieſe Zahl wurde
übertroffen von Sachſen mit 61, Baden mit 64, Sachſen=
Altenburg mit 66, Schwarzburg=Sondershauſen mit 61,
Schwarzburg=Rudolſtadt mit 63, Reuß ältere und jüngere
Linie mit 70 bezw. 64. Lippe=Detmold mit 75 und
Schaum=
burg=Lippe mit gar 85 Schulkindern. Am günſtigſten
wa=
ren die Verhältniſſe in Hamburg und Lübeck, wo auf eine
Lehrkraft 35 bezw. 33 Schulkinder kamen.
Die Aufwendungen für die öffentlichen
Volks=
ſchulen beliefen ſich in Deutſchland auf etwa 524
Millionen Mark, von denen 151½ aus
Staatsmit=
teln aufgebracht wurden. Die Koſten der ſtaatlichen
Schul=
aufſicht und des Lehrerbildungsweſens ſind in dieſer
Summe nicht enthalten. Die höchſten Geſamtkoſten für
den einzelnen Schüler tragen die Hanſeſtädte Lübeck,
Bre=
men und Hamburg mit 75.79 und 88 Mark. die gerinaſten
Schaumburg=Lippe mit 35 Mark, während der Durchſchnitt
54 Mark beträgt. Während, wie bemerkt. Deutſchland von
den Geſamtkoſten des euroväiſchen Volksſchulunterrichts
beinahe ein Drittel trägt, fällt auf Rußland nur 1
Zwan=
zigſtel, auf Großbritannien mehr als 1 Viertel, auf
Frank=
reich etwa 1 Achtel.
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Nummer 115.
Darmſtädter Tagblätt, Freitäg, den 20. Mai 1910.
Seite 3.
olonie; 202 Karl Pareus, Bismarckſtr. 65; 1924 Viktor
schatz, Trödler, Kleine Bachgaſſe 1; 205 Friedrich
schmitt, Ochſen= und Schweinemetzgerei, Arheilger
straße 6; 397 Aug. Schwab jun., Permanente
Ausſtell=
ug moderner Wohnungseinrichtungen, Rheinſtr. 39;
929 Freiherr v. Stetten, Major und Kommandeur des
Train=Bataillons Nr. 18, Wilhelmſtr. 14; 1359 Amalie
Jalckenberg, Wilhelmſtr. 9; 1925 Aug. Weyns,
Kunſt=
egenſtände aus Geſteinen, Soderſtr. 41.
b) Aenderungen bei beſtehenden Sprechſtellen:
820 Theodor Göhler, Ahaſtr. 24, jetzt 231, Heidelberger
Straße 36; 231 Derſelbe, Filiale, Ahaſtr. 24; 882 Anton
iſſerich, Luiſenſtr. 6, jetzt Nieder=Ramſtädter Straße 13;
255 Dr. Bruno Italiener, Waldſtr. 16, jetzt
Grafen=
traße 23½; 1490 David Neu, Friedrichſtr. 16, jetzt 15;
769 Julie Rütgers, übertragen an Dr. med. Karl
Emden, Militärarzt, Beckſtr. 68; 917 Sektion II der
eſſ.=Naſſ. Baugewerks=Berufsgenoſſenſchaft,
Laute=
chlägerſtr. 27, jetzt Rheinſtr. 47; 1458 Ernſt Strah,
Lilhelminenſtr. 21, jetzt Heidelberger Straße 7.
ic) Abgebrochene Sprechſtellen: 1186 Jakob
Züttel; 1765 Graffweg u. Co.; 1626 Palais=Reſtaurant;
26 Ramon Peris; 1477 Dr. Uſinger; 687 J. Walther.
— Evangeliſcher Bund. Die 21.
Landesver=
ſammlung des Heſſiſchen Hauptvereins wird Sonntag,
den 10. und Montag, den 11. Juli in Mainz ſtattfinden.
In mehreren Sitzungen haben die Vertreter des
Hauptver=
eins, des Zweigvereins Mainz, der dem Bund
angeſchloſſe=
nen und der übrigen evangeliſchen Vereine, ſowie der
Kir=
chenvorſtände der Stadt und der Vororte die nötigen
Vor=
arbeiten erledigt. In der Sitzung vom 17. ds. Mts., der
auch der Hauptvereinsvorſitzende, Herr Pfarrer D. Waitz
aus Darmſtadt, anwohnte, wurde die Feſtordnung
feſt=
geſetzt. Ein großer Feſtausſchuß wird ſoeben gebildet.
Die Kirchengeſangvereine der Stadt und der Vororte
ha=
ben ſich zu einem Geſamtchor vereinigt. Namhafte heſſiſche
und auswärtige Redner ſind gebeten und zum Teil ſchon
gewonnen. Die Tagung verſpricht eine machtvolle
Kund=
gebung des Proteſtantismus zu werden.
n. Die Schreinerbewegung. Mit dem jetzt in
be=
friedigender Weiſe beigelegten Ausſtand ſind die auf
Feſtſtellung eines Lohntarifs u. a. gerichteten
Beſtreb=
ungen für den allergrößten Teil des hieſigen Gewerbes
erfolgreich geweſen. Sämtliche dem
Arbeitgeber=
ſchützverband am Platze angehörenden Betriebe in der
Geſamtzahl von 49 mit rund 440 Arbeitern haben den
einſchlägigen Vertrag angenommen, obwohl der Streif
nur auf wenige erſtreckt war. Es erübrigen jetzt noch
die außerhalb des Verbandes ſtehenden 37 Meiſter, bei
denen insgeſamt etwa 120 Mann beſchäftigt ſind.
* Submiſſionsblüten. Bei der Ausſchreibung zur
Erbauung des Empfangsgebäudes auf
dem neuen, Bahnhof in Darmſtadt waren
folgende Angebote eingelaufen: Möller=Frankfurt a. M.
156913,10 Mark, Moeſer u. Dechert=Darmſtadt 131 796,70
Mark, Gans, May u. Wagner=Darmſtadt 129010 Mark,
Rhein.=Elſäſſ. Baugeſellſchaft=Metz 128 641,50 Mark.
A.=G. für Hoch= u. Tiefbau=Frankfurt a. M. 121 426,25
Mark, Ambroſius u. Sohn=Frankfurt a. M. 120 761,95
Mark, Hauswald=Mainz 117458,80 Mark, Müller u.
Schwarz=Darmſtadt 114549,80 Mark, Zehrlaut=Mainz
112639,05 Mark, Enrich=Frankfurt a. M. 112339,50 Mk.,
Schmidt=Worms 106 162,50 Mark, Hinkel=Darmſtadt
105 328,70 Mark, Winn u. Co.=Gießen 101 827,20 Mark.
Fiſcher=Guſtavsburg 88367 Mark. Der Unterſchied
zwiſchen dem höchſten und dem niedrigſten Angebot
be=
trägt demnach nur die Kleinigkeit von 68546 Mark.
— Die Walderholungsſtätten werden am 23. d.
Mts. eröffnet. Die Aufnahme der Pfleglinge findet
nachmittags von 5 Uhr ab auf dem Bureau der
Ver=
einigten Ortskrankenkaſſe, Blumenthalſtraße 7, ſtatt.
Das Pflegegeld für Nichtverſicherte beträgt 1 Mk.
50 Pfg. pro Tag.
Radrennen. Für das am nächſten Sonntag,
den 22. Mai, ſtattfindende Dauerrennen mit
Motor=
führung um die Ehrengabe Sr. Königl. Hoheit des
Großherzogs auf der Radrennbahn an der
Heidel=
bergerſtraße, ſind 3 bedeutende Steher ausgewählt
worden. Es ſind dies der hier rühmlich bekannte
Alt=
meiſter Georg Dreſcher, Mainz., der ziemlich älteſte
Rennfahrer der Welt, Chr. Rode, Hamburg,
zwei=
maliger Sieger des Kaiſerpreiſes und der Meiſterſchaft
von Deutſchland über die kurze und lange Strecke, Joh.
Hohe, Nied, der rühmlich bekannte Straßenfahrer.
Alle 3 Fahrer haben ſehr ſchnellen Motor als Führung
und gibt es ſicher ſchwere Kämpfe um den erſten Platz,
den Gewinn des goldnen Pokals des Landesfürſten.
A Im ſtädtiſchen Krankenhauſe ſind während des
Monats April d. J. 611 Kranke verpflegt wordem,
332 männlichen und 279 weiblichen Geſchlechts, mit
ins=
geſamt 8500 Pflegetagen. Es ergibt ſich hiernach für den
genannten Mungt eine durchſchuitliche Tagesbelegung
mit 283 Kranken, gegen 306 Kranke im April vor. Js. 1 Arbeiterverein begeht am Sonntag, den 19.
Fleiſchbeſchauamts ſind während des Monats April
im hieſigen Schlachthaus geſchlachtet worden: 174 bandes evangeliſcher Arbeitervereine, und dieſer ver
Ochſen, 4 Bullen, 316 Kühe, 3 Jungrinder, 1091 Kälber,
2297 Schweine, 186 Schafe, 13 Ziegen und 15 Pferde.
Beanſtandet wurden: 112 Ochſen, 3 Bullen, 197 Kühe,
2 Jungrinder, 19 Kälber, 683 Schweine, 34 Schafe und
3 Pferde. — Minderwertig wurde erklärt das Fleiſch
von: ¼ Ochſen, 9½‟ Kühen, 2 Kälbern u. 10¾ Schweinen.
— Bedingt tauglich war das Fleiſch von: ¾ Ochſen,
1 Bullen, ¾ Kühen und 1¾ Schweinen. —
Untaug=
lich waren: 1 Ochſe, 4 Kühe, 1798 Organe, 237½ kg Fett
und 74 kg Fleiſch von 1052 Tieren. — Auf Trichinen
unterſucht wurden: 2297 im Schlachthaus geſchlachtete und
2 von Privaten geſchlachtete Schweine, ſowie 6027¼ kg
für hieſige Metzger eingeführtes friſches Fleiſch von 323
Schweinen.
— Roheit. Man ſchreibt uns: Ein recht gemeiner
Akt von Tierquälerei iſt an einem kleinen Hündchen
ver=
übt worden, das am 1. Feiertag im Rhönring
ge=
ſtohlen wurde. Nach 3 Tagen fand der Eigentümer
im Hauſe Alexanderſtraße Nr. 15 ſeinen Hund wieder,
in einem Zuſtand, der jeder Beſchreibung ſpottet.
Schwanz und Ohren waren dem armen Tiere vom
Stumpf abgeſchlagen.
§ Feſtgenommen. Ein 22 Jahre alter Hausburſche
aus Traiſa iſt wegen Einbruchsdiebſtahl hier
feſtgenom=
men worden.
Eberſtadt, 18. Mai. Intereſſenten ſeien auf die
Dr. Büchner hierſelbſt aufmerkſam gemacht. (Siehe
Anzeige.)
Tagen des 11., 12. und 13. Juni dieſes Jahres wird
hier der 15. Starkenburger Provinzial=
Feuerwehr im Verein mit dem Feſtkomitee iſt mit den
umfangreichen Vorbereitungen dazu ſchon ſeit längerer daß die Höhe der Summe, um die Sckerl ſeine Gläubiger
Zeit beſchäftigt. Das nach eingehenden Beratungen
ent=
worfene Feſtprogramm wurde ſämtlichen dem Provin= 1 geſchädigt hat, ſich auf etwa 130000 Mark beläuft. Er hat
denen viele ihre Beteiligung an dem Feſte bereits
an=
folgende Veranſtaltungen vor: Am Samstag, den 11.
Juni, Delegiertenverſammlung im „Bergſträßer Hof”
gen Geſangvereine. Am Sonntag, vormittags 11 Uhr, wenigſtens ſcheint dies aus einem Briefe hervorzugehen,
findet eine Uebung der hieſigen Feuerwehr ſtatt,
und=
nachmittags halb 3 Uhr Feſtzug durch verſchiedene Stra= 9. Dezember vorigen Jahres, dem die Proſtituierte
Arn=
ßen nach dem Feſtplatze, daſelbſt Begrüßungschor der= holz zum Opfer fiel, wird durch einen weiblichen
Unter=
vereinigten Geſangvereine, Feſtrede und
Militärkon=
ſern. Für das Nachfeſt am Montag nachmittag ſind zur Leiche der Arnholz gehörte. Am 5. Dezember vorigen
turneriſche Vorführungen, Konzert und
Volksbeluſtig=
ungen vorgeſehen. Die Muſik wird von der Kapelle
des Großh. Artillerie=Regiments Nr. 61 ausgeführt 1 worden. Der oder die Mörder ſind bis jetzt noch nicht
ent=
unter perſönlicher Leitung ihres Kapellmeiſters Weber. deckt worden.
Der ſchön gelegene und geräumige Feſtplatz befindet ſich
am Eingange zum Griesheimer Wald, in nächſter Nähe gang zur Stadt von Braunſchweig her, bildet mit
ſei=
des Dorfes und der Halteſtelle „Hotel Waldfriede” der 1 nen vier gewaltigen Zwingertürmen eines der groß=
Dampfſtraßenbahn. Der Platz iſt vollſtändig beſchattet artigſten Denkmäler mittelalterlicher Stadtbefeſtig
und mit Gras bewachſen und wird daher den Beſuchern ung. Es iſt neben dem Kaiſerhaus und dem Rathaus
einen recht angenehmen Aufenthalt gewähren. Für Goslars Hauptſehenswürdigkeit und als
maleriſche=
die Bewirtung und Unterhaltung der zahlreich zu er= Architekturbild von Künſtlern ſehr oft dargeſtellt
wor=
wartenden Feſtbeſucher iſt in weitgehendſter Weiſe
ge=
pathie für die wackeren und ſtets hilfsbereiten Männer 1 eines dieſer Türme zum Ort der Handlung einer
ſei=
der Feuerwehr und wird ihnen einen freundlichen und 1 ner jüngſten Novellen („Das Kind von Goslar”)
ge=
würdigen Empfang bereiten. Möge ſich das Feſt eines Gewitters gegen 10 Uhr plötzlich Feueralarm
er=
regen Beſuchs zu erfreuen haben!
