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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 77.
Montag, den 4. April.
1910.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Zum Arbeitskampf im Baugewerbe
ſchreibt die „Baugewerks=Zeitung”, Organ des
Innungs=
verbandes Deutſcher Baugewerksmeiſter, der
Baugewerks=
berufsgenoſſenſchaften und des Deutſchen
Arbeitgeberbun=
des für das Baugewerbe:
Durch die Annahme der Unterlage zu neuen
Tarif=
verträgen können die Gewerkſchaften ihren Mitgliedern ein
weiteres friedliches Arbeitsverhältnis erhalten. Der
Ar=
beitgeberbund hat die Beſtimmungen nicht diktiert, ſondern
mit den Zentralverbänden eingehend darüber verhandelt.
Andererſeits wird ſich der Arbeitgeberbund jedoch nicht
das von ihm noch aufrechterhaltene Mindeſimaß von
Schutzbeſtimmungen aus den Händen nehmen laſſen.
Einer etwaigen Machtprobe der Zentralverbände kann er
bei ſeiner inneren Geſchloſſenheit, ſeinen Kartellen und
Sonderverträgen um ſo ruhiger entgegenſehen, als die
mehrjährige Stockung im Baugewerbe, ſoweit wir
unter=
richtet ſind, nur in wenigen Großſtädten einem merklichen
Aufſchwung gewichen iſt, ſonſt aber im ganzen Reiche
fort=
beſteht. — Kommt es in zwölfter Stunde nicht noch durch
die Einſicht der Generalverſammlungen der
Zentralver=
bände zu einer Einigung zwiſchen Arbeitgebern und
Ar=
beitnehmern, ſo ſind die Folgen für Hunderttauſende der
im Baugewerbe und den Bauhilfsgewerben Beſchäftigten
unabſehbar.
Es kann kein Zweifel beſtehen, daß der Abſchluß der
Verträge zwiſchen den Zentralſtellen (nicht zwiſchen den
einzelnen lokalen Organiſationen) zur ſtrengen
Durchfüh=
rung der Beſtimmungen — die doch von beiden Seiten
ehrlich angeſtrebt wird — unentbehrlich iſt. Die
hervor=
ragendſten Nationalökonomen ſagen übereinſtimmend, daß
ein Vertrag nur dann einen ſicheren Beſtand ruhigen
Ar=
beitsverhältniſſes verbürgt, wenn die dahinter ſtehenden
Organiſationen ſelbſt von großer Dauer und Kraftsſind.
Und das ſind im Baugewerbe eben nur die
Zentral=
organiſationen. Den Gewerkſchaften iſt es
außerordent=
lich leicht gemacht, dem zentralen Abſchluß zuzuſtimmen,
nachdem ihnen bei den letzten Verhandlungen die loyale
Erklärung gegeben worden iſt, daß bei zentralem
Ab=
ſchluß pekuniäre Schadenerſatzanſprüche während der
Ver=
tragsdauer gegen die Gewerkſchaftskaſſen nicht erhoben
werden würden. Die unnötige Befürchtung der
Arbeit=
nehmer, daß die Vereinbarung von Staffel= oder
Durch=
ſchnittslöhnen zu einer Reduzierung der jetzigen Lohnhöhe
führen könne, dürfte durch den hierauf bezüglichen klaren
Dresdener Beſchluß des Arbeitgeberbundes beſeitigt ſein.
Wenn neue Verträge zuſtande kommen, ſo iſt als ſicher
an=
zunehmen, daß eine Lohnherabſetzung nirgends ſtattfinden
wird.
Die Oeffentlichkeit wird auch ohne weiteres verſtehen,
daß die Bauunternehmer den ungeübten Erdarbeitern,
un=
ter denen ſich, arbeitsloſe Leute aller übrigen Berufe,
Fabrikarbeiter, ehemalige Handwerker, Kaufleute uſw.
be=
finden, nicht dieſelben Löhne zahlen können, wie den
ge=
übten und voll leiſtungsfähigen Bauhilfsarbeitern, daß
die Löhne mit diefen Leuten vielmehr von Fall zu Fall
frei vereinbart werden miſſen. Die Akkordarbeit wird von
den Gewerkſchaften bekanntlich bekämpft, trotzdem — es iſt
nicht unintereſſant, daran zu erinnern — Marx zugegeben
hat, daß ſie die Individualität, das Freiheitsgefühl, die
Selbſtändigkeit und Selbſtkontrolle der Arbeiter entwickeln.
Die Führer der Zentralverbände ſind wohl mit Rückſicht
hierauf ſo klug geweſen, nach einigem Widerſtreben die
Akkordarbeit wieder als „zuläſſig” im Vertragsmuſter
an=
zunehmen — aber mit dem Hintergedanken, ſie nach wie
vor nach Kräften zu bekämpfen; denn wenn ſie das nicht
wollten, könnten ſie ſich ohne weiteres verpflichten — wie
die Arbeitgeber verlangen —, ſich während der
Vertrags=
dauer „jeder hindernden Einflußnahme” zu enthalten. Es
ſei noch ausdrücklich erwähnt, daß durch die
Vertrags=
beſtimmungen niemand zur Akkordarbeit gezwungen
wer=
den ſoll, ſondern daß es ganz im freien Ermeſſen des
Ein=
zelnen liegt, die Akkordarbeit abzulehnen.
Die Einſetzung eines oberſten Schiedsgerichts zur
Entſcheidung bei Meinungsverſchiedenheiten über
prin=
zipielle Fragen und über das Vertragsmuſter, die von
den Zentralverbänden bisher noch beanſtandet worden iſt,
müßte jedem Tarifvertrags= und Friedensfreunde ſehr
will=
kommen ſein. Die Soziale Praris” ſchrieb in Nr 8=
„Wenn die Arbeiter hierin einen Verzicht auf das geſetzlich
gewährleiſtete Koalitionsrecht erblicken, weil danach letzten
Endes während einer Vertragsdauer nicht mehr Streik
und Ausſperrung, ſondern eine höchſte Schiedsſtelle
ent=
ſcheiden ſoll, ſo bekunden ſie damit eine nicht zu
rechtfer=
tigende Scheu vor den logiſchen Konſequenzen des
Tarif=
vertrages, der eben darauf abzielt, jeden Machtkampf der
Parteien auch über ungeklärte Vertragsfragen während
ſeiner Geltung zu verhüten und durch nüchterne Ausſprache
oder durch den Schiedsſpruch unparteiiſcher
Vertrauens=
perſonen eine mindeſtens vorläufige Löſung etwaiger
Zwiſtigkeiten herbeizuführen.‟ Der Widerſtand der
Ge=
werkſchaften wird bei dieſem Punkte wohl nicht allzu
ſchwer zu überwinden ſein. Man kann auch auf ihrer
Seite einen Verſuch mit der neuen Einrichtung doch
unbe=
denklich wagen; erweiſt ſie ſich während der nächſten
Ver=
tragsdauer als verbeſſerungsbedürftig, ſo ſteht vor
wei=
terer Erneuerung der Verträge ihrer Abänderung nichts
entgegen.
Daß jegliche Agitation während der Arbeitszeit
verboten ſein muß, wird von beiden
Vertrags=
parteten ebenſo anerkannt wie die Notwendigkeit
des Verbots der Beläſtigung anders= oder
nichtorgani=
ſierter Arbeiter. Man wird nun ſehr verſchiedener
Mei=
nung ſein können, was unter Beläſtigung zu verſtehen iſt,
und deshalb wird wohl auch jeder Unbeteiligte eine klare
Erläuterung dieſes Begriffes im Vertrage für
wünſchens=
wert halten. Aber gerade der bisherigen zweifelsfreien
Erklärung („Der Fall der Beläſtigung iſt dann gegeben,
wenn ein Arbeiter, nachdem er es ſich verbeten hat, weiter
mit Organiſationsangelegenheiten angeſprochen wird”)
ſoll nach dem Willen der Arbeitnehmer die Aufnahme im
Vertrage verſagt bleiben! Die Zwiſtigkeiten über die
Dauer des Vertrages dürfen jetzt als beſeitigt gelten. Man
iſt der Zuſtimmung der Zentralverbände zu einem
drei=
jährigen Vertrage ziemlich ſicher, nachdem die Arbeitgeber
auf ihr früheres Verlangen eines fünfjährigen Abſchluſſes
verzichtet haben.
Außerhalb des eigentlichen Vertragsmuſters, in den
ſogenannten „Protokollariſchen Erklärungen”, wünſcht der
Arbeitgeberbund u. a. die prinzipielle Regelung zweier
wichtiger Punkte. Er hat ſich ſeit einigen Jahren
veran=
laßt geſehen, dem Drängen der Arbeiterſchaft auf weitere
Verkürzung der Arbeitszeit im Baugewerbe vorläufig ein
entſchiedenes „Halt!” zuzurufen. Nur wo die Arbeitszeit
noch über 10 Stunden täglich beträgt, will man ſich mit
einer Verkürzung auf 10 Stunden einverſtanden erklären;
wo ſie aber früher ſchon auf 8—9—10 Stunden gekürzt
worden iſt, wie in zahlreichen Vertragsgebieten, ſoll es
dabei ſein Bewenden haben. Es iſt hierbei doch zu
be=
denken, daß das Baugewerbe ein Saiſongewerbe iſt, das
als ſolches eine weitere Verkürzung der Arbeitszeit in der
Baufaiſon nicht mehr verträgt. Bekanntlich arbeiten die
Bauarbeiter auch bei einer vertraglichen zehnſtündigen
Ar=
beitszeit unter Berückſichtigung der faſt einvierteljährigen
Ruhezeit im Winter durchſchnittlich nur 8½ Stunden
täg=
lich. Sie haben bereits an vielen Orten einen großen
Vor=
ſprung vor ihren Kollegen in der Induſtrie erreicht, denn
in dieſer iſt — und zwar Sommer und Winter — der
Zehnſtundentag noch als Regel anzuſehen. Die
Oeffent=
lichkeit wird es daher verſtehen, wenn der
Arbeitgeber=
bund für das Baugewerbe neue Verträge nicht abſchließen
will, in denen ſein Standpunkt in der Arbeitszeitfrage
nicht berückſichtigt wird.
Endlich iſt es ein vielumſtrittener Punkt, ob die
Be=
nutzung; der von den Arbeitgebern eingerichteten und
eventuell noch einzurichtenden Arbeitsnachweisanſtalten
durch das Vertragsmuſter feſtgelegt werden ſolle oder nicht.
Um den Weg zum Frieden zu bahnen, hat der
Arbeit=
geberbund ſich in der Dresdener Hauptverſammlung
dar=
auf beſchränkt, nur in einer Nebenerklärung zu verlangen,
daß die genannten Anſtalten von Arbeitnehmerſeite nicht
bekämpft und in ihrer Tätigkeit nicht geſtört werden
dür=
fen — eine Mäßigung, die wohl den Beifall aller
Frie=
densfreunde finden wird. Die Arbeitgeber haben mit dem
neuen Vertragsmuſter den Arbeitnehmern, ihren
Mitarbei=
tern auf dem Bauplatz, erneut die Hand zum Frieden
ge=
boten. Sie erkennen die Arbeitnehmer jederzeit als
gleich=
berechtigte Vertragskontrahenten an, müſſen aber daran
feſthalten, daß ihnen durch den Tarifvertrag nicht die
ſelbſt=
verſtändlichen Rechte genommen werden, ohne die ſie ihr
Gewerbe nicht weiterbetreiben können. Und am
Weiter=
gang, an der Ausdehnung des Gewerbes haben die
Ar=
beitnehmer dasſelbe Intereſſe; denn nur dadurch wird
ihnen die allmähliche Verbeſſerung ihrer Lebenshaltung
gewährleiſtet.
In den Kreiſen der Arbeitgeber des Bangewerbes
rechnet man übrigens damit, daß der Delegiertentag der
Maurer, der am 4. und 5. April in Berlin zuſammentritt.
das neue Vertragsmuſter der Arbeitgeber, wie es aus den
Beſchlüſſen in Dresden hervorgegangen iſt, ablehnen wird.
Der Arbeitgeberverband wird ſich dann ſofort zu einer
Sitzung vereinigen.
Zur Butterfrage.
C) Man ſchreibt uns: Man braucht kein Freund allzu
häufiger Interpellationen zu ſein und wird es
doch als wünſchenswert anſehen dürfen, daß der
Reichs=
tag an die Regierung die Frage richtet, welche
Maßnah=
men ſie für den Fall ergreifen werde, daß die
augenblick=
liche Butterteuerung dauernd zu werden droht.
Die Wichtigkeit der Butter als Nahrungsmittel und die
ſozialpolitiſche Tragweite des in Berlin bereits
verhäng=
ten Butterboykotts rechtfertigen eine derartige Anfrage.
Noch muß nicht unbedingt mit einer dauernden
Butter=
teuerung gerechnet werden, da die Jahreszeit eine baldige
Zunahme der Produktion von Futter und von Milch in
ſichere Ausſicht ſtellt. Andererſeits aber darf die
Tat=
ſache nicht unberückſichtigt bleiben, daß Deutſchland einen
ſtets wachſenden Teil ſeines Butterbedarfs von auswärts
bezieht. Dies hebt auch A. Wirminghaus im „
Wörter=
buch der Volkswirtſchaft” hervor, wo er darauf hinweiſt,
daß die Einfuhr an friſcher Butter von 7610 Tonnen im
Jahre 1896 auf 36072 Tonnen im Jahre 1905 geſtiegen
iſt. Unter ſolchen Umſtänden iſt es im Falle einer
dauern=
den Butterteuerung keineswegs bloß ein ſelbſtſüchtiges
Intereſſe der Butterimporteure, wenn das Verlangen nach
Erleichterung der Buttereinfuhr laut wird. Da der
Ver=
tragszoll auf ausländiſche Butter 20 Mark für den
Dop=
pelzentner beträgt und außerdem die der Haltbarkeit we==
gen mit Bor verſetzte Butter in Deutſchland nicht
zuge=
laſſen iſt, ſollten für den gedachten Fall Milderungen
ſo=
wohl der zoll= wie der veterinärgeſetzlichen Regelung
rechtzeitg ins Auge gefaßt werden.
Die Wichtigkeit der Butter für die Volksernährung
wird heute in der „Deutſchen Tagesztg.” hervorgehoben,
um den Urhebern des Butterboykotts die damit
übernom=
mene „furchtbare Verantwortung” vor Augen zu führen.
Liegen die Dinge ſo, dann müſſen nicht nur die deutſchen
Butterproduzenten und Butterhändler, ſondern auch
die geſetzgebenden Faktoren des Reiches beizeiten darauf
bedacht ſein, einer dauernden Butterteuerung wirkſam zu
begegnen.
Der Ortsverein der Maſchinenbau= und Metallarbeiter
Berlins hat vor einigen Tagen beſchloſſen, vorläufig auf
drei Monate keine Butter zu kaufen und zu verbrauchen.
Zu dieſem Entſchluß nahm nun auch der Zentralrat der
Hirſch=Dunckerſchen Gewerkvereine Stellung. Die im
Ge=
werkvereinshauſe in Berlin ſtattgehabte Sitzung endete
mit der Annahme folgender Reſolution:
„Der Zentralrat der Deutſchen Gewerkvereine (Hirſch=
Duncker) billigt die Erklärung des Ortsvereins der
Ma=
ſchinenbau= und Metallarbeiter Berlin Xl und auch die
öffentliche Stellungnahme des Verbandsvorſitzenden in
Sachen des Butterboykotts. Der Zentralrat fordert alle
Konſumenten auf, ſich ſo lange des Genuſſes von Butter
zu enthalten, bis der Butterpreis wieder ein
erſchwing=
licher wird. Die Löhne der Arbeiter reichen nicht aus, 1,.50
bis 1.,60 Mark für das Pfund Butter zu bezahlen, zumal
auch die übrigen Lebenskoſten ſo drückend geworden ſind,
daß die meiſten Familienväter der minderbemittelten
Volksſchichten nicht mehr wiſſen, wie ſie auch nur die
drin=
gendſten Ausgaben für den Lebensunterhalt beſchaffen
ſollen.”
Das hier Geſagte gilt aber von dem Mittelſtand
ebenſo ſehr wie von den Arbeitern.
Das neue italieniſche Kabinett.
*⁎* Auch Luzzatti, welcher nunmehr definitiv die
Erbſchaft Sonninos angetreten hat, mußte aus taktiſchen
Gründen darauf verzichten, nur Männer ſeiner eigenen
politiſchen Geſinnung in ſein Kabinett aufzunehmen,
ſon=
dern er traf ſeine Wahl unter den Mitgliedern aller
gro=
ßen Parteien, wie denn überhaupt ſchon ſeit geraumer
Zeit die italieniſchen Miniſterien Kombinationsminiſterien
geweſen ſind, denen vorübergehend auch Republikaner und
Sozialiſten angehörten.
Luigi Luzzatti iſt Iſraelit, wie auch der frühere,
kürzlich verſtorbene Miniſterpräſident Fortis iſraelitiſcher
Herkunft war. Einer ganzen Reihe von Kabinetten hat
Luzzatti, der als Nationalökonom weit über die Grenzen
Italiens hinaus einen Ruf genießt, ſeine Dienſte
gewid=
det, meiſtens als Schatzminiſter, aber auch in anderen
Reſ=
ſorts; er bildete vielfach den rocher de bronce im
Wan=
del der Miniſterien und wirkte namentlich bei der
Vor=
bereitung und dem Abſchluſſe der Handelsverträge mit.
Außer Luzzatti finden wir in ſeinem Kabinett noch
meh=
rere andere Perſönlichkeiten, die bereits Mitglieder der
Regierung waren. So den General Spingardi, den
Luz=
zatti aus dem letzten Kabinett Sonnino als
Kriegsmini=
ſter übernommen hat. Ferner den Schatzminiſter
Te=
desco, der früher Inſpektor der Eiſenbahnen war, aber
wegen einer der Regierung unangenehmen Enthüllung
abgeſetzt wurde und im Jahre 1903 im Kabinett Giolitti
das Reſſort der öffentlichen Arbeiten übernahm und dabei
interimiſtiſch die Poſt= und Telegraphenverwaltung
lei=
tete. Tedesco gilt als eine vorzügliche Arbeitskraft.
Be=
kannt iſt auch der neue Miniſter für öffentliche Arbeiten,
Sacchi, früher Republikaner und jetzt zur radikalen
Par=
tei ſich bekennend. Er hat im politiſchen Leben Italiens
ſchon länger eine Rolle geſpielt und verwaltete zuletzt
An=
fang 1906 im Kabinett Sonnino das Juſtizreſſort. Sacchi
iſt antiklerikal geſinnt, auf ſeinem Programm ſtand von
jeher die Errichtung von Laienſchulen ſowie der Kampf
gegen die religiöſen Kongregationen.
Die übrigen Männer des neuen Kabinetts ſind bisher
wenig hervorgetreten. Marquis Giuliano, der Miniſter
des Aeußern, hatte vor gar nicht langer Zeit den Grafen
Tornielli als Botſchafter in Paris abgelöſt. Er findet
die auswärtige Politik ſeines Landes in feſten Bahnen
vor, die er nicht verlaſſen wird, will er nicht die Intereſſen
Italiens ſchädigen, die im treuen Feſthalten am Dreibund
am beſten gewahrt bleiben. Ob Giolitti, auf deſſen
Un=
terſtützung auch das Kabinett Luzzatti angewieſen iſt,
dieſes lange im Amte laſſen wird, muß abgewartet
werden.
Die Verhandlungen über die Herſtellung eines
ma=
rokkaniſchen Berggeſetzes werden, wie
verlau=
tet, Mitte April in Paris wieder aufgenommen werden.
Sie waren bis zur Klarſtellung der ſogenannten „
Man=
nesmann=Affäre” und dann mit Rückſicht auf das Oſterfeſt
unterbrochen worden.
— Die Errichtung eines oberſten
Gerichts=
hofes für Angelegenheiten der kolonialen und
kon=
ſularen Gerichtsbarkeit iſt bekanntlich im Bundesrat in
Vorbereitung. Wie die „Köln. Ztg.” hört, wird dieſer
„koloniale und Konſulargerichtshof” mit dem Sitze in
Berlin errichtet und mit mindeſtens neun Mitgliedern,
außer dem Präſidenten, die auf Vorſchlag des
Bundes=
rats vom Kaiſer zu ernennen ſind, beſetzt werden.
Die „Köln. Ztg.” ſchreibt: Die „Literariſche
Praxis” (IX, 220) erzählt folgende kurze
Prozeßge=
ſchichte, die ſich den früheren ſeltſamen
Gerichtsurtei=
len in Fragen, die die Preſſe berühren, auf gleicher
Stufe anreiht:
Eine Zeitung brachte eine Mitteilung, wonach ein
livländiſcher Edelmann v. Sievers ſich Greueltaten gegen
ruſſiſche Revolutionäre habe zuſchulden kommen laſſen.
Der Landrat v. Sivers auf Römerhof in Livland erhob
Privatklage wegen Beleidigung. Das Amtsgericht
Ber=
lin=Mitte verurteilte den verantwortlichen Redakteur, die
Berufung wurde vom Landgericht I Berlin verworfen.
Wenn auch die Schreibweiſe der Namen eine
verſchiedene ſei, ſo hätten ſich doch durch den Artikel,
in welchem die Perſon des livländiſchen Adeligen nicht
näher bezeichnet geweſen, alle Träger der Namen Sievers
oder Sivers, die in Livland wohnen, verletzt fühlen
können. Allerdings ſei feſtgeſtellt, daß der
Schrei=
ber des Artikels nicht den Landrat, ſondern eine andere
Perſon habe treffen wollen; der Redakteur habe
ſich aber ſagen müſſen, daß ſeine Ausführungen
auf den Landrat v. Sivers und andere Angehörige der
Familien Sivers und Sievers bezogen werden konnten;
es liege alſo Eventualvorſatz vor.
Die Zeitung ſoll hier alſo den „Eventualvorſatz”
ge=
habt haben, jemand zu beleidigen, den ſie gar nicht
ge=
kannt und gemeint hatte und der ſeinen Namen obendrein
auch noch anders ſchreibt wie der Gemeinte. Das Urteil
ſcheint ſich nicht damit befaßt zu haben, ob die Behauptung
von den Greueltaten richtig war oder nicht. Es ſteht alſo
nichts im Wege für die hier bezweckte Beweisführung, die
Wahrheit der Behauptung anzunehmen. Und nun denke
man! Ein halbwegs näher bezeichneter Herr Schultze
mit t hat in der Tat ſchändlichen Mädchenhandel
getrie=
ben. Die Zeitung ſtellt den Ehrenmann gebührend an
den Pranger. Damit hat die Zeitung ſich der
verleum=
deriſchen Beleidigung aller anderen Schultzes, derer mit z
wie derer mit tz, ſchuldig gemacht! Daraus folgt: Ehe
eine Zeitung von jemandem abfällig ſpricht, prüfe ſie in
Zukunft erſt genau, ob der Verbrecher einen nur einmal
vorkommenden Namen trägt. Das iſt nämlich bei der
ganzen Geſchichte der ſpringende Punkt. Iſt das der Fall,
ſo iſt die Mitteilung erlaubt, iſt es nicht der Fall, wie
das denn faſt immer zutreffen wird, ſo beleidigt der
Re=
dakteur alle Träger nicht nur desſelben, ſondern
ſo=
gar bloß ähnlicher Namen mit. Allerdings wohl in
keinem Lande der Welt außer in Deutſchland. Und wir
ſind geneigt anzunehmen, daß auch in deutſchen
Juriſten=
kreiſen dieſe Art Jurisprudenz wenig Anklang finden
wird. Denn ſie trägt nicht nur den Stempel der
Vorein=
genommenheit gegen die Preſſe an der Stirn, ſie führt, wie
gezeigt, nicht nur zu praktiſch abſurden Ergebniſſen,
ſon=
dern ſie iſt auch juriſtiſch von einer bei deutſchen Richtern
mit ihrer vorzüglichen theoretiſchen Schulung ganz
unbe=
greiflichen Unrichtigkeit. Denn wenn das Urteil ſagt, der
Redakteur „habe ſich ſagen müſſen”, ſo ſtellt es damit eine
Fahrläſſigkeit feſt, zugleich aber auch, daß er es ſich
in Wirklichkeit ſtrafbarerweiſe nicht geſagt habe. Mit der
anderen Behauptung, daß Eventualvorſatz vorliege, iſt
aber das gerade Gegenteil davon behauptet; denn
Vor=
ſatz erfordert die Aufnahme der Tatbeſtandsmerkmale in
das Bewußtſein, bildet demnach einen Gegenſatz
zur Fahrläſſigkeit und kann niemals vorliegen, wo feſtge=
ſtellt iſt, daß jemand ſich etwas, was er ſich nicht geſagt
hat, hätte ſagen müſſen. Das gehört zu den
Anfangs=
gründen der Jurisprudenz.
— Die Zweite württembergiſche
Kam=
mer hat am Samstag den Geſetzentwurf betreffend die
Schaffung des Reſervefonds der Staatseiſenbahnen
ange=
nommen. Gegenüber den Ausführungen eines Redners,
der bedauerte, daß man an Stelle des 2,3 Pfennig=Tarifs
den 2,5 Pfennig=Tarif für die vierte Wagenklaſſe eingeführt
habe, erklärte Miniſterpräſident Dr. v. Weizſäcker:
Ich kann konſtatieren, daß die Tariferhöhung, ſoweit
als die Regierung mit den Ständen gegangen iſt, ſich
be=
währt hat; ob eine weitergehende Erhöhung ſich auch
be=
währt haben würde, weiß ich nicht. Die Oſternotizen der
Zeitungen waren zu ſanguiniſch. Schätzungsweiſe kann
ich die Zahlen des vorausſichtlichen Rechnungsergebniſſes
des am 31. März abgelaufenen Rechnungsjahres mitteilen.
Wir rechnen auf einen Betriebsüberſchuß von rund
20 Millionen Mark gegenüber 16 430000 Mark im Jahre
1908, alſo mit einem Mehrüberſchuß von 3½ Millionen
Mark. Gegenüber dem Etatsſatz beziffern ſich dieſe 3½
Millionen Mark nur auf ein Mehr von 1,8 Millionen
Mark. Die laufende Verwaltung wird den zehnjährigen
Durchſchnitt mit 18715000 Mark erhalten und außerdem
kann ſie in den Reſervefonds 1,3 Millionen Mark
abfüh=
ren. Wir gehen davon aus, daß auf den 1. April d. J. der
Reſervefonds rund 2 Millionen Mark betragen wird. Die
Urſachen dieſer günſtigen Geſtaltung liegen nicht ſo ſehr in
einer weſentlichen Erhöhung der Einnahmen, es handelt
ſich da vielleicht um ½ Million Mark; nur dem unerwartet
günſtigen wirtſchaftlichen Aufſchwung, der im September
v. J. eingeſetzt hatte, iſt es zu verdanken, daß die
Befürch=
tungen der Verwaltung, man würde den Etatsſatz
bezüg=
lich der Einnahmen nicht erreichen, ſich nicht bewahrheitet
haben. Die Beſſergeſtaltung unſeres Betriebsüberſchuſſes
beruht im weſentlichen auf den Erfolgen der energiſchen
Sparſamkeitsmaßregeln.
