Darmstädter Tagblatt 1892


26. Februar 1892

[  ][ ]

Abonnemenkspreis
dlertelRhelich. 1 Mark 50 Pf., halb-
ſhrlich
3 Mark incl. Beingerlohn.
Anſwurtz werden von allen Poſt=
Umten Beſtellungen emtgegenge.
nommen zu 1 Mark 50 Pf. ro
Quartal inc. Poſtaufſchlag.


155. Jahrgang.


Mit der Sonntags=Beilage:
zguuſtrites unteryaltungsvlatt.

Zaſerate
für dah
wochentl. Gmal erſcheinende Tagblart
werden angenommen: in Darmſtadt
don der Expedition, Rheinſtr. Nr. 28.
in Beſſüngen von Friedr. Bilbßer,
Schießhausſtraße 14, ſowie auswuͤrts
don allen Annonen=Expeditionen.


Amtliches Organ
für die Belanntmachungen des Großh. Kreisamts, des Großh. Polizeiamts und der anderen Behörden.

.48.

Freitag den 26. Februar.

1892.

AuSVOTIOULI.

Verkaufe von heute ab mein großes Lager in gewebten Unterjacken, Unter=
oſen
, Normalhemden und=Socken, in baum, halb= und reinwolle, zu bedeu=
nd
herabgeſetzten Preiſen. Eine Parthie wollene Jacken zu Fabrikpreiſen.
H. Vocse, Rheinstrasse 3,
zunächſt dem Paradeplatz.
(2687

Athroinor's
Hnoipp's

er 1 Pfund=Packet 35 Pfg., empfiehlt
MOrhz L=Amdau,
ſ2873
Mathildenplatz !
Zweiggeſchäft: Carlsſtraße 74.

Dur ganz kurze Zeill
dauert der Verkauf einer friſch eingetroffenen Sendung, beſtehend aus
mehreren Hundert
1.
oslon Boohstin,

paſſend für

Herrenanzüge, Hoſen 6p; Aeßerzieher,
welche, um raſch damit zu räumen, zur Hälſte fhres Werthes nur
gegen Baarzahlung verkaufe.
Ich mache insbeſondere darauf aufmerkſam, daß ſämmtliche Stoffe von
nur veeller und vorzüglicher aualität ſind, ſehe geneigtem Zu=
ſpruch
entgegen und zeichne
Hochachtungsvoll
J. W. Sehemſtor,
2507
Louiſenſtraße 38 1. Stock.

Billiger als friſche Gemüſe:
Braunſchweiger und
Retzer
ſomüse-Conser von
wegen vorgerückter Saiſon von heute an
20 pCt. billiger wie ſeither.
WIh. Neber Hohigr.,
Eliſabethenſtraße 6,
Anton Fassbendor,
l27as
Marktplatz.

Vorzügliches
Wörrolet,
Prima Urklsche Anotschon
mit und ohne Steine,
Amerik. Danyf. und Sehnttäykol,
Bohräpiel und ital. Birnen,
Franzbslsche und Htal. Brünollen,
Mrabellen und Thauyflaumen,
Elrschen und vordeauzPflaumen,
LprEosen und Pürslchspalten,
Feine Obstmischungen
Pfund 50 und 70 Pfg.
Prima Maccaroni u. Eier-
Gemüſe-Nudeln
empfiehlt
Carl Watuingor,
Wilhelminenſtr. I. (838
Gartemerde
kann unentgellich abgefahren werden.
[2874
Mühlſtraße 24.
93

[ ][  ][ ]

Gediehische

aller Quellen,
in ganz friſcher Füllung,
empfiehlt
Friodr. Schaefer,
Grossh. Hoſlioforant. (2394

KRathreiner's
Kneipp's Malzkaffee,
per ¼, Pfund=Packet 35 Pfg.,
Engelhardt's
deutſchen Perlkaffee,
per ¼ Pfund=Packet 30 Pfg.,
Malz-Haftee

loſen,
per Pfund 22 Pfg.,
Gebranmiss korn,
per Pfund 20 Pfg.
Alle anderen Kaffeezuthaten in pracht=
voller
Waare zu den gewohnten bil=
ligen
Preiſeu empfiehlt
L. Brandstätter,
Ecke der Erbacher= u. Mühlſtraße.
Glyeerin-
Sohvelelmloh Soite
aus der Kgl. Bayr. Hofparſümerie=Fabrik
C. D. Wunderlich. Nürnberg.
Renommirt ſeit 1863 als beliebteſte
und angenehmſte Toiletteſeife zur Er=
langung
eines ſchönen, ſammetartigen,
weißen Teints, gegen Ausſchläge jeder
Art, vorzüglich geeignet zur Reinigung,
von Hautſchärfen, Jucken der Haut, Flech=
ten
ꝛc. 35 Pfg. bei Herrn Adolf
Walchner vorm. E. Schurmann,
Hoflieferant, Ludwigsplatz I.
(107e

