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173. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Kazit der engliſchen Wahlen.
— Die engliſchen Wahlen ſind nunmehr der Hauptſache
nach beendet, nur noch wenige Mandate harren der
Er=
ledigung, und dieſe können das Bild der Situation kaum
noch verändern. Konſervative und Liberale
hal=
ten ſich hinſichtlich der Mandate ziemlich die Wagſchale,
und da das liberale Kabinett wenigſtens vorläufig noch
auf die Gefolgſchaft der Arbeiterpartei und der
Nationaliſten rechnen kann, ſo hat die
Regie=
rung eine Mehrheit von über 100 Mandaten. Nach
dem erſten Wahltage hätte man dieſes Reſultat kaumn
er=
wartet, man nahm allgemein an, daß zwar das
Miniſte=
rium eine Mehrheit erzielen würde, daß man aber
höch=
ſtens auf eine Majorität von zirka 40 Stimmen rechnen
könne. Das Kabinett hat alſo einen Sieg erfochten,
gleich=
wohl kann man ſich aber des Eindrucks nicht erwehren,
daß es ſich um einen Pyrrhusſieg handelt, denn es iſt ſeiner
Gefolgſchaft keineswegs für alle Fragen gewiß, es kann
leicht dahin kommen, daß in der einen oder anderen Frage
ſich die Arbeiterpartei oder die Nationaliſten auf die
an=
dere Seite ſchlagen, und dann wäre es mit der
Herrlich=
keit des Miniſteriums Asquith vorbei.
Seit Jahrzehnten iſt in keinem Wahlgange mit ſolcher
Heftigkeit gekämpft worden, wie diesmal, höchſtens daß es
in den 40er Jahren ſo lebhaft zuging, wo es ſich um die
Abſchaffung der Kornzölle handelte. Was den Kampf
diesmal ſo erbittert gemacht hat, war das
Finanzpro=
gramm Llyod Georges, das namentlich den Grundbeſitz
und ſpeziell den Großgrundbeſitz traf. Natürlich war man
aber von konſervativer Seite ſo klug, nicht dieſe Frage in
den Vordergrund zu ſtellen, ſondern man bediente ſich
eines Schreckmittels, um auf die Menge einzuwirken und
ſie für die Konſervativen einzufangen. Die deutſche
Ge=
fahr mußte, wie mehrfach erörtert, dazu dienen, um die
Maſſe in Aufruhr zu bringen, und dieſe Spekulation war,
wie der Erfolg gezeigt hat, eine taktiſch ſehr kluge, denn an
130 Mandate haben die Konſervativen damit gewonnen.
Daß die jetzige Regierung die in einer ſolchen
Wahl=
parole liegende Gefahr nur zu gut kennt, beweiſt ein
Ar=
tikel der „Weſtminſter Gazette” über den Eindruck,
wel=
chen die Wahlen namentlich in Deutſchland
her=
vorgerüfen haben. Das Blatt führt aus:
Es ſei ſehr an der Zeit, daß alle ernſten Politiker aller
Parteiſchattierungen in England dahin zuſammenwirkten,
daß bei eventuellen neuen Generalwahlen in England der
Frieden zwiſchen England und Deutſchland
nicht durch eine Wiederholung der antideutſchen
Wahlagi=
tation ernſtlich gefährdet werde. Eine neue Khaki=Wahl,
bei welcher Deutſchland die Rolle der Buren ſpielen müßte,
würde das denkbar größte Unheil anrichten. Die wahre
Politik Englands ſei eine höfliche Sprache und eine
überlegene Flotte. Die Regierung werde für die letztere
in ſolcher Weiſe ſorgen, daß Panik und Schmähungen
überflüſſig würden. Sie hoffe, die Oppoſition werde ihr
helfen, mit Deutſchland wenigſtens auf höflichem Fuße zu
verbleiben, ſelbſt wenn ſie ihre Anſichten über
Flottenüber=
legenheit äußerte. Aber auch den hitzköpfigen
Freihänd=
lern gebühre eine Mahnung, den Pferdefleiſch= und
Schwarzbrotbeweis nicht über das notwendige Erfordernis
hinaus zu führen. Man möge ſchließlich bedenken, daß die
Intereſſen auch anderer Mächte hierbei in Betracht kämen.
Es ſei ein Trugſchluß, wenn man allgemein annehme, daß
die europäiſche Politik ſich in ein Duell zwiſchen
England und Deutſchland auflöſen könne. Durch
ſolch eine Khaki=Wahl könne England eine kritiſche
Situa=
tion in Europa hervorrufen, welche ſich den Freunden
Eng=
lands in Europa zuerſt fühlbar machen würde, und zwar
in einer für ſie höchſt unangenehmen und gefährlichen Art.
England ſchulde es ſeinen Nachbarn, daß ſolche
Angelegen=
heiten nicht zum Gegenſtande einer hitzigen Wahlkampagne
gemacht würden.
Dieſe Mahnung zeigt deutlich, welche Gefahr man von
dem Treiben der Herren Balfour und Genoſſen für den
Weltfrieden befürchtet, und das beſagt genug. Wir in
Deutſchland haben daher, wie ſchon mehrfach erwähnt, allen
Grund, der jetzigen Regierung noch eine möglichſt lange
Lebensdauer zu wünſchen, da eine Wiederkehr des
konſer=
vativen Regimes im Hinblick auf die Haltung der
Unio=
niſten im letzten Wahlkampf zweifellos die Beziehungen
beider Länder auf das ärgſte gefährden würde.
Die Thronrede, mit der die neue
Parlaments=
ſeſſion eröffnet werden wird, wird wahrſcheinlich
ver=
ſchiedene der großen ſozialen Reformen, beſonders die
Ver=
ſicherung gegen Arbeitsloſigkeit und Krankheit, aufzählen,
für die das letzte Budget das Geld beſchaffen ſollte. Die
Reformen werden aber nicht in Angriff genommen
wer=
den, bevor die Verfaſſungsfrage gelöſt iſt. Die erſte Auf=
gabe nach Beendigung der Adreßdebatte wird natürlich
das Paſſieren des vom Oberhaus aufgehaltenen Budgets
ſein und hierin wird die Regierung, wie jetzt feſtſteht, auf
keine Schwierigkeiten ſtoßen.
Sowie das Budget erledigt iſt, wird Mr. Asquith dem
Unterhaus ſeine Vorlage zur Reform der
Verfaſ=
ſung in der Richtung auf eine Einſchränkung des Vetos
des Oberhauſes unterbreiten. Das wird das Signal zu
langen und ſtürmiſchen Debatten geben, die wohl aber
kaum anders als mit einer Annahme der Vorlage im
Un=
terhaus enden werden. Zweifelhaft iſt nur das Schickſal
im Oberhaus. Ohne Zwang von ſeiten der Krone dürfte
das Oberhaus ſie nicht annehmen und die ganze
Weiter=
entwicklung wird ſchließlich davon abhängen, ob der König
dem Rat ſeiner Miniſter folgen oder ob er es wagen wird,
dagegen zu handeln. Im letzteren Fall ſind eine
Reſig=
nation des Premiers und Neuwahlen ſicher, in denen die
Oberhausfrage ganz anders als in den letzten Wahlen den
Mittelpunkt bilden wird.
Die Kriſis in Griechesland.
* Seitdem die Militärliga die Loſung „
Einbe=
rufung der Nationalverſammlung”
ausge=
geben und dafür die Parteiführer Theotokis und Rallis
gewonnen hat, hing es ganz allein von der
Ent=
ſchließung des Königs Georg ab, ob die
gegenwär=
tige Kriſis in Griechenland mit einer Militärdiktatur
oder einem Regierungswechſel endigen ſollte. Der
König iſt ſich des Ernſtes des Angenblicks voll bewußt.
Obwohl die Demiſſion des Kabinetts vom Könige
be=
reits angenommen iſt, bleiben die Miniſter bis zur
Be=
endigung der Kriſis im Amte. Die Konferenz der
Parteiführer mit dem Könige am Samstag
dauerte drei Stunden. Der König drückte die Anſicht
aus, daß die Reviſion der Verfaſſung, wie ſie beantragt
worden iſt, gegen Artikel 107 der Verfaſſung verſtoße,
welcher beſagt, daß eine Reviſion nur dann begründet
iſt, wenn ſie von drei Vierteln der Abgeordneten und
in zwei anfeinanderfolgenden Parlaments=Tagungen
angenommen worden iſt. Theotokis gab ſeiner
Ueber=
zeugung dahin Ausdruck, daß das beſte Mittel, einen
Ausweg aus der ſchwierigen Lage zu finden, das ſei,
eine Nationalverſammlung einzüberufen.
Dieſe Anſicht wurde auch von Rallis und Dragumis
gebilligt. Zaimis machte den Vorſchlag, die Reviſion
auf konſtitutionellem Wege vorzunehmen. Der König
erbat ſich zunächſt Bedenkzeit aus, hat aber dann der
Einbernfung der Nationalverſammlung zugeſtimmt.
Er wird Dragumis mit der Bildung eines
außerparla=
mentariſchen Kabinetts beauftragen. Nach der
Ver=
öffentlichung der Botſchaft betreffend die Einberufung
der Nationalverſammlung wird die Militärliga
ſich auflöſen.
Deutſches Reich.
* Nach den bis Montag vormittag bekannt gewordenen
Ergebniſſen der Reichstagserſatzwahl im
Wahl=
kreiſe Eiſenach 2 wurden abgegeben für Leber (Soz.)
10484, Dr. Apelius (nl.) 5919 und Hädrich (deutſch=ſoz.)
4624 Stimmen. Von drei kleinen Orten ſteht das Reſultat
noch aus. Hiernach fehlten dem ſozialdemokratiſchen
Kan=
didaten 59 Stimmen an der abſoluten Mehrheit; es dürfte
alſo Stichwahl ſtattfinden. Bei der letzten Wahl im
Jahre 1907 erhielten der ſozialdemokratiſche Kandidat
Sen
7875, der nationalliberale 6089, der antiſemitiſche 6985
Stimmen. Letzterer wurde in der Stichwahl mit 9834
Stimmen gegen 9509 ſozialdemokratiſche gewählt. In der
Nachwahl haben der ſozialdemokratiſche Kandidat rund
2600 Stimmen mehr, die bürgerlichen Kandidaten rund
2400 (!) weniger erhalten. So iſt es ſehr wahrſcheinlich,
daß in der Stichwahl auch hier der ſozialdemokratiſche
Kandidat gewählt werden wird. Auch die Eiſenacher Wahl
iſt eine Proteſtwahl. Einen ſo eklatanten Ausdruck
hat die allgemeine Mißſtimmung, die nach der
Reichsfinanz=
reform Platz gegriffen hat, bis jetzt aber noch nicht
gefun=
den. Wenn die Parteien, die die Reichsfinanzreform
ge=
macht haben, dies nicht erkennen wollen, dann iſt ihnen
nicht zu helfen, aber die Regierungen dürfen hieran nicht
achtlos vorübergehen.
* Die Entgleiſung — denn etwas anderes iſt es doch
nicht — des konſervativen Abgeordneten v.
Olden=
burg im Reichstage wird von ſozialdemokratiſcher
und ihr naheſtehender Seite zu Parteizwecken weidlich
aus=
genützt; aber auch von anderer Seite wird der Sache eine
Wichtigkeit beigelegt, als wenn es ſich um ein wirkliches
Attentat auf die verfaſſungsmäßigen Rechte des
Reichs=
tages handle. Anſtatt, was das Natürlichſte und Beſte
ge=
weſen wäre, die geſchmackloſen Aeußerungen des Redners
der Lächerlichkeit preiszugeben, wird die Sache mit einem
Ernſte und einem Aufwande von Entrüſtung behandelt,
die den Außenſtehenden kaum verſtändlich erſcheint und
wohl nur dadurch erklärlich wird, daß der ungeſchickte
Red=
ner mit ſeinem deplacierten Vergleich die Abgeordneten
des Reichstags an einer beſonders empfindlichen Stelle
getroffen hat. Trotzdem wird man es den außerhalb des
Reichstages Stehenden nicht verwehren können, die Sache
von der humoriſtiſchen Seite aufzufaſſen.
— Die Aerztefrage in der
Reichsverſiche=
rungsordnung hat in der letzten Sitzung des
preu=
ßiſchen Statsminiſteriums den Gegenſtand eingehender
Be=
ratungen gebildet, woraufhin dann die Ausſchüſſe des
Bundesrats ſich nochmals mit der Angelegenheit
beſchäf=
tigt haben. Hierbei iſt die Neugeſtaltung der Aerztefrage
gegenüber dem erſten Entwurf nochmals in verſchiedenen
Einzelheiten abgeändert. Der Entwurf muß zunächſt noch
eine dritte Leſung in den Bundesratsausſchüſſen erleben,
bevor er an das Plenum des Bundesrats gelangt. Man
kann annehmen, daß die Abänderungen des erſten
Ent=
wurfs zur Regelung der Aerztefrage dahin gehen, ein
Sy=
ſtem zu ſchaffen, das ſowohl den Wünſchen der
organiſier=
ten Aerzte als auch denen der Krankenkaſſen
entgegen=
kommt, indem es das Prinzip der beſchränkten freien
Aerztewahl mit dem der Kaſſenärzte vereinigt. Um eine
zwangsweiſe Durchführung der freien Aerztewahl, unter
völliger Beſeitigung des Kaſſenarztſyſtems, ſoll es ſich
je=
doch nicht handeln, da nach der Anſchauung der Regierung
kein Grund vorliegt, den Krankenkaſſen durch das Geſetz
zu verbieten, mit beſtimmten Aerzten einen beſonderen
Vertrag wegen Behandlung der Kaſſenmitglieder zu
ſchließen.
Die jetzt feſtgeſtellte Ueberſicht der
Reichsein=
nahmen an Zöllen, Steuern und Gebühren für die Zeit
vom 1. April bis zum 31. Dezember 1909 ergibt eine
Mehreinnahme von 185 Mill. Mark gegenüber dem
glei=
chen Zeitraume des Vorjahres. Wenngleich der Umſtand,
daß die Ergebniſſe des Jahres 1908 beträchtlich hinter der
Schätzung zurückblieben, auch für die Bewertung des
obi=
gen Mehrbetrages für 1909 von Einfluß iſt, ſo zeigt doch
die Ziffer jedenfalls eine erfreuliche Beſtätigung der
An=
nahme, daß unſer wirtſchaftliches Leben in
fortſchreitender Aufwärtsbewegung
begrif=
fen iſt. Von den neuen Steuern haben eine beſonders
bemerkenswerte Entwickelung aufzuweiſen die
Stempel=
abgabe von Grundſtücksübertragungen und die
Leucht=
mittelſteuer. Bei den übrigen Steuern läßt ſich ein feſtes
Bild noch nicht gewinnen, doch laſſen die Ueberſichten auch
keinerlei Momente erkennen, die gegen eine normale
Ent=
wickelung ſprächen.
Die Gebrüder Mannesmann erlaſſen
fol=
gende Erklärung: Das Marokko=Weißbuch
Pe=
hauptet, daß der ſpaniſche Miniſterpräſident Moret nicht
mehr an ſeinem, zugunſten der Mannesmann=Konzeſſionen
erſtatteten Gutachten feſthalten ſolle, „nachdem er als
Mi=
niſterpräſident von einer Reihe ihm bis dahin
unbekann=
ter Umſtände Kenntnis erhalten hat”. Als dann die
deutſche Preſſe auf die Unmöglichkeit hinwies, deutſche
Intereſſen mit Gerüchten zu bekämpfen, konſtatierte eine
halbamtliche Mitteilung, daß es ſich nicht um ein Gerücht,
ſondern um eine tatſächliche Zurückziehung des
Moret=
ſchen Gutachtens handele. Demgegenüber ſind wir in der
Lage, feſtzuſtellen, daß ſowohl das im Weißbuch
mitge=
teilte Gerücht, als auch die halbamtliche Behauptung falſch
ſind. Soeben telegraphiert uns unſer Madrider Vertreter,
daß Miniſterpräſident Moret ihn zu der Erklärung
ermäch=
tigt habe, daß Moret kein Wort ſeines Gutachtens
zurück=
nimmt, es vielmehr in allen Punkten aufrecht erhält.
Moret weiſt die Behauptung des Weißbuches und der
halb=
amtlichen Preſſe, er habe ſeine Anſicht geändert, energiſch
zurück.
Wie der „Schwäbiſche Merkur” berichtet, hat die
Stuttgarter Handelskammer im Auftrage
ſämt=
licher württembergiſcher Handelskammern eine Eingabe an
den Bundesrat gerichtet, die im Hinblicke auf die demnächſt
bevorſtehende Entſcheidung im Bundesrate für die
An=
nahme der Schiffahrtsabgaban eintritt. Die
Kammern erklären dabei ausdrücklich, daß ſie mit der
Ein=
führung von Schiffahrtsabgaben als reinen Zweckabgaben
grundſätzlich einverſtanden ſind und daß die gegen die
Er=
hebung ſolcher Abgaben früher geäußerten Bedenken im
weſentlichen behoben ſind.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Februar 1910.
Nummer 26.
Ausland.
Im ungariſchen Miniſterrat berichtete Graf Khuen
über die Vorgänge bei der Audienz, in welcher ſich der
Monarch, wie ſchon gemeldet, für die Ablehnung des
De=
miſſionsanſuchens und für die Anordnungvon
Neu=
wahlen entſchieden habe. Der Miniſterrat beſchloß
ſo=
dann formell die Demiſſion des Kabinetts, welche Graf
Khuen in einer neuerlichen Audienz überreichen wird. Der
Monarch wird das Anſuchen ablehnen und hierüber wird
unter gleichzeitiger Ankündigung der Neuwahlen eine
of=
fizielle Mitteilung im Amtsblatt veröffentlicht. Graf Khuen
beabſichtigt, ſchon in den nächſten Tagen Verhandlungen
mit dem Grafen Andraſſy einzuleiten. Im
Magnaten=
hauſe wurde die Vertagung des Reichstages verhandelt.
Graf Hadik Barkoczy erklärte im Namen der zur
Verfaſ=
ſungspartei gehörigen Mitglieder des Hauſes, daß die
Vertagung als ungeſetzliche und die Kriſe
ver=
ſchärfende Handlung allgemeine Beſtürztheit hervorgerufen
habe. Er beantragte, daß das Magnatenhaus gegen dieſe
Verfügung Einſpruch erhebe. Im Namen der Regierung
erklärte Hieronymi, daß die Vertagung notwendig geweſen
ſei, da die Durchſetzung eines Budgetproviſoriums
unmög=
lich geweſen. Der Antrag Hadik Barkoczys wurde nahezu
einſtimmig angenommen.
— Das Reſultat der Wahlen in England läßt ſich jetzt
überſehen. Der Nettogewinn der Konſervativen beträgt
106, die Regierungsmehrheit rund 120 Mandate. Die
Ar=
beiterpartei, deren Stärke von 46 auf 40 Abgeordnete
zu=
rückgegangen iſt, erlitt noch am letzten Tage eine
auffal=
lende Niederlage in Durham, wo an Stelle des bekannten
Gewerkſchaftsführers Pete Curran ein Liberaler gewählt
wurde. Zuſammen haben beide Regierungsparteien ein
Viertel ihrer Abgeordneten eingebüßt.
— Das belgiſche Kolonienminiſterium iſt,
wie man aus Brüſſel meldet, mit der Ausarbeitung einer
Reihe von Verfügungen für die Reorganiſierung
des Kongoſtaates beſchäftigt, welche die Finanzverwaltung,
das Juſtizweſen, die Auswanderung, den Verkauf der
Güter im Katanjagebiete und andere Angelegenheiten
be=
treffen. Man glaubt, daß in einigen Monaten auf
Grund dieſer Verfügungen entſprechend den vom
Kolo=
nienminiſter in der Kammer abgegebenen Erklärungen im
Kongoſtaate ein neues Regime eingeführt ſein wird.
König Albert zeigt für alle die große belgiſche Kolonie
betreffenden Fragen lebhaftes Intereſſe. Die Abſicht der
Regierung, den Offizieren, die im Kongoſtaate ſeit dem
Beginne ſeines Beſtandes Dienſte geleiſtet haben,
Pen=
ſionen zu gewähren, hat er beifällig aufgenommen. Er
hat die Aufmerkſamkeit belgiſcher Finanzmänner auf den
Wert der neuen Eiſenbahnen im Kongo gelenkt. Ferner
heißt es, daß er die Mitglieder für eine große
wiſſenſchaft=
liche Expedition beſtimmen wird, die die Schlafkrankheit
an Ort und Stelle ſtudieren ſoll.
— Dem Vernehmen nach vertagte die Türkei infolge
ihr zugegangener Informationen über die günſtige
Dis=
poſition der Kretamächte über die Schritte, die in
Kanea und Athen ſeitens der Kretamächte erfolgten, die
Ueberreichung der angekündigten Kretanote.
— In ſeiner Erwiderung auf eine Anfrage, ob Kanada
es ablehne, mit Deutſchland wegen Beſeitigung der
Zollzuſchläge zu verhandeln, erklärte der
Premier=
miniſter, es fänden über die Angelegenheit wohl
unver=
bindliche Beſprechungen, aber keine Verhandlungen
offi=
ziellen Charakters ſtatt.
— Der Finanzminiſter legte dem perſiſchen Parlament
einen Geſetzentwurf vor, betreffend die Berufung von ſieben
franzöſiſchen Spezialiſten für die Reform des
Fi=
nanzſyſtems. Das Parlament verwies die Vorlage
an die Budgetkommiſſion.
— Der Petersb. Telegr.=Agentur wird aus Peking
ge=
meldet: Der ruſſiſche Geſandte hatte mit der
chineſiſchen Regierung eine Ausſprache über das von
ame=
rikaniſcher Seite geplante Konzeſſionsgeſuch für
eine Bahnlinie Tſintſchau-Zizikar-Aigung, die das
Be=
reich der oſtchineſiſchen Bahn kreuzt und bis zur Grenze
des ruſſiſchen Reiches am Amur führt. Angeſichts der auf
dieſe Weiſe gefährdeten Intereſſen Rußlands
hat der Geſandte, wie verlautet, darauf hingewieſen, daß
es notwendig ſei, bei der Erteilung von Konzeſſionen mit
der Meinung und den Ratſchlägen Rußlands zu rechnen.
Der japaniſche Geſandte erklärte der chineſiſchen Regierung,
Japan ſei an dieſer Frage gleichfalls intereſſiert und wolle
deshalb an der Unternehmung Anteil haben.