— Der Juſtizminiſter in Ungarn ordnete die
Einſtel=
lung der gegen Sozialiſten und Angehörige von
Natio=
nalitäten wegen politiſcher Agitation geführten
Prozeſſe an. Dieſe Maßregel wird auf den Wunſch der
Regierung zurückgeführt, in der Behandlung von
Preß=
prozeſſen eine liberale Richtung einzuſchlagen und der
politiſchen Bewegung den freieſten Spielraum zu
ge=
währen.
— Die franzöſiſche Kammer verhandelte über die
Ge=
ſetzesvorlage betr. die zwei Panzerſchiffe, die im
Jahre 1910 auf Stapel gelegt werden ſollen. Admiral
Bienaimé ſprach ſein Bedauern darüber aus, daß die
Her=
ſtellungskoſten für die beiden Schiffe höher ſeien, als dies in
Deutſchland der Fall ſei, und verlangte, daß eine
Sub=
miſſion ausgeſchrieben werde. Der Marineminiſter er
klärte, daß die beiden Panzerſchiffe auf der Höhe der
modernſten engliſchen und deutſchen Schiffstypen
ſtehen würden. Man werde eine Submiſſion
ausſchrei=
ben. Die zwei Schiffe würden ſpäteſtens drei Jahre nach
der Kiellegung in Dienſt geſtellt werden. Wenn die
Kam=
mer die Geſetzesvorlage nicht annehmen würde, wäre dies
ein entſcheidender Schritt zum Verfall der Marine. Die
Vorlage wurde hierauf mit 428 gegen 131
Stim=
men angenommen.
Entgegen den Informationen, die in der auswärtigen
Preſſe veröffentlicht wurden, iſt der neue
franzö=
ſiſche Zolltarif am 1. April in Kraft getreten.
Im Senat wurde die Beratung über den
Hee=
resetat fortgeſetzt. Waddington meinte, das Budget
könne vermindert werden, wenn man nur vollkommen
ge=
ſunde Leute in die Armee einſtelle. Er hoffe, daß
diejeni=
gen, die ſich der Geſtellungspflicht entzögen, rückſichtslos
beſtraft würden, zumal ſich ihre Zahl ſtändig mehre. Er
verlange, daß man die Soldaten mehr als bisher zur
Ka=
pitulation ermuntere. Lebreton (Rechte) beklagte ſich
dar=
über, daß der Soldat Delſarte, der ehemalige Camelot du
Roy, nicht zum Unteroffizier befördert worden ſei, weil
er eine politiſche Strafe erlitten habe. Der
Kriegsmini=
ſter erwiderte, die Maßnahme rechtfertige ſich dadurch, daß
man ſich nicht der Möglichkeit ausſetzen könne, die
Char=
gierten auf der Straße demonſtrieren zu ſehen. Während
dieſer Worte, die lebhaften Beifall fanden, rief der
poli=
tiſche Direktor der „Action Frangaiſe” Vaugeois, von der
Tribüne herunter: Brun entehrt die Armee. Der
Ruhe=
ſtörer wurde aus dem Hauſe entfernt.
— Ueber die Finanzlage in England ſchreiben
die Blätter: „Standard”: Der Schluß des Finanzjahres
und die Veröffentlichung der Bilanz beſtätigen, daß die
Finanzlage des Landes von Jahr zu Jahr ſchlechter wird.
Dies beweiſt nicht allein, das das verfloſſene Jahr mit
einem Fehlbetrag von 26 Mill. Pfund Sterling abſchließt,
ſondern auch der Voranſchlag zeigt ein trübes Bild für
die Zukunft. Die Lage iſt wirklich unhaltbar geworden
da die Ausſichten für die Zukunft ſehr ſchlimm ſind.
„Daily Expreß” ſchreibt: Vor uns liegt die Bilanz des=
Abgeordnetenhauſes. Würde es die Bilanz eines großen
Finanzinſtitutes und nicht die eines großen Staates ſein,
ſo würde man einfach die Direktoren einer ſolchen
Geſell=
ſchaft zur Verantwortung ziehen. — Die „Morning Poſt”
bedauert das neue Finanzjahr unter der Aegide des
Frei=
handelsſyſtems, ein Syſtem, welches als kläglich geſcheitert
betrachtet werden muß. — „Daily=Chrönicle” ſchreibt: Die=
Folge der Zurückweiſung des Budgets durch das Haus
der Lords zeige ſich in der Unterbilanz von 26 Millionen
Pfund. Was das neue Finanzjahr anbetrifft, ſo iſt
vor=
läufig noch nichts Beſtimmtes zu ſagen. Das Haus der
Lords wird einfach verantwortlich gemacht werden müſſen
für die vergrößerte Nationalſchuld. — „Daily Graphie”
ſchreibt: Die Tatſache iſt ſo ernſt, daß man ſagen kann,
England habe niemals in Friedenszeiten einen ſchlechteren
Abſchluß ſeiner Finanzſituation gemacht wie jetzt.
Das=
alles iſt das Ziel von der zwölfmonatigen Regierung des
herrſchenden Syſtems. Dem Oberhauſe keine Schuld
bei=
zumeſſen, iſt ebenſo lächerlich wie unehrlich. — „Daily
News” ſchreibt: Es iſt auf alle Fälle ein Luxus, zwei
un=
verantwortliche Kammern zu haben, die einfach das
Bud=
get zurückweiſen. Wie aus der Bilanz zu erſehen iſt, iſt es
auch ein ſehr koſtbarer Luxus.
— Der „Peſter Lloyd” veröffentlicht einen Artikel aus
einer Wiener diplomatiſchen Quelle über die
Entwicke=
lung auf dem Balkan, in dem die Reiſen des
Kö=
nigs der Bulgaren und des Königs von
Serbien nach Petersburg und Konſtantinopel beſprochen
werden und die Lage folgendermaßen charakteriſiert wird:
Iswolski brachte die Balkanſlawen zum Bewußtſein jener
Notwendigkeiten, die ſich aus der Wandlung der Türkei
ergaben. Er ſelbſt fügte ſich der Notwendigkeit, normale
Beziehungen zu Oeſterreich=Ungarn wieder anzubahnen.
Er machte ſich dabei ſchließlich auch die Erwägung des
Wiener Kabinetts zu eigen, daß durch die Modalitäten
der Wiederanknüpfung die berechtigte Empfindlichkeit der
Türkei nicht verletzt werden dürfe. So iſt eine Situation
entſtanden, die unſeren Wünſchen entſpricht und eine neue
Sicherheit dafür bietet, daß die Großmächte ſich in dier
inneren Verhältniſſe der Türkei nicht einmiſchen werden.
* Ein angeblicher deutſch=
liberiani=
ſcher „Zwiſchenfall” „Echo de Paris” und „Daily
Telegraph” meldeten, daß das deutſche Kanonenboot=
„Sperber” in Kap Palmas (Republik Liberia) verſucht
habe, Truppen zu landen; daraufhin habe es von den
libe=
rianiſchen Behörden den Befehl erhalten, dies zu
unter=
laſſen und ſich innerhalb 36 Stunden aus den
liberia=
niſchen Gewäſſern zu entfernen. Das Kanonenboot ſei
dieſem Befehl nachgekommen. Der dieſer unzutref’
fenden Meldung zugrunde liegende Tatbeſtand iſt
der folgende: Am 19. Februar 1910 erhielt der „Sperber”,
auf der Rückreiſe von Duala begriffen, in Lome ein
Tele=
gramm von deutſchen Firmen in Kap Palmas, das ihn
dorthin zum Schutze der Europäer gegen aufſtändiſche
Ein=
geborene zu kommen bat. Am 23. Februar traf das
Ka=
nonenboot in Kap Palmas ein, wo auch das liberianiſche
Regierungsſchiff „Lark” vor Anker lag. Da ſich der Führer
der liberianiſchen Regierungstruppen, General Padmore,
außerſtande erklärte, das Kap Palmas gegenüberliegende
Flußufer von den dort befindlichen aufſtändiſchen
Einge=
borenen zu ſäubern, erbot ſich der Kommandant des
„Sperber”, dies zu tun, falls ſich der liberianiſche General
die Löſung der Aufgabe nicht zutraue. Das Anerbieten
wurde, nachdem Kriegsrat abgehalten worden war, am
Andreas Achenbach
Ein Altmeiſter deutſcher Kunſt iſt dahingegangen,
ein Maler, deſſen hiſtoriſche Stellung ſeit mehr als
einem halben Jahrhundert feſtſtand, der vor 75 Jahren
ſeine erſten großen Erfolge errang, der Begründer
und größte Vertreter der realiſtiſchen Landſchaft:
An=
dreas Achenbach. In unſer modernes Kunſtleben
ragte ſeine Geſtalt noch hinein, wie eine alte,
verwit=
terte Eiche daſteht unter jungen, hochſproſſenden
Stäm=
men, eines jener mächtigen Naturwunder, die er
bis=
weilen gemalt, riſſig und morſch, aber noch kündend
von alter Kraft und alter Größe. Achenbach hatte
lange genug gelebt, mehr als 94 Jahre, und doch
nur gerade lange genug, um eine ſpäte, objektive
Wür=
digung ſeiner früh hochgefeierten, dann lange
ver=
dammten Werke noch mit anzuſehen. Die Zeit, da man
ſeine Kunſt als „Seifenſchaum und Mehlſuppe und
Pinſelgymnaſtik” verächtlich abtun konnte, iſt endgültig
vorüber. Die gerechte Bewunderung für die
Schöpf=
ungen ſeiner reifſten Periode ſetzte mit ſeinem 90.
Geburtstage wieder ein, als bei der Ausſtellung der
deutſchen Landſchafter des 19. Jahrhunderts ſeinen
Ar=
beiten ein hervorragender Platz eingeräumt wurde.
Auch im Rahmen der deutſchen Jahrhundertausſtellung
wurde Gelegenheit geboten, die Wirkung ſeiner
be=
deutenden Perſönlichkeit zu beobachten, die ſich nicht
nur in der ganzen, durch ihn hervorgerufenen
Land=
ſchaftsmalerei kundtat, ſondern auch heute noch den
Betrachter bezwingend äußert. Unüberſehbar iſt die
Zahl der Bilder, die er in einem arbeitsreichen langen
Leben mit einer unerſchöpflichen Produktionskraft
ge=
ſchaffen; ſie reichte ſchon 1880 tief in das zweite
Tau=
ſend hinein. In den 60er und 70er Jahren hatte er
ſich freilich durch Maſſenarbeit zur Flüchtigkeit
hin=
reißen laſſen, um den Anſturm zu befriedigen, den von
allen Seiten der Welt die Bilderhändler auf ihn
unter=
nahmen; aber auch Andreas Achenbach hat das Recht,
nach ſeinen beſten Schöpfungen beurteilt zu werden,
und ſie beſtätigen das beiſpielloſe Aufſehen, das der
Jüngling bei ſeinen Anfängen erzielte, die Schätzung
auch bei fremden Nationen, durch die er das Anſehen
der deutſchen Malerei hob, den Einfluß, den er auf
jüngere Meiſter und auf die ganze Landſchaftsmalerei
um die Mitte des 19. Jahrhunderts beſaß.
In dem Kinde ſchon äußerte ſich in elementarer
Form das große bildneriſche Talent, das ſeiner
Per=
ſönlichkeit ihre Reife und Fülle verlieh. In
Mit=
teilungen, die er ſelbſt dem Kunſthiſtoriker
Fried=
rich Pecht gemacht hat, glaubte er dieſen
unwider=
ſtehlichen Drang zur Malerei aus geheimnisvollen
Stimmungen ſeiner Mutter vor ſeiner Geburt
her=
leiten zu müſſen. Noch nie war in der Achenbachſchen
Familie ein Künſtler aufgetreten; durchweg waren ſie
Kaufleute und Paſtoren geweſen. Nur der Vater des
Andreas war ein eifriger Kunſtliebhaber, der eine
be=
deutende Bilderſammlung zuſammengebracht hatte.
Als nun Frau Achenbach ihr erſtes Kind unter dem
Herzen trug, fühlte ſie eine unſägliche Hinneigung und
Bewunderung zu den Bildern, die alle Zimmer des
Hauſes füllten, und blieb oft ſtundenlang betrachtend
vor ihnen ſtehen, bis ſie am 29. September 1815 dem
Knaben das Leben gab. Sobald er nun einen
Blei=
ſtift halten konnte, d. h. ſchon mit 3 Jahren, fing der
kleine Andreas zu zeichnen an und bildete alle
Gegen=
ſtände mit ſolchem Geſchick nach, daß die Bekannten des
Hauſes darüber ganz erſtaunt waren und die
Zeich=
nungen des Dreijährigen als Merkwürdigkeiten nach
Hauſe trugen. Der Meiſter hatte an dieſe früheſte
Kindheit ſich die genaue Erinnerung bewahrt und
ent=
ſann ſich z. B. noch des ſamtartigen Glanzes der
dunklen Oſtſee, als er 1818 auf eine Seereiſe
mitge=
nommen wurde. Auf der Schule jedoch wollte das
Wunderkind nichts lernen. Es ſteckte voll ſchalkhafter
Späße und toller Eulenſpiegeleien und konnte ſich mit
dem vielen Lernkram nicht befreunden. Nur im
Zeich=
nen war es Meiſter. Seine erſte Beziehung zu Kunſt
und Künſtlern fand es als — Kegeljunge. Der Vater,
der in Düſſeldorf eine Bierbrauerei errichtet hatte, be=
ſaß nämlich auch daneben eine Gartenwirtſchaft, deren
Kegelbahn der Akademiedirektor Cornelius mit ſeinen
Schülern Kaulbach, Förſter u. a. häufig beſuchte.
Der=
kleine Andreas war nun glücklich, wenn er den
lang=
haarigen Herren, die ihm mit ihren Samtröcken und
aufgeſchlagenen Hemdkragen außerordentlich gefielen,
die Kegel aufſetzen durkte.
Mit 10 Jahren kam er auf die Akademie, triel
aber auch dort nur Tollheiten und wurde wegen
ſei=
ner mutwilligen Streiche innerhalb 3 Jahren ein halb
Dutzend Mal fortgejagt, um ſeines großen Talentes
willen aber doch immer wieder zu Gnaden
aufgenom=
men. Als er wieder einmal aus den Hallen der
Aka=
demie vertrieben worden war, beſchloß er keck, ſich
ſei=
nen eigenen Weg zur Kunſt zu bahnen, den man
ihm durch das Kopieren langweiliger Vorlagen und
Gipsköpfe verſperren wollte. So malte er mit 11
Jahren kleine Landſchaften auf Brettchen und
Pappen=
deckel, die die Aufmerkſamkeit des neuen Direktors
der Akademie, Schadow, erregten. Dem genialen
Taugenichts wurde nun durch Schadow neue
Abſolu=
tion erteilt und er wurde mit 11 Jahren in die von
Schirmer geleitete Landſchaftsmalklaſſe verſetzt. Von
Schirmer und deſſen ſtiliſierender Naturbetrachtung
nahm der junge Achenbach ſeinen Ausgang. Mit 15
Jahren vollendete er ſein erſtes wirkliches Kunſtwerk,
eine großzügig komponierte Landſchaft, die eine felſige
Seeküſte darſtellte und die der hochangeſehene
Kunſt=
ſammler Graf Raczyinsky für würdig hielt, ſie ſeiner
damals berühmten Sammlung einzuverleiben. Die
nordiſche Natur, die hier ohne ſelbſtändige Beobachtung
nach ungenügenden Vorlagen, aber doch mächtig
dar=
geſtellt war, ſollte der Künſtler bald darauf auf einer
Reiſe nach Schweden kennen lernen. Das Zeugnis,
mit dem ihn Schirmer entließ, war nicht gerade
gün=
ſtig, was man wohl nicht mit Unrecht durch eine
ge=
wiſſe Eiferſucht Schitmers auf ſeinen jungen, ſo raſch
zu Erfolg gelangten Schüler erklärt. Der Lehrer
ſprach ihm viel Talent, aber wenig Fleiß zu. An die
ihm geſtellten Aufgaben hatte ſich der junge Achenbach
ſchen
deut
hier mi
niſter
vegen
den, wo
eniger
lament.
liche
ren
en
trag ange
tn
vas‟ ve
der
3u
den Anfül
nächſten Tage höflich dankend abgelehnt. Die liberianiſchen
Truppen eröffneten, um ihren guten Willen zu zeigen, ein
halbſtündiges langſames Feuer auf ein jenſeits des
Fluſſes gelegenes Dorf, das von den aufſtändiſchen Grebos
ebenſo erwidert wurde. Eine Störung der üblichen
Tä=
tigkeit der Bewohner von Kap Palmas fand durch das
wechſelſeitige Schießen nicht ſtatt, da aus der ganzen
Art des „Aufſtandes” klar hervorging, daß es ſich um eine
mehr komiſche als ernſthafte Sache handelte.
Da ſich die aufſtändiſchen Eingeborenen auch ſofort bei
Ankunft des Sperber” von dem Kap Palmas
gegenüber=
liegenden Ufer zurückgezogen, iſt keinerlei Gefahr für
Eigentum und Leben bisher entſtanden. Ein ernſtlicher
Angriff auf den Ort Kap Palmas war auch ausgeſchloſſen,
ſolange der liberianiſche Regierungsdampfer im Hafen
lag. Das Kanonenboot ging am Tage nach ſeiner
An=
kunft wieder in See, um planmäßig ſeine Reiſe
fortzu=
ſetzen. Eine Aufforderung zum Verlaſſen des Hafens hat
der „Sperber” ſelbſtverſtändlich nicht erhalten.
* Rom, 2. April. Die Zuſammenkunft
zwi=
ſchen dem Miniſter San Giuliano und dem
deutſchen Reichskanzler in Florenz wird
hier mit großer Sympathie begrüßt. Der italieniſche
Mi=
niſter war während der Anweſenheit des Reichskanzlers
wegen Privatangelegenheiten nach Catania berufen
wor=
den, wo er ſeine Beſitzung hat, und ſo mit dem Kanzler
weniger in Berührung gekommen wie die anderen
Par=
lamentarier. Man mißt der neueſten Entrevue eine
ge=
wiſſe Bedeutung bei. Vor allem wird ſie den
dreibund=
feindlichen Ausſtreuungen einzelner Blätter die Spitze
ab=
brechen, die behaupten, der Beſuch Herrn v. Bethmanns
in Rom habe infolge der Miniſterkriſe jede Bedeutung
wicke=
Kol
wird
jener
ef
ber”,
Tele=
niſche
ore
verloren und damit auch den Wert der herzlichen
deutſch=
italieniſchen Freundſchaftskundgebungen herabzudrücken
verſucht. Miniſter San Giuliano iſt geſtern abend nach
Florenz abgereiſt.
* Paris, 2. April. Mehrere tauſend
Eiſenbahn=
bedienſtete haben in einer geſtern abend in der
Ar=
beitsbörſe abgehaltenen Verſammlung einen
Beſchlußan=
trag angenommen, in dem mit dem Geſamtausſtand
gedroht wird, falls die Forderungen ihres Syndikats bis
Mitte April nicht bewilligt werden ſollten. Eine der
Hauptforderungen der Eiſenbahnbedienſteten iſt der
Ta=
gesminimallohn von 5 Franken. Nach Beendigung des
Meetings veranſtalteten an 800 Eiſenbahnbedienſtete
nachts am St. Lazare=Bahnhof lärmende Kundgebungen,
wobei es zu Zuſammenſtößen mit den Schutzleuten kam.
Zwei Eiſenbahner wurden verhaftet, jedoch auf Erſuchen
eines Deputierten wieder freigelaſſen.
* Menelik nicht tot. Aus Rom kommt
fol=
gende überraſchende Meldung: Die von der „Agence
Ha=
vas” verbreitete Nachricht vom Tode Meneliks iſt, wie
der „Agenzia Stefani” aus Addis Abeba unter dem
Da=
tum vom 1. April telegraphiert wird, unbegründet.
Der Zuſtand des Negus iſt unverändert. Das Land iſt
ruhig. Die Kaiſerin Taitu hat ſich vergeblich bemüht, mit
den Anführern der Schoa ein Einvernehmen zu erzielen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 4. April.
* Vom Hofe. Prinz Ernſt zu Stolberg=
Roßla nahm am Freitag an der Frühſtückstafel im
Neuen Palais teil. (Darmſt. Ztg.)
Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Generalmajor z. D.
5. Eckenbrecher, den Oberſt v. Randow, Kommandanten
von Darmſtadt, den Oberſt v. Ilſemann, Kommandeur
des Leib=Dragoner=Regiments (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24,
den Leutnant von Eichhof von demſelben Regiment, den
Oberleutnant Hunzinger vom Großh. Heſſ. Train=
Bataillon Nr. 18, den Leutnant der Landwehr=
Feld=
artillerie von Joeden, den Aſſiſtenzarzt Fiſcher vom
Großh. Artillerie=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldartillerie=
Regiment Nr. 25, den Profeſſor Sammet, den Pfarrer
P. Koch von Pfungſtadt den Finanzamtmann
Schmidt, den Komponiſt Hans Hermann, den Kreisrat
Schliephake von Friedberg; zum Vortrag den
Staats=
miniſter Ewald, den Finanzminiſter Braun, den Miniſter
des Innern v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand des
Kabinetts Geh. Rat Römheld.
— Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Oberleutnant Hamens
im Infanterie=Leib=Regiment Großherzogin (3. Großh.
Heſſ.) Nr. 117, mit dem 1./4. d. J. zur Unteroffizierſchule
Jülich verſetzt, das Ritterkreuz 2. Klaſſe des
Verdienſt=
ordens Philtpps des Großmütigen verliehen.
— Charakterverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Regierungsbaumeiſter a. D.
Theodor Reh in Berlin den Charakter als Baurat
verliehen.
Ernennungen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den Oberlandesgerichtsrat bei dem
Oberlandesgericht in Darmſtadt Karl Theobald zum
Präſidenten des Landgerichts der Provinz Starkenburg
mit Wirkung vom 8. April 1910 an ernannt. — Ernannt
wurden der Reallehrer an der Realſchule zu Wimpfen
Friedrich Frank zum Reallehrer an der Oberrealſchule
zu Darmſtadt, der Reallehrer an dem Gymnaſium zu
Offenbach Karl Gödtel zum Reallehrer an der
Real=
ſchule zu Wimpfen, der Reallehrer an der Oberrealſchule
zu Darmſtadt Karl Oſt zum Reallehrer an dem
Real=
gymnaſium zu Darmſtadt und der Lehrer an der Ernſt
Ludwig=Schule zu Bad Nauheim Friedrich Walther
zum Reallehrer an dem Gymnaſium zu Offenbach, ſämtlich
mit Wirkung vom 1. Juli 1910 an, unter Belaſſung in
der Kategorie der Volksſchullehrer. — Se. Königl. Hoheit
der Großherzog haben den Hoflakai Joſeph
Lein=
berger zum Oberhoflakai ernannt.
Entlaſſung. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den Amtsrichter bei dem Amtsgericht
Worms Johannes Glückert auf ſein Nachſuchen ſeines
Dienſtes entlaſſen.
L. Die Strafkammer verhandelte am Samstag
folgende Sachen: Der wegen Diebſtahls rückfällige
26 Jahre alte Arbeiter Rudolf Gensheimer von
Gießen vergnügte ſich am Sonntag, den 9. Januar d. J.
in der Ludwigshalle dahier. Als er morgens gegen
2 Uhr ſich entfernte, ließ er ſich einen ihm nicht
ge=
hörigen, faſt neuen Ueberzieher reichen, mit dem er
verſchwand. Er leugnet den Diebſtahl und behauptet,
gegen 9 Uhr weggegangen und nach Frankfurt
ge=
fahren zu ſein, der Dieb müſſe ein Doppelgänger ſein,
der hier ſein Weſen treibe. Einige Mädchen erkennen
ihn jedoch beſtimmt wieder, ſo daß er abermals 1 Jahr
4 Monate ins Gefängnis wandert; 1 Monat iſt durch
die Unterſuchungshaft verbüßt. — Der Landwirt Georg
Götz V. von Nieder=Kainsbach hat ſechs Kühe
Simmen=
taler Kreuzung im Stalle, deren Milch er hierher nach
Darmſtadt verkauft. Am 28. September v. J. nahm
am hieſigen Bahnhof ein Schutzmann eine Reviſion
vor, dabei fand er in einer 15 Liter Milch enthaltenden
Kanne einen zum Umrühren beſtimmten hölzernen
Kochlöffel, außerdem hatte die Milch ein verdächtiges
Ausſehen. Die chemiſche Unterſuchung ergab, daß ein
Waſſerzuſatz nicht feſtzuſtellen war, weil das ſpezifiſche
Gewicht ausreichte, wohl aber mußte angenommen
werden, daß die Milch entrahmt war, denn ſie beſaß
nur 2,5 Prozent Fettgehalt, während eine alsbald
vor=
genommene Stallprobe ergab, daß die dortige Milch
1,4 Prozent mehr Fettgehalt aufwies. Dem Landwirt
wurde ein Strafbefehl auf 3 Mark zugeſtellt, gegen
welchen er Einſpruch einlegte. Das Schöffengericht
Reichelsheim ſprach ihn frei. Dieſes Urteil focht der
Staatsanwalt an, wodurch die nunmehrige
Verhand=
lung notwendig wurde. Zu derſelben hatte der
Ver=
teidiger des Götz, Rechtsanwalt Bopp, den beeidigten
Nahrungsmittelchemiker Dr. Vaubel als zweiten
Sach=
verſtändigen geladen. Der Staatsanwalt beantragte,
den Herrn wegen Befangenheit abzulehnen, in zwei
Sachen habe derſelbe begutachtet, daß kein Waſſer zur
Milch zugeſetzt worden ſei, während ſpäter die
Land=
wirte ſelbſt zugaben, daß dies geſchehen ſei. Dr. Vaubel
verſicherte, daß er nicht voreingenommen ſei, ſondern
ſich lediglich durch die neueſten Grundſätze der
Wiſſen=
ſchaft leiten laſſe. Er ſei Chemiker der
Milchhändler=
vereinigung und bekomme jede Unterſuchung bezahlt.
Was die genannten zwei Fälle angehe, ſo ſei er in
einem gar nicht und in dem anderen nur als
ſachver=
ſtändiger Zeuge geladen worden, ein ſchlüſſiges
Gut=
achten habe er nicht erſtattet. Der Verteidiger bat,
falls Dr. Vaubel zurückgewieſen werde, überhaupt
einen anderen Sachverſtändigen zu laden. Das
Ge=
richt lehnte den Antrag des Staatsanwaltes ab. Götz
verſicherte, daß an der Milch nichts gemacht worden
ſei. Die beanſtandete Kanne habe Magermilch von
zwei friſchmelkenden Kühen enthalten. Die bei der
Stallprobe unterſuchte Milch ſei Abendmilch geweſen.