* Aus dem Kreiſe Beusheim, 18. Mai. Die Kreis= I Turm habe ein Blitzſchlag gezündet, hegte man die
ſtraße zwiſchen Auerbach und Zwingenberg ernſtliche Beſorgnis, daß das mächtige ſpitze Runddach
wird in ihrer ganzen Länge neu geſteint und durch des koſtbaren Baudenkmals gefährdet ſein könnte. Als
eine Dampfwalze eingewalzt. Die Arbeit beginnt im die Feuerwehren anrückten, ſchlugen auch die
Flam=
über Hähnlein-Fehlheim-Bensheim und umgekehrt fand das Feuer in dem allerdings mächtigen
Dach=
geleitet. — In Reichenbach wurde ein junger Mann gebälk nur ſpärliche Nahrung, ſodaß es der Feuerweh
von einem Pferde erſchlagen. — Sehr zahlreich bei dem ſtrömenden Gewitterregen bald gelang, des
ſind die Nachtigallen in dieſem Jahre an der Feuers Herr zu werden, ehe es großen Umfang an=
Bergſtraße. Faſt überall läßt dieſer Vogel ſeine herr= genommen hatte. Derſelbe Turm war ſchon vor drei
lichen Geſänge erſchallen.
n. Groß=Umſtadt, 19. Mai. Die in dem Dorndieler hatte der Blitz aber nicht gezündet, ſondern nur das
Raubmordfall ſeitens der Behörde entwickelte! Dach beſchädigt und aus dem Turm einige Steine her=
Tätigkeit iſt eine ebenſo eifrige wie umfangreiche. Un= ausgeſchlagen.
zweifelhaft kam der Täter von auswärts, weshalb
irgend welcher Verdacht auf einen Ortseinwohner, wie herzogin Marie von Mecklenburg=Schwe
ſolche Vermutungen ſchon laut geworden ſind, völlig
grundlos erſcheint.
Mainz, 18. Mal. Der hieſige Epangeliſch.
Schlachtungen. Nach dem Monatsberichte des Juni, ſeine 16jährige Stiftungsfeier mit Fahnenweihe.
Der Verein iſt Mitglied des Mittelrheiniſchen
Ver=
bindet mit der Stiftungsfeier des Mainzer Vereins die
Feier ſeines 19. Verbandsfeſtes. Die Vorbereitungen
der Feier, welche nach einem Feſtgottesdienſt in der
Chriſtuskirche im evangeliſchen Vereinshauſe und im
großen Saale der Stadthalle gehalten wird, ſind bereits
erledigt.
Mainz, 18. Mai. Der Gemeindeeinnehmer Junker
aus Koſtheim wurde heute abend wegen bedeutender
Unterſchlagungen verhaftet.
Alzey, 18. Mai. Die lang gewünſchte, lang erſehnte
Ueberdachung des Bahnſteigs iſt dieſer Tage
aus Kreuznach eingetroffen, und gegenwärtig iſt man
damit beſchäftigt, wenigſtens an der rechten Seite des
Bahnhofsgebäudes, dieſe aufzubauen.
Lich, 19. Mai. Die Hochzeit der Prinzeſſin
Dorothea zu Solms=Hohenſolms=Lich mit dem
Prinzen Hermann zu Stolberg=Wernigerode=Gedern,
Herr auf Radenz in der Provinz. Poſen, findet im
hieſigen Schloſſe am 24. Mai ſtatt. Die
Hochzeitsfeier=
lichkeiten werden am 23. Mai durch einen Polterabend
eingeleitet.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 18. Mai. Der zweite
Pfingſtfeiertag brachte die bisher überhaupt dageweſene
größte Verkehrsziffer im Berliner Stadt= und
Vorortbetriebe. Während am zweiten Pfingſtfeiertage
Gemäldeausſtellung von H. Schlegel und des vorigen Jahres, dem bis dahin ſtärkſten Verkehrstage,
1690000 Perſonen in den Zügen der Stadt=, Ring= und
Vorortbahnen befördert wurden, wuchs dieſe Zahl am
— Eberſtadt, 19. Mai. Man ſchreibt uns: In den diesjährigen Pfingſtmontag auf 1916000. — Der Chef der
Berliner Kriminalpolizei hat dem Miniſter des Innern
eine Denkſchrift überreicht, in der Reformen bei der
Feuerwehrtag abgehalten. Unſere Freiwillige Kriminalpolizei vorgeſchlagen werden. — Zur
Flucht des Architekten Sckerl verlautet noch,
zialverband angeſchloſſenen Wehren zugeſtellt, von etwa 115000 Mark bares Geld mit ſich genommen, und
zwar ſind dies die Gelder, die ihm am Tage der Flucht auf
gemeldet haben. Das Programm ſieht unter anderem ſeine Hypotheken ausgezahlt wurden. Für die übrigen
Schuldbeträge iſt in dem Vermögen, das der Flüchtige
zu=
rückgelaſſen hat und in Hypotheken uſw. Deckung vorhan=
und abends Feſtkommers unter Mitwirkung der hieſi= den. Sckerl iſt anſcheinend nach dem Ausland geflüchtet:
den er ſeiner Frau geſchrieben hat. — Der Mord von
ſchenkel in Erinnerung gebracht, der geſtern in der Spre
zert. Abends ſind Feſtbälle in zwei hieſigen Gaſthäu= gefunden wurde. Die Leichenſchau ergab, daß das Glied
Jahres waren mehrere zerſtückelte Körperteile in der
Nähe des geſtrigen Fundortes aus der Spree gezogen
Goslar, 17. Mai. Das Breite Toor, der Ein
ſorgt. Unſere Einwohnerſchaft hegt eine herzliche Sym=1 den. Adolf Wilbrandt hat die ſchloßartige Wohnung
macht. Als am Pfingſtſamstag während eines heftigen
tönte und ſich die Kunde verbreitete, im Rißlingſcher
nächſten Monat und wird längere Zeit in Anſpruch 1 men ſchon zur Turmſpitze heraus. Da der als Scheuer
nehmen. Der Fuhrwerksverkehr wird in dieſer Zeit eines Oekonomen dienende Turm vollſtändig leer war,
Jahren einmal vom Blitz getroffen worden. Damals
Oldenburg, 17. Mai. Als am Samstag Groß
rin mit ihrem En kel, dem 12jährigen
Erbgroßher=
zog Nikolaus von Oldenburg, in Rabenſteinfeld eine
Großherzogliches Hoftheater.
Mittwoch, den 18. Mai.
„Der Barbier von Sevilla‟
W-l. Vor anſcheinend ausverkauftem Hauſe fand
heute in dem Rahmen einer Schüler= und
Volksvor=
ſtellung eine Wiederaufführung von Roſſinis Oper
„Der Barbier von Sevilla” ſtatt. Die
Vor=
ſtellung hatte offenbar durch das Gaſtſpiel des Frl.
Birgit Engell vom Hoftheater in Wiesbaden als
Roſine erhöhte Anziehungskraft erhalten. Wir ſtellen
es uns als das Ideal des Komponiſten vor, daß ſich in
dieſer auch muſikaliſch beſonders liebevoll behandelten
und bevorzugten Mädchengeſtalt die Grazie und der
Humor ſeiner Muſit verkörpern und konzentrieren.
Dieſem Ideal entſprachen von den Künſtlerinnen, die
hier gaſtiert haben, etwa Franziska Wedekind und
Sigrid Arnoldſon. Ihnen reihte ſich nun Frl. Birgit
Engell aus Wiesbaden an, die, wie jene, alle äußeren
Vorzüge und Reize beſitzt, die zur Verkörperung dieſes
graziöſen Kindes der Roſſiniſchen Muſe nötig ſind und
zwar noch mit dem einen Vorzuge, daß ſie den Typus
der dunkeläugigen Spanierin raſſiger darſtellt. In
ihrer Auffaſſung und Darſtellung tritt im Gegenſatz zu
der Ausgelaſſenheit und Durchtriebenheit anderer
Repräſentantinnen dieſer Rolle mehr ein Zug
vor=
nehmer Reſerve in den Vordergrund, dafür aber läßt
ſie an ihrem ſehr beweglichen, ausdrucks= und
nuancen=
reichen Mienenſpiel die völlige innere Anteilnahme, das
ſeeliſche Durchleben aller Vorgänge erkennen, wodurch
ſich ihre Darſtellung in dem Spiegel einer
liebenswür=
digen Perſönlichkeit außerordentlich intereſſant geſtaltet.
Ihre Koloratur iſt ſchlechthin vollendet und ihre
meiſter=
hafte Geſangstechnik, die ſich auch in dem als Zugabe
geſungenen Walzerlied „Leſtaſi” von Arditi und in der
Behandlung der Kopftöne in glänzender Weiſe
be=
tätigte, feierte große Triumphe. Dagegen iſt die tiefere
Lage der Stimme weniger reich ansgeſtattet. Die
fliebenswürdige Künſtlerin mußte vielfachen
Hervor=
ufen des begeiſterten Vublikums Folge leiſten.
In der Beſetzung der übrigen Partien war keine
Veränderung eingetreten. Den „Figaro” ſang
wie=
der Herr Weber, den Almaviva Herr Hacker, den
Bartolo Herr Hoff und den Baſilio Herr Stephani.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
A. K. Vom Kometen Halley. Nachdem der
18. und 19. Mai verſtrichen ſind, haben wir wenigſtens
die Ausſicht, das berühmte Geſtirn nach einigen Tagen
aus größerer Entfernung erfolgreicher als bisher
be=
obachten zu können. Man wende daher an den
Aben=
den vom 2 2. Mai an ſeine Aufmerkſamkeit auf den
Weſthimmel, an dem man den Kometen, in ſeinem
nerchiſtreſlet wird beobachten können. Einer
Verech=
diejenige der Sterne erſter Größe übertreffen; am 2.
Juni dieſe noch erreichen, am 6. Juni auf 1.5., am 11.
auf 2.0 und am 29. Juni auf 3.0 herabſinken. Der
Ko=
met Halley bleibt infolgedeſſen längere Zeit für das
unbewaffnete Auge ſichtbar.
* Der Hiſtorien= und Genremaler
Pro=
feſſor Franz Skarbina iſt, wie ſchon gemeldet,
am Mittwoch in Berlin geſtorben. Franz Skarbina
war am 24. Februar 1849 zu Berlin geboren, er beſuchte
dort die Kunſtakademie und hatte ſeit 1871 ein eigenes
Atelier. Von Einfluß auf ſeine künſtleriſche
Entwick=
lung waren Reiſen nach Belgien, Holland, Frankreich,
England und beſonders ein einjähriger Aufenthalt in
Paris. 1880 wurde er Lehrer des anatomiſchen
Zeich=
nens an der Berliner Akademie, 1888 Profeſſor, 1892
Mitglied der kgl. Akademie der Künſte, 1893 legte er
ſein Lehramt nieder. Von 1872 bis 1878 trat er mit
Genrebildern aus dem modernen Leben an die
Oeffent=
lichkeit, wie: Vor dem Hotel, Strategiſche Studien,
An=
trittsviſite, Kartenſpielende Spießbürger. Seit 1878 bis
etwa 1882 wählte er vielfach Motive aus der Zeit des
Empire und Rokoko, hierher gehören:
Annäherungsver=
ſuche, Seelenaustauſch, Ueberredungskünſte und Intime
Cauſerie, zwei Aquarelle, von denen das letztere in der
Berliner Nationalgalerie hängt. Aus den 80er und
dem Anfange der 90er Jahre ſtammen Bilder mit
Motiven aus Helgoland und Belgien: Mittags 12 Uhr
in Oſtende, Fiſchauktion in Blankenberghe, Nach dem
Heringsfang, Belgiſches Kabarett (Dresdener Galerie)
Ferner ſind zu nennen: Blick auf Paris vom
Mont=
martre, Küchenhof eines bretoniſchen Hotels, Hof einer
Ferme in der Picardie (Münchener Pinakothek), Motive
aus Alt=Hamburg für die dortige Kunſthalle, Berliner
Weihnachtsmarkt und Alt=Berlin; Ein Blick ause
Kaiſers Fenſter, ein Aquarell, das Wilhelm I. in ſeinem
letzten Lebensjahr erwarb, Die alte Wieſe in Karlsbad
mit dem Gewoge der Kurgäſte, Der Poſthof in
Karls=
bad (Magdeburger Muſeum), Glückliche Stunden.
Spitzenklöpplerinnen in Brügge (Berliner
National=
galerie), Allerſeelentag, Abend im Dorfe (
National=
galerie). Skarbina ſchloß ſich vorübergehend dem
Naturalismus und dem Impreſſionismus an und
wurde als Oel= und Aquarellmaler gleich geſchätzt.
* Paris, 18. Mai. Die berühmte Sängerin
Pauline Biardot iſt im 89. Lebensjahre
geſtor=
ben. Michelle Pauline Viardot=Garcia, die Tochter
des Opernſängers und Geſangslehrers Manuel
Garei=
des Aelteren, war in Paris geboren. Sie lebte mi
ihren Eltern bis 1828 in England, den Vereinigten
Staaten und Mexiko. 1839 betrat ſie in London die
Bühne der Italieniſchen Oper, 1840 ſang ſie mit
gro=
ßem Erfolg an der Pariſer Italieniſchen Oper. Nun
begannen ihre Kunſtreiſen durch Europa, die ihr
außer=
ordentliche Erfolge brachten. Später zog ſie ſich von
der Bühne zurück und war nach 1862 Geſangslehrerin
in Baden=Baden. Seit 1871 lebte ſie meiſt in
Pari=
als Geſangs= und Klavierlehrerin, wie auch als
Kom=
poniſtin tätig. Ihrer 1840 geſchloſſenen Ehe mit dem
Kunſtſchriftſteller Viardot entſtammten vier Kinder;
zwei ihrer Töchter, ſind als Konzertſängerinnen, eine
iſt als Komponiſtin bekannt geworden, ihr Sohn Paul
hat ſich als Violiniſt einen Namen gemacht.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 20. Mai 1910.
Nummer 115.
Anderſahrt auf dem Schweriner Se unternehmen
wollte, kenterte das Boot beim Beſteigen und die
Großherzogin fiel vom Steg in das tiefe Waſſer. Der
noch auf dem Steg befindliche Erbgroßherzog ließ ſich
nachgleiten und es gelang ihm, die Großherzogin
wie=
der an den Steg heranzuziehen, ſodaß ſie ſich feſthalten
konnte. Der Erbgroßherzog kletterte alsdann zurück
und zog die Großherzogin bis an eine Stelle, wo ſie
einen Stützpunkt für die Füße fand. Der junge Prinz
war außerſtande, die Großherzogin allein
heraufzu=
ziehen; er lief nun zu dem fünf Minuten entfernten
Palais, holte Leute herbei, mit deren Hilfe es gelang,
die Großherzogin aus ihrer Lage zu befreien. Der
Großherzog von Mecklenburg=Schwerin hat dem
Erb=
großherzog von Oldenburg, der jetzt 12 Jahre alt iſt,
die mecklenburgiſche Rettungsmedaille
ver=
liehen.