Niy
Feinste Coguaos,
nach franzöſ. Methode ſelbſt gebrannt,
1a. Kirſch= u. Zweſſchen, Wachholder,
Korn, Treſter u. Hefe, an Güte, Billig=
keit
unübertroffen, offerirt Höhn II.,
Brennerei, Heppenheim B. Muſter frei.
Eine Partie Kuhmiſt
zu verkauſen Dieburgerſtr. 212. (2576

Glagé-Hamaschmhhe.

Farbg.
Schwz.

Weiße
Schwz.
Weiße

Damen-Glaçé, 4
2
3

4

4

Farbg Herron-Glaçé,

Knopfl., Raupe, vorzülgl. Qual. 2.30.
gut bewährte Qual.
1.80.
Extra La. Qual
2.50.
Luxemb. Chevreaux
3.80.
bekannt gute Qual.
2.

Extra 1a. Qual.
2.50.
Agraſſe, Raupe, elegant u. ſolid 250.
beſte Marke 2.50.

ſchöne Qual.
2.

H. Stade & Beer Hachlolger.

Hatholiſcher Geſellenverein.
Sonſntag den 28. Februar,
14
Abends 8 Uhr:
5.
DClluaunC vo-=bluLv.
K.
A. A.

Eintrittspreis Perſon 50 Pig.
Nichtmaskirte zahlen für Kappe 20 Pfg extra. Karten für Masken ſind
von heute ab bis Sonntag Nachmittag 4 Uhr beim Hausmeiſter zu haben.
Der Vorstand.
(2763

Zur Kinderpflege.
Beim Waſchen und Baden der Säuglinge und Kinder iſt die Güte des Waſch=
mittels
von allergrößter Wichtigkeit. Mütter, beachtet dlo grösste Vor-
gicht
bei Wahl der Selfe. Eo vielen gebräuchlichen Toilette= oder
ſogenannten Kinderſeiſen haftet der Uebelſtand an, daß ſie zu scharf ge-
langt
and, mithin die Haut angreifen. Dieſe Seifen ſind alſo
dem Ehnda luggorst sahsdlch. beoſträchiigan dosson Gedolhen.

Die zarte Haut des Kindes bedarf einer außerordentlich milden und reiz=
loſen
Seife und dies iſt in unerreichter Vollkommenheit
D ult der
Doerſug's Solſſe
Eule.
Laut chemlscher Prükung lst sle unvorfälscht roin, vollkommen
neutral, absolut frel von üborschüssiger Lauge odor scharfätzenden zu-
sätron
, roinlgt vorzüglich ohne die haut zu verlotzon und vorleiht dor
Raut Weiehheit und Glätte.
Wohl keine andere Seiſe der Welt als die Dooring's Seifo mit der Eulo verdient
zum Waschen und Baden der Gänglinge und Winder
verwendet zu werden, keine andere kommt ihr an Wirkung gleich. Die Haut
wird zart, weiß und geſund, das Kind befindet slch wohl:
S. koln Spannon, koln Bronnon oder Juckon. koin Hundsoin,

koine infoctléso Entündung dor Haut-
Wütter vereuchetz.
Doorlnge Selfe iſt in faſt allen Linderſpitälern eingeführt und dieſe Arzt-
liche
Anerkennung muß voll Uberzeugen, daß fur unſere Kleinen
[13313
Doerlnge selte mit der Eule de zuträgllchste, de nütellchsto,
die beste Seife der Welt ist.
E lddem Stulek Doorlnge Solfo muge ungore Schutrmarke do , Eule=
aufgoprägt
soln, daher dle Bexelohnung;,Ooorlngs Solfe mit dor Eules.
Prois 40 Pf. in allon Parfumerion, Droquerien u. Colonlalw.-Geschäfton.