* Abdankung Falliéres? Das Brüſſeler Blatt
„Petit bleu” läßt ſich von ſeinem Pariſer Korreſpondenten
folgende Senſationsmeldung drahten: Präſident
Fallieres ſieht ſich gezwungen, aus dringenden
Ge=
ſundheitsrückſichten demnächſt ſeine Demiſſion zu
ge=
ben. Präſident Falliéres leidet ſeit einiger Zeit an
Blut=
andrang und mußte täglich längere Spaziergänge
unter=
nehmen. Seit dem Ueberfall durch den Kellner Mathes
und auf Erſuchen des Polizeipräſidenten hin, der ähnliche
Angriffe ſeitens der Royaliſten befürchtet, habe Fallieres
ſeine Promenaden einſtellen müſſen. Dies habe dann eine
Verſchlimmerung ſeines Befindens zur Folge gehabt. Im
Dezember vorigen Jahres habe er in kurzen
Zwiſchenrau=
men zwei Anfälle von Blutandrang erlitten. Dieſe
wie=
derholten Anfälle hätten auf den Präſidenten einen tiefen
Eindruck gemacht und er ſoll ſich infolgedeſſen entſchloſſen
haben, ſofort ſeine Demiſſion einzureichen. Nur den
Vor=
ſtellungen des Kabinettschefs und der übrigen Miniſter ſei
es zu danken, daß Falliéres ſich bereit erklärt habe, erſt
im Laufe des Sommers nach Erledigung der
Kammerwah=
len abzudanken. Der Korreſpondent fügt hinzu, daß
be=
reits die Namen der ausſichtsreichſten Kandidaten für einen
Nachfolger genannt werden. Danach kämen an erſter
Stelle in Frage Senatspräſident Duboſt, ferner Combes,
Clémenceau und Briſſon. —
Dieſe Nachricht des
genann=
ten Blattes iſt natürlich mit großer Reſerve aufzunehmen.
* Der Verwaltungsrat der Koburger
Stif=
tung König Leopolds hat in Brüſſel unter dem
Vorſitz des Direktors im Miniſterium des Aeußern
Cappelle eine Sitzung abgehalten, bei der auch die
deut=
ſchen Mitglieder, der Notar Forkel und der Hofbankier
Schaidt, vertreten waren. Es wurde über die
Verhand=
lung keine Mitteilung an die Preſſe gemacht, doch
glaubt man zu wiſſen, daß der Verwaltungsrat
ent=
ſchloſſen iſt, die Rechte der Stiftung zu vertreten und
die Erbinnen des Königs auf den Gerichtsweg
hinzu=
weiſen, wenn ſie Anſprüche erheben wollen. Ferner
meldet das „XXe Siécle” zu dieſer Angelegenheit, daß
auf Antrag des Koburger Miniſteriums, deſſen
Wort=
führer die beiden deutſchen Vertreter waren, beſchloſſen
worden iſt, ein genaues Verzeichnis des beweglichen
und unbeweglichen Beſitzes der Stiftung aufzunehmen.
Es geht daraus hervor, daß von deutſcher Seite der
Stiftung keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt
werden.
Himmelserſcheinungen im Februar.
A. K. Die ſüdliche Deklination der Sonne nimmt
im Februar, trotz der Kürze dieſes Monats, ſchon be=
*2, am
17% 16% 40.
trächtlich ab; ſie beträgt am 1.
(*7,
28. aber nur noch — 7% 49½ 28
ihre Verminderung
beläuft ſich alſo auf 9‟ 27½ 11.‟
Dementſprechend
wächſt die Mittagshöhe der Sonne für das
mitt=
lere Deutſchland von 20½ auf 29½ Grade, und die
Tagesdauer verlängert ſich in Nord= und
Mittel=
deutſchland von etwa 9 auf 10½, in Süddeutſchland, der
Schweiz und Oeſterreich von 9½ auf 11 Stunden.
Der Mond ändert im Februar ſeine Phaſen in
folgender Weiſe: Letztes Viertel am 2., um 12 Uhr 27
Minuten nachmittags, Neumond am 10., um 2 Uhr 13
Minuten vormittags, Erſtes Viertel am 16., um 7 Uhr
33 Min. nachm., und Vollmond am 24., um 4 Uhr 36
Min. vorm. Er befindet ſich am 1. Februar, um 5 Uhr
vorm., in Erdferne bei einem Abſtande von 63.41, am
12. Februar, um 11 Uhr nachm., in Erdnähe bei einem
Abſtande von 57.34 und am 28. Februar, um 11 Uhr
nachm., wieder in Erdferne bei einem Abſtande von
63.51 Erdhalbmeſſern à 6378 Kilometer.
Planetenbeobachtungen ſind im Februar noch recht
erfolgreich; in erſter Linie bieten die beiden größten
Planeten Jupiter und Saturn Intereſſe, doch
verſchwin=
det der Saturn am Weſthimmel, kurz nachdem Jupiter
am Oſthimmel aufgetaucht iſt. Merkur, der am 20.
Februar, um 6 Uhr vorm., in größte weſtliche
Elonga=
tion, 26‟ 32‟ gelangt, aber eine ſehr ſüdliche
Dekli=
nation, am 21. Februar — 19% beſitzt, bleibt für das
freie Auge unſichtbar. — Venus, die am 1. Februar,
um 1 Uhr nachmittags, in untere Sonnenkonjunktion
gelangt, dann alſo zwiſchen Sonne und Erde hindurch
geht, iſt bis einige Tage vorher noch Abendſtera,
er=
ſcheint aber einige Tage nachher bereits wieder als
Morgenſtern. Schon ein ſchwächeres Fernrohr zeigt
in dieſen Zeiten deutlich die ſchmale Sichelgeſtalt des
Planeten, deſſen ſcheinbarer Durchmeſſer (der größte
aller Planeten) bei der Konjunktion ſelbſt 61."6, kurz
vorher und nachher, wenn er noch oder ſchon wieder
ſichtbar iſt, gerade eine Bogenminute beträgt. Die
Sichel iſt natürlich beim Abendſtern nach rechts unten.
beim Morgenſtern nach links unten (der Sonne zu
gekehrt. — Mars durchwandert das Sternbild des
„Widders” und bleibt bis nach Mitternacht über dem
Horizont. Da er ſich ſtetig weiter von der Erde
ent=
fernt, nimmt ſein ſcheinbarer Durchmeſſer von 7.‟3 auf
5.‟9 ab. Am 15. Februar, um 7 Uhr abends, nähert
lich der zunehmende Mond dem Mars ſüdlich bis auf
ſieben Vollmondbreiten. — Jupiter geht im
Stern=
bilde der „Jungfrau” anfänglich gegen 10½, zuletzt
ſchon gegen 9 Uhr abends im Oſten auf, erreicht Mitte
des Monats etwa um 3 Uhr früh ſeinen höchſten Stand
im Süden und bleibt die ganze Nacht hindurch
ſicht=
bar. Seine Entfernung von der Erde nimmt ab, daher
vergrößert ſich ſein ſcheinbarer Durchmeſſer von 40.‟5
auf 43.‟6. Zur Beobachtung der Mondkonſtellationen
und Mondfinſterniſſe, ſowie der vulkaniſchen
Ober=
flächengebilde dieſes Planeten iſt alio jetzt die beſte
Zeit gekommen. In der Frühe des 27. Februar
ge=
währen der Mond und Jupiter, die um 6 Uhr in
Kon=
junktion gelangen, einen lohnenden Anblick. —
Sa=
turn, im Sternbilde der „Fiſche”, geht täglich früher,
Ende Februar ſchon vor 10 Uhr abends im Weſten
unter. Sein Erdabſtand vergrößert ſich; der ſcheinbare
Durchmeſſer ſeiner Kugel beträgt Mitte des Monats
16.‟5, während ſeine Ringellipſe 38."0 lang und 7.‟9
breit erſcheint. Am 14. Februar, um 2 Uhr morgens,
befindet ſich der Mond in ſehr naher Konjunktion
nörd=
lich von Saturn, er ſteht daher ſchon abends vor
Unter=
gang recht nahe nordweſtlich. — Uranus, im
„Schützen”, tritt erſt nach Mitte Februar aus den
Strahlen der Morgendämmerung hervor, iſt aber
wegen ſeines tiefen (ſüdlichen) Standes nur in
ſtärke=
ren Fernrohren zu beobachten. — Neptun, in den
„Zwillingen” bewegt ſich jetzt etwa ehenſo viel
nörd=
lich vom Aequator wie Uranus ſüdlich, nämlich faſt
21¾ Grad; er iſt aus dieſem Grunde für größere
In=
ſtrumente ſehr vorteilhaft zu beobachten.
Kometen weilen gegenwärtig drei am
nörd=
lichen Himmel: der am 12. September 1909 von Wolf
in Heidelberg entdeckte Komet Halley, 1909e, der
am 6. Dezember 1909 von Daniel in Princeton
ent=
deckte und nach ihm benannte Komet 1909e und der am
17. Januar von Worſſel und Innes in Johannesburg
entdeckte Komet 1910a. Der erſte zieht als noch recht
lichtſchwaches Nebelgebilde (10.—11. Größe) im
Stern=
bilde der „Fiſche” von Oſten nach Weſten weiter, der
zweite, der nach Ebells Berechnung ſchon am 25.
No=
vember 1909 ſeine Sonnennähe durchlaufen hat und
ebenfalls einem ſehr lichtſchwachen Nebel (10.—11.
Größe) gleicht, bewegt ſich in das Sternbild des
Luch=
ſes” weiter. Der dritte, neueſte Komet, endlich ſetzt
nach außerordentlich ſchnellem Laufe während ſeiner
Sonnennähe ſeine Bahn in nordöſtlicher Richtung fort.
An klaren Februar=Abenden iſt im Weſten nach
dem Verſchwinden der erſten (bürgerlichen)
Dämmer=
ung das Zodiakallicht zu beobachten, doch kann
es nur im Freien, wo künſtliches Licht nicht ſtört,
deutlich wahrgenommen werden. Es erſcheint als
ſchwacher Lichtſchimmer in Form einer ſchmalen
Pyra=
midenform.
Am Finſternhimmel verweilen vorläufig des
Abends noch die im weſentlichen der ſüdlichen
Halb=
kugel angehörenden Winterſternbilder, im Süden der
„Orion”, links daneben der „Große Hund” mit dem
Sirius und der „Kleine Hund” mit dem Prokyon,
dar=
über, im Tierkreiſe, die „Zwillinge” mit den beiden
Hauptſternen Caſtor und Pollux. Ueber dem „Orion‟
ſetzen der „Stier” mit Aldebaran und den Plejaden,
ſowie der „Widder” den Tierkreis nach Weſten zu fort,
während der „Löwe” und die „Jungfrau” ſeinen
öſt=
lichen Verlauf kennzeichnen. Nahe dem Zenith, nach
Weſten zu, erblickt man den „Fuhrmann” mit Capella,
daneben den „Perſus” in der ſich vom Süden zum
Nor=
den ſchwingenden Milchſtraße. Hoch im Nordweſten,
ebenfalls in der Milchſtraße, funkeln die Sterne der
„Caſſiopeja”, darunter, nach Weſten zu, die der „
Andro=
meda” und tief im Nordweſten ſteht der „Pegaſus=
Urſprünglich hieß dieſes Sternbild bei den griechiſchen
Aſtronomen einfach Hippos, „Pferd” ebenſo nannten
es die Römer nur Eauus, „Pferd” und die
ſternkundi=
gen Araber El-feres el-aldam, „das größere Pferd”
(zum Unterſchied von „Füllen”). Der Name Pegaſus
entſtand nach Ideler erſt durch ſpätere mythiſche
Deut=
ung, denn bei Aratus ſindet er ſich noch nicht; dieſer
bemerkt bloß, es ſei das Pferd, deſſen Hufſchlag auf
dem Helikon die Hippokrene hervorgebracht habe.
Era=
toſthenes ſagt dagegen, einige meinen, das Pferd ſei
der Pegaſus, der nach Bellerophons Sturz zu den
Ster=
nen aufflog; dies könne aber nicht ſein, da es keine
Flügel habe. Der Pegaſus muß daher erſt ſpäter ſeine
Flügel bekommen haben, Ptolemäus legt ſie ihm
be=
reits bei. Nach den Mythographien war das
Muſen=
pferd aus dem Blute der vom Perſeus getöteten
Me=
duſa entſtanden. Man dachte ſich den Perſeus als
„Träger des Meduſenkopfes‟. Den Abſchluß der
Milch=
ſtraße gegen Norden bildet der „Schwan” den Norden
ſelbſt bezeichnet die „Leier” mit Wega. Darüber, am
nördlichen Himmelspol, gewahrt man den „Kleinen
Bären” mit dem Polarſtern und hoch im Norden den
„Großen Bären” Am Horizont darunter ſteht der
„Bootes” mit Arctur; welches Sternbild bei den
Grie=
chen neben dem Namen Bootes, „Ochſentreiber” auch
Arktophylax, „Bärenhüter” (Hüter des Großen Bären,
Arktos) hieß. Der hellſte Stern des Bildes hieß
ſyno=
nym Arkturos, denn uros bedeutete dasſelbe wie
Phylax, einen Wächter. Später wurbe der Name
Arktophylax vom Bilde, Arkturus dagegen von dem
hellſten Sterne gebraucht.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 1. Februar.
* Vom Hofe. Der Fürſt zu Hohenlohe=Bartenſtein
und Jagſtberg nahm am Sonntag an der Frühſtückstafel
im Neuen Palais teil. (Darmſt. Ztg.)
— Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Wilhelm Krug aus Dieburg eine Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Viernheim, Kreis Heppenheim; dem
Schulamtsaſpiranten Joh. Aloys Zeisler aus Kaſtel
eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Tröſel, Kreis
Heppenheim.
— Der Provinzial=Ansſchuß der Provinz
Starken=
burg hält eine Sitzung am Samstag, den 5. Februar,
vormittags 9½ Uhr, mit folgender Tagesordnung
ab: 1. Geſuch des Georg Rögner in Weinheim um Era
laubnis zum Betriebe einer Wirtſchaft am Bahnhof
in Mörlenbach. 2. Klage des Ortsarmenverbands
Er=
lenbach gegen den Ortsarmenverband Reichelsheim
wegen Erſtattung von Pflegekoſten. In nicht
öffent=
licher Sitzung gelangt die Klage des
Landarmen=
verbands Darmſtadt auf Ueberweiſung der
Invaliden=
rente des Jakob Gerbig von Darmſtadt, zurzeit in der
Landesirrenanſtalt Philippshoſpital, zur Verhandlung,
* Die Verkehrseinnahmen aus dem Perſonen= und
Güterverkehr betragen nach vorläufiger Feſtſtellung 1;
für die Eiſenbahndirektionsbezirke Frankfurt a. Ma
und Mainz: a) im Monat Dezember 1909 8952000
Mark oder gegen das Vorjahr mehr 910000 Mark
— 11,3 Prozent; b) in der Zeit vom Beginn des Rechs
nungsjahres 397674000 Mark oder gegen das Vorjahr
mehr 7 121000 Mart — 7,9 Prozent; 2. für die Preus
ßiſch=Heſſiſche Eiſenbahngemeinſchaft: a) im Monat
De=
zember 1909 149642000 Mark oder gegen das Vorjahr
mehr 14773000 Mark — 10,95 Prozent; b) in der Zeit
vom Beginn des Rechnungsjahres 1 448756000 Mauk
oder gegen das Vorjahr mehr 77030000 Mark — 5,62
Prozent.
— Der Landesausſchuß der freiſinnigen Parter
tagte am Sonntag hier unter dem Vorſitz des Juſtizrats
Gallus=Darmſtadt. Nachdem der Parteiſekretär
Kuhlmann den Geſchäftsbericht erſtattet hatte, referierte
Stadtverordneter Henrich=Darmſtadt über „Dic
Finanzlage Heſſens”. Nach einer ausgedehnten
Debatte wurde folgende Reſolution angenommen=
„Der Landesausſchuß der freiſinnigen Partei erwartet
von Regierung und Landſtänden eine gründliche Ord=,
nung der Staatsfinanzen mit ausreichender
Schulden=
tilgung und zugleich eine durchgreifende Reorganiſation.
des Verwaltungsapparats, die unter Verzicht auf
ent=
behrliche Einrichtungen eine den finanziellen Kräften
des Landes entſprechende leiſtungsfähige,
berufsfreu=
dige Beamten= und Lehrerſchaft ſichert. Soweit der
Mehrbedarf nicht aus Erſparungen gedeckt werden kann,
iſt unter möglichſter Schonung der aufs empfindlichſte
bedrohten Steuerkraft des Landes einer Erweiterung
der Progreſſion der Einkommenſteuer und
Einführung=
einer ſolchen für die Vermögensſteuer näherzutreten,
Ferner iſt eine Reviſion des Eiſenbahnvertrages mit
Preußen in der Richtung anzuſtreben, daß der Anteil
Heſſens am Betriebsüberſchuß in gerechter Weiſe den
wirtſchaftlichen und finanziellen Leiſtungen des Landes
für die Eiſenbahngemeinſchaft entſpricht. Der
Landes=
ausſchuß erklärt ſich gegen die vom Abg. Noack
bean=
tragte Einführung zweijähriger Budgetperioden.”
Ueber die heſſiſche Wahlrechtsporlage
refe=
rierte Landtagsabg. Reh=Alsfeld. Es wurde einſtimmig
folgende Reſolution angenommen: „Der
Landes=
ausſchuß dankt der freiſinnigen Landtagsfraktion für
ihre entſchiedene Haltung bei der Abſtimmung über die
Wahlrechtsvorlage. Der Landesausſchuß proteſtiert mit
aller Entſchiedenheit gegen die Einführung des
Plural=
wahlrechtes für Wähler über 50 Jahre. Er betrachtet
die Verleihung des Mehrſtimmenrechts an einen Teil
der Wähler als eine Herabwürdigung der übrigen
Wähler zu Bürgern zweiter Klaſſe und erwartet, daß
die Staatsregierung ihre Zuſtimmung verſagen wird.
Bezüglich der Frage der Einigung der
Links=
liberalen gelangte folgende Reſolution zur
Annahme: Der Landesausſchuß begrüßt auf das
leb=
hafteſte die in naher Ausſicht ſtehende Verſchmelzung
der drei linksliberalen Parteien zu einer einzigen
frei=
heitlichen Volkspartei; er ermächtigt den
geſchäfts=
führenden Vorſtand, nach vollzogener Fuſion den
An=
ſchluß der heſſiſchen Landespartei an die Geſamtpartei
zu bewirken.
— Abgeſtiegen ſind im Hotel „Zur Traube”: Ihre
Hoheiten Prinz und Prinzeſſin Wilhelm von Sachſen=
Weimar, J. H. Prinzeſſin Sophie von Sachſen=Weimar,
Se. Durchl, Fürſt zu Hohenlohe=Bartenſtein, Fürſtin
Bertha zu Yſenburg=Büdingen nebſt Prinzeſſinnen=
Töchter, Prinz und Prinzeſſin Viktor zu Iſenburg=
Birſtein, Frau Landrat Freifrau von Laur von Hanau.
— Der Marine=Verein Darmſtadt beging die Feier
des Geburtstages des Kaiſers verbunden mit
Nummer 26.
Seite 3.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Februar 1910.
10jährigem Stiftungsfeſt am 30. Januar im Saale des
„Perkeo‟. Die nach Form und Inhalt hervorragende
Feſtrede hielt Herr Gymnaſialprofeſſor Dr. Baur,
woran ſich das Kaiſerhoch anſchloß. Die Darbietungen
des Abends, in Konzert, Geſangsvorträgen, lebenden
Bildern aus dem Marineleben und einem flott
geſpiel=
ten Einakter „Die Seemannsbraut” beſtehend, feſſelten
das außerordentlich zahlreich erſchienene Publikum bis
zum Schluß der würdig gehaltenen Feier. Nach
Be=
endigung der offiziellen Feier hielt ein Tanzvergnügen
die Feſtteilnehmer noch mehrere Stunden zuſammen.
— Hofopernſänger i. P. Hermann Reichhardt feiert
am 4. Februar ſeinen 80. Geburtstag. Wie aus
fer=
nen Tagen klingt ſein Name in unſere Zeit. Und immer
tleiner wird die Zahl derer, die ſich der Wirkſamkeit des
Sängers noch erinnern können. Heute jedoch, wo ihm die
Vorſehung die 80 ins Buch des Lebens eingezeichnet hat
werden wohl einige Angaben aus dem Werdegang des
Sängers weitere Kreiſe intereſſieren. Reichhardt, geboren
am 4. Februar 1830 zu Lindow in der Mark, gehörte noch
zu jenen Künſtlern, die das Leben und die Erfahrung in
die Lehre nahm. Er hat die Welt kennen gelernt. Doch
laſſen wir ihn ſelbſt erzählen: „Mutter Natur hatte mich
mit einer umfangreichen Stimme beſchenkt. Mein erſter
Geſangslehrer war Peter Cornelius, der Komponiſt des
„Barhier von Bagdad”. Ich wirkte zu jener Zeit an der
Königlichen Oper in Berlin als Chorſänger. Da ich
wei=
terſtrebte, nahm ich am Königsberger Theater unter
Direk=
tor Woltersdorf ein Engagement an. Dort erhielt ich beim
ehemaligen Bariton Ferd. Richter, auf Koſten des
Direk=
tors, weiteren Geſangsunterricht. Drei Jahre ſpäter fand
ich Stellung als Soloſänger in Chemnitz, dann in
Bres=
lau, Aachen 3mal, Rudolſtadt, Meiningen, Bayreuth (Altes
Theater), Holland uſw., bis ich in Darmſtadt engagiert
wurde. Viele Jahre ſang ich hier die Prinzen und „
Al=
fönſer” in franzöſiſchen und italieniſchen Opern, jene wenig
dankbaren, aber um ſo ſchwierigeren Partien, und vertrat
das Tenorbuffo=Fach. Auch im Schauſpiel wurde ich
viel=
fach beſchäftigt. 37 Jahre war es mir vergönnt, am
hie=
ſigen Hoftheater zu wirken.” So weit Reichhardt. „Ihr
Matten, lebt wohl, ihr ſonnigen Weiden, der Senne muß
ſcheiden, der Sommer iſt hin.” Mit dieſen Worten nahm
Hermann Reichhardt als „Hirt” in Schillers „Wilhelm
Tell” am 4. Mai 1896 Abſchied von der Stätte
langjähri=
gen und verdienſtlichen Wirkens. Wir aber begrüßen und
beglückwünſchen den Jubilar, der ſich trotz ſeines Alters
eine bewundernswerte geiſtige und körperliche Friſche
be=
wahrt hat, zu ſeinem 80. Geburtstag aufs herzlichſte, und
wir zweifeln nicht, daß mit uns noch mancher ältere
Thea=
terbeſucher die Gelegenheit ergreifen wird, dem würdigen
Kunſtveteranen ein Zeichen freundlichen Gedenkens zu
geben.
