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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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ichriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
173. Jahrgang
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
N 98.
Donnerstag, den 28. April.
1910.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das gefährdete Arbeitskammergeſetz.
* Die erſte Leſung in der Kommiſſion für den
Ent=
wurf eines Arbeitskammergeſetzes iſt beendet und die
zweite Leſung dürfte noch im Laufe der Woche ſtattfinden.
Das Plenum des Reichstages wird ſich jedoch mit der
Vorlage erſt nach ſeinem Wiederzuſammentritt im Herbſt
beſchäftigen. Nach dem Ergebnis der
Kommiſſionsbera=
tungen, an dem auch die zweite Leſung nichts mehr
än=
dern dürfte, ſcheint es, als ob diejenigen Recht behalten
würden, die einer erneuten Einbringung des Geſetzes
widerrieten, weil auf ein Zuſtandekommen der Vorlage
doch nicht zu rechnen iſt.
Die Kommiſſion hat in Uebereinſtimmung mit
den Beſchlüſſen in der erſten Seſſion der laufenden
Legis=
laturperiode eine Reihe grundlegender
Aende=
rungen an dem Entwurf vorgenommen, nämlich die
Herabſetzung des Lebensalters für die Wahlbeteiligung
und die Wählbarkeit, die Einbeziehung der Werkmeiſter in
die Arbeitskammern, die Errichtung der Kammern durch
den Bundesrat an Stelle der Landeszentralbehörden, die
Unterſtellung der Arbeiter in Eiſenbahnwerkſtätten unter
die Kammern und die Wählbarkeit der Arbeiterſekretäre.
Daß die Altersgrenze für die Wahlen eine
unüberwind=
liche Schwierigkeit für eine Verſtändigung bilden ſollte,
kann man wohl nicht annehmen. Ebenſo iſt es ſchließlich
keine Frage von prinzipieller Bedeutung, ob der
Bundes=
rat oder die Landeszentralbehörden für die Errichtung der
Kammern zuſtändig ſein ſollen, denn auf die Mitwirlung
der letzteren bleibt der Bundesrat doch ſtets angewieſen.
Was die Einbeziehung der Werkmeiſter betrifft, ſo
min=
dert die zuletzt beſchloſſene Form, nach der die Werkmeiſter
eine beſondere, nur von diefen zu wählende Abteilung in
den Arbeitskammern bilden ſollen, bei ihrer fachlichen
Gliederung die früheren Bedenken ſehr erheblich.
Anders aber liegt es bei den weiteren Abänderungen
des Entwurfes. Daß die Regierung der Unterſtellung der
Eiſenbahnarbeiter unter keinen Umſtänden zuſtimmen
wirdgmuß man als ſicher annehmen. Die Gründe hierfür
ſind wiederholt klargelegt. In der letzten Tagung hatte
deshalb die Kommiſſion auch in der zweiten Leſung dieſe
Forderung fallen laſſen. Und deswegen beſteht auch jetzt
noch die Möglichkeit, daß der Kommiſſionsbeſchluß
auf=
gehoben wird. Dahingegen ſcheint eine Verſtändigung
über die Wählbarkeit der Arbeiterſekretäre nahezu
ausge=
ſchloſſen. Man muß damit rechnen, daß auch das Plenum
des Reichstages dieſen Beſchluß der Kommiſſion aufrecht
erhält, für den Zentrum, Freiſinn und Sozialdemokratie
eintreten.
Für die Regierung iſt er unannehmbar aus politiſchen
und praktiſchen Gründen, über die der Reichstag nicht im
Zweifel iſt. An dieſer Frage kann das ganze
Geſetz ſcheitern, um deſſen Einbringung ſich der
Reichstag über zehn Jahre lang bemüht hat.
Zum Kampf im Bangewerbe.
— Der letzten Bekanntgabe von Zahlen
entlaſſe=
ner organiſierter Bauarbeiter, die in 12
Be=
zirksverbänden des Arbeitgeberbundes über 70000 Mann
betrugen, iſt heute voch hinzuzufügen, daß im Verband
Schleswig=Holſtein 15000 Mann ausgeſperrt worden ſind.
Demnach ſind in der kleineren Hälfte aller Bezirksverbände
rund 85000 Bauarbeiter entlaſſen worden. Man wird
danach die früher vom Arbeitgeberbund geſchätzte
Geſamt=
zahl von 200000 Entlaſſenen bis zum Bekanntwerden
wei=
terer genauer Zahlen für zutreffend halten dürfen. Die
Bautätigkeit iſt in den Ausſperrungsgebieten ganz
minimal, die notwendigſten Reparaturarbeiten werden mit
Hilfe von Polieren, Lehrlingen und wenigen
nichtorgani=
ſierten Arbeitern weitergeführt. An vielen, beſonders
ſüd=
deutſchen Orten iſt es am 15. April nicht zur Entlaſſung
gekommen, weil die von den Verbandsmitgliedern
über=
nommenen Bauarbeiten ſchon vorher zum Abſchluß
ge=
bracht werden konnten. Die Zahl der wirklich
Beſchäf=
tigungsloſen iſt alſo viel größer als die der entlaſſen
Ge=
meldeten. In einer ganzen Reihe von Großſtädten haben
die ſozialdemokratiſchen Stadtverordneten auf die
Fort=
führung der ſtillgelegten ſtädtiſchen Bauten gedrungen, die
Magiſtrate jedoch haben überall, ſoweit bekannt geworden
iſt, den Standpunkt eingenommen, daß ſie damit im
Kampfe Partei ergreifen würden, und infolgedeſſen
Zwangsmaßregeln gegen die Unternehmer abgelehnt.
Der Bürgermeiſter von München v. Borſcht gab in
der Sitzung des Magiſtrats bekannt, daß die am
Donners=
tag mit den Vertretern des
Arbeitgeberverban=
des für das Baugewerbe abgehaltene Beſprechung
wegen der bevorſtehenden Ausſperrung der Bauarbeiter zu
keinem Reſultat geführt hat. In dieſen Tagen wird der
Vorſitzende des Gewerbegerichts verſuchen, eine Einigung
herbeizuführen, und falls dieſe Bemühungen erfolglos
bleiben, wird das Magiſtratsdirektorium neuerdings
ein=
greifen.
Theodor Rooſevelt im Urteile der Amerikaner.
(** Die Rundfahrt, die Herr Theodor
Rooſe=
velt, der ehemalige Präſident der Vereinigten Staaten
von Nordamerika, gegenwärtig durch Europa unternimmt
und die einem Triumphzuge gleicht, wird ihn bald auch
nach Deutſchland führen. Als Gaſt des deutſchen Kaiſers
wird Herr Theodor Rooſevelt einige Tage im alten
Kö=
nigsſchloſſe zu Berlin an der Spree zubringen. Die
„N. G. C.” hat dieſen Augenblick gewählt, um einen
er=
fahrenen amerikaniſchen Publiziſten und Politiker, der
un=
genannt bleiben will, um die Skizzierung eines
Charakter=
bildes des Expräſidenten zu bitten. Wir laſſen ſie folgen:
„In der Beurteilung Theodor Rooſevelts herrſcht
unter den Amerikanern weit größere Uneinigkeit, als man
in Europa im allgemeinen zu berückſichtigen pflegt. Aber
alle Amerikaner ſtimmen darin überein, daß ſie ihn, als
ganze Perſönlichkeit, für den hervorragendſten Mann
hal=
ten, den die amerikaniſche Ziviliſation bisher
hervorge=
bracht hat:
Kein Maun, auch nicht George Waſhington, der
„Vater ſeines Landes” iſt bei allen Klaſſen der
Bevöl=
kerung je ſo populär geweſen wie er. Kein Mann hat je
zupor die Aufmerkſamkeit der ganzen Nation in ſolchem
Maße in Anſpruch genommen. Kein Mann vereinigt die
einzelnen Züge des amerikaniſchen Volkscharakters auf ſo
ausgeprägte Weiſe in ſich wie er. Theodor Rooſevelt iſt
das verkörperte moderne Amerika.
Als die republikaniſche Partei im Jahre 1900
Rooſe=
velt, der damals Gouverneur von New=York war, trotz
ſeinem Widerſtreben überredete, die Ernennung zum
Vize=
präſidenten der Vereinigten Staaten anzunehmen,
glaub=
ten die Führer der Partei, es ſei ihnen gelungen, einen
ehrgeizigen und mit „gefährlichen” Anlagen ausgeſtatteten
jungen Politiker unſchädlich zu machen. Denn die
Ernen=
nung zum Vizepräſidenten der Vereinigten Staaten
be=
deutet in der Regel den erſten Schritt zum
Vergeſſenwer=
den. Das Schickſal, in der Geſtalt der Revolverkugel eines
Mörders, hatte es in dieſem Falle anders beſchloſſen. Der
September des Jahres 1901 fand Theodor Rooſevelt im
Weißen Hauſe zu Waſhington als den Nachfolger des
dritten Märtyrerpräſidenten Nordamerikas. Noch vom
Totenbette Mac Kinleys in Buffalo verkündete der neue
Präſident feierlichſt, daß es ſein eifrigſtes Streben ſein
würde, die Politik Mae Kinleys fortzuſetzen. Solange er
die Präſidentſchaft nur als Mac Kinleys Erbe inne hatte,
hielt er dieſes Gelübde treulich. Aber nachdem er im
Jahre 1904 mit einer noch nie dageweſenen Mehrheit zum
Präſidenten gewählt worden war, ließ er das Land nicht
lange im Unklaren darüber, daß die Politik Mac Kinleys
der Vergangenheit angehörte. An die Stelle ruhiger
Ge=
laſſenheit und vermittelnden Entgegenkommens, der
Haupteigenſchaften Mac Kinleys, trat eine Periode des
Sturmes und Dranges. Heftige polemiſche Reden aus
dem Munde des Präſidenten wurden eine Art von
ſtehen=
der Einrichtung. Ein allgemeiner Kreuzzug gegen die
verbrecheriſchen Reichen” ward eröffnet. Unruhe und
Un=
ſicherheit erfaßten die Kreiſe der Induſtrie und der Finanz.
Mehr als einmal folgte auf eine Anſprache oder einen
Toaſt des Präſidenten eine Panik in Wall Street und an
anderen Börſenplätzen. Die Papiere erlitten einen
unge=
heuren Kursſturz. Die Rooſeveltſche Politik wirkte
ge=
radezu verheerend in der Geſchäftswelt.
Dazu kamen einzelne Handlungen des Präſidenten,
welche als unerlaubte Uebergriffe über die Verfaſſung der
Vereinigten Staaten ſtrenger Mißbilligung begegneten.
Man warf ihm vor, daß er die feſtgegründeten Rechte des
Senats auf dreiſte Art verletzte. Entſcheidungen des
höch=
ſten Gerichtshofes erfuhren zum erſten Male eine Kritik
durch den Präſidenten der Union. Er lud einen Neger an
ſeinen Tiſch im Weißen Hauſe. Zu allen Tagesfragen,
über „Raſſenmord‟ „Muterſchutz”, „Naturverfälſchung‟
nahm er das Wort. Streitigkeiten mit den angeſehenſten
Parteiführern beider Häuſer des Kongreſſes waren an
der Tagesordnung. Hervörragende Staatsmänner, deren
Anſichten von denen Rooſevelts abwichen, wurden
öffent=
lich als Lügner gebrandmarkt. Der „Ananias=
Klupi=
eine Vereinigung von Männern des öffentlichen Lebens,
die mit Rooſevelt in Meinungsverſchiedenheiten geraten
waren — wuchs von Stunde zu Stunde an Mitgliederzahl.
Aber gerade in dieſer Zeit beſtändiger Unruhe und
Aufregung, welche die charakteriſtiſchen Merkmale der
Rooſeveltſchen Verwaltung waren, einer Zeit, die er ſelbſt
einmal die einzige, in der er wirklich lebte, genannt hat —
gerade in dieſer Zeit erwarb Theodor Rooſevelt den
Re=
kord, der ſeinen Namen für alle Zukunft mit der Geſchichte
ſeines Landes verbindet: den Ruf unantaſtbarer politiſcher
Ehrenhaftigkeit und Ehrlichkeit Rooſevelt hat die
Ehren=
haftigkeit in politiſchen Dingen gewiſſermaßen zur Mode,
wenn nicht zur Notwendigkeit gemacht. Auch=Cleveland
war ein Präſident von tadelloſer Integrität, aber
Cleve=
land verſtand es nicht, die eigene politiſche Ehrenhaftigkeit
auf ſeine Landsleute gewaltſam zu übertragen. Dies iſt
vielleicht das größte Verdienſt, das der ehemalige „rauhe
Reiter” ſich als Staatsmann um Amerika erworben hat.
Seine Handlungsweiſe fand ſelten volle Zuſtimmung,
aber die Aufrichtigkeit ſeiner Geſinnung iſt niemals
be=
zweifelt worden. Kein Amerikaner kann ſich Theodor
Rooſevelt als Teilnehmer an einer anrüchigen Transaktion
vorſtellen. Das ließ ſich früher — leider — nicht immer
von amerikaniſchen Staatsmännern behaupten.
Robſe=
velt hat in kürzeſter Zeit ein neues Moralgeſetz im
poli=
tiſchen Leben ſeines Landes zur Geltung erhoben
Wenn wir Amerikaner alſo ſehr wohl wiſſen, daß
unſer Abgott anmaßend, bombaſtiſch, oft unerträglich
hef=
tig iſt und faſt immer mehr Lärm macht, als notwendig
wäre, ſo fühlen wir doch, daß die hervorragenden
Eigen=
ſchaften, die Theodor Rooſevelt als Mann im allgemeinen
und als Amerikaner im beſonderen beſitzt, ſeine Fehler
überwiegen. Wir ſind daher ſtolz auf die Ehrungen und
Auszeichnungen, mit denen die Regierenden und die
Völ=
ker von Europa ihn jetzt überſchütten. Wir beziehen dieſe
Ehrungen und Auszeichnungen nicht auf ihn allein,
ſon=
dern auch auf unſere ganze Nation, die er in ſo
hervor=
ragender Weiſe verkörpert und vertritt.”
Deutſches Reich.
* Man ſchreibt uns: Der Verband deutſcher
Buchdrucker zählte nach dem ſoeben veröffentlichten
Jahresbericht Ende 1909 59027 Mitglieder gegen 56333
am Schluß des Vorjahres. Vereinnahmt wurden in
run=
den Summen: Beiträge 3 Millionen Mark, Eintrittsgeld
2700 Mark, Zinſen und ſonſtige Einnahmen 284000 Mark:
da ein Saldo von 7 Millionen Mark vorgetragen wurde,
beliefen ſich die Geſamteinnahmen auf 10,3 Millionen
Mark. Verausgabt wurden in runden Summen: für
Reiſeunterſtützung 228000 Mark, für
Arbeitsloſenunter=
ſtützung am Orte 990000 Mark, für Krankenunterſtützung
908000 Mark, für Invalidenunterſtützung 294000 Mark,
für Verwaltung uſw. 252000 Mark, als Begräbnisgelder
83000 Mark. Für das laufende Geſchäftsjahr verbleibt
ſomit ein Saldo von 7,5 Millionen Mark. Das
Geſamt=
vermögen des Verbandes beſteht außer der eben
ge=
nannten Summe in 2,3 Millionen Mark Kaſſenbeſtänden
der Gau=, Bezirks= und Ortskaſſen und in rund 398 000
Mark der Zentralinvalidenkaſſe i. L., beläuft ſich alſo
zu=
ſammen auf 10,2 Millionen Mark. Der Jahresbericht hebt
hervor, daß die immer noch ſchädlich wirkende
wirt=
ſchaftliche Depreſſion nicht imſtande geweſen iſt,
das tarifliche Lohngeſetz irgendwie ungünſtig zu
beein=
fluſſen. Der Tarifvertragspolitik des Verbandes wird
da=
mit zweifellos eine ſehr hohe Anerkennung gezollt. Im
Anſchluß an die Erörterung des ſchwediſchen Generalſtreiks
findet ſich ein Hinweis auf die Notwendigkeit, geſchloſſene
Verträge aufrechtzuerhalten. Die Steigerung der
Inva=
lidenzahl veranlaßt zur Einſchärfung eines im Jahre 1893
gefaßten Generalverſammlungsbeſchluſſes, demzufolge
4 Millionen Mark als Reſervefonds für die
In=
validenunterſtützung erforderlich ſind und für
an=
dere Zwecke nicht in Betracht kommen. „Manchem
Stür=
mer und Dränger,” bemerkt das Verbandsorgan hierzu,
„möchte dies gegenwärtig ſein.”
— Die „Kreuzzeitung” nimmt zu Herrn
Dern=
burg folgende Stellung ein:
Dernburgs Kolonialpolitik iſt im allgemeinen recht
un=
populär, wenigſtens in den Kolonien ſelbſt. In
Südweſt=
afrika ſcheinen die Koloniſten ſehr beachtenswerte
Einwent=
dungen gegen die Diamantenpolitik Dernburgs machen zu
können, und man erwartet, daß der nach Berlin
zurück=
gekehrte Gouverneur v. Schuckmann darüber authentiſche
Aufklärungen geben kann, falls er ſich überhaupt zur Sache
äußern will. Für den früheren Bankdirektor Dernburg
liegt die Verſuchung ja nahe, zunächſt einmal die großen
Kapitalmächte für die Kolonien zu intereſſieren und dabei
die Intereſſen der kleineren Anſiedler etwas zu
vernachläſ=
ſigen. Ob dieſer Vorwurf aber zu Recht erhoben wird,
darüber können wir uns zurzeit noch kein Urteil erlauben.
Sein glänzender Sieg über die recht widerſtrebende
Bud=
getkommiſſion bei der Ordnung der Diamantenregie muß
zur größten Vorſicht in der Beurteilung dieſes
vielge=
wandten und erfahrenen Praktikers mahnen, der ſo gar
keinen Wert auf Theorien legt und ſich um ſo beſſer den
Forderungen des Tages anzupaſſen verſteht.
Im Landesausſchuß für Elſaß=
Loth=
ringen wurde die Regierung aufgefordert, den Bau der
Wehre zur Ausnutzung der
Rheinwaſſer=
kräfte zu beſchleunigen. Seit acht Jahren ſchwebe das
Projekt Kemb=Köchlin; die Geſellſchaft habe ſich gebildet
und könne nicht weiterkommen. Der Regierungsvertreter
erwiderte, die Regierung habe ihr möglichſtes getan. Es
ſeien große Schwierigkeiten mit den Intereſſenten der
Rheinſchiffahrt zu überwinden geweſen; dieſe wären nun
behoben und erſt ſeit ungefähr acht Tagen ſei das=Projekt
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. April 1910.
Nummer 98.
eingereicht. Es bleibe jetzt nur noch die Rückſicht auf die
Verwaltungsgeſetze übrig, für die auch Baden
Beding=
ungen geſtellt habe. Aus dem Hauſe wurde nun aber
ver=
langt, daß die Regierung nicht nur ein Projekt, ſondern
alle prüfe; der Regierungsvertreter erwiderte, das würde
ſie auch tun, aber es wäre illoyal, wollte ſie ſich jetzt mit
Projekten befaſſen, die dem von Kemb=Köchlin Abbruch
täten. Es ſei auch erſt ein ſolches von Brown, Boveri
u. Ko, eingereicht worden. Außerdem wurde die dritte
Leſung des Etats endlich zu Ende gebracht, wobei noch die
Gehaltserhöhung der Förſter nach den Vorſchlägen der
Regierung angenommen wurde, nachdem ſie in zweiter
Leſung geſtrichen worden war.
— Die reichsländiſche Preſſe hebt hervor,
daß zu der kaiſerlichen Tafel am Samstag in Straßburg
der Präſident des Direktoriums der Kirche Augsburgiſcher
Konfeſſion, Dr. Curtius, eingeladen worden iſt, der
be=
kanntlich in den letzten Jahren nicht mehr geladen worden
war. Man wird ſich erinnern, daß Dr. Curtius vor drei
Jahren wegen Herausgabe der vom Kaiſer getadelten
Memoiren des Reichskanzlers und früheren elſaß=
lothrin=
giſchen Statthalters Fürſten Chlodwig von Hohenlohe von
der Liſte der Eingeladenen geſtrichen und auch im letzten
Jahre noch nicht empfangen wurde. Man legte Dr.
Cur=
tius ſogar nahe, von ſeinem Amte zurückzutreten, ja man
ſprach davon, er ſolle dazu gezwungen werden, was freilich
nicht ging, da ſein Amt keine Staatsſtelle iſt. Jetzt ſcheint
die Mißſtimmung beſeitigt zu ſein.
— Die Nationalliberalen des Wahlkreiſes
Fried=
berg=Büdingen nehmen nächſten Sonntag zur Frage
der Reichstagskandidatur Stellung. Die Fortſchrittliche
Volkspartei hat für den Fall des Scheiterns des
Zuſam=
mengehens mit den Nationalliberalen ihrerſeits den
Oberlehrer Dr. Strecker als Kandidaten in Ausſicht
ge=
nommen.