[ ][  ][ ]

Ne. 48

629

concentrirtes Halzextract Anaten- und

ist das angenehmste
2 Martarrh-Mittel, auf das man wegen seiner lindernden Wirkung auf
SUEUhtt G de Sehleinhäuto und seiner leiehten Verdanlichkolt stets gerne zu-
rlekkommt
. Kinder nehmen es in ihrer Frühstucksmilch mit Lust und be-
finden
sich dabei vortrefflich, weil es augleich nührend und Eräftigend wirkt. - Aus domselben Grund ist das
Loeſlund’sche Eisen-Malzextraet fur blutarme Personen ganz besonders zu empfehlen, da die Malz-
bestandtheile
die Wirkung des Eisens kräftig unterstutzen und dessen Vordauung befördern. Neuerdings hat sich
Loeſund's Leberthran-Malzextract durch seinen angenehm süssen Geschmack in weiten Kreisen einge-
bürgert
; die Mischung ist so verdaulich, dass sie von Alt und Jung das ganze Jahr fort gebraucbt werden kann,
worauf ärztlicherseits grosser Worth gelegt wird. - Loeſtund's Huatenbonbons sind, soviel sie auch nachge-
ahmt
werden, wegen ihror bekannten vorzllglichen Eigenschaſten uberall ein vielbegehrter Artikel. Man vorlange in
den Apotheken und Droguenhandlungen aher stets dis ächten LOEEL VRD'schen.
[2578

Samstag den 27. Februar, Abends 6 Uhr,
im großen Saale des Darmſtädter Hofes=

Bum Besten

des Hesslschen lehreriunen-Aeims:
VOTTTO9
von Frau Hoeper-Mouselle aus Jspringen:
Schein und Wahrhoit in dor Erziohung
Eintrittskarten 1 M., Schülerkarten 50 Pfg. in der Hofbuchhandlung von
A. Bergſträßer und Abends an der Kaſſe.
Zu der nach dem Vortrag ſtattfindenden Vereinigung mit einſachem Abend=
eſſen
bittet man die Anmeldungen an Fräulein Wider, Hügelſtraße 6, gelangen/
zu laſſen.
[2761
Darmſtädter Narrhalla
Cug-Verein).
Siebentes Vereinsjahr.
10

nt=

ld

Am Faſtnachts=Tage den 1. März 1892, von Nach.
mittags 2 Uhr 1 Minuten ab:
2

ſrosse Happonſahrl.
hierzu nimmt unſer Rathsverwandter Herr Metzger=
Anmeldungen meiſter Ludwig Geiſt Mathildenplatz, entgegen.
W Die Reihenfolge der Anmeldungen iſt maßgebend für die Ordnung
während der Fahrt.
Die Theilnahme einzelner Perſonen oder ganzer Gruppen im
Masken=Coſtüm iſt ſehr erwünſcht. Vertreter ſolcher Grüppen werden zu der
Freitag den 26. l. Mts., Abends 9 Uhr, im oberen Lokal der Reſtauration
zur alten Poſt ſtatfiadenden
Ex. Sitzung 2N
hierdurch eingeladen.
12836)
Der kleine Rath
der Darmſtädter Narhalla (Zug=Verein).
Tüchtige Kleidermacherin,
Hoine Couvortonstepperei
welche ſeither in Frankfurt ſelbſtſtändig
gearbeitet, empfiehlt ſich in und außer m hringe ich in gefüllige Erinnerung.
Hauſe. Kirchſtr. 19 im Laden. (2725
Frau Kreuder, Carlsſtr. 3. 8

708) Rheinſtraße 28
Vorderhaus Wohnung im 1. Stock,
3 Zimmer, Küche und allem Zube=
hör
. Ebendaſelbſt Hinterbau große
ſchöne Räume mit gutem, großem
Keller, Fruchtſpeicher ſofort zu ver=
miethen
durch Fr. Langnes, Hof=
buchdruckerei
.

Läden, Hagazine elo.
328) Schnſtergaſſe 8 ein kleiner
Laden mit Wohnung per 1. Februur.
Nahe am Markt.
u
6 Rheinſtraße 15
iſt ein ſchöner Laden mit daran=
ſtoßendem
hellem Zimmer per ſofort
oder 1. April zu verm. event. auch
mit Wohnung Nüheres bei Alex.
Schäfer, Rheinſtr. 16. oder Ludw.
Alter, Möbelfabrik. Eliſabethenſtr.