Kiel, 19. Mai. Die hieſige Strafkammer
verur=
teilte wegen öffentlichen Aufruhrs, Widerſtandes gegen die
Staatsgewalt und tätlichen Angriffes bezw. Beleidigung
zwei Arbeiter zu 1 Jahr 3 Monaten, einen zu 1 Jahr
4 Monaten und zwei zu 10 Monaten Gefängnis. Die
An=
geklagten hatten an der Zuſammenrottung teilgenommen,
die am 15. Februar in Neumünſter ſtattfand und bei der
verſchiedene Polizeibeamte durch Werfen mit Flaſchen,
Eiſenſtücken uſw. verletzt wurden.
Fünfkirchen (Ungarn), 18. Mai. In der
Szaß=
varer Kohlengrube ereignete ſich heute eine
Explo=
ſion ſchlagender Wetter. Vier Arbeiter
wur=
den getötet, 17 Arbeiter und ein Aufſeher befinden ſich
noch in der Grube.
Rom, 19. Mai. Geſtern früh fand die
ſtandesamt=
liche Trauung der Frau Nora v. Siemens mit
dem General Fecia di Coſſato ſtatt; letzterer hatte,
un=
längſt die Ehre der Dame mit der Waffe gegen den
Abgeordneten Chieſa verteidigt.
Paris, 19. Mai. Einigen Blättern zufolge wurden
an zwanzig Perſonen, Bedienſtete der
Schlafwagenge=
ſellſchaft, Lieferanten und Gaſtwirte, verhaftet, die
beſchuldigt ſind, zum Schaden dieſer Geſellſchaft
bedeu=
tende Diebſtähle und Unterſchlagungen
verübt zu haben. Die Verhaftung mehrerer Hehler,
die von den Schlafwagenbedienſteten geſtohlene
Schmuck=
gegenſtände angekauft haben, ſteht unmittelbar bevor.
Paris, 19. Mai. Wie aus Toulouſe gemeldet
wird, hat ein heftiges, ſeit 48 Stunden andauerndes
Un=
wetter in mehreren Departements Südfrankreichs großen
Schaden angerichtet. In Arras und Lille wurden mehrere
Perſonen vom Blitz getroffen und zwei derſelben getötet.
Petersburg, 19. Mai. In der vorigen Nacht iſt in dem
Narva=Stadtteile ein Brand ausgebrochen, der
über 20 von Arbeitern bewohnte Häuſer einäſcherte. 500
Menſchen ſind obdachlos.
Havanna, 18. Mai. In Pinar del Rio explodierte
in der Kaſerne der Landpolizei Dynamit. 100
Per=
ſonen ſollen getötet und 50 verletzt worden ſein.
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 19. Mai. Der
Finanzaus=
ſchuß der Zweiten Kammer beſchäftigte ſich heute
in Abweſenheit der Regierung noch einmal mit der Frage
der Gewerbeſteuer in der Regierungsvorlage über
die Gemeindeumlagenreform. Es wurde
beſon=
ders das Schreiben des Miniſteriums vom 31. Dezember
1909 beſprochen, in welchem die Regierung zu den
Be=
ſchlüſſen der Handelskammern Stellung genommen hatte.
In dieſem Schreiben erklärt das Miniſterium, es verkenne
nicht, daß nach dem Tarif des Entwurfs bei Berechnung
der Gewerbeſteuer ſich Beträge ergeben würden, die die
Gewerbeſteuer als eine progreſſive Ertragsſteuer erſcheinen
ließen. Die Regierung habe deshalb, wenn man den allzu
ſtark erhöhenden Einfluß des Ertrages beſeitigen wolle,
eine andere Skala in Ausſicht genommen. Dieſe veränderte
Skala würde ſich wie folgt ſtellen: Berechnet ſich der Ertrag
des Gewerbebetriebs im abgelaufenen Geſchäftsjahr auf
mehr als 5 Prozent des rauhen Wertes, ſo iſt bei einem
Mehrertrag von weniger als 500 Mark das Einfache des
Mehrertrages, bei einem Zuſchlag von 500—1000 Mark das
Zweifache des Mehrertrages, bei 1000—1500 Mark das
Dreifache, bei 1500—2000 Mark das Vierfache, bei 2000 bis
2500 Mark das Fünffache, bei 2500—3000 Mark das
Sechs=
fache, bei 3000—4000 Mark das Siebenfache, bei 4000 bis
6000 Mark das Achtfache, bei 6000—10 000 Mark das
Neun=
fache und bei mehr als 10000 Mark das Zehnfache des
Mehrertrags zu rechnen. Durch dieſe Skala würde erreicht
werden, daß die großen Betriebe weniger ſtark mehrbelaſtet
werden, als nach dem Regierungsentwurf, aber ſtärker
mehrbelaſtet als nach dem Vorſchlag der Handelskammern.
Die Betriebe mit Mehrerträgniſſen bis zu 3000 Mark
wür=
den gegenüber dem Regierungsentwurf ebenfalls noch
etwas entlaſtet werden. Ueber dieſen Regierungsentwurf
wurde heute im Ausſchuß eingehend diskutiert und es
konnte konſtatiert werden, daß eine gewiſſe Geneigtheit
im Ausſchuß vorhanden iſt, dieſen neuen Sätzen
zuzuſtim=
men. Abg. Molthan wünſchte deshalb auch gleich die
Vornahme der Abſtimmung, während die Abgg. Dr.
Oſann und Reinhart die Abſtimmung bis zum
näch=
ſten Dienstag vertagt wiſſen wollten, da den Mitgliedern
Kleines Feuilleton.
C. K. Modernſter Parlamentarismus im
dunkelſten Afrika. In der ethnographiſchen
Abtei=
lung des Britiſchen Muſeums in London hat E. Torday
eine reichhaltige Sammlung von Handwerksgerät und von
primitiven Kunſtwerken ausgeſtellt, die der Gelehrte von
ſeiner Forſchungsreiſe durch das mittlere Kongogebiet mit
heimgebracht hat. Der Forſcher hat die Ausſtellung mit
ei=
nigen intereſſanten Bemerkungen begleitet; während ſeiner
Fahrt durch den dunklen Weltteil war er eine Zeit lang der
Gaſt des Buſchongoſtammes im Herzen des Kongogebietes.
Dies merkwürdige Volk, das den fremden Reiſenden mit
der größten Gaſtlichkeit aufnahm, zeigt eine überraſchend
hohe Ziviliſation. Der Staat wird parlamentariſch
re=
giert. „Sie haben ein regelrechtes Zweikammerſyſtem: eine
Art Herrenhaus, das ſich aus 6 Männern und 2 Frauen
königlichen Geblütes zuſammenſetzt, und ein
Abgeordneten=
haus, dem 120 Männer und 30 Frauen angehören. Wenn
der Stamm in den Krieg ziehen will, iſt dazu die
Zuſtim=
mung einer der Frauen des Herrenhauſes notwendig. Die
Zuſtimmung iſt erteilt, wenn eine der Frauen des
Herren=
hauſes eine um ihren Hals geſchlungene Bogenſehne vom
Nacken löſt und ſie dem General übergibt. Jeder Mann
bei den Buſchongos beſitzt nur eine Frau und ſie iſt
kei=
neswegs ſeine Sklavin. Seine Pflicht iſt es, zu jagen, die
ihre, daheim die Nahrung zu bereiten; wenn einer der
beiden Gatten ſeine Pflichten vernachläſſigt, ſo gilt der
Ehevertrag als gebrochen und der benachteiligte Gatte iſt
frei. Eine Statue des Nationalhelden dieſes Volkes, des
großen Häuptlings Shamba, habe ich im Muſeum
aus=
geſtellt. Der große Herrſcher lebte um 1600, er gilt in
dem Volke noch heute als ein Weiſer und viele ſeiner Aus=
des Ausſchuſes doch Gelegenheit zu genauerer
Nachpri=
fung der jetzt erſt von der Regierung gegebenen Zahlen
geboten werden müſſe. Bei der großen Wichtigkeit dieſes
ganzen Tarifs ſei doch eine gründliche Erwägung und
er=
neute Prüfung der von den Handelskammern gemachten
Einwendungen dringend erforderlich. Der Ausſchuß
ent=
ſchied ſich in letzterem Sinne und wird am nächſten
Diens=
tag über die neue Skala die Entſcheidung treffen.
Kongreſſe und Verbandstage
Weltkonferenz der Jungfrauenvereine.
* Berlin, 19. Mai. Heute mittag wurde hier die
vierte Weltkonferenz der
Jungfrauenver=
eine in Gegenwart der Kaiſerin durch Frau
Kul=
tusminiſter v. Trott zu Solz feierlich eröffnet. Auf
der Konferenz ſind 22 Länder mit 850 Delegierten
ver=
treten. Die Kaiſerin wurde von dem Vorſitzenden der
Jungfrauenvereine Deutſchlands, Burkhard, empfangen;
ſie ließ ſich eine Anzahl Mitglieder des
Weltbundvor=
ſtandes vorſtellen. Staatsſekretär Dr. Delbrück
be=
grüßte die Verſammlung im Auftrage des
Reichskanz=
lers und namens der Reichsregierung.
Miniſteriall=
direktor von CChappuis hieß die Teilnehmer namens des
Kultusminiſters und der königlich=preußiſchen
Staats=
regierung willkommen. Sodann nahm die
Verſamm=
lung die Berichte des Weltbundvorſtandes entgegen.
Schon vorher hatte Oberhofprediger Dryander die
Grüße und Wünſche des evangeliſch=kirchlichen
Aus=
ſchuſſes und des evangeliſchen Oberkirchenrates
über=
bracht.
Hauptverſammlung deutſcher Chemiker.
* München, 19. Mai. Heute wurde hier die
Hauptverſammlung deutſcher Chemiker
durch Geheimrat Duisberg=Elberfeld eröffnet. Nach der
Abſendung eines Huldigungstelegrammes an den Kaiſer
und an den Prinzregenten von Bayern begrüßte Prinz
Ludwig von Bayern die Verſammlung, wobei er auf
die Verdienſte Liebigs, bei dem er ſelbſt Chemie gehört
hatte, und auf die Verdienſte von deſſen Nachfolger,
Ge=
heimrat Bayer, hinwies. Sodann ergriff Geheimrat
Duisberg das Wort und feierte gleichfalls die
Ver=
dienſte Bayers; er teilte mit, daß er eine Adolf vom
Bayer=Plakette geſtiftet habe, die dem Preisträger der
Duisberg=Stiftung verliehen werden ſolle, und daß er zeichnet werden, an der ſich etwa 80 Teilnehmer mit 19
die im vorigen Jahre ins Leben gerufene Duisberg=
Stiftung zur Förderung der Fortſchritte auf
pharma=
zeutiſch=chemiſchem und farbenchemiſchem Gebiete um
10000 Mark, auf 30000 Mark, erhöhte. Darauf dankte
Geheimrat von Bayer in herzlichen Worten und
be=
grüßte die Verſammlung namens der Ortsgruppe
München.
Der Verein für das Deutſchtum im Anslande.
* Der Verein für das Deutſchtum im Auslande,
geſchloſſene Sitzung ab. Darüber meldet ein
Privat=
telegramm: In der Delegiertenverſammlung wurde der Fahrt noch lange eine angenehme Erinnerung bleiben
Jahresbericht entgegengenommen und die
Jahresrech=
nung für 1909 ſowie der Voranſchlag für das Jahr 1910
genehmigt. Mit Befriedigung konnte ein großer Auf= Toür beteiligten.
ſchwung der Vereinstätigkeit in der Berichtsperiode
feſt=
geſtellt werden. An neuen Mitgliedern traten im Jahre
1909: 4186 ein. Dementſprechend ſtiegen auch die
Bei=
träge, die Unterſtützungen und das Vereinsvermögen‟
zur Steigerung der Werbetätigkeit eine Vermehrungf gang zwiſchen der Erde und Sonne iſt am Donnerstag
der Frauengruppen beſchloſſen. Nach Erledigung einer
Reihe interner und vertraulicher
Geſchäftsangelegen=
heiten wurde der bisherige Hauptvorſtand wiederge= ſpürt. Alle Meldungen, mit Ausnahme einer ſolchen
wählt und als Ort der nächſten Tagung im Jahre 1911 von der Sternwarte in Williamsburg (Wisconſin), ſtim=
Koblenz feſtgeſetzt.
XIV. Internationaler Preſſekongreß.
* Trieſt, 18. Mai. Die Teilnehmer des 14.
In=
ternationalen Preſſekongreſſes wurden der Sternwarte ſchwebte ſeit dem Nachmittage in einer
heute vormittag im Gebäude des Oeſterreichiſchen Lloyd
vom Statthalter, Prinzen Hohenlohe, dem Landes=
Derſchatta und dem Bürgermeiſter Valerio begrüßt. Stunde vor Mitternacht Profeſſor Berſon und Dr.
bei dem die Obengenannten Begrüßungsreden hielten.
Rizzi feierte die Preſſe, die eine vornehme Aufgabe auf mit Inſtrumenten für luftelektriſche Meſſungen,
Staub=
ziviliſatoriſchem und fortſchrittlichem Gebiete erfülle.
Bürgermeiſter Valerio begrüßte die Gäſte im Namen wurden aber keine Reſultate verzeichnet. Auf dem
der Stadt Trieſt, Statthalter Prinz zu Hohenlohe im
Namen der geſamten Regierung. Der Präſident Sin= Potsdam waren die Beobachtungen etwaiger mit
freundſchaft der Stadt Trieſt. Er führte aus, die
Auf=
gabe des Kongreſſes ſei es, die Preſſeſolidariſch der Phänome durch Wolken ſtark behindert. Es
konn=
zu machen in bezug auf Ehre, Gerechtigkeit, guten
Glau=
ben und internationale Freundſchaft. Durch ſeine Or= ungen bemerkt werden, namentlich ließen ſich auch
wäh=
die Liebe zum eigenen Vaterlande und die Verteidigung
der eigenen politiſchen und philoſophiſchen Ideen nicht
den Haß gegeneinander und die Ungerechtigkeit eines
wilden Egoismus zur Folge haben dürften. Der
Zu=
ſammenſtoß der Intereſſen müſſe vermenſchlicht und die Wolkenlücken ſichtbar; auf der Scheibe wurden mehrere
Beruhigung zwiſchen den einzelnen und den Nationen
ſprüche gehen von Mund zu Mund und ſind im Volke zu
Sprichwörtern geworden.”