— In der Wahlrechtsfrage iſt in der vor
eini=
gen Tagen geſchloſſenen Tagung des Landtags des
Herzogtums Anhalt die erwünſchte Klarheit
ge=
bracht worden. Staatsminiſter Laue erklärte, die
Staats=
regierung werde ſich mit einer eingehenden Prüfung der
Wahlrechtsfrage befaſſen und noch vor Ablauf der jetzigen
Wahlperiode dem Landtage eine Wahlrechtsvorlage
unter=
breiten. Die Abgeordneten der verſchiedenen Parteien —
mit Ausnahme der Konſervativen — begrüßten dieſe
Er=
klärung der Staatsregierung. Die Wahlrechtserörterungen
ſelbſt hatten folgendes Ergebnis: Der Antrag der
Fort=
ſchrittlichen Volkspartei auf Einführung der direkten Wahl
zum Landtag in den Städten wurde mit den Stimmen
der Antragſteller, der Nationalliberalen und
Sozialdemo=
kraten, gegen die Stimmen der Konſervativen
angenom=
men. Dagegen wurde der Antrag auf Einführung der
ge=
heimen Wahl zum Landtag auf dem Lande abgelehnt,
weil einige Vertreter der kleinen Landwirte von der
Mehr=
heit abfielen. Ebenſo wurden alle weitergehenden
An=
träge der Freiſinnigen und Sozialdemokraten auf
Ueber=
tragung des Reichstagswahlrechts auf Anhalt, ſowie
Ein=
führung der Proportionalwahl abgelehnt. Angenommen
wurde eine Petition, die die Regierung erſucht, die geheime
Björnſtjegge Björnſon 7.
*Chriſtiania, 27. April. Bei dem
„Nordiſchen Telegraphen=Bureau” iſt aus
Paris die Nachricht eingetroffen, daß der
Dichter Björnſtjerne Björnſon geſtern
abend 8¾ Uhr geſtorben iſt.
B Im Zeichen des Bären (Bjorn=ſtjerne) war er
geboren (am 8. Dezember 1832), hoch oben auf den
ſtol=
zen Dovrebergen, die ſich im norwegiſchen Südland
breit und maſſig hinziehen und in ewig ſtarrendem
Schneepanzer in den unbeweglichen Himmel ragen.
Eines Pfarrers Sohn, dann Journaliſt und
Theater=
direktor, ſeines Volkes Redner, Vorkämpfer und
be=
herrſchender Führer, Politiker und Parlamentarier,
dies ganze große Tageswerk als ſchwärmender Poet
treibend und das Beſte daraus dem Poeten rettend,
ſo iſt Björnſon geworden. Ibſen hat vor Jahren in
Berlin das Wort geſprochen, es ſei ſein Wunſch, daß
die Zeit kommen möge, da er kein Fremder mehr ſei
in dem großen germaniſchen Haus. Björnſon iſt das
nie geweſen; darin liegt ſeine Kraft und Größe, aber
es bedeutet auch deren Beſchränkung.
Als zwanzigjähriger Student hat Björnſon ſein
erſtes Drama geſchrieben: „Mellem Slagene”
Zwi=
ſchen den Schlachten, das könnte man anch wie einen
Titel über ſein gewaltiges Lebensſchauſpiel ſetzen.
Von Koickne im Gebirge, dem Geburtsort des
Kna=
ben, war der Vater nach dem Romstal berſetzt
wor=
den, einem der ſchönſten Pfarrhöfe im Lande, „wie er
ſo mit breiter Bruſt zwiſchen zwei ſich begegnenden
Meerbuſen liegt, mit grünen Bergen über ſich,
Waſſer=
ſtürzen und Bauernhöfen, wogenden Feldern und
Leben im Tale” Hier, mitten in der Freiheit
unge=
bundener ländlicher Verhältniſſe, mitten im tapfer
mit der hartnäckigen Natur ringenden Volk wuchs er
auf, beſuchte in Molde die Schule und ging mit 17
Jah=
ren nach Chriſtiania zur Univerſität, durch den
Reich=
tum ſeiner Talente früh hervorſtrahlend und des
Ver=
kehrs mit großen, freien Geiſtern bald teilhaftig. Das
ſkandinaviſche Verbrüderungsfeſt der Studenten in
Upſala ward ihm zum Schickſal; wie der Jüngling
den Gott in ſeiner Bruſt entdeckte, hat Björnſon ſelbſt
erzählt: „Ich packte ein, reiſte heim, erdachte, ſchrieb
und kopierte: „Mellem Slagene” in vierzehn Tagen,
reiſte darauf mit dem fertigen Stück nach Kopenhagen
— ich wollte Dichter werden.‟ Er war es ſchon, wenn
auch ſein Stück vom Kopenhagener Theater
zurück=
gewieſen wurde.
Der Weg war gefunden, auf dem die ſtrotzende Kraft
dieſes Menſchen ihr Leben führte, ſich alle Gebiete
menſchlichen Wirkens erſchloß und an keinem ſich
er=
ſättigte. Er leitet das Theater in Bergen, das Ole
Bull der Nation geſchenkt hatte, und kreuzt da zum
erſten Mal als ſein Nachfolger Ibſens ſtille Pfade.
Wie Zola, kann er ſich in dem leidenſchaftlichen
Un=
geſtüm ſeines Draufgängerweſens als Redakteur nicht
halten. Und, während er nun durch die Fremde ſtreift,
in erkenntnisreichen Wanderungen durch Italien und
Rom Frankreich und Deutſchland den Blick für alles
Merſchliche erweitert, auf Jahrzehnte in die Heimat
Wahl zu den Gemeindevertreterwahlen auf dem Lande
einzuführen.
Ausland.
Die Ergebniſſe der am Sonntag vollzogenen
Wahlen in Frankreich ſind nunmehr bis auf wenige
Kreiſe bekannt. Die Zahl der Mandate beträgt diesmal
597 gegen 591 der vorigen Kammer; nur 357 Wahlen
haben ein endgültiges Reſultat ergeben und es haben
wenigſtens 230 Stichwahlen ſtattzufinden. Die Zahl der
Stichwahlen war nie ſo groß wie diesmal; von 164 im
Jahre 1893, 181 im Jahre 1898, 177 im Jahre 1902 und
153 im Jahre 1906 iſt ſie diesmal auf 230 hinaufgegangen.
Delcaſſé wurde für gewählt erklärt, da er eine abſolute
Mehrheit von 167 Stimmen erhalten hat. Die
Partei=
gegner proteſtieren gegen die Wahl, weil an verſchiedenen
Orten des Wahlkreiſes Stimmzettel entwendet und
ver=
brannt worden ſind.
— Im engliſchen Unterhauſe fragte Dillon an, ob der
britiſche und der ruſſiſche Vertreter in Teheran ihren
Einfluß zum Zwecke des Ausſchluſſes gewiſſer
Perſönlich=
keiten vom perſiſchen Miniſterium geltend gemacht oder ob
ſie irgendwie auf die Zuſammenſetzung der perſiſchen
Re=
gierung eingewirkt hätten, eventuell, warum dies geſchehen
ſei. Unterſtaatsſekretär Me Kinnon=Wood erklärte, die
Vorſtellungen des britiſchen und des ruſſiſchen Geſandten
hätten lediglich den Zweck verfolgt, die Intereſſen der von
ihnen vertretenen Länder zu wahren. Auf die erneute
Frage Dillons, ob die Geſandten Vorſtellungen erhoben
hätten, um der Aufnahme gewiſſer Perſönlichkeiten in das
perſiſche Miniſterium entgegenzutreten, erwiderte Me
Kin=
non=Wood: „Ich möchte meiner Antwort nichts
hinzu=
fügen.”
Balfour hielt auf der Jahresverſammlung der
Prime Roſe=Liga in der Albert Hall eine Rede, in
der er erklärte, daß das Land von einer Revolution
be=
droht ſei, die den Keim zu zahlloſen weiteren Revolutionen
in ſich trage. Wenn aber die Prime Roſe=Liga ihre Pflicht
täte, ſo würde die drohende Revolution wie frühere
Ver=
ſuche, die Verfaſſung zu ſtürzen, mißlingen.
Der Korreſpondent des „Daily Telegraph” meldet
aus Petersburg, daß alles zur militäriſchen
Be=
ſetzung Finnlands bereit iſt und ſie erfolgen wird, wenn
ſich die Finnen durch das Paſſieren der ruſſiſch=finniſchen
Vorlage auch nur zu iſolierten Akten von Gewalttätigkeit
hinreißen laſſen ſollten. Der Zar beſteht darauf, daß die
Duma die Vorlage noch in dieſer Seſſion verabſchiede.
— Der Militärrat in Griechenland hat nunmehr dem
Kriegsminiſter ſeinen Bericht über den
Reinigungs=
akt der Armee übermittelt. Wie beſtimmt verlautet,
erachtet der Militärrat im ganzen 75 höhere und niedere
Offiziere für den Weiterdienſt unwürdig. Der
Kriegs=
miniſter muß innerhalb 8 Tagen die Entſcheidung
ver=
öffentlichen, wobei die Namen der betreffenden Offiziere
ge=
nannt werden müſſen.
— Der marokkaniſche Geſandte in Madrid teilte dem
Miniſter des Aeußern mit, er ſtimme den Grundzügen der
ſpaniſch=marokkaniſchen Konvention zu, deren Text ihm
kürzlich mitgeteilt worden ſei. Er beabſichtige, ſich ſogleich
zurückgekehrt — ſein Herz iſt immer dort — und nach
neuen Reiſen, die ihn nach Paris und München
füh=
ren, ſich in Chriſtiania feſthalten läßt, gibt er ein Werk
nach dem anderen: Gedichte, Novellen, Romane (
Tho=
mas Rendalen), Dramen, und in vielen Schriften und
Reden tritt er mit aller Macht ſeiner rechtſchaffenen
und wahrheitsſuchenden, originellen Perſönlichkeit,
ſeiner Luſt am Kampfe und glühenden Energie für
ſein Volk ein und das norwegiſche Land; der engeren
Vereinigung mit Schweden wirft er ſich mit einer
Wucht entgegen, daß die Wünſche der Regierungspartei
daran wirkungslos abprallen; man hat ihn den
unge=
krönten König Norwegens genannt.
Auch Björnſon, der Dichter, ſucht ſeiner Wurzeln
Kraft in Norwegen. Aus ſeiner Hiſtorie nahm er
„Mellem Slagene‟, „Hulda” wo ein Glück der Liebe
und Leidenſchaft mit Gewalt und Mord nicht erkämpft
werden kann, und die Sigurd=Trilogie, die in ihrer
Anlage an den Wallenſtein gemahnt. Dies Werk gilt
als ſein ſchwächſtes, aber es ſpricht vielleicht am beſten
und reinſten die Art des jungen Björnſon aus, der
hier die wilde und gewaltige Welt der Wickinger
be=
ſchwört, die in ſchwellender Kraft und ſchäumendem
Mut das Drachenſchiff über das grimmige Meer
raub=
luſtig und totverachtend in die reichen Länder des
Sü=
dens lenken. Sigurd iſt ein Königsſohn, der nichts
hat als ſein ſchneidiges Schwert. Er heiſcht ſein Erbe,
das ihm der Bruder weigert, und will es ſich
er=
kämpfen, er ringt um Macht und Ruhm in der Ferne,
um ſeines Namens und Anſpruchs würdig zu ſein.
Das Glück iſt ihm nicht hold. Er kehrt wieder, verhöhnt
und verraten, nun zu allem fähig. Der Bruder fällt
durch Sigurds Hand, über das Land ziehen
ver=
heerend ſeine Scharen, Gewalttat wütet und zwingt
doch das Schickſal nicht. Der treueſte
Vaterlands=
freund wird zu ſeinem verderblichſten Feind, und der
für ſein Volk leben wollte, kann nichts tun, als dafür
ſterben. Das iſt Sigurds Ende.
Von den Heldendramen mit der Fülle des
Ge=
ſchehens, welche das Seelenleben überwuchern, hat ſich
Björnſon zurück zu den Geſtalten ſeiner Kindheit
ge=
führt, in die einfachen Verhältniſſe ſeiner Bauern.
Hier hatte er zuerſt Menſchen geſchaut und geſchildert,
in vielen kleinen Novellen und Skizzen, dann in
Syu=
növe, Solbakken, welches ſeine Landsleute für ſein
vollendetſtes Werk erzählender Art erklären, und in
den beiden Geſchichten „Arne” und „Ein fröhlicher
Burſch” Wie er da einmal die Macht der Muſik preiſt,
die mit vollen und weichen Tönen die Herzen rührt
in dem zaubergewaltigen Geiger Niels hat er Ole
Bull verewigt, wie einſt Heine Paganini in ſeinen
Florentiner Nächten —, ſo klagen und grübeln hier
die einfachen, einfältigen Worte von Luſt und Leid
der guten, feinen Seelen, in die das Leben mit ſeinen
harten Händen greift. Und welch ein Lyriker er war,
kann, wer den trauernden Zorn des Liedes „Daniel
Schjotz” und die Ballade von Niels Finne, dem
Kna=
ben, den die Waſſer zu ſich ziehen, nicht kennt, aus dem
erſten Kapitel ſeines Arne leſen, wenn die Bäume des
Berges miteinander ſprechen, der ſanfte Wacholder,
die ſtolze Eiche, die zähe Birke.
nach Fez zu begeben, um dem Sultan die Konvention zu
unterbreiten und etwaige Bedenken, die Muley Hafid noch
haben könnte, zu zerſtreuen.
— Die braſilianiſche Kammer nahm den bereits
votier=
ten Vertrag vom 30. Oktober 1909 an, nach welchem
Bra=
ſilien Uruguay einen Teil der Inſeln und der Waſſerfläche
des Sees Mirin und des Fluſſes Jaguarao überläßt und
den uruguayaniſchen Kriegs= und Handelsſchiffen die
Schiffahrt auf dem Fluſſe Sao Goncalo und dem Sce Dos
Patos öffnet.
* Zu Ehren der deutſchen Abteilung der
Brüſſeler Weltausſtellung fand am
Dienstag=
abend im Feſtſaale des Deutſchen Hauſes der
Weltaus=
ſtellung ein Feſtbankett ſtatt. Neben den ſchon
ge=
nannten offiziellen deutſchen Perſönlichkeiten waren
an=
weſend: der Präſident des Miniſterrates Schollaert, der=
Miniſter des Auswärtigen Davignon, der Kolonialminiſter
Renkin, der Miniſter für Induſtrie und Arbeit Hubert, der
Miniſter für Eiſenbahnen, Poſt und Telegraphen
Melle=
putte, ſämtliche Kommiſſare der an der Ausſtellung
betei=
ligten Länder, viele politiſche Perſönlichkeiten Belgiens,
Bürgermeiſter Max und das Ausſtellungskomitee. Die
Reihe der Trinkſprüche eröffnete der deutſche
Ge=
ſandte mit einem Hoch auf König Albert. Miniſter
Hubert antwortete mit einem Hoch auf den Kaiſer und
ſprach zugleich ſeinen Dank für die ſtarke deutſche
Betei=
ligung aus. Reichskommiſſar Geheimer
Oberregierungs=
rat Albert erklärte in ſeinem Toaſt auf die Leiter der
Weltausſtellung, Deutſchland habe die Einladung zur
Be=
teiligung an der Weltausſtellung mit Freuden
angenom=
men, nicht aus kommerziellen Gründen, ſondern um dem
belgiſchen Volk den Beweis ſeiner Sympathie zu geben.
Wenn die Abteilung von den anderen Sektionen losgelöſt
wurde, ſo ſei dies geſchehen, um die deutſche Art und
Eigenart zu bewahren. Miniſter Hubert erklärte ſodann
in ſeinem Trinkſpruche, die deutſche Abteilung ſei ein
Zeichen der Kraft, der Macht und Größe. Alles ſei ein
An=
blick des wahren Fortſchritts und mache den Eindruck der
Jugend. Der Vorſitzende des Ausſtellungskomitees, Baron
Janſen, toaſtete auf das deutſche Volk, dem er in
begei=
ſterten Worten ſeine größten Verdienſte nachrühmte.
Miniſterialdirektor Juſt brachte einen Trinkſpruch auf die
Hauptſtadt Brüſſel aus. Bürgermeiſter Max von
Brüſſel toaſtete auf das deutſche Volk. Der Präſident
der ſtändigen Ausſtellungskommiſſion für die deutſche
In=
duſtrie, Geheimer Kommerzienrat Goldberger, wies
auf die werktätige ſachverſtändige Mitarbeit der deutſchen
Auslandsvertretungen auf kommerziellem und
gewerb=
lichem Gebiete hin und feierte das glückliche
Zuſammen=
arbeiten der Regierung und der Induſtrie bei der
Aus=
ſtellung.
* Berlin, 27. April. Die von den Sozialdemokraten
anläßlich der Maifeier für nächſten Sonntag geplanten
Straßenaufzüge ſind in Treptow, Oberſchönweide
und Zehlendorf von den Amtsvorſtehern polizeilich
ver=
boten worden, da durch ſie der öffentliche Verkehr
ge=
fährdet wird. In Mariendorf wurde die Erlaubnis zum
Um=
zug nur für die Hauptſtraße verboten. In einer großen
Anzahl ſchleſiſcher Städte ſind Maiverſammlungen unter
freiem Himmel und Umzüge geſtattet worden, ſo in
Bunz=
lau, Hainau, Görlitz und Hirſchberg. In Breskau und
Liegnitz wurden die Umzüge nicht genehmigt. In Hagen
in Weſtfalen wurde ein Maiumzug aus Verkehrsrückſichten
nicht genehmigt.
* Wien, 27. April. Der Prager Stadtrat
be=
ſchloß geſtern, den Grafen Zeppelin einzuladen, auf
ſeiner Fahrt von Wien nach Dresden mit dem „Z. III"
Im Drama bezeichnet „Maria Stuart” den
Ueber=
gang, ein Stück, überfließend von dramatiſchem Leben,
aber lärmend theatraliſch wie ein Melodrama, ſagt
Brandes. Anch die „Neuvermählten” in denen dars
geſtellt wird, wie ein Mann ſich allmählich das Herz.
ſeines angeheirateten Weibes gewinnt, ſind noch ein
zager Verſuch, menſchliche Pſychologie zu treiben, aber
von grundſätzlicherer Bedeutung, als das erſte
Schau=
ſpiel, das Björnſon dem bürgerlichen Leben entnimmt.
Alle die Dramen, die nun folgen, ſind aus der
glei=
chen Auffaſſung der dichteriſchen Berufung geboren.
Wie Leſſing vor dem „Nathan” ſagte, er wolle nun
wieder ſeine alte Kanzel, die Schaubühne, betreten,
ſo wird bei Björnſon die Szene zum Tribunal oder
beſſer zur Rednertribüne, von der er die Probleme der
Zeit deutet, die Schäden der Geſellſchaft verurteilt und
das Bild einer fernen ſchönen Zukunft heraufbeſchwört.
Im „Falliſſement” herrſcht der Dämon Geld, als
Zer=
ſtörer friedlich=glücklicher Verhältniſſe und Bringer
bitterer Schmerzen; „Redactoren” iſt Journaliſten= und
Politikerſtück; der „König” erweckte mit dem
hinrei=
ßenden Björnſonſchen Pathos, das die Lüge in den
Staatsinſtitutionen verdammte, Widerſpruch in allen
Lagern. „Leonarda” predigt, daß ein Menſch nach
ſei=
nem auf das Gute gerichteten Willen, nicht nach
ſei=
nem Glauben beurteilt werden ſoll, und zum erſten
Male ſtellt Björnſon die Forderung auf, daß für Weib
und Mann das gleiche Moralgeſetz gelten ſolle; in
„Ein Handſchuh” kehrt dies Motiv gebieteriſcher und
ſtärker noch wieder. Was Björnſons „Ueber unſere
Kraft” (1. und 2. Teil) für die deutſche Bühne der
letz=
ten Jahre bedeutete, braucht nicht geſagt zu werden.
Es war die Zeit der Reaktion, der Ueberwindung des
Naturalismus. Die ſchwärmenden Seelen, die nach
freien, großen Ausblicken lugten und Höhenkunſt
er=
ſchnten, jauchzten ihm zu. Ueber alle Bühnen
brei=
tete ſich der Triumph, als gelte es, den Entdecker neuer
Werte und Welten zu feiern.
Gerade dies war Björnſon nie. Kein Dichter
konnte treuer in ſeiner Zeit ſtehen, mutiger und
be=
wußter, in feſtgerammten Grenzen gegenwärtiger
Zu=
ſtände für ſeine Ziele zu ſchaffen. Seine Dramen
mußten aus Problemen der Zeit= und
Geſellſchafts=
zuſtände erwachſen und ſollten nicht nur Poeterei ſein.
Er kannte höhere Zwecke als künſtleriſche. Die Kunſt
aber duldete keine Götter neben ſich. Es iſt kein
Zu=
fall, daß Björnſon in ſeinen beiden letzten Dramen
(„Laboremus” und „Auf Storhove”) ſich Ibſen
er=
geben mußte. Björnſon hatte den Drang, ſich
mitzu=
teilen, ſeine Ideen den Leuten zu predigen, ſie zu
über=
reden; darum ſprach er zu ihnen in der ihnen
wohl=
gefälligen Form, und von fremder Geſchicklichkeit
lieſ=
er ſich die wirkſame Technik der Geſellſchaftsſtücke
leihen. Sein letztes, vielumſtrittenes Luſtſpiel, das in
ſeinem Todesjahr geſchrieben wurde, iſt bekanntlich
„Wenn der junge Wein blüht”
Ibſen war der Dichter des dritten Reiches,
Björn=
ſon gehörte dem Zeitgeiſt. Das ſchuf das Volk zu
Freunden dieſes Dichters, der ein großer Künſtler war,
und der erſte in ſeiner Art, wenn auch ſeine Art nicht
die erſte iſt in der Kunſt.