1009) Saalbauftr. 17, 1 Stiege h.,
ein ſchön möbl. Zimmer mit Penſion ſof.
2551) Magdalenenſtr. 6, oberhalb
der Infanteriekaſ., ein ſehr hübſch möbl,
Zimmer zu verm. Näheres 1. Stock.
2879) Schloßgraben 15 einige gut
möblirte Zimmer, paſſend für Einjährig=
Freiwillige, zu vermiethen.
Herrschatts-Haus
in bevorzugter Höhenlage mit 15 eleganten
Wohnräumen, ſehr comfortabel eingerichtet,
ſchöner Garten mit den feinſten Obſtſorten,
zu verkaufen. Näheres bei D. Stamm,
12880
Alexanderſtraße 6.
(Fine hübſche Damenmaske (Spanierin)
(2489
2 billig zu verkaufen.
Zu erfragen in der Exped. d. Bl.

[ ][  ][ ]

630

Nr. 49
Darmſtädter

A2UCTTIOTI0


Eug-Verein).

- Siobentes Vereinsjahr. E-

Am Faſtnachts=Tage,
Dienſtag den 1. März 1892. von Abends 8 Uhr 11 Minuten an
bis zum Aſchermittwochs=Katzenjammer,
in ſämmtlichen mit ungeheuren Koſten gemietheten, gereinigten, erwärmten, beleuch=
teten
und ebenſo narrhalliſtiſch, wie carnevaliſtiſch geſchmückten Rüumen des ſtädtiſchen
SAAlbaues:
Arosser
Allgemeiner Masken=Ball.
Janz-Ordnung: Deutſche C) Tänze. - Franzöſiſche Tänze. - 20 Polka ꝛc.
Preis-Vertheilung! Je Ein Preis an die schönste
Damen-Mazke und die chärakteriatischste Herren-Masko. Die
Preisgekrönten ſind weder zur Namensnennung, noch zur Demaskirung verpflichtet.
Selbſtverſtändlich ſind die in früheren Jahren durch Preiſe ausgezeichneten
Masken vom Wettbewerb ausgeſchloſſen.
Ball-Sterne
für Mitglieder,
gegen Abſtempelung des Mitgliedſternes M. 1.-
Damenſternes 1.-
Damen von Mitgliedern,
fremde Damen
. 2.-
2
3.-
fremde Herren
ſind im Vorverkauf bei den Herren v. Fair & Söhne Ernſt=Ludwigeplatzz und
C. & M. Kaminsky (Marktpaſſage, zu haben.
W. An der Kasse im Saalbau koſten die Ballſterne für Jedermann
ohne alle Ausnahme HHerr, Dame, maskirt oder unmaskirh M. 3. 50 Pſg.
Saal=Eröffnung um 7 Uhr 11 Minuten.
Der kleine Rath
l2784
der Darmſtädter Rarrhalla Gug Verein).
ir beehren uns ergebenſt anzuzeigen, däß Herr Wilhelm Bopp in
289 Offenbach a. M. in Folge anderweitiger Unternehmungen die General=

Agentur unſeres Verbandes für das Großherzogthum Heſſen nieder=
gelegt
hat und wir eine ſolche für das genanute Land
Horrn doorg Waguer in Offonbach a. I.,
Domſtraße,
übertragen haben.
Feuervorsichierungs Jorband dentscher Pabriken.
Der Vorſtand: Fr. Rehſeld.

(2881

1t Bezug auf vorſtehende Anzeige halte ich mich den Herren Fabrikanten
O0 und Gewerbtreibenden zum Abſchluß von Feuer=Verſicherungen beſtens
empfohlen und bin ich zu jeder hierauf bezüglichen Auskunft gerne bereit.
Offenbach a. M., den 23. Februar 1892.
Geors Naguer, Coneralagont, vomstrasse.
Empſehle meine Waſch= u. Glanzbügel=1606 ut möblirtes Zimmer per I. April
E anſtalt. Wogsplatz 3 (Dampfmol= U geſucht. - Gefl. Offerten an die
8. Stoinmandt. 12882 Expedition unter Ch. A. 400 erb. (2883

kerei).