Dieſe vermiſche er nicht mit der Morgenmilch, weil die
Miſchung leicht ſauer werde. Die Dienſtmagd, welche
die Milch zugerichtet hatte, beſtätigte ſeine Angaben
und gibt die Möglichkeit zu, daß ſie in der Eile die
Kühe nicht völlig ausgemolken habe. Die
Sachverſtän=
digen Profeſſor Weller und Dr. Vaubel geben die
Möglichkeit einer Differenz von 1,4 Prozent Fettgehalt
zwiſchen Morgen= und Abendmilch zu und halten eine
Fahrläſſigkeit darin nicht für vorliegend, daß der
Landwirt die Milch, ohne ſie gemeſſen zu haben,
ver=
ſandte. Sein Perſonal war zuverläſſig, auch handelte
es ſich nur um ſeine eigene Milch. Unter Hinweiſung
auf die Milchverkaufsordnung verlangten ſie nicht, daß
Abend= und Morgenmilch gemiſcht werden müſſe; im
wirklich nie viel gekehrt, ſondern vielmehr ſtets auf
eigene Fauſt ein unermüdliches Naturſtudium
getrie=
ben, indem er vom Fenſter des am Rhein gelegenen
Akademiegebäudes Leben und Treiben der Matroſen
und Laſtträger in Tauſenden von kleinen,
charakteri=
ſtiſchen Skizzen auffing.
In Schweden malte der 16jährige Jüngling ein
Bild von gewaltigem Format, auf dem er einen
ſchwe=
diſchen Strand bei heftigem Sturm darſtellte mit einem
brennenden Schiff in der Ferne. Dieſes Motiv des
Seeſturms ließ ihn nun eine Zeitlang nicht los; er
wiederholte es mehrere Male in immer
leidenſchaft=
licher und ſtärker geformten Werken, die wirklich wie
ein gewaltiger, erfriſchender Sturm in das
ſtagnie=
rende deutſche Kunſtleben hineinfegten. Es war zu
Anfang der 30er Jahre etwas Unerhörtes in der
deut=
ſchen Landſchaftsmalerei, das Meer in ſeiner ganzen
aufgeregten Wildheit mit den ſchäumend gegen die
Felſen antoſenden Wogen, mit den düſter geballten
Wolken und der ganzen dramatiſchen Leidenſchaft des
Moments darzuſtellen. Die grandioſe, pathetiſch
ele=
mentare Stimmung, die Leſſing in Wald und Ebene
gemalt, ſuchte Achenbach in dem ſtürmiſchen Kampfe
von Wind und Wellen auf. Die großen Holländer
waren hier ſeine einzigen Vorbilder und auch bei
ihnen fand er nur in geringem Maße das eigentlich
neue Element, das er in die Schilderung der Natur
einführte und das ein charakteriſtiſcher Grundzug
ſei=
nes Talentes iſt. Das war der Sinn für das
Beweg=
liche, das Dämoniſch=Unruhige, das Aufgeregte in der
Natur. Die reißende Wucht anſchwellender
Waſfer=
maſſen, die dumpfe Gewalt jäh ſich auftürmender
Wol=
ken, das Herabſtürzen des Regens, der Aufruhr der
geſamten Natur, in dem Erde und Himmel ſich zu
einem Schrei der Empörung und Wut vereinen — das
war die Note, die der junge Achenbach mit virtuoſem
Ungeſtüm anſchlug und in der er kaum einen Rivalen
gefunden hat. Auch Calames Sturmbilder haben nicht
die friſche Urſprünglichkeit und maleriſche Kraft dieſer
erſten Werke von Achenbach!
Im Herbſte 1843 ging Achenbach nach Italien, wo
er ſeine Kunſt von der ſpitzigen Manier der Düſſel=
dorfer und den bläulich=kalten Tönen, die er im
Nor=
den kennen gelernt hatte, befreite. Eine breite, maſſige
Pinſelführung erſcheint nun in ſeinen Bildern, eine
kräftige und geſchmackvoll beherrſchende Farbenglut.
Einen tiefgehenden Einfluß aber zeitigte der
Aufent=
halt in Italien nicht in ſeiner Kunſt. Vielmehr iſt
Holland, das er bereits 1832 zum erſten Male beſucht
hatte, das Land, von dem er die entſcheidendſten
An=
regungen empfangen, ſind es die großen holländiſchen
Landſchafter, die die Ahnen und Förderer ſeines
eige=
nen Schaffens wurden. Die geſchloſſene, klar und
kräftig aufgebaute Kompoſition ſeiner beſten Arbeiten,
die bei ſtrengſtem Realismus der Beobachtung doch die
ordnende Hand des Schöpfers verrät, der harmoniſch
volle, reine Zuſammenklang der Farben, ſie verraten
den Schüler Ruysdaels, Vermeers und Cuyps. Was für
ein wundervolles Stück reifer Malerei war z. B. ſeine
Anſicht von Oſtende auf der Jahrundertausſtellung, die
den 60er Jahren angehört; wie ſcharf und doch weich
hoben ſich die Linien der Häuſer vom wolkig
grauen Himmel, während in dem vollendet
wieder=
gegebenen Waſſerſpiegel goldene Sonnenflecken
auf=
leuchteten!
In ſolchen Höhepunkten ſeiner Naturbeobachtung,
die nicht nur beim Seeſtück ſtehen blieb, ſondern die
alten, mannigfachen Formen der Landſchaft zu Waſſer
und zu Lande umfing und auch in der Wiedergabe der
Menſchengruppen einen feinen Sinn für Rhythmus
und Bewegung bekundete, gibt Andreas Achenbach den
vollgültigen Beweis ſeiner großen, geſunden
Künſtler=
perſönlichkeit. Nach den Stürmen der erſten
Jugend=
zeit lenkte ſein ganzes Leben wie ſeine Kunſt
immer mehr in ruhigere Bahnen. Seit 1848 war er
mit Düſſeldorf, wo er ſeine erſte Ausbildung
empfan=
gen, für immer verknüpft; hier hat er all ſeine Werke
gemalt und lange Zeit das künſtleriſche Leben der
rheiniſchen Malerſtadt beſtimmt. In Düſſeldori hat
er als der letzte Ueberlebende einer längſt
verſchwun=
denen, heute völlig zur Geſchichte gewordenen Zeit die
Augen geſchloſſen.
Dr. P. L.
übrigen ſei jedoch vorgeſchrieben, daß die Milch
mehxe=
rer Kühe vermiſcht verkauft werden müſſe. Der
Staats=
anwalt beantragte eine geringe Geldſtrafe, indem er
es nicht für ausreichend erachtete, daß Götz nur die
Milch von zwei Kühen miſchte. Dieſer erklärt, er habe
gerade hierdurch eine beſſere Milch erzielt, weil drei
Kühe trächtig waren. Die Entſcheidung wird nächſten
Samstag verkündigt. — Johannes Franz I. von
Viernheim, ein rückfälliger Dieb, erſchien in einem
Friſeurgeſchäft und nahm, während er etwas warten
mußte, einen Karton mit einer Uhr und Kette im Wert
von 44 Mark an ſich. Der Beſtohlene hatte den
Vor=
gang durch einen Spiegel wahrgenommen und
über=
zeugte ſich ſpäter beim Raſieren dadurch, daß er ihm
wider die Rocktaſche ſchlug, daß Franz die Beute in der
Taſche hatte. Dieſe wurde ihm abgejagt und er zu
1 Jahr 6 Monaten Gefängnis verurteilt; 3 Wochen
ſind durch die Unterſuchungshaft verbüßt.
* Die Verkehrseinnahmen aus dem Perſonen= und
Güterverkehr betragen nach vorläufiger Feſtſtellung: 1. für
die Eiſenbahndirektionsbezirke Frankfurt a. M. und
Mainz: a) im Monat Februar 1910 8050000 Mark, oder
gegen das Vorjahr mehr 1054000 Mark — 15,07 Prozent
b) in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres
115 163000 Mark, oder gegen das Vorjahr mehr 10 245600
Mark — 9,76 Prozent; 2. für die Preußiſch=Heſſiſche
Eiſen=
bahngemeinſchaft: a) im Monat Februar 1910 136 421000
Mark oder gegen das Vorjahr mehr 10341000 Mark
— 8,20 Proz.), b) in der Zeit vom Beginn des
Rechnungs=
jahres 1732814000 Mark oder gegen das Vorjahr mehr
101316000 Mark — 6,21 Prozent.
* Vom Hallenſchwimmbad. Das Schwimmbad war
im März von 7757 männlichen und 1557 weiblichen
Per=
ſonen beſucht, die Wannenbäder von 3060 männlichen und
1872 weiblichen Perſonen. Von den Wannenbädern 1.
Klaſſe ſind 730 von männlichen und 246 von weiblichen
Perſonen gebraucht worden. Von den Wannenbädern
2. Klaſſe ſind 2330 an männliche und 1626 an weibliche
Perſonen verabreicht worden. Brauſebäder waren 1934
abgegeben worden. Das Heilbad wurde von 482
männ=
lichen und 41 weiblichen Perſonen beſucht. Von dieſen
Heilbädern waren 489 Heißluftbäder und 34 elektriſche
Bä=
der. Die Zahl der mediziniſchen Bäder betrug 177.
Hier=
von waren 96 Kohlenſäurebäder und 81 Solbäder. Der
Geſamtbeſuch ſtellte ſich auf 13371 männliche und 3509
weibliche, insgeſamt auf 16880 Perſonen.
— Städtiſche Leſe= und Bücherhalle. Während des
Monats März wurde die Leſehalle im ganzen von
3654 Perſonen beſucht (im März 1909 von 3532),
durch=
ſchnittlich an jedem Tage 117,9 Beſucher. Aus der
Bü=
cherhalle nach Hauſe entliehen wurden im ganzen 10665
Bände (1909: 10017), darunter 4280 wiſſenſchaftliche und
belehrende Werke. Die Zahl der ſeit dem 1. April v. Js.
neu eingeſchriebenen Leſer ſtieg auf 4203. Während des
abgelaufenen Verwaltungsjahres (1. April 1909 bis 31.
März 1910) wurde die Leſehalle insgeſamt von 39753
Perſonen beſucht (gegen 38847 im Vorjahre); aus der
Bücherhalle nach Hauſe entliehen wurden zuſammen 99008
(im Vorjahre 93961) Bände, darunter 41576
wiſſenſchaft=
liche und belehrende Werke. Die Geſamtzahl der
einge=
ſchriebenen Leſer betrug 4203 (im Vorjahre 4122). An
Büchergeſchenken gingen in dieſem Monat weiter ein: von
Herrn Dr. J. Becker 1 Band, von Herrn Kaufmann L.
Berbenich 19 Jahrgänge Zeitſchriften, aus dem Nachlaß
des verſtorbenen Pfarrers Duesberg 124 Bände, von
Herrn Prof. Dr. Finger 2 Bände, von Herrn Hofmuſiker
Handke 2 Jahrgänge Zeitſchriften, von Herrn Reviſor
Hammann 2 Bände, von Herrn Buchdruckereibeſitzer
Hoh=
mann 1 Band, von Herrn Apotheker Leuchtweiß 3 Bände,
von Herrn Geh. Regierungsrat Dr. Linß 2 Bände, von
Herrn Dr. Röder 7 Bände, von Frl. H. Römer 1
Jahr=
gang Zeitſchriften, von Herrn Prof. Dr. Roller 1
Jahr=
gang Zeitſchriften, von Herrn Buchhändler Saeng aus dem
Nachlaß des verſtorbenen Prof. J. Scriba in Tokio sc
Bände, von Frau Prinzeſſin zu Sokms=Braunfels 23
Bände, von Ungenannt 19 Bände. Allen Gebern
herz=
lichen Dank. Weitere Schenkungen von Büchern, ſoweit
ſolche nicht veraltet ſind, ſind jederzeit willkommen.
C Das Hotel und Reſtaurant „Darmſtädter Hof” iſt
am Samstag, nachdem es längere Zeit geſchloſſen war.
und nachdem der neue Beſitzer, Herr Doll, es einer
gründ=
lichen Renovation durch den Erbauer Herrn J. Chr.
Ge=
win hat unterziehen laſſen, ſeiner Beſtimmung wieder
übergeben worden. Der Name des Herrn Doll, der als
tüchtiger Wirt und ſeiner Gattin, die gar als Erfinderin
bekannt und geſchätzt iſt, bürgen dafür, daß das Hotel nunmehr
wieder florieren wird. Sowohl äußerlich, als auch im Innern
präſentiert ſich der ſtattliche helle Bau Ecke der Grafen= und
Waldſtraße in neuem feſtlichen Gewande. An der Stelle
der Bar, die neben dem Reſtaurationsraum lag, iſt ein
Vorträge.
Im Heimarbeiterinnenverband
ſprach am Freitag Herr Dr. med. Vidal über die
Be=
deutung der Alkoholfrage für die Heimarbeiterinnen
und führte etwa folgendes aus: Wenn der Mann
täg=
lich nur 3 Schoppen Bier trinkt, ſo verurſacht das eine
jährliche Ausgabe von 130 Mark. Dieſe Menge wird
aber meiſtens noch erheblich überſchritten, denn im
Durchſchnitt kommt in Deutſchland nach genauen
Be=
rechnungen auf eine Familie von 4 Köpfen eine
Aus=
gabe von 240 Mark. Die Folge iſt eine
Einſchränk=
ung inbezug auf die wichtigſten Nahrungsmittel und
die Wohnung, wodurch die Geſundheit aufs ſchwerſte
geſchädigt wird. Auch ein großer Teil der Einkünfte
der Heimarbeiterinnen dient nur dazu, die durch den
Trunk des Mannes verurſachten Ausgaben zu erſetzen.
50 Millionen Mark von den Armenpflegekoſten in
Deutſchland werden jedes Jahr durch den
Alkohol=
genuß verurſacht. Die Schädigung wird noch um ſo
ſchlimmer, als ſchon der mäßige Alkoholgenuß die
kör=
perliche und geiſtige Leiſtungsfähigkeit herabſetzt, die
Widerſtandsfähigkeit bei Krankheiten vermindert und
die Lebensdauer verkürzt und die ſchlimmſte geiſtige
und körperliche Entartung der Kinder zur Folge hat.
Die Ermahnungen zur Mäßigkeit haben bisher faſt
keinen Erfolg erzielt. Nur in den Ländern, in
wel=
chen die Mehrzahl des Volkes ſich zur Enthaltſamkeit
von allen geiſtigen Getränken durchgerungen hat, iſt
eine merkliche Abnahme des Alkoholelends zu
ver=
zeichnen. Wie durch eine vernünftige Geſundheitse
pflege viele Krankheiten unmöglich werden, ſo kann
nur durch die Beſeitigung des Alkoholgebrauches der
Mißbrauch verhindert werden. Die Heimarbeiterinnen
haben das größte Intereſſe daran, ſich zur Abſtinenz
zu bekennen, da ſie mit ihren Kindern unter den
Trink=
gewohnheiten ihrer Männer leiden, und die
Beſtreb=
ungen den Männern gegenüber nur da Erfolg haben
können, wo ſie durch das Beiſpiel der Frauen
unter=
ſtützt werden.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. April 1910.
Nummer 77.
freundliches Weinzimmer mit behaglichen Niſchen
entſtan=
den und auch ſonſt iſt alles freundlich und ſauber gehalten.
Vornehmer Stil und komfortable Einrichtung waren ſchon
bei der Errichtung des neuen Baues Grundprinzip und
nach Möglichkeit hat man dies noch verbeſſert und
ver=
ſchönert. Dabei ſind im Küchen= und Hotelbetrieb
tech=
niſche Neuerungen und Verbeſſerungen in jeder Beziehung
berückſichtigt worden, z. B. die Wärmſchränke in direkter
Verbindung mit Küche und Büffet u. a. m. Hoffentlich
ge=
lingt es Herrn Doll und ſeiner Gattin, den „Darmſtädter
Hof” wieder zu Ehren und dem Anſehen zu bringen, deſſen
er ſich früher in ſo hohem Maße erfreute.
Im Silberkranz. Die Eheleute Georg Vey,
Modellſchreiner, Karlſtraße 106, feiern morgen,
Diens=
tag, den 5. April, das Feſt der ſilbernen Hochzeit.
— Sektion Darmſtadt des D. und Oeſt. Alpenvereins.
Dienstag, 5. April, abends, wird Herr Prof. Dr. Karl
Maurer im Kaiſerſaal (Grafenſtraße) an der Hand
zahl=
reicher Lichtbilder über ſeine Reiſe=Eindrücke aus der
Tür=
kei und Konſtantinopel ſprechen.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
der vergangenen Woche: Butter ½ Kg. 1,40 M., in
Par=
tien 1,35 M., Eier 7—9 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 20 Pf.,
Handkäſe 4—12 Pf., Kartoffeln der Zentner 3—4 M.,
Kumpf (10 Liter) 50—60 Pf., ½ Kg. 3—5 Pf., Mäuschen
der Zentner 8 M.; Obſt u. dgl. m.: Aepfel ½ Kg. 12
bis 25 Pf., Zitronen 5 Pf., Apfelſinen 5—10 Pf.; Salat,
Gemüſe u. dgl.: Kopfſalat 15 Pf., Körbchen Feld= oder
Lattichſalat, 10—12 Pf., Bündel Radieschen 6—7 Pf.,
Meerrettich 10—30 Pf., Roterüben ½ Kg. 10 Pf., Zwiebeln
½ Kg. 10—12 Pf., Grünkohl 3—4 Pf., Roſenkohl ½ Kg.
25 Pf., Gelberüben ½ Kg. 6—8 Pf., Weißerüben 2—3 Pf.,
Paradiesäpfel ½ Kg. 60—70 Pf., Spinat ½ Kg. 20 Pf.,
Blumenkohl 30—80 Pf., Rotkraut 15—30 Pf., Weißkraut
10 Pf., Schwarzwurz ½ Kg. 30 Pf., neue Schälgurken
60 Pf.; Wildbret Geflügel uſw.: Zicklein, von
welchen jetzt große Mengen zu Markt kommen, 2,50 bis
3,50 M., Enten 4—5 M., Hahnen 3—5 M., Suppenhühner
2,50—3,50 M., Lapins 1,00—1,10 M. Tauben 60—70 Pf.;
Fiſche ½ Kg.: Hecht, Aal 1 M., andere Rheinfiſche
35—40 Pf., Rotzungen 50 Pf., Stockfiſch 25 Pf., Kabeljau,
Seehecht 35 Pf., Seelachs, große Schellfiſche 30 Pf., kleine
Schellfiſche 15—20 Pf.; in den Fleiſchſtanden ½ Kg.:
Rindfleiſch 56 Pf., Hackfleiſch 60 Pf., Rindsfett 50 Pf.,
Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf., Schweinefleiſch 88—90 Pf.,
Blut= u. Leberwurſt 66 Pf., Fleiſchwurſt u.
Schwarten=
magen 76 Pf.
— Von der Wach= und Schließgeſellſchaft. Im
Monat März ergaben die fortlaufenden Reviſionen der
Nachtwachbeamten folgende Fälle: 441 offene
Haus=
türen und Tore vorgefunden; 102mal brannte Licht in
Geſchäfts= und Bureaulokalitäten, Kellern und
Boden=
räumen, bezw. wurde vergeſſen, dasſelbe zu löſchen;
9 Hausbewohnern, welche ihre Schlüſſel vergeſſen
hatten, geöffnet; 16 defekte Schlöſſer und Türen ſowie
ſteckengebliebene Schlüſſel vorgefunden; 4mal nicht in
die Häuſer gehörige Perſonen daraus entfernt; 2
ge=
öffnete Parterrefenſter entdeckt.
Klein=Steinheim, 1. April. Der Taglöhner Franz
Schmidt aus Hanau, der eine Gefängnisſtrafe von einem
Monat und drei Tagen im Landgerichtsgefängnis Hanau
verbüßt, iſt geſtern nachmittag entwichen und
flüchtig=
gegangen. Schmidt hatte mit noch drei anderen
Gefan=
genen Tabak in Klein=Steinheim abzuliefern und benutzte
dabei die Gelegenheit, zu fliehen, da ihm eine zweitägige
Strafausſetzung nicht bewilligt worden war.
Vom Odenwald, 1. April. Ein todbringendes
Un=
glück ereignete ſich geſtern früh in dem Klopfſteinwerk
von Müller in Ober=Mengelbach bei Wald=Michelbach i. O.
Durch nachſtürzende Steinmaſſen wurden die beiden
Ar=
beiter Schmidtg von denen der eine verheiratet, der
an=
dere noch ledig iſt, verſchüttet. Bis es gelang, ſie durch
alsbaldige Räumungsarbeiten unter den Steinen zutage
zu fördern, waren beide tot. Jedenfalls iſt
Unachtſam=
keit dabei im Spiele. Staatsanwaltſchaft und
Amts=
gericht begaben ſich zwecks weiterer Ermittelungen an die
Unglücksſtelle.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Wanderausſtellungen des Verbandes
der Kunſtfreunde in den Ländern am
Rhein. Um die lokalen Kunſtvereine der
Provinz=
ſtädte in ihren Beſtrebungen, den Einheimiſchen gute
Kunſt zu zeigen, zu unterſtützen, vor allem aber, um
kleinen Städten, in denen die Kunſtpflege noch wenig
ausgebildet iſt, die Möglichkeit zu geben, das
Kunſt=
intereſſe durch Veranſtaltung von Ausſtellungen zu
wecken, hat der Verband der Kunſtfreunde in den
Län=
dern am Rhein den Verſuch gemacht,
Wanderausſtellun=
gen zu verſchicken. Der erſte Turnus dieſes Winters
umfaßte vier kleinere Ausſtellungen, die je einen
Ma=
ler und Bildhauer aus dem Verbandsgebiet umfaßten.
Es ſind beteiligt die Künſtler: Maler Ernſt
Würten=
berger, Zürich; Georg Altheim, Darmſtadt; E. R.
But=
ler, Ueberlingen; William Straube, Koblenz; Georg
Lebrecht, Stuttgart, ſowie die Bildhauer Hans Gſell,
Straßburg; Joſeph Kowarzik, Frankfurt; Benno
El=
kan, Dortmund, E. A. Bredow, Stuttgart. Die
Aus=
ſtellungen gehen bis Juni 1910 durch die Städte:
Koblenz, Düren, Krefeld, Eſſen,
Biele=
feld, Dortmund, Barmen. Elberfeld,
Bonn. — Der Erfolg war bis jetzt in ideellem Sinne
außerordentlich, und auch pekuniäre Erfolge ſind für
die beteiligten Künſtler bisher zu verzeichnen geweſen.
Da der Verband bei dieſen Ausſtellungen der Tendenz
folgt, vor allem jüngeren, talentvollen Künſtlern
koſtenlos Ausſtellungsgelegenheit zu bieten, ſind dieſe
Wanderausſtellungen in doppeltem Sinne
kunſt=
fördernd. — Da die Anregung dieſer Ausſtellung
viel=
fach aufgegriffen iſt, wird im Turnus 1910/11
voraus=
ſichtlich eine neue, größere Serie in eine Reihe anderer
Städte verſandt werden. Zuſchriften in dieſer
An=
gelegenheit ſind erbeten an den Sekretär des
Verban=
des, Herrn Robert Schwerdtfeger in Vallendar a. Rh.
* Der stud. post auf der Hochſchule. Der
stud. rerum postalium wird mit dem Beginn des
Sommerſemeſters zum erſten Male in Erſcheinung
treten. Die neue höhere Laufbahn bei der Reichs=
Poſt=
verwaltung hat jetzt ihren erſten Abſchnitt hinter ſich.
Wie wir ſeinerzeit berichtet haben, wurden nach den
neuen Vorſchriften im ganzen 71 Anwärter für die
höhere Laufbahn angenommen. Von dieſen haben jetzt
54 die praktiſche Ausbildungszeit mit Erfolg beendet.
Für dieſe erſte Praxis iſt bekanntlich ein Jahr
vorge=
ſehen. Hieran ſchließt ſich jetzt ein akademiſches
Studium, worauf wieder die praktiſche Tätigkeit folgt.
Am Schluſſe der akademiſchen Studien erfolgt eine
Prüfung, worauf die Anwärter zu Poſtreferendaren
ernannt werden. Als ſolche haben ſie drei Jahre
Dienſt zu tun. Dann folgt eine zweite Prüfung, nach
deren Beſtehen die Ernennung zum Poſtaſſeſſor erfolgt.
Hahnheim, 1. April. Einen frechen
Gauner=
ſtreich verſuchte der Dienſtknecht eines hieſigen
Land=
wirts. Der Burſche ſollte eine Fuhre Miſt auf das Feld
fahren. Er lud den Dung auch richtig ab, machte ſich aber
mit Pferd und Wagen alsbald auf und davon, um beide
zu verſilbern. Als der ungetreue Burſche abends noch nicht
zu Hauſe angekommen und auch nirgends eine Spur von
Roß und Wagen zu ſehen war, ſchöpfte man Verdacht und
telephonierte ſofort an die benachbarten Polizeiſtationen.
Als der Gauner eben gemütlich zu Worms hineintrabte,
um hier das Eigentum ſeines Herrn zu verkaufen, ſtand
bereits die Schutzmannſchaft in Bereitſchaft und nahm
ihn feſt.
— Genſingen, 2. April. Bei der am letzten
Donnerstag ſtattgehabten Beigeordnetenwahl wurde
Mühlenbeſitzer Nik. Blank mit 109 Stimmen gegen
Landwirt Val. Beiſiegel, der 94 Stimmen erhielt, zum
Beigeordneten gewählt. Dreimal mußten in dieſer
Sache nun ſchon die Wähler an die Urne ſchreiten,
weil die im November bezw. Dezember v. J.
ſtattge=
habte Haupt= und Stichwahl, bei der bei
Stimmen=
gleichheit das Los zu Gunſten des genannten Beiſiegel
gefallen war, vom Kreisausſchuß für ungültig
er=
klärt worden war.
Aus der Reichshauptſtadt, 1. April. In dem
Pro=
zeß gegen den verantwortlichen Redakteur des „
Vor=
wärts” der beſchuldigt iſt, durch eine Reihe von Artikeln
zur Veranſtaltung von Verſammlungen unter freiem
Him=
mel und Aufzügen ohne die vorgeſchriebene Anzeige oder
Genehmigung und dadurch zum Ungehorſam gegen
das Vereinsgeſetz aufgefordert zu haben, erkannte
das Schöffengericht Berlin=Mitte wegen Uebertretung des
Reichsvereinsgeſetzes und Vergehens gegen die §§ 110 und
111 des Strafgeſetzbuches auf einen Monat Haft,
ſowie Einziehung und Vernichtung der betreffenden
Exem=
plare und der zu ihrer Herſtellung benutzten Platten und
Formen. In der Begründung des Urteils heißt es:
Nach=
dem der Berliner Polizeipräſident die Verſammlung im
Treptower Park, die unter freiem Himmel ſtattfinden
ſollte, verboten hatte, war die Aufforderung zu einem
Spaziergang ungeſetzlich. Es iſt gleichgültig, ob die
Maſſen ſich muſterhaft und ordnungsgemäß benommen
haben; jedenfalls war der Spaziergang, der zu einer
be=
ſtimmten Zeit ſtattfinden ſollte, geeignet, die Sicherheit zu
gefährden und die öffentliche Ruhe und Ordnung, ſowie
den öffentlichen Verkehr zu behindern. Bei der
Strafzu=
meſſung ſei erwogen worden, daß in der Aufforderung
eine Verhöhnung des Berliner Polizeipräſidenten
ge=
ſehen wurde. Die Tat ſei um ſo ſchlimmer, als der
An=
geklagte die großen Gefährlichkeiten, die in ſolchen
Maſ=
ſenumzügen liegen, hätte bedenken müſſen. Bei ſolcher
Ge=
lgenheit ſammle ſich Mob und Janhagel, die die
Sozial=
demokraten nicht in der Hand haben; es könne dann
ſchließlich zum Blutvergießen kommen. Außerdem ſei
er=
wogen worden, daß Geldſtrafen bei den Sozialdemokraten
nicht von den Angeklagten, ſondern von der
Partei=
kaſſe bezahlt werden. — Um 5000
Markſbe=
ſtohlen wurde auf der Stadtbahn ein Maurerpolier aus
Lichtenberg. Er arbeitete ſelbſtändig und hatte geſtern
abend mit einem Bauherrn in Moabit abgerechnet.