* Eine engliſche Trauerbriefmarke. Die
Briefmarkenſammler haben Glück. Am 10. Mai, alſo
we=
nige Tage vor dem Tode König Eduards, gelangte in
England eine neue Freimarke zur Ausgabe, die den Kopf
des verſtorbenen Monarchen aufweiſt, aber in
ſchwarz=
grauer Farbe gehalten iſt. Die Marke hat einen Wert von
7 Pens, und da ſie zufälliger Weiſe in dunklem Ton
ge=
halten iſt, ſo wird ſie offiziell als die Trauermarke
bezeich=
net und natürlich in ganz kurzer Zeit einen hohen
Samm=
lerwert erhalten, beſonders, da ſchon jetzt Vorkehrungen
getroffen werden, um die neuen Briefmarken mit dem
Kopfe Georgs V. in allernächſter Zeit in Zirkulation zu
bringen.
* Ein indiſcher Fürſt in Berlin. Der
Maharadſcha von Nabha, ein Vaſallenfürſt des
indi=
ſchen Reiches, der gleichfalls Thronfolger des
Maha=
radſcha von Kaſchmir iſt, hält ſich zurzeit in Berlin auſ.
Der Maharadſcha, einer der reichſten Fürſten Indiens,
deſſen Vermögen ſich auf Hunderte von Millionen
be=
läuft, hat Berlin aufgeſucht, um hier einen bedeutenden
Spezialiſten zu befragen. Er befindet ſich zum erſten
Male in Europa, iſt vor wenigen Tagen in Brindiſi
gelandet und hat ſich über Wien nach Berlin begeben.
Hier wohnt er mit ſeinem aus acht Herren beſtehenden
Gefolge im Hotel Adlon. Bei ſeinen Spaziergängen
Unter den Linden erregt er und ſeine braunen
Beglei=
ter, die zum größten Teil den Turban tragen,
natür=
lich allgemeines Intereſſe.
* Beim Krämer. „Hundekuchen führen Sie
wohl nicht in dieſem elenden Neſt?” „O doch, Herr!
Wollen Sie ſie in einer Tüte oder gleich hier eſſen?”
gefördert werden. — Heute abend fand ein Empfang
beim Statthalter und Feſtvorſtellung im Teatro
Verdi ſtatt.
Luftſchiffahrt.
* Darmſtadt, 18. Mai. Herr Euler hat heute
abend einen ſchönen Flug mit einer neuen Maſchine in
einer Höhe von 250 Metern bis weit aus dem Platz
heraus gemacht. Ferner führte er einen Gleitflug
aus mit abgeſtelltem Motor aus einer Höhe von 100
Metern. Etwa 100 Offiziere wohnten dieſen Flügen
bei.
* Die Ballon=Weitfahrt des Berliner
Vereinsfür Luftſchiffahrt, die Dienstag
nach=
mittag infolge der ungünſtigen Witterung hatte
abge=
ſagt werden müſſen, nahm Mittwoch früh von dem
Sport=
platz des Vereins bei Schmargendorf=Berlin ihren
An=
fang. Von den 13 gemeldeten Ballons fehlten der
Bal=
lon „Magdeburg” (Führer Dr. Everth) und Ballon
„Hewald” (Führer v. Iring). Die übrigen ſtiegen in
der Zeit von ¾9 bis ½11 Uhr auf und ſchlugen
weſt=
liche Richtung ein, entſchwanden jedoch bald den
Blicken der Zuſchauer in den Wolken. Es herrſchte eine
lebhaftere Luftſtrömung, ſo daß die Ballons
voraus=
ſichtlich noch am Abend die franzöſiſche Grenze erreichen
oder überſchritten haben dürften.
* Paris, 18. Mai. Der Miniſter der öffentlichen
Arbeiten Millerand eröffnete heute die 1.
Luftſchiff=
fahrts=Konferenz. Millerand wies auf die=
Notwendigkeit hin, für die Luftſchiffe ein Reglement
aufzuſtellen. Die Teilnehmer an der Konferenz
wür=
den zahlreiche einander entgegenſtehende Forderungen
auszugleichen haben und bei der gegenwärtigen
Regel=
ung auch der Zukunft, die noch manche Ueberraſchung
auf dem Gebiete der Luftſchiffahrt bringen werde,
Rech=
nung tragen müſſen. Auf der Konferenz ſind insgeſamt
18 Staaten vertreten. Die Konferenz ernannte Rénault
zum Präſidenten und Dr. Kriege (Deutſchland) zum
Vizepräſidenten.
Sport.
— Die Pfingſtwanderfahrt des Gaues=9
des Deutſchen Radfahrerbundes nach dem
Lahntal darf als eine wohlgelungene Veranſtaltung be=
Damen beteiligten. Von der Waſſerſcheide des Taunus
bis ins Laubustal gab es aufgeweichte Straßen und in
Rod a. d. Weil mußte wegen Gewitter längere Raſt
ge=
macht werden. Der vom R.=V. Limburg am
Pfingſtſonn=
tag veranſtaltete Kommers war recht gut beſucht und
ver=
lief in recht gemütlicher Stimmung. Die Rückfahrt am
Pfingſtmontag durch das Aartal, der Beſuch der alten
Burg Hohlenfels und die Schlußfeier in der „Adolfshöhe‟
zu Wiesbaden waren vom herrlichſten Wetter begünſtigt,
der gegenwärtig in Regensburg tagt, hielt eine die Verpflegung war überall vorzüglich, desgleichen die
Nachtquartiere in Limburg, ſo daß den Teilnehmern dieſe
wird. Beſondere Anerkennung wurde den Damen zuteil,
welche ſich in mutiger und ausdauernder Weiſe an der
LDer Durchgang des Halleyſchen Kometen.
* Nach den bisher vorliegenden Meldungen hat der
Halleyſche Komet den Erdenbewohnern eine ſchwere
Im Verlauf der Debatte über den Jahresbericht wurde Enttäuſchung bereitet; denn von ihm und ſeinem
Durch=
früh nichts bemerkt worden, ebenſvwenig hat man von
irgend welchen Folgen dieſes Durchgangs etwas
ver=
men darin überein, daß nichts zu ſehen geweſen iſt.
In Berlin hatte ſich eine gewaltige Menſchenmenge
zu der Treptower Sternwarte gedrängt, um die
etwaigen nächtlichen Vorgänge zu beobachten. Ueber
Höhe von etwa 500 Metern ein kleiner Feſſelballon, der
die Luftelektrizität aufnahm. Von der Ballonhalle des
hauptmann von Iſtrien, Rizzi, dem Lloydpräſidenten „Berliner Vereins für Luftſchiffahrt” ſtiegen eine halbe
Heute mittag verſammelten ſie ſich zu einem Bankett, Weidert mit dem Ballon „Groß” und Profeſſor Sührig
und Profeſſor Lüdening mit dem Ballon „Hildebrandt”
zählungen und photographiſche Aufnahmen auf. Es
aſtro=phyſikaliſchen Obſervatorium zu
ger erwiderte mit Worten des Dankes für die Gaſt= dem Durchgange des Halleyſchen Kometen
zwiſchen der Erde und der Sonne in Verbindung
ſtehen=
ten keinerlei außexgewöhnliche aſtronomiſche
Erſchein=
ganiſation ſei der heilige Gedanke durchgedrungen, daß rend der Nacht durch die zeitweiſe vorhandenen
Wol=
kenlücken keine Sternſchnuppen wahrnehmen. Während
der Zeit des Vorüberganges des Kometen vor der
Son=
nenſcheibe, der der Berechnung nach von 4½ bis 5½ Uhr
morgens erfolgen ſollte, war die Sonne mehrfach durch
große Sonnenfleckengruppen und Fackeln beobachtet;
von dem Kometen war nichts ſichtbar. Laut einer am
Donnerstag früh 5½ Uhr auf der Königſtuhlwarte
bei Heidelberg eingezogenen authentiſchen
Aus=
kunft ſind während der Nacht keinerlei
elektri=
ſche oder Lichterſcheinungen beobachtet worden,
die mit dem Paſſieren der Erde durch den
Kometen=
ſchweif in Zuſammenhang ſtehen könnten; auch konnte
weder mit dem großen Refraktor, noch mit dem
kleine=
ren Teleſkop von dem Durchgang des Kometenkernes
vor der Sonnenſcheibe in der fraglichen Zeit von 4½
bis 5½ Uhr die mindeſte Spur wahrgenommen
werden. Auch die aus den verſchiedenen Teilen
des Reiches und vom Auslande vorliegenden
Meldungen beſtätigen vollauf die Vorausſage der
ſach=
kundigen Perſönlichkeiten, daß der Durchgang der Erde
durch den Schweif des Halleyſchen Kometen zu keinerlei
nennenswerten Erſcheinungen Anlaß gebe. Das
Er=
gebnis der Beobachtungen iſt allenthalben ein
nega=
tives geweſen. Telegraphenſtörungen ſind, wie
amt=
licherſeits mitgeteilt wird, nicht eingetreten.
In Wien war, um den Kometen zu beobachten,
Donnerstag nacht die halbe Stadt auf den Beinen.
Alle wichtigen Höhenpunkte der Umgebung der Stadt
waren von dichten Menſchenmengen beſetzt. Auch mehrere
Luftballons ſind behufs meteorologiſcher Beobachtungen
aufgeſtiegen. Leider war die Witterung derart
ungün=
ſtig, daß der Komet morgens ½3 Uhr nur ganz ſchwach
gezeichnet geſichtet werden konnte. Im Haupt=
Tele=
graphenamt waren gegen alle elektromagnetiſchen
Stör=
ungen Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Es
ſind aber keinerlei Störungen aufgetreten. In Paris
feierte man das Erſcheinen des Halleyſchen Kometen,
indem man die Nacht in den Kabaretts und den Nacht=
Reſtaurants zubrachte. Speziell auf dem Montmartre
war das Leben ein ſehr reges, Alle Reſtaurants blieben
Seite 5
Nummer 115.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 20. Mai 1910.
bis zum Morgengrauen geöffnet. Nachts ging jedoch
ein furchtbares Gewitter nieder und der verdeckte
Him=
mel verhinderte eine Beobachtung des Kometen.
Meh=
rere Aſtronomen hatten ſich auf dem Eiffelturm
einge=
funden, indeſſen konnten ſie wegen des verdeckten
Him=
mels keine Beobachtungen machen. Andere Aſtronomen
hatten ſich auf der Sternwarte eingefunden, konnten
jedoch ebenfalls keine Beobachtungen vornehmen. Der
Schweizer Luftſchiffer=Klub hatte in Lauſanne einen
Aufſtieg zur Beobachtung des Kometen organiſiert. Um
Mitternacht ſtiegen zwei Aſtronomen der Genfer
Stern=
warte auf, um Beobachtungen anzuſtellen. Zahlreiche
Touriſten waren abends aufgebrochen, um von den
benachbarten Bergen das Erſcheinen des Kometen zu
beobachten.
Aus New=York wird der „Frkf. Ztg.” gemeldet:
Ein großer Teil der Bevölkerung Amerikas, beſonders
der Städte, blieb die ganze Nacht auf. Die hieſigen
öffentlichen Plätze und Brücken im Zentralpark waren
mit Tauſenden beſetzt, die bald nach Mitternacht
lang=
ſam auseinandergingen. Ein Chemiker in New=Jerſey
ließ insgeheim einen Ballon mit chemiſchen Präparaten
aufſteigen, die in ziemlicher Höhe explodierten und
einen Feuerregen herabfallen ließen, ſodaß auf. Meilen
in der Nachbarſchaft die Bevölkerung von Schrecken
ge=
packt wurde und den Weltuntergang für bevorſtehend
hielt. Die Bergleute in Pennſylvanien ſeierten, zogen
vielfach ihre ganzen Depoſiten aus den Sparbanken
und inſzenierten Orgien. Auch die Eiſenarbeiter
ver=
weigerten die Arbeit, ſodaß manche Etabliſſements
ge=
ſchloſſen werden mußten. Die Neger im Süden
ſind ſchon ſeit mehreren Tagen wie beſeſſen. Die
dor=
tigen Baumwollfabriken mußten geſchloſſen werden, da
die Arbeitskräfte wegblieben. Die Neger verblieben
dieſe Nacht größtenteils in den Kirchen. Die
wiſſen=
ſchaftlichen Beobachtungen ſcheinen nur geringe
Aus=
beute zu ergeben. Ein Nordlicht wurde in Visconſin
beobachtet. Amerikaniſche Aſtronomen, die nach
Hono=
lulu fuhren, um den Durchgang des Kometen vor der
Sonne zu beobachten, hatten keine Reſultate. Die
Ob=
ſervatorien im Weſten verzeichnen Sonnenflecke,
be=
ſonders St. Louis, wo dreißig Flecke beobachtet wurden,
davon einer mit 200000 Kilometern Durchmeſſer; die
anderen ſahen nur zwei oder drei größere Flecke.
* Hamburg, 19. Mai. Der geſtern nacht 12
Uhr zur Beobachtung des Kometen in Berlin
auf=
geſtiegene Ballon „Groß” iſt heute vormittag bei
Orth in der Nähe von Glückſtadt gelandet; die
wiſſen=
ſchaftliche Ausbeute ſoll recht ergiebig ſein.
Literariſches.
— Chemie des täglichen und wirtſchaftlichen
Lebens. Von Prof. Dr. P. Mellmann, Direktor der
Königſtädtiſchen Oberrealſchule in Berlin. Zweite
neube=
arbeitete und erweiterte Auflage. Mit vielen Abbildungen.