Nummer 98.
in Pragzu landen. Die Debatte über dieſen
Gegen=
ſtand gab zu längeren Auseinanderſetzungen Anlaß, ob die
ſlawiſche Stadt Prag den deutſchen Luftſchiffer empfangen
könne. Es wurde hervorgehoben, daß das ſlawiſche Prag
bereits Franzoſen, Türken und Polen empfangen habe und
daß kein Grund vorliegen könne, die berühmte ſlawiſche
Gaſtfreundſchaft dem Grafen Zeppelin zu verweigern. Das
Einladungsſchreiben an den Grafen Zeppelin wird in
tſchechiſcher Sprache abgefaßt ſein, ebenſo wird Graf
Zep=
pelin, wenn er der Einladung Folge leiſtet, bei ſeiner
Lan=
dung vom Bürgermeiſter in tſchechiſcher Sprache begrüßt
werden. Der Stadtrat hat weiter beſchloſſen, alle
Maß=
nahmen zu treffen, um etwaige deutſchnationale
Demon=
ſtrationen bei der Landung Zeppelins zu verhindern.
* Biarritz, 27. April. Der letzte Abend des
Kö=
nigs Eduard in Biarritz wurde von der franzöſiſchen
Behörde durch die Veranſtaltung einer italieniſchen Nacht
gefeiert. Ein großer militäriſcher Fackelzug wurde
ver=
anſtaltet, an dem ſich Tauſende von Perſonen beteiligten.
Der Fackelzug defilierte vor dem König vorbei. Abends
10 Uhr 50 Min. reiſte der König mit dem nach Paris
abgehenden Zuge ab. Der König wird, ohne Aufenthalt
in Paris zu nehmen, heute abend 6 Uhr in London
ein=
treffen.
* Paris, 27. April. Wie aus Marſeille berichtet
wird, hat das Syndikat der eingeſchriebenen
Sce=
leute dem Präfekten ein Schriftſtück überreicht, in dem
die Forderungen der eingeſchriebenen Seeleute für eine
Wiederaufnahme der Arbeit bekanntgegeben werden.
Da=
nach ſoll die Frage der Beſchäftigung von Schwarzen auf
ſolchen Schiffen, die nicht nach Oſtaſien verkehren, ein für
allemal von Rechts wegen geregelt werden, ferner ſoll das
Streikrecht der eingeſchriebenen Seeleute beſtehen bleiben
und denſelben die Wiedereinſtellung an Bord der von
ihnen verlaſſenen Schiffe zugeſichert werden. Der „Eclair”
behauptet, man unterhandle gegenwärtig mit dem
Syn=
dikat der Seeleute, um es zur Zurückziehung der
ſozialiſti=
iſchen Kammerkandidatur zu bewegen und dadurch die
Wie=
derwahl des in die Stichwahl gelangten
Kammerpräſiden=
ten Briſſon zu ermöglichen. Die Seeleute hätten zur
Be=
dingung gemacht, daß die Regierung die von dem
Unter=
ſtaatsſekretär Cheron während des Streiks beobachtete
Haltung offen mißbillige.
* Athen, 27. April. Geſtern nachmittag trafen in
Korfu auf einem öſterreichiſchen Lloydſchiff der
Kron=
prinz und die Kronprinzeſſin, ſowie Prinz
Georg von Griechenland mit Familie ein. Zum
Empfang an der Landungsſtelle hatte ſich die geſamte
königliche Familie mit dem Hofſtaat eingefunden. Die
Be=
geiſterung der Volksmenge, die den Hafen dicht umdrängte,
war ſehr groß. Die Polizei war machtlos gegen den
An=
drang des Publikums. Mit Mühe wurden
Zuſammen=
ſtöße verhindert. Auf einen Wink des Königs zog ſich die
Polizei zurück. Die Menge begleitete die Herrſchaften bis
zum Schloß. Der Kronprinz erſchien ſodann mit dem
König auf dem Balkon und dankte mit wenigen Worten
für den abermaligen rührenden Beweis von Zuneigung
und Treue und ſchloß mit einem Hoch auf Griechenland.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 28. April.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin empfingen am Dienstag nachmittag 2½ Uhr
im Neuen Palais den Präſidenten des Oberkonſiſtoriums
D. Nebel. (Darmſt. Ztg.)
— Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Mittwoch den Oberſt v. Müller,
Kommandeur des Infanterie=Regiments Kaiſer Wilhelm
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, den Oberſtleutnant Heuer und
den Major v. Sodenſtern, Bataillonskommandeure in
demſelben Regiment, den Leutnant Müller=Hempfing von
demſelben Regiment, den Oberſtaatsanwalt v. Heſſert,
den Archivdirektor Dr. Frhrn. Schenk zu Schweinsberg,
den Oberleutnant Frhrn. Schäffer v. Bernſtein vom
5. Rhein. Infanterie=Regiment Nr. 65, den Redakteur
Holzbock von Berlin, den Profeſſor Männchen von
Alzey; zum Vortrag den Staatsminiſter Ewald, den
Oberjägermeiſter Frhrn. van der Hoop, den Vorſtand
des Kabinetts Geheimerat Römheld.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. April 1910.
Seite 3.
— Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Geheimen Oberregierungsrat
und vortragenden Rat im Reichsamt des Innern
Dr. Gallenkamp in Berlin das Komturkreuz 2. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
— Beſtätigt wurde der von dem Herrn Grafen
v. Schlitz genannt v. Görtz auf die erledigte Lehrerſtelle
an der Gemeindeſchule zu Hemmen, Kreis
Lauter=
bach, präſentierte Schulamtsaſpirant Karl Fiſcher aus
Bernshauſen, in demſelben Kreiſe, für dieſe Stelle.
— Uebertragen wurde dem Lehrer Wilhelm
Kranz zu Appenheim, Kreis Bingen, eine Lehrerſtelle
an der Gemeindeſchule zu Heuſenſtamm, Kreis Offenbach.
In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lehrer
an der Gemeindeſchule zu Muſchenheim, Kreis Gießen,
Anton Rabenau auf ſein Nachſuchen mit Wirkung
vom 1. Mai 1910 an; die Lehrerin an der katholiſchen
Schule zu Bensheim Klara Fertig auf ihr Nachſuchen
mit Wirkung vom 1. Mai 1910 an bis zur
Wieder=
herſtellung ihrer Geſundheit.
* Reichstagserſatzwahl. Wie die „Darmſt. Ztg.”
er=
fährt, iſt der Tag der Erſatzwahl im 2. heſſiſchen
Reichs=
tagswahlkreiſe Friedberg=Büdingen auf Dienstag, den
14. Juni 1910, feſtgeſetzt worden. Die Wählerliſten
werden vom 17. bis einſchließlich 24. Mai offengelegt
werden.
* Im 9. rheinheſſiſchen Landtagswahlkreis Nieder=
Olm=Ober=Ingelheim hat am Dienstag durch die
Wahl=
männer die Neuwahl eines Abgeordneten
ſtatt=
gefunden, und es iſt, wie ſchon früher als ſicher gemeldet
werden konnte, der freiſinnige Kandidat Dr. med. Fritz
Wolff an Stelle des bisherigen Vertreters der
Zentrums=
partei Bürgermeiſters Dr. Frenay=Bensheim, zum
Landtagsabgeordneten gewählt worden. Die Wahl des
Letzteren war bekanntlich vom Kammer=Plenum für
un=
gültig erklärt worden. Bei der am 9. April auf Grund
der revidierten Wahlliſten in Mombach ſtattgehabten
Neu=
wahl der Wahlmänner ſiegte die Liſte der Freiſinnigen
und Sozialdemokraten, für die auch die Nationalliberalen
eintraten, mit 427 Stimmen gegen die Zentrumsliſte, die
nur 324 Stimmen erhielt. Durch den Hinzutritt der 12
freiſinnigen Wahlmänner wuchs die Zahl der Stimmen
für den freiſinnigen Kandidaten Dr. Wolff auf 33, von
denen 29 abſtimmten, während die Zahl der Stimmen für
Dr. Frenay ſich auf 22 reduzierte.
Mit Herrn Bürgermeiſter Dr. Frenay ſcheidet ein
Mann aus dem parlamentariſchen Leben Heſſens, dem das
Zeugnis eines ſehr eifrigen, kenntnisreichen und
gewiſſen=
haften Volksvertreters ausgeſtellt werden muß. Er ſteht
im 53. Lebensjahre und lebte als geborener Mainzer in
ſei=
ner Vaterſtadt; am 14. Oktober 1896 wurde er von der
Zen=
trumspartei zum Vertreter des Wahlkreiſes NiederOlm=
Ober=Ingelheim gewählt, die auch ſeine Wiederwahl Lis
jetzt durchſetzte. Am 1. Januar 1903 ſiedelte
Dr. Frenay als Bürgermeiſter nach der raſch
aufblühenden Stadt Bensheim über und die
Ent=
fernung aus der Nähe ſeines Wahlkreiſes,, wie die
nicht leichten Pflichten ſeines neuen Amtes mögen mit
dazu beigetragen haben, daß die Fühlung mit ſeinem
Wahlkreis allmählich etwas gelockert wurde. In der
Zweiten Kammer ſaß Dr. Frenay ſeit ſeiner erſten
Wahl im vierten Ausſchuß, ſowie in den früheren
Son=
dersausſchüſſen für die Schaffung einer
Landwirtſchafts=
kammer, desGemeindeſteuergeſetzes, derVerwaltungsreform
uſw., in denen er namentlich ſein hervorragendes Wiſſen
und Intereſſe auf ſozialpolitiſchem Gebiete zu
be=
tätigen in der Lage war. Er gehörte nicht zu den
parla=
mentariſchen Heißſpornen oder einſeitigen
Parteivertre=
tern, und deshalb werden ihn nicht nur ſeine näheren
Parteifreunde, ſondern auch die lange Jahre gemeinſam
mit ihm tätig geweſenen Abgeordneten der anderen
Par=
teien nur ungern aus der Kammer ſcheiden ſehen.
L. Die Strafkammer führte geſtern, nachdem eine
vergleichsweiſe Erledigung ſich als unmöglich erwieſen,
nachſtehende Sache zu Ende: Dem ſeit 1895 an der
Spitze der Verwaltung des Gerolſteiner
Schloß=
brunnens — nicht zu verwechſeln mit dem rühmlich
bekannten Gerolſteiner Sprudel — ſtehenden
Direk=
tor Ziegler ging aus Antwerven ein Brief ſeines
dor=
tigen Vertreters zu, inhaltlich deſſen der Reiſende der
Offenbacher Kaiſer Friedrichquelle, von Rudorf, der
vorher ¾ Jahre lang in gleicher Eigenſchaft der
Ver=
waltung angehört hatte, ſich ſehr nachteilig über
dieſe=
ausgeſprochen und behauptet habe, das Unternehmen
ſei kaput, eine Bonner Kaſſe habe viel Geld daran
ver=
loren; auch das Waſſer ſei kein natürliches
Mineral=
waſſer. Hierüber ärgerlich, teilte er der Direktion des
Reiſenden unter Hinweis auf andere ihm hekannt
ge=
wordene „traurige Machenſchaften” des Reiſenden, den
er ja kenne, das Geſchehene mit der Anfrage mit, ob
es nicht möglich ſei, den von Rudorf zu der
Er=
klärung zu veranlaſſen, daß ſeine Behauptungen
un=
wahr ſeien und er künftig ſolche unterlaſſen wolle.
Sei dies nicht möglich, dann müßten gegen dieſes
trau=
rige Verfahren andere Schritte geſchehen. Der
Rei=
ſende gab die gewünſchte Erklärung nicht ab, ſchrieb
dem Direktor vielmehr, daß ſein Vorgehen unfair
ge=
weſen ſei und verklagte ihn wegen Beleidigung. Das
Schöffengericht Offenbach verurteilte den Direktor zu
60 Mk. Geldſtrafe. Gegen dieſes Erkenntnis verfolgte
er Berufung an die Strafkammer. Er gab zu, daß
vor=
übergehend bei der Verwaltung des Schloßbrunnens
Schwierigkeiten vorhanden geweſen ſeien, dieſe ſeien
aber beſeitigt und der Betrieb fortgeſetzt in Zunahme
begriffen. Er habe lediglich berechtigte Intereſſen
wahrgenommen gegenüber den unwahren
Ausſtreu=
ungen, deshalb ſtehe ihm der § 193 des Str.=G.=B. zur
Seite; auch den § 199 könne er anrufen, weil der
Klä=
ger ihn mit dem Worte unfair ebenfalls beleidigt habe.
Der Kläger verſicherte, daß er nie gehäſſig dem
Unter=
nehmen gegenüber, deſſen dermalige Sanierung er
zu=
gebe, geweſen ſei und beantragte Verwerfung der
Be=
rufung. Das Gericht erkannte dahin, daß aus der
Form und dem Inhalt des von dem Direktor
geſchrie=
benen Briefes deſſen Abſicht, zu beleidigen,
hervor=
gehe, daher ſei der § 193 des Str.=G.=B. nicht
anwend=
bar; dasſelbe gelte von dem § 199, weil es dem
Be=
leidigten nicht zu verdenken war, wenn er zur
Aut=
wort einen etwas kräftigen Ausdruck wählte. Die
Be=
rufung war daher zu verwerfen.
— Von der Techniſchen Hochſchule. Auf
einſtimmi=
gen Antrag der Abteilung für Maſchinenbau wurde
durch Beſchluß von Rektor und Großem Senat der
Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt dem
Mitgliede des Direktoriums der Firma Friedr. Krupp
Aktiengeſellſchaft, Herrn Direktor M. Dreger zu Eſſen
a. d. Ruhr in Anerkennung ſeiner Verdienſte um das
deutſche Kriegsmaterial, in Sonderheit um die
Ver=
beſſerungen und Einführungen neuer Konſtruktionen
auf dem Gebiete des Artillerieweſens, die Würde eines
„Doktor=Ingenieurs ehrenhalber”
ver=
leihen.
* Abgeſtiegen iſt im Hotel „Zur Traube‟ Se. Exz.
der ruſſiſche Botſchafter am ſpaniſchen Hofe zu Madrid
Baron von Budberg.
— Akademiſche Arbeiter=Unterrichtskurſe,
veran=
ſtaltet von der ſozialwiſſenſchaftlichen Abteilung der
Freien Studentenſchaft Darmſtadt. Die
ſtuden=
tiſchen Arbeiter=Unterrichtskurſe wollen das
brin=
gen, was dem Arbeiter häufig am dringendſten
fehlt: Die Grundlage der Bildung. Darum
ſind ſie ganz volkstümlich einfach. Die in der Schule
erworbenen Kenntniſſe ſollen aufgefriſcht und erweitert
werden. Den praktiſchen Bedürfniſſen und der
Er=
ziehung des Geiſtes wird hierbei in gleicher Weiſe
ge=
dient. Die Ausbildung geſchieht in kleinen Gruppen,
Hauptwert wird auf das klare Verſtändnis aller
be=
handelten Gegenſtände gelegt. Auf der Grundlage
ſtrengſter Neutralität iſt der Beſuch der Kurſe jedam
Arbeiter möglich. Die Unterrichtskurſe erfreuen ſich
raſch wachſender Beliebtheit. Im Sommerſemeſter 1909
wurden in 25 Hochſchul= und Univerſitätsſtädten über
7000 Arbeiter unterrichtet. Der neue Kurſus beginnt
am 2. Mai. Anmeldungen können, wie bekannt
ge=
geben noch Samstag, den 30. April in der Heſſiſchen
Handelslehranſtalt, Rheinſtraße 1, 8—9 Uhr abends,
er=
folgen.
— Odenwaldklub. Die Ortsgruppe Groß=Bieberan
hat die hieſigen Mitglieder 'des Klubs zu ihrem am
30. I. M., abends 8½ Uhr, im Gaſthaus zum Odenwald
(L. Schönberger) ſtattfindenden 10. Stiftungsfeſt
einge=
laden.
Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, den 26. April.
„La Traviata.”
W-l. Die heutige Wiederaufführung von Verdis
Oper „La Traviata” fand vor überraſchend gut
beſetz=
tem Hauſe ſtatt. Wir ſchließen daraus, daß das
heu=
tige Publikum an den leichten italieniſchen
Opern=
melodien noch immer, oder wohl, richtiger geſagt,
wie=
der Gefallen findet. Denn die dankbaren
Geſangs=
partien, die an die Stimmen keine unerhörten
Zu=
mutungen ſtellen, vielmehr nur in Rückſicht auf ſie und
ihre vorteilhafteſte geſangliche Betätigung geſchrieben
ſind, ſind das Beſte an der Oper. Man geht deshalb
in der Annahme wohl nicht fehl, daß ſie auch von den
Sängern und Sängerinnen gerne geſungen werden.
Allerdings müſſen ſie gut geſungen werden. Da dies
bei der heutigen Aufführung der Fall war und die
Oper eine warme Aufnahme fand, ſo erſcheint ihre
Wiedereinſtellung in das Repertoire damit
gerecht=
fertigt, wenn ſie auch nicht nach jedermanns Geſchmack iſt.
Daß Frl. Suchanek, die die ſchwindſüchtige
Kame=
liendame aus der Pariſer Halbwelt ſehr ſchik und
pi=
kant verkörperte, die Titelpartie zu ihren
intereſſante=
ſten und beſtgelungenen zählen darf, iſt früher ſchon
hervorgehoben worden, und auch heute zeigte ſie ſich
in jeder Hinſicht wieder auf der Höhe ihrer
anſpruchs=
vollen Aufgabe, der ſie ſich mit ebenſo viel
künſtleri=
ſchem Takt und Geſchmack wie geſanglichem Gelingen
unterzog. Hr. Hacker, der die Partie des theatraliſchen
Romanhelden Alfred ſang, war ſtimmlich aufs beſte
dis=
poniert und, da ſie ihm auch beſonders günſtig liegt,
ſchnitt er mit ihr ſehr gut ab. Den ſentimentalen Vater
ſang wieder Herr Weber, und es iſt gewiß ein
Triumph ſeiner Geſangskunſt, daß er nach der trivialen
Schluß=Arie des 2. Aktes, die ihm allerdings niemand
ſo leicht nachmacht, dreimaligen Hervorruf erntete. Die
übrigen kleinen Partien waren durch die Damen Frl.
Zeiller und Frl. Birkholz und die Herren
Schwarze, Riechmann und de Leeuwe gut
beſetzt.
Kleines Fenilleton.
nge. Die erſte Vorſtellung im
König=
lichen Opernhauſe zu Berlin. Das
Ber=
liner Opernhaus ſchließt, um von Grund aus umgebaut
zu werden, am 30. April auf lange Zeit ſeine Pforten.
Am 30. April findet die letzte Vorſtellung ſtatt. Da iſt
ein Rückblick auf die erſte Vorſtellung innerhalb ſeiner
Mauern wohl nicht ohne Intereſſe. Am 1. Dezember
1742 wohnte König Friedrich der Große der erſten
Probe in dem noch unfertigen Hauſe bei, und mit der
rößten Spannung erwartete ganz Berlin den Tag, an
velchem endlich die erſte Oper aufgeführt werden ſollte.
Die Gerüſte ſtanden noch um das ganze Gebäude
her=
m, der vordere Teil mit dem Konzertſaal war noch
icht einmal im Rohbau vollendet. Alles machte den
indruck des Unvollendeten; der wüſte Platz ringsum
ar mit Baumaterialien aller Art bedeckt. In den
ogen ſtanden ſtatt der Stühle roh gezimmerte Bänke,
ine zeltartige Verhüllung aus Leinwand diente
vor=
ufig als Decke. Am 7. Dezember abends 7 Uhr wurde
as Opernhaus durch die Aufführung der Graunſchen
per „Cäſar und Kleopatra” eröffnet. Friedrich der
Hroße hatte beſtimmt, daß die ganze Generalität und
lle Kriegsbeamten ſich im Parterre einfinden ſollten,
n welchem nur vorn, dicht hinter dem Orcheſter, zwei
eihen Lehnſeſſel für den König und den Hof ſtanden.
die Logen in den beiden Rängen waren für die
Mi=
iſter und übrigen hohen Beamten beſtimmt, während
um dritten Range Einwohner der Stadt Zutritt
fan=
en. Die Parterrelogen hatte man den in Berlin
veilenden vornehmen Fremden eingeräumt, nachdem
hnen durch Hoffuriere Billetts zugeſtellt worden
varen, ein Brauch, der ſich auch unter ſpäteren
Regier=
ungen erhielt. In den äußerſten Logen des dritten
anges nächſt der Bühne waren die Trompeter und
auker der Garde du Corps und des Regiments
bensdarmes aufgeſtellt, die beim Eintritt des Königs
nd am Ende der Oper Tuſch blieſen. Auf dem
Pro=
zenium, rechts und links zu beiden Seiten der Bühne,
inden zwei Grenadiere der Potsdamer Garde mit
ewehr bei Fuß, die in jedem Zwiſchenakte abgelöſt
urden. Schon um 5 Uhr wurden die Türen geöffnet.
die Militärperſonen mußten im Paradeanzuge, die
Zivilbeamten und Damen in der Hoftracht erſcheinen;
gar bei den Beſuchern des dritten Ranges ſah man
uf eine ſorgfältige Toilette. Der König trat durch
e Parterretüre links neben dem Orcheſter ein, grüßte
ei dem Tuſch das Publikum und ſetzte ſich ſofort auf
einen Armſeſſel. Graf Gotter ſtand als Intendant
er Schauſpiele hinter ſeinem Stuhle und gab dem
artenden Kapellmeiſter das Zeichen zum Beginn der
uvertüre, ſobald der Monarch ſich geſetzt hatte. Die
königin und die Prinzeſſinnen befanden ſich in der
eſenden empfingen den
aun in einer weißen Allongenpert
antel am Flügel, einen gleichen Mantel trug auch
r Konzertmeiſter Benda. Um den Flügel ſtanden
nächſt zwei Theorbiſten, der Harfeniſt und zwei
bloncelli, die zuſammen nach damaliger Sitte die
zitation begleiteten. Dann folgten im Halbkreiſe
übrigen Inſtrumente. Die Dekorationen und
Ko=
me für die beiden erſten Opern koſteten nicht we=
niger als 210000 Taler — nach heutigem Geldwerte
etwa anderthalb Millionen Mark. Die Beleuchtung
verſchlang in den beiden erſten Jahren durchſchnittlich
jeden Spielabend 2771 Taler. Den Berlinern machte
die erſte Aufführung im Opernhauſe mit ihrer nie
vor=
her geſehenen Großartigkeit und Pracht einen ganz
ge=
waltigen Eindruck.