Hier=
bei erhielt er 3000 Mark in Hundertmarkſcheinen und
2000 Mark in Gold und Silber. Die Scheine ſteckte er ind
ſeine Joppentaſche, das harte Geld in die Hoſentaſche.
Nach der Abrechnung trank er noch dieſes und jenes und
beſtieg dann auf dem Bahnhof Tiergarten einen
Stadt=
bahnzug, um nach Lichtenberg zu fahren. Er ſchlief bald
ein und erwachte erſt nach mehr als zwei Stunden wieder,
als der Wagen auf dem Bahnhof Charlottenburg aus dem
Betrieb genommen wurde und Bahnbeamte ihn fanden.
Zu ſeinem Schrecken ſah jetzt der Polier, daß ihm ein
Dieb, wahrſcheinlich ein gewerbsmäßiger
Stadtbahnfled=
derer, die Brieftaſche aus der Joppe und das bare Geld
aus der kreuz und quer aufgeſchnittenen Hoſentaſche
geſtoh=
len hatte. — In ihrer in der Hallerſtraße in
Charlotten=
burg belegenen Wohnung haben ſich geſtern nachmittag der
Kaſſenbote Wilhelm Druß und ſeine Ehefrau mit
Leuchtgas vergiftet. Während D. alsbald ver=, waren die von einem herbeigerufenen Arzt an der
Ehefrau vorgenommenen Wiederbelebungsverſuche nach
faſt zweiſtündigen Bemühungen inſofern von Erfolg
ge=
krönt, als die Lebensmüde auf kurze Zeit zum Bewußtſein
gebracht werden konnte. Der Grund zu dem
Doppelſelbſt=
mord iſt darin zu ſuchen, daß der Kaſſenbote, der ſeit
meh=
reren Jahren bei der Firma Siemens u. Halske in
Stel=
lung war, ſeit einer ſchwer überſtandenen Krankheit
ner=
venleidend und ſchwermütig war. Offenbar hat D. ſeine
Frau überredet, mit ihm gemeinſam in den Tod zu gehen.
Die Leiche des Mannes wurde nach dem Schauhauſe
ge=
bracht, die Frau nach dem Krankenhauſe Weſtend
überge=
führt, wo ſie in faſt hoffnungsloſem Zuſtande
danieder=
liegt.
Frankfurt, 2. April. Staatsſekretär Dern
burg mit ſeiner Familie iſt auf der Durchreiſe hien
eingetroffen und hat im Hotel „Engliſcher Hof” Wohs
nung genommen.
Frankfurt, 2. April. Heute nacht verſtarb an den
Folgen eines Gehirnſchlages der als Schriftſteller
be=
kannte Prokuriſt der Frankfurter „Effektenbank
Sig=
mund Schott.
Homburg, 2. April. Der Kaiſer, die
Kaiſe=
rin und Prinzeſſin Viktoria Luiſe ſind
mittels Sonderzugs um 10½ Uhr vormittags hier eins
getroffen. Auf dem Bahnſteig waren anweſend der
Geſandte Freiherr v. Jeniſch, welcher als Vertreter
des Auswärtigen Amtes hier dem Kaiſerlichen Gefolge
hinzutritt, ferner der Landrat des Obertaunuskreiſes,
Dr. Ritter v. Marx, und der Oberbürgermeiſter von
Homburg, Luedke. Der Kaiſer und die Kaiſerin
be=
grüßten die anweſenden Herren und begaben ſich
ſo=
dann unter Glockengeläute, vom Publikum herzlich
be=
grüßt, durch die flaggengeſchmückte Stadt nach dem
Königlichen Schloſſe, wo die Mujeſtäten und die
Prin=
zeſſin Wohnung nahmen. Das Wetter iſt kühl und
ſchön.
Stuttgart, 1. April. Ein mit drei Perſonen be= Automobil ſtieß bei Birkach auf eine
Telegra=
phenſtange auf. Hierbei wurde der 24 Jahre alte
Mecha=
niker Eduard Walz gegen die Telegraphenſtange gedrückt
und ihm die Schädeldecke zertrümmert, ſo daß alsbald
der Tod eintrat. Ein anderer Inſaſſe wurde ſchwer
verletzt, während der Chauffeur=mit dem Schrecken
davonkam.
Heidenheim, 1. April. Durch den Einſturz der
frei=
ſtehenden Giebelmauer einer erſt vor kurzem durch Feuer
zerſtörten Ziegelei wurden neun Arbeiter
ver=
ſchüttet. Fünf Arbeiter erlitten ſchwere Verletzungen,
während die der übrigen vier Arbeiter leichter Natur
waren.
Bamberg, 1. April. In der im Hauptmoorwalde
gelegenen Schießſtätte der Schützengeſellſchaft Bamberg
wurde heute mittag gegen 12 Uhr der 35 Jahre alte
Klaviermacher Hugo Müller von hier erſchoſſen
aufgefünden. Neben ihm lagen, gleichfalls erſchoſſen,
ſeine beiden Kinder, ein 7jähriges Mädchen und ein
Jjähriger Knabe. In hinterlaſſenen Briefen gibt
Müller als Motiv zu der ſchrecklichen Tat finanzielle
Schwierigkeiten an.
Leipzig, 2. April. In der Mordaffäre des
Dienſtmädchens einer Rentiere iſt die Verhaftung eines
19jährigen Markthelfers erfolgt. Der Verhaftete
leug=
net die Tat, kann aber ſein Alibi nicht nachweiſen.
Paris, 2. April. Wie aus Marſeille gemeldet
wird, ſtreikte die Mannſchaft des Poſtdampfers
„Pelion” während der Fahrt nach und von Ponakryg
ſo daß das Schiff in eine bedenkliche Lage geriet und
nur durch die Geiſtesgegenwart des Kapitäus ein
Un=
glück verhütet wurde. Die Marinebehörde hat eine
Unterſuchung gegen die Mannſchaft eingeleitet, die
ihrerſeits eine Klage gegen den Kapitän wegen
ſchlech=
ter Behandlung und Verpflegung erhoben hat.
Katania, 1. April. Der Hauptſtrom der Lavas
maſſen bewegte ſich heute mit einer
Geſchwindigkeit=
von zehn Metern in der Stunde auf Borello zu, doch
glaubt man, daß Borello ſelbſt wie das Dorf Belpaſſo außer
Für das jetzt beginnende Studium ſind allgemein
ge=
haltene Vorſchriften gegeben. Der Eleve hat nur den
Studienort der Ober=Poſtdirektion anzuzeigen, in
deren Bezirk er die praktiſche Ausbildungszeit beendet
hat. Den Gang ſeiner Studien braucht der Eleve erſt
bei der Meldung zur erſten Prüfung darzulegen. Auch
ſteht es ihm frei, ob er etwa die Ferien zu ſeiner
weiteren Ausbildung im techniſchen Dienſt benutzen
will oder nicht. Die Studien, die jetzt für den erſten
Jahrgang der neuen Laufbahn beginnen, gelten den
Staatswiſſenſchaften, der Rechtswiſſenſchaft und den
Hilfswiſſenſchaften der Telegraphie, alſo der Phyſik,
Chemie und Elektrotechnik. Das Studium kann auf
einer Univerſität oder einer techniſchen Hochſchule
er=
folgen.
Spielplan des Großh. Hof= und
National=Theaters in Mannheim.
Mon=
tag, 4. April: Judith. Dienstag, 5. April: Lohengrin.
Ortrud: Frau Mildenburg. Mittwoch, 6. April:
Wenn der junge Wein blüht. Donnerstag, 7. April:
Madame Butterfly. Freitag, 8. April: Alt=Heidelberg.
Samstag, 9. April: Der fidele Bauer. Sonntag, 10.
April: Wallenſteins Lager — Die Piecolomini
Wallenſteins Tod.
Kleines Feuilleton.
** Gegen den Wachtelmord erheben ſich
wieder einmal die Stimmen derjenigen, die von
Fein=
ſchmeckern mit der Bezeichnung Vogelſchutzphantaſten
elegt werden. Die franzöſiſche Regierung hat ihre
diplomatiſchen Vertreter im Auslande beauftragt, eine
endgültige internationale Erledigung der „
Wachtel=
frage” anzuregen. Es iſt unbeſtreitbar, daß die fetten
Wachteln einen Leckerbiſſen erſten Ranges bilden, und
zwar als Spießbraten: „Wenn man ſie anders auf den
Tiſch bringt”, ſagt Brillat=Savarin, „bekundet man
jedesmal eine große Unwiſſenheit, denn ihr Axoma iſt
äußerſt flüchtiger Natur und löſt ſich, verfliegt und
verſchwindet, ſobald man den Vogel mit einer
Flüſſig=
keit in Verbindung bringt.” Andere Geſchmacksgelehrte
wiederum ſprechen ſich gegen den Wachtelgenuß aus.
Schon Ariſtoteles ſchreibt dem Genuß Streitluſt zu,
Plinius meint, man bekäme davon die „Fallende Sucht”
und um 1750 glaubte man, er verurſache verliebte
Träume. Aber die Gourmets aller Zeiten haben ſich
über dieſe Bedenken hinweggeſetzt, und die Maſſen von
Wachteln, die alljährlich von Feinſchmeckern gegeſſen
werden, ſollen in Mitteleuropa eine merkliche Abnahme
dieſes ſchmackhaften Hühnervogels hervorgerufen haben.
Bereits Ende der fünfziger Jahre wurde von einem
Grafen Wodzicki ein internationaler Singvogelſchutz
geplant, 1875 trafen Oeſterreich und Italien auf
den=
ſelben Zweck hinzielende Vereinbarungen, und 1881
trat auf Veranlaſſung des Kronprinzen Rudolf in
Wien ein internationaler Kongreß zuſammen, der aber
kein befriedigendes Reſultat hatte. Nun ſchritten die
einzelnen Staaten zu eigenen Maßregeln, Deutſchland
erhielt 1888, Oeſterreich 1889 Vogelſchutzgeſetze, die
aber eine Anzahl wichtiger Vögel ungeſchützt laſſen,
während ſie harmloſe und ſogar nützliche Vögel auf die
Liſte der zu vertilgenden ſetzen. Eine bedeutender
Beſſerung in dem bisherigen Zuſtande iſt angebahnt,
ſeitdem Frankreich und Deutſchland die Durchfahrt der
„Leichenzüge” der Waggonladungen von toten Wachteln
aus Italien, durch ihr Gebiet nicht mehr geſtatten.
Das Hauptabſatzgebiet iſt nämlich England, wo auch
unſerem Kaiſer die leckeren Wachtelpaſtetchen auf
High=
cliffe ausgezeichnet gemundet haben, und dorthin
iſt=
der Seeweg zu lang. Dies Verbot hindert natürlich
nicht den Verſand in Poſtpaketen! Auch haben
Frank=
reich ſowohl wie Deutſchland die Jagdzeit für Wachteln
erheblich gekürzt. In Preußen ſind die Wachteln nur
im September, Oktober und November jagdbar, in
Bayern dagegen von September bis Februar, in
Württemberg ebenſo, in Mecklenburg darf man ſie
ſchon im Auguſt ſchießen. Das Geſtatten des
Aus=
nehmens der Kibitzneſter und des Wachteltötens iſt ein
Hohn auf die ganze Vogelſchutzgeſetzgebung.
* Schwarz=weißer Abſchied. Berliner
Blätter melden: Vor dem Paſſage=Panoptikum in
Berlin kam es am Freitag mittag bei der Abreiſe der=
Senegaleſen, die dort gaſtiert hatten, zu
ungewöhn=
lichen Abſchiedsſzenen. Es war bekannt geworden, daß
die Truppe mittags abfahren werde. Etwa 1500
Per=
ſonen, darunter Hunderte von jungen Mädchen, hatten
ſich vor dem Eingang zum Panoptikum Unter den
Linden angeſammelt. Acht Schutzleute waren kaum
imſtande, das Publikum zurückzudrängen und den
Verkehr aufrecht zu erhalten. Als die Droſchken
vor=
fuhren, in denen die Nigger nach dem Bahnhof fahren
wollten, kam es zu peinlichen Szenen, indem die
Mädchen ſich an die Schwarzen herandrängten und
zärtlichen Abſchied von ihnen nahmen. Vergebens
verſuchten die Schutzleute, die „Damen”
zurückzu=
drängen; immer wieder ſtürmten ſie auf die
Abziehen=
den zu, um noch die letzten Grüße zu tauſchen. Und das
in der „Metropole der Intelligenz”!
* Der „Hauptmann von Köpenick” als
Gaſtwirt. Der Schuhmacher Wilhelm Voigt
wird=
ſich nach einem unſteten Leben, das ihn erſt kürzlich
über England nach Amerika führte, in Rixdorf als
Eigentümer einer Gaſtwirtſchaft niederlaſſen. Er hat
dort in der Saaleſtraße das Reſtaurant „Saalburg” für
12500 Mark käuflich erworben und die Kaufſumme bar
erlegt. Bereits am nächſten Montag wird, er ſich den
Gäſten in ſeiner neuen Würde vorſtellev=
Nummer 77.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. April 1910.
Gefahr ſind. Der nach Monte Nocilla zu vordringende
Strom kommt nur langſam vorwärts. Die Bevölkerung
verhält ſich ruhig. Der Aſchenregen dauert noch an.
* Chronik des Monats März. 1. Der Reichstag
wählt anſtelle des verſtorbenen Grafen Stolberg den
konſervativen Grafen Schwerin=Löwitz zum
Präßi=
denten. — Bei der Präſidentenwahl in Braſilien wird
Hermes da Fonſeca gewählt. — 3. Die griechiſche
Kammer nimmt den Regierungsentwurf auf Reviſion
der Verfaſſung mit 150 11 Stimmen an. — Die
preu=
ßiſche Wahlrechtskommiſſion nimmt die Wahlvorlage
mit 15:13 Stimmen an. — Zum Intendanten des
Mannheimer Hoftheaters wird Profeſſor Ferdinand
Gregori in Wien gewählt. — 4. Im öſterreichiſchen
Abgeordnetenhauſe erklärt der Handelsminiſter, daß
Oeſterreich ſich in keinem Falle auf die deutſchen
Schiffahrtsabgaben einlaſſen werde. — 5. Der
gericht=
liche Liqnidator Duez in Paris wegen Unterſchlagung
von fünf Millionen verhaftet. — 6. Auf dem erſten
Parteitage der neugegründeten Fortſchrittlichen
Volks=
partei zu Berlin wird die Fuſion der drei
linkslibe=
ralen Parteien Deutſchlands vollzogen. — 7. König
Eduard in Paris. — 10. Erſter Bürgermeiſter der
Stadt Wien, Dr. Karl Lueger, †. — 12. Der
General=
leutnant z. D. Hermann v. Chappuis in Frankfurt 7.
— 15. Prinz Alois Liechtenſtein anſtelle Dr. Luegers
zum Parteichef der Chriſtlich=Sozialen in Oeſterreich
ernannt. — 16. Konſervative und Zentrum ſetzen im
Abgeordnetenhauſe mit 238:168 Stimmen ihre Aenderung
des preußiſchen Wahlrechts durch. — 19. Der freiſinnige
Reichstagsabgeordnete und Direktor des Berliner
Aquariums Dr. Otto Hermes 1. — 21. Beſuch des
bulgariſchen Königspaares in Konſtantinopel. —
Be=
ſuch des deutſchen Reichkanzlers in Rom. —
Skandal=
ſzene im ungariſchen Abgeordnetenhauſe. — Rücktritt
des italieniſchen Miniſteriums Sonnino. — 22. Der
Schöpfer des Niederwalddenkmals, Bildhauer Johannes
Schilling, †. — Thronrede zum Schluß des ungariſchen
Reichstags. — König Peter von Serbien in Zarskoje=
Sſelv. — 23. Audienz des deutſchen Reichskanzlers
beim Papſte. — 26. Eine Dauerſitzung der griechiſchen
Kammer nimmt das Budget und den
Univerſitäts=
antrag an. — 27. Der Zar unterzeichnet das Manifeſt
für die finnländiſche Geſetzgebung, die alle
Sonder=
rechte dieſes Landes aufhebt. — 28. Abreiſe des
Reichs=
kanzlers von Rom nach Florenz. — Brandkataſtrophe
in einem Ballſaal in Oekörito (Ungarn). 300 Tote,
100 Verletzte. — 29. Einweihung des Ozeanographiſchen
Muſeums bei Monte Carlo. — 30. Eiſenbahnunglück
bei Mülheim am Rhein. 20 Tote, 55 Verwundete.—
Eine Thronrede des Königs von Griechenland
ver=
kündigt die Einberufung einer reviſioniſtiſchen Kammer.
— 31. Die Liga des griechiſchen Militärbundes erklärt
ihre Auflöſung. — Neues Miniſterium in Italien
unter Luzzatti.
Sport.
B. Fußball. Das geſtern Nachmittag auf dem
Sportplatz an der Heidelbergerſtraße ausgetragene
Rück=
ſpiel zwiſchen den erſten Mannſchaften des
Sport=
vereins Wiesbaden und Olympia Darmſtadt
endete mit dem überlegenen Siege von 2:0 Toren der
Darmſtädter: 20 Minuten nach Seitenwechſel konnte
Olympia den erſten Punkt erreichen, dem nach 10 Minuten
der zweite folgte. Trotz großer Anſtrengung vermochte
Wiesbaden die Scharte nicht auszuwetzen. Vorher
ſpielte die zweite Mannſchaft Olympias gegen F.=K.
„Germania”=Langen. Der Wettkampf endete mit 6:1 zu
Gunſten Olympias.
Rg. Die Berliner
Ringkampfkonkur=
renzen haben jetzt ihren Abſchluß gefunden. Im
Zirkus Sarraſani beanſpruchte am letzten Abend der
Kampf zwiſchen den beiden Deutſchen Koch und Strenge
das meiſte Intereſſe. Koch ſiegte ſchließlich nach einer
Geſamtzeit von 1 Stunde 6 Minuten und gewann
da=
mit den erſten Preis in Höhe von 3000 Mark. Um den
zweiten und dritten Platz hatten Strenge und van den
Berg ein Entſcheidungsmatch auszufechten. Wegen der
vorgerückten Stunde wurde dieſes nach Punkten
gewer=
tet, und zwar ſollte derjenige ſiegen, der ſeinen Gegner
innerhalb von 10 Minuten am häufigſten „parterre‟
brachte. Strenge ſiegte mit 4:2 Punkten und erhielt
ſomit den zweiten Preis von 2500 Mark und van den
Berg den dritten von 1800 Mark. Der vierte Preis
von 1500 Mark fiel an Michailoff, der fünfte von 800
Mark an Cazeaux und der ſechſte von 400 Mark an
Paradanoff. — Im Palaſt=Theater errang der Däne
Pederſen durch ſeinen Sieg über Pohl=Deutſchland in
42 Minuten 12 Sekunden den Weltmeiſtertitel und
da=
mit den erſten Preis. Zweiter wurde Pohl, Dritter
Vervet=Frankreich, Vierter Zipps=Amerika und Fünfter
Bahn=Bremen.
Lt. Das Internationale Lawn=
Ten=
nis=Turnier von Cannes brachte nach Abſchluß
der Meiſterſchaftskonkurrenzen den Sieg des deutſchen
Paares Gebrüder Kleinſchroth=München im offenen
Herren=Doppelſpiel gegen Baron Lersner-Baron
Lersner mit 6—1, 6—3, 8—6. Im offenen Herren=
Einzel=
ſpiel hatte ſich der Frankfurter Spieler F. Boelling für
die Schlußrunde qualifiziert, wo er jedoch von dem
Engländer J. M. G. Ritchie 6—0, 6—0, 7—5 geſchlagen
wurde. Das Damen=Einzelſpiel fiel an Miß
Salus=
bury durch ihren Sieg über Miß Roſe 6—1, 6—2
zu=
rückgezogen.
Das Internationale Lawn=Tennis=
Turnier des Tennis Club de Paris hat
be=
reits einige Entſcheidungen gebracht. Das Herren=
Dop=
pelſpiel gewännen Deeugis-Germot gegen Micard-
Canet 6—1, 6—2, 4—6, 6—2 und das Herren=Einzelſpiel
mit Vorgabe Klaſſe B Stoner gegen Straß 6—2, 6—0.
Das Eiſenbahnunglück bei Mülheim.
* Mülheim, 2. April. Heute nachmittag 4 Uhr
fand auf dem hieſigen Friedhofe die große militäriſche
Leichenfeier für die durch das
Eiſenbahn=
unglück getöteten Soldaten unter zahlreicher
Beteiligung der Behörden und Abordnungen der von dem
Unglück betroffenen Regimenter und anderer ſtatt. Die
Leichen waren in der Leichenhalle nebeneinander
aufge=
bahrt. Der kommandierende General des achten
Armee=
korps, General der Infanterie v. Plötz, legte als
Vertre=
ter des Kaiſers einen prachtvollen Kranz nieder und
hielt eine Anſprache, in der er den Angehörigen der Toten
das Beileid des Kaiſers, ſowie das ſeinige und das des
Armeekorps ausſprach. Nachdem noch der katholiſche und
der evangeliſche Diviſionspfarrer Leichenreden gehalten
hatten, wurden die Särge auf vier Plateauwagen und
ſechs Leichenwagen untergebracht und unter militäriſchen
Ehrenbezeugungen erfolgte die Ueberführung nach dem
neuen Güterbahnhof. Zwei Militärkapellen ſpielten
Trauerweiſen und die ſpalierbildenden Truppen
präſen=
tierten beim Paſſieren des Leichenkondukts. Eine überaus
große Menſchenmenge hatte ſich am Friedhofe, ſowie in
den Straßen und am Bahnhofe eingefunden. Die
Eiſen=
bahndirektion hatte jeder der Leichen einen Kranz
geſpen=
det. Die meiſten Leichen werden heute Nacht nach ihrer
Heimat übergeführt.
* Mülheim, 2. April. Vom Kaiſer war für die
bei dem Eiſenbahnunglück getöteten Soldaten ein
pracht=
volles Gebinde von Blättern und Callablüten, geziert mit
Schleifen in preußiſchen Farben, geſpendet worden. Der
Kranz des Kaiſers wird mit nach Bochum gebracht, von
wo ſechs der getöteten Soldaten ſtammen. — Auf den vier
Plateauwagen, die ſchwarz drapiert und von den übrigen
Wagen kaum zu unterſcheiden waren, befanden ſich je vier
Särge. Hinter den Leichenwagen ſchritten zunächſt mit den
Anverwandten der getöteten Soldaten die Generalität
und die Spitzen der Zivilbehörden, die evangeliſche und
die katholiſche Geiſtlichkeit und u. a. auch eine Abordnung
des Karlswerkes. — In der Leichenhalle, wo die
aufgebahrten 22 Särge faſt unter Kränzen und
Blumen=
gewinden verſchwanden, waren neben den Spitzen der
Be=
hörden und den Abordnungen der vom Unglück betroffenen
Regimenter auch Abteilungen aller Wafſen der Garniſon
Köln erſchienen; das Offizierkorps war vollzählig
ver=
ſammelt. Die dem Kreiskriegerverband angehörigen
Ver=
eine hatten ihre umflorten Banner um die Särge
aufge=
pflanzt. Von der Decke der Halle wehten Trauerflore und
die Halle ſelbſt glich einem Palmenhain. Im Namen der
Garniſon ſprach Exzellenz v. Sperling den
Angehöri=
gen das herzlichſte Beileid aus. Sowohl bei der Feier
in der Friedhofshalle, wie auch während der
Unterbrin=
gung der Särge in die Eiſenbahnwagen erhöhte der
Männergeſangverein „Concordia” durch weihevolle
Ge=
ſänge den Eindruck der Feier. Nach Beendigung der
Feier begab ſich der kommandierende General v. Plötz
nach den Hoſpitälern und ſprach den dort untergebrachten
verletzten Soldaten das Beileid des Kaiſers aus; er
machte dem Kaiſer telegraphiſch Mitteilung über das
Be=
finden der Verwundeten. — Wie man hört, haben ſich noch
verſchiedene Mannſchaften, die ſich in dem verunglückten
Eiſenbahnzug befanden und anſcheinend unverletzt
geblie=
ben waren, nachträglich krank melden müſſen.
* Paris, 1. April. Die franzöſiſche
Regie=
rung ſprach der deutſchen Botſchaft anläßlich der
Mülheimer Kataſtrophe ihre aufrichtigſte Teilnahme
aus und bat, dieſelbe auch der kaiſerlichen Regierung
zu übermitteln.
* Brüſſel, 2. April. Der Kön ig drückte durch die
deutſche Geſandtſchaft dem Kaiſer und dem
Kriegs=
miniſter ſein Beileid anläßlich des Eiſenbahnunglücks
bei Mülheim a. Rh. aus.
Das Brandunglück in Oekoerito.
* Peſt 2. April. Erſt jetzt kann man ſich
allmäh=
lich ein genaues Bild über das grauenerregende
Brandunglück machen, deſſen Schauplatz die bei
Szatmar gelegene Gemeinde Oekverito geweſen iſt, und
dem mehr als 300 Menſchenleben zum Opfer gefallen
ſind. Der Ball, auf dem ſich das Unglück zutrug, wurde
von der Dorfjugend zur Deckung der Koſten für die
Errichtung einer neuen Muſikkavelle veranſtaltet. Auch
aus den umliegenden Gemeinden waren viele Burſchen
und Mädchen geladen worden. Da ein größerer Raum
in dem Dorfe nicht zur Verfügung ſtand, ſollte der
Tanz in einer Schenne des Wirtshauſes ſtattfinden, die
ſeit 1856 zu ſolchen Zwecken verwandt wurde. Die
Scheune wurde zu dieſem Zwecke entſprechend
herge=
richtet. Das Strohdach wurde mit trockenem Schilf
ausgebeſſert, die Wände mit Kunſtblumengirlanden
und Papierzieraten geſchmückt. Vom vorigen Jahre
befanden ſich an den Wänden noch trockene Reiſer, die
auch jetzt nicht entfernt wurden. Als Beleuchtung
dien=
ten fünf Petroleumlampen und eine Anzahl mit
Ker=
zen erleuchteter Papierlampions. Der
feuergefährli=
chen Stoffe hätten in dem baufälligen, ſtroh= und
ſchilf=
gedeckten, morſchen Holzbau ſchwerlich noch mehr
an=
gehäuft werden können.