Preis gebunden M. 2.75. Verlag der Modernen kauf
män=
niſchen Bibliothek (vorm. Dr. jur. Ludw. Huberti) G. m. b. H.,
Leipzig=R. Selten iſt uns ein ſo intereſſant und popuiär
geſchriebenes Buch wie das vorliegende in die Hand
ge=
kommen. Es wird ſich bald in allen Kreiſen der
Bevöl=
kerung zahlreiche Freunde verſchaffen, weil es jedem, ſelbſt
dem Fachmann, eine große Fülle des Intereſſanteſten und
Wiſſenswerteſten bringt. Die ausführliche
Inhaltsan=
gabe, die das Auffinden des Geſuchten erleichtert, dürfte
nicht wenig zu ſeinem praktiſchen Gebrauch beitragen.
Der Thronwechſel in England.
* London, 19. Mai. Verſchiedene Blätter
be=
grüßen in Leitartikeln die Ankunft Kaiſer
Wil=
helms. „Daily Telegraph” ſchreibt:
Ritterlich=
keit wurde mit Ritterlichkeit vergolten, als der Kaiſer
vor nahezu 10 Jahren bei einer ebenſo ernſten
Ver=
anlaſſung zu uns kam. Aufrichtige Anerkennung ſeiner
unvergeſſen gebliebenen Ritterlichkeit und
verwandt=
ſchaftlichen Gefühle bringen wir ihm auch jetzt wieder
aus vollem Herzen entgegen. Seit jener Zeit hat ſich in
bezug auf die Monarchen wie auch ſonſt in der Welt
vieles geändert, aber Kaiſer Wilhelm iſt im Verlaufe
dieſer Zeit nur als noch eine ſtärkere Perſönlichkett
hervorgetreten. Und wie er der Welt durch den Glanz
ſeiner jüngeren Jahre imponierte, ſo imponiert er ihr
jetzt noch mehr durch die Kraft ſeiner Selbſtbeherrſchung.
Seine Anweſenheit unter uns bedeutet mit den edelſten
Tribut, der dem Andenken König Eduards als
Frie=
densſtifter gezollt wird. — „Standard” ſchreibt: Die
Ankunft des Kaiſers wird in dem engliſchen Volk die
Erinnerung an den rührenden Beſuch am Sterbebette
der Königin Viktoria neu beleben. Der Kaiſer wird in
England allgemein geachtet als Monarch, der ſeinen
hohen Beruf im großen Stil übt. Ebenſo hochſinnig in
der Oppoſition wie loyal in der Freundſchaft, iſt unſere
aufrichtige Hoffnung, daß ſeine Bemühungen um die
Herſtellung herzlicher Beziehungen zwiſchen zwei
großen Mlächten, die keinen Anlaß zum Streit und
manche Gründe für ein gutes Einvernehmen haben, von
Erfolg gekrönt ſein werden. — In dem Artikel der
„Daily Mail” heißt es: Das britiſche Volk werde
dem Kaiſer Dank wiſſen für den ritterlichen Eifer,
ſeinem erlauchten Verwandten den Zoll von
Anhäng=
lichkeit und Hochachtung darzubringen. Der Kaiſer ſei
eins mit dem engliſchen Volk in jener Brüderlichklit
des Schmerzes, die in der Stunde des Todes alle
Gegenſätze auslöſcht.
* Sheerneß, 18. Mai. Die Jacht „
Hohen=
zollern” mit dem Kaiſer an Bord iſt in
Be=
gleitung des Kreuzers „Königsberg” und des
Depe=
ſchenbootes „Sleipner” kurz nach 6 Uhr abends hier
eingetroffen.
* London, 18. Mai. Auf Wunſch des
deut=
ſchen Kaiſers wurde bei der Ankunft der „
Hohen=
zollern” in Sheerneß kein Salut gefeuert. Die
deutſchen Kriegsſchiffe haben die Flaggen halbſtocks
geſetzt. Nachdem die Kaiſerjacht „Hohenzollern” am
Fort Viktoria vor Anker gegangen war, begab ſich Sir
Charles Drury, der Chef des Nordſeegeſchwaders, an
Bord der Jacht, um die Befehle des Kaiſers
entgegen=
zunehmen. Die „Hohenzollern” hat mit dem Fort
Viktoria direkte telegraphiſche und telephoniſche
Ver=
bindung.
* London, 18. Mai. Prinz Heinrich von
Preußen iſt heute abend hier eingetroffen; er begab
ſich nach dem Marlboroughouſe, wo er Wohnung nimmt.
* London, 18. Mai. Der Großherzog von
Heſſen, Prinz Max von Baden, Prinz Philipp und
Leopold von Sachſen=Koburg und Gotha, Prinz Carol
von Rumänien, der Kronprinz von Serbien, der
Groß=
herzog von Mecklenburg=Strelitz, ſowie der Kronprinz
von Schweden und Prinz Fuſhimi von Japan
ſin=
heute hier eingetroffen. — Im Laufe des Nachmittags
ſind ferner eingetroffen: der König von Portugal, der
König der Belgier, Prinz Rupprecht von Bayern,
Prinz Heinrich der Niederlande, Miniſter Pichon,
ſo=
wie die franzöſiſche, ruſſiſche und türkiſche Abordnung.
* London 18. Mai. Königin Mary,Prinz
Heinrich von Preußen und der Großherzog
von Heſſen begaben ſich heute abend bald nach
10 Uhr nach der Weſtminſter Halle und verweilten in
ſtillem Gebet vor dem Sarge; ſpäter erſchien auch der
König von Portngal in der Weſtminſter Halle.
* London, 19. Mai. Kaiſer Wilhelm ging.
um 10 Uhr 25 Minuten in Port Viktoria an Land, um
im Sonderzuge nach London zu fahren.
* London, 19. Mai. Zum Empfange des
deutſchen Kaiſers waren auf dem Bahnhof
an=
weſend: König Georg, der Herzog von Cornwall, Prinz
Heinrich von Preußen, der Großherzog von Heſſen,
der Herzog von Connaught, Prinz Arthur von
Con=
taught, Prinz Chriſtian von Schleswig=Holſtein, Prinz
Franz von Teck, der Herzog von Argyll, der frühere
Botſchafter in Berlin, Sir Frank Lascelles, und das
Perſonal der kaiſerlichen Botſchaft.
Die perſiſche Frage.
* Petersburg, 19. Mai. Ein offiziöſer
Ar=
tikel der „Roſſija” beſchäftigt ſich mit der Frage der
perſiſchen Anleihen und führt aus: Rußland
und England hätten niemals die Kontrolle perſiſcher
Anleihen bei anderen Staaten beanſprucht; überhaupt habe
Perſien mit den beiden Staaten nur über ein kleines
Dar=
lehen verhandelt; zu deſſen Bedingungen habe auch die
Einſetzung einer Kommiſſion zur Beaufſichtigung der
Ver=
wendung des Darlehens gehört, wobei die Teilnahme der
Vertreter Rußlands nicht ins Auge gefaßt geweſen ſei, da
Perſien gegen ruſſiſche und engliſche Banken bedeutende
Schuldverpflichtungen eingegangen ſei. Es ſtehe beiden
Mächten unbeſtreitbar das Recht zu, darauf zu beſtehen,
daß Einnahmepoſten, durch welche dieſe Schulden
ſicher=
geſtellt worden ſeien, nicht als Garantien für neue
Ver=
pflichtungen dienen und daß die von dieſen Banken der
perſiſchen Regierung zu verſchiedenen Zeiten erteilten
klei=
nen Darlehen vorher in gebührender Weiſe formuliert und
ſichergeſtellt werden. Ebenſowenig ſei die Rede davon
ge=
weſen, die Handelsintereſſen des Dreibundes oder
über=
haupt irgend eines Staates zu beengen. Das engliſch=
ruſ=
ſiſche Abkommen von 1907 ſtelle klar das Prinzip
glei=
cher Rechte für Handel und Induſtrie aller
Völker in Perſien feſt, und die Handlungsweiſe
Rußlands wie Englands habe niemals in Widerſpruch
mit dieſen Prinzipien geſtanden.
Beide Staaten, beſonders Rußland, das gegen
hun=
dert Millionen für Perſien aufgewandt habe, hätten ein
unbezweifelbares Recht auf die politiſche
Vorherr=
ſchaft in Perſien und ebenſo das Recht, zu fordern, daß
ihre ſtrategiſchen Intereſſen in den ihren Grenzen
benach=
barten Rayons vollkommen geſichert werden. Dieſe
An=
ſicht teile offenbar die deutſche Regierung,
wenig=
ſtens berechtige zu dieſer Annahme die vom Reichskanzler
im Jahre 1909 im Reichstage abgegebene Erklärung, nach
welcher die deutſchen Intereſſen in Perſien ausſchließlich
wirtſchaftlicher Natur ſeien Demzufolge habe Deutſchland
ſchwerlich einen Grund, in dem Umſtande, daß die beiden
Mächte das Recht des Eiſenbahnbaues und einige andere
Konzeſſionen von gleichfalls politiſcher und ſtrategiſcher
Be=
deutung für ſich beanſpruchen, eine Verletzung der deutſchen
Rechte zu erblicken. Wenn Deutſchland geneigt ſei.
Ruß=
lands Vorrechte in Perſien und ſeine volle Bereitwilligkeit
anzuerkennen, den deutſchen Wünſchen hinſichtlich der
Han=
delsintereſſen entgegenzukommen, dann ſei ein zweifellos
günſtiger Boden für eine beide Teile vollkommen
befrie=
digende Verſtändigung über die perſiſchen Angelegenheiten
vorhanden.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 19. Mai. Das „Militärwochenblatt”
meldet: Oberſt Prinz Albert von Schleswig=
Holſtein=Sonderburg=Glücksburg,
Kom=
mandeur der 21. Kavallerie=Brigade, wurde zum
Ge=
neralmajor befördert.
* Berlin, 19. Mai. Die Beſſerung in dem Befinden
Robert Kochs hat ſehr erfreuliche Fortſchritte gemacht,
ſo daß der berühmte Gelehrte demnächſt eine
Erholungs=
reiſe antreten kann, und nach ſeiner Rückkehr die Hoffnung
beſteht, daß er ſeine Arbeit im vollen Umfange wieder
aufnehmen kann.
* Petersburg, 19. Mai. Eine Reviſion des
künſtleri=
ſchen Reſſorts hat ungeheure Mißbräuche feſtgeſtellt.
Aus vielen Muſeen der Stadt, aus der Kaiſerlichen
Ere=
mitage und aus der Akademie der Künſte ſind ſehr
wert=
volle Gemälde von Rubens, Rembrandt und anderen alten
Meiſtern geſtohlen und durch wertloſe Kopien erſetzt
worden.
* Havanna, 19. Mai. Die Dynamit=
Explo=
ſion in der Kaſerne der Landpolizei in Pinar del
Rio ereignete ſich, während die Arbeiter damit
beſchäf=
tigt waren, Dynamit in die Kaſerne hineinzuſchaffen.
Die Regierung hatte dieſe Maßnahme angeordnet,
weil ſie in Anbetracht der letzten Arbeiterunruhen in
den in der Stadt vorhandenen Dynamitmengen eine
Gefahr für die öffentliche Sicherheit erblickte. Es
er=
folgten zwei Exploſionen; im ganzen ſind 3000 Pfund
Dynamit explodiert. Man nimmt an, daß das
Un=
glück dadurch vergnlaßt wurde, daß ein Arbeiter eine
Kiſte mit Dynamit zur Erde fallen ließ. Es wird
be=
ſtätigt, daß hundert Perſonen umgekommen ſind,
ebenſo viele ſollen verletzt ſein. Die Mehrzahl der
Getöteten gehört der Landpolizei an, doch ſollen auch
ganze Familien von Polizeioffizieren und viele
Ein=
wohner der Stadt durch umherfliegende Trümmer von
Mauerwerk getötet worden ſein.
Schun
Weltberühmt ſind die Solinger Stahlwaren,
des=
halb wendet ſich mancher Käufer, dem es um echte
Solinger Schneidewaren zu tun iſt, an den dortigen
Fabrikanten. Hierbei wird auf das Inſerat in der
heutigen Nummer der Firma Fritz Hammesfahr,
Foche=Solingen, aufmerkſam gemacht.
(10475Mf
Todes-Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und
Be=
kannten die traurige Mitteilung, daß es Gott
dem Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben
Gatten, unſeren treubeſorgten Vater, Sohn,
Schwiegerſohn, Schwager und Onkel
Junus Beilster
nach ſchwerem Leiden zu ſich zu rufen. (10478
Die trauernden Hinterbliebenen:
Eliſabeth Leißler, geb. Vogel,
Kath. Vogel Wwe., geb. Seip,
Familie Georg Vogel, Schneidermeiſter,
Anna Müller Wwe., Nieder=Ramſtadt.
Darmſtadt, den 19. Mai 1910.
Die Beerdigung findet ſtatt: Samstag, den
21. Mai, nachmittags 4 Uhr, vom Portale des
Friedhofes aus.
Bankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an dem uns betroffenen ſchweren Verluſt ſagen
wir hiermit herzlichſten Dank
(10501
Charlotte Hess Wwe.
und Kinder.
Bankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
beim Hinſcheiden meines lieben Mannes, meines
Vaters, Bruders, Schwagers und Onkels (10512
Heinrich Jakob Weber
Privatier
ſagen wir Allen herzlichen Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Margarethe Weber, geb. Schneider.
Ludwig Weber.
Gottesdienſt bei der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 20. Mai 1910.
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 21. Mai 1910.
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabbat=
ausgang 9 Uhr 10 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 21. Mai.
Vorabend 7 Uhr 30 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr: — Min. Sabbatausgang 9 Uhr
10 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 22. Mai an:
Morgens 6 Uhr — Min. Nachmittags 7sUhr — Min.
Abends 9 Uhr 10 Min.
NB. Montag, den 23. Mai:
Taanis scheni.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Ueber
Nord=
oſteuropa herrſcht fortgeſetzt hoher Druck, ſodaß das
heitere und trockene Wetter andauert. Die heutigen
Morgentemperaturen liegen bereits bei 20 Von dem
weſtlichen Tiefdruckgebiet dringen jetzt kleine Randwirbel
nach Deutſchland vor und bringen ſtärkere
Gewitter=
neigung.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 20. Mai:
Zeitweiſe wolkig und vielerorts Gewitter, anhaltend
warm.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 6 Uhr (C). „Tannhäuſer”
Gaſtſpiel von Otto Reutter um 8 Uhr im Orpheum.
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 10—7 Uhr).