— Kulturgeſchichte des Mittelalters. Im 4.
Vor=
trag der vrn Verein für Verbreitung von
Volksbild=
ung veranſtalteten Vortragsreihe wird Herr Prof.
Dr. A. E. Berger am Dienstag, den 1. Februar,
ſprechen über: Das Innenleben der Zeit unter der
Einwirkung des Chriſtentums, kirchliches Gepräge der
geiſtigen Ausbildung. Die kluniazenſiſche
Reform=
bewegung und ihre weltgeſchichtliche Bedeutung. Ihre
Fortſchritte unter Heinrich II., Konrad II. und
Hein=
rich III. Vorſpiele des Kampfes zwiſchen Papſttum
und Kaiſertum. Dem fünften Vortrag am
Donners=
tag, den 3. Februar, wird folgender Gedankengang
zu=
grunde liegen: Der Kampf um die Weltherrſchaft,
Gregor VII. und Heinrich IV. Der erſte Kreuzzug und
Heinrichs IV. tragiſcher Ausgang.
Der Familien=Abend des Frauen=Vereins der
Oſtpfarrei am Sonntag nahm einen äußerſt anregenden
Verlauf. Der Doppelſaal des Gemeindehauſes war
dicht beſetzt. Der leitende Gedanke des Abends war
das Volkslied, das in Wort und Ton zu
anſchau=
licher Darſtellung kam. Fräulein Konzertſängerin E.
Bekker und Herr Franz Harres ſangen mit
tie=
fer Empfindung eine Reihe der ſchönſten Volkslieder
aus alter und neuer Zeit und veranlaßten durch ihre
vollendete Sangeskunſt die ergriffenen Zuhörer zu
dankbarſtem Beifall. Fräulein Baſt erfreute die
Ver=
ſammlung mit Klaviervorträgen und bewies dabei
hervorragende Technik und künſtleriſche Auffaſſung.
Durch ſtimmungsvolle. Zither=Vorträge erwarb ſich
Herr Koebke aufrichtigen Dank. Den verbindenden
Vortrag über Weſen, Werden und Wert des
Volks=
liedes hielt Herr Pfarrer Vogel und gab eine ſehr
gründliche und warme Darſtellung des reichen Stoffes.
Eingeleitet wurde der Abend mir Uhlands „Märchen”,
einer Verherrlichung der deutſchen Poeſie, das Herr
Fr. Harres mit künſtleriſcher Meiſterſchaft vortrug.
Der ſchöne Gemeindeſaal war hübſch dekoriert und an
den geſchmackvoll gedeckten Tiſchen entwickelte ſich
wäh=
rend einer Teepauſe ein fröhliches Leben. Mit reichen
Eindrücken ſchieden alle von der dankenswerten
Ver=
anſtaltung, die von Gemeindegliedern aller Stände
beſucht war.
L. Die Ortsgruppe Darmſtadt des
Deutſchnatio=
nalen Haudlungsgehilfenverbandes beging am
Sonn=
tag abend im Saale des Schützenhofes eine närriſche
Damen= und Herren=Sitzung. Pünktlich um 5,11 Uhr
hielt der Elfer=Rat unter den Klängen des
Narrhalla=
marſches und von den Anweſenden lebhaft begrüßt
ſeinen Einzug. Bald darauf ergriff der närriſche
Prä=
ſident, Herr Gg. Jacobi, das Wort. Seine
Begrüß=
ungsrede, in launigen Verſen verfaßt, erzeugte
präch=
tige Stimmung, die auch bis zum Schluß währte. Als
Protokoller fungierte Herr Dohmen. Alle
weſenr=
lichen Ereigniſſe des vergangenen Jahres hatte er in
ſeinem Protokoll erwähnt und fand damit allſeitige
Anerkennung. Reichen Beifall ernteten die Damen
Frau F. Altſchüler und Fräulein F.
Krauſe=
mann mit ihrem Duett, betitelt „Die böſe Sieben”.
Herr Hermes trug in der Maske einer Dame einige
Couplets recht hübſch vor. Als Redner ſtiegen in die
Bütt die Herren: Wedel Schuſterbub), Lucht (
Ober=
kellner), Adam (Milchmann), Fritz Jacobi (
Gelegen=
heitsarbeiter), Janſen (Groß=Agrarier), Holl (
Milch=
frau), Gg. Jacobi (vortragender Rat im Miniſterium)
und Dohmen als Zeitungs=Redakteur. Als
Lieder=
dichter ſeien genannt die Herren: Lenner, Gebhard,
Bernhard, Epfing, Dörſam, Wedel und Lucht. Es
er=
hielten ferner Auszeichnungen Herr Eckhardt und Frau
Dohmen. Kurz nach 10 Uhr erreichte die Sitzung ihr
Ende. Ein flotter Tanz hielt die Anweſenden bis zur
frühen Morgenſtunde beiſammen.
C. Der katholiſche Frauenbund und der
Volks=
verein für das katholiſche Deutſchland
veranſtalteten am Sonntag in den dichtgefüllten
Räumen des Konkordiaſaales einen
Volksbildungs=
abend, der ausſchließlich Darbietungen aus „
Dreizehn=
linden” dem gefeierten Epos Fr. Wilh. Webers, brachte.
Herr Dr. Kocks „ſprach zunächſt ſeine Genugtuung
darüber aus, daß der ſchon lange geplante Abend
nun=
mehr zuſtande gekommen ſei, der eine hohe ſoziale
Be=
deutung habe, bezeichnete „chriſtlich und deutſch” als des
Dichters Loſungswort und brachte ein Hoch auf den
Kaiſer aus. Der muſikaliſche Teil des Abends war
zu=
ſammengeſetzt aus den verſchiedenen, dem
Dreizehn=
linden=Feſtſpiele von Karl Pauß entnommenen Chören,
die der katholiſche Kirchengeſangverein St. Ludwig
unter Leitung des Herrn Muſikdirektors Klaſſert
in muſtergültiger Weiſe vortrug, während Fräulein
Maria Schön=Heidelberg ſich der Aufgabe der Soli
in trefflicher Weiſe entledigte. Eine willkommene
Ab=
wechſelung boten meiſterhafte Deklamationen
verſchie=
dener Partien aus dem Epos ſeitens der Großh.
Hof=
ſchauſpielerin Fräulein Ethel. Den Mittelpunkt der
Veranſtaltung bildete ein Lichtbildervortrag des Herrn
Rechtsanwalts Geißner, der das Lebensbild des
Dich=
ters in markigen Strichen zeichnete und die Handlung
ſeiner berühmteſten Schöpfung, „Dreizehnlinden”
er=
läuterte. Erwähnt ſei ſchließlich noch die treffliche
Be=
gleitung auf dem Flügel ſeitens des Fräulein Maria
Schwan und des Herrn Muſikdirektors Klaſſert.
— Aufhebung der Untererhebſtellen. Die am
30. Januar faſt vollzählig in Darmſtadt verſammelten
Gemeindeeinnehmer des Kreiſes
Darm=
ſtadt haben in ihrer Eigenſchaft als Untererheber
ſtaat=
licher Gefälle beſchloſſen, dem Landesrechnerverbande
folgende Reſolution zur gefälligen Annahme
vor=
zuſchlagen: „An Großh. Regierung ſowie die beiden
hohen Kammern der Landſtände geſtattet ſich der
Lan=
desrechnerverband für das Großherzogtum Heſſen die
dringende Bitte zu richten, der in Vorſchlag gebrachten
Aufhebung der Untererhebſtellen ihre Zuſtimmung
gütigſt verſagen zu wollen. Obwohl die Verwirklichung
des zur Rede ſtehenden Vorſchlages meiſt eine ſehr
er=
hebliche Schädigung der Untererheber zur Folge haben
würde, fühlt ſich genannter Verband weniger aus dieſem
Grunde zu ſeiner Bitte veranlaßt, ſondern vielmehr
deshalb, weil die Untererheber wohl mit am beſten
Gelegenheit hatten, die Ueberzeugung zu gewinnen,
daß das Publikum mit der nun ſeit zehn Jahren
be=
ſtehenden Einrichtung der Untererhebſtellen ſich derart
befreundet hat, daß eine Aufhebung derſelben,
nament=
lich wegen der die Landbevölkerung treffenden Nachteile
ganz beſönders bei dieſer zu einer großen Erbitterung
führen würde. — Der Annahme, durch die Aufhebung
Erſparniſſe erzielen zu können, dürfte der Umſtand
ent=
gegenſtehen, daß infolge der unbequemen Erreichung
der Zahlſtellen und des Wegfalls des perſönlichen
Ein=
fluſſes des Untererhebers auf den Schuldner der Staat
eine weſentliche Einbuße an Steuern, Strafen,
Ge=
richtsgebühren uſw. erleiden wird. Auch müſſen die neu
zu errichtenden Bezirkskaſſen über ein Betriebskapital
ebenſo verfügen können, wie die Untererhebſtellen und
iſt mit einer Zinserſparnis nicht zu rechnen.
— Die kirchenmuſikaliſche Abendfeier, die Mittwoch,
den 2. Februar, abends 8 Uhr, in der Stadtkirche
ſtattfin=
det, wird, wie die früheren, Orgelſtücke und Sologeſänge
bieten. Das unter einheitlichem Geſichtspunkte ausgewählte
Programm verſpricht eine erhebende und weihevolle
Feier=
ſtunde.
* Rollſchuhlaufen. Wir verweiſen hiermit auf die
heutige Bekanntmachung des Großh. Polizeiamts, betr.
das Rollſchuhlaufen in den Straßen.
* Der Rezitationsabend von Fredi Wiener, eine
Veranſtaltung der Paulusgemeinde zum Beſten der
Kirchenausſchmückung, hatte am Sonntag im
Gemeinde=
ſaal einen zahlreichen Hörerkreis verſammelt und
ver=
lief in jeder Hinſicht befriedigend. Herr Wiener brachte
in geſchmackvoller Auswahl Dichtungen älterer und
neuerer Zeit (Schiller, Eichendorff, Geibel, v.
Putt=
kamer, E. v. Wolzogen), als Schlußdarbietung „Das=
Eleuſiſche Feſt” mit melodramatiſcher Klavierbegleitung
(Schilling) durch Herrn Reallehrer Keil und erzielte
reichen Beifall. Dem vorwiegend ernſten Gehalt der
Dichtungen wußte er wirkungsvollen Ausdruck zu
ver=
leihen.
— Odenwaldklub (Ortsgruppe Darmſtadt). Auf den
im ſtädtiſchen Saalban (Gartenſaal) ſtattfindenden
Lichtbildervortrag ſei nochmals aufmerkſam gemacht.
Herr Prof. Lauteſchläger wird über eine „Wanderung
vom Dachſtein über den Groß=Glockner nach den
Dolp=
miten” ſprechen.
Deutſche Kolonialgeſellſchaft. Man ſchreibt uns:
Die Abteilung Darmſtadt hat Herrn Major a. D.
W. Langheld aus Berlin zu einem Vortrag (mit
Licht=
bildern) auf nächſten Freitag, den 4. Februar, im Saale
der „Traube” gewonnen. Der Redner wird über „Land
und Leute am Viktoria=See früher und jetzt” ſprechen, ein
Thema, das aktuell geworden iſt, nachdem jene Gebiete an
dem gewaltigen Binnenmeer Oſtafrikas mehr und
mehr=
in den Vordergrund des öffentlichen Intereſſes treten.
Waren ſie ſchon intereſſant als Quellgebiet des Nil, durch
ihre Vulkane und Menſchenraſſen, ſo gewinnen ſie bei
ihrem Handel und ihrer großen Entwicklungsfähigkeit
er=
höhte Bedeutung als Endziel unſerer oſtafrikaniſchen
Eiſen=
bahnen gegenüber der Konkurrenz von Britiſch=Oſtafrika.
In den letzten Jahren wurden ſie bekannter durch die große
Forſchungsexpedition von Herzog Adolf Friedrich zu
Mecklenburg. Major Langheld iſt einer unſerer erſten
Afrikaner; ſchon 1889 Offizier unter Wißmann, machte er
deſſen Kämpfe mit, begleitete Emin Paſcha zum Viktoria=
See, begründete daſelbſt die deutſche Herrſchaft, leitete die
deutſchen Antiſklavereiunternehmungen und verwaltete
dor=
tige Stationen bis 1900. Nach elfjähriger Tätigkeit in
Oſt=
afrika wurde er zur Schutztruppe nach Kamerun berufen,
wo er noch fünf Jahre als Reſident wirkte bis 1905. Er
dürfte daher wohl der berufenſte Redner über jenes Thema
ſein, der es zudem in gewandtem Vortrag zu behandeln
weiß. Die Ortsgruppen Darmſtadt des Deutſchen
Flot=
tenvereins und des Deutſchen
Luftflottenver=
eins haben ſich der Veranſtaltung angeſchloſſen, ihre
Mit=
glieder haben freien Eintritt. Im übrigen ſiehe die
An=
zeige in dieſem Blatt.
— Beſuch. Man ſchreibt uns: Die Firma Konrad
Appel hatte am Freitag den Beſuch der ſeit November
hier weilenden amerikaniſchen Forſtſtudierenden der
Biltmore Foreſt School, welche unter Leitung des Herrn
Oberförſter Dr. Alwin Schenck ihren forſtlichen
Stu=
dien obliegen. Die Herren haben die ausgedehnten
Klenganſtalten, Reinigungsanlagen und Keim= und
Unterſuchungslaboratorium der genannten Firma
be=
ſichtigt. Die Herren wurden von dem Inhaber, Herrn
Kommerzienrat Heyn, und den Vertreiern des Geſchäfts
geführt und inſtruiert und haben mit großem Intereſſe
von dem Klengbetrieb und den übrigen Einrichtungen
der Firma Kenntnis genommen. Schließlich waren die
Studenten noch bis zu ſpäter Abendſtunde in dem
gaſt=
lichen Hauſe des Beſitzers. Jedenkalls haben die
Her=
ren einen guten Eindruck von der wohleingerichteten
Firma Konrad Appel und der Gaſtlichkeir des Lerrn
Kommerzienrat Heyn mit iich genommen.
— Orphenm. Die heutige Premiere des neuen
Programms bringt außer einer Serie auserleſener
artiſtiſcher Kunſtkräfte das 1. Debut der Harems=
Damen. Geſtern mittag kurz vor 12 Uhr kamen
die Sultans=Frauen auf dem Bahnhof an und nahmen,
Großherzogliches Hoftheater.
Sonntag, den 30. Januar.
„Fauſt”.
W-l. „Trügeſt du nicht das Ebenbild des großen
Genius, das ich auch in dem hingeſudeltſten Konterfei
verehre‟ — dieſe Worte, die Götz von Berlichingen
dem ehrwüdigen Ratsherrn von Heilbronn an den
Kopf wirft, könnte man mutatis mutandis als Motto
dem Textbuche von Gounods Oper voranſetzen. Man
ſollte ſie auch nicht „Fauſt” ſondern „Fauſt und
Marga=
rethe” betiteln, oder, wie der urſprüngliche Titel
lautet, „Margarethe‟. Dieſe Bemerkungen beziehen
ſich, wie geſagt, nur auf das Textbuch, nicht auf die
Muſik der Oper.
Die heutige Aufführung, die übrigens nicht gut
beſucht war, litt im ganzen unter einer gewiſſen
ſtimm=
lichen Depreſſion. Die Oper verlangt von den
Ver=
tretern der Hauptpartien bedeutende ſtimmliche Mittel.
Herr Stephani, der erkältet war, hatte ſich wegen
Indispoſition entſchuldigen laſſen und führte die Partie
mit Anſtrengung durch; die Vorſtellung ſelbſt erlitt
dadurch natürlich Einbuße. Herr Hacker ſang zum
erſten Male den Fauſt und ſetzte in der erſten Szene als
alter Fauſt vielverſprechend ein; dem Stimmglanz und
der dramatiſchen Verve des Vortrags, die er in dieſer
Szene entfaltete, entſprach die Fortſetzung in tonlicher
Hinſicht nicht ganz; auffallend war, daß die ſonſt gut
geſungene Gartenarie „Gegrüßt ſei mir, o heil’ge
Stätte” ohne äußeren Erfolg blieb; vielleicht würde ſie
mehr Eindruck gemacht haben, wenn die
Orcheſterbe=
gleitung etwas diskreter geweſen wäre. Frl.
Geyers=
bach ſang die Partie der Margarethe mit durchaus
anerkennenswerter techniſcher Beherrſchung und erntete
nach der ſogen. Schmuckarie ſtürmiſchen Beifall bei
offener Szene; auch ihr Organ iſt für ſolche Partien
rein lyriſchen Charakters prädeſtiniert, klang aber
heute etwas ermüdet und matt, was auf eine
Indispo=
ſition der Sängerin ſchließen ließ. Ein nettes
Siebel=
chen war Frl. Zeiller, die ihre Partie auch recht
hübſch ſang. Betreffs der Beſetzung dieſer Partie möch=
Frl.
ten wir früher Geſagtes nicht wiederholen.
Howard als Marthe ſchloß ſicß in der Auffaſſung
„dieſer alten böſen Sieben” ihren Vorgängerinnen an
und wirkte ſehr komiſch. Herr Dramſch als Valentin
war von allen heute der ſtimmkräftigſte.
Vorträge.
* Im Darmſtädter Journaliſten= und
Schriftſtellerverein hielt am Samstag das
Ver=
einsmitglied, Herr J. Friedr. Meißner, Dozent für
Zei=
tungskunde an der hieſigen Techniſchen Hochſchule einen
Vortrag über das Thema „Die Bedeutung
Die
der Zeitſchriften für die Kultur”
Preſſe, ſo begann der Redner einleitend, gehört
zweifel=
los zu den wertvollſten Gütern eines Volkes und iſt
von höchſter Bedeutung für ſeine Kultur. Der Zeitſchrift,
insbeſondere der Fachzeitſchrift, die alle Berufsfragen des
Lebens in periodiſch erſcheinenden Schriften behandelt, iſt
dabei eine beſonders große Aufgabe zugefallen, die ſie dem
Buche an die Seite treten läßt, während ſie die gleiche
Um=
ſicht und Beweglichkeit wie die Tagespreſſe erfordert und
in ihrem ſittlichen, wiſſenſchaftlichen und techniſchen Niveau
dieſer mindeſtens gleichwertig iſt. Iſt erſtere als die
Volks=
ſchule, ſo iſt die Fachpreſſe als die Fortbildungsſchule des
Volkes zu bezeichnen. Die letzten 20 Jahre haben auf
dieſem Gebiete einen ganz ungeahnten Aufſchwung
ge=
bracht. Während es im Jahre 1888 im deutſchen
Sprach=
gebiete nur 2727 Fachzeitſchriften gab, zählte man deren
1908 5757: es ſind alſo in 20 Jahren 2050 Zeitſchriften
neu gegründet worden. Gingen früher die meiſten
Grün=
dungen von den Univerſitätsſtädten aus, ſo ſteht jetzt im
Vordergrunde Berlin, das Leipzig und Stuttgart, die
einſtigen Metropolen, weit überflügelt hat. Von allen
Ländern der Erde hat Deutſchland die meiſten Zeitſchriften;
hier hat tatſächlich jeder Verein und Verband, jedes Alter
und jedes Geſchlecht, jeder Stand und jeder Beruf, jedes
Fach und jede Wiſſenſchaft ſeine beſondere Zeitſchrift.
Beſonders mit unſeren deutſchen belletriſtiſchen und
illu=
ſtrierten Zeitſchriften kann ſich kein anderes Land der Erde
meſſen. Die Fortſchritte des Buchdruckes, die Einführung
der Schnellpreſſe, die mannigfachen Erfindungen in der
Herſtellung der Kliſchees, die Verbeſſerung des
Papie=
res uſw., all das erweiſt ſich als wichtigſter Förderer der
typographiſchen Ausſtattung unſerer Zeitſchriften. Redner
zog nunmehr zunächſt die wiſſenſchaftlichen und belletriſti=
ſchen Zeitſchriften und ſodann die wirtſchaftlichen
Fach=
blätter in den Kreis ſeiner Betrachtungen. Von erſteren
gab es im Jahre 1908 in Deutſchland 2920 gegen 980 im
Jahre 1888, alſo in 20 Jahren rund 2000 Zeitſchriften
mehr, ſo daß man ſagen kann, es iſt alle drei Tage eine
neue Zeitſchrift entſtanden! Man zählt auf dem Gebiete
der Geſchichte 171 (einſchließlich Länder= und Völkerkunde),
in Kunſtwiſſenſchaft und Archäologie 47, in den
medizini=
ſchen Wiſſenſchaften 330, in der Tierheilkunde 29, in
Rechts=
wiſſenſchaft, Staatswiſſenſchaft und Volkswirtſchaftslehre
546, in der Philoſophie, Ethik und Pſychologie 42, in den
Naturwiſſenſchaften 119 (darunter in der Chemie und
Pharmazie 50, in der Mathematik 23), in den techniſchen
Fächern 216, in der Sprachwiſſenſchaft 57, im Unterrichts=
und Erziehungsweſen 287 (darunter 194
Jugendzeitſchrif=
ten), auf dem Gebiete der proteſtantiſchen Theologie 445,
der katholiſchen 181, der israelitiſchen 27 und 44
Zeit=
ſchriften anderer Bekenntniſſe und Sekten; die erbauliche
periodiſch erſcheinende Literatur iſt damit inbegriffen. Auf
dem belletriſtiſchen Gebiete zählen wir 144 Literatur= und
akademiſche Blätter, 29 Theaterzeitſchriften, 72 für
Muſik=
wiſſenſchaft und Geſangskunſt und 71 für
Kriegswiſſen=
ſchaft, Militär und Marine. Unſere illuſtrierten
Zeit=
ſchriften ſind zu einem Volksbildungsmittel von
unbere=
chenbarem Einfluß des Anſchauungsunterrichtes geworden.
Einen ganz gewaltigen Umfang hat nicht minder auch die
wirtſchaftliche Fachpreſſe, das gewerbliche und induſtrielle
Fachzeitſchriftenweſen angenommen, das man jetzt
ge=
radezu als Träger des volks= und weltwirtſchaftlichen
Ge=
dankens bezeichnen kann. Wir zählen 2212 wirtſchaftliche
Fachzeitſchriften, darunter für Handel, Finanz= und
Ver=
kehrsweſen 321, für Buchhandel und Preſſe 57. für
Land=
wirtſchaft und Forſtwirtſchaft 350 (darunter für Garten=,
Obſt= und Weinbau 78), Frauen=, Haus= und Modeblätter
188, Reiſe=, Bad= und Hotelblätter 114. Aus dieſen Zahlen
ſchon ergibt ſich die gewaltige Entwicklung des
Zeitſchrif=
tenweſens und ihre eminente Bedeutung für unſere Kultur.