Der Ball wurde den Behördensgemeldet und von
dieſen geſtattet, ohne daß man ſich der Mühe unterzogen
hätte, die Scheune näher anzuſehen. Den größten
Leicht=
ſinn begingen aber die Burſchen, als ſie das große
Ein=
fahrtstor in die Scheune mit Brettern vernagelten, um
zu verhindern, daß Nichtzahlende ſich unter die
Ball=
gäſte einſchlichen. Die Eintrittsgebühr betrug eine
Krone; Kinder und Nichttänzer hatten freien Eintritt.
Da bis zum Ausbruch des Brandes 367 Kronen
ein=
genommen wurden, ſo konnten ſich in dem 15 Meter
langen und 10 Meter breiten Innenraume der Scheune
etwa 600—700 Perſonen befunden haben. Am
Nachmit=
tag hatte die Jugend des Dorfes und der
Nachbarge=
meinden noch an einem Gottesdienſt in der
reformier=
ten Kirche teilgenommen. Die Tanzunterhaltung
be=
gann um 7 Uhr abends. Um halb 9 Uhr bemerkten die
Tanzenden plötzlich, daß ein Papierlampion ſich
ent=
eündet hatte. Solche Fälle pflegten auch ſonſt
vorzu=
kommen. Gewöhnlich ſtiegen dann die Burſchen, einer
auf den Schultern des anderen, empor und hängten die
brennenden Lampions ab. Diesmal verſuchte ein auf
Urlaub befindlicher Soldat mit ſeinem Säbel den
Lam=
pion herabzuſchlagen. Dabei ſtieß er jedoch das
bren=
nende Papier gegen die als Schmuck angebrachten
dür=
ren Reiſer, die in einem Nu Feuer fingen. In
weni=
gen Augenblicken brannte die Scheune an allen Ecken
und Enden. Es entſtand eine fürchterliche Panik. Die
meiſten der Anweſenden ſuchten ſich durch den in einer
Ecke freigelaſſenen, einen Meter breiten Eingang zu
retten. In dem entſetzlichen Gedränge gelang es nur
den Wenigſten, ins Freie zu entkommen. Als die
Menge ſich an dem Ausgange immer mehr anſtaute,
wurden Frauen und Kinder niedergeriſſen und
zertre=
ten. Vom brennenden Strohdach fielen unausgeſetzt
flammende Strohwiſche auf die Ballgäſte herab, an
welchen ſich die Kleider der Tänzerinnen entzündeten.
Dichter Qualm erfüllte den Raum, und überall
erſchol=
len markerſchürternde Hilf= und Wehrufe. Ein Teil
der Anweſenden hatte verſucht, das zugenagelte
Scheu=
nentor zu öffnen. Dem Druck von etwa 200 Perſonen
gab ſchließlich nicht nur das Tor, ſondern die ganze
baufällige Seitenwand nach. Eine Anzahl von
Per=
ſonen ſtürzte durch die Oeffnung ins Freie, wurde aber
unmittelbar darauf durch die nachdringenden, zum Teil
brennenden Menſchen zu Boden geſtoßen, ſo daß ein
ganzer Wall ans Menſchenleibern entſtand. Viele
eil=
ten mit brennenden Kleidern davon, um dem
Schau=
platz der Schreckensſzenen zu entrinnen und brachen
mitten im Felde zuſammen, wo ihre verkohlten Leichen
aufgefunden wurden. In einer Viertelſtunde hatte ſich
das ganze fürchterliche Unglück abgeſpielt. Am nächſten
Tage wurden 294 Tote gezählt; jetzt ſpricht ein
amt=
licher Bericht der Ortsbehörde ſchon von 340 Toten.
Ver=
wundet wurden=68 Perſonen, von denen 29 geſtorben
ſind.
Großherzogliches Hoftheater.
Freitag, 1. April.
„Fauſt”
Erſter Abend.
W-l. Vor mäßig beſuchtem Hauſe nahm heute abend
ber Fauſt=Zyklus, der ſeit dem Jahre 1908 auf vier
Abende verteilt wird, ſeinen Anfang. Die Beſetzung
der bei der Aufführung in Frage kommenden Rollen
war dieſelbe wie im Vorjahre. Eine weſentliche
Aen=
derung war mit dem Vorſpiel und dem Prolog
vor=
genommen worden. Erſteres, das von den Herren
Wagner (Direktor), Heinz (Dichter) und
Spei=
ſer (Luſtige Perſon) verſtändnisvoll und mit Wärme
geſprochen wurde, ſpielte ſich nicht, wie früher, in
einem ſzeniſchen Rahmen, ſondern vor dem
geſchloſ=
ſenen Vorhang ab, der ſich dann öffnete und die
himm=
liſche Szene zeigte, dergeſtalt, daß hinter einer
Wol=
kenöffnung die drei beflügelten Erzengel, der Erzengel
Michael mit dem großen Schwert in der Mitte, ihm
zur Rechten Raphael und zur Linken Gabriel,
er=
ſchienen. Bei der letzten Aufführung wurden die
ein=
leitenden Verſe geſprochen. Wir hatten damals
dar=
auf hingewieſen, daß ſich dieſe Neuerung nicht bewährt
hat und namentlich das Zuſammenſprechen der
drei Engel am Schluß den feierlichen Eindruck leicht
zerſtört, und vorgeſchlagen, daß die Regie, ſo
lobens=
wert auch die Abſicht ſei, von der ſie bei jener
Neuer=
ung geleitet ſei, zu dem früheren Modus wieder
zurückkehren und die Verſe wieder ſingen laſſen möge.
Dies war denn auch heute geſchehen. Die Damen
Zeiller, Howard und Meyer gaben
ein gut abgeſtimmtes Terzett ab, und der
ganze Prolog, deſſen Ergänzungsdekorationen von
Herrn Hoftheatermaler Kurt Kempin herrührten,
war ſtimmungsvoll inſzeniert und bedeutete gegen
frü=
her eine Vereinfachung und Verbeſſerung. Auch das
Fortlaſſen der ſymboliſchen Darſtellung des Herrn durch
ein leuchtendes Auge iſt, ebenſo wie das des
Flammen=
geiſtes im erſten Akte durchaus zu billigen. Die
Traum=
bilder in Fauſts Studierzimmer am Schluſſe des
zwei=
ten Aktes waren dekorativ erweitert und bereichert.
Mögen dieſe ſzeniſchen Bilder an ſich auch ſchön ſein,
ſo meinen wir doch, daß man im erſten Teil des
„Fauſt” auf die Hervorkehrung des Aeußerlichen nicht
zu viel Gewicht legen darf, da das Opernhafte zu
ſei=
nem Charakter nicht paßt.
Herr Baumeiſter ſpielte den alten Fauſt mit
natürlicher Wärme und ohne alles theatraliſche Pathos
und erzielte mit dem ſchön geſprochenen Monolog, der
aber durch fortgeſetztes Lärmen und Poltern hinter der
Szene geſtört wurde, eine tiefe Wirkung. Eine ſchon
zu Anfang ſich bemerkbar machende ſtimmliche
Indis=
poſition hinderte ihn leider an der vollen Entfaltung
ſeines Organs. Herr Lehrmann ſpielte den
Me=
phiſto wie früher als geiſtreichen und zyniſchen
Dialek=
tiker und erreichte in der an ſatiriſchen Pointen reichen
Schülerſzene den Höhepunkt ſeiner Darſtellung. Die
Rolle des Herrn ſprach Herr Hacker, die des
Erd=
geiſtes Herr Heinz. Als treffliche Darſteller
bewähr=
ten ſich wieder die Herren Knisvel und
Schnei=
der in den Rollen des Famulus und des Schülers.
Die Oſterſzene, in der Herr Kretſchmer das
Tanzlied ſang, war ſehr lebendig inſzeniert, die Szene
in Auerbachs Keller, in der die Herren
Riech=
mann, Weber Jürgas und Klotz die hohen
Semeſter feucht=fröhlich verkörperten, ließ an draſtiſcher
Wirkung nichts zu wünſchen übrig. Neu war außer
Herrn Speiſer nur Herr Holler, der die ſchwierige
Rolle der Hexe mit teufliſchem Humor ſpielte.
Samstag, 2. April.
„Fauſt”.
Zweiter Abend.
W-l. Das bemerkenswerteſte Ereignis des zweiten
Abends, der nicht beſſer beſucht war, als der erſte, war
die Neuinſzenierung des für die Gretchentragödie
be=
deutungsvollen erſten Aktes, für den Herr
Hoftheater=
maler Kurt Kempin ein entzückendes Gretchen=
Zim=
mer neu gemalt hatte, das dem Ganzen eine erhöhte
Stimmung verlieh. Der grüne Kachelofen des
reizen=
den Zimmerchens, der Alkoven und der Erker mit den
Butzenſcheiben und den Blumentöpfen davor, gaben ein
hiſtoriſch getreues, überaus anheimelndes Interieur
ab, auf das die Worte des Dichters als Motto paſſen:
Wie atmet rings Gefühl der Stille,
Der Ordnung, der Zufriedenheit!
In dieſer Armut, welche Fülle!
In dieſem Kerker, welche Seligkeit!
Da ſowohl dies Zimmer, als auch das der Frau Marthe
und der Garten in einem eigenen Rahmen etwas in
den Hintergrund der Bühne verlegt ſind, ſo können die
Verwandlungen in dem Raum vor ihnen bei offenem
Vorhang und nur bei verdunkelter Bühne ſchnell vor
ſich gehen, was der raſcheren Abwicklung der Handlung
und einem einheitlichen Eindruck außerordentlich
för=
derlich iſt. Dieſe ganze Inſzenierung der
Gretchen=
tragödie iſt eine der beſten künſtleriſchen Leiſtungen
unſerer Regie, durch die ein ſchwieriges Problem
tech=
niſch aufs glücklichſte gelöſt iſt. Ueber die brillante
In=
ſzenierung der Walpurgisnacht, bei der der Dichter
hin=
ter dem Regiſſenr faſt ganz zurücktritt, haben wir ſchon
ſo viel des Lobes geſagt, daß uns zu ſagen faſt nichts
mehr übrig bleibt. Das ſzeniſche Malheur in der
Ker=
kerſzene möge in Rückſicht auf das bedeutende Guthaben
der Regie deshalb ungebucht bleiben.
Dem Gaſtſpiel des Fräulein Welden als
dun=
kelhaariges Gretchen war nicht nur die Reminiſzenz
an die beiden letzten Aufführungen nachteilig. Ihre
Darſtellung ließ vielen Fleiß, Verſtändnis und freudige
Hingabe erkennen, aber was einem nicht gegeben iſt,
kann man nicht erzwingen. Die Darſtellerin des
Gret=
chens muß wie die Naive geboren ſein; hier heißt es
eben: viele ſind berufen, aber wenige ſind auserwählt.
Herr Baumeiſter ſpielte den verjüngten Liebhaber
Fauſt mit ſympathiſcher Wärme ohne Sentimentalität
und blieb auch in den pathetiſchen Szenen bei allem
ge=
hobenem Pathos der Rede natürlich und bei allem hohen
Fluge der Gedanken wahr im Empfinden. Herrn
Lehrmanns Mephiſto war ein eingefleiſchter
Teu=
fel, der mit ſcharfer Pointierung in Mimik und Spiel
und mit beißender Satire den Geiſt, der ſtets verneint,
hervorkehrte. Ein humoriſtiſches Intermezzo war die
Szene mit Frau Marthe, deren Pointen hier ſtark
unterſtrichen zu werden pflegen, und in dieſem Sinne
ſekundierte ihn Frau Rudolph mit Verſtändnis und
vielem Humor. Neu war Herr Weſtermann als
Valentin, der mehr Gewicht auf die Verinnerlichung,
als auf ſtarke dramatiſche Wirkung ſeiner Rolle legte.
Das Publikum nahm die Vorſtellung ſehr beifällig
auf. Nach der Walpurgisnacht=Szene wurden auch Herr
Oberregiſſeur Valdek und Herr Oberinſpektor
Schwerdtfeger mehrmals hervorgerufeng=
Tödliche Ballon= und Flugunfälle.
* Saßnitz, 3. April. Heute mittag 1¼ Uhr iſt
der Ballon „Pommern”, der heute früh in Stettin
auf=
geſtiegen war, gegenüber dem Herrenbad in die Oſtſee
gefallen. In der Gondel befanden ſich vier Perſonen,
darunter der Reichstagsabgeordnete Delbrück=Stettin.
Bis=
her wurden zwei gerettet, einer brach den Fuß, der
andere erhielt eine ſchwere Kopfwunde und iſt
beſinnungs=
los. Die Fehlenden zwei werden noch geſucht.
* Stettin, 3. April. Die beiden aufgefundenen
Inſaſſen des in die Oſtſee gefallenen Ballons
Pom=
mern”, ſind, wie die „Stettiner Neueſten Nachrichten”
melden, der Kaufmann Hein und der Bankbeamte
Sem=
melhack. Erſterer iſt tot, letzterer hat, wie bereits
ge=
meldet, ein Bein gebrochen. Die beiden anderen
noch Vermißten ſind der Reichstagsabgeordnete
Del=
brück und Stadtbaurat Benduhn. Das Unglück
er=
eignete ſich 1000 Meter vom Lande.
* Stettin, 3. April. Ueber den Aufſtieg des
ver=
unglückten Ballons „Pommern” meldet die
„Oſtſee=Zeitung‟: Der Ballon ſtieg heute vormittag 10½
Uhr bei der Zabelsdorfer Gasanſtalt bei ſehr ſtarkem
Winde auf und verfing ſich dabei in Telegraphendrähten,
die zerriſſen; ſodann wurde der Ballon gegen ein
Fabrik=
gebäude getrieben und durchſchlug zweimal das auf dem
Dache befindliche Geſtänge. Die Kühlvorrichtung und der
obere Teil des Schornſteins wurden glatt durchſchnitten.
Der Ballon hob ſich dann und verſchwand mit großer
Geſchwindigkeit. Deutlich konnte man erkennen, daß die
Gondel ſchwer beſchädigt ſein mußter ſie hing
links ſchief herunter. Das nach Tauſenden zählende
Pu=
blikum brach in Schreckensrufe aus und eilte wie das
Mi=
litär, das bei dem Aufſtieg behilflich war, zur Unfallſtelle,
da man annahm, daß jemand aus der Gondel gefallen ſei.
Die Teilnehmer der Fahrt dürften aller Wahrſcheinlichkeit
nach bei dem Anprall erheblich verletzt worden ſein. — Aus
Saßnitz wird der „Oſtſee=Zeitung” ferner gemeldet, daß
der Ballon ſich in einer Höhe von etwa 500 Meter über
dem Walde, bei Waldhalle befand, als er plötzlich
abge=
trieben wurde und mit großer Schnelligkeit ſank. Von
dem Bankbeamten Semmelhack, dem verletzten
Teilneh=
mer an der Ballonfahrt, wird dem Blatte telephoniſch
mit=
geteilt, daß. Reichstagsabgeordneter Delbrück und
Stadtbaurat Benduhn ertrunken ſein dürften.
Der Ballon treibe führerlos im Waſſer. Er. Semmelhack,
habe durch eigene Kraft ſich retten können.
* San Sebaſtian, 3. April. Der Aviatiker
Leblon iſt mit ſeinem Apparat in die Seei
ge=
ſtürzt und ertrunken.
* San Sebaſtian 3. April. Man behauptet,
Leblon habe denſelben Flugapparat benutzt, welcher
Delagrange das Leben gekoſtet habe. Infolge einer
Havarie des Motors neigte ſich der Apparat
zu=
erſt und ſtürzte dann ſenkrecht mit
ſchwindeln=
der Schnelligkeit in die See. Leblon ertrank
nicht, ſondern wurde von dem auf ihn fallenden
Appa=
rat erſchlagen. Der Tod erfolgte ſofort. Die Uhr
des Aviatikers blieb um 3 Uhr 29 Minuten ſtehen. Der
Verunglückte wurde ans Ufer gebracht, wo ſich eine
un=
geheure Menſchenmenge angeſammelt hatte.
Herbeige=
eilte Aerzte verſuchten alles Mögliche, Leblon ins Leben
zurückzurufen, aber vergeblich. Die Leiche wurde
ſo=
dann ins Hotel gebracht, wo der Luftſchiffer abgeſtt
war, und von da wird ſie nach Havre, dem Wohnort
ſeiner Familie, überführt. Madame =Leblon
wohnte dem Aufſtiege bei und mußte die
Kataſtrophe mit an ſehen. Sie eilte an das
Ufer, wo man ihren Gatten niedergelegt hatte, doch hie!
man ſie vorerſt zurück. Sie ſah den Verunglückten erſt
ſpäter, wobei ſich eine herzzerreißende Szene abſpielte.
Ein Dampfer verſuchte mit Erfolg, den Flugapparat
aufzufiſchen.
Handel und Verkehr.
* Mannheim, 2. April. In der heutigen
Auf=
ſichtsratsſitzung der Badiſchen Anilin= und
Soda=
fabrik Ludwigshafen a. Rh., Aktiengeſellſchaft, wurde
die Bilanz für das Geſchäftsjahr 1909 vorgelegt. Dieſe
weiſt ausſchließlich des Vortrages von 1474082 Mark ein
Betriebsergebnis von 16341839 Mark gegen 13 458 326
Mark im Vorjahre aus. Der Aufſichtsrat beſchloß, nach
Vornahme der ſtatutenmäßigen Abſchreibungen im Betrage
von 5806573 Mark der Generalverſammlung der
Aktio=
näre die Verteilung einer Dividende von 24 Prozent (22
Prozent im Vorjahre) in Vorſchlag zu bringen.
Vermiſchtes.
* Die Nieder=Wöllſtädter Konferenz
heſ=
ſiſcher Geiſtlicher wird ihre Jahresverſammlung
am 13. April, 10 Uhr, im Basler Hof zu Frankfurt a. M.
abhalten. Nach einer bibliſchen Anſprache durch Herrn
Pfarrer Göhrs=Bickenbach folgt ein Vortrag des
Präſi=
denten der Landesſynode, Herrn Geh. Schulrat D.
Stamm, über: „Was iſt von dem Peſſimismus zu
halten?‟ Eine Anzahl Theſen bietet die Unterlage
für die anſchließende Diskuſſion. Die anderen
Gegen=
ſtände der Tagesordnung ſind mehr geſchäftlicher Art.
Literariſches.
— Die Technik des Grammophons hat ſich Dank
den eifrigen Bemühungen der Induſtrie und ihrem
raſt=
loſen Fortſchritte derartig vervollkommnet, daß man
heute von einer abſoluten Porträtähnlichkeit der
Repro=
duktion mit dem Originale reden darf. Unſere Pädagogik
hat ſich mit erhöhtem Intereſſe der Sprechmaſchine
zu=
gewandt, um deren Einführung für erziehliche Zwecke
ſowohl beim Selbſtſtudium wie beim privaten und
Schulunterricht durchzuſetzen. Als außerordentlich
wich=
tigen Beitrag nach dieſer Richtung hin hat ſoeben die
Deutſche Grammophon=Aktiengeſellſchaft in Berlin eine
„Neue Geſangsſchule mit praktiſchen
Bei=
ſpielen auf dem Grammophon” herausgegeben.
Ihr Verfaſſer iſt der bekannte Wiener Geſangsmeiſter,
Eugen Fiſcher der ſein Werk vom k. k. Miniſterium
für Kultus und Unterricht in Wien unterſtützt und
ge=
fördert ſah. Die Schule zerfällt in 5 Abteilungen: Für
Tenor (Helden= und lyriſchen Tenor), Bariton, Baß,
Sopran und Mezzoſopran. Jeder dieſer Abteilungen
iſt ein reiches Uebungsmaterial in Plattenform
beige=
gefügt, dem unſere beſten Sänger ihre Stimmen liehen.
Was die Leitgrundſätze anlangt, die Fiſcher in ſeiner
Geſangsſchule aufſtellt, ſo ſoll das Grammophon zunächſt
den Lehrer unterſtützen, ihm bei der Erziehung eines
tauglichen und tüchtigen Schülermaterials behilflich ſein.
Die Sprechmaſchine im Demonſtrationsdienſt beim
Unterricht, zur Entlaſtung des Lehrers, zugleich auch als
Gewähr für beſte Vorbilder! Weiter ſoll die Schule
dem Lernenden bei ſeinen häuslichen Studien leitend
und belehrend zur Seite ſtehen, indem ihm der Apparat
die fortwährende Vergleichsmöglichkeit bietet, durch das
lebenspolle, vorzügliche Beiſpiel vor Eigenmächtigkeiten
und Entgleiſungen ſchützt, ſich mithin ebenſo an das
Nachbildungsvermögen, wie an die ſtrenge Selbſtkritik
wendet. Endlich ſollen Sänger, die ihren Studiengang
bereits abgeſchloſſen hinter ſich haben, indeſſen über ihr
Ziel noch nicht im Klaren ſind, ſich in den Stand geſetzt
ſehen, ohne weitere Beihilfe eine gründliche Durchbildung
an ſich zu vollziehen. Die Fiſcherſche Geſangsſchule
dürfte durch die weſentliche Entlaſtung des Lehrers mit
ihrer Garantie für einen unter beſter Kontrolle ſtehenden
häuslichen Studiengang, wie auch in ihren wichtigen
Konſequenzen für den mit der Ausbildung fertigen
Sänger die herrſchenden Grundſätze der Pädagogik
weſentlich beeinfluſſen und eine bedeutſame Regenerierung
der bislang üblichen Methode zur Folge haben.
— Der Tierfreund. Erlebtes und Erdichtetes
von Olga Goldmann. Dresden, E. Pierſons
Ver=
lag. Preis 2 Mk., geb. 3 Mk. — Die vorliegende
Er=
zählung zaubert dem Leſer farbenprächtige Bilder aus
dem Orient vors Auge und ſchildert die Erlebniſſe
einer alleinreiſenden Dame in Aegypten. Auf der
Suche nach dem Glück wird ſie durch einen günſtigen
Zufall davor bewahrt, die Beute eines leichtſinnigen
Abenteurers zu werden. Friſch hingeworfene Typen
beleben die feſſelnde Erzählung und zeugen von der
ſcharfen Beobachtungsgabe der Verfaſſerin.
Die Miniſterbegegnung in Florenz.
* Rom April. In einem Artikel über die
Zu=
ſammenkunft des Reichskanzlers mit dem
Miniſter des Aeußern San Giuliano ſchreibt „
Cor=
riere d’Italia” Obgleich die Tatſache, daß das Kabinett
Sonnino gerade demiſſioniert hatte, die Bedeutung der
Zuſammenkunft zwiſchen dem Reichskanzler von
Beth=
mann Hollweg und dem ehemaligen Miniſter Guicciardini
nicht vermindert, kann man mit Befriedigung die neue
Zu=
ſammenkunft begrüßen. Dieſe wird den beiden
Perſön=
lichkeiten, die die auswärtige Politik der beiden Länder
leiten, eine angenehme Gelegenheit geben, ſich kennen zu
lernen und in einer herzlichen Unterhaltung in einen
nütz=
lichen Meinungsaustauſch zu treten. Das Blatt „Italie‟
hebt den glücklichen Umſtand hervor, daß Luzzatti ſeine
Bemühungen um die Bildung des Kabinetts noch raſch
genug beendigen konnte, um dieſen Bedankenaustauſch
zwi=
ſchen von Bethmann Hollweg und San Giuliano möglich
zu machen. Der Blatt fügt hinzu: Der Geiſt der
Konſe=
quenz, der die auswärtige Politik Italiens charakteriſiert,
geſtattet, die Unterhaltungen, die während der Kriſe in
Rom ſtattgefunden haben als eine genügende Feſtſtellung
des Einverſtändniſſes zwiſchen beiden Regierungen zu
be=
trachten. Aber von jedem Geſichtspunkte aus iſt es
wün=
ſchenswert, daß der deutſche Reichskanzler morgen in
Flo=
renz mit dem italieniſchen Miniſter ſich unterhalten kann,
der von jetzt ab für unſere auswärtigen Beziehungen
ver=
antwortlich iſt.
* Rom, 2. April. „Agenzia Steſani”
veröffent=
licht folgende Mitteilung aus Florenz: Heute
vor=
mittag fand eine Unterredung zwiſchen
Reichskanzler v. Bethmann Hollweg und
San Giuliano ſtatt. Aus der Begegnung der
bei=
den Staatsmänner ergibt ſich noch einmal die völlige
Uebereinſtimmung, gegründet auf dem Dreibund und
auf der ſchon in den Unterredungen des
Reichskanz=
lers mit den bisherigen italieniſchen Miniſtern
feſt=
geſtellten Gleichheit der Anſchauungen.
* Florenz, 2. April. An der
Frühſtücks=
tafel, die heute mittag bei dem Reichskanzler von
Bethmann Hollweg ſtattfand, nahmen außer
dem Miniſter Marcheſe di San Giulano, der
Ka=
binettschef des Miniſters, der Präfekt von Floreny
und der Geſandte v. Flotow teil. Um 5 Uhr trat der
Miniſter die Rückreiſe nach Rom an. Am Bahnhofe
fand ſich auch Reichskanzler v. Bethmann Hollweg ein;
die beiden Staatsmänner unterhielten ſich noch lange
und verabſchiedeten ſich voneinander mit großer
Herz=
lichkeit.
* Rom, 3. April. In einem Artikel über die
Zuſammenkunft in Florenz betont die „
Tri=
buna” zunächſt die Kontinuität der auswärtigen
Poli=
tit Italiens trotz des Wechſels der Perſönlichkeiten und
erklärt ſodann, Italien bleibe in dem Dreibund
ein wertvoller ſtarker Faktor zur Erhaltung des
Frie=
dens. Das Blatt ſchließt: Die Zuſammenkunft
zwi=
ſchen dem Reichskanzler v. Bethmann Hollweg
und dem Marcheſe di San Giuliano wird
ſicher=
lich den Ausgangspunkt eines einigen
Zuſammenwir=
kens bilden, um den volitiſchen Horizont immer mehr
aufzuklären. — „Giornale d’Italia” kommentiert das
Communiqué über die Unterredung in Florenz und
erklärt: Die Note beſtätigt, daß die Kontinnität der
auswärtigen Politik Italiens ungeachtet jedes
Mini=
ſterwechſels geſichert ſei. — „Corriere d’Italia” bemerkt,
der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg kann Italien
mit der Ueberzeugung verlaſſen, daß ſeine
Unterred=
ung während der Kriſis aufs neue zur Feſtſtellung
einer vollſtändigen Uebereinſtimmung de r
beiden Regierungen und Beſtändigkeit in der
Leitung der auswärtigen Politik Italiens geführt
habe. — „Corriére de la Sera” ſchreibt: Der Akt der
Crurtoiſie di San Giulianos gegenüber dem
Reichs=
kanzler v. Bethmann Hollweg iſt jedes Lobes wert
und zeitgemäß. Der Beſuch des Kanzlers in Rom hat
zwar infolge der Kriſis nicht weniger Wert, aber es
iſt gut, daß der neue Miniſter des Auswärtigen dem
Kanzler durch ſeinen Akt der Courtpiſie einen Beweis
geliefert hat von der beſtehenden Kontinuität in der
Leitung der auswärtigen Politik Italiens.