* Eine tapfere Mutter. Die Mutter des
bei der Ballonkataſtrophe von Reichenſachſen getöteten
Führers Karl Luft erläßt für die ihr zuteil
gewor=
denen Beweiſe der Teilnahme eine öffentliche
Dankſag=
ung, die lautet: „Die Gewißheit, daß das letzte
Lebens=
jahr meines lieben Sohnes ſein glücklichſtes und ihm
der Flug in die Lüfte der höchſte und reinſte Genuß
war, verleiht mir Kraft, das Furchtbare zu ertragen.
Sehnſüchtig ging er von Hauſe fort und beglückter
kehrte er ſtets zurück. Seiner Mutter hat er es immer
gedankt, daß ſie ſeiner Sehnſucht Verſtändnis
entgegen=
brachte und nicht durch kleinliche Sorgen ihm die
Freude verdarb. Nur das Bewußtſein, daß dieſer jähe
Tod ein vollbefriedigtes Leben geendet und es mir
vergönnt geweſen, es ihm lieb und in ſeinem Sinne
lebenswert zu machen, hält mich aufrecht. Frau Marie
Luft.”
* Immer Ordnung und Pünktlichkeit.
Ueber eine vorbildliche Leiſtung des heiligen
Bureau=
kratius wird dem „Freien Wort” berichtet: Herr T.
war im Jahre 1907 in einem preußiſchen Gefängnis
als Schreiber angeſtellt und bezog, wie alle
Gefäng=
nisbeamten, ſein Brot von der Anſtalt. Seit
Früh=
jahr 1908 verſieht er in einem induſtriellen
Etabliſſe=
ment die Stelle eines Betriebsſchreibers. Am 2.
De=
zember 1909, alſo nach faſt 1¾ Jahren, geht ihm von
der Direktion des Gefängniſſes folgendes Schreiben
zu: Zufolge einer Erinnerung der königlichen
Ober=
rechnungskammer zur Jahresrechnung 1907 ſind für
die Monate Oktober/Dezember für je 1. Kilogramm
Brot 1 Pfennig zu wenig berechnet worden und die
fehlenden Beträge einzuziehen. Sie haben in
genann=
ter Zeit 7 Brote à 3 Kilogramm erhalten und demnach
0,21 Mark nachzuzahlen. Ich erſuche, dieſen Betrag
der diesſeitigen Kaſſe baldgefälligſt zukommen zu
laſſen.”
* Eine Urenkelin des Fürſten
Bis=
marck. Der im Februar vorigen Jahres geſchloſſenen
Ehe des Privatdozenten der Theologie an der
Univer=
ſität Roſtock, Lizentiaten Dr. phil. Glawe, und der
Grä=
fin Herta Bismarck, iſt ein Mädchen entſproſſen. Frau
Herta Glawe iſt das älteſte Enkelkind des
Altreichs=
kanzlers, eine Tochter des Grafen Wilhelm Bismarck.
Nummer 98.
Seite 4
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. April 1910.
— Sommerurlaub. Man ſchreibt uns: Die
Ge=
währung eines alljährlichen Sommerurlaubes für die
kaufmänniſchen Angeſtellten macht in den Kreiſen der
Darmſtädter Prinzipalität von Jahr zu Jahr
Fort=
ſchritte. Dem Hamburger Kaufmänniſchen Verein von
1858, Bezirk Darmſtadt, ſind auf ſeine Bitte, den
An=
geſtellten einen angemeſſenen Urlaub zu geben,
zahl=
reiche Zuſtimmungen zugegangen, die dartun, daß auch
die Chefs eine zeitweilige Erholung als durchaus
berah=
tigt anerkennen. Der Inhaber einer angeſehenen
Darmſtädter Großhandlung ſchreibt u. a.: „Ich halte
es für die Pflicht eines jeden Geſchäftsinhabers, den
Angeſtellten, die das ganze Jahr ihre Schuldigkeit tun,
eine angemeſſene Ausſpannung zu gewähren.‟ Eine
weitere Anzahl Firmen hat mitgeteilt, daß ſie in dieſem
Jahre den Sommerurlaub nach Möglichkeit zur
Ein=
führung bringen werde.
* Das Darmſtädter Fahrplanbuch iſt ſoeben
er=
ſchienen und zum Preiſe von 20 Pfennigen in den
bekannten Verkaufsſtellen und der Expedition des
„Tagblatt” zu haben. Ein großer Vorzug des
Darm=
ſtädter Fahrplanbuches iſt bekanntlich, daß zum
Auf=
finden eines Anſchluſſes kein langes Blättern und Suchen
auf verſchiedenen Seiten notwendig iſt, vielmehr iſt auf
der Seite, die die Station enthält, nach der man fahren
will, auch der Anſchluß, ſowie die Ankunfts= und
Ab=
fahrtszeiten in und von Darmſtadt verzeichnet. Es
darf ſicher angenommen werden, daß das Fahrplanbuch
zu ſeinen vielen alten Freunden ſich wieder zahlreiche
neue erwirbt.
* Billige Sonderzüge nach Berlin. Am 12. Mai
dieſes Jahres geht ein, nach Bedarf ein zweiter
Son=
derzug nach Berlin. Fahrkarten zu ſehr ermäßigten
Preiſen haben zwei Monate Gültigkeit. Der
Fahr=
kartenverkauf beginnt am 2. Mai und wird auf den
Reichs= und pfälziſchen Eiſenbahnen am 10. Mai abends
7 Uhr geſchloſſen. Näheres iſt aus den auf jedem
Bahn=
hof angebrachten gelben Plakaten erſichtlich.
— Die Kataſtrophe des „Z. II” iſt von heute ab im
Erſten Darmſtädter Kinematographen (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße) außer dem übrigen Programm zu ſehen.
(Siehe Anzeige.)
D Eiſenbahnunfall. Amtlich. Am 27. April, um
8½ Uhr vormittags, kurz vor der Einfahrt des Eilzugs
Nr. 137 (Hanau-Eberbach) in den Bahnhof
Baben=
hauſen entgleiſte die vordere Tenderachſe der
Loko=
motive, anſcheinend infolge Tragfederbruchs. Perſonen
ſind nicht zu Schaden gekommen. Der Materialſchaden
iſt gering. Das Hauptgleis der Odenwaldbahn war 2½
Stunden geſperrt. Der Verkehr wurde während dieſer
Zeit durch Umſteigen an der Unfallſtelle aufrecht
er=
halten.
— Gaſtſpiele des Berliner Vandeville=Enſembles
im Orpheum. Das Enſemble, das in den vergangenen
Tagen vielen Beifall fand, ſetzt ſein erfolgreiches
Gaſt=
ſpiel fort mit dem neueſten Pariſer Schlager: „
Theo=
dor & Cie.”, Schwank in drei Akten von
Henne=
quin und Veber. Heute, Donnerstag, den
28., und morgen, Freitag, den 29. April,
fin=
den Wiederholungen dieſes glänzenden Stückes ſtatt,
das in Paris allein über 600 Aufführungen erlebte und
ſtändig das Repertoire des Berliner Trianon=Theaters
beherrſcht. Kommenden Samstag, den 30. April, wird
der Pariſer Schwank „Eine Hochzeitsnacht” von
Kéroul und Barré zum erſten Mal gegeben.
§ Feſtgenommen. Am Mittwoch iſt ein 27 Jahre
alter Hausburſche von hier wegen Unterſchlagung und
ein 15 Jahre altes Dienſtmädchen aus Heilbronn wegen
Diebſtahls feſtgenommen worden.
§ Herzſchlag. Der verheiratete Kutſcher Friedrich
Breuning erlitt in der Hofreite ſeines Dienſtherrn,
Heerdweg Nr. 8, während des Abwaſchens eines Wagens
einen Herzſchlag und war ſofort tot.
n. Eberſtadt, 27. April. Eine nicht ungefährliche
Begegnung ſpielte ſich geſtern gegen Abend auf dem
Wege zwiſchen hier und Darmſtadt im Walde zwiſchen
dem Gendarmen Reeg, und einem Landſtreicher ab.
Letzterer war von dem Beamten angehalten worden
zwecks Feſtſtellung ſeiner Legitimation. Er ging
flüch=
tig, zog, als ihm der Beamte einen Polizeihund
nachſchickte, einen Revolver und ſchoß das Tier
nieder. Leider entkam der Gauner trotz ſofortiger
Verfolgung.
K. Roßdorf, 27. April. Hier erhängte ſich ein
elfjähriger Knabe aus unbekannten Gründen. — Ein
Weißbinder, der über den Hof ging, fiel in eine
Pfuhl=
grube. Seine Frau, die ihm zu Hilfe kommen wollte,
fiel ihm nach. Beide wurden mit Lebensgefahr aus
ihrer gefährlichen Lage befreit,
-tz- Groß=Steinheim, 27. April. Die hieſige ge, Baugenoſſenſchaft hat nach
ihrem Geſchäftsbericht für 1909 bisher 21 Häuſer mit 42
Wohnungen für etwa 145000 Mark errichtet, welche von
zirka 170 dem Arbeiterſtande zuzuzählenden Perſonen
bewohnt ſind. In 1910 ſollen, um dem gegenwärtigen
Mangel an Wohnungen zu ſteuern, wieder einige
Häuſer erbaut werden, wobei bei Vergebung der
Ar=
beiten in erſter Linie einheimiſche Geſchäftsleute
be=
rückſichtigt werden. Mit Baugelände iſt die
Genoſſen=
ſchaft noch für mehrere Jahre verſorgt. Sie iſt in ihrer
ſegensreichen Tätigkeit durch die Gemeinde in
ein=
ſichtsvollſter Weiſe durch Bürgſchaftsübernahme für
Darlehen unterſtützt worden.
Mainz, 27. April. Der Kirchendiener Bicking
hat das Urteil der Strafkammer anerkannt und wurde
nach Butzbach ins Gefängnis gebracht. — In Haft kam
ein Buchhalter einer Großfirma am Zollhafen, der ſich
im Laufe der letzten Jahre Veruntreuungen in
Höhe von über 5000 Mark zuſchulden kommen ließ.
— Worms, 26. April. Die Pianiſtin Fräulein
Luiſe Henkel aus Darmſtadt, eine Schülerin des
Herrn Profeſſors Max von Pauer in Stuttgart, wirkte
am 22. d. M. in dem Konzert des Philharmoniſchen
Vereins (Weber=Abend) mit. Die „Wormſer Zeitung”
ſchreibt in Nr. 203 darüber: „Das Konzertſtück in
F-moll trug Fräulein Henkel aus Darmſtadt am Flügel
mit Orcheſterbegleitung vor. Die Pianiſtin bekundete
dabei beachtenswerte künſtleriſche Fähigkeiten. In den
kleinen Klavierkompoſitionen: Rondo brillant op. 62
und Polacca brillante op. 72, zeigte ſie ein ſchönes
tech=
niſches Können, das ihr freundlichen Beifall eintrug.”
Die „Wormſer Volkszeitung” ſchreibt in Nr. 94: „Das
Konzertſtück F-moll, op. 79, machte uns bekannt mit
Fräulein Luiſe Henkel aus Darmſtadt, welche ſich als
beſtgeübte, tüchtige Pianiſtin erwies und ſich mit der
Orcheſterbegleitung in vollen Einklang zu ſetzen wußte.”
B. Bingen, 26. April. Schwer verunglückt
iſt heute mittag hier ein Braunſteinfuhrwerk. Der dem
Fuhrmann Bopp von Weiler gehörende Wagen war
am hieſigen Brannſteinlager abgeladen worden, als er
eine Ladung Braunſtein von den Waldalgesheimer
Bergwerken gebracht hatte und ſollte ſich nun wenden,
um die Rückfahrt anzutreten. Beim Wenden rutſchte
der etwa 40 Zentner ſchwere Wagen mit den hinteren
Rädern über die Uſermauer. Infolgedeſſen ging
das Gleichgewicht verloren und der Wagen ſtürzte ſamt
den beiden Pferden in den Rhein, der an dieſer
Stelle etwa fünf Meter tief iſt. Die Pferde arbeiteten
ſich noch etwas voran auf die unweit liegende
ſoge=
nannte „Roſſel”, eine Steinbank, wurden aber von dem
ſtarken Strom, der dort herrſcht, weitergetrieben und
ertranken. Am Nachmittage wurden die Pferde an
der Landebrücke bei Bingerbrück tot eingebracht, der
Wagen wurde nicht gefunden. Menſchen ſind
glücklicher=
weiſe nicht zu Schaden gekommen. Der entſtandene
Schaden beziffert ſich auf etwa 2600 Mark. Angeblich
war nichts verſichert.
Gießen, 26. April. Der Kaiſer hat bei ſeiner
Anweſenheit in unſerer Stadt am 15. d. M.
nachſtehen=
des Telegramm an den Großherzog geſandt:
„Es iſt Mir eine große Freude, Dir mitteilen zu
können, daß Meine 116er heute vorzüglich abgeſchnitten
haben; das Regiment war in jeder Beziehung
ausge=
zeichnet! Ich bedauere ſehr, daß die Umſtände
verhin=
dert haben, Dich heute hier begrüßen zu können. Du
hätteſt ſicherlich auch Deine Freude gehabt! Herzlichen
Gruß! Der Empfang in Gießen wie immer ſehr
herz=
lich und begeiſtert. gez. Wilhelm.”
(*) Vom Vogelsberg, 26. April. Die große
Bedeu=
tung und der erhebliche Umſatz unſerer Molkereien
geht wieder aus den Jahresberichten der Molkereiln
zu Groß=Felda und Storndorf hervor. Groß=Felda hat
1,8 Millionen Liter, Storndorf 1,25 Millionen Liter
Milch verarbeitet. Lieferanten ſind 287 bezw. 141
Land=
virte.
Reich und Ausland.
Ans der Reichshauptſtadt, 26. April. Morgen
be=
geht der ehemalige preußiſche Kriegsminiſter General
von Verdy du Vernois ſein 60jähriges
Militär=
jubiläum. — Für den Beſuch Theodore
Rooſe=
velts in der Berliner Univerſität iſt der
12. Mai in Ausſicht genommen. Um ½12 Uhr wird der
Expräſident in der alten Aula ſeine Rede halten. Der
Jubiläumsrektor Geh. Rat Prof. Dr. Erich Schmidt
wird Theodore Rooſevelt mit einer Anſprache begrüßen.
Für den Beſuch Rooſevelts in der Berliner
Univerſi=
tät ſind bereits fünfmal ſoviel Geſuche um
Einlaß=
karten in der Hochſchule eingegangen, als bei den
be=
ſchränkten Raumverhältniſſen in der alten Aula
aus=
zugeben möglich iſt. — Wie amtlich mitgeteilt wird,
haben die polizeilichen Feſtſtellungen, die in den letzten
Tagen vorgenommen worden ſind, ergeben, daß
Auto=
mobile in den Straßen Berlins mit
Geſchwindig=
keiten bis zu 40 Kilometer in der Stunde fahren. Die
in der Bekanntmachung vom 31. März d. J. feſtgeſetzte
Geſchwindigkeitsgrenze von 25 Kilometer in der
Stunde, die den Bedürfniſſen des Automobilverkehrs
in ausreichendem Maße Rechnung trägt, wird ſonach
erheblich überſchritten. Um derartigen Ausſchreitungen
in Zukunft entgegenzutreten, wird eine Kontrolle
durch Beamte ausgeübt werden, die mit Stoppuhren
ausgerüſtet und mit der Vornahme von
Geſchwindig=
keitsmeſſungen beſonders vertraut ſind. — Die
Ex=
zeſſe der ſtreikenden Gerüſtarbeiter in
den Vororten Berlins dauern an. — Wegen des
räuberiſchen Ueberfalls auf den
Geldbrief=
träger Eulenburg wurde der Angeklagte Drechsler
zu 8 Jahren Zuchthaus, welche mit der bereits
erkann=
ten Zuchthausſtrafe von 4½ Jahren auf 11 Jahre
zuſammengezogen werden, und Kayſer wegen Beihilfe
zu 7 Jahren Zuchthaus verurteilt. Gegen beide
wurde auf 10 Jahre Ehrverluſt und Stellung unter
Polizeiaufſicht erkannt. — Ein bedauerlicher
Un=
glücksfall hat ſich, wie nachträglich gemeldet wird,
am Montag in der Nähe der Station Rathenow
ereignet. In dem auf dem dortigen Bahnhof kurz vor
4 Uhr nachmittags eintreffenden Perſonenzuge befand
ſich ein ruſſiſcher Kaufmann mit drei Mädchen im Alter
von 4 bis 9 Jahren, die er zu ihren in Chikago
wohnen=
den Eltern bringen wollte. In einem unbewachten
Augenblick öffnete das achtjährige Mädchen Stefanie
Majewska die Abteiltür und ſtürzte auf den
Bahn=
körper. Der Reiſebegleiter, ein Onkel des verunglückten
Kindes, war leider mit den Einrichtungen der deutſchen
Bahnen ſo wenig verträut, daß er nicht wußte, daß er
die Notbremſe ziehen müßte, um den Zug zum Halten
zu bringen. Erſt in Rathenow konnte der Kaufmann
mit Mühe die Beamten von dem Unglücksfall
verſtän=
digen. Es wurde ſofort eine Rangiermaſchine mit dem
Bahnarzt nach der Unfallſtelle abgeſandt und in der
Nähe der Ortſchaft Bamme wurde das Mädchen
blut=
überſtrömt und beſinnungslos auf dem Bahndamm
aufgefunden. Die Kleine wurde nach dem Rathenower
Krankenhauſe überführt, wo ſie in der Nacht
ver=
ſtarb.
Frankfurt, 27. April. Der Polizeibericht meldet:
Geſtern mittag ſtieß in der Mainzerlandſtraße, Ecke
Hohenzollernſtraße, ein Automobil mit einem
Straßenbahnwagen zuſammen. Die Inſaſſen
des Automobils erlitten leichte Verletzungen.
Karlsruhe, 26. April. Wie die „Karlsruher Ztg.”
meldet, wird das Rauchverbot, das zurzeit für die
auf die badiſchen Linien übergehenden
Speiſe=
wagen beſteht, mit dem 1. Mai d. J. für den Bereich
der badiſchen Staatseiſenbahnverwaltung aufgehoben.
Kopenhagen, 27. April. Von den Faröern wird
gemeldet, daß die Fiſcherſchaluppe „Nordſtern” während
der letzten Stürme untergegangen iſt. Ihre
ganze Beſatzung, aus 12 Mann beſtehend, unter denen
fünf Brüder waren, iſt ertrunken.
Neapel, 26. April. Der Sarg mit den Ueberreſten
des in Yemen ermordeten deutſchen
Forſchungsreiſen=
den Burckardt wurde heute aus dem Kreuzer „Elba‟
ausgeladen und an Bord des Dampfers „Königin
Luiſe” gebracht, der nach Bremen abgeht. Alle Schiffe
im Hafen haben Halbmaſt geflaggt. Der deutſche
Kon=
ſul und der Kommandant ſowie die Offiziere der „Elba‟
wohnten der feierlichen Ueberführung bei; von den
Matroſen wurden dem Toten die militäriſchen Ehren
erwieſen.
London, 26. April. Einem frechen Schwindler iſt
es geſtern gelungen, bei dem Hauptbureau der „
Lon=
don South Weſtern Bank” in der City eine Summe
von 775000 Pfund (15140000 Mark) auf Grund eines
gefälſchten Schecks zu beheben. Die Unterſchrift
lautete auf einen in der City wohlbekannten Herrn
und zudem trat der Schwindler mit einer ſolchen
Sicherheit und Ruhe auf, daß die Beamten nicht den
geringſten Verdacht ſchöpften.
London, 27. April. Aus Neu=Fundland brachte der
Fiſchdampfer „Bondhie” den Bericht über den
Untergang des Robbendampfers Aurora. 127
Per=
ſonen ſollen ertrunken ſein.
New=York, 26. April. Der Polarforſcher Peary
iſt zu einer Vortragsreiſe nach Europa abgereiſt.
New=York, 26. April. Unter großer Beteiligung
der Bevölkerung New=Yorks fand die feierliche Bei
ſetzung der Leiche Mark Twains ſtatt. Die
Presbyter=Kirche, in der der verſtorbene Dichter
aufge=
bahrt lag, war von einer erleſenen Trauergemeinde
bis zum letzten Platz gefüllt. Andrew Carnegie und
Vertreter des Autoren= und Lotos=Klubs von New=
York und des Pilgrim=Klubs von London waren
an=
weſend. Die Gedächtnisrede hielt Dr. Henry van Dyke.