In der geſamten Kulturwelt kann ſich heute kein einziger
Menſch der Einwirkung der Zeitſchriften und der Preſſe
entziehen, die ihm das Spiegelbild ſeines Zeitalters geben
und im unendlichen Kreislauf der Kulturentwicklung, in
ihrem ewigen Keimen und Werden ſtets die Träger und
Vermittler der Ideen geweſen ſind und ſein werden.
Nummer 26.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Februar 1910.
Seite 5.
furchtbar. Die erſten beiden Perſonenwagen wurden
auf den Bahnſteig geſchleudert, der folgende Pullman=
Salonwagen flog hoch in die Luft und zertrümmerte
niederkrachend den halben Bahnhof. Die übrigen
Wa=
gen fielen auf die Seite und wurden ſo eine Strecke
weit geſchleift. Der Zug war voller Paſſagiere. Man
barg bisher 10 Tote und 20 Verletzte.
Nach weiteren Meldungen wurde das Unglück durch
das Zerreißen der Kuppelung verurſacht. Der vordere
Teil des Zuges raſte weiter, der hintere blieb zuerſt
zurück und krachte dann gegen den vorderen Teil.
Die=
ſer blieb unverſehrt und fuhr ſpäter nach dem
Viktoria=
bahnhof in London, wohin er einige leicht Verletzte
mit=
nahm. Acht Leichen wurden im Wartezimmer des
Bahnhofs aufgebahrt. An 30 Perſonen ſind ſchwer
ver=
letzt aus den Trümmern gezogen und nach dem Hoſpital
in Croydon geſchaffr worden. Zwei ſtarben unterwegs.
Einer der Wagen hatte ſich vollſtändig überſchlagen.
Man mußte Löcher in den nach oben liegenden Boden
bohren, um die Opfer darin zu befreien. Der erſte
Bei=
ſtand wurde von einer Abteilung in der Nähe
mandv=
rierender Kundſchafterknaben dargebracht; auch befand
ſich ein Arzt im Zuge, der unverſehrt blieb und ſofort
ärztliche Hilfe leiſtete. Ferner wurde alsbald vom
Vik=
toriabahnhof in London ein Extrazug mit Aerzten und
Ambulanzkorps abgeſchickt. Der Zug brachte danach den
Reſt der unverſehrten und leichter verletzten Paſſagiere
nach London.
Tanger, 30. Jan. Der Kreuzer „
Chateau=
renault” iſt heute früh 5 Uhr vor der Mündung des
Uid Tahabet geſcheitert. Der Kreuzer befand ſich
auf dem Wege von Lorient nach Toulon. Nach einer
Meldung des Kapitäns iſt er bei einem Weſtſturm von
ſchwerer See erfaßt und auf Grund geſchleudert
wor=
den. Die Stelle, wo der Kreuzer geſcheitert iſt, liegt
acht Meilen von Kap Spartel entfernt. Der Kreuzer
„Duchayla” iſt zur Hilfeleiſtung nach der Unglücksſtätte
abgegangen. Zur Hilfeleiſtung iſt auch ein engliſcher
Kreuzer aus Gibraltar abgeſchickt worden. Die
Flott=
machung iſt aber bisher nicht gelungen. Der Seegang
iſt ſehr ſtark und erſchwert die Rettungsarbeiten.
Kleines Feuilleton.
* Wo iſt Cook? Aus Heidelberg wird Berliner
Blättern gemeldet: „Es ſteht unzweifelhaft feſt, daß
Cook im Sanatorium Roggenau bei Eberbach
geweſen iſt. Er hat ſich dort unter dem Namen Günther
aufgehalten. Cook hat Verwandte dieſes Namens in
New=York, und man vermutet, daß er gerade dieſen
Namen angenommen hat, weil er vollſtändig deutſch
klingt. Am Freitag abend um 7 Uhr iſt ein
verſchloſſe=
ner Wagen zur Bahnſtation Eberbach gefahren. In
dieſem befand ſich Cook, der von dort aus die Reiſe
nach Wien angetreten haben ſoll. Um die Anſtalt
patrouillierten in der letzten Zeit förmliche Ketten von
Wächtern, die jedermann den Eintritt verwehrten,
während ſie nach der Abreiſe Cooks alias Güntheré
ahlloſen
jetzt wieder alle Leute hineinlaſſen. Die
Journaliſten, die von der Anſtaltsleitung Auskunft
haben wollten, wurden mehr oder minder ſanft und
höflich hinauskomplimentiert. Cook war ſogar
poli=
zeilich gemeldet; es war aber den amtlichen Stellen
verboten worden, dieſe Tatſache zu verraten. (?)
Wie=
derholt hat er ſich vom Poſtamt ſeine Sachen unter
einem fremden Namen abgeholt, dabei wurde er
ein=
mal von einer Dame und einem Poſtbeamten nach
einem in der „Woche” reproduzierten Bilde auf das
beſtimmteſte erkannt. Die Behörden hüllten ſich in
tiefes Schweigen. Der Beſitzer des Sanatoriums
Rog=
genau, Dr. Führer, hielt ſich merkwürdigerweiſe
wäh=
rend der Anweſenheit Cooks in Heidelberg auf, und
ſeine Aſſiſtenten in Roggenau konnten ſich bei Anfragen
immer darauf berufen, daß der Beſitzer der Anſtalt
krank in Heidelberg liege; ohne ſeine Erlaubnis
könn=
ten ſie aber keine Auskunft erteilen. Dem Perſonal
war das Verlaſſen der Anſtalt aufs ſtrengſte verboten
worden, denn man befürchtete, daß ſie den großen
Be=
ſtechungsſummen, die beſonders die amerikaniſchen
Journaliſten boten, nicht widerſtehen würden.”
Die
Sache klingt etwas romanhaft. Inzwiſchen iſt
aller=
dings von der Staatsanmaltſchaft in New=York ein
Haftbefehl gegen Cook ausgefertigt und auch dem
Aus=
wärtigen Amte in Berlin zugeſtellt worden, das
daraufhin ſofort einen Haftbefehl an die
Staatsanwalt=
ſchaft in Heidelberg hat gelangen laſſen. Auf Grund
des Haftbefehls wird die Staatsanwaltſchaft
wahr=
ſcheinlich auch in Roggenau Nachforſchungen nach Cook
anſtellen. Es wird ſich dann ja ergeben, ob er
wirk=
lich dort noch weilt, bezw. geweilt hat, und, wie es jetzt
heißt, von Roggenau nach Wien gereiſt ſei.
** Der „umgekehrte‟ Ball. Einen rieſigen
Erfolg ſoll, der „Daily Mail” zufolge, ein „
umgetehr=
ter” Ball, der in Pittsburg abgehalten und offiziell
als „Bellamy Ball” bezeichnet wurde, gehabt haben.
Von Anfang bis Ende wurde das Programm in
um=
gekehrter Reihenfolge, wie auf gewöhnlichen Bällen,
durchgeführt. Als die Gäſte, mehrere Hundert an der
Zahl, ſich im Tanzſal verſammelten, fanden ſie die
Wände mit ſogenannten „magiſchen Spiegeln” bedeckt,
und jedem Gaſte wurde ein Stück Papier auf dem
Rücken befeſtigt, auf dem ſein Name in umgekehrter
Schrift zu leſen war. Mit ſeiner Tiſchdame tanzte
dann jeder Herr rückwärts in den Speiſeſaal. Die
Gäſte ſaßen auf den Tiſchen, während die Speiſen auf
die Stühle geſtellt wurden. Das Menu begann mit
ſchwarzem Kaffee und endete mit Suppe. Die
Die=
ner, die ſervierten, trugen auf dem Hinterkopf:
Mas=
ken, hatten ihre gracks verkehrt angezogen und gingen
rückwärts durch den Saal. Der Ball eröffnete mit
einem „Schlußwalzer” und endele mit einer großen
Polonäſe.
* Belöhnte Pflichttreue.
Generalfeld=
marſchall Graf Haeſeler überſandte dieſer Tage dem
Musket er Gottſchalk von der 6. Kompagnie des
In=
fanterie=Regiments Nr. 130 in Metz, der ihm am 1.
Oktober v. J. den Eintritt in die Feſte Graf Haeſeler
verweigerte, weil der Generalfeldmarſchall keine
Ein=
trittskarte bei ſich führte, ſein Bildnis mit der
eigen=
händigen Unterſchrift: „Treu ſteh und feſt” und „Zur
Erinnerung an meinen Beſuch am 1. Oktober 1959,”
Der ſtädtiſche Voranſchlag für 1910.
II.
An weiteren bemerkenswerten Abweichungen gegen
den vorjährigen Voranſchlag ſind zu erwähnen: Das
Marktſtandgeld war im Vorfahre mit einem
Er=
trag von 14000 Mk. veranſchlagt. Diesmal ſind 20000
Mark, alſo 6000 Mk. mehr, eingeſtellt, mit der
Begrün=
dung, daß beabſichtigt ſei, den Marktſtandgeldtarif
an=
gemeſſen zu erweitern, worüber Verhandlungen im
Gange ſind.
Bei den Schulen iſt bekanntlich eine Erhöhung
des Schulgeldes an allen höheren ſtaatlichen Anſtalten
beabſichtigt. Die Stadt beabſichtigt die nämlichen
Er=
höhungen für die rein ſtädtiſchen Anſtalten. Solche
ſind zunächſt die Vorſchule des Gymnaſiums,
an welcher eine Erhöhung von 96 Mk. auf 120 Mk.
ſtatt=
finden ſoll. Weiter kommt in Betracht die
Viktoria=
ſchule mit Lehrerinnen=Seminar. Für
dieſe Anſtalt ſind folgende Sätze vorgeſehen: I.
Viktoria=
ſchule: a) Für Schülerinnen, deren Eltern oder an
ihre Stelle getretene Unterhaltspflichtige ihren
Wohn=
ſitz in Darmſtadt haben: 7.—10. Klaſſe 120 Mk., 4.—6.
Klaſſe 130 Mk., 1.—3. Klaſſe 150 Mk., b) für alle anderen
Schülerinnen jährlich 140, 150, 160 Mk.
Seminariſtin=
nen wie vorſtehend unter a (heſſiſche Staatsangehörige)
ährlich 180 Mk., ſonſt 200 Mk. Hoſpitänten
halbjähr=
lich für jede Wochenſtunde 6 Mk. Die ſeitherigen
Er=
mäßigungen, wenn Geſchwiſter die Schule beſuchen.
bleiben beſtehen. Seither betrug das Schulgeld für
einheimiſche Kinder 96—108 Mk., für auswärtige 108
bis 120 Mk., für Seminariſtinnen 160 bezw. 180 Mk.
und 5 Mk. halbjährlich für jede Wochenſtunde. Es
werden deshalb für die Viktoriaſchule und das
Lehre=
rinnen=Seminar 112000 Mt. Schulgeld, ſtatt der
vor=
jährigen 91000 Mk., vorgeſehen. Auch für die früher
Reineckſche Schule ſoll das Schulgeld von 84 Mk. auf
0 Mk. erhöht und eine Schulgeldeinnahme von 10000
Mk., ſtatt der ſeitherigen 8000 Mk., vorgeſehen werden.
Die Gemeindeſteuer iſt mit 3611 190 Mk.
vor=
geſehen, im Vorjahre 3013940 Mk. Die Erhöhung
be=
trägt hiernach 597 250 Mk.
Eine Erhöhung ſoll auch bei dem Gaspreis
ſtattfinden. Zur Zeit beträgt dieſer für den
Kubik=
meter Koch= und Leuchtgas in den Wintermonaten
16 Pfg. und in den Sommermonaten 12 Pfg. Nun ſoll
der W.
interpreis mit 16 Pfg. als Einheitspreis für das
ganze Jahr eingeführt werden. Im
Voranſchlagsent=
wurf iſt dazu bemerkt: Da der Winterverbrauch den
Sommerverbrauch bedeutend überſteigt, mithin die
Ab=
nehmer jetzt ſchon in der Hauptſache einen Preis von
16 Pfg. entrichten, wird eine Erhöhung des Preiſes
für im Sommerhalbjahr verbrauchtes Gas von 12 Pfg.
auf 16 Pfg. nicht allzu belaſtend wirken.
Zur Erzielung einer größeren Reineinnahme aus
dem Waſſerwerk wird der frühere
Waſſer=
preis für Kleinabnehmer von 22 Pfg.für den Kubikmeter
anſtelle des herabgeſetzten Preiſes von 20 Pfg.wieder
einge=
ſtellt und der Preis für Großabnehmer von 17 auf
20 Pfg. für den Kubikmeter erhöht. Der
Selbſtkoſten=
preis ſtellt ſich für die Stadt bei Berückſichtigung der
Verzinſung und Tilgung des Anlagekapitals unter
Einſchluß der Hochzone auf 16,02 Pfg. für den
Kubik=
meter.
Bei den Schlacht= und Trichinenſchau=
Gebühren liegt eine ſehr bedeutende
Mehrveran=
ſchlagung vor, nämlich von 109910 Mk. im Vorjahr auf
325820 Mk. Der Entwurf bemerkt dazu, daß es umſo
gerechtfertigter erſcheine, zur Deckung der eintretenden
Einnahmeausfälle auch den Schlachthof heranzuziehen,
als das in Wegfall kommende Oktroi für Schlachtvieh
eine Reineinnahme für die Stadtkaſſe nicht bildete,
vielmehr zum Teil auch als Gegenleiſtung der Metzger
für die ihnen durch die ſtädtiſchen
Schlachthofeinrich=
tungen gebotenen Annehmlichkeiten und Vorteile,
ſo=
wie für die Führung der Schlachthofsverwaltung durch
die Stadt mit angeſehen werden mußte, da die
verhält=
nismäßig geringen Schlachtgebühren zur Deckung der
Koſten des Schlachthofbetriebs ſelbſt beſtimmt waren
und dazu kaum ausreichten.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 31. Jan. Vizepräſident Spahn eröffnet
die Sitzung um 1,20 Uhr. Zunächſt wird eine Reihe von
Rechnungsſachen erledigt. Es folgt die dritte Leſung des
Nachtragsetats für Oſt= und Südweſtafrika.
Abg. Erzberger (Zentr.): Wir werden auch in
dritter Leſung dem Nachtragsetat zuſtimmen, aber es ſind
inzwiſchen einige wichtige Ereigniſſe eingetreten. So ſind
die Aktien der Kolonialgeſellſchaft an einem Tage über
hundert Prozent gefallen, ſobald des Staatsſekretärs
Aeußerung bekannt wurde, daß der Vertrag nicht
abge=
ſchloſſen werden würde. Seitdem iſt durch eine
Veröffent=
lichung in der „Kölniſchen Zeitung” ein vollſtändiges
No=
vum geſchaffen worden, wonach die Geſellſchaft den ganzen
Vertrag in ſeinem ganzen Inhalt als zweifelhaft darſtellt.
Wie kommt die Geſellſchaft zu ſolcher Auffaſſung und wie
ſtellt ſich die Kolonialverwaltung dazu? Stimmt das, ſo
haben wir alle vollſtändig für die Katze gearbeitet. — Abg.
Arning (nl.): Wir ſtimmen den Ausführungen des
Abg. Erzberger völlig zu. Auch uns iſt die
Veröffent=
lichung in der „Kölniſchen Zeitung” überraſchend
gekom=
men. Wir haben durchaus loyal gehandelt. (Bravo! bei
den Natlib.)
Abg. Arendt (Rp.): Ich ſtimme dem Abg. Erzberger
ebenfalls völlig zu. (Sehr richtig!) Die Erklärung der
Geſellſchaft in der „Kölniſchen Zeitung” iſt geradezu
uner=
hört. Die Berufung auf einen formellen Fehler, daß der
Vertrag nicht notariell beglaubigt worden ſei, verſtößt
ge=
radezu gegen die guten Sitten; dann kann mit der
Geſell=
ſchaft überhaupt nicht mehr verhandelt werden. Durch
den Vertrag vom Jahre 1908 iſt klares feſtes Recht
geſchaf=
fen worden, auf dem die ganze Entwickelung von
Südweſt=
afrika beruht. Wir werden uns nicht verblüffen laſſen. (
Leb=
haftes Bravo!) Man iſt der Geſellſchaft viel zu weit
ent=
gegengekommen. Wir haben kein Intereſſe daran, daß
draußen volle Schürffreiheit beſteht. Der ganze Vertrag
würde nicht den Intereſſen des Reiches, ſondern der
Kolo=
nialgeſellſchaft entſprochen haben.
Staatsſekretär Dernburg: Ich entferne mich von
den eben gehörten Ausführungen nicht. Auch juriſtiſch
fin=
det ſich kein Anlaß, den Vertrag für ungültig zu erklären.
Ich wollte die beiderſeitigen Intereſſen, die des Reiches und
die der Geſellſchaft, wahren.
Abg. Görcke=Brandenburg (nl.): Nach den
Erklä=
rungen des Staatsſekretärs können wir den Nachtragsetat
annehmen, weil wir überzeugt ſein können, daß mit der
Geſellſchaft mit einem Ergebnis von 30 Millionen aus den
Diamanten zu rechnen iſt. (Beifall.) — Abg. Frhr. von
Richthofen (konſ.): Ich halte den Artikel in der „
Köl=
niſchen Zeitung” nur für einen Schachzug, um für
künf=
tige Verträge beſſere Beſtimmungen zu erlangen. Einer
ſolchen Preſſion werden wir aber nicht nachgeben. Wir
müſſen uns bei dieſen Abmachungen auf Treu und
Glau=
ben verlaſſen. Das Vorgehen der Geſellſchaft iſt geradezu
unerhört. Die Parteien ſind in ihrer Auffaſſung mit der
Kolonialverwaltung einmütig. Wir wollen uns deshalb
nicht erſchüttern laſſen und fortfahren, als ob der
Zwiſchen=
fall ſich nicht ereignet hätte.
Abg. Ledebour (Soz.): Der Grundfehler des
gan=
zen Vertrages iſt, daß er in den Abmachungen von
Lü=
deritz mit den Eingeborenen die Grundlage der Rechte der
Geſellſchaft ſieht. Das hindert nicht, daß das jetzige
Vor=
gehen der Geſellſchaft geradezu ein Skandal iſt. Für den
Vertrag ſind wir aber nicht zu haben. — Abg.
Erzber=
ger (Zentr.): Das Haus iſt alſo in der Auffaſſung des
jetzigen Verhältniſſes zu der Geſellſchaft vollſtändig einig.
Der Artikel iſt augenſcheinlich zur richtigen Zeit erſchienen.
Der Vertrag von 1908 iſt die Grundlage aller Rechte in
Südweſtafrika, ohne ihn würde der ganze Etat völlig in
der Luft ſchweben. Daher ſollte das Haus den Vertrag
einſtimmig annehmen. Die Sozialdemokraten ſollten, um
die einmutige Verurteilung der Kolonialgeſellſchaft zum
Ausdruck zu bringen, ſich mit den anderen Parteien
ver=
einigen und die Abmachungen für rechtskräftig erklären.
Ihre Vorbehalte können ſie ja immer noch machen. — Abg.
Dove (frſ. Vgg.): Die Erklärung der Geſellſchaft gibt
uns keinen Anlaß, von unſerer Rechtsauffaſſung, daß der
Vertrag rechtsgültig ſei, irgendwie abzugehen. Der
Nach=
tragsetat kann durch die Erklärungen der Geſellſchaft nicht
beeinflußt werden. Es handelt ſich hier lediglich um
Rechtsfragen. Wir riskieren nichts; heute werden wir für
den Nachtragsetat ſtimmen.
Staatsſekretär Dernburg: Wir haben der
Kolo=
nialgeſellſchaft gegenüber außerordentlich viele
Macht=
mittel. Wir bekommen die Mittel zum Bahnbau nicht
aus dieſem Rezeß, ſondern aus unſeren Hoheitsrechten
und Steuern. Ich werde mich durchaus nach der
Auf=
faſſung des Reichstages richten.
Abg. Ledebour (Soz.): Wir ſtimmen gegen den
Nachtragsetat. Wir werden aber alles unterſtützen,
was die Reichstagsmehrheit beſchließen ſollte, um der
ungeheuerlichen Zumutung der Kolonialgeſellſchaft
ent=
gegenzutreten. (Bravo!) — Abg. Görcke=
Branden=
burg (natl.): Wir werden der Vorlage zuſtimmen,
ge=
rade weil das ganze große Projekt auf dem Ergebnis
der Diamanten fußt. Wir wollen dadurch
dokumentie=
ren, daß dieſe Grundlage richtig iſt. — Der
Nachtrags=
etat wird hierauf gegen die Stimmen der
Sozialdemo=
kratie angenommen. Die Petitionen werden für
erledigt erklärt. Es folgt ſodann die zweite Leſung des
Kolonialetats für 1910.
Hierzu liegt eine Reſolution der Kommiſſion vor, die
eine beſondere Neuregelung der Kolonialbeamten
ab=
lehnt und die auf das zu erwartende
Kolonialbeamten=
geſetz hinweiſt.
Staatsſekretär Dernburg: Ich bin mit dem
Vorſchlage der Kommiſſion einverſtanden. Es wird
hoffentlich gelingen, in dem Kolonialbeamtengeſetz
Grundlagen für die Regelung dieſer Frage
durchzu=
ſetzen, die einen qualitativ und quantitav ausreichenden
Beamtenſtand ſchaffen. (Beifall.) Die Reſolution iſt
da=
mit angenommen.
Zur Generaldebatte über den Titel
Gehalt des Staatsſekretärs.
erklärt Abg. Erzberger (Ztr.): Für die Kolonien
brauchen wir zuverläſſige und einwandfreie Beamte.
Deshalb werden wir alles bewilligen, was für die
Ko=
lonie notwendig iſt. Sparſamer verfahren muß man
bei den Entſchädigungen für die erſte Ausreiſe der
Be=
amten. Hinſichtlich der Selbſtverwaltung iſt eine
ge=
wiſſe Enttäuſchung eingetreten. Bezirksgerichte fehlen
noch ganz. Die Bezirksverbände ſollten möglichſt raſch
ins Leben treten, ebenſo der Landesrat. Damit würde
uns viel Arbeit geſpart werden. Bei Erlaß einer
Steuerordnung ſollte man der anſäſſigen Bevölkerung
allmählig Einfluß zugeſtehen. In Oſtafrika macht ſich
nach übereinſtimmenden Berichten die Propaganda des
Islam immer mehr geltend. Was beabſichtigt die
Ver=
waltung zu tun, um dieſer Propaganda einen Damm
entgegenzuſetzen? Die Bezirksämter ſollten den
Miſ=
ſionsſchulen ihre Aufmerkſamkeit ſchenken und die
chriſtliche Bevölkerung bei der Ernennung der
Ge=
meindebeamten vor den Mohammedanern berückſichtigen.