Darmſtadt, 4. April.
Das Großherzogliche Artillerie=Korps (
Feld=
artillerie=Regiment Nr. 25) feierte am Sonntag den
Tag ſeines 120jährigen Beſtehens. Aus dieſem Anlaß
fand im Offizierkaſino ein Altes=Herrenfeſt ſtatt,
beſtehend in Liebesmahl, Theater und
Konzert=
aufführungen. Ihre Königl. Hoheiten der Großherzog
und Prinz Heinrich von Preußen wohnten dem
Feſte bei. Außer dem aktiven Offizierkorps waren die
alten Herren des Regiments äußerſt zahlreich erſchienen.
Prinz Heinrich ſteht bekanntlich à la suite des
Regiments.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 2. April. Die „Norddeutſche Allgemeine
Zei=
tung” ſchreibt: Einige deutſche und auch ausländiſche
Blätter veröffentlichen eine Unterredung, die der
Reichs=
kanzler mit dem Korreſpondenten des „Rußkoje
Slowo” in Rom gehabt habe. Das Interview iſt
nicht authentiſch. Der Reichskanzler hat während
ſeines italieniſchen Aufenthaltes keinen Preſſevertreter zu
einer politiſchen Unterredung empfangen.
* Berlin, 3. April. Der Geſchäftsausſchuß des
Deutſchen Aerzte=Vereinsbundes beſchloß, für
den 17. April einen außerordentlichen deutſchen
Aerztetag=
nach Berlin einzuberufen, um zur
Reichsverſicher=
ungsordnung Stellung zu nehmen.
Frankfurt a. M., 3. April. Das Automobil des
Fabrikanten Otto Raſche ſtieß heute Mittag in der
Kalbachergaſſe mit einer Herrſchaftschaiſe ſo heftig
zu=
ſammen, daß Raſche herausgeſchleudert wurde und
beſinnungslos liegen blieb. Er trug neben ſchweren
inneren Verletzungen eine Gehirnerſchütterung davon, ſo
daß an ſeinem Aufkommen gezweifelt wird.
* Homburg, 2. April. Der Kaiſer die Kaiſerin
und die Prinzeſſin Viktoria Luiſe begaben ſich mit
dem geſamten Gefolge heute nachmittag in Automobilen
auf die Saalburg. Der Kaiſer beſichtigte dort u. a. die
Neuaufſtellung der Münzenſammlung und eine
außer=
halb des Kaſtells liegende, neuerdings freigelegte römiſche
Schanze aus der Zeit vor dem Kalleſtbau. Hiernach
machten die Majeſtäten noch einen längeren Spaziergang
durch den Taunus bis zum Wildgarten und kehrten mit
Automobilen nach dem königlichen Schloß zurück.
Homburg, 3. April. Der Kaiſer, die Kaiſerin,
die Prinzeſſin Viktoria Luiſe und das Gefolge
nahmen heute vormittag an dem Gottesdienſt in der
Erlöſerkirche teil. — Der Kaiſer hat an den Sohn des
verſtorbenen Paſtors v. Bodelſchwingh ein
Beileids=
telegramm in ſehr warmen Worten gerichtet und hat
mit ſeiner Vertretung bei der Beiſetzung den
Oberpräſi=
denten Staatsminiſter Frhrn. von der Recke beauftragt.
* Homburg, 3. April. Der Hof begab ſich heute
nachmittag in Automobilen nach Köppern und von
da zu Fuß durch den Taunus nach Wehrheim; er
kehrte von hier in Automobilen nach Homburg zurück.
Das Wetter iſt wärmer und ſehr ſchön. Die Majeſtäten
wurden allenthalben von den zahlreichen Ausflüglern
freudig begrüßt.
* Kaſſel, 2. April. Der Eiſenbahnſchaffner Metze
wurde bei der Ankunft eines Zuges neben demſelben mit
ſchweren Verletzungen auf dem Gleiſe aufgefunden.
Er ſtarb, ohne das Bewußtſein wieder erlangt zu haben.
Unterſuchung iſt eingelitet.
* Trier, 2. April. Der Poſtgehilfe Friedrich
Köſt=
rich, der in Soldingen in Weſtfalen mit 4000 Mk.
flüchtig gegangen war, iſt heute morgen hier von
der Polizei feſtgenommen worden.
* Saargemünd, 2. April. Auf den Sgargruben ſind
drei Bergleute tötlich verunglückt. Die Leichen ſind
ge=
borgen.
* Wattenſcheid, 2. April. Auf Schacht 4 der Zeche
„Holland” wurden zwei Bergleute durch niedergehende
Kohlenmaſſen verſchüttet; einer iſt wahrſcheinlich
tot. Die Rettungsarbeiten wurden ſofort
aufgenom=
men. Die Verwaltung hofft, die Verſchütteten bis
heute abend bergen zu können.
* Bielefeld, 2. April. Der Gründer der Anſtalt
Bethel, Paſtor von Bodelſchwingh, iſt heute
nachmittag um 1 Uhr geſtorben.
Friedrich Chriſtian Karl v. Bodelſchwingh wurde
am 6. März 1831 zu Haus Merck bei Tecklenburg
ge=
boren, als Sohn des damaligen Landrats, ſpäteren
preußiſchen Miniſters Ernſt v. Bodelſchwingh. Er
ſtudierte in Berlin Philoſophie und
Naturwiſſenſchaf=
ten, widmete ſich dann ſeit 1852 aus
Geſundheitsrück=
ſichten der Landwirtſchaft, entſchloß ſich aber noch 1854
zum Studium der Theologie, dem er ſeitdem in Baſel,
Erlangen und Berlin oblag. Im Jahre 1858 wurde
er Hilfsgeiſtlicher, ſpäter Paſtor der Kirche
augsbur=
giſcher Konfeſſion in Paris, 1864 Pfarrer zu Dellwig
in Weſtfalen; die Feldzüge von 1864, 1866 und 1870
führten ihn als Feldgeiſtlichen auf den
Kriegsſchau=
platz; 1872 tat ſich ihm mit ſeiner Berufung nach
Biele=
ſeld als Paſtor der Anſtalt für Epileptiſche und des
entſtehenden weſtfäliſchen Diakoniſſenwerkes das
Ar=
beitsgebiet der Inneren Miſſion, auf dem er
Begeiſter=
ung und praktiſches Geſchick in ſich vereinigend, eine
hervorragende Wirkſamkeit entfaltete. Die Bielefelder
Anſtalten ſind unter ſeiner Leitung in überraſchender
Weiſe gewachſen. Ferner ſchuf er die deutſchen
Ar=
beiterkolonien, deren erſte, Wilhelmsdorf, 1882 in der
Nähe Bielefelds errichtet wurde, und ähnliche
Ein=
richtungen.
* Rom, 2. April. Der Deputierte Bergamasco
wurde zum Unterſtaatsſekretär im Marineminiſterium
ernannt.
* Negpel, 2. April. Der frühere Präſident
Rooſe=
velt iſt an Bord des Dampfers „Prinz Heinrich”
heute vormittag hier eingetroffen und wurde von dem
Präfelten im Namen der italieniſchen Regierung, ſowie
von dem Botſchafter der Vereinigten Staaten begrüßt.
* Grenoble, 2. April. Aus dem Bureau der Paris=
Mittelmeerbahn wurde ein Sack mit 30000 Franken
ge=
münzten Goldes entwendet. Von dem Diebe fehlt
jede Spur.
* Amſterdam, 2. April. Wie die Direktion der
Weſt=
indian Mail Geſellſchaft erklärt, hat ſie nunmehr die
Ueberzeugung gewonnen, daß der Dampker „Prinz
Wilhelm II.” zwiſchen dem 23. und 29. Januar mit
Mann und Maus untergegangen iſt.
* Paris, 2. April. Der Senat hat das Budget des
Kriegsminiſteriums genehmigt.
* Marſeille, 3. April. Heute vormittag verhaftete
man zwölf Heizer des Dampfers „Muluja” die ſich
geweigert hatten, vor dem Seegericht zu erſcheinen und
von Bord deſertiert waren. Die eingeſchriebenen Seeleute
veranſtalteten infolgedeſſen eine Kundgebung zu Gunſten
eines Proteſtſtreiks von 24 Stunden und verſuchten, ſich
der Abfahrt des nach Baſtia beſtimmten Poſtdampfers
Iberia” zu widerſetzen. Die Polizei verhinderte das
jedoch. Die „Iberia” konnte gegen mittag abfahren,
da=
gegen konnte der Poſtdampfer „Ville de Naples” nach
Oran beſtimmt, nicht in See gehen, da die Mannſchaft
un=
vollſtändig war.
* Monte Carlo, 2. April. Auf dem franzöſiſchen
Li=
nienſchiff „Patrie” gab der Admiral Jonquieres
ein Frühſtück, zu dem Großadmiral v. Koeſter, der
italie=
niſche Admiral Grenet u. a. geladen waren.
* Liſſabon, 2. April. Bei dem Seebade Eſtoril
ken=
terte ein Fiſcherboot. Die aus vier Mann beſtehende
Be=
ſatzung iſt ertrunken.
* Kopenhagen, 2. April. Das Reichsgericht
trat heute im Sitzungsſaale des Landsthings nach
län=
gerer Vertagung zu einer zweiten Sitzung zuſammen,
um den Prozeß gegen den früheren Miniſterpräſidenten
Chriſtenſen und den früheren Miniſter des Innern
Berg zu verhandeln. Die Angeklagten ſind nicht
er=
ſchienen. Nachdem der Staatsanwalt die Anklageſchrift
vorgelegt hatte, beantragten die Verteidiger, die
Sitz=
ung bis zum 30. April zu vertagen, was das Gericht
bewilligte.
Petersburg, 2. April. Die Reichsduma ſtimmte
den von der Landesverteidigungskommiſſion formulierten
Wünſchen zu, nach welchen Vorlagen eingebracht werden
Nummer 77.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. April 1910.
Seite 7.
ſollen, betreffend die Schaffung einer Kriegs=
Luft=
flotte und einer Luftſchiffertruppe, ſowie betreffend
die Förderung der einheimiſchen Luftſchiffinduſtrie. Für
das laufende Jahr wurden für Flugapparate, die ſchwerer
als die Luft ſind, Prämien im Geſamtbetrage von
25000 Rubel bereitgeſtellt. Ferner wurde es als äußerſt
wünſchenswert anerkannt, daß die mit der Luftſchiffahrt
verknüpften ſtaatlichen Fragen durch eine beſondere
Kom=
miſſion aus Vertretern aller Reſſorts beraten werden.
Der Gehilfe des Kriegsminiſters erklärte, das Reſſort
befaſſe ſich gegenwärtig mit den Fragen der Taktik und
der Verwendungsweiſe der Flugapparate und mit der
Auswahl und Verwendung ausländiſchen Materials bei
der Konſtruktion eigener Apparate und mit der
Vor=
bereitung einer geſchulten Truppe. Dieſe
Vorbereitungs=
periode ſei beinahe abgeſchloſſen. Im Mai fänden über
Petersburg ſyſtematiſche Probeflüge mit
lenk=
baren Luftſchiffen ſtatt, die alsdann, entſprechend
der Verteilung der Armee, an verſchiedenen Orten des
Reiches ſtationiert werden.
* Moskau, 2. April. 11 Arbeiter der Fabrik Mintzer
ſind durch Gaſe erſtickt, 70 Frauen wurden nur mit
Mühe gerettet.
Kiew, 3. April. Eine Feuersbrunſt zerſtörte
zwei Privattheater und zwei Klubs. Der Schaden
be=
trägt 200000 Rubel. Gegen dreihundert Angeſtellte ſind
beſchäftigungslos.
* Saloniki, 2. April. Als heute Muteſſarif Ismail
Hakki Bay von Ipek in Begleitung des Majors Roſchdi
Bey ein einem albaneſiſchen Bey von Ipek gehörendes
Haus verließen, wo ſie eine gerichtliche
Unterſuch=
ung vorgenommen hatten, wurden von Unbekannten
Schüſſe auf ſie abgegeben. Roſchdi Bey brach tot
zu=
ſammen. Muteſſarif wurde verwundet, aber in
Sicher=
heit gebracht.
* Konſtantinopel, 3. April. Die deutſchen
Inſtruk=
teure Imhoff=Paſcha und Ditfurth=Paſcha, die
aus türkiſchen Dienſten ausſcheiden, wurden geſtern vom
Sultan in Abſchiedsaudienz empfangen.
Philippopel, 3. April. Auf der Durchreiſe nach
Konſtantinopel iſt der König von Serbien geſtern
Abend hier eingetroffen und vom König der Bulgaren
begrüßt worden. Die Monarchen unterhielten ſich zehn
Minuten lang.
* Kairo, 3. April. Als der Polizeikommandant
von Kairo, Harwey Paſcha, ſein Bureau betrat,
verſuchte ein Mann ihn zu erſchießen; der Revolver,
der voll geladen war, verſagte. Der Mann wurde
ver=
haftet, bevor er ein zweites Mal abdrücken konnte.
Der Täter iſt ein übelbeleumundeter Menſch, der kürzlich
aus dem Gewahrſam der Polizei entlaſſen worden iſt.
* Aden, 3. April. Leute des Mullahs von Somali
töteten achthundert Angehörige der
engländ=
freundlichen Stämme und raubten ihr Vieh. Die Stämme
fliehen nach der Küſte.
Puerto Cruz, 3. April. Die
wiſſenſchaft=
liche Teneriffa=Expedition errichtete zur
Be=
obachtung des Halleyſchen Kometen ein
beſon=
deres Obſervatorium auf dem Monte Guajara. Die neue
Station ermöglicht eine andauernde Beobachtung des
Horizontes, namentlich des Oſthimmels.
* Berlin, 2. April. Wie dem Hanſa=Bund bekannt
geworden iſt, wird ein Geſetzentwurf betr. die
Privatangeſtelltenverſicherung, noch vor
Ende dieſes Jahres zu erwarten ſein. Der Entwurf
baut ſich auf der Grundlage der zweiten Denkſchrift des
Reichsamts des Innern auf.
II.B. New=York, 2. April. In Weſt=Pennſylvania
und Indiana ſind über 250000 Bergarbeiter in
den Ausſtand getreten. Sie wollen ſolange im
Ausſtande verharren, bis die von ihnen geforderten
Lohnerhöhungen bewilligt ſind. Im Laufe des
geſt=
rigen Tages iſt die Zahl der Ausſtändigen auf 270000
geſtiegen. Durch den Streik erleidet die tägliche
Koh=
lenförderung einen Ausfall von 1250000 Tonnen,
während den Bergleuten täglich 900000 Dollars an
Lohn verloren gehen. Der Vorſitzende des Vorſtandes
der amerikaniſchen Minenarbeiter glaubt, daß der
Streik bereits in 14 Tagen beendet ſein wird. Die
Bergwerksbeſitzer im Staate Indiana haben ſogar
be=
reits geſtern die Forderung der Arbeiter bewilligt.
Auf Seiten der Arbeiterſchaft iſt die Stimmung nicht
beſonders kriegeriſch.
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Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Vortrag von Frl. Gewehr um 8½ Uhr im „
Fürſten=
ſaal” (Zentralverband der Handlungsgehilfen und
=Gehilfinnen).
Hauptverſammlung des Odenwaldklubs um 9 Uhr
im „Kaiſerſaal”
Monatsverſammlung des Vereins für Vogel= und
Geflügelzucht um ½9 Uhr in der „Krone”.
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller.
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die traurige Nachricht, daß heute morgen mein
innigſtgeliebter Gatte, unſer treubeſorgter
Vater, Schwiegervater, Schwiegerſohn, Bruder,
Schwager und Onkel
(7259
Herr Peter Pfadler
Uhrmachermeister
nach kurzem, aber ſchwerem Leiden, im
Philipps=
hoſpital zu Hofheim ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Helene Pfadler, geb. Schuchmann.
Darmſtadt, den 3. April 1910.
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den 6. April, im Krematorium zu Mainz ſtatt.
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Pfungſtadt.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldacſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: S. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. April 1910.
Nummer 77.
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25)
Der ſchmale Weg.
Roman von Paul Bliß.
(Nachdruck verboten.)
Da kam er heran zu ihr und ſagte mit ruhiger
Heiter=
keit: Ich werde kommen.
Na alſo! Das iſt doch mal ein verſtändiges Wort —
lächelnd gab ſie ihm die Hand, — und zum Dank dafür
ſpiele ich Ihnen jetzt auch gleich etwas vor.
Ach ja, bitte! — Ganz entzückt war er.
Sie ging an den Flügel. — Was wollen Sie hören?
Was Sie wollen, mir iſt alles gleich lieb.
Einen Augenblick beſann ſie ſich, dann begann ſie zu
ſpielen.
Mozarts „Wiegenlied” mit Variationen.
Stumm lauſchend ſaß er da.
Er kannte es, das Lied — ſeine Mutter hatte es oft
geſpielt und geſungen — es klang wie ein traumhaft
ſchö=
ner Ton aus den allererſten ſchönen Jugendtagen, da
Mut=
ter und Vater noch in Frieden beiſammen waren — ein
Traum ſchien es zu ſein.
Und plötzlich begann ſie mit ganz zarter und leiſer
Stimme zu ſingen.
Da hielt er beide Hände feſtgeballt, ſchloß die Augen
und biß die Zähne zuſammen, um nicht laut
loszu=
ſchluchzen . . .
Alles, alles war wieder wach in ihm, all die erſten,
goldenen, ſchönen Jugendtage ..
Mit geſchloſſenen Augen ſaß er da, ins Polſter
ge=
lehnt, und träumte, träumte
Plötzlich hielt ſie einen Moment inne, begann dann in
langſam getragenen Tönen zu präludieren, und mit einem
Male war ſie bei Chopin.
Da fand er ſich zurück ins Leben.
Atemlos lauſchend folgte er dem Spiel.
Von Minute zu Minute ergriff es ihn mehr.
Alles an ihm wurde lebendig.
Alles fieberte, alles jagte.
Weiter, immer weiter .
Durch alle Wonnen, durch alle Leiden, durch alle
Himmel und alle Höllen!
Weiter und weiter, in raſend wild gepeitſchter
Lei=
denſchaft!
Leben! Leben! Leben!
Mit einem ſchrillen Akkord brach ſie ab.
Starr ſaß er da, und ſtarr ſah er ſie an . .. nie hatte
er Chopin ſo ſpielen hören.
Ruhig, gleichmäßig wie ſonſt ſtand ſie auf. — So, für
heute iſt es genug. Sind Sie zufrieden geweſen?
Er nickte nur, zu ſagen wußte er nichts.
Da erſt, als ſie ihn anſah, gewahrte ſie, wie das
Spiel auf ihn gewirkt hatte.
Sie erſtaunte, aber ſie ließ ſich nichts anmerken.
Und während ſie jetzt nach dem Tee ſah, dachte ſie:
Was für ein eigenartiger Menſch iſt er doch! — Wie einer,
der ſo lange fern von aller Kultur, in irgend einer Wildnis
gelebt hat! — Alles, was wir blaſiert gewordenen
Kul=
turmenſchen wie etwas ganz Selbſtverſtändliches
hinneh=
men, das wirkt auf ihn wie ein Ereignis, wie eine
Offen=
barung! — Eine reiner Naturmenſch iſt er, mit noch ganz
geſunden, aufnahmefähigen Sinnen, und voll junger,
wil=
der, ungeſtümer Naturkraft ſteckt er noch!
Lächelnd ſah ſie zu ihm hin. — Nun, mein verehrter
Träumer, wie wäre es mit einer Taſſe Tee?
Sofort war er bei ihr.
Wie neulich? fragte ſie ſchalkhaft und deutete auf die
Zitrone.
Heiter nickte er. — Bitte ſehr.
Als ſie ſich gegenüber ſaßen, begann ſie von ſeiner
neuen Arbeit zu reden.
Doch er lenkte ſofort ab, da er über unfertige Pläne
nicht gern ſprach.
Da ſeufzte ſie. — Ach ja, Sie haben’s gut! Sie haben
Ihre Arbeit! Was habe ich? Nichts!
Lächelnd ſagte er: Das iſt doch Ihre eigene Schuld.
Ach, mein Leben iſt ſo einſam und traurig.
Er verneinte. — Das iſt ja gar nicht Ihr Ernſt! —
Ueberhaupt, was heißt denn traurig? Sie wiſſen doch
ebenſo gut wie ich, daß es nur darauf ankommt, wie man
das Leben anſieht; ſehen Sie es mit Feiertagsaugen an,
dann wird es Ihnen nicht raurig erſcheinen.
Ach ja, ſtöhnte ſie, wenn ich nur Feiertagsaugen hätte.
Plötzlich fiel ihm etwas ein, etwas, worüber er
lächeln mußte.
Nun? fragte ſie, als ſie das ſah.
Darf ich es auch ſagen?
Aber natürlich doch!
Da ſagte er: Wenn Ihr Leben ſo einſam iſt, ja,
wes=
halb heiraten Sie dann nicht wieder?
Sie ſah auf ihre Ringe, drehte ſie langſam herum und
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. April 1910.
Nummer 77.
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Sie ſchwieg und ſah vor ſich nieder.
Plötzlich erſchrak er. — Verzeihen Sie! Ich war
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los, das merke ich erſt jetzt — bitte, verzeihen Sie mir!
Da ſah ſie ihn mit glücklichem Lachen an und rief:
Gar nichts habe ich zu verzeihen! Warum ſollen wir zwei
verſtändigen Menſchen denn nicht davon reden?
Aber das Thema war ihm doch zu gefährlich — er
lenkte ab.
Und als man dann nicht mehr ſo recht in Stimmung
kam, brach er auf und empfahl ſich ſchnell.
Mit leiſer Betrübnis ſah ſie ihm nach. —
Acht Tage ſpäter war das Feſt bei Frau Juliane.
Fritz machte gute Wiene zum böſen Spiel und ſtieg in
ſeinen Frack.
Selten war ihm ein Gang ſo ſchwer geworden.
Er wußte ganz genau, daß er ſich ganz entſetzlich
lang=
weilen würde.
Und hätte er der ſchönen Frau, der er ſich verpflichtet
glaubte, nicht die feſte Zuſage gegeben, wahrhaftig, er
würde noch im letzten Augenblick ausreißen.
So aber mußte er ſich fügen.
Als er ankam, ſchwirrte und rauſchte es bereits durch
die hell erleuchteten Säle.
Der erſte, der ihm begegnete, war ſein Verleger
Schmettow.
Alſo wirklich, es iſt wahr, er kommt! rief der. Bis
jetzt habe ich daran gezweifelt, aber nun bin ich beſiegt!
Ja, nun ſagen Sie mir bloß, wer hat denn das Wunder
fertig gebracht, Sie zu bekehren? Natürlich doch Frau
Juliane, wie!?
Aichen niete Sib=
Schmettow aber rief: Natürlich! Frauenwille iſt
Gotteswille! Uehrigens ſehen Sie tadellos feſch aus!
Bitte, drehen Sie ſich mal um. Donnerwetter, lieber
Dich=
ter, Sie ſehen wirklich ganz patent aus! Wie ſo in echter
Lebemann, dabei aber ſtramm und forſch! — Na, Sie
Männchen, Sie werden da drinnen aber Herzen knicken!
Sapperment! Das muß ich mit erleben!
Er nahm den erſtaunten Fritz unter ſeine Fittiche und
ſchob ihn vorwärts.
Aber ſchon an der Tür machte er Halt. — Da iſt ein
Mann, mit dem ich Sie ſchnell bekannt machen muß. Es iſt
der Direktor Klingenthal — er iſt, was man ſo nennt,
n kleiner Schaute — aber er kann Ihnen doch nützen, und
wenn Sie in Stück haben, führt er es ganz gern auf. Alſo
kommen Sie mit.
Widerwillig, aber lächelnd ließ Fritz ſich mitſchleppen.
Im nächſten Augenblick ſtand er vor dem
ordengeſchmück=
ten, ſehr würdevoll daſtehenden Herrn Direktor.
Ah, ich bin hocherfreut, begann der Geſtrenge mit
hochpathetiſcher Stimme, einen ſo vielgeprieſenen Dichter
kennen zu lernen! — Mein Kompliment! Ihr Roman iſt
ein Meiſterwerk! Natürlich kenne ich ihn ganz genau! Es
gibt nur ein treffendes Wort dafür; ein Meiſterwerk!
Er ſchüttelte Fritz die Hand. Dann ſprach er ſofort
weiter:
Und nun, mein verehrter Herr Doktor, haben Sie denn
nicht ein neues Stück für mich? Ich lechze danach, wieder
mal ſo ein gutes Stück zu bringen! — Schreiben Sie mir
noch eins! Ich führe es ſofort auf! — Sie wiſſen doch,
mein Enſemble iſt berühmt — gerade für moderne Sachen!
— Morgen gebe ich die „Wildente‟ — Sie wiſſen doch, die
berühmte „Wildente” von Ibſen — ja, ich ſelber ſpiele die
Titelrolle. — Da haben Sie ein Billett. — Er langte aus
der oberen Weſtentaſche ein Billett und gab es Fritz.
Der kemie ium ſein ochen zutſchele, fhumn
dankte er und ging weiter.
Netter Menſch, wie? fragte Schmettow.
Fritz aber lachte in ſich hinein. — War das mit der
Titelrolle nur ein Scherz? fragte er.
Der Verleger nickte: Aber ein ungewollter und ein
unbewußter. Dafür iſt der gute Mann bekannt.
Da kam Frau Juliane ihnen entgegen.
Schmettow ſtrahlte. — Meine Gnädigſte, daß Sie
un=
ſeren Poeten ſo bekehrt haben, das war direkt ein
Meiſter=
ſtück.
Lächelnd begrüßte ſie Fritz und bat um ſeinen Arm.
Dann dirigierte ſie ihn in den großen Saal hinein. Sie
merkte, daß er einen Verſuch machen wollte auszureißen.
Schnell hielt ſie ihn feſt.
Jetzt gibts kein Zurück mehr, flüſterte ſie ſcherzend.
Und im nächſten Moment ſtand er mitten drinnen in
dem taghell erleuchteten Saal.
Und nun hörte er an die zwanzig Namen, ſah an die
zwanzig Menſchen und hörte von allen dieſen Leuten die
ſchönſten und ſüßeſten Worte, Komplimente und
Schmeiche=
leien und Phraſen, nichts als leere Worte.
Alles ſchwirrte ihm im Hirn durcheinander — die
Na=
men, die er nicht verſtanden — die Leute, die ihm ſo
un=
endlich gleichgültig waren — die vielen ſüßen
Schmeichel=
reden, die ihm widerwärtig waren — alles, alles vunt
durcheinander.
Und immer ſtand er da und neigte dankend den Kopf
— aber es war ihm, als ſtände jemand hinter ihm,
der=
automatiſch ſeinen Kopf immer auf= und niederbewegte
er ſelber wußte nichts davon.