M
M

2884) Mehrere brave Mädchen ſuchen
Stellen durch Frau Steul, Karlsſtr. 54.
2885) Eine alleinſteh. Perſon CLehrers=
tochter
), die ſich allen häusl. Arb. unter=
zieht
, ſucht Stelle in feinem Hauſe. Frau
Reßling, Marktplatz 7.
2886) Ein kräft. Landmädchen, 18. J.
alt, mochte St. in e. Haushalt, wo ihm
Gelegenheit geboten, das Kochen zu erl.
Lohn wird nicht beanſprucht. Frank,
Ludwigsſtraße 16.
2887) Brave Mädchen mit g. Zgn.,
Köchinnen, Hausmädchen, Kinder=
mädchen
, Mädchen f. alle Arbeit empfehle
geehrten Herrſchaften auf. Oſtern.
Frau Katzenbach, Kirchſtr. 1, 2 Tr.

8.
BaAN
W

2792) Eine Verkäuferin wird in ein
Papiergeschäft geſucht, mit der Branche
bewanderte erhalten den Vorzug.
Emil Reuter.

2888) Geſucht auf 8. Marz e. Mäd=
chen
allein, das etwas koch. k. u. Liebe zu
Kindern hat. Lohn 14 M. uonatlich.
Rückertſtraße 23.

2888a) Ein beſſeres Müdchen
Kinde ſucht Frank, Ludwigsſtr. 16.

zu e.

Gesmchd.

Ein junges Mädchen aus guter Fa=
milie
, welches in allen Handarbeiten,
ſowie in den feinen hauslichen Ar=
beiten
erfahren iſt und gute Zeugniſſe
hat, zum baldigen Eintritt geſucht.
Offerten unter H. 61323 an Haasen-
Stoin & Vogler, A. C., Frankfurt a. M.

2890) Geſucht eine gewandte Köchin
und ein Hausmädchen für die Saiſon
in ein Herrſchaftshaus nach Bad Kreuz=
nach
. Näh. Landwehrſtr. 19, 3. Stock.
2794) Ein Lehrmädchen in ein Papier-
geschäft
geſucht.
Emil Reuter.

2778) Hausburſche geſucht.
Saalbau=Reſtauration.

2891) Einen jülngeren Spenglerge=
hilfen
ſucht
O. Momberger.

2.)
Eine Lohrlingsstelle
iſt auf Oſtern durch einen jungen
Mann mit guten Schulkenntniſſen
und ſchöner Handſchrift zu beſetzen.
Emil Sander,
Herrenkleider=Fabrik.

2892) Ein braver Junge
kann in meine Buch= u. Kunſtdruckerei
als Lehrling eintreten, ein ebenſolcher in
meine Steindruckerei.
H. Hohmann,
Waldſtraße 4.

[ ][  ][ ]

Wie mitgetheilt wird, iſt beabſichtigt, die alljährliche
Ehmder-Vorstellumg,
im Großh. Hoftheater am nächſten Montag nicht wie ſeither Vormittags, ſon=
dern
am Abend um 5 Uhr beginnen zu laſſen. Im Intereſſe unſerer Kleinen und
um dieſer Kinder=Vörſtellung einen recht zahlreichen Beſuch zu ſichern, ohne den
Eltern die Theilnahme an der Narrhalla=Vorſtellung. jDer Ottensoverée,
unmöglich zu machen, wird Großh. Höftheater=Direktion erſucht, auch diesmal wie=
der
den Beginn der Kinder=Vorſtellung auf 11 Uhr Vörmittags feſtzuſetzen.
Ein alter Narr, der ſich und ſeinen Kindern=gern eine Freude gönnt.
L.amoſim--ollette-Cream-L’amolum

Vorzüglich
Vorzüglich

Vorzüglich zur Pflege der Haut.
zur Reinhaltung und Bedeckung wunder Hautſtellen
und Wunden.
zur Erhaltung einer guten Haut, beſondersbei kleinen
Kindern.
[850
Zu naben in den meiſten Apotheken und Droquerien.

W
Ltaz!

Lehrlings=Geſuch.
1132) Auf Oftern ſuche ich einen
jungen Mann mit guter Schulbildung in

die Lehre.