Nach Beendigung der eigentlichen Trauerfeierlichkeit
defilierte eine nach Zehntauſenden zählende
Menſchen=
menge an dem aufgebahrten Leichnam vorbei. Die
Leiche wird nach dem Vorort Elvira gebracht, um dort
beſtattet zu werden.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Der Wiener Konzertverein, deſſen
be=
rühmtes, 65 Köpfe ſtarkes Sinfonieorcheſter wir
hier=
heute abend im Richard Wagner=Verein kennen zu
lernen Gelegenheit haben, wurde in Wien vor
jetzt=
gerade zehn Jahren zu dem Zwecke gegründet, den
breiteſten Schichten des Publikums, die bis dahin von
dem Genuſſe großer ſinfoniſcher Muſik ſo gut wie
aus=
geſchloſſen waren, erſtklaſſige Sinfoniekonzerte zu
er=
mäßißten Eintrittspreiſen zu vermitteln. Für ſein
Abonnementspublikum hat der Verein in den zehn
Jahren ſeines Beſtehns nicht weniger wie 187
Kon=
zerte, außerdem viele populäre Sonntags= und
Ar=
beiterkonzerte und daneben außerhalb Wiens noch 40.
Konzerte veranſtaltet. Der Verein iſt, wie ein großes
Blatt kürzlich ſchrieb, in ſeiner Wirkung und in ſeinen
Verdienſten etwas Muſtergültiges, das auch außerhalb=
Wiens, in den großen Städten Deutſchlands,
Nachahm=
ung verdiente.
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 27. April. Der Finanz
ausſchuß der Zweiten Kammer hatte heute
eine gemeinſame Sitzung mit der Regierung, von
wel=
cher die Herren Finanzminiſter Braun Exz. uhrd=
Miniſterialrat Süffert erſchienen waren. Es fand
zunächſt eine eingehende Beſprechung über die
Vor=
ſtellung inbetreff des Baues einer Nebenbahn=
Bensheim-Lindenfels ſtatt. Die
Regierung=
wird bereit ſein, den geſetzlichen Beſtimmungen für den
Bau von Nebenbahnen entſprechend, zu dem
projektier=
ten Bahnbau einen Staatszuſchuß von 30
Pro=
zent zu leiſten. Die Geſamtkoſten für die ca. 20 Kilo= lange Bahnſtrecke ſind auf ca. 3½ Millionen
Mark berechnet. Der Ausſchuß erklärte ſich mit dem
Standpunkt der Regierung einverſtanden und wird in
dieſem Sinne beantragen, die Vorſtellung für erledigt
zu erklären. — Eine Vorſtellung des Verbandes der
Bürgermeiſter wünſcht eine Abänderung des Art., 4
des Einkommenſteuergeſetzes, nach welchem diejenigen
Ausländer, welche im Großherzogtum Wohnung
neh=
men und keine mit einem Gewerbe verbundene
Be=
ſchäftigung ausüben, im erſten Jahre ihres
Aufenthal=
tes in Heſſen von der Zahlung einer Einkommenſteuer
befreit bleiben ſollen. Der Bürgermeiſterverband
iſt=
der Meinung, daß durch dieſe Beſtimmung eine
An=
zahl größerer und kleinerer Gemeinden zum Teil
er=
hebliche Verluſte erleiden, und beantragt die
Aufheb=
ung reſp. Abänderung des Art. 4. Die Regierung
er=
klärte ſich in der heutigen Sitzung zu einer Reviſion
des Artikels bereit und der Ausſchuß wird in dieſem
Sinne die Vorſtellung für erledigt zu erklären
bean=
tragen.
Das Kaiſerpaar in Lothringen.
* Straßburg, 26. April. Der Kaiſer
iſt=
punkt 2 Uhr nachmittags mit militäriſchem Gefolge in
Automobilen nach Schloß Urville abgefahren. Die
Kaiſerin und Prinzeſſin Viktoria Luiſe ſind um 3 Uhr
15 Min. im Sonderzuge nach Kurzel abgereiſt,
von=
wo ſie ſich nach Schloß Urville begeben werden. Zur
Verabſchiedung waren auf dem Bahnhof erſchienen:
Statthalter Graf Wedel und Frau, ſowie der
Gouver=
neur General Frhr. von und zu Egloffſtein.
* Urville, 26. April. Der Kaiſer iſt um 2 Uhr
im Automobil vom Kaiſerpalaſt in Straßburg
abge=
fahren über Zabern, Pfalzburg, Saarburg nach Vie;
dort ſtieg Se. Majeſtät an der kürzlich
wiederherge=
ſtellten biſchöflichen Münze aus. Bezirkspräſident Graf
Zeppelin=Aſchhauſen begrüßte Se. Majeſtät
mit einer Anſprache, in der er auf die Beſtrebungen des
Vereines für lothringiſche Geſchichte und Altertümer
einging und dem Kaiſer für das dieſen Beſtrebungen
entgegengebrachte Intereſſe dankte. In ſeiner
Er=
widerung betonte der Kaiſer den hohen Wert, den er
auf die Pflegegeſchichtlichen Sinnes lege und
gab ſeiner Freude Ausdruck, dieſes reizvolle Werk
ſpät=
gotiſcher Baukunſt kennen zu lernen. Darauf dankte
der Bürgermeiſter von Vie dem Kaiſer für die Ehre des
Allerhöchſten Beſuches. Ehrenjungfrauen in
lothringi=
ſcher Landestracht, die Mitglieder der ſtädtiſchen
Ver=
waltung, der Ortspfarrer und Vertreter des Vereines
für lothringiſche Geſchichte ſtanden am Eingange der=
Münze und wurden vom Kaiſer aufs freundlichſte
egrüßt. Hierauf wurde das Innere des Baues
ein=
gehend beſichtigt. Die Ehrenjungfrauen reichten Wein
und Makronen. Nach etwa einſtündigem Aufenthalt
vurde die Fahrt über Delme nach Urville fortgeſetzt,
wo der Kaiſer gleichzeitig mit der Kaiſerin eintraf.
Auf der Fahrt hatten den Kaiſer der Staatsſekretär
Frhr. Zorn von Bulach und der kommandierende
Heneral v. Fabek (letzterer bis Saarburg) begleitet.
In Urville nahm der Kaiſer die Meldungen des
kom=
mandierenden Generals des 16. Armeekorps v.
Pritt=
mit
ind Gaffron ſowie der Offiziere der zum
Wach=
dienſt befohlenen Kompagnie vom Königs=Infanterie=
Regiment Nr. 145 entgegen und begrüßte den
Krieger=
verein Kurzel.
Luftſchiffahrt.
Italiens Luftflotte.
C.K. Aus Rom wird berichtet: Mit tatkräftigem
Eifer hat das Geniekorps der italieniſchen Armee daran
gearbeitet, die Vorbedingungen zu einer italieniſchen
Luftflotte zu ſchaffen. Noch im Laufe dieſes Jahres
wird die italieniſche Armee über drei lenkbare
Luft=
ſchiffe von je 4200 Kubikmetern Größe verfügen, und
im Jahre 1911 ſoll zunächſt ein großer Luftkreuzer von
8000 Kubikmetern gebaut werden, dem andere
Neu=
bauten folgen werden. Die Regierung ermutigt auch
die franzöſiſche Geſellſchaft, die die Einrichtung eines
regelmäßigen Luftſchiffverkehrs in der Poebene
beab=
ſichtigt und bereits umfaſſende Studien vorgenommen
ſat. In den Schuppen der Genietruppen am Tiber
herrſcht fieberhaftes Leben. In den Werkſtätten ſind
gegenwärtig gegen 400 Arbeiter tätig. Insgeſamt
ver=
fügt Italien heute über zwei große eiſerne
Ballon=
hallen, von denen die eine in Campalto (Venedig) und
Nummer 98.
die zweite in Bosco Mantico (Verona) liegt; zwei
weitere hölzerne Ballonhallen ſind in Vigna di Valle
errichtet. Doch die Regſamkeit der italieniſchen
Armee=
behörden beſchränkt ſich nicht auf die lenkbaren
Luft=
ſchiffe; in der Stille wird bereits an der Herſtellung
einer ganzen Reihe von Flugmaſchinen gearbeitet. Eine
Wrightſche Maſchine mit einem neu konſtruierten
Motor iſt vom Geniekorps fertiggeſtellt, außerdem eine
Flugmaſchine italieniſchen Typs, die von Filiaſi
er=
ſonnen wurde. Auch ein Farmanſcher Zweidecker und
ein Eindecker italieniſchen Syſtems von Calderara=
Savoia ſind in Arbeit. Vorausſichtlich wird die
italie=
niſche Regierung in Chälons auch noch eine Farmanſche
Flugmaſchine erwerben, ſo daß in den nächſten Wochen
fünf Flugmaſchinen zur Ausbildung der Luftpiloten
zur Verfügung ſtehen werden. In Centocelle iſt für
dieſe Flugmaſchinen bereits ein großer Schuppen
er=
richtet.
* Weilburg, 27. April. Die
Abrüſtungs=
arbeiten am „Z. II‟ ſchreiten, wie das „Weilburger
Kreisblatt” meldet, derart fort, daß man hofft, bis
heute abend das Gerüſt des Ballons vollſtändig zerlegt
zu haben. Der Gartenpavillon und die Bäume am
Ab=
hange des Webersberges ſind bereits wieder freigelegt.
Die Verpackungs= und Verſendungsarbeiten dürften
bis Samstag beendet ſein. Das Photographieren
innerhalb der Poſtenkette iſt heute verboten worden.
Oberingenieur Dürr von der Luftſchiffbau=Geſellſchaft
Zeppelin, der geſtern hier eingetroffen war, iſt wieder
abgereiſt.
H.B. Friedrichshafen, 27. April. Direktor
Colsmann erklärte, daß offizielle
Mitteilun=
gen über das Unglück bei der Zeppelin=Geſellſchaft noch
nicht eingetroffen ſeien. Nach privaten Meldungen ſei die
Vorrichtung zur Befeſtigung des Haltetaues an der
Vorder=
ſpitze des Schiffes abgeriſſen und das Haltetau der hinteren
Gondel durchgeſcheuert und beim Abfliegen zerriſſen
wor=
den. Durch Kontrolle dieſer Haltetaue hätte das Unglück
verhütet werden können.
H.B. Köln, 27. April. Von gut unterrichteter Seite
wirk mitgeteilt, daß die Luftſchiff=Manöver am
Samstag abend abgebrochen werden ſollen und daß die
Luftſchiffer=Kommandos aus Berlin und Metz von
Köln und Limburg zu ihren Garniſonen zurückkehren.
„P. II” erhält jetzt eine Station für drahtloſe
Tele=
graphie. Die erſten Verſuche ſollen bereits heute
nach=
mittag oder morgen beginnen.
* Brüſſel, 27. April. Graf Zeppelin hat
für Mitte Juni ſeinen Beſuch mit dem „Z. IV‟
ange=
ſagt. Das Luftſchiff wird 14 Tage hindurch
Paſſagier=
fahrten unternehmen und Graf Zeppelin wird Vorträge
über das ſtarre Syſtem halten.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. April 1910.
Sport.
— Fußball. Berichtigend ſei mitgeteilt, daß in dem
Fußball=Länderwettkampf Holland gegen Deutſchland die
holländiſche Mannſchaft mit 4:2 Toren den Sieg
davontrug.
Handel und Verkehr.
* Wien, 26. April. In den Räumen der
Poſt=
ſparkaſſe fand heute nachmittag eine Beſprechung mit
Vertretern der Bodenkreditanſtalt und der
Kredit=
anſtalt bezüglich der Miſſion der neuen
An=
leihe ſtatt. Der Direktor der Kreditanſtalt,
Spitz=
müller, teilte mit, daß das Haus Rothſchild ſich an der
Emiſſion nicht beteilige. Hierauf wurde mit den
beiden Banken hinſichtlich der Quote und der übrigen
in Betracht kommenden Fragen völlige
Uebereinſtim=
mung erzielt.
Vermiſchtes.
* Wie viel Hausſchlüſſel kann ein
Mieter verlangen? Dieſe Frage hat ſchon oft
zwiſchen Vermieter und Mieter zu Verdruß geführt.
Das hat der Geſetzgeber wohl auch vorausgeſehen. Er
hat zwar nicht die Frage, ſo wie ſie iſt, direkt
beant=
wortet, wohl aber in den Paragraphen 242 und 536
des Bürgerlichen Geſetz=Buches genügende
Anhalts=
punkte gegeben. Nach § 242 iſt der Schuldner (hier
der Vermieter) verpflichtet, die Leiſtung (alſo das
Ueberlaſſen der Wohnung) ſo zu bewirken, wie Treu
und Glauben mit Rückſicht auf die Verkehrsſitte es
er=
fordern. Und nach § 536 muß der Vermieter dem
Mie=
ter die Wohnung in einem zu dem vertragsmäßigen
Gebrauch geeigneten Zuſtande übergeben und
über=
laſſen. Dazu gehört nun vor allen Dingen, daß alle
Räume der Wohnung und dieſe ſelbſt verſchließbar
ſind, aber auch, daß, wenn das Haus ſelbſt verſchloſſen
iſt, der Mieter die Möglichkeit hat, in das Haus zu
gelangen. Er braucht alſo außer den Zimmerſchlüſſeln
noch Schlüſſel zum Oeffnen der Wohnung vom
Trep=
penflur aus und auch zum Oeffnen des Hauſes von der
Straße aus, bezw. natürlich zum Zuſchließen von
innen her. Dieſe Schlüſſel wird auch kein Hauswirt
verweigern, wohl aber weigert ſich mancher
Haus=
wirt, von jedem Haus= und Flurſchlüſſel ſo viel
Exem=
plare zu geben oder anfertigen zu laſſen, wie benötigt
oder verlangt werden. Seine Verpflichtung
hinſicht=
lich der Anzahl der Schlüſſel muß eine Grenze haben,
und dieſe iſt eben in der „Verkehrsſitte” gegeben. Nach
dieſer Verkehrsſitte muß er je drei Schlüſſel
gewäh=
ren: einen für den Hausherrn, einen für die
Haus=
frau oder einen erwachſenen Sohn, einen für
Dienſt=
boten oder dergleichen. Hat der Mieter z. B. eine
Frau, dazu drei erwachſene Söhne und einen
Dienſt=
boten, ſo würde er „für alle Fälle” füglich je 6 Schlüſſel
benötigen. Dazu iſt jedoch der Vermieter nicht
ver=
pflichtet, Wohl aber iſt er verpflichtet, zu geſtatten,
daß der Mieter je drei weitere Schlüſſel ſich ſelbſt
an=
fertigen läßt, die auch Eigentum des Mieters bleiben,
bei Auszug aber unbrauchbar gemacht oder vom
Ver=
mieter angekauft werden müſſen.
— Die Frauenſchule der Inneren
Miſ=
ſion beginnt im Oktober d. J. nach dem vom Zentral=
Ausſchuß veranſtalteten Apologetiſchen
Inſtruktions=
kurſus, an dem die Schülerinnen zunächſt teilnehmen
werden, einen neuen Ausbildungskurſus. Der
Kur=
ſus wird, wie der erſte, im Oktober vorigen Jahres
begonnene, in ſeinem theoretiſchen Teil reiche
Anreg=
ung und Belehrung durch Vorträge und
Beſichtigun=
gen verſchiedenſter Art bringen. An dieſen theoretiſchen
Teil, der ¾ Jahre dauert, ſchließt ſich dann die
prak=
tiſche Ausbildung an. Die 40 Schülerinnen, die der
erſte Kurſus zählt, werden zum großen Teil nach
Ab=
ſchluß ihrer Lehrzeit ihre Kräfte ganz in den Dienſt
der Inneren Miſſion ſtellen und übernehmen
teil=
weiſe ſchon im Sommer ein ihnen geeignetes
Arbeits=
feld. Anfragen bezüglich des neuen Kurſus ſind
be=
reits zahlreich eingegangen, ſodaß der 2. Kurſus vor
ausſichtlich noch eine größere Schülerinnenzahl
auf=
zuweiſen haben wird als der erſte mit ſeinen 40 Schü=
lerinnen und 60 Hoſpitantinnen. Gräfin von der
Schulenburg, Berlin W Bülowſtraße 88, ſowie die
Geſchäftsſtelle der Frauenſchule in Berlin=Dahlem,
Altenſteinſtraße 51, ſind zu mündlicher und
ſchrift=
licher Auskunft bereit. Anmeldungen zu dieſem neuen
Kurſus, der 1½ Jahre dauern wird, ſind zu richten
an den Zentral=Ausſchuß für Innere Miſſion in
Dah=
lem bei Berlin, Poſt Groß=Lichterfelde=Weſt,
Alten=
ſteinſtraße 51, an den Verein „Wohlfahrt der
weib=
lichen Jugend‟, Berlin N. 4, Tieckſtraße 17, und an den
Kapellenverein, Berlin W 57, Bülowſtraße 88.
Auf=
nahmebedingungen ſind: Abſolvierung einer höheren
Mädchenſchule oder Nachweis gleichwertiger
Vorbild=
ung und vollendetes 18. Lebensjahr. Ein
kurzgeſchrie=
bener Lebenslauf und Geſundheitsatteſt ſind der
An=
meldung beizufügen.
Literariſches.
— „Die drei Väter” Roman von der
Tauentzienſtraße. Von Eugen Illés. Illuſtriert von
A. Hajduk. Verlag Continent, Berlin W. 50. Preis
3 Mk., geb. 4 Mk. Ein wirklicher, wahrer Humoriſt!
Eugen Illés’ groteske Novellen, die bisher erſchienen
ſind, weckten große Hoffnungen, und in dem Roman
„Die drei Väter” hat er alle Erwartungen übertroffen.
Mit genialer Keckheit hat Illés einen Stoff
herausge=
gegriffen, der an komiſchen Charakteren und
Situati=
onen beſonders reich iſt. Und die Art, wie er das
Milien in der Tauentzienſtraße behandelt, frappiert
geradezu durch die Fülle überraſchend luſtiger Pointen.
Alles in allem: kein Buch für höhere Töchter, aber für
Leute, die gern lachen wollen.
Seite 5.
Björnſtjerne Björnſon 7.
* Paris, 27. April. Die Leiche Björnſons
wird nach Norwegen übergeführt werden.
* Chriſtiania, 27. April. Die Regierung gab in
einem Telegramm an Frau Björnſon ihrer Trauer über
den Tod des Dichters Ausdruck, die von dem ganzen
nor=
wegiſchen Volke geteilt werde. Das Souper beim Miniſter
des Aeußern, an dem der König teilnahm, wurde nach dem
Eintreffen der Todesnachricht abgebrochen.
* Chriſtiania, 27. April. Im Storthing
hielt heute vormittag der Präſident eine
Gedächt=
nisrede für Björnſon. Auch Mitglieder der
Regierung waren anweſend. Das Storthing beſchloß,
die Ueberführung der Leiche und das Begräbnis des
Dichters auf Staatskoſten zu bewirken. Darauf wurde
die Sitzung zum Zeichen der Trauer aufgehoben.
Sämtliche Theater haben für heute die Vorſtellungen
abgeſagt. Der König ſandte an Frau Björnſon
fol=
gendes Beileidstelegramm: Empfangen Sie mein und
der Königin herzliches Beileid zu dem unerſetzlichen
Verluſte für Sie, Norwegen und uns alle. Das
Prä=
ſidium des Storthings kondolierte gleichfalls namens
dieſer Körperſchaft.
H.B. Kopenhagen, 27. April. Der Tod
Björnſons hat hier und in ſeiner Heimat die größte
Bewegung hervorgerufen. Nach franzöſiſchem Geſetz
muß eine Leiche, die nicht in der Stadt begraben werden
ſoll, in der der Tod erfolgt iſt, vor 24 Stunden aus dem
Stadtgebiet ſein. Die Ueberführung der Leiche ſeitens
der Angehörigen nach Chriſtiania ſoll aber, wenn die
Erlaubnis dazu gegeben wird, erſt morgen abend
er=
folgen. Der Kondukt wird am Samstag früh ½10 Uhr
in Kopenhagen eintreffen. Schon vor dieſer Zeit wird
ein norwegiſches Kriegsſchiff im Hafen bereit liegen,
um dem toten Dichter das Geleit in die Heimat zu
geben. Björnſons Leiche wird hier in Kopenhagen mit
den größten Feierlichkeiten empfangen werden und
durch die Hauptſtraßen der Stadt nach dem Hafen
über=
führt, um dort auf einen nörwegiſchen Kreuzer gebracht
zu werden. In Chriſtiania werden die
Trauerfeierlich=
keiten für Björnſon mit dem geplanten Beſuch
Rooſe=
velts zuſammentreffen. Man wird daher Rooſevelt zu
bewegen ſuchen, zuerſt Stockholm zu beſuchen, falls er
es nicht vorzieht, den Trauerfeierlichkeiten für den
Dichter beizuwohnen.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 27. April. Präſident Graf Schwerin=
Löwitz eröffnet die Sitzung um 2,15 Uhr. Auf der
Ta=
gesordnung ſteht zunächſt die dritte Leſung der
Vereinba=
rung über die
Verlängerung des deutſch=ſchwediſchen
Handelsvertrages
vom 8. Mai 1906 bis zum 1. Dezember 1911.
Abg. Graf Kanitz (konſ.): Bei der erſten Leſung
der Vorlage habe ich mich mit dem neuen ſchwediſchen
Zolltarif eingehend beſchäftigt. Leicht iſt es mir nicht
ge=
worden, da der Tarif infolge neuer Warengruppierung
we=
ſentlich unüberſichtlicher geworden iſt. Schweden hat das
bei uns ſo ſehr bekämpfte Syſtem der Einfuhrſcheine
über=
nommen. (Hört! Hört!) Einzelne Zollerhöhungen, ſo
z. B. für Wollwaren, ſind ſehr erheblich. Beſonders
em=
pfindlich wird das deutſche Tiſchlergewerbe betroffen.