Konzert um 7 Uhr im Ausſtellungsgebäude Roſenhof.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß und im Bürgerkeller.
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo”
3. internationales Lawn=Tennis=Turnier auf
dem Sportplatz am Böllenfalltor (Schlittſchuhklub=
Sportverein).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
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Verſteigerungskalender.
Samstag,e 21. Mai.
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Eberſtadt; geöffnet von 8—12 und 2—6 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nichs
zurückgeſandt.
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Kurſe vom 19. Mai 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
8f. Staatspapiere.
4 Dſche. Reichsſchatzanw.
3½ Deutſche Reichsanl.
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg.
3½ do. Conſols . . .
8 do. do.
A Bad. Staatsanleihe . .
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. .
do.
3½
do.
4 Hamburger Staatsanl.
n Proz.
100,50
(3,00
24,60
100,75
93,10
84,40
101,70
93,80
4 Heſſ. Staatsanleihe
do.
3½
do.
3 5 Sächſiſche Renre
4 Württemberger v. 1907
do.
3½,
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
¾ Griechen v. 1887
3¾/ Italiener Rente . . .
4½ Oeſterr. Silberrente
101,70
93,00
83,40
101,90
101,40
91,80
81,50
83,60
101,90
93,60
101,30
4
14
3.
3
3
(65
4
do. Goldrente.
do, einheitl. Rente
Portug. unif. Serie I
do. unif. Ser. III
do. Spezial
Rumänier v. 1903 . .
do. v. 1890 ₰ .
do. v. 1905 . .
Ruſſen v. 1880 . . . .
104,90
98,10
99,30
99,40
68,00
13,50
102,30
94,60
91,00
92,50
InProz.
Zf.
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 93,10
. 100,50
do. v. 1905 .
92,40
3½ Schweden . .
4 Serbier amort. v. 1895 85,70
4 Türk. Admin. v. 1903 88,70
do. unifiz. v. 1903 94,80
4 Ungar. Goldrente . . 95,60
4 do. Staatsrente . 92,60
5 Argentinier .
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,20
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,70
100,00
do.
4½ Japaner . . . . . . . 98,00
5 Innere Mexikaner . . 100,70
69,30
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904 97,10
5 Gold=Mexikaner . . . 107,70
.101,90
91,30
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt .
. .143,70
4 Nordd. Lloyd . . . 112,50
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 122,80
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 123,80
4 Baltimore & Ohio . . 111,50
4 Gotthardbahn . . .
InProz.
3f.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 162,50
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 20,40
4 Pennſylvania R. R. 123,80
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 197,60
Werger=Brauerei
82,00
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 478,00
Fabrik Griesheim . . . . 263,80
Farbwerk Höchſt . . . . . 489,00
Verein chem. Fabriken
Mannheim .
.322,00
Lahmeyer .
118,20
Schuckert
. . . 164,20
Siemens &e Halske . . . 246,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 417,50
Bochumer Bb. u. Guß . . 234,00
Gelſenkirchen .
. .206,40
Harpener .
. . 196,00
Phönix, Bergb. u.
Hütten=
betrieb .
. .222,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.. .
4 Pfälzer Prt..
. 101,60
do.
3½
Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,80
do. ſteuerfrei .
Oeſterr. Staatsbahn. 106,30
do.
do. alte . 82,70
5 Oeſterr. Südbahn . . 101,60
do.
ge
do.
2
3 Raab=Oedenburger . . 75,80
4 Ruſſ. Südweſt. . . . 90,60
4 Kronpr. Rudolfbahn .
98,50
83,40
58,30
In Proz.
Jf.
75,90
4! Livorneſer.
98,50
4 Miſſouri=Pacific
4 Bagdadbahn Mk. 408
5 Anatoliſche Eiſenb..
5 Tehuantepec
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ.
Darmſtädter Bank
Deutſche Bank
Deutſche Vereinsbank
Diskonto=Geſellſchaft
Dresdner Bank
Mitteldeut. Kreditbk.
Nationalbk. f. Deutſchl
Pfälzer Bank .
Reichsbank.
Rhein. Kredit=Bank
Wiener Bank=Verein
174,75
132,00
251,50
128,10
188,20
58,80
119,90
123,10
101,20
145,50
139,00
137,50
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17
3½ do. S. 19.
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26
4 Hamb.=Hypoth.=Bank
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk.
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank
do.
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917)
do. (unk. 1914)
3½
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf.
do,
3½.
100,30
92,50
99,60
100,50
91,00
101,60
92,50
101,00
91,10
100,20
91,60
100,40
92.60
Sf.
InProz.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt
3½ do.
4 Frankfurt .
3½ do.
4 Gießen
3½ do.
4 Heidelberg
3½ do.
4 Karlsruhe
3½ do.
4 Magdeburg. . . .
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
3½ do.
4 München .
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
3½ do.
4 Offenbach .
3½ do.
4 Wiesbaden .
3½ do.
4 Worms . . .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886.
91,50
100,90
95,00
91,40
100,50
91,60
100,30
101,10
92,00
100,50
94,80
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Nummer 115.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 20. Mat 1910.
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von Ewald Gerhard Seeliger.
(Nachdruck verboten.)
II.
Pünktlich mit dem Sechs=Uhr=Dampfer traf
Henning in Altona ein, nahm ſeine Seekiſte auf die
Schulter und ging an Bord. Der „Laubfroſch” war
trotz ſeines eigenartigen Anſtrichs nicht viel ſauberer
als die anderen neun Fiſchdampfer, die neben ihm
lagen. Henning meldete ſich beim Steuermann, einem
älteren, bedächtigen Hamburger, der ihm die Koje
an=
wies. Nachdem die Kiſte verſtaut war, ſetzte ſich
Henning an Deck zu den anderen Leuten, ſchmauchte
Friedlich ſeine Pfeife und hörte zu, wie ſie ſich darüber
aufhielten, daß es noch heute, am heiligen Sonntag, in
See gehen ſollte. Einſchließlich des Maſchinenperſonals
war die ganze Beſatzung zwölf Köpfe ſtark.
Um ein Uhr, mit der Ebbe, ſollte der Dampfer
los=
werfen, zehn Minuten vorher erſchien Dirk Teſenfiz,
Der Kapitän, an Bord. Mit ſeinen überlangen, dünnen
Storchbeinen kam er über die Laufplanke gejachert und
segann ſofort von ſeinem ausgezeichneten Mundwert
ausgiebig Gebrauch zu machen. Er fluchte, ſchalt,
Höhnte, drohte, faſt ohne Atem zu ſchöpfen, und gab ſich
redlich Mühe, ſeine innerliche, angeborene Gutmütig=
Jeit möglichſt wenig zu verraten.
Henning hatte ſchon unter vielen Kapitänen
ge=
dient, unter kurzen und langen, groben und feinen,
tüchtigen und untüchtigen, aber ein Dirk Teſenfiz war
nicht darunter geweſen. Zuerſt legte er ſich hart mit
dem Steuermann an, mit dem er ſich noch immer nicht
vertragen konnte, obgleich ſie ſchon mehrere Reiſen
zu=
ſammen gemacht hatten. Der aber kannte ihn genau,
ließ ſich nicht aus ſeiner Ruhe bringen und blieb ihm
nichts ſchuldig. Da hielt ſich der Kapitän wieder an die
anderen Leute und jagte ſie von einer Arbeit an die
andere, von achtern nach vorn, von vorn nach achtern,
daß ſie nach drei Minuten nicht mehr ein noch aus
wußten. Nur Henning ließ ſich nichts anfechten, regte
ſeine Hände nicht ſchneller, als er gewohnt war, und
fiel dem Kapitän ſofort unangenehm auf.
Haſt wohl Angſt, daß Du über Bord fällſt, mein
Jung! ſchrie er ihn wütend an, als Henning nicht
ſchnell genug das Hecktau klar warf. Du biſt wohl gar
aus Blankeneſe? Die Kerls taugen alle nichts, hat
mir ſchon meine Großmutter geſagt. Na, wart', wenn
wir erſt in See ſind! Da will ich Dir ſchon die
Back=
bordraſſen ſteifholen, Du gottsverdammigter Faulpelz!
Henning tat, als wäre er taub, und Dirk Tenſenfiz
konnte ſich vor der Hand nicht weiter mit ihm
beſchäf=
tigen, weil er: Volle Kraft voraus! kommandieren
mußte. Denn das Schiff war inzwiſchen von den
Pfählen frei gekommen.
Aber aus der Maſchine meldete ſich weder Stimme
noch Antwort. Dirk Teſenfiz ſtürzte grimmig hinunter.
ſich die
Kolbenſtangen keinen Millimeter. Ein fürchterliches
Donnerwetter hagelte auf das Haupt des unglücklichen
Maſchiniſten. Die anderen Leute ſtanden an Deck und
grinſten. Eben ſetzte die Ebbe ein und zog den
Dampfer langſam in die Fahrrinne. Voraus und
achtern dröhnten die Warnungsſignale der
Sonntags=
dampfer, die mit Paſſagieren bepackt waren. Ein
kleiner, grüner Dampfer ſchoß hart am Heck vorbei
und ſchrammte es, der Steuermann fluchte über das
Verkehrshindernis. Dirk Teſenfiz tobte noch immer
im Maſchinenraum und ſuchte, den Schaden zu
ent=
decken. Der Maſchiniſt fand ihn endlich; die
Schieber=
ſtange war geknickt und mußte ausgewechſelt werden.
Aber im Handumdrehen war die Reparatur nicht zu
bewerkſtelligen. Denn die Reſerveteile mußten erſt
von Land geholt werden. Und das war Sonntags
nach=
mittags keine leichte Aufgabe.
Dem Kapitän fiel plötzlich ein, daß der Dampfer
ſchon im Fahrwaſſer trieb, hetzte die Treppe hinauf und
gab Notſignale. Aber er mußte lange an der
Flöten=
leine ziehen, ehe ſich ein Schleppdampfer bequemte, den
„Laubfroſch” wieder an die Pfähle zu bugſieren. Der
Maſchiniſt und ein Mann begaben ſich an Land, um
eine neue Schieberſtange aufzuſtöbern. Auch Dirk
Teſenſiz verſchwand, weil er Durſt nach friſchem
Elb=
ſchloßbier verſpürte.
Wenn das man gut abläuft! meinte der Koch, der
abergläubiſch war. Die anderen lachten ihn aus.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 20. Mai 1910
Nummer 115.
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Henning aber ärgerte ſich über die Verzögerung und
dachte an Guſchi. Ob ſie wohl ſo lange auf der Brücke
warten würde?
Endlich nach vier Stunden kam der Maſchiniſt zurück,
auch der Kapitän fand ſich wieder ein und der Schaden
wurde repariert. Die Maſchine ſprang an, daß das eiſerne
Deck bebte, vorwärts, rückwärts, wie ihr die Steuerung
vorſchrieb, und Dirk Teſenfiz ſetzte ſein Mundwerk wieder
in Bewegung. Es lief nun noch ſchneller, denn er hatte
es geölt. Der „Laubfroſch” ſchoß mit der letzten Kraft der
Ebbe den Strom hinunter und überholte alle Fahrzeuge,
die mitliefen. Dirk Teſenfiz wollte das Verſäumte
ein=
bringen, fuhr trotz des ſtarken Verkehrs volle Kraft und
wich nicht einen Zehntel Strich vom Kurſe ab. Mochten
ihm die andern ausweichen, die hatten mehr Zeit!
Er wußte, was er dem Schiff zutrauen konnte, kannte
das Fahrwaſſer genau und hatte die Augen überall. Noch
viel weniger aber ließ er den Mund ruhen und zankte ſich
ſchon bei Nienſtedten wieder mit dem Steuermann herum.
Henning lag längſt vorn bei der Back auf der Lauer.
Als er Baurs Parkmauer in Sicht hatte, hielt er den Atem
an. Eilig ſchob ſich das Strandhotel heran, das
Schiffer=
haus mit ſeiner betürmten Veranda, Jaſper Dunts Ewer,
der breite Strand voller Menſchen. Und dann kam die
Dampfſchiffbrücke, an der die Cranzer Barkaſſe feſtgemacht
hatte.
Henning ſchaute ſich faſt die Augen aus dem Kopfe,
ſchwenkte die Mütze und ſchrie, ſo laut er konnte. Aber
Buſchi war nicht da. Nur eine halbe Stunde hatte ſie
gewartet. Schon auf der Brücke hatte ſie die
Aufmerkſam=
keit einiger kaufmänniſcher Jünglinge aus Hamburg
er=
regt, die hier draußen ihrem Sonntagsbummel oblagen.
Sie ſtiegen ihr auch nach und machten ihre Gloſſen. Das
ſchmeichelte ihrer Eitelkeit, und die war nicht ſo gering.
Trotzdem drehte ſie ſich nur zweimal um und ging ſittſam
nach Hauſe.
Noch hoffte Henning, ſie auf der S
rgbrücke, wo
die grünen Dampfer anlegten, oder auf der Falkentaler
Brücke, wo der Bergungsdampfer des Tauchers Flint
ſtand, zu finden, doch vergeblich. Er ſuchte ſofort hundert
Entſchuldigungen für ihr Fernbleiben und tröſtete ſich.
Zum Süllberg hinauf ſah er nicht. Dort ſtand ſeine
Mutter unter den blühenden Kirſchbäumen und ließ ihr
Taſchentuch flattern.
Unterdeſſen glitt der „Laubfroſch” unaufhaltſam weiter
in den Abend hinein. Bis Schulau half ihm noch die
Ebbe, dann wühlte er ſich zehn Minuten lang durch das
Stauwaſſer und noch vor der Lühe mußte er ſchon gegen
die Flut angehen. Kurz nach Sonnenuntergang wurde
das Wetter unſichtig. Henning hatte Wache und mußte
auf die Back zum Ausguck. Der Steuermann wollte zu
Anker gehen, aber Dirk Teſenfiz lachte ihn aus und hatte
auch jetzt das große Wort, wie immer, weit voraus. Und
er behielt recht, nach wenigen Minuten klarte ſich das
Wetter wieder auf und gab die Ausſicht frei. Die Lampen
wurden angeſteckt.
Dampfer voraus! meldete Henning nach der Brücke.
Hab’ ich ſchon vor einer halben Stunde geſeh’n! brüllte
Dirk Teſenfiz herunter.