Er ſtöhnte leiſe . .. weshalb auch war er
herge=
kommen!
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 77.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. April 1910.
mnnde Rachtichten des Groſiergegſihen Baiteinen Barntant.=
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3 be
inden ſich: 1 Foxterrier.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
verden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
ag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Seite 11.
Polizeiverordnung
betreffend die Einfuhr von friſchem Fleiſch in den Gemeindebezirk Darmſtadt.
Auf Antrag und nach Anhörung der Stadtverordneten=Verſammlung wird
uf Grund des Art. 1 des Geſetzes, die Ausführung des Reichsgeſetzes über die
chlachtvieh= und Fleiſchbeſchau betr., vom 4. April 1903, ſowie des Art. 56 Abſ. 2
iff. 1 der Städteordnung mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des Innern
om 31. März 1910 zu Nr. M. d. J. II. 1263 verordnet, was folgt:
§ 1. Friſches Fleiſch von Tieren, die nach § 1 des Reichsgeſetzes vom 3. Juni
900 der Schlachtvieh= und Fleiſchbeſchau unterliegen, darf aus dem Zollinland in
en Gemeindebezirk Darmſtadt nur dann eingeführt und daſelbſt verwendet
wer=
en, wenn durch eine amtliche Nachunterſuchung feſtgeſtellt wird,
1. daß die Schlachttiere, von denen dieſes Fleiſch herrührt, der nach dem
Reichs=
geſetz vorgeſchriebenen amtlichen Unterſuchung unterlegen haben und hierbei
nicht beanſtandet worden ſind, ſowie
2. daß dieſes Fleiſch inzwiſchen nicht verdorben iſt, noch auch ſonſt eine
geſund=
heitsſchädliche Veränderung ſeiner Beſchaffenheit erlitten hat.
§ 2. Die Einfuhr von gehacktem Fleiſch (Hackfleiſch) in den Gemeindebezirk
Darmſtadt iſt verboten.
§3. Die unmittelbare Durchfuhr mit Durchgangsſchein und amtlicher
Kenn=
eichnung — im Poſt= und Eiſenbahnverkehr (nicht im Dampfſtraßenbahn= und
lektriſchen Straßenbahnverkehr) auch ohne dieſe — iſt nicht als Einfuhr im Sinne
ieſer Polizeiverordnung zu betrachten.
Erfolgt bei der Durchfuhr im Gemeindebezirk Darmſtadt ein Aufenthalt von
ängerer Dauer, als durch die ordnungsmäßige Warenbeförderung bedingt iſt, ſo
iegt unmittelbare Durchfuhr im Sinne des Abſ. 1 nicht vor.
§ 4. Die Vorſchriften dieſer Polizeiverordnung finden keine Anwendung auf
on Privaten eingeführtes friſches Fleiſch, ſofern es zum Verbrauch im eigenen
aushalt (§ 2 des Reichsfleiſchbeſchaugeſetzes) beſtimmt iſt.
Der Haushalt der Kaſernen, Krankenhäuſern, Erziehungsanſtalten,
Speiſe=
nſtalten, Gefangenanſtalten, Armenhäuſer und ähnlicher Anſtalten, ſowie der
Haus=
alt der Metzger, Fleiſchhändler, Gaſt=, Schank= und Speiſewirte, ſowie der
Familien=
enſionen iſt nicht als eigener Haushalt im Sinne des Abſ. 1 anzuſehen.
§ 5. Mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark wird beſtraft, wer den §§ 1—3 oder den
emäß § 6 erlaſſenen Vollzugsvorſchriften zuwider handelt.
Die Verfolgung tritt nur auf Antrag des Großh. Polizeiamts ein. Die
Rück=
ahme des Antrags iſt zuläſſig.
§ 6. Die zum Vollzug dieſer Polizeiverordnung erforderlichen weiteren
Vor=
chriften werden im Benehmen mit der Großh. Bürgermeiſterei vom Großh.
Poli=
elamt erlaſſen.
§7. Dieſe Polizeiverordnung tritt mit dem Tag der Veröffentlichung in Kraft.
Mit dem gleichen Tag treten die Vorſchriften der §§ 2 und 5 des Reglements,
as Einbringen von friſchem Fleiſch uſw. betr., vom 2. November 1833 (Reg.=Blatt
Nr. 65) außer Kraft.
Darmſtadt, den 1. April 1910.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Betreffend: Die Einfuhr friſchen Fleiſches in den Gemeindebezirk Darmſtadt.
Vollzugsvorſchriften
zur Polizeiverordnung vom 1. April 1910, betr die Einfuhr von friſchem Fleiſch
in den Gemeindebezirk Darmſtadt.
Auf Grund des § 6 der obengenannten Polizeiverordnung werden im
Be=
lehmen mit der Großh. Bürgermeiſterei folgende Vorſchriften erlaſſen:
§ 1. „Fleiſch” im Sinne der Polizeiverordnung ſind alle zum menſchlichen
5enuß geeigneten Teile von der Fleiſchbeſchau unterliegenden Tieren (insbeſondere
ſon Rindvieh, Schweinen, Schafen, Ziegen, Pferden und Hunden).
Dazu gehört:
a) Muskelfleiſch (mit oder ohne Knochen, Fettgewebe, Bindegewebe und
Lymph=
drüſen), Zunge, Herz, Lunge, Leber, Milz. Nieren, Gehirn. Bruſtdrüſe
(Bröſchen, Bries, Brieſchen, Kalbsmilcher, Thymus), Schlund, Magen, Dünn=
und Dickdarm, Gekröſe, Blaſe, Milchdrüſe (Euter), vom Schwein die ganze
Haut (Schwarte), vom Rindvieh die Haut am Kopfe (einſchließlich
Naſenſpie=
gel, Gaumen und Ohren), ſowie die Haut an den Unterfüßen; ferner Knochen
mit daran haftenden Weichteilen, friſches Blut:
b) unverarbeitete Fette, insbeſondere Talg, Unſchlitt, Speck, Ließen (rohes
Schweineſchmalz), ſowie Gekrös= und Netzfett.
Als „friſches Fleiſch” iſt Fleiſch anzuſehen, das — abgeſehen von einem
ttwaigen Kühlverfahren — einer auf die Haltbarkeit einwirkenden Behandlung nicht
interworfen worden iſt, ferner Fleiſch, das zwar einer ſolchen Behandlung
unter=
jogen worden iſt, aber die Eigenſchaften friſchen Fleiſches im weſentlichen behalten
at oder durch entſprechende Behandlung wieder gewinnen kann. Die Eigenſchaft
als friſches Fleiſch geht insbeſondere nicht verloren:
durch Gefrieren oder Austrocknen, ausgenommen bei getrockneten Därmen,
durch oberflächliche Behandlung mit Salz, Zucker oder anderen chemiſchen
Stoffen,
durch bloßes Räuchern,
durch Einlegen in Eſſig.
durch Einhüllung in Fett, Gelatine oder andere, den Luftabſchluß
be=
zweckende Stoffe,
durch Einſpritzen von Konſervierungsmitteln in die Blutgefäße oder in
die Fleiſchſubſtanz.
§ 2. Die Einfuhr von friſchem Fleiſch darf nur über beſtimmte
Eingangs=
ſtellen erfolgen.
Als Eingangsſtellen kommen ausſchließlich die Oktroierhebſtellen in
Betracht. Dieſe befinden ſich nur noch in folgenden Straßen:
8. Dieburgerſtraße
1. Eſchollbrückerſtraße
9. Erbacherſtraße
2. Eliſabethenſtraße
10. Roßdörf.rſtraße
3. Rheinſtraße
11. Nieder=Ramſtädterſtraße
4. Lagerhausſtraße
12. Klappacherſtraße
5. Pallaswieſenſtraße
13. Heidelbergerſtraße und
6. Frankfurterſtraße
14. Beſſungerſtraße.
7. Kranichſteinerſtraße
Für nachunterſuchungspflichtiges Fleiſch (§ 4), das auf der Frankfurter
Straße in den Gemeindebezirk Darmſtadt eingeführt wird, iſt Eingangsſtelle
der ſtädtiſche Schlachthof.
§ 3. Der Eingangsſtelle iſt das einzuführende friſche Fleiſch vorzulegen. Durch
den zuſtändigen Beamten wird vorlaufig geprüft, ob das Fleiſch der
Nachunter=
ſuchung unterliegt.
Behauptet der Einführende, daß das Fleiſch von Privaten beſtellt und
zum Verbrauch in deren eigenem Haushalt beſtimmt ſei (§ 4 Abſatz 1 der
Polizei=
verordnung), ſo hat er dies unter Vorlage geeigneter Schriftſtücke nachzuweiſen.
Die Beruſung auf telephoniſche Beſtellung kann den Mangel geeigneten
ſchriſt=
lichen Nachweiſes nicht erſetzen.
Kann der Einführende dieſen Nachweis erbringen, ſo iſt das Fleiſch an der
Eingangsſtelle zur Einfuhr freizugeben.
§ 4. Iſt das einzuführende friſche Fleiſch für Gewerbetreibende zur
Verwendung in ihrem Gewerbebetrieb beſtimmt oder kann der Nachweis des 8
Abſatz 2 nicht in einwandfreier Weiſe erbracht werden, ſo iſt das Fleiſch von der
Eingangsſtelle zur Nachunterſuchung in den ſtädtiſchen Schlachthof zu
ver=
weiſen.
In dieſen Fällen hat der Einführende durch eine Beſcheinigung des
Fleiſch=
beſchauers des Urſprungsortes (Anlage 2 zu den bundesratlichen
Ausführungs=
beſtimmungen zum Reichs=Fleiſchbeſchaugeſetz vom 3. Juni 1900) nachzuweiſen,
daß das Tier, von dem das Fleiſch herrührt, der vorgeſchriebenen amtlichen
Unter=
ſuchung unterlegen hat. Auf dieſer Beſcheinigung ſind vom Fleiſchbeſchauer Zahl
und Art der einzuführenden einzelnen Fleiſchſtücke, ſowie das Geſamtgewicht des
Fleiſches anzugeben. Dieſer Angaben, ſowie der erwähnten Beſcheinigung bedarf Pädagogium eine Handelsschule angegliedert.
es nicht, ſoweit die einzelnen Fleiſchſtücke mit dem Beſchauſtempel für taugliches
Fleiſch verſehen ſind.
Der Einführende hat in dieſen Fällen ferner der Eingangsſtelle ſeinen Namen
und Wohnort, ſowie Namen und Wohnung des Abſenders und des Empfängers desgangenen, an der Alademie für Sozial= und Handelswiſenſchaften in Frankfurt a. M.
Fleiſches wahrheitsgemäß anzugeben
Die Eingangsſtelle erhebt die Gebühr für die Nachunterſuchung nach Maßgabe
des Tarifs und ſtellt hierüber eine Quittung aus, die der Einführende bei der
Nachunterſuchuna vorzulegen hat.
Der Einſthrende hat hieranf das Fleiſch ſoſfort, ohne Auſenthalt und auf
kürzeſten Wege nach dem Schlachthof zur Nachunterſuchung zu bringen.
(m
ir riaenſiatſcte rchtehtchmer 13 , der Se hiliche ndhen
§ 6. Die Nachnnterſuchung erfolat durch das Fleiſchbeſchauamt. Sie
wird im ſtädtiſchen Schlachthof während der üblichen Dienſtſtunden (von 7 Uhr
morgens bis 6 Uhr abends, an Sonn= und Feiertagen von 9 bis 10 Uhr morgens)
unter Aufſicht des Vorſtandes des Fleiſchbeſchauamtes von einem der tierärztlichen
oder nichttierärztlichen Beſchauer mit der Maßgabe vorgenommen, daß ein
nicht=
tierärztlicher Beſchauer nur dann entſcheiden kann, wenn der Nachweis der
ſtattge=
habten Unterſuchung erbracht iſt (§ 4 Abſatz 2), das Fleiſch nicht verdorben iſt und
keine ſonſtige gefundheitsſchädliche Veränderung ſeiner Beſchaffenheit erlitten hat.
§ 7. Nach erfolgter Nachunterſuchung entſcheidet das Fleiſchbeſchauamt, ob
und unter welchen Bedingungen das Fleiſch zur Einfuhr zugelaſſen werden kann.
Das zur Einfuhr zugelaſſene Fleiſch iſt vom Fleiſchbeſchauamt zu kennzeichnen.
Fleiſch, deſſen amtliche Unterſuchung in der vorgeſchriebenen Weiſe nicht
nach=
gewieſen werden kann (§ 4 Abſatz 2) oder das verdorben iſt oder ſonſt eine
geſundheitsſchädliche Veränderung ſeiner Beſchaffenheit erlitten hat, iſt von der
Einfuhr zurückzuweiſen und erforderlichenfalls zu beſchlagnahmen. In geeigneten
Fällen kann auch angeprdnet werden, daß das Fleiſch zum menſchlichen Genuſſe
untanglich gemacht wird.
§ 8. Die Eingangsſtellen und das Fleiſchbeſchauamt haben die ihnen gemäß
§§ 3 und 4 vorgelegten Beſcheinigungen und ſonſtigen Schriftſtücke durch
Stempelanfdruck zu kennzeichnen.
§ 9. Die mit der Eiſenbahn ankommenden, durch die Poſt oder die
bahn=
amtlichen Güterbeſtätter zu beſtellenden Sendungen friſchen Fleiſches werden durch
beſondere Beamte kontroliert.
Derartige Fleiſchſendungen ſind noch am Tage der Zuſtellung, bei Empfang
nach 3 Uhr nachmittags bis ſpäteſtens 10 Uhr des darauffolgenden Morgens, vom
Empfänger dem Fleiſchbeſchauamt zur Nachunterſuchung vorzulegen. In dieſen
Fällen wird die Nachunterſuchungsgebühr vom Fleiſchbeſchauamt erhoben.
Mit der Dampfſtraßenbahn oder der elektriſchen
Straßen=
bahn ankommendes friſches Fleiſch iſt nach §§ 2 bis 8 zu behandeln.
§ 10. Wer friſches Fleiſch zur unmittelbaren Durchfuhr (§ 3 der
Polizei=
verordnung) in den Gemeindebezirk einführen will, hat es ebenſo wie das zup
Einfuhr und Verwendung im Gemeindebezirk beſtimmte friſche Fleiſch der
Ein=
gangsſtelle vorzulegen. Dieſe kennzeichnet das Fleiſch und ſtellt einen
Durchgangs=
ſchein aus, worin die Ausgangsſtelle, an der das Fleiſch ausgeführt werden ſoll,
und eine unter Berückſichtigung der Umſtände möglichſt kurz zu bemeſſende Friſt
für die Ausfuhr anzugeben iſt.
Innerhalb der beſtimmten Friſt (Abſatz 1) iſt das Fleiſch mit dem
Durchgaugs=
ſchein der Ausgangsſtelle vorzulegen. Dieſe erteilt bei ordnungsmäßigem Befund
einen Ausgangsſchein und überwacht die Ausfuhr des Fleiſches.
Stellt die Ausgangsſtelle Unregelmäßigkeiten oder Ordnungswidrigkeiten
feſt, ſo hat ſie — erforderlichenfalls unter Beſchlagnahme des Fleiſches — die
Entſcheidung des Fleiſchbeſchauamtes einzuholen.
§ 11. Die Beamten der Oktroierhebſtellen, ſowie die im § 9 erwähnten
Beamten haben bei Ausübung der ihnen nach der Polizeiverordnung vom 1. April
1910 und nach dieſen Vollzugsvorſchriften obliegenden dienſtlichen Verpflichtungen
die Eigenſchaft von Polizeibeamten. Sie werden, inſoweit erforderlich, vom Großh.
Kreisamt in dieſer Eigenſchaft verpflichtet.
Darmſtadt, den 1. April 1910.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Abänderung des Oktroitarifs.
Auf Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung und mit Genehmigung Großh.
Miniſteriums des Innern iſt, in teilweiſer Abänderung des Oktroitarifs vom 30.
No=
vember 1903, die Oktroiabgabe für die nachverzeichneten Gegenſtände wie folgt
er=
höht worden:
1. Obſtwein von 85 Pfg. auf 1 Mk. für das Hektoliter,
2. Schaumwein von 3 Pfg. auf 20 Pfg. für die Flaſche,
3. Bier in der Stadtgemarkung gebraut, von 2 Mk. auf 3.25 Mk. für den
Doppel=
zentner ungeſchroteten Malzes,
4. Rehe von 2 Mk. auf 3 Mk. für das Stück,
5. Haſen und Gänſe von 30 Pfg. auf 50 Pfg. für das Stück und
6. Wildbret aller Art und Geflügel, ſoweit nicht beſonders bezeichnet, von 12 Pfg.
auf 20 Pfg. für das Kilogramm.
Die erhöhten Sätze treten am 1. April ds. Js. in Kraft.
Vom gleichen Tage an wird, wie bereits an anderer Stelle bekannt gemacht,
Oktroi auf Schlachtvieh, Fleiſchwaren, Hülſenfrüchte, Mühlenfabrikate und
Backwaren nicht mehr erhoben.
(6992fso
Darmſtadt, den 31. März 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.
Schlachtgebühren im Schlachthof zu Darmſtadt.
Mit Genehmigung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 31. d. M.,
zu Nr. M. d. J. II. 1498, werden vom 1. April ds. Js. ab an Schlacht= und
Be=
ſchaugebühren erhoben:
. 14 Mk. 75 Pfg.
1. für Ochſen, Faſel, Kühe und Rinder
„ 15
10
Jungrinder (im Alter von 1—2 Jahren)
2.
45
3. „ Sauen und Eber (über 120 kg)
65
4. „ Gewöhnliche Schweine
45
5. „ Kälber (Freſſer) im Alter von 6 Wochen 1 Jahr
05
6. „ Kälber (Saugkälber) im Alter unter 6 Wochen
55
Hämmel und Schafe .
7.
„ 35
Ziegen
8. „
9. „ Pferde
1 „85
10. „ Sauglämmer uſw.
Darmſtadt, den 31. März 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
(7050so
Dr. Gläſſing.
Moosverſteigerung.
Dienstag, den 5. April 1910, vormittags 9 Uhr, werden auf dem Rathauſe
zu Pfungſtadt zirka 320 Haufen Moosſtreu aus Diſtrikt Klingsackertanne
meiſt=
bietend verſteigert.
(7048so
Pfungſtadt, den 31. März 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
Bekanntmachung.
Das neue Schuljahr unſerer Religionsſchule beginnt am
Mittwoch, 6. April, nachmittags 2 Uhr,
in der Knabenmittelſchule, Friedrichſtraße Nr 1, dahier.
Anmeldungen von Schülern werden daſelbſt entgegengenommen.
(7205of
Darmſtadt, den 2. April 1910.
Der Vorſtand der israel. Religionsgemeinde.
Scndelsſehluie
des Darmstädter Pädagogiums.
Mit Beginn des neuen Schuljahres wird dem Darmſtädter
Sie hat den Zweck, junge Leute, die ſich dem kaufmänniſchen Beruf widmen
wollen, in allen Handelswiſſenſchaften gründlich auszubilden.
Der Unterricht wird erteilt von einem aus dem Volksſchullehrerſtande
hervorge=
ausgebildeten und geprüften Handelslehrer.
Näheres durch den Leiter
M. Elias, Hochſtraße 58.
B6006)
Seite 12.
Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von folgenden
Früchten und Verbrauchsgegenſtänden in
der Zeit vom 16. bis 31. März 1910:
Weizen p. Sackà 100 Ko. v. Mk. 22.— bis 24.73
Korn „ „ „ „ „ „ „ 16.50 „ 17.-
Gerſte „ „ „ „ „ „ „ 15.25 „ 18.—
17.— „ 17.50
Hafer
Butter ½ Kilo Mk. 1.50
Butter in Partien Mk. 1.40
Eier per Stück 8 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück Mk. 1.70
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 7.-
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 2.
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 4.50
Heu per 50 Kilo Mk. 6.50
Darmſtadt, den 2. Aprik 1910.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Wegſperrung.
Der alte Arheilgerweg, von der
Gärt=
nerei Walter bis zur Hammelstrift, bleibt
anläßlich der in Ausführung begriffenen
Waſſerleitungsarbeiten an dem
Bahnüber=
gang weiterhin für den durchgehenden
Fuhr=
werksverkehr bis einſchließlich den 9. I. M.
(7207oi
feldpolizeilich geſperrt.
Darmſtadt, den 1. April 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Jaeger.
Sperrung des alten Hohlen Wegs.
Die Brücke über die neue
Odenwald=
bahnlinie im Zuge des neuen Hohlen
Wegs iſt fertiggeſtellt und dem Verkehr
freigegeben worden. Der verlegte Teil des
alten Hohlen Wegs wird mit Rückſicht auf
die Bahnbauten bis auf weiteres für den
(7102so
Verkehr geſperrt.
Darmſtadt, den 1. April 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Jaeger.
Die Anfuhr von reinem Grund
nach dem Gelände zwiſchen Stirnweg und
neuem Bahnhof, ſowie von Bauſchutt in
den Dornheimer Weg unterhalb der
Mittel=
ſchneiſe, kann von unterzeichnetem Amte bis
auf weiteres geſtattet werden. (7103so
Erlaubnisſcheine ſind bei dieſem
einzu=
holen.
Städtiſches Tiefbauamt.
Abbrucharbeiten.
Die Notbaracke im Männergarten und
das alte Leichenhaus in der Krankenhaus
hofreite, ſowie die maſſiven Hintergebäude
der Hofreiten Bismarckſtraße Nr. 38 und 40
und ein Holzſchuppen in der
Bismarck=
ſtraße Nr. 38 ſollen auf den Abbruch
ver=
geben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte
(Grafenſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9)
während der Dienſtſtunden offen, woſelbſt
auch die Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Montag, den 11. April 1910,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 2. April 1910.
Stadtbauamt.
(7203oi
Buxbaum.
Bekanntmachung.
Montag, den 9. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Rentner Karl Ludwig
Henne=
mann Eheleuten zu Frankfurt am Main,
im Grundbuch der Gemarkung Darmſtadt
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 9413//100 285 Hofreite Heinrich=
ſtraße Nr. 126,
in unſerm Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K46/10
werden.
Darmſtadt, den 29. März 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L7211,66
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 21. April 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Bauaufſeher=Aſpirant Georg
Haller Eheleuten dahier zugeſchriebene
Lie=
genſchaft:
Flur Nr. qm
II
283 75 Hofreite Obergaſſe6,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K164/09
Falls keine anderen rechtlichen Hinderniſſe
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 22. März 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L7210,66
Bekanntmachung.
Montag, den 2. Mai 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Karl Friedrich Geyer und
deſſen Kindern dahier zugeſchriebene
Lie=
genſchaft:
Flur Nr. qm
I 398 832 Werkſtätte mit
Hof=
raum,
Moosberg=
ſtraße,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Wittmann=
ſtraße 1, zwangsweiſe verſteigert werden.
Die Genehmigung der Verſteigerung
wird auch dann erfolgen, falls ein der
Schätzung entſprechendes Gebot nicht
ein=
gelegt wird und andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen.
Darmſtadt, den 15. März 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
(L6261,65
Frantz.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. April 1910.
Spülung des Waſſerrohrnetzes.
Im Laufe der nächſten Woche wird eine Spülung des Waſſerrohrnetzes in
den unten bezeichneten Stadtteilen vorgenommen, welche in der Zeit von 10 Uhr abends
bis 5 Uhr morgens eine zeitweiſe Unterbrechung der Waſſerabgabe, ſowie eine Trübung
des Waſſers mit ſich bringt; die Waſſerabnehmer werden deshalb gebeten, ſich vorher
mit Waſſer zu verſorgen.
Spülplan.
1. In der Nacht von Montag, den 4. zu Dienstag, den 5. April I. Js.,
werden geſpült:
die Spülbezirke 1 und II.
In dieſe Bezirke fallen alle Straßenzüge ſüdlich der Bismarckſtraße, weſtlich vom
Paradeplatz, nördlich des Teiles der Rheinſtraße, zwiſchen Ernſt=Ludwigs=Platz und
Wilhelminenſtraße, weſtlich des Teiles der Wilhelminenſtraße, zwiſchen Rheinſtraße
und Heinrichſtraße, weſtlich vom Wilhelminenplatz, nördlich des Teiles der Heinrich=
ſtraße von der Wilhelminenſtraße bis zur Heidelbergerſtraße, öſtlich des Teiles der
Heidelbergerſtraße, zwiſchen Heinrichſtraße und Eſchollbrückerſtraße, nördlich der
Eſcholl=
brückerſtraße, zwiſchen Heidelbergerſtraße und Stadtallee, nördlich der Stadtallee von
der Eſchollbrückerſtraße bis zur Main=Neckar=Bahn und öſtlich der Main=Neckar=Bahn
zwiſchen Stadt=Allee und Bismarckſtraße.
Von den dieſe Spülbezirke umgrenzenden Straßen und Plätzen werden mitgeſpült
die Bismarckſtraße, die oben angegebenen Teilſtrecken der Wilhelminenſtraße und der
Heinrichſtraße und die Nordſeite der Rheinſtraße, zwiſchen Ernſt=Ludwigsplatz und
Wilhelminenſtraße. Ferner wird noch mitgeſpült die Frankfurterſtraße, zwiſchen
Bis=
marck= und Kahlertſtraße.
2. In der Nacht von Mittwoch, den 6. zu Donnerstag, den 7. April
I. Js. werden geſpült: die Spülbezirke III und IV.
In den Spülbezirk III fallen ſämtliche Straßenzüge nördlich der
Bismarck=
ſtraße und weſtlich der Frankfurter=Straße, ſowie die Straßenzüge nördlich der
Holzhof=
allee und weſtlich der Main=Neckar=Bahn.
Von den dieſen Bezirk umſchließenden Straßen werden mitgeſpült die
Frank=
furter=Straße von der Kahlertſtraße aus in der Richtung nach Arheilgen und die
Holzhofallee.
In den Spülbezirk IV fallen die Straßenzüge öſtlich des Teiles der
Wil=
helminenſtraße, zwiſchen Heinrich= und Rheinſtraße, ſüdlich des Teiles der
Rhein=
ſtraße, zwiſchen Wilhelminenſtraße und Ernſt=Ludwigs=Platz, ſüdweſtlich vom Ernſt=
Ludwigs=Platz und Marktplatz, ſüdweſtlich und weſtlich der Kirchſtraße, weſtlich des
Teiles der Karlsſtraße, zwiſchen Kirchſtraße und Heinrichsſtraße und nördlich des Teiles
der Heinrichsſtraße, zwiſchen Karls= und Wilhelminenſtraße.
Von den dieſen Spülbezirk eingrenzenden Straßen und Plätzen werden mitgeſpült
die Kirchſtraße, die oben angegebenen Strecken der Karls= und Heinrichsſtraße, ſowie die
Südweſtſeite des Ernſt=Ludwigs= und des Marktplatzes und die Oſtſeite des
Wilhelminen=
platzes, ferner wird mit dieſem Bezirk geſpült die Kapellſtraße.