Schweden muß uns Konzeſſionen machen oder aber es
muß mit der Anwendung des Generaltarifes gedroht
wer=
den. Wie ſteht es mit den franzöſiſchen Zollerhöhungen?
Es wäre nötig, zu erklären, daß wir uns dieſen
Er=
höhungen nicht ohne weiteres unterwerfen. — Ohne
wei=
tere Debatte wird der Vertrag definitv angenommen.
Es folgt die dritte Leſung des Geſetzes über die
Haftung des Reiches für ſeine Beamten.
Abg. Heine (Soz.): Wir vermögen uns den
Be=
ſchlüſſen der zweiten Leſung nicht anzuſchließen. — Der
Antrag Schultz (Rp.), Erzberger (Zentr.), Roth (wirtſch.
Vgg.) will auch die Angehörigen der Schutztruppe in
die=
ſes Geſetz aufgenommen haben. Der Antrag wird
ange=
nommen; ebenſo der Geſetzentwurf im ganzen. Es folgt
die dritte Leſung der
Novelle zum Reichsſchuldbuch.
Das Geſetz wird ohne Debatte angenommen, ebenſo
werden zwei Rechnungsſachen ohne Debatte erledigt.
Letz=
ter Gegenſtand der Tagesordnung iſt die dritte Leſung der
Veteranenbeihilfe
und zwar nach den Anträgen der Abgeordneten von Liebert
(Rp.), Liebermann von Sonnenberg (wirtſch. Vgg.) und
Baſſermann (nl.) — Abg. Prinz Schönaich=
Caro=
lath (nl.): Trotzdem der Reichstag einmütig für die
Bei=
hilfen eingetreten iſt, wird noch jahrelang das Ziel in
dieſer Frage nicht erreicht werden. Der Staatsſekretär möge
eine Konferenz von Mitgliedern aller Parteien einberufen,
um in dieſer Beziehung eine Einigung zu erzielen. Uns
erſcheint die Wehrſteuer der gangbarſte Weg; findet ſich
aber ein beſſerer, dann ſind wir bereit, ihn zu gehen.
Staatsſekretär Wermuth: Die Abſtimmung am
Samstag hat gezeigt, daß eine Majorität für eine Wehr=
ſteuer nicht vorhanden iſt. Ich muß Rechenſchaft darüber
ablegen, ob Mittel für eine beſtimmte Ausgabe vorhanden
ſind oder nicht. Ich hegte und hege noch die Hoffnung, daß
aus den Erträgniſſen der Wertzuwachsſteuer etwas für die
Veteranen herausgeſchlagen werden kann. Dieſe
Erträg=
niſſe hängen aber ab von der Geſtaltung und der
ſchleuni=
gen Verabſchiedung dieſer Vorlage.
Abg. Gröber (Zentr.): Wer ſoll die Wehrſteuer
be=
zahlen? Derjenige Bürger, der nicht Soldat geworden iſt,
derjenige, der nur Töchter hat oder der Kinderloſe? Ehe
dieſe Frage nicht erledigt iſt, können wir zur Wehrſteuer
nicht Stellung nehmen. Mit einer einfachen Reſolution
kön=
nen wir uns nicht einverſtanden erklären. Ein
beſtimm=
ter Geſetzentwurf auch für die Ausgabe iſt nötig, wenn
wir dazu Stellung nehmen ſollen. — Abg. Arnſtadt
(konſ.): Wir müſſen an der Wehrſteuer feſthalten, bis ein
beſſerer Vorſchlag vom Regierungstiſch kommt. — Abg.
Kopſch (fortſchr. Vp.): Wir empfehlen Ihnen zur
Deckung die Beſeitigung der Liebesgaben für die Brenner.
— Abg. v. Liebert (Rp.): Die Veteranen ſind enttäuſcht
durch die kühle Ablehnung der Regierung und die
Ableh=
nung der Deckung durch das Zentrum. Die Veteranen
ha=
ben uns unſere Weltmachtſtellung verſchafft und zwei große
Provinzen erobert. Zeigen wir uns dankbar. — Abg.
Werner (Rfp.): Mag der Staatsſekretär ſeiner Pflicht
nachkommen und uns einen Entwurf der Wehrſteuer
vor=
legen.
Staatsſekretär Wermuth: Nach meinem
Dafür=
halten iſt auf dem Wege der Wehrſteuer ein Erfolg nicht
zu erzielen. Unſer Beſtreben geht dahin, mäßige
Mehr=
erträge aus der Wertzuwachsſteuer zu erzielen. Dieſen
Weg halte ich für gangbar und an Ihnen liegt es, auf
die=
ſem Wege den Veteranen zu helfen.
Abg. Schöpflin (Soz.): Die Sache ſcheitert an
(nach rechts) Ihrem Feſthalten an der Liebesgabe. Der
Reichstag hat es in der Hand, den Veteranen gerecht zu
werden. Wenn die Veteranen entrüſtet ſind, ſo können ſie
ſich nur über die Liebesgaben für die Brenner entrüſten,
die wir zu ihren Gunſten beſeitigen wollen. — Abg.
Bin=
dewald (wirtſch. Vgg.): Die Veteranenbeihilfe iſt
drin=
gend nötig. Der Hauptfehler liegt bei der Regierung, das
laſſe ich mir nicht ausreden. (Heiterkeit.) Bei der
Reichs=
finanzreform wären dieſe zwanzig Millionen auch noch
auf=
gebracht worden. Jeder halbwegs gangbare Weg zur
Deckung der Veteranenbeihilfe iſt uns recht. — Abg.
Arendt (Rp.): Wenn im Bundesrat Schwierigkeiten
entſtehen, ſo kann der Reichstag nichts dafür, dann mag
er uns eine beſſere Deckung vorlegen. Die
Wertzuwachs=
ſteuer iſt noch nicht verabſchiedet. Fraglich iſt es, ob ſie
geeignet ſein wird, dieſe Deckung zu bringen.
Staatsſekretär Wermuth: Ob wir durch eine
Kon=
ferenz zum Ziele kommen werden, iſt mir fraglich.
Selbſt=
verſtändlich liegt es mir fern, dieſen Vorſchlag
zurückzu=
weiſen.
Abg. Lehmann=Wiesbaden (Soz.): Wir haben
natürlich die Verpflichtung, auch für Deckung zu ſorgen,
wenn wir die Ausgaben bewilligen. Ich muß den früheren
Schatzſekretär Sydow in Schutz nehmen gegen den
Vör=
wurf, er habe die Wehrſteuer nicht eingebracht. Sie war
verbunden mit der Erbſchaftsſtener. —— Abg. Prinz
Schön=
aich=Carolath (nl.): Haben die Ergebniſſe der
Reichsrefinanzreform eine höhere Iſt=Einnahme
aufge=
bracht gegenüber der Soll=Einnahme und können die
Ueberſchüſſe nicht für die Veteranen verwendet werden?
Staatsſekretär Wermuth: Dieſe Frage iſt in der
Budgetkommiſſion längſt zahlenmäßig erörtert worden.
Das Defizit von 1909 iſt von 240 auf 180 Millionen
re=
duziert worden, ſodaß bis 1913 wir noch je 60 Millionen
abwerfen müſſen.
Abg. Semler (nl.): Die Frage iſt nicht genau
be=
antwortet, ich wiederhole ſie!
Staatsſekretär Wermuth: Eine Ausſcheidung der
alten und der neuen Steuern iſt erſt 1910 vorzunehmen.
Meine Ziffern umfaſſen die alten und neuen Steuern.
Damit ſchließt die Generaldiskuſſion. Auf Antrag
des Abg. Dr. Arendt (Rp.) nimmt das Haus die
An=
trägeenbloceinſtimmig an. (Lebhaftes Bravo!)
Nächſte Sitzung Freitag, 2 Uhr:
Handelsabkom=
men mit Aegypten; Aufſtandsausgaben für Südweſtafrika,
Stellenvermittelungsgeſetz, kleine Vorlagen. — Schluß
4¼ Uhr.
* Berlin, 27. April. Die
Budgetkommiſ=
ſion des Reichstages nahm zunächſt eine
nunmehr redigierte Reſolution an, nach welcher der
Reichskanzler erſucht wird: Erſtens in Erwägung zu
ziehen, ob und in welchem Umfange eine Abänderung
des Schutzgebietgeſetzes in die Wege zu leiten iſt und
insbeſondere zu erwägen: a) ob früher verliehene
Berg=
hoheitsrechte eventuell gegen Entſchädigung aufgehoben
werden können; b) wie die Rechte und Pflichten der
Schürfer und Grundeigentümer abgegrenzt und
ſicher=
geſtellt werden können; e) ob ein beſonderes Geſetz über
die Gewinnung und den Abſatz von Edelſteinen zu
er=
laſſen iſt. Zweitens einen Geſetzentwurf vorzulegen,
durch den vor dem Ausbruch des Aufſtandes in
Süd=
weſtafrika domizilierte leiſtungsfähige Geſellſchaften
und Perſonen zur Entlaſtung des Reichsfiskus
herau=
gezogen werden, und endlich eine Denkſchrift
vorzu=
legen, ob und in welchem Umfange das Schutzgebiet zur
Deckung der Kriegskoſten heranzuziehen iſt. — Sodann
nahm die Kommiſſion den Nachtragsetat für die
Schutz=
gebiete für das Jahr 1910 an, ſowie den Nachtragsetat
zum Reichshaushaltsetat für das Jahr 1910.
* Berlin, 27. April. Die Kommiſſion des
Reichstages für das Kaligeſetz gab dem § 22.
im weſentlichen folgende Faſſung: Die Feſtſetzung der
Beteiligungsziffern erfolgt durch die Verteilungsſtelle.
Die Kaliwerkbeſitzer nehmen am Inlandabſatz und
Auslandabſatz, ſowie am Abſatz der verſchiedenen
Kali=
ſorten nach dem Verhältnis ihrer Beteiligungsziffern
teil. Den Kaliwerkbeſitzern, die einzelne Kaliſorten
nicht zu liefern vermögen, iſt zum Ausgleich eine
Be=
teiligung in anderen Kaliſalzen im Wege des
Aus=
tauſches mit den Lieferungen anderer Werke zu
ge=
währen. Der Anteil an dem Auslandsabſatz
verrin=
gert ſich in dem gleichen Verhältnis, in dem der
Kali=
werkbeſitzer mit dem Inlandabſatz innerhalb des
Ka=
enderjahres hinter ſeiner Beteiligung zurückbleibt.
§ 23 wurde unter Ablehnung der ſozialdemokratiſchen
Anträge in der Faſſung angenommen, daß die
Betei=
ligungsziffern in Tauſendſteln des Geſamtabſatzes
aus=
gedrückt werden und für die Höhe der
Beteiligungs=
ziffern, wofür der Bundesrat die Grundſätze aufſtellt,
die Ausdehnung der Beſchaffenheit der erſchloſſenen
Kaliſalzlager, ſowie die Leiſtungsfähigkeit der
Be=
triebseinrichtungen maßgebend ſind.
Letzte Nachrichten.
* Berlin, 27. April. Generalſuperintendent Faber
ſt heute verhältnismäßig wohl er hofft, morgen die
Amtsgeſchäfte wieder zu übernehmen,
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. April 1910,
Nummer 98.
II B. Verlin, 27. April. In den Räumen der
Buch=
handlung „Vorwärts” wurde geſtern durch
Poli=
zeibeamte eine Hausſuchung vorgenommen. Gefahndet
wurde nach einer Anſichtspoſtkarte, die nach der Auffaſſung
der Behörden die Merkmale der §§ 110, 111. 190 und 146
des Strafgeſetzbuches enthält. Die Beamten gelangten in
den Beſitz von 148 Eremplaren.
* Berlin, 27. April. Die „B. Z.” meldet aus Rom:
Am 27. Dezember 1907 verſchwand in Brombach der
italieniſche Bergarbeiter Calvarellit jetzt
bezeich=
nete ſich der in Florenz im Zuchthauſe ſitzende
italie=
niſche Arbeiter Belleni Mitgefangenen gegenüber als
den Mörder Calvarellis. Bei ſeiner Vernehmung
leugnete er jedoch; vermutlich wird er ſpäter an
Deutſchland ausgeliefert. — Dasſelbe Blatt meldet aus
Weißenſee: Am Grabe ſeiner kürzlich verſtorbenen
Frau vergiftete ſich geſtern der Maler Schreck —
Der „Lokalanzeiger” meldet aus Paris: Auf dem
Bahnhofe von Saint Chéron wurde heute nacht ein
Güterexpedient überfallen und gefeſſelt; die Diebe
erbrachen die Bureaus, ſchleppten den Geldſchrank
aufs freie Feld und beraubten ihn. Heute früh wurde
der Expedient halberſtarrt aufgefunden. — Dasſelbe
Blatt meldet aus Rom: Die Beſichtigung der Leiche
der Amerikanerin Stello Reid ſtellte das Fehlen
jeder Wunde feſt; über der Angelegenheit ſchwebt
vor=
läufig noch Dunkel.
* Wien, 27. April. Im Budgetausſchuß
wurde die Verhandlung über den Staatsvoranſchlag
fortgeſetzt. Beim Titel Miniſterrat bemängelte Choc
die Verhandlungen der Poſtſparkaſſe mit der Deutſchen
Bank in Berlin wegen der Emiſſion der neuen Rente.
Es ſei unzuläſſig, daß das hieſige Amt bei der
Begeb=
ung der Rente ſich in den Dienſt der reichsdeutſchen
Wirtſchaft ſtelle. Der Finanzminiſter vereinbare
dauernde Verbindungen mit reichsdeutſchem Kapital
zu Ungunſten der wirtſchaftlichen und der politiſchen
Selbſtändigkeit Oeſterreichs.
E. B. Paris, 27. April. Nach Meldungen aus New=
York hat dex nach dem Bericht des Kapitäns des
Damp=
ſers „Boothie” untergegangene Robbendampfer
„Aurora”nur 17 Mann an Bord gehabt.
Autlicher Weiterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Die Zyklone
iſt in der Hauptſache nordwärts abgezogen und hat noch
wiederholt ſchwächere Regenſchauer gebracht. Dabei
brin=
gen ſtarke Nordweſtwinde vorübergehend leichte
Abküh=
lung. Von Frankreich her rückt jetzt ein Hochdruckgebiet
heran, das zunächſt ruhigeres und aufklärendes Wetter
bringt. Aber es iſt gleichzeitig wieder ein neues
Tiefdruck=
gebiet vom Ozean her im Anzug.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
28. April: Zunächſt aufheiternd und Regen nachlaſſend,
nachts kühl, am Tage wärmer als heute, Südwind, ſpäter
wieder Trübung und Uebergang zu Regen.
610
(Berlin, 8. 42 Kitterstr.
Kindermehl.
-Krankenkost.
lausendfach bewährte
Hahrung bei.
Brechdurchfall,
Diarrhäe,
Darmkatarrh, etc.
ekömmlichſter, feinſter
Lösig.
Eitrovin
Ueberall zu haben.
Fabrikanten: Fritz Scheller Söhne, Homburg v. d. Höhe. (9124MI
Seffentlicher Koch=Vortrag. Als ein guter Helfer
der Hausfrau bei der Verwaltung des
Haus=
ſtandes hat ſich der Spar=Koch=, Brat= und
Back=Apparat „Oekonom” ſeit langem bewährt.
Um allen Intereſſenten Gelegenheit zu geben, ſich von
den Vorzügen des Apparates perſönlich überzeugen zu
können, veranſtaltet die hieſige Firma Philipp
Schaaf am Montag, den 2. Mai, nachmittags von
4—6 Uhr, im Saale Ernſt Ludwigsſtraße 20 ein Probe=
Kochen, =Braten und =Backen mit dem Oekonom‟
Es werden dort vor den Augen der Damen die
ſchönſten Speiſen, Braten, Kuchen und ſogar Gefrorenes
hergeſtellt, und zwar auf das ſchmackhafteſte und
ap=
petitlichſte, wovon ſich die Beſucherinnen überzeugen
können. Der Eintritt iſt frei.
(9143
Zäm-CREME
Ann bleibt mir gefälligſt einmal vom Leibe
mit all dem faden Zeug, das mir gründlich den
Magen verdorben hat, ohne gegen meinen Katarrh
wirtlich zu heifen. Jetzt will ich Sodener haben
aber daß mir auch nur die ächten von „Fay‟
gebracht werden. Man hört’s überall, daß die
mit ſo einem Katarrh im Handumdrehen
auf=
räumen und nebenbei auch, für Magen und
Darm eine Wohltat ſind. Fays ächte Sodener
gibt’s in Apotheken, Drogerien ꝛc. für nur
85 Pfg. pro Schachtel.
(8124)I
Ein täglicher Begleiter.
Nicht nur bei Husten und Katarrh als Folge der
schlimmen Herbst- und Winterwitterung schätzen
Tausende in den berühmten Wybert-Tabletten ein
vorzügliches Linderungsmittel, das wie kein anderes
geeignet ist, als wahres Hausmittel zu dienen. Beinahe
noch grösser ist die Zahl derjenigen Personen, bei
welchen Wybert-Tabletten im täglichen Gebrauch
Stehen als ausserordentlich angenehme Bonbon, das
bei anhaltendem Sprechen den Mund feucht erhält,
das beim Singen der Stimme Wohlklang und Kraft
verleiht, kurz das Unzähligen von Menschen zum
un-
entbehrlichen täglichen Begleiter und Beschützer
ge-
worden ist. Sie finden Wybert-Tabletten in Schachteln
à Mk. 1.— in allen Apotheken. Depots in
Darm-
stadt: In sämtlichen Apotheken; Germania-Drogerie,
Mühlstr 78; Minerva=Drogerie, Eeke Karl. u. Hügelstr.;
Medizinal-Drogerie von Fr. Beckenhaub, Ecke Schul‟
und Kirchstrasse, und Drogerie von C. Watzinger,
Wilhelminenstrasse 11.
(980)f
Todes-Anzeige.
Allen Verwandten und Bekannten die
traurige Nachricht, daß mein lieber guter Mann
und Vater
(9142
Fritz Bräuning
geſtern plötzlich an einem Herzſchlag
verſchie=
den iſt.
Darmſtadt, 27. April 1910.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Suſanna Bräuning und Kind.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 28. April,
nachmittags 3½ Uhr, vom Friedhofe aus, ſtatt.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute nacht ½3 Uhr verſchied nach langem
ſchweren Leiden mein guter Gatte, unſer Vater,
Sohn, Bruder, Schwager und Onkel (9155
Herr Georg Heinrich Kick
Schlosser
im 50. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bittet
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Marie Kick, geb. Wenz.
Darmſtadt, den 27. April. 1910.
Kaupſtraße 5.
Die Beerdigung findet Freitag, den 29. April,
nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des
hieſigen Friedhofes aus, ſtatt.
Mreren
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr: „Orpheus und
Eurydice‟
Vorſtell ung um 8 Uhr im Orpheum.
Konzert des Wiener Konzertvereins=Orcheſters um
8 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz (Richard
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Wochen=
tagen von 8½—12½ u. 2½—5½ Uhr (Samstag=Mittag
ausgenommen). — Leſeabende: Dienstags und
Irei=
tags, abends von 8—10 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeßtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt. ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen, nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nichs
zurückgeſandt.
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sind hochfeine Qualitätsbiere.
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4½ Oeſterr. Silberrente . 98,50
do. Goldrente 99,80
14 do. einheitl. Rente
13 Portug. unif. Serie I 66,30
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5 Rumänier v. 1903 . . 102,20
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In Proz.
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4 Ruſſen v. 1902 . . . . 91,50
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91,60
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,40
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,90
99,70
4½
do.
4½ Japaner . . . .
. 98,50
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do.
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3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 90,40
4 Pfälzer Prt. . . . . . 101,10
do.
3½
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do. ſteuerfrei .
5 Oeſterr. Staatsbahn. 106,20
do.
98,50
do. alte .
5 Oeſterr. Südbahn . .
do.
4
84,00
do.
58,20
26
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4 Kronpr. Rudolfbahn . 99,30
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4 Bagdadbahn Mk. 408 87,00
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . . . 102,50
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ. 174,60
Darmſtädter Bank 132,20
Deutſche Bank 249,00
4 Deutſche Vereinsbank 127,50
Diskonto=Geſellſchaft 186,80
Dresdner Bank 157,90
Mitteldeut. Kreditbk. 119,50
Nationalbk. f. Deutſchl. 123,20
Pfälzer Bank . . . . . 101,30
144,80
Reichsbank
4 Rhein. Kredit=Bank . 139,10
4 Wiener Bank=Verein 137,20
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,30
3½ do. S. 19. . . . . 92,50
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,50
do,
91,50
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
92,50
do.
3½
Meining. Hyp.=Bank 101,00
do.
*91,00
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,30
do. (unk. 1914) 91,60
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,30
do,
93,30
3½
InProz.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt eete. . . . 100,60
3½ do.
4 Frankfurt .
.101,30
95,50
3½ do.
4 Gießen
3½ do.
.101,00
4 Heidelberg
91,40
3½ do.
4 Karlsruhe
. 100,50
3½ do.
91,30
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
100,50
3½ do.
München .
101,20
3½ Nauheim
92,00
4 Nürnberg.
.101,50
3½ do.
4 Offenbach.
do.
92,60
4 Wiesbaden
.102,20
3½ do.