Aus dem Dunkel des ſteigenden Abends ſchälte ſich ein
großer, grauer Tankdampfer heraus, der eben ſeine
Poſi=
tionslaternen beiſetzte. Maſchine und Brücke hatte er ganz
weit achtern. Am vorderen Maſt kam das Topplicht hoch.
Schnell ſchob er ſich näher und Henning konnte deutlich
ſehen, daß er beide Anker wegen des unſichtigen Wetters
frei zum Fall hängen hatte. Eben blinken in der Ferne
die beiden Leitfeuer von Twielenfleth auf. Und jetzt hielt
Dirk Teſenfiz wieder einmal die Stunde für gekommen,
eines ſeiner Bravourſtückchen auszuüben.
Hart Backbord das Ruder! kommandierte er.
Du biſt wohl verrückt! entfuhr es dem Steuermann.
Aber er bekam nur eine grobe Antwort und das
Kom=
mando wurde ausgeführt. Der Kapitän wollte, entgegen
allen Vorſchriften, um den Weg abzukürzen, vor dem Bug
des aufkommenden Tankdampfers nach der hannöverſchen
Seite hinüberflitzen.
Zur Sicherung gab er zwei Töne mit der Flöte. Aber
diesmal verrechnete er ſich bös. Der große Tankdampfer
war ſchneller und ſchnitt den kleinen „Laubfroſch” zwiſchen
Back und Brücke auf Steuerbordſeite glatt entzwei, als
wäre er von Pappe. Henning fühlte unter ſeinen Füßen
das Deck ſchwinden und griff nach oben. Da packte er
etwas Feſtes, und ſofort enterte er auf. Es war der
frei=
hängende Anker des „Laubfroſch”=Mörders.
Ich bin fein raus! dachte er blitzſchnell, dann hörte er
noch durch Tumult, Knirſchen und Geſchrei Dirk Teſenfiz!
Stimme.
Alle Mann über Bord!
Darauf ſackte der „Laubfroſch” auch mit ſeinem
Hin=
erteil weg, und alles, was ſchwamm, trieb nach achtern.
Vom Tankdampfer warf man ſofort alle verfügbaren
Ret=
tungsringe und Leuchtbojen über Bord. Dirk Teſenfiz, der
fluchend in der Elbe herumpaddelte, ergriff mit ſeinen
überlangen Armen die erſte Schwimmgelegenheit,
ver=
brannte ſich an ihrer weißen, leuchtenden Flamme beide
Handflächen und hatte nun noch einen Grund mehr, auf
den Kapitän zu ſchimpfen, der ihn über den Haufen geſeilt
hatte. Der aber verſtand kein Deutſch, denn er war
Ame=
rikaner, und ließ ein Boot klar machen. Dirk Teſenfiz
ſchwang ſich zuerſt hinein und fiſchte alle ſeine Leute
ein=
zeln auf. Der Steuermann war der letzte.
Hab ich’s nicht gleich geſagt! knurrte der triumphie
rend und ſchüttelte das kalte Waſſer von ſich.
Halt’ Dein Maul und zähl’ nach, ob einer fehlt! brüllte
Dirk Teſenfiz.
Da kam es denn heraus, daß Henning Breckwoldt aus
Blankeneſe fehlte.
Alle ſchrien gleichzeitig den Namen in die Nacht
hinein. Aber Henning hörte es nicht, er war mit dem
Dampfer, der langſam vorauslief, ſchon zu weit von der
Inglücksſtätte entfernt.
(Fortſetzung folgt.)
ſehr bu
[ ← ][ ][ → ]Nummer 115.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 20. Mai 1910.
Seite 11.
Bauarbeiten.
Die bei Erbauung einer höheren Knaben=
und Mädchenſchule nebſt Turnhallen auf
dem alten Gaswerksplatze vorkommenden
Schloſſerarbeiten (Geländer), ſowie die
Lino=
leumlieferung (400 qm Inleid= und 640 qm
Korklinoleum) und das Liefern und
Ver=
legen der Plattenfußböden (4200 qm) ſollen
vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte
Grafenſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9
während der Dienſtſtunden offen, woſelbſt
auch die Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Dienstag, den 31. Mai 1910,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 18. Mai 1910.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
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Bekanntmachung.
Freitag, den 17. Juni I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die der Eva Diefenbach dahier
zuge=
ſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 710//10 5867/10 Hofreite Kies=
ſtraße 18
II 713½0 367
Holzplatz daſelbſt
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K29/10
Darmſtadt, den 3. Mai 1910.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L9628,68
Bekanntmachung.
Freitag, den 3. Juni I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die zum Nachlaß der Martin Fuchs
Eheleuten dahier zugehörigen Grundſtücke:
Flur Nr. qm
20
20 1837 Acker am Grohberg,
20
21
744 Acker daſelbſt,
20
1287 Acker daſelbſt,
1875 Acker im tiefen See,
zwecks Auseinanderſetzung in unſerem Bureau
Darmſtadt, den 19. April 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L8704,67
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Pollzeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3
be=
finden ſich: 1 Bernhardiner, 3 Pinſcher, 3 Dachshunde.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung,
die Dauer des Geſindedienſtverhältniſſes betreffend.
Nach den Beſtimmungen der Artikel 6 und 7 des Geſetzes, die Geſindeordnung
betreffend, vom 28. April 1877, in der Faſſung vom 3. Auguſt 1899 und des Ortsſtatuts
für die Stadt Darmſtadt vom 12. Februar 1900 gelten ſämtliche Dienſtbotenverträge,
für welche nicht ausdrücklich eine beſtimmte Dienſtdauer vereinbarr oder aus den
Um=
ſtänden zweifellos zu entnehmen iſt, als auf die Dauer eines Kalendervierteljahrs
abgeſchloſſen.
Wird ein ſolcher Dienſtvertrag nicht vier Wochen vor dem Ablauf des
Kalendervierteljahres aufgekündigt, ſo iſt er ſtillſchweigend auf ein weiteres
Kalendervierteljahr als ernent anzuſehen.
Es ergibt ſich hieraus, daß in der Stadt Darmſtadt Dienſtbotenverträge nur
auf den 1. Januar, 1. April, 1. Juli und 1. Oktober aufgekündigt werden können,
und daß die Kündigung ſpäteſtens vier Wochen vor dem jeweiligen Termin
er=
folgt ſein muß, es ſei denn, daß ausdrücklich etwas anderes zwiſchen den Parteien
vereinbart oder mit Sicherheit aus den obwaltenden Umſtänden zu entnehmen iſt.
Dies gilt auch dann, wenn der Lohn nach Monaten bemeſſen iſt, da der
von monatlicher Lohnzahlung handelnde Abſatz 4 des Art. 6 der Geſindeordnung mit
den übrigen Beſtimmungen des Art. 6 durch das erwähnte Ortsſtatut außer Kraft
geſetzt iſt.
Ebenſo macht es keinen Unterſchied, ob ein Dienſtverhältnis am Anfang
oder erſt im Laufe eines Kalendervierteljahrs eingegangen worden iſt, da ein
im Laufe des Kalendervierteljahres eingegangenes Dienſtverhältnis zunächſt bis zum
Ende des Kalendervierteljahres und dann in der oben bezeichneten Weiſe von
Viertel=
jahr zu Vierteljahr weiterläuft.
Das Kalendervierteljahr beginnt mit dem erſten Werktag eines Vierteljahres und
endigt mit dem Beginn des folgenden Kalendervierteljahres (Ortsſtatut vom 12. Februar
1900, Abſatz 2).
(10382df
Darmſtadt, den 17. Mai 1910.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Fleisch=Verdingung.
Am 1. Juni 1910, vormittags 10 Uhr,
werden im Geſchäftszimmer der Garniſonverwaltung der Bedarf an Fleiſch= und
Wurſtwaren für die Garniſon Babenhauſen vom 1. Juli bis 31. Dezember 1910
verdungen.
Die Bedingungen liegen daſelbſt zur Einſicht offen und können zu 20 Pfg. das
Stück bezogen werden.
Schriftliche und verſiegelte Angebote mit der Aufſchrift „Angebot auf
Fleiſchliefe=
zwangsweiſe verſteigert werden. (K145/091rung” ſind vor dem Termin portofrei im Geſchäftszimmer abzugeben.
(10276if
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ſchränkung Heim auf einem Vierzylinder=
Benz=
wagen in 4 Minuten 24,2 Sekunden für die 6
Kilo=
meter lange Bergſtrecke, die bis zu 1,6 Prozent
Steig=
ung aufweiſt. Der vorjährige Rekord, der von Seidel
(Mercedes) mit 4:48,3 aufgeſtellt wurde, iſt demnach um
24,1 Sekunden verbeſſert worden. Auch der zweite
dieſer Klaſſe, der Mercedes=Wagen Wetzkas, unterbot
moch den vorjährigen Rekord, indem er die Strecke in
4:39,1 zurücklegte. Dritter wurde Schütz=Fiat in
4:50 und Vierter Seidel (Mercedes) in 5 Minuten. In
der Klaſſe für Fahrzeuge mit einem Zylinderinhalt bis
zu acht Litern ſiegte Nikodem auf einem
öſterreichi=
ſchen Daimler=Wagen mit 4:42,4. In den übrigen
ſie=
ben Klaſſen waren ſtets Fahrzeuge der Firma Puch
ſiegreich. Der vom Steiermärkiſchen Automobil=Klub
ausgeſetzte Wanderpreis fiel an Heim=Benz, der die
abſolut beſte Zeit erzielte.
Lt. Das Internationale Lawn=
Ten=
nis=Turnier in Brüſſel, bei dem neben den
belgiſchen Meiſterſchaften internatiopale Matches
ent=
ſſchieden werden, wird eine ſelten ſtarke Beteiligung
erfahren und die beſten Spieler aller Länder vereinen.
Für Deutſchland wird O. Froitzheim=Straßburg,
der erſt vor kurzem die Meiſterſchaft von Preußen
ge=
wann, und O. Kreuzer=Frankfurt a. M.
konkur=
rieren, für Auſtralien S. N. Duſt, Poldewin und A.
F. Wilding, für England S. T. Dixon und T. M.
Ma=
verogorddato, für Frankreich W. Decugis und M.
Germot, für Oeſterreich C. v. Weſſely und R. Kinzel
und für Belgien W. Lemaire und P. de Bormann.
Rr. Die Europa=Meiſterſchaft für
Flieger kam in Roubaix zum Austrag.
Sie=
ger blieb der Franzoſe Friol, der im Endlauf
Elle=
gaard mit einer halben Länge ſchlug. Dritter wurde
Morette, gegen den der Deutſche Bader im
Zwiſchen=
lauf unterlegen war. Das 50=Kilometer=Rennen
ge=
wann Bardonneau in 37115,3 vor Plateau und
Ma=
nera. Comes landete den Großen Preis von Breſt
gegen Devoiſſoux und Lemaſſon, während Germain
im 25=Kilometer=Rennen gegen Simar und Combes
ſiegreich blieb. In Bayonne gewann Schilling
überraſchenderweiſe das Internationale Hauptfahren
vor Pouchois, Fournous und Henry Mayer, der mit
Pouchvis als Partner das Tandemrennen gegen
Schilling=Elcheverry und Coca=Carrere ſiegreich
be=
ſſtritt. Den Großen Preis von Angouleme ſicherte
ſich Dupre mit 4 Punkten gegen Delage (5) und
Mar=
tin (8).
* Städtiſche Leſe= und Bücherhalle. (Neue Zugänge.)
In der Leſehalle liegt neu auf: „Der Bürgerbote‟.
Bücherhalle: Achleitner, Jägerſtreik, a. 9./2.
Algen=
ſſtaedt, Unſere Art, a. 18./2. Andres, Die Einführung
des konſtitutionellen Syſtems im Großherzogtum Heſſen.
H. 506. Banſe, Der arabiſche Orient, Bd. 11 C. 201,
Bd. 3, Ca. 166. Bernſtein, Zur Geſchichte und Theorie
des Sozialismus, F. 73. Bock, Unter den Kannibalen
auf Borneo, Ca. 819. Brennecke, Unter Taunusbuchen,
b. 247. Cronau, Drei Jahrhunderte Deutſchen Lebens
lin Amerika, Bf. 09. Diefenbach, Die Scholle, d. 108.
Eckener, Luftſchiff und Luftverkehr, Ev. 59. Ehrenberg,
Das Haus Pariſh in Hamburg, F. 38/2. Eichrodt, Leben
und Liebe, Ad. 822. Encke, Der Hausgarten, Eo. 88.
Ewers, Mit meinen Augen, C. 268. Falckenberg,
Dok=
tor Eiſenbart, Ad. 653. Falke, Mit dem Leben, Ad. 652.
Freud, Ueber den Traum, Ph. 197. Freund, Sklaven
der Gewohnheit, f. 130. Gino, Balkan=Bilder, Ce. 207.
(Grimmelshauſen, Der ſeltſame Springinsfeld, Ad. 1121.
Grothe, Wanderungen in Perſien, Ca. 165. Gurlitt, Der
Verkehr mit ſeinen Kindern, Pa. 273. Gutzeit, Die
Bakterien, Db. 114. Hallenſtein, Der falſche und der
echte Hampelmann, Ad. 901. Handels=Akademie, 1909,
Eh. 116. Hauptmann, Griſelda, Ad. 506. Heer, Ferien
an der Adria, Cd. 148. Herrenkirchen, Meine Erlebniſſe
während des Feldzuges gegen die Hereros, C. 189.
Heveſi, Acht Jahre Sezeſſion, Kg. 75. Heyſe, Mythen
fund Myſterien, Ad. 828. Hirn, Tirols Erhebung im
Jahre 1809, Bd. 027. Hohmann, Eine Mittelmeerreiſe,
Ce. 206. Hohmann, Eine Nordlands=Fahrt, Ce. 211.
Hohrath, Das Meer des Lebens, h. 239. Holzamer, Im
Wandern und Werden, K. 117. Jäger, Die gemeinſame
Wurzel der Kunſt, Moral und Wiſſenſchaft, P. 141.
Jenſen, Metamorphoſen, i. 100. Jenſen, König Friedrich,
101/1—3. Jenſen, Nach Sonnenuntergang, i. 102.
Jeremias, Moſes und Hammurabi, R. 70/3. JJung=
Deutſchland, in Heimat und Fremde, J. 596. Kaboth,
Der Wanderer aus dem Forſthauſe, k. 118. KKoelſch,
Von Pflanzen zwiſchen Dorf und Trift. Kriegelſtein, je
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 20. Mai 1910.