Der Zunahme der Branntweinpeſt muß mit allen
mög=
lichen Mitteln entgegengetreten werden. Die alten
Gewohnheiten und Rechte der Neger müſſen mit großer
Rückſicht allmählich im Intereſſe der Beſiedelung der
Kolonien reformiert werden. Die Hüttenſteuer muß
anders ſormuliert werden. Die Bezirksämter müſſen
die Eingeborenen zur Arbeit erziehen. Die
Verhält=
niſſe Neu=Guinegs bedürfen nach den letzthin laut
ge=
wordenen Pläuen der Klärung. Den katholiſchen
Miſſionen ſollten keine Schwierigkeiten bei der
Aus=
übung ihrer Tätigkeit gemacht werden. (Beifall im
Zentrum.)
Abg. Arning (natl.): Das Poſtweſen in den Kos
lonien iſt reformbedürftig. Leider iſt in Neu=Guineg
den Anſiedlern, die Zuckeranpflanzung betreiben
woll=
ten, nicht genügend Entgegenkommen gezeigt worden,
ſodaß ſie wieder weggewandert ſind. Die
Kopraaus=
fuhr hat erfreulicherweiſe zugenommen.
Wünſchens=
wert wäre das Zurückdrängen des japaniſchen Handels
auf den Marianen zugunſten einer guten deutſchen Ges
ſellſchaft. Die Grenzreviſion in Togo ſoll für
Deutſch=
land nicht gerade vorteilhaft geweſen ſein. Der
Oel=
produktion iſt ein beſonderes Augenmerk zu widmen.
Die Tätigkeit der Miſſionen iſt durchaus anzuerkennen.
Einzelne Teile der Kolonien müßten weiter erſchloſſen
werden. Auch ihre wirtſchaftliche Entwickelung ſoll
man durch Einzelmaßnahmen, wie Bauten, fördern.
Für Südweſtafrika muß in abſehbarer Zeit auch die
Selbſtverwaltung kommen, wie ſie in anderen
Kold=
nien, die urſprünglich nicht beſſeres Material an
Men=
ſchen hatten, gekommen iſt. (Zuſtimmung.)
Staatsſekretär Dernburg: Die Vorrednert
haben ein ganzes Panaſchee von Einzelfragen
vorge=
bracht, auf die ich bei der Einzelberatung eingehen kann.
Ich will mich in meiner Erwiderung zunächſt auf
Süd=
weſtafrika beſchränken. Fehler, die einmal gemacht
worden ſind, laſſen ſich ſchwer redreſſieren. So muß
man ſich erſt und im Sinne der Verantwortlichkeit
über=
legen, wieweit eine Selbſtverwaltung eingerichtet
wer=
den kann. Darin liegt kein Vorwurf gegen die
Men=
ſchen, ſondern die Feſtſtellung einer Tatſache. In
Süd=
weſtafrika ſind 1108 wahlberechtigte Perſonen. Die
Ver=
hältniſſe ſind noch nicht entwickelt genug, um eine
wirk=
liche politiſche Einheit zu ermöglichen. Deshalb müſſen
wir mit der Selbſtverwaltung ſehr langſam und
vor=
ſichtig vorgehen. Dazu kommt, daß die kommerziellen
und materiellen Grundlagen der dort angeſiedelten
Perſonen noch gar zu ſchwankend ſind. Die große Zahl
der Prozeſſe beweiſt dies auch. Die Kriminalität iſt
dort noch ſehr viel höher als in der Heimat. Ueber die
Selbſtverwaltung habe ich mich in einer Programmrede
im Auguſt 1908 ausgeſprochen. Dieſe liegt nicht darin,
daß ein kleines Parlament entſteht, das ſeinerſeits durch
Beſchlüſſe auf die Verwaltung bis zum Bundesrat
hin=
auf wirkt, ſondern eine Vertretung von Intereſſenten,
die ihre Intereſſen ſachgemäß im weſentlichen regeln
und auf dieſe Weiſe an die praktiſche Arbeit herangehen.
Das können nur Vertreter tun. Doch können gewiſſe
Dinge durch die Selbſtverwaltung geordnet werden. So
wird bei den Etats jedesmal vorher der Landesrat gehört.
Für die Selbſtverwaltung in Neu=Guinea iſt manches
geſchehen. Der Islam=Propaganda iſt ſo leicht nicht
bei=
zukommen. Die Verwaltung wird ſtets ihre Pflicht im
Auge behalten. (Brapo!!
Seite 6.
Darkiſtädter Tägblatt, Dienstag, den 1. Febzuar 1910.
Nummer 26.
Ag. Dope (freiſ. Lagſt. Die gegenwäktige
Verat=
ung des Kolonialetats ſticht angenehm ab von früheren
Beratungen. Der Staatsſekretär iſt aus der
Budget=
kommiſſion als Sieger auf der ganzen Linie
hervorge=
gangen. Die Rechtslage in den Kolonien iſt abſoltt
ungenügend geklärt. — Abg. Frhr. von Richthofen
(konſ.): Leider iſt die Beſoldungsordnung noch nicht
zu=
ſtande gekommen; hoffentlich wird ſie noch mit
Gelt=
ung vom 1. April erſcheinen. Die Eiſenbahnpolitik der
Verwaltung iſt anzuerkennen. — Abg. Noske (Soz.
ſpricht ſich in längeren Ausführungen gegen die
Kolo=
nialpolitik aus, die Tauſende von Millionen, die in die
Kolonien hineingeſteckt ſeien, hätten nur unerhebliche
Erträge gegeben. Wir treten für die Selbſtverwaltung
der Kolonien ein. Anzuerkennen iſt die Abnahme der
kolonialen Scheußlichkeiten.
Darauf ſchlägt der Präſident die Vertagung
vor. — Nächſte Sitzung Dienstag 1 Uhr:
Beſchlußfaſſ=
ung über den Proteſt wegen des Orönungsrufes gegen
den Abg. Ledebour, Portugieſiſcher Handelsvertrag und
Fortſetzung der Beratung des Kolonialetats. — Schluß
halb 8 Uhr.
Die Schiffahrtsabgaben.
* Karlsruhe, 31. Jan. In einer Sitzung des
ktationalliberalen engeren Ausſchuſſes wurde feſtgeſtellt,
daß die Verhandlungen der badiſchen
Abgeord=
neten mit den württembergiſchen Kollegen zum Zwecke
ei=
nes Zuſammengehens bezüglich der Neckarkanaliſation
un=
ter Ablehnung der Schiffahrtsabgaben geſcheitert
ſeien.
* Stuttgart, 31. Jan. Der Verband
würt=
tembergiſcher Induſtrieller teilt in ſeinem
mor=
gen zur Ausgabe gelangenden zweiten Heft ſeines Stan
desorgans „Württembergiſche Induſtrie” mit, daß er im
Hinblick auf die von badiſcher Seite neuerdings in der
Neckarkanalfrage gemachten Vorſchläge am 29. Jan
In das königliche Staatsminiſterium das Erſuchen
gerich=
tet habe, im Bundesrate auf eine Vertagung der
Entſchei=
dung über die Einführung von
Schiffahrts=
abgaben auf natürlichen Waſſerſtraßen hinzuwirken, da
die an der Frage hauptſächlich intereſſierten
württember=
giſchen Induſtriellen eine eingehende Prüfung der badi
ſchen Vorſchläge durch alle maßgebenden Faktoren für
un=
erläßlich halten.
* Dresden, 31. Jan. Zur Frage der Schiff
fahrtsabgaben ſchreibt das „Dresdener Journal”,
daß die Vertretung des ablehnenden Standpunktes der
ſächſiſchen Regierung bei der bevorſtehenden Beratung in
Berlin in Gemäßheit der vom Staatsminiſter Vitzthum
von Eckſtädt am 13. Januar in der Erſten Ständekammer
im Anſchluß an die bekannte Rede des Dr. Wach
gemach=
ten Ausführungen erfolgen werde. Das amtliche Blatt
bringt den Wortlaut der Erklärung des Miniſters
noch=
mals zum Abdruck und fährt fort: Die ſächſiſche Regierung
iſt hiernach entſchloſſen, geſtützt auf das gute Recht und
getragen von der Zuſtimmung des ganzen Landes und im
Bewußtſein des Wertes der in Frage ſtehenden Intereſſen
ihren ablehnenden Standpunkt gegenüber der geplanten
Einführung der Schiffahrtsabgaben in bundesfreundlicher
Weiſe, aber auch mit aller Entſchiedenheit zu vertreten.
Die ſächſiſche Regierung iſt aber auch erfüllt von dem auf
richtigen und wohlberechtigten Vertrauen, daß es dem
Reichskanzler im Einvernehmen mit der preußiſchen und
bayeriſchen Regierung gelinge, zur Vermeidung weiterer
Komplikationen einen gangbaren Weg aus den beſtehenden
ernſten Schwierigkeiten vorzuſchlagen
Unwetter.
H.B. London, 31. Jan. Von ſämtlichen Teilen
der britiſchen Inſeln kommen Nachrichten von
einem furchtbaren Sturm, der den ganzen
Nord=
oſten und Weſten der britiſchen Inſeln heimſuchte und
namentlich in Mittel=England, Schottland und Irland
teilweiſe ſtarke Verwüſtungen angerichtet hat.
Entſetz=
lich gewütet hat der Sturm an der Oſtküſte. Beſonders
Dublin hatte ſchwer zu leiden. Schweren Schaden
rich=
tete der Sturm an der ſüdöſtlichen Küſte von Dublin
an. In Wicklon und Seaport wütete der Sturm bereits
tagelang und geſtern wurde der Seedamm durchbrochen
und 100000 Tonnen Waſſer drangen in die Stadt.
Weiter ſüdlich zwiſchen Greyſtone und Kileool war der
angerichtete Schaden noch größer. An vielen Plätzen
wurden die Schienen der Bahnlinien fortgeſpült. Die
Paſſagiere konnten entweder die Reiſe überhaupt nicht
ſprtſetzten oder mußten zu Wagen viele Meilen weit
fahren. Ganze Eiſenbahnzüge ſtehen in durchweichtem,
aufgeriſſenem Boden. Die Stadt Wicklow iſt gänzlich
von Dublin abgeſchnitten. Ungeheure Flutwellen
brechen in die Stadt ein. Dieſe ſelbſt und die Umgebung
ſind überſchwemmt. Es herrſcht Mangel an
Lebens=
mitteln. Einige Boote kenterten, wobei eine Anzahl
Kinder ums Leben kam.
* Kiew, 31. Jan. In dem ausgedehnten ſüdlichen
Bezirke der Südweſtbahn herrſcht Schneeſturm. Auf
mehreren Linien ſind Schneeverwehungen eingetreten. Das
Schneewetter zieht ſich ſüdwärts nach Odeſſa.
Die Ueberſchwemmung in Frankreich.
* Paris, 30. Jan. Die Bevölkerung ſcheint
nnn=
mehr bezüglich der Ueberſchwemmungsgefahr völlig
be=
ruhigt. Hunderttauſende von Pariſern benutzten das
heitere froſtige Wetter, um das Hochwaſſergebiet zu
be=
ſichtigen. Die Kais und die Brücken wimmelten von
Menſchen, welche ſämtlich ihren guten Humor
wieder=
gefunden haben. Das Waſſer ſinkt jetzt überall.
Nachmittags 3 Uhr. Von 10 Uhr vormittags bis
mittags iſt das Waſſer zwei Zentimeter gefällen. In
den Kanaliſationsröhren der Gegend der Baſtille iſt
das Waſſer 30, in der Untergrundbahn beim Lyoner
Bahnhof 50 Zentimeter gefallen. Man hofft, die
unter=
irdiſchen Anlagen bald mit Hilfe von Pumpen ganz
entleeren zu können.
Infolge der Ueberſchwemmung der
Elektrizitäts=
werke ſind mehrere Stadtteile im Zentrum
ohne Licht. Verſchiedene Theater, ſo die Große
Oper, mußten infolgedeſſen die geſtrige Vorſtellung
ausfallen laſſen, andere behalfen ſich mit
Azeiylengas=
beleuchtung. In dem am Lyoner Bahnhof gelegenen
Stadtviertel dehnen ſich die Bodenſenkungen
immer mehr aus. Die Avenne Daumesnil droht auf
einer Strecke von 400 Metern einzubrechen. Im
Unter=
grundbahntunnel hat ſich die Lage nicht geändert. Die
Kellerräume des Louvre=Warenhauſes ſind ebenfalls voll
Waſſer. Am Kai vor dem Inſtitut de France und in
der Rue Lafayette unweit des Opernhauſes haben ſich
Aushöhlungen des Bodens gebildet. Miniſterpräſident
Briand hat einen Eilgüterverkehr eingerichtet,= um
Paris mit Mehl und Petroleum zu verſorgen. Er will
jeden ſpekulativen Verſuch, die Lebensmittelpreiſe zu
erhöhen, unterdrücken.
Paris, 31. Jan. Die Lage hat ſich auch bei dem
St. Lazare=Bahnhof etwas gebeſſert. Gegen
Mitter=
nacht verſchwand das Waſſer plötzlich auf mehreren
Straßen dieſer Gegend. Man gibt ſich der Hoffnung
hin, daß bis heute abend die ganze Gegend des St.
Lazare=Bahnhofs vollſtändig trockengelegt ſein wird.
der Pariſer Deputierte Binder wird in der heutigen
Kammerſitzung einen Geſetzantrag einbringen, nach
welchem allen Militär= und Zivilperſonen, die ſich bei
den Rettungsarbeiten während der
Hochwaſſerkata=
ſtrophe beſonders hervorgetan haben, die Ehrenlegion
verliehen werden ſoll.
Zur Verhütung ähnlicher
Hochwaſſerkataſtrophen, wie derjenigen, von der Paris
jetzt heimgeſucht iſt, ſchlägt der bekannte Ingenieur
Berlier im „Figaro” vor, 42 Kilometer Röhren von
einem Durchmeſſer von ſechs Metern zu bauen, welche
von Jory=Port an der Vereinigung der Seine und
Marne ſich nach Biſſy wenden und im Falle von
Ueber=
ſchwemmungen den Abfluß des Waſſers ermöglichen,
ſo daß Paris von jeder Gefahr verſchont bleibe. Einige
Röhren könnten in gewöhnlichen Zeiten zur Berieſelung
benutzt werden und ſo zu einer Erwerbsqnelle für die
Landwirtſchaft werden.
H.B. Paris, 31. Jan. Die Fernzüge der
Orleans=Bahn werden infolge der
Ueberſchwem=
mungen auf die Gleiſe der Pariſer Vorortbahn
übergeführt. Geſtern abend 9½ Uhr ſtieß der von
Tou=
louſe kommende Expreßzug mit einem
Vorort=
bahnzuge in der Nähe von Juviſy zuſammen.
Der Anprall war ein äußerſt heftiger. Die Reiſenden
ſprangen in ihrer Aufregung aus den Wagen ins
Waſſer. Durch die entſtandene Panik erlitten mehrere
Perſonen Verletzungen. Der Zug traf mit
Verſpät=
ung von einer Stunde in Paris ein. Unter denſelben
Umſtänden ereignete ſich kurz darauf an derſelben
Stelle ein weiterer Unfall. Der Expreßzug von
Bor=
deaux fuhr auf einen Zug der Vorortbahn auf, wobei
fünf Perſonen verletzt wurden, darunter zwei ſchwer.
9 Uhr abends. Von dem Oberlaufe der Marne
und der Seine wird ein Fallen, jedoch von der
Vonne Steigen des Waſſers gemeldet. Im Staatsrat
proteſtierte der Chefingenieur für Waſſer= und
Kana=
liſationsanlagen gegen das Gerücht, daß eine Anzahl
Kanäle geborſten ſeien. In Charenton hat ſich die
Lage gleichfalls gebeſſert, in den Straßen iſt das Waſſer
um 50 Zentimeter gefallen. Mehrere Plünderer
wur=
den verhaftet.
* Paris, 31. Jan., 2 Uhr morgens. Um
Mitter=
nacht war ein Fallen des Waſſers in zahlreichen
Straßen ganz dentlich bemerkbar, beſonders im
Quar=
tier Charonne, im Faubourg St. Antoine und in
Cha=
renton, ſowie in der Gegend des Lyon=Bahnhofes. Ein
Kahnverkehr iſt hier ſchon nicht mehr möglich, aber die
Straßenfeger, die die Reiſenden auf den Schultern
transportieren, haben viel zu tun, denn die Straßen
ſind mit einem dicken Schlamm bedeckt.
* Paris, 31. Jan. Das Wetter iſt kalt und
trocken. Die Seine iſt bis vormittags ſeit dem
Höchſtſtande 66 Zentimeter gefallen. Ein Teil des
Straßendammes am Bahnhof St. Lazare iſt eingeſtürzt.
Bei der Untergrundbahn macht ſich das Sinken des
Waſ=
ſers beſonders bemerklich. Die nach der Seine
hinaus=
gehenden Fenſter der Orleansbahn beginnen ſichtbar zu
werden. Der Verkehr auf dem Kai d’Orſay iſt wieder
her=
geſtellt. Ueber die Rue de Bourgogne iſt ein Steg gebaut
worden, um den Zugang zu dem Palais de Bourgogne zu
ermöglichen. In den Stadtvierteln Champs Elyſées, des
Invalides und Paſſy nahm das Waſſer ab. Was noch
ſteht, iſt mit einer leichten Eisſchicht bedeckt. Viele Avenuen
in Groß=Caillou wurden dem Verkehr wieder freigegeben.
Auf der Eſplanade des Invalides ſind nur noch kleine
Waſſerlachen. Allenthalben wird mit Pumpen zur
Ent=
leerung der Kellerräumlichkeiten der Häuſer gearbeitet
Man geht daran, die Schutzwehren und Notſtege zu
beſei=
tigen.
Letzte Nachrichten.
(Wolfis telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 31. Jan. Der Kaiſer empfing heute
mittag in Gegenwart des Freiherrn v. Schoen die
belgiſche Sondergeſandtſchaft zur
Notifizie=
rung der Thronbeſteigung König Alberts.
* Berlin, 31. Jan. Der „Reichsanzeiger”
veröffent=
licht folgenden Erlaß des Kaiſers an den
Reichskanzler: Auch mein diesjähriger
Geburts=
tag iſt durch die herzliche Anteilnahme des deutſchen
Volkes und der im Auslande lebenden
Stammesgenoſ=
ſen für mich zu einem rechten Freudentage geworden.
In zahlreichen Telegrammen und Zuſchriften ſind mir
aus allen Schichten der Bevölkerung, ohne Unterſchied
des Bekenntniſſes und der Parteiſtellung, freundliche
Glück= und Segenswünſche dargebracht. Durch dieſe
patriotiſchen Kundgebungen auf das freudigſte bewegt,
drängt es mich, den ſtädtiſchen und ländlichen
Gemein=
den, Vereinen und Korporationen, ſowie allen, welche
mir an dieſem Tage Anhänglichkeit und Zuneigung in
ſo mannigfacher Art zum Ausdruck gebracht haben,
mei=
nen herzlichen Dank zu ſagen. Gott der Herr aber wolle
unſer teures Vaterland auch ferner in ſeinen gnädigen
Schutz nehmen und das deutſche Volk durch=
Einmütig=
keit und Opferwilligkeit zur Erfüllung der großen
ſozialen und kulturellen Aufgaben unſerer Zeit ſtark
machen. Ich erſuche Sie, dieſen Erlaß zur öffentlichen
Kenntnis zu bringen.
* Berlin, 31. Jan. Der 27jährige Bankbeamte
Mex, der vor einiger Zeit mit 20000 Mark aus
Glo=
gau durchbrannte und in der Charité auf ſeinen
Gei=
ſteszuſtand unterſucht wurde, iſt geſtern aus der
An=
ſtalt entwichen.
* Eiſenach, 31. Jan. Das geſamte
Wahl=
ergebnis iſt folgendes: Appelius 5786 Stimmen,
Hädrich 4356 Stimmen und Leber 10250 Stimmen;
Leber iſt mit einer Stimmenmehrheit von 108
Stim=
men gewählt.
* Heide, 31. Jan. Im Etabliſſement Grünental
ex=
plodierte eine Azetylenanlage. Der Beſitzer Ehmke
wurde getötet.
** Poſen, 31. Jan. Auf dem Rittergute
Uhlen=
hof wurde die ſiebenköpfige Familie Wozniak durch
Kohlenoxydgas vergiftet aufgefunden. Zwei ſind
bereits tot; die übrigen liegen hoffnungslos danieder.
* Wien, 31. Jan. Das „Fremdenblatt” ſchreibt:
Den Ausführungen der „Norddeutſchen Allgemeinen
Zeitung” über Verſuche, die Beziehungen zwiſchen
Ber=
lin und Wien zu lockern, können wir uns nur in
allen Stücken anſchließen. Wir tun dies mit um ſo
grö=
ßerer Befriedigung, als wir auch für die Zukunft von
der Ausſichtsloſigkeit der unterirdiſchen Arbeit gegen
das feſte, vertrauensvolle Zuſammenſtehen der beiden
Kaiſerreiche überzeugt ſind.
* Palermo, 31. Jan. Im Stadthauſe von Santa=
Caterina=Villamoſa wurde geſtern ein
Wohltätig=
keitsfeſt ſeitens der Schüler und Lehrer des
Städt=
chens abgehalten, als plötzlich der Fußboden
ein=
brach und alle Anweſenden in das untere Stockwerk
ſtürzten. Faſt alle wurden mehr oder weniger ſchwer
verletzt
* Paris, 31. Jan. In der Nähe der Station
Caviguy ſrieß geſtern ein Expreßzzug aus Tou=
louſe mit einem Zug der Stadtbahn zuſammen. Elf
Perſonen wurden ziemlich ernſt verletzt. — Bei Juvify
rannte ein Schnellzug in einen Expreßzug aus
Bor=
deaux. Fünf Perſonen wurden verletzt.
* Paris, 31. Jan. Als am Samstag früh der
Kapi=
tän Sutter in der Kaſerne des 28. Jägerbataillons in
Grenoble die Torniſter ſeiner Kompagnie revidierte,
ſchleu=
derte ihm der Soldat Coahde plötzlich ein dem Torniſter
entnommenes Hemd ins Geſicht und durchbohrte ihm
den Unterleib mit dem Bajonett faſt vollſtändig.