8l. ungar. Katserauszug 25 Pl.
8t. dentsch. Blſthenmehl 22Pl
Bei 5 Pfund Preisermäßigung.
morikan. Schmalz (Wilcor),
Cocosnusshuttor,
foinsto Pflannonbuttor,
Buttorsl, Spoisoöl.
Gefrocknetos Obsl
in großer Auswahl.
Mirabollen, Marmolade, Tafol-
ſolée
, Iwotschonlatworge,
ſeinſte Qualitäten, empfiehlt billigſt
G. 1. 1000 "a6m.
F. Mattern.
[2894

H. R. Maller,
Papierhandlung.

2730) Für mein Geſchäft ſüche
ich zu Oſtern einen mit guten Schul=
kenntniſſen
verſehenen jungen=
Mann als Lehrling unter günſtigen:
Bedingungen.
Georg Thies.
Hof=Muſikalienhandlung.

Falrrad!
wenig gebraucht, wegen Abreiſe zu ver=
kaufen
. Näheres Expedition.
12895

Bei dem Hofball
am Samstag ſind ein Paar Damen=
Gummiſtiefel, innen mit loſen, weißen
Pelzſohlen, vertauſcht worden. - Man
bittet, ſelbige im Palais (Coniſenplatzl
umzutauſchen.
12896

(n nicht zu großer Entfernung von der
2) Promenadenſtraße wird von kleiner,
ruhiger=Familie' eine
Wohmumg.
von 6-8 Zimmern, möglichſt mit= Bade=
zimmer
=und=Garten in feinem Hauſe
innerhalb einiger Monate zu miethen ge=
ſucht
. Offerten mit genauen Angaben
unter P. P. an die Exped. erb. (2897
Innigſten Dank
dem gütigen Geber des Geburtstags=
Bratens.
[2898

Großherzogliches Hoftheater.
Freitag. 26. Februar 1892.
5. Vorſtellung i. d. 7. Abonnements=Abteilung.
GBlaue Karten giltig.)
Fidello.
Große Over in 2 Akten von L. v. Beethoven.
Anfang 1 Uhr. Ende ¼10 Uhr.
Kaſſe Oeffnung 6 Uhr.
Sonntag. 28. Februar 1892.
6. Vorſtellung i. d. 7. Abonnements=Abteilung
Glaue Karten giltig.)

Oper in 8 Akten von Thomas.
Hierauf,
Wiener Walzer.
Ballet in 3 Bildern von Frappard und Gaul.
Montag, 29. Februar 1892.
Extra=Vorſtellung. Mit großen Preiſen.
Zum erſtenmale:
Das Binſenmünnchen
und
der Binſenmichel.
Komödie für Kinder in 7 Bildern, nach einem
Mürchen bearbeitet von C. A. Görner.
Erſtes Bild: Die guten Kinder= Zweites
Bild:HarteHerzen'Drittes Bild: Binſen=
männchens
Reich=. Vierkes Bild:Der Lohn
des Guten; Fünftes Bild: Am Cumpfſee
Sechſtes Billd.=Beſtrafte Habgierr. Schluß=
Bild (Apotheoſe).
Hierauf:
Die Puppenſee.
Vantomimiſches Divertiſſement in 1 Akt von
Haßreiter und Gaul.
EeEs iſt geſtattet, daß zu dieſer Vor=
ſtellung
eine erwachſene Perſon mit einem
Kind oder 2 Kinder einen Platz benutzen.
Ein Vorverkauf findet ſtatt am Sams=
tag
, den 27. Februar, Vormittaas von 10 bis
1 Uhr und Nachmittags von 3-4 Uhr im
Großh. Hoftheater.

Politiſche Ueberſicht.

Deutſches Reich. Der Kaiſer beglückwünſchte am 24. vor=
mittags
verſönlich den Reichskanzler Grafen v. Caprivi zu ſeinem
Geburtstag.
Am 25. findet vor dem Kaiſer die Vorſtellung der Offiziere
der Königl. Central=Turnanſtalt ſtatt.
Der Kaiſer hielt wie alljährlich am 24. bei dem Feſtmahle des
Brandenburgiſchen Provinziallandtags im Kaiſerhof eine Anſprache,

welche der =Reichsanzeiger; veröffentlicht. Hiernach lautete die An=
ſprache
wörtlich:
Sie haben in althergebrachter Weiſe, zu Ihrer Arbeit zu=

vergehernte ko Bafür dei Ihne.nPrnride berzſlichſter Dank geſaat. Mir
bereitet es ſtets beſondere Freude, wenn ich mit Märkern zuſammen
ſein kann. Um ſo mehr iſt dies der Fall, wenn das geſamte Land
Brandenburg. in ſo würdiger Weiſe vertreten, ſich hier zuſammen=
findet
. Die Worte, die ſoeben geſprochen worden ſind, und welche