Nummer 115.
Aus dem Lande der Verdammnis, k. 117. Lindau,
Wintertage, I. 124. Miethe, Unter der Sonne
Ober=
ägyptens, Ef. 183. Moritz, Der Sturmpogel, J. 593.
Naumann, Ausſtellungsbriefe, E. 30. Neubürger, Aus
der alten Reichsſtadt Frankfurt, Kc. 178. Neubürger,
Edle Menſchen und Taten, L. 68. Niebergall, Was iſt
uns heute die Bibel, R. 370. Niemann, Das
Nordland=
buch, Ce. 212. Norrmann, Vom Malſtock zur Haube,
n. 53. Oertzen, Auf Schwarzwaldwegen, Ad. 734.
Ortenberg, Aus dem Tagebuch eines Arztes, C. 191.
Prentiß, Himmelan, J. 493. =Prentiß, Die Perle der
Familie, J. 594. Ratzenhofer, Soziologie, F. 68.
Rechinger, Streifzüge in Deutſch=Neu=Guinea und auf
den Salomons=Inſeln, Db. 118. Regensberg, 1870/71,
Bd. 11, Bd. 273. Rühlmann, Politiſche Bildung, F. 72.
Rüttgers, Ueber die literariſche Erziehung, Pa. 582.
Ruths, Heerestragödie und Völkerverſöhnung, r. 208.
Säuter, ausgewählte Gedichte, Ad. 823. =Scharfſchütz,
Auf dem Kriegszug nach China, J. 591. Scheyerer,
Ge=
ſchichte der Revolution in Baden 1848/49, Bd. 449.
Schippel, Grundzüge der Handelspolitik, Fp. 88.
Schmidt, Aus dem Tagebuch eines Säuglings, ſ. 459.
Schneider, Landſchaftliche Gartengeſtaltung, Ev. 86.
Schnitzer, Käthe und ich, ſ. 455. Schulenberg, Die
Chronik der Stadt Söderburg, ſ. 457. Schupp, Johann
Balthaſer, herausgeg. v. Th. Biſchoff, Lſ. 126. Schulte,
Meine Kriegserlebniſſe in den Feldzügen 1864 und 66,
Bd. 448. *Schulz, Natur=Urkunden, Heft 2—3, Db.
116/2—3. Schwabe, Bleib’ jung, meine Seele, ſ. 456.
Schwartz, Zehn Monate Kriegskorreſpondent beim Heere
Kuropatkins, Bf. 185. Seibold, Die Radierung, K. 118.
Sigel, Denkwürdigkeiten des Generals Franz Sigel,
Bd. 446. Skowronnek, Das Verlobungsſchiff, ſ. 397.
SSperl, Handbüchlein der Papierfaltekunſt, Kſ. 84.
Spring, Fritz Martens erſte Seereiſe, J. 554. Steub,
Lyriſche Reiſen, Cd. 158. =Unruh, Leben mit Tieren,
Dz. 158. Viebig, Das Kreuz im Venn, v. 114. Völkers,
Brocke und Krimmele, Ad. 906. Volbehr, Die Zukunft
der deutſchen Muſeen, K. 111. Vormeng, Dr. Fritz, v.
131. Wagner, Richard, Briefe an eine Putzmacherin,
herausgeg. v. D. Spitzer, Lw.=63. Wilbrandt, 1 Am
Strome der Zeit, w. 157. Willich, Aus Schleiermachers
Hauſe, Lſ. 120. Windelband, Die Philoſophie im
Deut=
ſchen Geiſtesleben des XIX. Jahrhunderts, Ph. 198.
Winterfeld, Der alte Knaſt, w. 75/4. Wölfflin,
Renaiſſance und Barock, Kg. 72. *Wolzogen, Aus
Schnurrpfeifers Lügenſack, w. 134. Zell, Unterſcheidet
das Tier Mann und Frau, Dz. 159. — Die mit *
be=
zeichneten Werke ſind auch für die Jugend geeignet.
Ferner machen wir darauf aufmerkſam, daß die Werke
in den nächſten 14 Tagen in der Leſehalle ausgeſtellt
und vom 30. Mai ab verleihbar ſind.
Weit kräftiger als ſeine Geſchwiſter.
Offenbach a. Main, Friedhofſtr. 19, 26. Juni 1908.
„Ich bin Mutter von 5 Kindern, wovon die 4 erſten infolge
ihres zarten Knochenbaues hinter ihren Altersgenoſſen
zurückge=
blieben ſind. Da nun auch mein jüngſtes Kind Alma im Alter
von 7 Monaten zu wünſchen übrig ließ, ſo fürchtete ich Aehnliches
und entſchloß mich, um auf alle Fälle vorzubeugen, der Kleinen Scotts
Lebertran=Emulſion zu geben. Nachdem ich mich durch eine Probe
überzeugt hatte, daß das Kind das Präparat gern nahm und es
auch gut vertrug, habe ich hintereinander mehrere Flaſchen
ver=
braucht undbin mit dem ſich ſofort zeigenden Erfolge durchaus
zufrieden. Das vorher zarte und teilnahmloſe Kind wurde
kräftiger, lebhafter, bekam Appetit und konnte alles, was ihm
gereicht wurde, gut vertragen u. verdauen. Mit 11 Monaten fing
es ſchon an Gehverſuche zu machen, und es iſt in jeder Beziehung
ein ganz anderes, weiter vorgeſchritteneres Kind als ſeine Geſchwiſter
in den gleichen Lebensmonaten geweſen ſind.”
(gez.) Marie Spörl.
Iſt es nicht für jede Mutter eine
große Beruhigung, in Scotts Emulſion
jederzeit ein Kräftigungsmittel bei der
Hand zu haben, auf deſſen tadelloſe
Zuſammenſetzung aus den allerbeſten
Materialien und deren anerkannt
be=
währte Verarbeitung im Scettſchen
Ver=
fahren man ſich unbedingt verlaſſen
kann? Ein Verſuch wird dies in über=
Nur echt mit dieſer zeugendſter Weiſe beſtätigen, wobei nur
Marke-demFiſcher darauf zu achten iſt, daß beim Einkauf
— dem Garantien
zeichen des Scotte auch die echte Scotts Emulſion
ver=
ſchen Verfahrens! abfolgt wird.
(10474M
Scotts Emulſion wird von uns ausſchließlich im großen verkauf:
und zwar nie loſe nach. Gewicht oder Maß, ſondern nur in verſiegelte:
Originalflaſchen in Karton mit unſerer Schutzmarke (Fiſcher mit dem Dorſch).
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Beſtandteile: Feinſter Medizinal=Lebertran 150,0, prima Glyzerit
50,0, unterphosvhorigſaurer Kalk 4,3, unterphosphorigſaueres Natron 2,5,
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2 Tropfen.
Gewinnansing
der
222. Königlich Prenßiſchen Klaſſenlotterie.
5. Klaſſe. 9. Ziehungstag. 18. Mai 1910.
(Nachdruck verboten.)
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne
über 240 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 70000 Mk. 158528
3 Gewinne zu 5000 Mk. 53462 181816 263979
38 Gewinne zu 3000 Mk. 22928 27621 33797 36464
61275 55821 66306 75673 496307 101404 129035 140034
151179 161065 169184 176193 177263 178169 179433
188840 191916 201493 „215974 § 218617 237730 241579
246710 260144 2613932643995265603 . 266703 271116
279755 F 280144 282719 292005 302293
59 Gewinne zu 1000 Mk. 1304 3598 5367 8439
21009 à 22264 23150 32510 36579 51098 57544 57546
59171 62436 76397 79179* 79476 82981 86218 86448
88258 91693 96089 100089 100244 100568 101818
106727 126014 131766 163540 168441 178589 180577
181461 184986 187055 188318 190376 195791 201101
205267 211958 222488 225009 „237432 237473 242621
246685 254234 254651. 255667 260545 268896 269822
275417 275813 285996 290718
122 Gewinne zu 500 Mk. 957 2555 4854 9475 11929
12030 16462 17390 19231 19277 24785 25420 26423
27146 28862 29871 37088 37245 38312 38478 38708
40238 42105 42911 43479 49146 60413 61559 63929
73217 74942 77101 78879 80614 83402 83408
85099 85932 88732 88785 91410 96343 96653 98025
99128 100604 102522 104779 110993 113357 116395
118372 119919 125636 126042 129974 132245 132941.
133945 141443 141737 142251 146073 146389 147162
148001 148179 148758 150777 154529 154837 164844
167208 169458 170074 170586 170678 172046 174391
175358 178329 178893 182651 182884 183333 203375
205891 207976 210835 18476 220835 221376 225593
226671 228347 237480 238909 241925 242828 242893
260830 251834 264413 267874 270690 271372 273623
276234 277519 278413 279183 280267 280565 284164
286357 2289767 293593 293344 296502 297711 302141
303159
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 15000 Mk. 53203 197894
3"Gewinne zu 10000 Mk. 58429 159433 290916
4 Gewinne zu 5000 Mk. 139369 162843 190887
264745
67 Gewinne zu 3000 Mk. 7900 10469 11584 140006
21257 24871 32874 48357 48633 51455 52007 60984
64218 69634 70409 70451. 80389 83433 86091 89091
96003 96509 117431. 125619 129757 130598 143212
144231 153887 159268 162416 168413 173978 174059
185239 187399 189165 191553 195481 197549 201265
204082 205114 206410 224496 229238 253134 254073
261375 264351. 268937 271893 276562 286401 289039
290953 295870
82 Gewinne zu 1000 Mk. 2273 4108 11449 20201
24693 25898 26306 26837 27171. 29880 39821 41154
47603 60829 51958 67096 69499 75657 75696 78633
81069 81306 84766 86873 89366 92999 94493 97496
98089 F 98233 99889 101487 103952 105560 109879
123970 130554 131587 143344 149030 149144 149290
151839 159474 159879 161705 163822 164995 173401
183513 183676 190750 193485 200624 213652 220238
222454 228953 232338 239394 242151 242180 244159
245335 246205 254218 260315 264036 265527 265537
267654 277438 283823 269915 291377. 293084 293965
296046 297103 297609 301274 303379
105 Gewinne zu 500 Mk. 7567 8749 13623 19243
22333 24057 27268 31510 35803 37780 47326 52474
54666 55479 62024 94646 69260 74510 80436 82204
84472 87847 88327 90022 92806 93373 94479 95248
98518 102941 105592 106515 116801 118469 124679
126944 129134 131170 132601 132835 133584 134556
138704 138920 147708 151198 151354 161432 154919
154967 158165 160919 161062 166393 169079 169396
170257 172793 175350 178279 181334 185256 185680
186623 187180 195556 196070 196826 201595 202390
208481 208980 213219 217245 218874 222327 225884
228292 232993 233738 237450 240342 242131 243843
247758 252642 259357 261880 261936 263517 265790
267771 271608 274960 275501 278241 279874 282599
284903 290226 291979 293475 295505 297806 303240
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 20. Mat 1910.
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Wissenschaft und einer der
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rühmtesten von allen Fakuttäten
ausgezeichneter Mediziner, gab
seine Kundschaft auf und seine
neuen Bemühungen wurzelten
darin, in den Taten der Menschen
das Gute gegen das Böse siegen
zu lassen. Er verwandte seine, im
Laufe 40-jähr. Studien
gesammel-
ten Erfahrungen, gepaart mit
feinem Scharfsinn, dazu, um gegen
die fürchterlichsten aller Laster zu
kämpfen. So sehen wir ihn, sich
selbst immer an die Stelle der
Bedrängten setzend und oft
da-
runter leidend, stets bemüht, die
Handlungen niederer Charaktere
zu ergründen, nur damit es ihm
gelinge, den Bedrückten zu ihrem
Recht, der Wahrheit zum Sieg
(*12424
zu verhelfen.
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Großherzogliches Hoftheater.
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Abonnement C 44.
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Kammerſängers Herrn Oskar Bolz.
Tannhäuſer.
Große romantiſche Oper in 3 Akten
von Richard Wagner.
Muſikal. Leit.: Hofkapellm. Hofrat de Haan.
Szeniſche Leitung: Oberregiſſeur Valdek.
Perſonen:
Hermann, Landgraf von
Hr. Stephani
Thüringen .
Tannhäuſer,
Wolfram von Eſchin=
* Hr. Weber
bach,
Walther v. d. Vogel=
3 Hr. Hans Hacker
weide,
3 Hr. Hoff
Biterolf,
Heinrich der Schreiber, ſ.— Hr. de Leeuwe
Reimar von Zweter, S Hr. Riechmann
Eliſabeth, Nichte des
. Frl. Geyersbach
Landgrafen
Fr. Mornu
Venus
. Frl. Zeiller
Ein junger Hirte
Frl. Meyer
Erſter
Zweiter Page des Frl. Birkholz
Dritter Landgrafen Fr. Müller
Frl. Faeller
Vierter
Die drei Grazien
Frl. Wogatzky
Frl. Pfau
Frl. Croneberg
* Tannhäuſer . . . Herr Kammerſänger
Oskar Bolz.
Nach dem 1. und 2. Akte findet je eine
längere Pauſe ſtatt.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 6 Mk., Fremdenloge 6 Mk.,
Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang
(1. bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe)
2.— Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe) 4.— Mk.),
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre (1. bis
5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
1. Galerie 1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Anfang 6 Uhr. — Ende 10¼ Uhr.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
5 Uhr an.
Vorverkauf
von 11 bis 1 Uhr für die Vorſtellungen:
Sonntag, 22. Mai. Außer Abonnement.
Schüler= und Volks=Vorſtellung zu ermäß.
Preiſen: „Die Zauberflöte.‟
An=
fang 6½ Uhr. (Vergl. beſondere Anzeige.)
Montag, 23. Mai. Außer Abonnement.
Feſt=Vorſtellung: Prolog. Hierauf:
Götz von Berlichingen.” Kleine
Preiſe. Anfang 6½ Uhr. (Vergl.
beſon=
dere Anzeige.)
Dienstag, 24. Mai. Außer Abonnement.
Feſt=Vorſtellung. In neuer Inſzenierung:
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für en ceur-
Bluſen
aus pliſſiertem
Batiſt mit
Lätz=
chen reich
aus=
geſtattet
75 Pf. —150 Pf.