So=
dann ſtürzte ſich der Soldat auf den Feldwebel, der vor
ihm die Flucht ergriff. Der Wüterich erreichte den
Feld=
webel und verſetzte auch ihm einen tiefen Stich. Sodann
eilte der Mörder zum Bahnhof. Ein Korporal ſtellte ſich
ihm entgegen, erhielt aber ebenfalls einen Bajonettſtich,
Endlich gelang es einem Soldaten, den Attentäter
feſt=
z unnehmen.
* London, 30. Jan. Nach amtsicher Feſtſtellung
wurden bei dem Eiſenbahnunglück in Staats
Neſt ſieben Perſonen getötet und 26 verletzt.
** Petersburg, 31. Jan. In einer ruſſiſchen
Stadt=
verübte ein Revolutionär, der auf einen General
feuerte, in der Annahme, er ſei der Kriegsminiſter, und
der morgen hingerichtet werden ſollte, Selbſtmord,
indem er ſein Taſchentuch mit einer brennbaren Flüſs
ſigkeit tränkte, ſich um den Hals band und anzündete;
er ſtarb unter entſetzlichen Qualen.
* Konſtantinopel, 31. Jan. Wie die Blätter melden,
wurden im Vakufminiſterium große
Veruntreuun=
gen entdeckt.
* Tanger, 31. Jan. Der Krenzer „Chateaus
renault” iſt wieder flott.
* Peking, 31. Jan. Ein Erlaß des Kaiſers
beſcheidet das Geſuch der Provinzialdeputierten, das
Parlament vor dem feſtgeſetzten Termin
einzube=
rufen, abſchlägig. Als Grund des abſchlägigen
Be=
ſcheides wird angegeben, daß die Bevölkerung noch nicht
genügend vorbereitet ſei.
rankheiten vernicht
den. Apotheken und Drogerien
Formamint-Tabletten vorrätig in O.
flaschen zu 1,75 Mk. Man achte
genau auf den Namen und weis
Nachahmungen im eigenen Int
zurück, denn mehr als 6000 Arzte
sich nur über die Wirkung des e
Formamints günstig ausgesprocher
nach patentiertem Verfahren herge
wird. Man unterlasse nicht, sichn
zu unterrichten aus der reich illustrit
Broschüre „Mund und Rachen‟, die kos
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Hegen.
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Kudten- „Seiherkeib:
2711
Kirchliche Anzeige.
Stadtkirche: Mittwoch, 2. Februar, abends
8 Uhr: Kirchenmuſikaliſche Abendfeier. Freier
Eintritt.
Wetter.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 1. Februar:
Zunächſt noch Zunahme des Froſtes, ſpäter
auffriſchen=
der Süd, Trübung und geringer Schnee, langſame
Er=
wärmung.
Nummer 26.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Februar 1910.
Seite 7.
Jamiliennachrichten.
Statt Karten.
Die Geburt eines strammen
(*2390
Jungen zeigen an
Bernhard Spanier u. Frau
Hanna, geb. David.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres innigſtgeliebten,
un=
vergeßlichen Schwagers und Onkels
(*2460
Herrn Rentner
ſprechen wir hiermit Allen unſeren herzlichen
Dank aus.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 1. Februar 1910.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr: „Tiefland”.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Vortrag von Profeſſor Dr. Berger um 8½ Uhr im
Saal 330 der Techn. Hochſchule (Volksbildungsverein).
Vortrag von Oberlehrer Profeſſor Lauteſchläger um
8½ Uhr im Saalbau (Odenwaldklub).
Vortrag von H. Dirkſen um 8¼ Uhr Neckarſtraße 22.
Familienabend des Kirchengeſangvereins für die
Stadtkirche um 8 Uhr im Gemeindehaus, Kiesſtraße.
Gaſtwirte=Verſammlung um 3 Uhr im „Hanauer
Hof”
Konzerk um 5 Uhr im „Kölniſchen Hof”.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4½—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Kaiſerpanorama Luiſenplatz 1 (Reiſe des Forſchers
Fric zu den Indianern Südamerikas).
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 2. Februar.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 Uhr in der
„Ludwigshalle‟
Dünger=Verſteigerung um 10 Uhr in der Drag.=
Kaſerne (Regiment Nr. 24).
Kompoſt=Verſteigerung um 10 Uhr auf dem ſtädt.
Gelände an der Pallaswieſenſtraße, um 11 Uhr nach
Zuſammenkunft auf der Pallaswieſenſtraße jenſeits
des Bahnübergangs.
Holzverſteigerung um ½9 Uhr bei Wirt Brücher
zu Arheilgen.
Holzverſteigerung um 9 Uhr im „Darmſtädter Hof”,
zu Griesheim.
Stamm=, Nutz= und Brennholz=Verſteigerung
um 9 Uhr im Büttelborner Gemeindewald;
Zuſammen=
kunft auf der Darmſtädter Chauſſee am Eingang des
Waldes.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerek=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldacßel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: F. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nichs
zurückgeſandt.
notariell beglaubigte Zeugniſſe von
Aerzten und Privaten beweiſen, daß
mit den drei Tannen
Lagerhausstr.
16
Lagerhausstr.
16
Heiſerkeit, Verſchleimung,
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tarrh, Krampf= und Keuchhuſten
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Wilh. Ritsert jr., Heinrichſtr. 113, Ant.
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33
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gegenüber der Stadtkirche.
Kurſe vom 31. Januar 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
8f. Staatspapiere. In Proz.
* Dſche. Reichsſchatzanw, 101,00
3½ Deutſche Reichsanl. 24,10
85,25
do.
Preuß. Schatzanweiſg. 100,90
3½ do. Conſols . . . . 94,10
85,30
3 do.
do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,90
94,20
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 102,10
93,60
do.
3½
84,10
do.
4 Hamburger Staatsanl. 101,80
Heſſ. Staatsanleihe . 101,90
93,20
do.
3½
82,20
do.
3 Sächſiſche Rente . . . 85,20
Württemberger v. 1907 101 80
93,70
3½
do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,70
Griechen v. 1887 . . 47,40
3 Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente . 99,00
do. Goldrente . . 99,75
do. einheitl. Rente 95,10
3 Portug. unif Serie I 64,30
do. unif. Ser. III 66,00
do.
Spezial . 12,50
Rumänier v. 1903 . . 102,00
do.
v. 1890 . . 95,00
4
do.
v. 1905 . .
Ruſſen v. 1880 ₰ . ; 91.90
InProi.
Sf.
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 91,30
½ do. v. 1905 . . . . 99,90
3½ Schweden . . . . . . . 94,70
4 Serbier amort. v. 1895 84,10
4 Türk. Admin. v. 1903 88,75
do. unifiz. v. 1903 94,70
4 Ungar. Goldrente . . 95,80
4 do. Staatsrente . 92,60
5 Argentinier . . . . . .
91,90
do.
4
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,60
Chineſ. Staatsanleihe 103,20
do.
100,00
4½
4½ Japaner
,
Innere Mexikaner . . 101,00
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904 95,50
5 Gold=Mexikaner . . . 102,75
Aktien inländiſcher
Trausportanſtalten.
Hamb.=Amerika=
Paker=
fahrt . . . . . . . . 134,90
4 Nordd. Lloyd . . . . 102,90
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 120,60
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
Baltimore & Ohio . . 116,50
4 Gotthardbahn ..
In Proz.
8t.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 162.80
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 23,80
4 Pennſylvania R. R. 132,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 196,00
Werger=Brauerei
80,00
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 434,75
Fabrik Griesheim . . . . 271,00
Farbwerk Höchſt . . . . . 450,00
Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . . . . 330,80
Lahmeyer . . . . . . . . . 107,70
Schuckert . . . . . . . . . 138,00
Siemens & Halske . . . 241,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 377,75
Bochumer Bb. u. Guß . . 249,70
Gelſenkirchen . . . . . . . 218,90
Harpener . . . . . . . . . 212,30
Phönix, Vergb. u.
Hütten=
betrieb . . . . . . . . . 224,10
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.. . 91,00
Pfälzer Prt. . . . . . 101,10
3½
d9
93,60
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. .
teuerfrei . 99,00
5 Oeſterr. Staatsbahn. 105,90
do.
alte . —
do.
5 Oeſterr. Südbahn . . 102,75
do.
85,80
do.
59,80
Raab=Oedenburger . .
4 Ruſſ. Südweſt.. . .
4. Kronpr. Rudolfbahn . 100,00
In Proz.
S7.
50
2 / Livorneſer . . . . . . 76.00
4 Miſſouri=Paciſic . . . 82,50
Bagdadbahn Mk. 408 87,60
Anatoliſche Eiſenb..
Tehuantepec . . . . . 102,70
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ. 184,40
4 Darmſtädter Bank . . 137,80
4 Deutſche Bank . . . . 257,80
4 Deutſche Vereinsbank 129,50
Diskonto=Geſellſchaft . 197,40
164,75
4 Dresdner Bank . .
4 Mitteldent. Kreditbk. 120,10
4 Nationalbk. f. Deutſchl. 131,00
Pfälzer Bank . . . . . 100,90
149,60
4 Reichsbank . . . .
Rhein. Kredit=Bank . 136,50
1 Wiener Bank=Verein 139,75
Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,50
3½ do. S. 19. . . . . 92,80
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 101,00
91,50
3½
4,, Heſſ. Land.=Hpp.=Bk. 101,60
do.
92,60
Meining. Hyp.=Bank 101,00
91,60
4 Rhem. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,20
3½
do. (unk. 1914) 91,80
Südd. Bd.=Kr.=Br.=Pf. 100, 40
da.
3½
93,80
InProz.
57.
Städte=
Obligationen
Darmſtadt . . . . . . 100,70
3½ do.
Frankfurt . . . . . . . 101,30
3½
do.
96,00
4 Gießen . . . . . . . . 100,80
3½
4
Heidelberg . . . . . . 100,50
59.
3½
92,00
4
Karlsruße . . . . . . 100,50
3½
de.
92,00
4., Magdeburg. . . . . .
vo.
4 Mainz . . . . . . . . 100,40
3½ do.
4,, Mannheis . . .. . . —
do.
München . . . . . . . 101,00
½ Nauheim
4 Nürnberg. . . ... . —
do.
31
-
Offenbach . . . ... . —
3½
Wiesbaden . . . . . . 101,40
d
Worms. . . . . . . . —
4 Liſſaboner v. 1888. . —
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner „ 100 137,20
Donau=Reg. fl. 100
3 Hell. Komm. „ 100 106,75
Sſ.
In Proz.
3 Madrider Fs. 100
* Meining. Pr.=
Pfand=
briefe. . . . . .
137,10
Oeſterr. 1860er Loſe 175,00
5
Oldenburger . . . . . 125,50
½ Raab=Grazer ſl. 150 114,90
Unverzinsliche
Anleheusloſe.
Augsburger
41,80
Braunſchweiger Tlr. 20 222,00
Freiburger
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Die Aebelfrau.
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20)
Und wer ſagt Dir denn, daß ich das will? Hüte Dich,
Reimar! So glühend ich liebe, ſo glühend vermag ich auch
zu haſſen, Du haſt zu wählen: Das „Scheinweib”, das
hochmütig über Dich hinwegſieht und nicht mal ſo viel
Intereſſe für Dich zeigt, wie für den geringſten ihrer
Knechte, oder mich, die Märchenfee, wie Du mich einſt
nannteſt, die alles Glück der Welt und alle Luſt der Erde
für Dich in ihrem heißen Herzen trägt. Alſo wähle,
Rei=
mar Randolt, aber wähle gut!
Ich habe den Glauben an Märchenfeen ſchon zu lange
verloren. Ich halte mich an die Nebelfrau, den Spuk des
Gorlingshofes, die hier über Leben und Tod gebietet, und
die auch mein Schickſal in ihren Händen hält.
Graf Reimar hatte die Worte feſt und ſicher geſprochen.
War es aber nicht, als klinge es heimlich wie ſcheue
Zärt=
lichkeit aus dem Ton ſeiner Stimme?
Mit entſetzten Augen und bleichem, erdfahlem Geſicht
ſah das junge Weib zu ihm auf.
Reimar! ſchluchzte ſie ganz außer ſich, und dann ſank
ſie wie hingemäht bewußtlos am Wege zuſammen.
Ein pfeifender Ton kam aus Graf Reimars Munde.
Unſchlüſſig ſtand er einen Augenblick.
Er wußte, wenn er Fridrun jetzt emporhob, dann
würde ſie die Arme um ſeinen Hals ſchlingen, ihre weichen
Glieder an ihn ſchmiegen und ihm tauſend Liebesworte
zuflüſtern.
Nein, das durfte nicht ſein.
re e
geſchloſſenen Augen lag das ſchöne Weib wie eine
ge=
brochene Blume zu ſeinen Füßen.
Da ſah Reimar die alte Wirtſchafterin da drüben eilig
vorübergehen.
Osberte, rief er gebieteriſch, kommt ſchnell, Eurer Herrin
iſt nicht wohl.
Geſchäftig eilte die alte Dienerin mit dem Gärtner,
den ihr Zuruf herbeilockte, die junge Gräfin ins Haus zu
tragen.
Finſter ſah Graf Reimar der Frau nach, die einſt für
ihn des Himmels Seligkeit bedeutete, die ihn dann verriet,
und die ihn nun nicht laſſen wollte, nie laſſen würde.
Und es war ihm, als wüchſe plötzlich etwas wie
glühender, ohnmächtiger Haß gegen dieſes Geſchöpf in
ſei=
ner Seele empor, das ihn um ſeine ſchönſten Jugendjahre
betrogen, die ihn immer in Feſſeln gehalten, und die ihn
auch jetzt nicht freigeben wollte.
Kühl wehte, wie Schneeluft, der Wind vom Meere
herüber.
Langſam mit geſenktem Haupte ging Graf Reimar ins
Schloß, in dem er nur Gaſt war, ein flüchtiger Gaſt, der
vielleicht nie wiederkehrte, wie er plötzlich mit einem
ſelt=
ſamen Schauer empfand.
Vom Felde her klang noch der Schnitt der Senſe in
den abendlichen Frieden.
Als rücke der Tod näher und näher, ſo empfand Graf
Reimar der Senſen Laut.
Und darüber war ein Duft von wildblühenden Blumen,
ſo ſüß und ſchwer. Der hing in den Lüften, und dieſer
Duft ging mit ihm zum Schlummer jede Nacht.
Genf Feinnr genie es vor diein ſchwilen einſenen
Sommernächten in dem alten Haus.
Ueber die Heide pfeift der Wind.
Niedergemähte Dünenhalme ſchwanken in der Luft.
Im raſtloſen Wirbel fliegt der weiße Sand und hüllt die
Wiedingharde, den alten Frieſenhof, in eine graue Wolke
ein.
Die vom Winde gebeugten und zerfetzten Obſtbäume,
die das Haus umgeben, tragen ſchwere Frucht, und
hoch=
bepackt ſind die Erntewagen in die Vorſchur gefahren. Von
der Tenne herüber klingt der eintönige Klang des
Dreſch=
flegels, der die goldenen Körner aus ihrer berſtenden Hülle
befreit.
Olaf Thornſens befehlshaberiſche Stimme ſchallt durch
das Haus. Seine rüſtigen Arme ſchaffen für drei, aber
ſein Blick iſt umwölkt und die breite Stirn finſter gefaltet.
Er hat wieder den böſen Blick, ſagen die Knechte und
Mägd e. Wäre er doch draußen auf dem Meere geblieben.
So ein Schiffskapitän taugt nicht zum Bauer.
Er wollte den alten Vater nicht allein laſſen, meinte
eine gefühlvolle, junge Magd. Es wird ja auch täglich
ſchlimmer mit dem Alten.
Der Alte ſaß unterdeß geborgen in der großen Stübe
am Herd in ſeinem Großvaterſtuhl und ſann vor ſich hin.
Am Fenſter mit den in Blei gefaßten Scheiben, von
dem man einen weiten Ausblick auf das Meer hatte, ruhte
Timm Randolt in einem bequemen Lehnſtuhl und horchte
auf die weiche, warme Mädchenſtimme, die aus einem
Buche vorlas.
Er hörte augendlicklich gar nicht, was ſie las. Des
Kranken Blick, deſſen Stirn noch eine Binde gefeſſelt hielt,
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Februar 1910=
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Haupt über das Buch gebeugt, eifrig ihres Vorleſeramtes
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blitzend auf die weiße Schläfe herabhing, verdeckte das
helle Haar, und immer, wenn Dorret den hübſchen Kopf
bewegte, dann klirrte der hängende Goldſchmuck leiſe
an=
einander. Zwiſchen den klaren, blauen Augen ſtand eine
leichte Falte, und die langen, dunklen Wimpern warfen
weiche Schatten auf das friſche Geſicht.
Timm Randolt konnte nicht müde werden, dem
reiz=
vollen Wechſelſpiel in Dorrets Mienen zu folgen. Sie
war augenſcheinlich ganz bei der Dichtung, die ſie dem
Kranken vortrug.
Konrad Ferdinand Meyer, Timms Lieblingspoet, war
es, der nun zum erſten Male durch einen anderen Mund
zu ihm ſprach.
„Verſcherzte Jugend iſt ein Schmerz,
Und einer ew’gen Sehnſucht Hort.
Nach ſeinem Lenze ſucht das Herz
In einem fort, in einem fort!
Und ob die Locke, die ergraut,
Und bald das Herz wird ſtille ſtehn,
Noch muß es, wenn die Welle blaut,
Nach ſeinem Lenze wandern gehn”,
las Dorret. Timm aber legte die Hand auf das Buch.
Nicht mehr, baten ſeine Augen.
Von der Herdecke aber kam ein Kichern.
Recht ſo, recht ſo, rief Ekke Thornſen zu den beiden
jungen Leuten herüber. Das Herz muß wandern. Es
wandert immerzu. Wer ſeinen Jugendtag verſäumt, der
iſt verdammt auf Erden ihn zu ſuchen. Drum habt ſein
acht, ihr Jungen, ſo lange es noch Tag iſt und die Sonne
flammt. Mir deucht, ſie wäre im Sinken. Nicht wahr,
Dorret?
Die Sonne ſteht hinter Wolken, Grootvader. Der
Wind treibt vom Meere herauf.
Ekke Thornſen ſprach kurze, abgeriſſene Sätze vor
ſich hin.
Am Felſenhang klebt eine Möwe. Hörſt Du, wie
ſie klagt? fragte er dann aufhorchend.
Nein, Grootvader. Der Herbſtwind ſingt ſeine
Weiſe.
Es iſt ein ſeltſam Lied, Dorret. Der Sturm drängt
die Nebel. Ich meine, ſie umziehen das Haus.
Noch nicht, Grootvader.
Ein Brauſen geht durch die Natur, miſchte ſich
Graf Timm in das Geſpräch. Der Sturm kündet den
Winter an, der mich von Euch führt, Dorret.
Das junge Mädchen ſah erſchreckt zu dem Kranken
auf.
Ihr wollt nicht länger bei uns raſten, Herr? Eure
Wunde bedarf noch der Pflege, und Euer Arm iſt matt.
Warum wollt Ihr ſchon ſcheiden? Gefällt es Euch nicht
in der Wiedingharde? Es iſt kein prunkvoll Haus, Herr,
aber es beherbergt Euch gern.
Das weiß ich, Dorret. Wer hätte mich wohl ſo treu
gepflegt wie Ihr, als man mich Euch totwund ins
Haus trug?
Ekke Thornſen lachte vom Herd herüber.
Die Nebelfrau, die Nebelfrau, rief er dann, die
Hand wie beſchwörend ausſtreckend. In ſeinen Augen
ſtand ein flammend Licht.
Was will Ekke Thornſen damit ſagen, Dorret?
Es iſt ein Gebild ſeiner Phantaſie. Die Nebelfrau
kündet ihm gute und böſe Tage, die Nebelfrau beherrſcht
ſeinen armen, kranken Geiſt. Von ihr erwartet er
alles Heil ſeines Lebens.
Und iſt Euch nicht bang, immer ſo allein mit dem
wunderlichen, alten Manne zu ſein?
Dorret ſchüttelte das Köpfchen.
Nein, Herr. Ich habe ja auch Undine.
Tapfer hatte ſie es geſagt, aber ſie bemerkte doch
mit heimlicher Angſt, daß die Lippen des Kranken leiſe
und ſchmerzhaft zuckten.
Sie iſt wieder hier geweſen, meine ſchöne
Schwäge=
rin, bemerkte Timm bitter. Kam ſie nicht oft ſchon?
Es war mir in meinen Fieberphantaſien, als ſähe ich
ſie immer und als fühlte ich den Druck ihrer Hand.
Undine iſt traurig, Herr, daß Ihr nicht zu ihr auf
den Gorlingshof kommen wollt. Sie meint, man könnte
Euch dort beſſer pflegen und Ihr würdet eher geſunden.
Ihr weiſt mich von Euch, Dorret? fragte der Graf
unruhig und ſah forſchend in das blühende Geſicht des
Mädchens, das ſich tief über das Buch beugte.
Nein, Herr! Unſer Haus ſteht Euch offen. Aber ich
meine, vielleicht wäre es doch auch für Euch beſſer, wenn
Ihr Undines Wunſch erfüllen wolltet.
Eine fiebernde Röte flog über das Antlitz des
Kranken.
Ich will Euch natürlich nicht zur Laſt fallen,
Dor=
ret. Sobald ich transportfähig bin, kann man mich ja
in die Stadt fahren.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 26.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Februar 1910.
Seite 11,
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Kreisauts Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Betreffend: Schießübungen auf dem Truppenübungsplatz.
Die für den 4. und 5. Februar anberaumten Schießübungen der Feld=Artillerie
fallen aus.
Darmſtadt, den 29. Januar 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3
be=
finden ſich: 1 Spitzhund.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung,
betreffend das Rollſchuhlaufen auf den Straßen.
Das Rollſchuhlaufen auf den öffentlichen Straßen und Plätzen dahier hat in letzter
Zeit derart zugenommen, daß ſchon häufig Klagen über erhebliche Beläſtigungen des
Publikums und Verkehrsſtörungen laut geworden ſind. Beſonders das Laufen auf den
Fußſteigen und das Lärmen der Läufer gibt berechtigten Anlaß zu Beſchwerden.