3. In der Nacht von Samstag, den 9. zu Sonntag, den 10. April I. Js.
die Spülbezirke VI und VII.
werden geſpült:
Dieſe Bezirke liegen einmal zwiſchen Dieburger= bezw. Alexanderſtraße und
Heinrichsſtraße und erſtrecken ſich ferner vom Parade=, Ernſt=Ludwigs= und Marktplatz,
ſowie der Kirch= und Karlsſtraße bis zum Woog und der Odenwaldbahn; ausgeſchloſſen
iſt die Mathildenhöhe, ſowie die Alexander= und Dieburger=Straße ſelbſt.
Darmſtadt, den 1. April 1910.
(7101so
Städtiſche Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.
Staatlich konzeſſionierte und beaufſichtigte
Hessische Handels-Lehranstatt
Futerh. Kinderwagen billig zu verkaufen
(*8176
Mauerſtraße 17, part, r.
Rheinstrasse 1, I. DARMSTADT am Ernst-Ludwigsplatz.
Zweck: Die Anſtalt bezweckt, nicht mehr ſchulpflichtigen jungen Leuten durch
metho=
diſchen, für die Praxis bearbeiteten kaufmänniſchen Unterricht die Möglichkeit zu
geben, eine ſelbſtändige Stellung in einem Kontor zu bekleiden.
Art des Unterrichts: Derſelbe wird vornehmlich erteilt durch Ausarbeitung mehrerer,
dem wirklichen Geſchäftsleben nachgebildeter Geſchäftsgänge. Am Schluß der
Kurſe finden Prüfungen ſtatt. Zur gefl. Beachtung: Schulmäßiger
Klaſſen=
unterricht; auf beſonderen Wunſch auch Einzelkurſe.
Lehrfächer: Je nach Wahl des Kurſus: Deutſche Sprache, einfache und doppelte
(ital. und amerik.) Buchführung, kaufm. Rechnen einſchl. Kontokorrentlehre,
Handelskorreſpondenz und Kontorpraxis, Wechſel= und Scheckkunde, Bank= und
Börſenkunde, Handelsbetriebslehre, Handelsgeographie, Kalligraphie, Stenographie
und Maſchinenſchreiben; außerdem auf Wunſch: Franz. und engl.
Handels=
korreſpondenz.
Dauer des Unterrichts: a) Für erwachſene Herren und Damen je nach Wahl des
Kurſus 3—6 Monate; b) für ältere Schüler und Schülerinnen mit entſprechenden
Vorkenntniſſen 6 Monate; c) für junge Leute im fortbildungsſchulpflichtigen Alter
6—12 Monate, alles bei vollem Tagesunterricht. (Abendunterricht nur privat).
Es werden nur Schüler und Schülerinnen aufgenommen, welche die nötigen
Vorkenntniſſe durch ein befriedigendes Abgangszeugnis von einer Pflichtſchule
nachzuweiſen vermögen. Die=Anſtalt vermittelt fleißigen Schülern koſtenlos den
Eintritt in kaufmänniſche Stellungen.
Das Sommer=Semeſter beginnt Dienstag, den 12. April, vorm. 8 Uhr.
Proſpekte ſind in der Anſtalt, Rheinſtraße 1, I., erhältlich; daſelbſt werden
Anmeldungen Montag bis Freitag von 12—1 Uhr und nachmittags von 3—5 Uhr
(3491a
entgegengenommen.
Wilh. Siedersleben, ſtaatl. geprüfter Handelslehrer
und zwar an der Handelshochschule zu Leipzig und der Akademie für-sozial- und
Handelswissenschaften zu Frankfurt a. M.
Maustrieschuie.
Institut St. Mariae der Engl. Fräulein Waldstr. 31.
Unterricht in Hand= und Maſchinennähen,
Weiß=
u. Buntſticken, modernen Hand= u. Kunſtarbeiten.
Unterrichtszeit: Jeden Nachmittag drei Stunden.
(7236
Beginn: Dienstag, den 5. April.
Anmeldungen nimmt entgegen
Die Oberin.
Dr. Med. 3. Cr3b
seitheriger Oberarzt des städtischen Krankenhauses
hat sich hier als praktischer Arzt niedergelassen
und wohnt Rheinstrasse 6.
Sprechstunden an Wochentagen von 9—10 u. 2½—3½ Uhr.
(7201oms
Meine Wohnung befindet sich vom 4. April ab
toder Ramstadterstrasse 10, I. Stock
(Haltestelle Hochstrasse der elektr. Straßenbahn).
Anna Andersson
*8185)
Damen-Konfektion.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 7. April I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Karl Jockel Eheleuten dahier
zuſtehende Hofreite:
Flur Nr. qm
V 628¼/10 368 Neue Ireneſtraße,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K22/10
werden.
Darmſtadt, den 20. Februar 1910.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L5068,64
Dunger-Gorſteigerung.
Am Mittwoch, den 6. April 1910,
um 980 Uhr vormittags,
wird die außerhalb der Kaſerne befindliche
Wechſelſtreu aus 2 Batterieſtällen öffentlich
und meiſtbietend verſteigert.
(7131so
Zuſammenkunft an der Artilleriekaſerne
am Beſſunger Weg.
Darmſtadt, den 1. April 1910.
I. Abteilung Feld=Art.=Regts. Nr. 61.
Dünger=Verkauf.
Aerztliche Beratungsſtelle für
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Säuglingspflegt Theater.
Von Dienstag, den 5. April ab, finden
die Sprechſtunden ſtatt:
(*6720
Montag u. Mittwoch: 5½—6 ½ Uhr,
Dienstag u. Freitag: 5½—6½ Uhr,
(ſtatt Montag und Donnerstag).
Nächste Verlosungen:
Metzer Geldlotterie, Ziehung am
4. u. 5. April, per Los Mk. 3.—
Nürnberger St. Lorenzkirch=
Geld=
lotterie, Ziehung am 7. u. 8. April,
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I. Arnſtädter Geld=Lotterie, Ziehung
am 16., 18. u. 19. April per Los Mk. 1.
Frankfurter Wohlfahrts=Lotterie,
Ziehung am 20. u. 21. April, per
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2. Das Adlerei
ſpannendes korſikaniſches Drama.
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Vereinslokal: Restauration „Reichskrone‟ Mühlstr. 5.
Einladung.
Unsere verehrte Prinzipalität, Mitglieder, Freunde und Gönner des
Vereins laden wir hiermit zu der am Dienstag, den 12. April 1910
stattfindenden
Bannerweihe
höflichst ein und bitten um zahlreiche Teilnahme. Wir bitten die
ver-
ehrte Prinzipalität, unsere Mitglieder und Angestellte an diesem Tage
ausnahmsweise nach Möglichkeit entlasten zu wollen.
Der Vorstand.
Aus dem Festprogramm:
Vormittags 11½ Uhr, pünktlich im „Perkeo‟:
Feier-
licher Festakt, Weihe und Uebergabe des Banners
an den Bezirksverein (unter Mitwirkung der ganzen Kapelle
des Grossh. Artillerie-Regiments Nr. 61, unter persönlicher Leitung
des Musikmeisters Weber).
Anschliessend: Wagen-Rundfahrt.
Nachmittags 2½ Uhr: Festessen im „Perkeo‟. (
Einzeich-
nungsliste liegt daselbst auf.)
Abends 8 Uhr: Festkonzert und Ball im „Schützenhof‟
(Hügelstrasse) mit Ueberreichung von Ehrenzeichen und
Diplome an verschiedene Mitglieder.
Das Festkomitee.
7198oo)
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Seéége
Verein für Vogel= und Geflügelzucht (ält. Verein)
Montag, den 4. April, abends 8½ Uhr,
im Vereinslokal Brauerei zur Krone, Schustergasse 18, I.
Monats=Versammlung. (2195
Der Vorstand.
ung
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am 17. und 18. April 1910
in Darmstadt
veranſtaltet vom
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in den Räumen des Pferdemarktplatzes.
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Nummer 77
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. April 1910.
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ge=
tan habe und dieſe daher unter Bedauern
zurücknehme.
(*8193
Darmſtadt, 30. März 1910.
A. Kaus, Fuhrunternehmer.
SretteSatägyekster!
seigen die Shitzen und Besatsneuheiten.
für die Frühjahws- und Sommersaison
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nur einen kleinen Teil der erschienenen
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bringen wir eine Fülle geschmackvoll schön arrangierter Hüte in
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Spesialhüte zu verlangen, welche unsere Leistungsfähigkeit zeigen.
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(7189
[ ← ][ ][ → ] Nummer 77.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. April 1910.
Seite 16.
mpfehlunc
Gesehafte
Die seither unter der Firma J. & L. Hering betriebene Dampfwascherei
und Bügelanstalt ist infolge des Ausscheidens von Frau J. Hering Witwe
auf mich allein übergegangen und wird von mir unter der Firma
Dampfwascherei und Bügelanstalt
Herinc
Ludv!
in den seitherigen Geschäftsräumen weiter betrieben. Indem ich meine geschätzten
Kunden hiervon ganz ergebenst in Kenntnis setze, bitte ich höflichst, mir auch fernerhin
das seitherige Vertrauen weiter bewahren zu wollen.
Pünktlichste Bedienung bei gediegener Ausführung wird auch fernerhin
mein erster Geschäftsgrundsatz bleiben.
Waschbücher und Bestellkarten sind auf dem Kontor, Schiesshausstrasse 4,
sowie von meinen Kutschern kostenlos erhältlich.
Die seither bestandenen Annahmestellen für Kragen, Manschetten
und Vorhemden bei den
Herrn F. C. Winter, Elisabethenstrasse 10
in
Fritz Wich, Ecke Dieburger- und Mauerstrasse
Darmstadt
G. Kneip, Kiesstrasse 34
Fräul. Gertrude Westenberger, Wendelstadtstr. 15
in Bensheim: Herr F. J. Deppert, Aulstrasse 20
in Eberstadt: Herr G. W. Veith, Darmstädterstrasse 24
(C7191,5
bleiben bestehen, worauf ich hiermit ganz besonders aufmerksam mache.
Darmstadt, im April 1910.
Schiesshausstrasse 4
Hochachtungsvoll
Dampfwascherei und Bügelanstalt
Ludwig Hering.
e e ee
IImein Geſchäft nach
8 Ernst=Ludwigstrasse 8
verlegt habe, und bitte freundlichſt, mich auch im neuen Lokale
gütigſt zu unterſtützen.
(8205om
t
Julius Herg
Papier- und Kunsthandlung, Einrahmungsgeschäft.
(Rechtsfähiger Verein.)
Einladung
zur ordentlichen Hauptversammlung
Dienstag, den 5. April 1910, abends 9 Uhr
Restauration Christ, Grafenstraße
(Kaufm. Vereins-Saal).
Tagesordnung:
1. Bericht des Vorsitzenden über das abgelaufene
Vereinsjahr.
2. Rechnungsablage für 1909.
3. Neuwahl des Vorstandes.
4. Anträge.‟)
*) Anträge zur Hauptversammlung sind nach
§ 13 der Satzungen mindestens 8 Tage vor der
Haupt-
versammlung beim Vorstand schriftlich einzureichen.
Wir bitten um zahlreiches Erscheinen.
(6368mio
Der Vorstand:
W. Kalbfuß.
Fr. Stephani.
Jul Dackermeister
Zu Reklamezwecken iſt Backofen= und Knetmaſchinenfabrik erbötig, einem hieſigen
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geſtatten, wofür evtl. Proviſion bezahlt wird. Offerten unter G 3010 befördert die
Expedition dieſes Blattes.
(7227II
Soeben erschienen:
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von Robert Schneider
I. Band, 2. veränderte Auflage, Preis Mk. 1.—
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(7197om
Auch Band 1I wiederholt empfohlen.
Anstands- und Janzlehr-Institut.
Den geehrten Herrſchaften zur gefl. Kenntnis, daß ich mein Inſtitut von
Eliſa=
bethenſtraße nach
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Neckarstrasse 22, parterre
verlegt habe. Anmeldungen zum Sommerkurſus nehme jederzeit entgegen. (*8171
Privatunterricht jederzeit.
H. Volkert, Lehrer der Tanzkuuſt,
Neckarſtraße 22, parterre.
2. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
27.
Montag, 4. April.
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Kt‟
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. April 1910.
Nummer
Sport oder körperliche Arbeit?
* Eine Frage von großer Tragweite in ſozialer
Hinſicht rollt Dr. Graßl=Lindau i. B. in Nr. 1 des
fünften Bandes der Monatsſchrift „Soziale Medizin
und Hygiene” (Verlag von Leopold Voß in Hamburg)
auf. — Eine der prägnanteſten Zeichen unſerer
gegen=
wärtigen Ziviliſationsform ſei die Verachtung der
körperlichen Arbeit. Es gilt für Offiziere, Beamte und
in anderen geſellſchaftlichen Beziehungen nur für
zu=
läſſig, die phyſiſche Tüchtigkeit durch Sport ſtatt durch
produktive Arbeit zu pflegen. Immerhin ſteht beim
Manne wenigſtens noch die Arbeit an ſich im Anſehen;
wir geſtehen nur ſolchen Männern die Berechtigung
zum Paraſitismus zu, welche durch phyſiologiſche oder
pathologiſche Gründe am Arbeiten verhindert ſind. Der
Fabrikherr arbeitet in ſeiner Weiſe ſo gut wie der
Fabrikarbeiter. Die Anſicht über die Arbeit beim
Weibe ſei aber um ſechs= bis ſiebenhundert Jahre in der
Entwicklung zurück. Während beim Manne die ſoziale
Entwicklung einen Ausgleich in der Arbeitsmenge
ge=
bracht hat, iſt die Frau der Unterſchichten weit über iyre
Kräfte belaſtet und entzieht ſich die Dame der
Ober=
ſchicht überhaupt jeder Arbeitsleiſtung. — Als
Allheil=
mittel zur Erhaltung der körperlichen Kräfte gelte bei
Männern und Frauen der Sport, der von England
herübergekommen ſei. Um aber den unproduktiven
Sport als Erſatz für die körperliche Arbeit betätigen
zu können, muß ein Volk entweder in einer Gegend
leben, deren Boden nur geringe Arbeit erfordert, oder
es muß ſich die Früchte der Arbeit anderer anzueignen
verſtehen; Deutſchland hat nicht, wie England,
über=
ſeeiſche Beſitzungen, die uns ernähren können; unſer
Handelsgewinn iſt im Verhältnis zu der Volksmenge
viel zu klein. So ſind wir denn auf die Verrichtung
intenſiver körperlicher Arbeit angewieſen. Bei uns
würde der Uebergang zum Sport einen wirtſchaftlichen
Zuſammenbruch bedeuten! Anſtelle des Sports müſſe
die Arbeit treten. Die Volksſchulpädagogen hätten
lange vor den Aerzten dieſes Bedürfnis erkannt und
ſuchten es durch Handfertigkeitsunterricht zu
befrie=
digen. Dr. Graßl fordert, daß die produktive
Arbeits=
tätigkeit ein Arbeitspenſum der Mittelſchulen würde,
um die jetzige neunjährige Iſolierung des Schülers
von aller Fauſtarbeit zu beſeitigen, die heute nicht wie
früher durch die Familie korrigiert würde und
not=
wendig zur dünkelhaften Einſchätzung der
Intellekt=
arbeit führen müſſe. Während der großen Ferien ſoll
die körperliche Arbeit Zwang ſein, deren Art ſich die
Schüler wählen können; während des Schuljahres
ſollten lediglich an zwei Nachmittagen die Handarbeiten
geübt werden. Der Erfolg iſt dem Geſamtreſultat
bei=
zuzählen. Der Verfaſſer ſchließt: „Ich glaube, daß die
Durchführung dieſes Gedankens eine wahrhaft ſoziale
und biologiſche Tat ſein würde, durch die wir gegen
andere Völker auf Jahrzehnte, ja auf Jahrhunderte
hin nun wieder den Vorrang bekämen.”
Handel und Verkehr.
H. Fran kfurt a. M., 2. April. (
Börſen=
wochenbericht.) In der abgelaufenen
Geſchäfts=
woche war das Hauptintereſſe wieder der Lage am
Geld=
markt zugewendet, und iſt es diesmal England, wo die
Situation der Geldverhältniſſe ſich nicht beſonders
freundlich geſtaltet. Man befürchtet ſogar, daß die Bank
von England eine weitere Diskonterhöhung vornimmt,
falls nicht die Goldflüſſe dahin zunehmen. Später
be=
urteilte man die Geldlage wieder etwas ruhiger, weil
die Anſpannung des engliſchen Bankſtatus mit einer
Folge des Ausbleibens der Steuereingänge und des
Mankos des Staatsſchatzes von faſt 20 Millionen Pfd.
Sterl. zuſammenhängt. Ueberhaupt wurde die
Stim=
mung in London von den innerpolitiſchen Einflüſſen
beherrſcht. Bei uns dürfte trotz der ebenfalls großen
Anſprüche an die Reichsbank der Diskontſatz
unver=
ändert zu halten ſein; wie es auch der ſtabile Privatſatz
(3/e Prozent) bekundet. Die Tendenz war nach feſtem
Beginn im Verlaufe zur Mattigkeit geneigt; ausgehend
von der ſtärkeren Abſchwächung am Montanmarkte, wo
der Rückgang der Bochumer ſtimulierte. — Teilweiſe
war die Spekulation darin wieder tätig, welche zu
Ab=
gaben ſchritt. Einen weſentlichen Eindruck machten auch
die Meldungen von Lohnbewegungen der Hamburger
Hafen= und Fährſchiffer, im New=Yorker Hafen und
im Weichkohlengebiet von Indianopolis. Ferner drückte
die Ungewißheit über den Tarifvertrag im
Bauge=
werbe.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend,
waren zunächſt deutſche Renten gut behauptet. Von den
ausländiſchen Staatsfonds wurden Serben, auf die
er=
höhten Monopoleinnahmen, mehr beachtet und beſſer
bezahlt; auch Ruſſen, Mexikaner und Japaner zeigten
ſich geſucht. Die Freitag erſtmals gehandelten 4
½pro=
zentigen Neue Kubaner wurden zu 98¾ lebhaft
umge=
ſetzt. Am Loſemarkt fanden in letzter Zeit größere
Ab=
ſchlüſſe in Raab Grätzer Anrechtsſcheinen ſtatt, die bis
36,90 avancierten. — Es ſcheint hier ſpekulatives
In=
tereſſe obzuwalten, denn alle fünf Jahre, und nächſtens
1912, iſt in dieſen Scheinen Verloſung, wobei jedes
Stück mit 300 Mark gezogen wird. Transportaktien
waren vernachläſſigt; nur einzelne, wie Prince Henri,
ſchließen höher. Am Bankenmarkte ſind bei einer
Reihe von Aktien die unſancemäßigen
Kursherabſetz=
ungen mit der Dividende=Detachierung zu
berückſichti=
gen, doch war das Geſchäft ſehr ſtill. Weſentlich höher
ſtellten ſich nur Oeſterreichiſche Kreditaktien.
Das Montangebiet zeigte zeitweiſe ſtärkere
Schwank=
ungen und neigte ſchließlich, wie ſchon oben erwähnt,
zur Mattigkeit. Ans den Meldungen über die
Einleg=
ung von Feierſchichten im Oſtrau=Karbiner Bezirk zog
man die Folgerung, daß der Kohlenabſatz unter noch recht
ungünſtigen Verhältniſſen zu leiden hat, welch letztere
nun ſcheinbar auch auf die öſterreichiſche Seite des
oberſchleſiſchen Kohlenbezirks übergegriffen haben. In
verhältnismäßig günſtiger Stimmung verblieb der
Kaſſainduſtriemarkt, wo u. a. Holzverkohlung nach
De=
tachierung des Coupons der U1prozentigen Dividende
noch 214¼ ſchließen konnten. Ferner war in
einzel=
nen Elektrizitätsaktien, wie Allgemeine Elektrizitäts=
Geſellſchaft und Schuckert größeres Geſchäft. Chemiſche
Aktien waren weiter feſt. Höchſter 454,50, Albert 470
und Badiſche Anilin 450,10. Die Maſchinenfabrik
Mö=
nus verteilt 24 Proz. Dividende und will ihr
Aktien=
kapital erhöhen; deren Kurs war ungefähr 400, da
wegen ſtarker Nachfrage keine offizielle Note zuſtande
kam. Deutſche Gold= und Silberſcheideanſtalt waren
heute ex Dividende und ſtellten ſich bei 574 weſentlich
höher. Der Kurs der Peruaner in London hat
ſich wieder auf 12¾ reſp. 40½ erholen können.
Bemer=
kenswert feſt ſind dort Trunkwerte, die bis 27
reſp. 63 ſtiegen.
Von Loſen notieren: Augsburger 39,50,
Braun=
ſchweiger 216, Genuger 247, Finnländer 200,
Mailän=
der 45=Fr.=Loſe 146, Freiburger 58,90, Mailänder
10=Fr.=Loſe 31, Meinninger 39,40, Türkiſche 179,40,
Pap=
penheimer 76, Venediger 39,75, Ungariſche 385,50 in
Reichsmark, Gothaer Prämie I 139,60, Gothaer
Prä=
mie II 117,50, Donau=Regulierung 142,75, Madrider
77,15 in Prozent; ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis
1918 unkündbar) 102,15, 3½proz. Reichs 93,70, 3proz.
Reichs 85,20, 4proz. Heſſen von 1899 100,85, 4proz.
Heſ=
ſen von 1906 100,906, 4proz. Heſſen von 1908 101,75,
4proz. Heſſen von 1909 101,75, 3½proz. Heſſen 92,30,
3proz. Heſſen 81,70, 4proz. Heſſ. Landesbk.=Hyp. (Serie
18—20) 101,606, 3½proz. Heſſ. Landesbk.=Hyp. (Serie
9—11) 92,806, 4proz. Heſſ. Kommunal (Serie 10—12)
101,606, 3½proz. Heſſ. Kommunal (Serie 1—3) 93,40d,
3½proz. Heſſ. Kommunal (Serie 4) 92,806, 4proz.
Darmſtädter 100,60, 3½proz. Darmſtädter 926,
Darm=
ſtädter Bank 137, Süddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft
120,70, Baltimore und Ohio 110,70, 4½proz. Ruſſen
100,15, 4proz. Ruſſen 91,40, 3/proz. Ruſſen 87,75,
3½proz. Ruſſen 85,30, 3proz. Ruſſen 78,206, 4½proz.
Japaner 98,55, 4proz. Japaner 95,30, 5proz. Mexikaner
(Tamaulipas) 101, 5proz. Chineſ. Eiſ.=Anl. (Tientſin-
Pukow) 102,80.
Vermiſchtes.
— Die „Freiheit” im Zoo. Die alte Menagerie
Ludwigs XIV., die im Park von Verſailles, eine
Viertelſtunde vom Schloſſe entfernt, einen kleinen
zob=
logiſchen Garten umfaßte, deſſen ſeltene Inſaſſen,
Papa=
geien, Kolibris, Pelikane, Tauben, Kamele, eine
Zeit=
lang ein Elefant und andere Tiere, der König mit
Stolz bisweilen ſeinen Gäſten zu zeigen pflegte, ſoll
wieder auferſtehen. Eine Art biologiſcher
Ver=
ſuchsſtation ſoll damit verbunden werden und
zu=
gleich will man einen großen Teil der Parks von
Trianon dieſem zoologiſchen Inſtitut angliedern, in
dem alle Arten ungefährlicher Tiere in Freiheit leben
und den Naturforſchern Beobachtungsmöglichkeiten
geben ſollen. In der neueſten Nummer der „Revue
des Deux=Mondes” berichtet Loiſel von dieſem
groß=
zügigen Plan, der von der franzöſiſchen Geſellſchaft
zur Förderung der Wiſſenſchaften gebilligt wird, und
erzählt zugleich allerlei intereſſante Einzelheiten von
der alten, heute zerſtörten Menagerie der franzöſiſchen
Könige.
Der Bau war ſächerförmig angelegt, Levau hatte
die Pläne entworfen, ſieben große Höfe waren
ge=
ſchaffen, in denen die Tiere untergebracht waren.
Eine beſondere Sehenswürdigkeit war in jenen
Zei=
ten der große Taubenſchlag, der gegen 3000 Tauben
be=
herbergte. Hinter der Menagerie lag dann ein großer
Hof, in dem Hirſche und Gazellen ſich tummelten. Ein
großer Teil der Tiere entſtammte Geſchenken
befreun=
deter Fürſtlichkeiten, aber der König wandte auch große
Summen zu Ankäufen auf; zwiſchen 1671 und 1694 hat
ſein Agent Gaſſion nicht weniger als 40 Reiſen in
Tunis, Aegypten und in der Levante gemacht, um neue
Tiere für die Menagerie des Königs zu erwerben. Die
große Revolution räumte dann mit dieſem königlichen
zvologiſchen Garten auf. Das Ende der Menagerie
war ſeltſam genug. „Man muß die Menagerien
zer=
ſtören,” ſo war in der Encyklopädie geſchrieben
wor=
den, „wenn die Menſchen Hungers ſterben; denn es iſt
ſchändlich, mit großen Koſten Tiere zu ernähren, wenn
ringsumher Menſchen darben.” Wenige Tage nach
dem 10. Auguſt des Jahres 1792 zogen die Jakobiner
von Verſailles mit Trommeln und Fahnen durch den
Park der Menagerie und im Namen des Volkes
und=
der Natur befahl man dem Direktor der Menagerie,
den Tieren, die von der Natur frei geſchaffen ſeien
und die der eitle Stolz der Tyrannen gefangen
ge=
ſetzt habe, die Freiheit wiederzugeben. Der Direktor
machte darauf aufmerkſam, daß manche der
Menagerie=
bewohner für dieſes Geſchenk vielleicht nicht dankbar
ſein und die Befreier verſchlingen würden. Er
über=
gab den Jakobinern die Schlüſſel und forderte ſie auf,
die wilden Tiere doch gefälligſt ſelbſt herauszulaſſen.
Die Jakobiner hielten Kriegsrat und entſchieden ſich
ſchließlich für bedingte Freiheit; die gefährlichen Tiere
ſollten „proviſoriſch” in ihren Käfigen bleiben. Nur die
ungefährlichen Tiere wurden in Freiheit geſetzt, ein
Dro=
medar, 5 kleine Affen, die Vögel, Javaratten und
an=
dere kleinere Tiere. In der Menagerie blieben ein
Löwe, ein Nashorn und ein Kaphirſch. Man bot den
Löwen, der ſeinen Käfig in guter Freundſchaft mit
einem Hunde teilte, Bernardin de Saint=Pierre, dem
Verfaſſer von „Paul und Virgian”, für den alten
Königsgarten an. Saint=Pierre ſchlug vor, den
Lö=
wen in den Jardin des Plantes zu ſchaffen und hier
mit der Zeit einen nationalen zoologiſchen Garten
einzurichten. Aber erſt am 26. April 1794 brachte man
den Löwen in den Botaniſchen Garten. Den Plan,
dem König der Tiere gleich allen anderen die Freiheit
zu ſchenken, hatte man inzwiſchen definitiv begraben,
und auch das Nashorn und der Kaphirſch wurden durch
die Verkünder der Menſchenrechte nicht aus der
Ge=
fangenſchaft befreit. .
ell Sie
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