4 Worms .
3½ do.
91,50
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Verzinsliche
Anlehensloſe.
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3½ Cöln=Mindner „ 100 137,60
5 Donau=Reg. fl. 100 144,40
3 Holl, Komm. „ 100
In Proz.
f.
3 Madrider Fs. 100 77,00
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe.
..135,75
4 Oeſterr. 1860er Loſe 174,10
3 Oldenburger
. 125,00
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
fl
Braunſchweiger Tlr.
Freiburger
Mailänder
Fs.
do,
Fs.
Meininger
fl.
Oeſterreicher v. 1864 „
do. v. 1858 „
Ungar. Staats „
Venediger
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10 31,10
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Engl. Sovereigns . . . . 20,43
20 Franks=Stücke . . . . 16,21
Oeſterr. 20=Kronen . . . . 16,90
Amerikaniſche Noten . . . 4,19
Engliſche Noten . . . . . 20,47
Franzöſiſche Noten . . . . 81,15
Holländiſche Noten . . . . 169,35
Italieniſche Noten . . . . 80,80
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,10
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,05
Reichsbank=Diskonto . .
Reichsbank=Lombard Z3f. 5%
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. April 1910.
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(Nachdruck verboten.)
9)
Wladiwoſtok, Sibirien, den 1. September 1902.
Nur einen kurzen Brief mit der Meldung, daß wir
W. heute abend verlaſſen. Alles ſchon gepackt! Es war
der glücklichſte Sommer, den ich ſeit Jahren verlebt habe,
und ich mag gar nicht daran denken, daß er vorüber iſt.
Es hat ſo lange gedauert, bis ich Frieden fand, daß ich
noch kaum wage, ihm voll ins Auge zu ſehen, aus Angſt,
er möchte entfliehen und mich im Dunkeln laſſen. Wenn
er auch noch nicht bis ins Innerſte gedrungen iſt, ſo
herrſcht doch äußerlich Friede, und ich beſchwöre ihn, zu
bleiben. Was könnte er alles an mir vollbringen, wenn die
Erinnerungen nicht wären! Klägliche Erinnerungen! Am
liebſten drehte ich ihnen den Hals um und begrübe ſie in
ein tiefes Loch. Doch manchmal haben ſie mir auch gut
getan, zur Beſonnenheit ermahnt, meine Impulſe
zurück=
gehalten. Doch ſie ſind wie ein armer Verwandter, der
immer zur dümmſten Zeit auftaucht. Zum Beiſpiel in
einer prachtvollen Mondnacht auf der Uſſuribucht im
Sam=
pan mit einem Zopfchineſen, der weder hört noch ſieht,
aber mit einem Begleiter, der bezaubernd ſein
kann und Worte zu ſagen wagt, die er nicht ſagen ſollte,
wo die Muſik und das Mondlicht einem zu Kopfe ſteigen,
und man ſich jung, leichtſinnig, ſentimental fühlt. Da
eite en e rene e r e een
auf, wo Jugend und Romantik kein leerer Wahn waren.
Alsbald wandert der Geiſt müde durch die dazwiſchen
liegenden Jahre, man ſchüttelt den Zauber ab, ſetzt ein
ernſtes Geſicht auf und legt die Hände auf den Rücken.
O Gefährtin, habe keine Angſt, ich halte feſt an meinem
Ideal. An ſeinen Gewändern halte ich mich feſt, bis ſie
zerfetzt ſind. Du haſt mir dieſes Ideal gezeigt, und ich
habe es nie ganz aus den Augen verloren.
Heute nachmittag ſegelte der Viktor nach den
Philip=
pinen. Als das Schiff an Mrs. Heaths Landhaus
vorbei=
kam, wo wir alle verſammelt waren, ſenkten ſich die
Fah=
nen. Ich fühlte die Niedergeſchlagenheit kommen; die
gute Zeit war vorüber, ſie ſegelte mit dem Schiffe davon.
Jetzt bin ich im Hotel, Kiſten und Kaſten gepackt,
reiſe=
fertig! Aſchenbrödel wartet nicht, bis es zwölfe ſchlägt,
ſchon hat ſie wieder die ärmlichen Kleider angetan und
iſt parat, wieder in der Aſche auf dem Herd zu ſitzen. Ich
bin wirklich froh, daß harte Arbeit vor mir liegt, ich
glaube, ich habe ſie nötig zur Rettung meiner Seele.
Lebe wohl, eitle Erde! Ich liebe dich nicht klüglich,
ſondern zu ſehr!
Warum können die Menſchen nicht nett gegen einen
ſein, ohne zu nett zu ſein? Und warum kann man nicht
ruppig gegen ſie ſein, ohne zu ruppig zu ſein? Sela!
Hiroſhima, den 10. Oktober 1902.
Ich bin ſo totmüde heute abend, daß ich nicht weiß,
wo mir’s am meiſten wehtut! Aber der Geiſt treibt
mich, meine Seele zu entlaſten in einem Brief an Dich.
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Ludwig Netz, Karlſtraße 20.
Dies iſt einer meiner Traumnächte! Ich habe davon zu
viele in Japan, immer, wenn mein Körper erſchöpft
iſt und dem Geiſt zu wandern erlaubt, wohin er will —
eine Traumnacht, in der der Mond ſo groß und ſilbern
iſt, und ich ihn umarmen möchte, weil er vor zwölf
Stunden auf meine Lieben herabgeblickt hat. Nun
kommt er, um dieſes Feenland noch ſchöner zu mächen,
um alles Häßliche, alle Flecken zu verbergen, um die
Nadelbäume mit Silberſpitzen zu ſchmücken und die
alten Tempel in Glorie zu hüllen, ſodaß man daran
zweifelt, daß ſie von Menſchen gebaut ſind, eine Nacht,
in der die weißgekleideten Prieſter den Götzen opfern
und deren wandernde Aufmerkſamkeit herbeirufen
durch das Anſchlagen tiefer Glocken, deren Klang über
das ſchlaftrunkene Japan und weit hinaus über die
wundervolle See tönt.
Ich weiß nicht, was es iſt, was da über mich kommt
in Nächten wie dieſe. Ich ſcheine nicht mehr ich ſelbſt
zu ſein. Hell wach lieg’ ich die Nacht hindurch, doch
unbewußt deſſen, was um mich iſt, und träume Träume.
Ich durchlebe die fröhlichen Kindheitstage, die traurigen
Jugendjahre, in denen ich das Leben kennen lernte,
die Jahre des Herzleids und des Herzbrechens, und
durch alles hindurch — obgleich ich leide — geht ſolch
eine unausſprechliche Erleichterung und Erhebung, daß
ſelbſt Schmerz zur Frende wird. Ich kann es mir
nicht erklären, aber vielleicht iſt es der Einfluß dieſes
geheimnisvollen Landes, beruhigend und einſchläfernd
doch mächtig und durchdringend wi
Seite 10
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. April 1910.
Nummer 98.
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Mein liebes Mädel, Du ſagſt, Du fühlteſt Dich zu
fern, um mir zu helfen. Darum brauchſt Du Dich nicht
zu ſorgen. Selbſt wenn Du mir nie mehr ein Wort
ſchriebeſt, würdeſt Du mir doch helfen. Genug daran,
daß Du irgendwo auf der anderen Seite der Erde biſt,
an mich glaubſt, mich lieb haſt und mir vertrauſt. Es
war recht von Dir, mich hierher zu ſchicken, und wenn
es mich auch mein Herzblut koſtet, ſo lerne ich doch
meine Lektion, wie Du es vorausgeſagt haſt.
Mein kleines Schiff wird vielleicht nie mehr in
den Hafen des Glücks einlaufen; doch gibt es ſonnige
Meere, wo ſanfte Winde wehen, und wenn es auch
mutterſeelenallein fährt, iſt’s doch ein gar munteres
Boot, gegen Schiffbruch und Unwetter gefeit, ſegelt durch
viele Meere, berührt manches Land und wird reich an
Erfahrung. Feſt unter Verſchluß halt ich meine Schätze:
Deine Liebe ich ein ſolcher Schatz, und niemand kann
ihn mir rauben.
Was Du mir von Jack ſchreibſt, macht mich ſehr
un=
glücklich. Ich bin es nicht wert, daß er ſich ſorgt. Sag‟
es ihm, Liebe. Wenn ich je wieder einen liebhaben
könnte auf Erden, ſo wäre er es. Aber wenn ſich
ge=
legentlich ſolch ein Gefühl in meinem Herzen zu zeigen
wagt, wird es mit der Wurzel ausgeriſſen. Ich möchte
gern an ihn ſchreiben, aber es würde uns beiden nur
Leid bringen. Sei lieb gegen ihn, Kameradin, ich kann
es nicht ertragen, daß es traurig und elend iſt.
Ich bin ſo müde, daß ich kaum die Träume
zurück=
halten kann und lieber aufhöre für heute.
Hiroſhima, den 14. November 1902.
Ich habe fünfzehn Minuten Pauſe zwiſchen den
Stunden und will ſie heute Dir widmen. Denke nur,
wer wieder auf der Bildfläche erſchienen iſt! Klein
Deutſchland, der mit an Bord war auf der Herreiſe!
Während der erſten paar Monate nach der Landung
verſchwendete er eine Unmenge Marken an miſch.
Schließlich wurde er’s doch müde, Solo zu ſpielen.
Damals war er auf dem Wege nach einem Kloſter in
Tibet, um irgend eine alte Sprache zu ſtudieren. Weiß
der Himmel, warum er etwas noch Antikeres zu wiſſen
begehrt als ſeine Mutterſprache! Ich glaube, es gibt
keinen alten, ſtaubigen, vergeſſenen Weltwinkel, in den
er nicht ſeine Naſe geſteckt hat.
Nun alſo, Du kennſt den verhängnisvollen
Mag=
netismus, den ich auf Foſſilien ausübe. Sie drehn
ſich immer ebenſo ſelbſtverſtändlich zu mir wie die
Nadel zum Magnet. Was dieſe Mumie im beſonderen
betrifft, ſo macht ſie keine Ausnahme. Ich ſchrieb ihm
eine formelle, feierliche Antwort und erinnerte ihn mit
ſanftem Vorwurf daran, daß ich eine Witwe ſei, und
daß mein Leben der Arbeit gewidmet wäre. (Was für
eine Würde!) Es nützte nichts, er bombardierte mich
mit Briefen, mit immer ſtärkeren Ausdrücken und mit
immer längeren und heißeren Zitaten. Im letzten
drohte er nach Hiroſhima zu kommen.
Tut er’s, ſo werde ich meine Augenbrauen raſieren
und meine Zähne ſchwarz färben. Er ſpricht ſieben
Sprachen, und doch verſteht er nicht den Sinn des
kur=
zen Wortes Nein.
Jack pflegte zu ſagen, daß, wenn ein Mann nur
Ausdauer genug hat, er die Frau, die er will, kriegt,
dem Teufel zum Trotz. Ich möchte ihn ſehen, Jack,
meine ich!
Hiroſhima, Weihnachtsabend 1902.
Ich ſtecke tief in Weihnachtsvorbereitungen, und
doch — welch ſeltſames, unnatürliches Weihnachten!
Hiroſhima iſt eifrig beim Schmücken für Neujahr.
Ueberall leuchtet’s von farbigen Lampions,
Pflaumen=
blüten und hochroten Beeren. Die kleinen,
unbedeu=
tenden Straßen ſind in Lauben von ſüßduftenden
Far=
nen und würzigen Tannen verwandelt.
Bambus=
blätter ſchwanken bei jedem Lüftchen, und die wachs=
farbenen Pflaumenblüten ſenden wonnige Düfte wie
Veilchen aus.
Die Kaufleute ſamt ihren Familien ziehen die
bunteſten Kimonos an, ſetzen das reizendſte Lächeln
auf und grüßen dich mit Ausführlichkeit. Beim
Be=
treten eines Ladens fragt man mich, ob ſich meine
ge=
ehrten Augen herablaſſen wollen, auf die höchſt
unwür=
digen Waren zu blicken. Bitte, wollen Sie dieſem oder.
jenem einen bewundernden Blick ſchenken? — Der
Preis? — Hm! Der Preis iſt ſehr geſtiegen, ſeit der
herrliche Fremde ſeine geehrten Augen darauf ruhen
ließ. (Was kein Spaß iſt!) Ob der Gegenſtand gekauft
wird oder nicht, das Lächeln, die Verbeugung, die
Kom=
plimente bleiben dieſelben. Während dieſer Zeit hat
draußen vor der Tür die Menge beſtändig
zugenom=
men, bis kein Lichtſtrahl mehr herein kann; denn alle
ſind an meinem Einkauf intereſſiert, vom
Karrenſchie=
ber bis hinauf zur hochgeborenen Dame. Der
Laden=
inhaber bleibt geduldig mit den Leuten, bis ſie das
Licht ausſchließen. Dann fordert er ſie auf, ihre
nutz=
loſen Körper zum Fluß zu tragen und hineinzuwerſen.
Einmal draußen, bemerkt man einen anderen
Trupp, und da die Neugier in der Luft liegt, ſo
ver=
renkt man ſich den Hals und probiert näher zu
kom=
men. Der Anziehungspunkt iſt ein Mann in
flecken=
loſem Weiß, der auf einem kleinen Hibachi
Bohnen=
kuchen bäckt. Die Luft iſt kalt und beißend, und der
Duft des kochheißen, würzigen Bohnenteiges macht
einen hungrig. Dann kommt der Fiſchmann mit einem
großen, flachen Korbe an jedem Ende ſeiner Stange
und bietet eine ff=Auswahl an: lange, ſchlüfrige Aale,
herrliche Krabben, roſa wie Sonnenuntergang, und
ſaftige Auſtern, deren Schalen geſcheuert worden ſind,
daß ſie weiß leuchten. Rund um den Korb ſind
Gir=
landen und Papierroſen, um die häßlichen Strohränder
zu verſtecken.
(Fortſetzung folgt.)
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtädt.
3 48.
Dounersſtag. 283. Aprl.
1910.
Bekanntmachung.
Bekanntmachung.
Betreffend: Das Radfahren auf öffentlichen Wegen im Kreiſe Darmſtadt.
Da neuerdings wiederholt Klagen über das Radfahren auf Fußſteigen, auf denen
nach nachſtehend abgedruckter Polizeiverordnung das Radfahren verboten iſt, bei uns
vorgebracht wurden, ſehen wir uns veranlaßt, die nachſtehenden Beſtimmungen erneut
in Erinnerung zu bringen.
Darmſtadt, den 15. April 1910.
(8455id
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
.
J. V.: von Werner.
f
Polizei=Verordnung.
Betreffend: Das Radfahren auf öffentlichen Wegen im Kreiſe Darmſtadt.
Unter Aufhebung der Polizei=Verordnung vom 4. Oktober 1907 wird auf Grund
des § 13 der Verordnung, den Radfahr=Verkehr betreffend, vom 6. Mai 1907 und des
Art. 78 der Kreis= und Provinzial=Ordnung vom 12. Juni 1874 nach Zuſtimmung des
Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des Innern vom
14. Dezember 1908 zu Nr. M. d. J. 21048 hierdurch verordnet, was folgt:
§ 1. Das Radfahren iſt verboten:
I. in der Gemarkung Darmſtadt:
a) auf dem Fußſteige längs der Nieder=Ramſtädterſtraße bis zum
Böllenfalltor,
(
b) auf dem nördlichen Fußſteige der Eſchollbrückerſtraße zwiſchen Main=
Neckarbahn und Beſſungerweg;
r
II. in der Gemarkung Eberſtadt auf dem ſüdlichen Fußſteige der Mühltal=Zimmer Nr. 19 erfolgen.
ſtraße vom Ortsausgang bis zum Felſenkeller.
§ 2. Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmung werden nach § 366,
Ziffer 10 des R.=St.=G.=B. mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft
bis zu 14 Tagen beſtraft.
§ 3. Dieſe Polizeiverordnung tritt am Tage ihrer Verkündigung im Darmſtädter
Taglatt in Kraft.
Darmſtadt, am 17. Dezember 1908.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.
Betreffend: Errichtung einer Zwangsinnung für das Barbier=, Friſeur= und
Perücken=
macher=Handwerk im Bezirk der Gemeinde Darmſtadt.
Wir bringen hiermit zur Kenntnis der beteiligten Handwerker, daß bei uns
ge=
mäß § 100 der Gewerbeordnung der Antrag geſtellt worden iſt,
anzuordnen, daß innerhalb des Bezirks der Gemeinde Darmſtadt ſämtliche
Gewerbetreibende, die, das Barbier=, Friſeur= oder Perückenmacher=Handwerk
ausüben, einer neu zu errichtenden Innung (Zwangsinnung) anzugehören haben.
Um feſtzuſtellen, ob die Mehrheit der beteiligten Gewerbetreibenden der
Einfüh=
rung des Beitrittszwangs zuſtimmt, fordern wir die heteiligten Gewerbetreibenden zu
einer Aeußerung für oder gegen die Einführung des Beitrittszwangs auf. Zur Leitung
der Abſtimmung haben wir gemäß § 100a der Gewerbeordnung und des §14 der
Aus=
führungsanweiſung als Kommiſſar den Großh. Kreisamtsgehilfen Herrn Herling
beſtelt.
Darmſtadt, den 25. April 1910.
(9106
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. B.: von Werner.
Bekanntmachung.
Betreffend: Errichtung einer Zwangsinnung für das Friſeur=, Barbier= und
Perücken=
macher=Handwerk im Bezirk der Gemeinde Darmſtadt.
Hierdurch mache ich bekannt, daß die Aeußerungen für und gegen die Errichtung
einer Zwangsinnung für das Friſeur=, Barbier= und Perückenmacher=Handwerk im
Bezirk der Gemeinde Darmſtadt ſchriftlich bis zum 15. Mai 1910 einſchließlich oder
mündlich in der Zeit vom 1. bis 15. Mai 1910 einſchließlich bei mir abzugeben ſind.
Die Abgabe der mündlichen Aeußerung kann während desangegebenen Zeitraumes
werktäglich von 9—12 Uhr in den Dienſträumen des Großh. Kreisamts (Neckarſtraße 3)
Ich fordere hierdurch alle Handwerker, welche im Bezirk der Gemeinde Darmſtadt
das Friſeur=, Barbier= und Perückenmacher=Handwerk betreiben, zur Abgabe ihrer
Aeußerung mit dem Bemerken auf, daß nur ſolche Erklärungen, welche erkennen laſſen,
ob der Erklärende der Errichtung einer Zwangsinnung zuſtimmt oder nicht, gültig ſind
und daß nach Ablauf des obigen Zeitpunktes eingehende Aeußerungen unberückſichtigt
bleiben.
Eine Liſte der beteiligten Handwerker liegt vom 1. bis 15. Mai 1910 werktäglich
von 9—12 Uhr in den Dienſträumen des Großh. Kreisamts (Neckarſtraße 3) Zimmer 19
offen.
Darmſtadt, den 26. April 1910.
* Herling, Kreisamtsgehilfe.
Bebauungsplan für den Haublock Nr. 1 der
Gartenvorſtadt Dieburgerſtraße=HohlerWeg
Der mit Genehmigung Gr. Miniſteriums
des Innern vom 15. d. Mts. feſtgeſtellte
obige Bebauungsplan, der die in der
Ge=
markung Darmſtadt liegenden Grundſtücke:
Flur 36 Nr. 53¾10, 54/10, 55%0, 56½10, 56¾/10,
56/10, 56%/10, 57, 581/10, 58¾/10, 75 und Flur 37
Nr. 209/10 umfaßt, kann bei dem
Stadt=
bauamt (Grafenſtraße 30) in den
Dienſt=
ſtunden eingeſehen werden.
(9080md
Darmſtadt den 22. April 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Jaeger.
Dünger=Verſteigerung.
Dienstag, den 3. Mai d. J., vormittags
11 Uhr, wird der im ſtädt. Schlachthofe,
Frankfurterſtraße 69, ſeit Herbſt v. Js.
an=
geſammelte Torfſtreudünger (3 Gruben) an
Ort und Stelle öffentlich meiſtbietend
ver=
ſteigert.
(6015mdt
*Darmſtadt, den 25. April 1910.
Städtiſche Schlachthofverwaltung.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 19. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Bäckermeiſter Karl Jockel
Ehe=
keuten dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
63 Grabgarten Liebig=
671/100
ſtraße,
V 67½½00 198 Hofreite daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K44/10
iwerden.
Darmſtadt, den 9. April 1910.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L8110,67
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 12. Mai 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Heinrich Geigals Eheleuten
hahier zugeſchriebenen Liegenſchaften:
Flur Nr. am
III 20105¼/100o 352 Hofreite Grüner Weg
Nr. 17,
III 201955/000 171 Grabgarten daſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Wittmann=
ſtraße 1, zwangsweiſe verſteigert werden.
Darmſtadt. den 29. März 1910.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(GBeſſungen.)
Frantz. (L,6843,65
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 12. Mai 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die 1. dem Heinrich Deſch in
Frank=
furt am Main, 2. deſſen Ehefrau
Eliſa=
bethe, geb. Schmidt, in Lauter bei
Grün=
berg in Heſſen in der Gemarkung Beſſungen
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. am
I 215/100 179 Hofreite
Beſſunger=
ſtraße 94.
in unſerem Geſchäftszimmer,
Wittmann=
ſtraße 1, zwangsweiſe verſteigert werden.
Die Genehmigung der Verſteigerung
wird auch dann erfolgen, falls ein der
Schätzung entſprechendes Gebot nicht
ein=
gelegt wird und andare rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen.