Ohne den Wert des Rollſchuhlaufens zu verkennen und ohne dieſem Sport
grundſätzlich Schwierigkeiten bereiten zu wollen, können wir doch die Art und Weiſe,
wie dieſer Sport von einem Teile der Rollſchuhläufer ausgeübt wird, im Intereſſe der
allgemeinen Sicherheit und Ordnung nicht dulden. Wir glauben jedoch, daß es
vor=
läufig ohne Erlaß einer beſonderen Polizeiverordnung genügen wird, wenn wir die
Eltern der rollſchuhlaufenden Kinder hiermit erſuchen, auf eine Beſeitigung der
Aus=
wüchſe nachdrücklichſt hinzuwirken, damit das Laufen auf den Fußſteigen, das läſtige
Lärmen während des Laufens und das Laufen in Reihen und Ketten künftighin
unterbleibt.
Die Schutzmannſchaft iſt angewieſen, auf den Befolg dieſer Mahnung zu achten
und gegebenenfalls gegen die Rollſchuhläufer einzuſchreiten, insbeſondere ſie von den
Fußſteigen zu verweiſen.
Darmſtadt, den 28. Januar 1910.
(2578imd
Großherzogliches Polizeiamt.
Dr. Kranzbühler.
Bekanntmachung.
Die auf Grund der unten abgedruckten Geſetzesvorſchrift vorzunehmende Reviſion
von Mietwohnungen und Schlafſtellen findet z. Zt. im VI. Polizei=Revier ſtatt.
Darmſtadt, den 21. Januar 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei (Baupolizei).
Mueller.
Artikel 1 des Geſetzes, betreffend die polizeiliche Beaufſichtigung von
Miet=
wohnungen.
„Die Geſundheitsbeamten des Staates und die Ortspolizeibehörden, ſowie die
von den letzteren Beauftragten ſind befugt, die zum Vermieten beſtimmten Wohnungen
und Schlafſtellen einer Unterſuchung in der Richtung zu unterwerfen, ob aus deren
Benutzung zum Wohnen oder Schlafen Nachteile für die Geſundheit oder Sittlichkeit
nicht zu beſorgen ſind.
Gleiche Befugnis ſteht den genannten Organen bezüglich der Schlafräume zu,
welche von Arbeitgebern ihren Arbeitern (Lehrlingen, Geſellen, Gehilfen, Dienſtboten uſw.)
zugewieſen werden.”
(2131iii
Kanalherſtellung.
Die Ausführung eines Kanales in
Back=
ſteinmauerwerk in der Nieder=Ramſtädter
ſtraße ſoll verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem Tiefbauamt, Zimmer Nr. 3,
während der Dienſtſtunden zur Einſicht
offen. Auch werden dort die Angebotſcheine
abgegeben.
Angebote ſind bis
Samstag, den 5. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 29. Januar 1910.
(2585im
Tiefbauamt.
Keller.
Nachſtehender Gerichtsbeſchluß wird
hier=
durch zur öffentlichen Kenntnis gebracht:
Konkursverfahren.
Ueber das Vermögen des Kaufmanns
Emil Karl Willy, Alleininhabers der
Firma Irmer & Co. zu Darmſtadt wird
heute, am 29. Januar 1910, vormittags
11 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, da
der Gemeinſchuldner dieſen Antrag geſtellt
und ſeine Zahlungsunfähigkeit glaubhaft
gemacht hat.
Der Kaufmann Karl Dechert in
Darmſtadt wird zum Konkursverwalter
er=
nannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
15. Februar 1910 bei dem Gerichte
an=
zumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über die
Beibehaltung des ernannten oder die Wahl
eines anderen Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die in § 132 der
Konkursordnung bezeichneten Gegenſtände
und zur Prüfung der angemeldeten
Forde=
rungen auf
Montag, den 28. Februar 1910,
nachmittags 4 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte, Neues
Ge=
richtsgebäude Zimmer Nr. 219, Termin
anberaumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Kon=
kursmaſſe gehörige Sache in Beſitz haben
oder zur Konkursmaſſe etwas ſchuldig ſind,
wird aufgegeben, nichts an den
Gemein=
ſchuldner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt, von dem
Beſitze der Sache und von den Forderungen,
für welche ſie aus der Sache abgeſonderte
Befriedigung in Anſpruch nehmen, dem
Konkursverwalter bis zum 20. Februar
1910 Anzeige zu machen.
(2579
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts Darmſtadt I.
Bekanntmachung.
In unſer Handelsregiſter A wurde heute
eingetragen:
Firma: Beck & Steingötter zu Langen,
Filiale in Meſſel. Inhaberin Otto
Stein=
götter Witwe, Minna, geb. Neuenhagen,
in Langen.
(2600
Darmſtadt, den 25. Januar 1910.
Großherzogliches Amtsgericht II.
(61
ie Pelzgarnitur
(Muff und Kragen) zu kaufen gesucht.
Offerten mit Angebot des Preiſes unter
H 41 an die Expedition.
(2591
Bekanntmachung.
Dienstag, den 15. Februar 1910,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die der Witwe des Kaufmanns Laurenz
Valder, Henriette, geb. Hirſchhäuſer und
deren Kindern zu Köln, im Grundbuch der
Gemarkung Darmſtadt zugeſchriebenen
Lie=
genſchaft:
Nr.
Flur
qm
III 148¾/10 153¾10 Hofreite
Kranich=
ſteinerſtraße 17,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K181/09
Darmſtadt, den 30. Dezember 1909.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I
Müller.
(L199,60
In dem Konkurs über das Vermögen
der Darmſtädter Möbelfabrik Georg
Schwab in Darmſtadt ſoll nach erfolgter
Zuſtimmung des Gläubigerausſchuſſes eine
Abſchlagsverteilung erfolgen. Dazu ſind
Mk. 29 988,14 verfügbar. Zu berückſichtigen
ſind Mk. 8220,59 bevorrechtigte und
Mk. 435 351,03 nichtbevorrechtigte
Forde=
rungen, ſodaß 5% auf die
nichtbevorrech=
tigten Forderungen zur Verteilung gelangen
können.
(2584
Das Verzeichnis der zu
berückſichtigen=
den Forderungen kann auf der
Gerichts=
ſchreiberei des Großh. Amtsgerichts
Darm=
tadt I eingeſehen werden.
Darmſtadt, den 29. Januar 1910.
Der Konkursverwalter:
Dr. Gessner, Rechtsanwalt.
Stotten
behandelt mit Erfolg. Nichterfolg Geld
*2408
zurück
H. Dillig, Gutenbergstrasse 14.
Für dieſen Kurſus wird nur ½ des
Ho=
norars berechnet. Anmeldungen noch bis
zum 6. Februar.
Nächste Verlosungen:
Wohlfahrts=Lotterie, Ziehung am
16. und 17. Febr. cr., per Los Mk. 3.30.
Biebesheimer Zuchtvieh=Lotterie,
Ziehung am 1. März, per Los Mk. 1.—
Butzbacher Zuchtvieh=Lotterie,
Ziehung a. 10. März cr., p. Los Mk. 1.—
Stuttgarter Geldlotterie, Ziehung
am 16. März, per Los Mk. 3.—
empfiehlt und verſendet Philipp J.
Schmidt, Königl. Preuß. Lotterie=
Einnehmer, Darmstadt, Rheinſtraße 33.
(2588a
Roghar-Verschitt
Fl. Mk. 1.—, 1.10, 1.25, 1.40, 1.60, 1.80,
per ½
per ¼ Fl. Mk. 2.—, 2.20, 2.50, 2.80, 3.”
3.50
(*2376
empfiehlt
Jean Bert
Soderſtraße 83
Ecke Beckſtraße.
Guterhaltene Saloneinrichtung preiswert
zu verkaufen. Anzuſehen von 2—3 Uhr.
Näheres in der Expedition.
(2576ids
Zeichungen
auf die
4% neue Deutsche Reichsanleihe
und
4% neue Preussische konsolidierte Anleihe
nehmen wir zu den Bedingungen des Proſpekts bis 4. Februar abends von unſeren
Mitgliedern entgegen.
(2421sid
Darmstädter Volksbank
eingetragene Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haftpflicht.
Zeichnungen
4% Deutsche Reichsanleihe und
K% Preuss. cons. Staatsanleihe,
unkündbar bis 1918,
nimmt koſtenlos entgegen
(2625
Ferdinand Sander
Grossherzogl. Hofbankier
Darmstadt,
Frankfurt a. M.,
Luiſenplatz 7.
Kaiſerſtraße 31.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 2. Februar 1910, vormittags 9 Uhr anfangend,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle‟,
Obergaſſe, öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung:
1400 Zigarren, ca. 80 Flaſchen Rot= u. Weißwein, Süß= u. Ungarwein,
Arrak, Rum, Likör und Kognak, 1 große Partie Kolonial= und
Zucker=
waren, Schokolade, Konſerven, 4 Glasglocken, 1 Partie Beſen, Bürſten,
Putzlumpen und ſonſtige Putzmittel u. a. m.
Sodann hieran anſchließend ebenfalls zwangsweiſe:
1 Partie Anſichtskarten und Kuverts, mehrere Füllfederhalter, verſchiedene
Kunſtblätter, mehrere Stücke Leinen. Tiſchzeug, Drell und Servietten, mehrere
Pack Futterſtoffe, Roßhaarſtoffe, 1 Stück Samt, Seidenfutter, mehrere Zentner
Lederdeckel und Packſtoff, 1 Lederhandtaſche, 1 Opernglas, 1 Gasherd, 1
Feder=
rolle, 1 Landauer, 1 Tafelklavier, 3 Pianinos, 1 Büfett, 1 Nähmaſchine,
1 Vertiko, 1 Schreibtiſch, 1 Bücherſchrank, 1 Sofa mit Umbau und verſchiedene
andere Hausmobilien.
Die Verſteigerung der in Fettdruck aufgeführten Gegenſtände findet
be=
ſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, am 31. Januar 1910.
(2609
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.
Verſteigerungs=Anzeige.
Freitag, den 4. Februar 1910, vormittags 9 Uhr anfangend,
verſteigere ich, aus einem Nachlaß herrührend, im Verſteigerungslokal Ludwigshalle,
Obergaſſe, meiſtbietend gegen bare Zahlung:
3 Sofas, 1 Vertiko, 1 Sekretär, 1 Ausziehtiſch, 6 größere und kleinere Tiſche,
12 Stühle, darunter 6 gute Rohrſtühle, 5 Spiegel, verſchiedene Bilder, 2
kom=
plette Betten, 2 polierte Bettſtellen, 1 Sprungfedermatratze, 1 Küchentiſch mit
Marmorplatte, 1 Anrichte, 1 Geſtell für eine ſpaniſche Wand, 1 große faſt
neue Marquiſe für Veranda oder Balkon, 1 große Tafelwage mit Gewichten,
1 Wiener Kaffeemaſchine, 1 Wein= und 1 Likörſervice, verſchiedene Gläſer und
ſonſtigen Hausrat.
1 Stehpult mit praktiſcher Einrichtung, für Büro geeignet, und ein
großer feuerfeſter Bücher= und Kaſſeſchrank, noch ſehr gut erhalten.
Dieſer Kaſſenſchrank wird im Verſteigerungslokal vormittags 11 Uhr ausgeboten.
Derſelbe iſt aber von Intereſſenten am Standort, Stiftſtraße 13, parterre, vorher
einzuſehen.
(2605id
Darmſtadt, den 1. Febuar 1910.
T
Eaust Wolnn, Amtsgerichtstaxator.
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Brennholz-Verneigerung.
Donnerstag, den 3. k. Mts., von vormittags 9 Uhr an,
werden in dem oberen Lokale der Turngemeinde dahier (Woogsplatz 5), aus
Do=
manialwald=Diſtrikt Böllenfalltor, Herrgottsberg und in kleineren Partien in dem
ganzen Diſtrikt zerſtreut verſteigert:
Scheiter, rm: 531 Buchen, 21 Eichen, 21 Kiefern; Knüppel, rm: 212 Buchen,
Eſchen, 17 Eichen, 1 Erlen, 17 Kiefern; Reiſig, Wellen: 4840 Buchen,
160 Eichen, 150 Kiefern; Durchforſtungs=Reiſig, Wellen: 695 Kiefern;
Stöcke, rm: 40 Buchen, 5 Kiefern; Stöcke, ſein zerkleinert, rm: 47 Buchen,
1 Eichen.
Kaufliebhaber werden erſucht, das Holz vor der Verſteigerung einzuſehen. Der
Großh. Forſtwart Klipſtein zu Forſthaus Böllenfalltor wird dasſelbe auf
Ver=
langen vorzeigen und ſonſt gewünſcht werdende Auskunft erteilen.
Darmſtadt, 24. Januar 1910.
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Heinemann.
(2201mi
Slamm= u. Bauholz
kann gederzen Zam Sorertigen Schheiden
angefahren werden im
11
Dampfsägewerk Mahr
Darmstadt, Weiterstädterstrasse 70.
iermit nehme ich die gegen Frau Jakob
Ankauf
(e
Deny, Barbara, geb. Mack, dahier
von nur beſſeren getragenen Herren= u.ausgeſprochene Beleidigung unter dem
Damenkleidern u. dergl. bei reeller Be=Ausdruck des Bedauerns
zahlung. Jetzt Donnerstag hier.
Schrift=
als unwahr zurück.
liche Offerten unter H 100 an die Exped.
dieſes Blattes.
Frau Wilhelmine Lang.
(2341fsi*2367)
(2318a
[ ← ][ ][ → ]Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Februar 1910.
Mitmmer 26
Mt
(*2453
Fräulein
im
ſucht Beſchäftigung für halbe Tage in
irgend welcher Branche, hat gute
Hand=
ſchrift, iſt auch im Haushalt bewandert.—
Offert. unt. H 56 a. d. Expedition d. Bl.
e
Modes!
Selbſt. 1. Putzarbeiterin ſucht Stellung
per 15. Februar. Offerten unter H 49
an die Expedition ds. Blattes. (*2434im
Ein Fräul. hat noch Tage frei z. Ausbeſſern
*2397)
Moosbergſtraße 60, Hth. p.
in allen Weiß=
Tücht. Weißnäherin zeugarbeiten
ſowie auch im Herrenhemden anfertigen u.
in allen Flickereien gründl. erf., wünſcht noch
Kunden. Roßdörferſtr. 17, Hth. 1. St. (*2414
e
M
See
Wirkungskreis
ſucht geb. ält. Dame aus gut. Fam. zur
Führung eines beſſ. Haush., Pflege und
Geſell. e. leicht. Kranken, oder anderweit.
Beſchäftigung. Ia Zeugn. u. Ref. Off
u.
(*2393
82 an die Expedition ds. Bl.
M
Me
B2603) Eine Frau ſucht Waſchen und
Putzen Forſtmeiſterplatz 6.
Für ein 14jähriges,
Stellengesuch: evang. Mädchen
vom Lande wird zum 15. Febr bei jungem
Ehepaar Stelle geſucht. Gefl. Offerten unter
H31 an die Expedition ds. Bi. (*2347im
2ict
ſucht Beſchäftigung im
Fleißige Fraul Waſchen und Putzen
*2350id) Neue Kiesbergſtraße 64, III.
*2353) Aeltere Köchin mit guten Zeugn.,
ſowie eine jüngere, gehen auch als Mädchen
allein, ſowie ein 24=jähriges Mädchen,
welches auch, kochen und alle Hausarbeit
verſteht, ſuch. Stelle Jöckel, Eliſabethenſtr. 32.
Scrähet
ſucht vom 1. Februar ab
Sanbrke Frau tagsüber zwei Stunden
Beſchäftigung Neue Ireneſtr. 18, III. (*2358
am ſucht Waſchen o. Putzen,
Junge
re Frau am liebſten im
Geſchäfts=
haus Stein, Landwehrſtraße 68.
(*2360
*7
Kinderfraulein- Stütze
ſucht Stellung ſof. od. ſpäter. Beſte Zeugn.
vorh. Offert. unt. H 35 an d. Exped. (*2363io
*2378) Junges Mädchen ſucht tagsüber
Stellung. Näheres Expedition.
.,
ſucht Laufdienſt
zunge Frau für Vor= oder
Nachmittag Lichtenbergſtr. 28, II. r. (*2362
2374) Eine Frau ſucht Laufdienſt
Langgaſſe 47.
247) Mehrere Mädchen, d. auch koch. k.,
ſ. ſof. Stellg. Bureau Beck, Eliſabethenſtr. 45.
N
darunter
Mehrere Mädchen,
Land=
mädchen, ſuchen ſofort u. 15. Februar Stellen
Frau Schmidt, Schlachthofplatz 3. (*2444
noch Tage frei im waſchen.
Habe Fr. Hillen, Klappacherſtr. 64.
Poſtkarte genügt.
(*2440
-
Zwei Mädchen ſuchen Stellung
per ſofort in einfache Privat= od.
Geſchäfts=
häuſer, 1 Mädchen ſucht Stelle z. 15. Febr.
Stellenbureau Debus,
Karlſtraße 79. (B2624) Telephon 1737.
Stellung ſuchen:
88
1 Haushält., tücht. in all. Arbeit,
ſow. Köchin z. Aush., Haus= u.
Serviermädchen durch Zentral=
Stellenbureau v. Frau A. Schmitt,
Ballonplatz 5, 2. Stock. (*2458
429) Reinl. Frau ſucht Laden od. Bureau
zu putzen Hoffmannſtraße 12, Manſarde.
*2424) Frau ſucht Laufdienſt für morgens
und nachmittags Kiesſtraße 27, 2. Stock.
2419) Stellen ſuch. u. ſind.: Mädch., w.
koch. u. nicht koch. können, älteres Mädch. in
mutterloſen Haushalt ſofort und ſpäter
Stellenbureau Nösinger, Magdalenenſtr. 21.
*2457) Stelle ſuchen 1 Mädchen für ſof.
2 Mädchen z. 15. Febr., 1 perf. Jungfer z.
1. März, alle mit g. Zeugniſſen.
Frau Frank, Saalbauſtraße 33.
2450) Ein älteres Mädchen ſucht Stelle
in ein Geſchäftshaus.
Jöckel, Eliſabethenſtraße 32.
von auswärts, aus
Junges Fräulein guter Familie, ſucht
Stellung als Stütze der Hausfrau, um
ſich in der Haushaltung zu
vervollkomm=
nen, in gutem Hauſe. Offerten unter H60
an die Expedition ds. Blattes.
(2615im
2455) Tüchtige Mädchen ſuchen Stellen
in Geſchäftsh. o. Wirtſch. Stellenbüro
Schulz, Schulſtraße 3.
Bilanzensicherer
Buchhalter
in allen Buchh.=Syſtemen perfekt, ſucht ſich
per 1. April a. c. zu verändern. Eignet ſich
auch für Reiſepoſten. Anſprüche beſcheiden.
Gefl. Offerten unter H55 Expd. (*2452imd
Kaufmann
29 Jahre alt, mit der Buchhalterei,
Ex=
pedition, ſowie mit allen ſonſt
vorkom=
menden Büroarbeiten vollſtändig vertraut,
ſucht per ſofort oder ſpäter dauernde
Stellung. Offerten unter H 47 an die
(2698
Expedition ds. Blattes.
zuverläſſige Kraft, tüchtiger Verkäufer, ſucht
per ſofort paſſende Stellung. Gefl. Offert.
unter H 36 an die Expedition. (*2370im ſucht Stelle, am liebſten
J. Bommis Kolonialwaren.
Off. unter H 15 an die Exp.
(*2374sido NNHEGM
Vertradensposter
oder ähnliche Stellung ſucht junger Mann
von 28 Jahren für vormittags. Kaution
kann geſtellt werden. Offerten unt. G 88
an die Expedition ds. Bl.
(*2282sid *23280) Junger Mann ſucht zu Oſtern
kaufmänniſche Lehrſtelle.
Offert. unter H 29 an die Exp. ds. Bl. ſolle zu Oſtern geſucht bei Elektro=
Tehrſtene techniker, Kunſt= od. Maſchinen=
ſchloſſer oder Mechaniker für 14=jährigen
Jungen (Tertianer) aus beſt. Familie. Off.
unter H 48 an die Exped. ds. Bl. (*2422 2454ids) Braver Junge ſucht Lehrſtelle
als Monteur, Elektrotechniker, Maler,
Gärtner, Mechaniker, Schloſſer oder dergl.
Offerten unt. H 57 a. d. Expedition. e
Me
M
Frauen und Madchen
finden dauernde, lohnende Beſchäftigung.
Lippmann May
Weiterſtädterſtraße 36. (2569oim *2421) Tücht. Schneiderin für 4—5 Tage
geſucht
Rheinſtr. 47, Vdh. 3. Stock I. *2417im) Perfekte Schneiderin ins Haus
geſucht
Heerdweg 98. De
80a
Tühr. Wehhangertnnen
in und außer dem Hauſe geſucht
(2607
Ludwig Schwab, Spezialgesch.,
23 Ernſt=Ludwigſtraße 23. Jahre lang beſetzter Poſten
für gewandtes Hausmädchen
in Herrſchaftshaus offen. Evangel. beſſ.
Mädchen, die ſchneidern, feinbügeln, ſervieren
können, mit guten Zeug. erf. Näheres in
d. Exp. d. Blattes. Vorſtell. vormitt. (B2372 ahu
Auf ſofort ein Mädchen geſucht
*2354imd)
Waldſtraße 55, p. Der Verein Freundinnen
junger Mädchen (*2369imd
ſucht mehrere franzöſiſche Kinderfräulein für
Darmſtadt u. auswärts. Schriftl. Anfrag. zu
richten an das Bureau Gervinusſtr. 68. Geſucht tücht. ſaubere Lauffrau
für vormittags. — Zu melden zwiſchen
10 und 11 Uhr Georgenſtr. 1, I.
(*2392 *2413) Mädchen tagsüber ſofort geſucht
Wendelſtadtſtraße 8, I.
Lauffrau
2
oder junges Mädchen gut empfohlen,
täglich früh von 8—11 Uhr für Ladenputzen
ſucht
(*2411
Arthur Sittig, Luiſenplatz 4. für dauernd
Ttüchtige Waſchfrau ſof. geſucht
*2415im)
Frankfurterſtraße 80.
Süche und empfehle Mädchen jeder
Art ſofort und ſpäter (*2446
Frau Weißmantel Eliſabethenſtr. 37. *2430) Mädchen, die kochen können, und
andere brave Mädchen erhalten die beſten
Stellen zu einer Dame und zwei Leuten,
gute Behandlung. Stellenbureau Röſe,
Karlſtraße 53, parterre. *2433) Jüngeres Mädchen für tagsüber
geſucht Waldſtraße 50, II. *2449) Büfettfräuleins für Cafes
und Bahnhofs=Reſtaurant geſucht
Bureau Dingeldein,
Telephon 531
Schützenſtraße 10½. Stellung finden:
628
Köchin für Privat, mehr. Allein=
mädchen, die koch. u. nicht koch.
können, f. hier u. ausw. durch d.
Zentral-Stellenbur. v. Fr. A. Schmitt,
Ballonplatz 5, 2. Stock. (*2450
häuſer, welche kochen u. nicht kochen können,
Mädchen in Geſchäftshäuſer geſucht.
Stellen=
bureau Frau Minna Dingeldein,
Schützenſtraße 10½, Telephon 531.
2380) Ehrl. zuverl. Lauffrau od.
Mäd=
chen geſucht Taunusſtr. 24, 2. Stock.
2420) Mädchen für morgens 3 Stunden
geſucht
Rheinſtr. 47, Vdh. 3. Stock I.
*2423) Junge Frau 2 Stund. vormittags
geſucht
Grafenſtraße 8, 2. Stock.
Wi
Ter Stellung Sucht verlange
die
„Deutſche Vakanzenpoſt‟
Eßlingen 143.
(1440f
Junge Leute
von 14—24 Jahren, die Kapitän d.
Handels=
marine werden wollen, erhalt. Auskunf tvon
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Februar 1910.
Seite 13.
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Tommaſo, der Aelteſte der
Hemeinde
. . Hr. Stephani
Moruccio, Mühlknecht . . Hr. Hönel
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§ . Frl. Meyer
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(1. bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe)
2.— Mk., Sperrſitz: (1. bis 13. Reihe) 4.— Mk.,
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre: (1. bis
5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
1. Galerie 1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Anfang 7 Uhr. — Ende vor 10 Uhr.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
6 Uhr an.
Die Hoftheater=Hauptkaſſe iſt für den
Verkehr mit dem Abonnenten=Publikum an
allen Wochentagen, vormittags von 10 bis
12½ Uhr, geöffnet.
Vorverkauf
von 11 bis 1 Uhr für die Vorſtellungen:
Mittwoch, 2. Febr. 110. Ab.=Vorſt. A. 27.
„Huſarenfieber” Kleine Preiſe.
An=
fang 7 Uhr.
Donnerstag, 3. Febr. 111. Ab.=Vorſtell.
B 28. „Die weiße Dame.” Kleine
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Freitag, 4. Febr. 112. Ab.=Vorſt. C 29.
Zum erſten Male wiederholt: „Der
deutſche König”. Große Preiſe. „
An=
fang 7 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Samstag, 5. Februar 1910. Anfang 7 Uhr.
Außer Abonnement.
Vorſtellung zu ermäßigten Preiſen:
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von H. Wilken und O. Juſtinus.
Muſik von Guſtav Michaelis.
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2.— Mk., Balkonloge 2.— Mk., 1. Rang
2.— Mk., 2. Rang 1.— Mk., Sperrſitz
1.50 Mk., Parterre 1.— Mk., 1. Galerig
40 Pfg., 2. Galerie 30 Pfg.
Der Kartenverkauf zu dieſer
Vor=
ſtellung findet Mittwoch, den 2. Febr.,
a) für die Galerien von 1 bis 1¼ Uhr,
b) für die anderen Plätze von 3½ bis
5 Uhr, ſowie an den darauffolgenden
Tagen, vormittags von 11 bis 1 Uhr, für
die noch vorhandenen Plätze an der
Tages=
kaſſe ſtatt.
Am linken Schalter werden nur Sperrſitz=
Karten abgegeben, am rechten Schalter alle
übrigen Karten.
Montag, 7. Februar 1910. Anfang 5 Uhr.
Außer Abonnement.
Kinder=Vorſtellung zu ermäß. Preiſen:
Aſchenbrödel,
oder: Der gläſerne Pantoffel.
Zaubermärchen mit Geſang und Tänzen
in 6 Abteilungen. Muſik von Stiegmann.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 2.— Mk., Fremdenloge
2.— Mk., Balkonloge 2.— Mk., I. Rang
2.— Mk., II. Rang 1.— Mk., Sperrſitz
1.50 Mk., Parterre 1.— Mk., Erſte Galerie
40 Pfg., Zweite Galerie 30 Pfg.
Die verehrl. Abonnenten haben ein
Vor=
kaufsrecht in der Art, daß ſie ſich am
Freitag, den 4. Febr., gegen Vorzeigung
ihrer Abonnementskarten, Plätze (ihrem
Abonnementsplatz entſprechend) an der
Tageskaſſe ſichern können und zwar Ganz=
Abonnenten von 3½ bis 4 Uhr und
Teil=
abonnenten von 4 bis 5 Uhr.
Der allgemeine Kartenverkauf zu
dieſer Vorſtellung findet Samstag, den
v. Februar, ſowie an den darauffolgenden
Tagen, vormittags von 11 bis 1 Uhr, an
der Tageskaſſe ſtatt.
Außer Abonnement.
Auf Allerhöchſten Befehl:
Einmaliges Gaſtſpiel der K. u. K.
Oeſterr. Kammerſängerin Anna von
Mildenburg vom Hofoperntheater in
Wien.
Sonntag, 6. Februar 1910. Anfang 6 Uhr.
Lohengrin.
Große romantiſche Oper in 3 Akten
von Richard Wagner.
Ortrud . . Frau von Mildenburg.
Preiſe der Plätze:
(Große Preiſe)
Proſzeniumsloge 6 Mk., Fremdenloge 6 Mk.,
Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang
(1. bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe,
2.— Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe) 4.— Mk.)
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre (1. bis
(5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
1. Galerie 1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Die verehrl. Abonnenten haben ein
Vor=
kaufsrecht in der Art, daß ſie ſich gegen
Vorzeigung ihrer Abonnementskarten am
Donnerstag, den 3. Februar, Plätze
(ihrem Abonnementsplatz entſprechend)
ſichern können und zwar Ganzabonnenten
von 3½ bis 4 Uhr und Teilabonnenten von
4 bis 5 Uhr.
Der allgemeine Kartenverkauf findet
Freitag, den 4. Februar, und folgende
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Februar 1910.
Nummer 26.
Luftſchiffahrt.
sr. Das offizielle Ergebnis des
Ber=
liner Ballonrennens, das am 22. Januar von
Schmargendorf aus vom Berliner Verein für
Luftſchiff=
fahrt veranſtaltet wurde, iſt jetzt durch den
Wettfahr=
ausſchuß feſtgeſtellt worden. Danach erhält den erſten
Preis Ballon „Clouth” (Führer Berliner), den zweiten
Preis Ballon „Groß” (Führer Gericke) und den dritten
Preis Ballon „Tſchudi” (Führer Gräven). Der für das
beſtgeführte Bordbuch ausgeſetzte Spezialpreis fiel an
Referendar Sticker, der den Ballon „Harburg” führte.
sr. Verbotene Schauflüge in Dresden.
Die Deutſche Luftſchiff=Geſellſchaft in Dresden hatte für
Sonntag auf dem bei Mügeln gelegenen Flugplatze ein
öffentliches Schaufliegen ausgeſchrieben, für das der
Aviatiker Gaubert=Paris mit einem Wright=Flieger
engagiert war. Die Amtshauptmannſchaft unterſagte
im letzten Augenblicke die Veranſtaltung bei einer
Kon=
ventionalſtrafe von 5000 Mark, da Gaubert nicht
vor=
her in einem Probeflug ſeine Fliegerqualifikation
er=
wieſen hatte und die Behörde einen Unglücksfall
ver=
meiden wollte: Die etwa 30000 Perſonen ſtarke Menge
nahm, als ſie ſich in ihrer Erwartung getäuſcht ſah,
eine drohende Haltung an, verlangte das Eintrittsgeld
zurück und konnte nur mit Mühe von
Gewalttätigkei=
ten abgehalten werden.
Vermiſchtes.
C.K. Der älteſte Pfahlbau Nordeuropas. In der
Nähe der ſchwediſchen Bahnſtation Alvaſtra am Rande
des Dage=Moores hat Dr. Otto Frödin die Reſte eines
uralten Pfahlbaues entdeckt, des erſten in Nordeuropa,
der wahrſcheinlich über 4000 Jahre alt iſt. Ueber dieſen
bedeutſamen Fund werden im Globus nähere
Einzel=
heiten mitgeteilt. Aus dem kalkhaltigen Schlamme, der
ſich ausgezeichnet zur Konſervierung eignet, wurden alte
Geräte aus Stein, Flintſtein, Knochen, Horn, ja auch
aus Holz ausgegraben, dann verkohlte Aepfel und
Weizenkörner, die das hohe Alter der Anlage erkennen
ließen. Dieſer ſchwediſche Pfahlbau unterſcheidet ſich
von den in der Schweiz gefundenen dadurch, daß er
nicht im Waſſer ſelbſt angelegt iſt, ſondern auf einem
ſchwach geneigten Strande in ſumpfigem Gelände. Der
Boden ruhte zum Teil auf Pfoſten, zum Teil im Moore
ſelbſt, ſodaß das Waſſer im glatten Strome unter dem
Gebäude fortrieſelte. Gegen Angriffe war dieſe Anlage
durch das unwegſame weiche Moor von der Land= wie
von der Seeſeite geſchützt; die Bewohner bewegten ſich
auf ſchmalen hölzernen Stegen, von denen man noch
Spuren gefunden hat. An dem Boden wurden mehrere
Feuerherde feſtgeſtellt, von denen ſechs bisher freigelegt
ſind. Der Bau hatte wahrſcheinlich ein großes Dach aus
Fellen oder von Aeſten und Torf; Ueberreſte von den
ſchmalen Stöcken, die die Dachbekleidung trugen, ſind
erhalten. Auf dem Boden lag eine 30 cm dicke Schicht
von Abfall, in der die verſchiedenartigſten intereſſanten
Gegenſtände verborgen waren. So wurden gefunden:
Waffen von Flintſtein und anderen Steinen, Pfriemen
und Meißel aus Knochen und Horn, welch letztere in
Moorwaſſer ausgezeichnet erhalten waren, während das
Waſſer die Steingeräte angegriffen hatte. Man fand
auch Scherben von tönernen Gefäßen, Zähne von wilden
Schweinen, welche ſicherlich als Schmuckſachen verwendet
wurden; weiter Knochen von Hirſchen und Wildſchweinen
und eine Menge von Nußſchalen. Von beſonderer
Wich=
tigkeit ſind zwei Gegenſtände, die man bisher noch nie
bei einem ſo alten nordiſchen Funde angetroffen hat. Es
ſind das Weizenkörner, die alſo ſchon in der ſpäten
Steinzeit, 2500—2000 v. Chr., in Schweden angebaut
wurden, und ein hölzerner Haken, das älteſte Gerät aus
Holz, das man bisher in Schweden entdeckte. Auf
Handelsbeziehungen, in denen dieſe Bewohner des
Pfahlbaues zu fremden Völkern ſtanden, weiſen die
Flintſteine und eine kleine Perle aus Bernſtein hin.
** Eine Eiſenbahnfahrt in Deutſch=Südweſtafrika bietet
keine von den Bequemlichkeiten, die der Europäer in
ei=
nem Luruszug zu finden gewohnt iſt, wenn es auch bei
weitem nicht ſo ſchlimm hergeht, daß man, wie ein alter,
Neulingen immer wiederholter Afrikanerſcherz behauptet,
in der erſten Klaſſe auf Haferſäcken, in der zweiten auf
Eiſenbahnſchienen und in der dritten — auf Stacheldraht
ſitzen muß. Nein, es gibt einen richtigen Perſonenwagen
erſter Klaſſe mit breiten Holsbänken, die ſich zum bequemen
Lager aufklappen laſſen. Die zweite Klaſſe iſt an den
Sei=
ten offen und nur mit einem Dach bedeckt. Wenn kein
Per=
ſonenwagen verfügbar iſt, wird über die aufrechtſtehenden
Eiſenſtützen eines Güterwagens ein großer Plan geſpannt.
Die Reiſenden ſtellen ihre Koffer und die notwendige
Futterkiſte darunter und legen ſich bequem in die für alle
Fälle mitgenommenen Klappſtühle. Regen gibt es in der
afrikaniſchen Reiſeſaiſon nicht. Ueber die Reiſegefährten
plaudert S. Ando aus Windhuk im Februarheft von
„Weſtermanns Monatsheften”: „Wir
über=
blicken die Wagen vor uns. Auf dem erhöhten Sitz nächſt
dem unſeren ſchiebt ein Bremſer die Eiſenſtange hin und
her. Er ſieht merkwürdig elegant aus, trotz des
gleich=
machenden Khakianzuges, und auf dem kleinen Finger der
noch wunderlich weißen rechten Hand blitzt ein Goldring
mit einem Vergißmeinnicht aus Türkiſen. An die
Wagen=
wände lehnt ſich allerhand dunkles Volk: hellbraune
Baſtardfrauen mit gezogenen Stoffhüten, wie ſie die
klei=
nen Berlinerinnen im Seebade tragen, und Herero= und
Kaffernfrauen mit bunten Kopftüchern. Da wird
ge=
ſchwatzt und gelacht, die ſchwarzen Sprößlinge an= und
ausgezogen und dazwiſchen Plattentabak aus kurzen
Pfei=
fen geraucht, als „ob de lütt Mann backt” wie Reuter
ſagt. Im nächſten Wagen bremſt ein Ovamho, der nur
bis zu den Beinen bekleidet iſt und mit gekreuzten Füßen
oben lehnt, als ſollte er Modell ſtehen. Die Haupthaare
ſind raſiert bis auf ein kleines Bürſtchen oben ſeitwärts,
das ausſieht, als hätte ihm jemand ein Loch in den Kopf
geſchlagen und es dann mit einem ſchwarzen Stöpſel
zu=
gekorkt. An der Schmalwand des Wagens ſteht
mutter=
ſeelenallein ein nacktes ſchwarzes Kerlchen von etwa fünf
Jahren, das irgend jemand in Windhuk hineingeſtellt hat.
Es ſteht ſtill und ſtramm an derſelben Stelle, verzehrt ſeine
Semmel, als Wegekoſt und wird drei Stunden ſpäter von
einem alten Kaffern heruntergehoben. Eine in roſa Kattun
gekleidete üppige Schönheit ſitzt in einem der offenen
Wa=
gen, die ſpäter beladen werden ſollen. Sie empfängt an
jeder Station eine Menge ſchwarzer Freunde und
Ver=
ehrer, mit denen ſie ſich kokett in den lebhaften
Schnalz=
lauten der Namaſprache unterhält, wenn ſie nicht etwa
das Ausſpucken zu ſehr in Anſpruch=nimmt.”
C) Die verſicherte Flugmaſchine. Daß auch ein
Er=
oberer der Lüfte ſchwachen Augenblicken ausgeſetzt iſt,
in denen der Durſt nach weltlichem Beſitz ihn zum
Ver=
räter idealer Ziele werden laſſen kann, dafür zeugt ein
Vorfall, der aus Reims berichtet wird. Vor kurzem
ließ ſich in der Umgebung ein Mechaniker namens
Pasquier nieder, der bisher Fahrräder konſtruiert
hatte, nun aber mit allem Eifer an den Bau einer
Flugmaſchine ging. Der Apparat wurde vor kurzem
fertig, und der Erfinder kündigte bereits an, daß die
neue Flugmaſchine zu ihren erſten Probeflügen ins
Aerodrom von Bétheny überführt werden follte. Aber
das Schickſal, ſo konnte es anfungs ſcheinen, war dem
neuen Pionier der Fliegerkunſt gram, denn am
Vor=
abend des Transportes brach in der Werkſtatt des
Mechanikers Feuer aus und die neue Flugmaſchine
ward von den Flammen völlig zerſtört. Als man
Pas=
quier in aller Eile weckte, geriet er in die höchſte Ers
regung und ſchien über den Verluſt ſeiner Maſchine
faſt den Verſtand zu verlieren. Auch die Gendarmerie
zeigte ein mitfühlendes Herz, ja ihre Sorge um die
Flugmaſchine ſollte dem Aviatiker verhängnisvoll
werden. Es wurden Nachforſchungen angeſtellt über
die Urſache des verderblichen Brandes. Das Ergebnis
war, daß Pasquier am Samstag vor den
Unterſuchungs=
richter geladen wurde. Er verließ das Gerichtsgebäude
nicht mehr, denn nach dem Verhör wurde er ſofort vers
haftet unter der Anklage, das Feuer ſelbſt angelegt zu
haben, um die Verſicherungsprämie für die
Flug=
maſchine zu erlangen. Denn Pasquier war ſo
vorſich=
tig geweſen, ſeinen Apparat vor dem Brande mit 15000
Franken zu verſichern.
„Das Körpergewicht nahm zu.”
Dies iſt für Wiedergeneſende immer ein ſehr
er=
freuliches Zeichen, bedeutet es doch, daß die dem Körper
dargereichte Nahrung wieder gut anſchlägt, was ſich dann
auch bald in einer Zunahme der Widerſtandsfähigkeit
bemerkbar macht. Dieſen Erfolg verdanken die Eltern
des kleinen Paul der Anwendung von Scotts Emulſion,
worüber ſie, wie folgt, berichten:
Düſſeldorf, Leſſingſtraße 23/III, 27. Februar 1908.
„Unſer Söhnchen Paul war durch eine Reihe von
Krank=
heiten in ſeiner erſten Kindheit, ſowie durch eine Operation
der=
artig von Kräften gekommen, daß es immer weniger ward und
uns viel Sorge machte. Zur Kräftigung und Stärkung verſuchten
wir nun Scotts Emulſion. Zu unſerer Freude nahm Paul die
Emulſion leicht und gern, und wir konnten ſchon nach Verbrauch
einer Probe ſehen, daß ſeine Eßluſt reger wurde. Wir ließen
alſo das Kind eine Zeitlang Scotts Emulſion nehmen
und=
können heute feſtſtellen, daß ſie ihm ganz ausgezeichnet bekommen
iſt. Der Kleine bekam einen ausgezeichneten
Appetit, hat ungefähr 4 Pfund an
Körperge=
wicht zugenommen, iſt munter und fröhlich.
Während man ihm früher ſeine 3½ Jahre
nicht anſehen konnte, iſt er heute das Bild eines
kräftigen und vergnügten Kindes.
(2598)I
(gez.) Emil Riedel und Frau.
Die anerkannt hohe Nährkraft von
E
Scotts Emulſion beruht zunächſt auf der
erſtklaſſigen Qualität ihrer Beſtandteile,
4
ſodann auf dem einzigartigen Scottſchen
ur echtsmit?dieſ
Verfahren, vermittelſt deſſen der
Leber=
arke -dem Fiſch
tran vollkommen leicht verdaulich und
dem
Garantie=
richen des=Scott= wohlſchmeckend gemacht iſt, ſo daß er von
ichen Verjahrens! den Kleinen mit Vorliebe genommen wird.
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Seite 16₰
Demſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Februar 1910.
Nummer 26.
Kriegerverein Darmstadt.
Haupt-Versammlung
Mittwoch den 2. Februar 1910, abends ½9 Uhr
in dem Vereinslokal in der Turnhalle am Woogsplatz.
Tagesordnung: 1. Geſchäftliche Mitteilungen. 2. Jahresbericht. 3. Jahresrechnung
Vorſtandswahl. 5. Wahl der Rechnungsprüfer. 6. Wahl des
Schiedsgerichts. 7. Wahl des Fahnenträgers u. der Fahnenbegleiter.
8. Bücherausgabe.
(2006a
Der Vorstand des Kriegervereins Darmstadt.
Einladung zum Vortrag
(mit Lichtbildern)
des Herrn Majors a. D. Langheld aus Berlin
über:
Land und Leute am Victoriasee früher und jetzt
am Freitag, den 4. Februar 1910, abends 8 Uhr,
im Saale des Hotels zur Traube
(Eingang von der Luiſenſtraße)
veranſtaltet von der
(2616if
Abt. Darmstadt der Deutschen Koionialgesellschaft, den Ortsgruppen
Darmstadt des Deutschen Flottenvereins und des Deutschen
Luftflottenvereins.
Eintrittskarten zu 50 Pfg. (Studenten, Schüler und Schülerinnen zu 20 Pfg.)
ſind in den Buchhandlungen von Bergſtraeßer und Waitz, ſowie abends an der Kaſſe
zu haben. Die Vereinsmitglieder obiger Vereine haben freien Eintritt.
Au
C
Vortra
Dienstag abend 8¼ Uhr im Vortragsſaal, Neckarſtr. 22 (Hths.)
Thema: „Der Teufel und ſein Regiment”.
„Der Urſprung und das Ende Satans” findet hierbei klare Erörterung.
(2620
Redner: H. Dirksen (Amerika).
—Eintritt frei für jedermann.
Wohltatigkerts=Konzert in der Pauluskurche
Sonntag, 6. Februar, abends 6 Uhr,
veranſtaltet von
Fräulein Anna Rau mit ihren Schülerinnen
der Solo= und Chorgeſangsklaſſen, unter gütiger Mitwirkung von
Herrn Profeſſor F. Baſſermann aus Frankfurt a. M. (Violine)
und des Herrn Organiſten Keil.
Karten zu 50 Pfg., Programme zu 10 Pfg. ſind zu haben in der
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2. Aufgeklärtes Verbrechen
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3. Die Rache des Ehemanns
komisch.
4 Die Kunst geht
nach Brof dramatisch.
5. Der Zerstreute.
6. Als wir zum Klempler
schickten, humoristisch.
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Drama.
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Zu erfragen Kahlertſtraße 3.
Gebild. Dame, Wwe., 41 Jahre, ſympat.
ſchlanke Erſcheinung, herzensg., v. edl.
Ge=
müte, ſ. häusl., vergnügungslos, ſucht mit
Herrn in den 50—60 Jahren (höh. Beamten
bevorz.) dem es nur daran gelegen iſt, eine
ſorgſ., liebev., für ihn nur ganz leb. Gattin
zu beſ., in Briefwechſel beh. ſpät. Ehe zu
treten. Gefl. Offerten unter H 44 an die
(*2407imd
Expedition ds. Bl. erbeten.
ſucht ein Kind
Kinderloſes Ehepaar in Pflege zu
nehmen. Off. unt. H 21 an d. Exp. (*2388oim
Damen
erhalten guten Mittags= und Abendtiſch
von 60 Pfg. an. Alexanderſtraße 4, k.
Sonntag iſt in der Strassenbahn 2 Uhr
vom Luiſenplatz nach Eberſtadt ein
braunſeidener Regenſchirm ſtehen
Wiederbringer erhält Belohn.
Privat=
gebliebenl. Abzugb. Viktoriaplatz 9. (*2366 *2351id)
rinat Mittage
Vorzügl. F . Wvat-mittagsusch
für beſſ. Herren und Damen. Für Herren
ſeparates Zimmer Hölgesſtr. 1, I. (2523imdf
4 m. Nachtiſch, Kaffee
tagstiſth u. Gebäck 70 Pfg.
Frankfurterſtr. 36, parterre.