Darmſtadt, den 29. März 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſungen).
Frantz.
(L.,6844,65
Leichtes Feder=Rollchen
15—20 Ztr. Tragkraft, zu kaufen geſucht.
romdt) Gg. Korbus, Luiſenſtr. 36.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 1 Rehpinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
lag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 28. April 1910, nachmittags 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 öffentlich
zwangs=
weiſe gegen Barzahlung:
6 Vertikos, 4 Diwans, 2 Büfetts, 1 Pianino, 3 Kleiderſchränke 2 Schreibtiſche.
Eisſchränke, 3 Fahrräder, 4 Ballen Roßhaarſtoff, 1 Partie Seidenfutterſtoff,
Samt, 6 Stück Serge, 1 Stück Satin, 160 Bilderleiſten, 50 Bilder, 40 Dutzend
Servietten, 60 Stück Tiſchzeug, 1 Linoleum, 1 Fell, 4 Betten, 3 Kommoden,
2 Waſchtiſche, 4 Ladentheken uſw.
Darmſtadt, den 27. April 1910.
(9107
Whüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 29. April 1910, nachmittags 3 Uhr
wvird im Auftrage der Firma A. Henninger, Maſchinenfabrik, in deren Fabrikanweſen
(9112
zu Darmſtadt, Pallaswieſenſtraße 106
1 nom. 6—7pferd. Dreſchlokomobile
(1907 gebaut, ſehr wenig gebraucht) durch den Unterzeichneten zwangsweiſe ſicher verſteigert.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher.
Verſteigerungs-Anzeige.
Samstag, den 30. April I. J., nachmittags 3½ Uhr,
verſteigere ich Friedrichstrasse 18, I. Etage, wegen
Auf=
löſung des Haushaltes auf freiwilligen Antrag meiſtbietend gegen
bare Zahlung:
1 Kameltaſchen=Diwan, 1 Ausziehtiſch. 1 Kommode, 1 zweitür.
Kleider=
ſchrank, 1 kompl. Bett mit Roßhaar=Matratze, 2 Pendüle, Bilder und
Spiegel, 1 Teppich und ſonſtige Haushaltungsgegenſtände, 1 Eßſervice
und 1 Kaffeeſervice.
(9133df
Darmſtadt, 27. April 1910.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Moosverſteigerung.
Freitag, den 29. April 1910, vormittags 9 Uhr, werden auf dem
Rat=
t
hauſe zu Pfungſtadt aus Diſtrikt Malchertanne
ca. 311 Haufen Moosſtreu
(9020md
an die Meiſtbietenden verſteigert.
Pfungſtadt, den 25. April 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
Arbeitsvergebung
(Stadtwald.)
Montag, den 2. Mai l. J. ſoll das
rechen, Schlagen und Aufſetzen von 200 cbm
teine in den Steinbrüchen:
Scheſtheimer=
nd Dachsberg=Bruch wenigſtnehmend
ver=
eben werden.
Zuſammenkunft um 9 Uhr im Scheft=
(3113ds
imer Bruch.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Roggen-Wirrstroh
Waggon=Ladungen und in einzelnen
(8425a
uhren, offeriert
M. Haack, Dieburg.
t1 billigſt Wiih. Castan,
(4723a
orzellankit Kirchſtraße 5.
Ein Bedürfnishäuschen aus
Wellblech.
Ein im Hofe Neckarſtraße 3 befindliches
Bedürfnishäuschen aus Wellblech
mit 3 Piſſoir=Ständen, für Waſſerſpülung
eingerichtet, ſoll veräußert werden.
Angebote ſind bis zum 7. Mai d. Js. an
unterzeichnete Stelle einzuſenden.
Darmſtadt, den 26. April 1910.
Großherzogl. Hochbauamt.
Diehl.
(9129P
Kinderlaufgärtchen
(Ställchen), ſowie Glühſtoff=Bügeleiſen
abzugeben
(*10600
Ireneſtraße 9, part., nächſt d. Frankfurterſtr.
En unſer Handelsreaiſter B wurde heute
D eingetragen hinſichlich der Firma:
Darmſtädter Mühlenbauanſtalt,
Geſell=
ſchaft mit beſchränkter Haftung,
Darm=
ſtadt:
Das Stammkapital iſt auf Grund des
Beſchluſſes der Geſellſchafter vom 11. April
1910 um 15000 Mark erhöht und beläuft
ſich daher jetzt auf 35000 Mark.
(9162
Darmſtadt, den 21. April 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Bekanntmachung.
Das von Hermann Gernsheimer in
Eberſtadt ſeither unter der Firma H.
Gerns=
heimer dasſelbſt betriebene Manufaktur=
und Konfektionsgeſchäft iſt mit Wirkung
vom 1. April 1910 unter Uebernahme aller
Aktiven und Paſſiven auf ſeine beiden Söhne
Adolf Gernsheimer und Julius
Gerns=
heimer in Eberſtadt übergegangen. Dieſe
führen das Geſchäft unter der Firma
H. Gernsheimer Söhne in offener
Handels=
geſellſchaft weiter Jeder von ihnen iſt zur
Zeichnung und Vertretung der Firma
be=
rechtigt.
(9139
Eintrag in das Handelsregiſter A iſt am
2. April 1910 erfolgt.
Darmſtadt, den 25. April 1910.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über das
Ver=
mögen des Buchdruckereibeſitzers Jacob
Helsne in Pfungſtadt iſt zur Abnahme
der Schlußrechnung des Verwalters, zur
Erhebung von Einwendungen gegen das
Schlußverzeichnis der bei der Verteilung zu
berückſichtigenden Forderungen — und zur
Beſchlußfaſſung der Gläubiger über die nicht
verwertbaren Vermögensſtücke —, ſowie zur
Anhörung der Gläubiger über die Erſtattung
der Auslagen und die Gewährung einer
Vergütung an die Mitglieder des
Gläubiger=
ausſchuſfes — der Schlußtermin auf
Samstag, den 14. Mai 1910,
vormittags 10 Uhr,
vor dem Großherzoglichen Amtsgericht II
hierſelbſt, neues Gerichtsgebände Erdgeſchoß,
(9145
Zimmer 107, beſtimmt.
Darmſtadt, den 13. April 1910.
Merkel,
Gerichtsſchreiber des Großh. Amtsgerichts II.
Holzabfuhr.
Das noch in hieſigem Revier ſitzende
Nutzſcheit= und Brennholz iſt, inſofern nicht
ein früherer Termin bereits geſetzt iſt, bei
Meidung von Anzeige, bis 14. Mai
ab=
zufahren, das Stammholz bis 28. Mai.
Darmſtadt, den 27. April 1910. (9161
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
2 elegante Fahrräder
ſowie
(*10423if
ein Damenrad
wie neu, ſpottbillig zu verkaufen
Gutenbergſtraße 58, bei Hahn.
Ihr Vorkeil 2m
iſt es, wenn Sie ſich beim Verkauf von
getrag. Herren= u. Damenkleider, Stiefel u.
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dieſes Blattes.
(0130si
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gut erhalten, für Schaufenſter oder Balkon,
3½ Meter breit, zu verkaufen (*10598ds
Sandbergſtraße 6t. 3. Stock.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. April 1910.
Nummer 98.
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Preiswürdigkeit. — Trotz der billigen Preise stehen wir für die Güte und Dauerhaftigkeit
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Guggenheim & Marx.
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Zeugniſſen, ſucht Stellung
Kirchſtraße 10, 3. Stock links.
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im Schneidern, Aendern, Ausbeſſern und
Feinſtopfen geübt, hat noch einige Tage frei.
Näheres in der Expedition. (*10530mds
B8995) Junges Mädchen ſucht
Tages=
ſtelle, wo möglich bei Kindern. Offerten
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Wendelſtadtſtraße 35, 2. Stock.
Fräulein
20 Jahre alt, ſucht bis Anfang Mai Stelle
als Kinderfräulein oder auch als Stütze.
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Mädchen aus guter Familie wünſcht
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über Beſchäftigung in beſſerem Hauſe.
Offerten unter J 27 an die Expedition.
*10516md) Junge unabhäng. Frau ſucht
waſchen und putzen Schwanenſtr. 27, p.
*10524md) Aeltere zuverläſſige Frau ſucht
Büro zu reinigen
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und 1. Juni, tüchtiges Mädchen in
Wirt=
ſchaft nach auswärts, durch
(*10648
Frau Weißmantel, Arbeitsnachweis
nur Eliſabethenſtraße 37. 5
*10649) Frau ſucht für nachmittags
Laufſtelle Mathildenplatz 2, Seitb. 2. St. r.
Zu erfragen von 10 Uhr ab.
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Lauf=
dienſt 1 bis 2 Stunden vormittags. Zu
erfragen Viktoriaſtraße 96, Hinterhaus.
*10596) Unabh. Mädchen ſucht Laufdienſt
ganzen Tag Gardiſtenſtraße 25, 1. Stock.
ſucht Beſchäftigung
Junges Mädchen für im Hauſe, von
morg. bis mitt. 2 Uhr Tannenſtr. 12. (B9148
*10669) Selbſt. Mädchen ſ. Stelle als
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Seite 16.
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Seite 18
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. April 1910.
Nummer 98.
Sport.
Rg. Bei den Berliner Ringkämpfen
ſiegte am letzten Abend Cazeaux=Frankreich über den
Berliner Hoffmann in 12:26 und van Dem=Holland.
über Waſhington=Amerika in 22:59. Den
Entſcheidungs=
kampf zwiſchen Markuſſen und Luppa gewann
Mar=
kuſſen in 114:43.
Av. Für das aviatiſche Meeting in
Düſ=
ſeldorf, das am 5., 7. und 8. Mai von der
Orts=
gruppe Düſſeldorf des Deutſchen Luftflottenvereins
veranſtaltet wird, iſt auch der deutſche
Meiſterſchafts=
flieger Hans Grade=Magdeburg verpflichtet worden.
Ferner wird Baron de Caters an dem Meeting
teil=
nehmen.
Das deutſche Ausſcheidungsrennen
zum Kampf um den Gordon Bennett=Pokal für
Frei=
ballons wird laut Beſchluß der Sportkommiſſion des
Deutſchen Luftſchifferverbandes am 4. Juni in
Frank=
furt a. M. abgehalten werden.
Der große Ueberlandflug von Baron de
Caters, der kürzlich die 230 Kilometer lange Strecke
von Mourmelon nach Dijon zurückgelegt haben ſollte,
ſtellt ſich als eine Myſtifikation heraus. Der Vertreter
des Pariſer „L’Auto” der den Rekordflug in die Welt
telegraphiert hat, iſt von einem Schwindler, der ſich
als Baron de Caters ausgab, düpiert worden.
Die Meldeliſte für das internationale
F lu gmeet in gvon Lyon am 7. bis 15. Mai,
für das 200000 Franken an Preiſen ausgeſetzt wurden,
iſt jetzt mit 15 Unterſchriften geſchloſſen worden. Es
nannten: Latham (Antoinette), Metrot (Voiſin), pan
den Born (Farman), Legagneux (Sommer), Molon
(Blériot), Mignot (Voiſin), Dubonnet (Tellier),
Paul=
han (Farman), Chavez (Farman), Nugoes (Voiſin),
Michelin (Michelin), Gabilan (Voiſin), Harding (Jap),
Sanches Beſa (Beſa) und Gaudart (Voiſin).
Das Endklaſſement im
internationa=
len Flugmeeting von Nizza ergibt eine
be=
deutende Ueberlegenheit des ruſſiſchen Farman=Piloten
Efimoff, der 75826 Franken gewann. Latham (
An=
toinette) rangiert an zweiter Stelle mit 59326 Fr., dann
kommen van den Born (Farman) mit 26500 Fr.,
Du=
ray (Farman) mit 18826 Fr., Chavez (Farman) mit
12326 Fr., Rolls (Wright) mit 5326 Fr., Rawlinſon
(Farman) mit 2000 Fr. und Metrot (Voiſin) mit 826 Fr.
In dem Wettbewerb der größten Geſamtdiſtanz ſiegte
Efimoff mit 960,398 Kilometer von van den Born mit
606,336 Kilometer und Chavez mit 440,330 Kilometer.
Den Preis des längſten Dauerfluges während des
Meetings gewann Efimoff mit 97 Kilometer in 1115:28,3
vor van den Born mit 87,5 Kilometer in 1:58:18,1 und
Rawlinſon mit 76 Kilometer in 1:37:00. Der
Geſchwin=
digkeitspreis fiel ebenfalls an Efimoff mit 5.23,3 für
5 Kilometer. Den Paſſagierpreis gewann van den
Born mit 62,7 Kilometer in 1:10:22 vor Efimoff mit
58,5 Kilometer in 1118:52,4. Den Rundenpreis für den
beſten Flug über 6 Kilometer ſicherte ſich Latham mit
5:36,4 vor Chavez mit 6:02,4. Der Startpreis fiel
wie=
derum an Efimoff, der ohne Paſſagier nach 10,50 Meter,
mit Paſſagier nach 11,65 Meter frei kam. Den
Höhen=
preis holte ſich Latham mit 656 Meter vor Chavez mit
644 Meter und Rolls mit 242 Meter. Der Mechaniker=
Preis über die Runde wurde Duray mit 1.51,3 vor
Efimoff mit 2:03,4 zuerkannt. Das Klaſſement für die
Ueberſeeflüge für je 24 Kilometer Länge iſt folgendes:
Nizza-Kap-Ferrat-Nizza: 1. Latham 16:46,3, 2.
Du=
ray 18:36, 3. van den Born 19.58,2. Nizza-Antibes-
Nizza: 1. Latham 20:16, 2. Efimoff 20:42,2, 3. Duray
21:40,2. Insgeſamt wurden von den Konkurrenten
während des Meetings über 3000 Kilometer
zurück=
gelegt.
Um den 200000 Mark=Preis der „Daily
Mail” für einen Flug von London nach Mancheſter
(300 Kilometer in drei Etappen), ſcheint ſich ein
ſchar=
fer Kampf zu entſpinnen. Außer Graham White, der
nach einem mißglückten erſten Verſuch einen neuen
Start vorbereitet, hat ſich auch noch Paulhan für
Mitt=
voch einſchreiben laſſen. Schließlich will auch noch
Du=
bonnet, der erſt kürzlich einen glänzenden Flug über
Paris ausführte, mit ſeinem Tellier=Apparat um den
wertvollen Preis ſtarten.
Vermiſchtes.
* Aviatiker und Tiere. Gewiſſe Luftfahrer haben
ſich die Beobachtung von Haustieren, Wild und Vögeln
vom Luftballon aus zur Aufgabe gemacht und dabei
folgendes konſtatiert: Haushühner liefen angeſichts des
Ballons erſchreckt wie toll umher und ſuchten
irgend=
wie Unterſchlupf zu gewinnen. Feld= und Waldhühner
ſahen im Luftſchiff einen rieſigen Raubvogel, glaubten
ſich von ihm bedroht und duckten ſich an den Erdboden
nieder. Hausgänſe und Hausenten beſchnatterten in
ihrer bekannten lauten Weiſe das Erſcheinen des
un=
heimlichen Störenfrieds, wogegen Wildenten ruhig auf
ihren Gewäſſern in Erwartung der Dinge, die weiter
kommen würden, liegen blieben. Hochgradig nervös
geworden zeigten ſich den Beobachtern die Tauben, die
ängſtlich ihre Schläge umflatterten. Auch den Fuchs
bringt der Ballon aus der Faſſung, erſchreckt und
ver=
wirrt ihn. Nach allen Richtungen ſchnürt er hin und
her, ohne den rechten Weg zum ſchützenden Dickicht zu
finden. Selbſt dieſer Schlaumeier verliert alſo bei
unvorhergeſehenem Falle den Kopf. Das Hochwild
ver=
ſetzt der Luftballon gewöhnlich zunächſt in ruhige
Be=
trachtung; erſt das Knattern der Motore und das
Sauſen der Propeller läßt es zu Holze ziehen. Haſen
ſpringen entſetzt aus dem Lager im Kleeacker, aus dem
Kohl=, Rüben= und Kartoffelfelde. Rehe poſtieren ſich
wie auf Kommando zur Linie oder gruppieren ſich
neu=
gierig. Eigenartig benehmen ſich die Störche inſofern,
als ſie in eleganten Kreiſen den Ballon begleiten, als
wollten ſie den Luftſchiffern demonſtrieren, wie
er=
bärmliche Stümper in der Aviatik ſie ihnen gegenüber
ſind. Sicher iſt es ein Hochgenuß, das Tun und
Trei=
ben der Tierwelt auf der Erde, auf dem Waſſer, in der
Luft, feierlich ſtill im Weltraume dahinſchwebend, durch
das Fernrohr belauſchen zu können.
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Anfragen ſind unter Beilegung von 50 Pfg. in Marken für Schreih= und
Portoſpefen und mit Angabe der voranſtehenden Nummer an die Redaktion
dieſes Blattes zur Weiterbeförderung, jedoch ohne Verbindlichkeit, zu richten
251. Wieder eine ſehr erhebliche Erbſchaft aus
Ame=
rika! In der Zeit von 1850 bis 1860 war ein gewiſſer
Francis Kron Profeſſor der fremden Sprachen an der
Uni=
verſität North Carolina. Von dieſem iſt bisher nichts
weiter bekannt geworden, als daß er aus Deutſchland
ſtammt. Francis Kron erbte von ſeinem Schwager 3000
Acker Land, die damals ziemlich wertlos waren, jetzt aber
durch die Anlegung von Eiſenbahnen und durch
Auffin=
dung von Mineralien (auch Gold) eine erhebliche
Wert=
ſteigerung erfahren haben. Die letzte Tochter des
Profeſ=
ſors Kron, ein Fräulein Adelaide Kron, iſt im Dezember
1909 geſtorben. Und nun werden in Deutſchland die Erben
für das große Vermögen geſucht. Falls ſie ſich bis Ende
1910 nicht melden, fällt der Nachlaß einer Univerſität
an=
heim. Wer alſo Kron heißt oder den Namen Kron in
ſei=
ner Verwandtſchaft hat, prüfe die Angelegenheit recht
genau!
252. 4000 Mark ſind teſtamentariſch vermacht worden
den ehelichen Kindern des 1856 in Dresden geborenen, ſeit
1895 verſchollenen Konditors und Handlungsgehilfen
Jo=
hannes Paul Georg Petzoldt. Dieſe Kinder werden
ge=
ſucht. Das Vermächtnis ſtammt aus dem Nachlaß der
Kammermuſikuseheleute Stock.
253. In einer Erbſchaftsangelegenheit wird der
Ar=
beiter Karl Heinrich Kuhmann geſucht, 1836 in Groß=
Wandriß im Kreiſe Liegnitz geboren. Im Jahre 1860 hat
er nach den angeſtellten Ermittelungen in Köln gelebt.
254. Für den Nachlaß des in Wien ledig verſtorbenen
Hausbeſitzers Karl Törfl werden die unbekannten Erben
aus der Verwandtſchaft ſeiner Mutter Marie Törfl geb.
Wopalensky oder Wobalensky geſucht.
255. Ein amerikaniſcher Rechtsanwalt forſcht nach den
unbekannten Erben eines gewiſſen „John Kaiſer” (richtiger
wohl Johann Kaiſer), der vor vielen Jahren angeblich in
„Sakin” (vielleicht Säckingen?) geboren und ſchon vor 1860
nach Amerika gekommen ſein ſoll. Angeblich ſoll ſein Vater
Martin mit Vornamen geheißen haben.
Für nachgenannte Perſonen, deren Aufenthalt
unbe=
kannt iſt, ſind ſeit der Kindheit Leibesrenten vorhanden:
256. Wilhelmine Egolie Lina Jahn, 1845 in Saalfeld
geboren, ſpäter nach Oſtheim (Rhön) abgemeldet. Die
Mutter war eine geborene Hanf.
257. Karoline Barbara Ihl, 1850 in Schönſtein
ge=
boren als Tochter des Apothekers Ihl, der 1855 in
Rübenach wohnte. Die Geſuchte iſt angeblich ſpäter nach
St. Goar verzogen.
258. Henriette Elfriede Olga John, 1855 in Namslau
geboren, Tochter des Gaſtwirts Guſtav John in
Kreuz=
burg in Schleſien.
259. Guſtav Adolf Juchsberg, 1853 in Barmen
ge=
boren.
260. Johanne Eliſe Kahle, 1853 in Hannover
ge=
boren.
261. Jakobine Charlotte Kaiſer, 1844 in Neuwied
geboren.
262. Alwine Marie Joh. Dorothee Kerndt,
Apothe=
kerstochter, 1850 in Langenbielau geboren.
263. Marie Eliſe Wilhelmine Franziska Klein, 1857
in Warendorf geboren, und Friedrich Wilhelm Karl Klein,
1852 in Recklinghauſen geboren, Kinder des 1866 in
Saſ=
ſendorf verſtorbenen Salzfaktors Guſtav Klein.
264. Johanne Luiſe Wilhelmine Knappſtein, 1844 in
Aldekerk geboren. Die Mutter war eine geborene Herrklotz.
265. Guſtav Koch, 1876 in Berlin geboren als Sohn
des Gärtners Wilhelm Koch.
266. Die Kinder des Grubenverwalters Friedrich
Wilhelm Kollmann in Hinſel bei Stede: a) Friedrich
Wil=
helm Kollmann, geb. 1849, und b) Antoinette Ottilie
Flo=
rentine Kollmann, geb. 1853.
267. Gabriele Luiſe Krauſſe, geb. 1855 in Zwickau,
Chauſſeeinſpektorstochter.
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