[ ][  ][ ]

632
Ne.
Ihre treuen Geſinnungen mir von neuem offenbaren, haben mir ſehr
wohl gethan. Es iſt mir in meiner ſchweren Arbeit doppelt ange=
nehm
und auch zu gleicher Zeit anregend, wenn in ſo warmer Weiſe
meine Beſtrebungen für das Wohl meines Volkes dankbare Aner=
kennung
finden. Es iſt ja leider jetzt Sitte geworden, an allem, was
ſeitens der Regiernna geſchieht, herumzunörgeln und herumzu=
mäkeln
. Unter den nichtigſten Gründen wird den Leuten ihre Ruhe
geſtört und ihre Freude am Daſein und am Leben und Gedeihen
unſeres geſamten großen deutſchen Vaterlandes vergällt. Aus dieſem
Nörgeln und dieſer Verhetzung entſteht ſchließlich der Gedanke bei
manchen Leuten, als ſei unſer Land das unglücklichſte und ſchlechteſt
regierte in der Welt, und es ſei eine Qual, in demſelben zu leben.
Daß dem nicht ſo iſt, wiſſen wir alle ſelbſtverſtändlich beſſer. Doch
wäre es dann nicht beſſer, daß die mißveranügten Nörgler lieber
den deutſchen Staub von ihren Pantoffeln ſchütteln und ſich unſeren
elenden und jammervollen Zuſtänden auf das ſchleunigſte entzögen ?
Ihnen wäre ja dann gebolfen und uns thäten ſie einen großen Ge=
fallen
damit. Wir leben in einem Uebergangszuſtande. Deutſchland
wächſt allmählich aus den Kinderſchuhen beraus, um in das Jüng=
lingsalter
einzutreten; da wäre es wohl an der Zeit, daß wir uns
von unſeren zeinderkrankbeiten freimachen. Wir gehen durch be=
wegte
und anregende Tage bindurch, in denen das Urteil der großen
Menge der Menſchen der Obiektivität leider zu ſehr entbehrt. Ihnen
werden ruhigere Tage folgen, inſofern unſer Volk ſich ernſtlich zu=
ſammennimmt
, in ſich gebt und unbeirrt von fremden Stimmen auf
Gott baut und die ehrliche fürſorgende Arbeit ſeines angeſtammten
Herrſchers. Ich möchte dieſes Uebergangsſtadium mit einer kleinen
Geſchichte vergleichend beleuchten, welche ich einmal gehört babe.
Der berühmte engliſche Admiral Sir Francis Drake war in Cen=
tral
=Amerika gelandet nach ſchwerer ſtürmiſch bewegter Reiſe;
er ſuchte und forſchte nach dem anderen großen Ocean, von dem er
überzeugt war, daß er vorhanden ſei, den die meiſten ſeiner Be=
gleiter
jedoch als nicht exiſtierend annahmen. Der Häuptling eines
Stammes, dem das eindringliche Fragen und Forſchen des Admirals
aufgefallen, von der Macht ſeines Weſens eingenommen, ſagte ihm:
Du ſuchſt das große Waſſer; folge mir, ich werde es Dir zeigen
und nun ſtiegen die beiden trotz warnenden Zurufs der übrigen
Begleiter einen gewaltigen Berg hinan. Nach furchtbaren Beſchwer=
den
an der Spitze angelangt, wies der Häuvtling auf die Waſſer=
fläche
hinter ibnen und Drake ſah die wildbewegten Wogen des
zuletzt von ihm durchſchifften Meeres vor ſich. Darauf drehte ſich
der Häuptling um, führte den Admiral um einen kleinen Felsvor=
prung
herum, und plotzlich that ſich vor ſeinem entzückten Blicke
der vom Gold der aufgehenden Sonne beſtrahlte Waſſerſpiegel des
in majeſtätiſcher Ruhe ſich ausbreitenden Stillen Oceans auf.
So ſei es auch mit unsl Das feſte Bewußtſein Ihrer, meine Arbeit
treu begleitenden Sympathie flößt mir ſtets neue Kraft ein, bei der
Arbeit zu beharren und auf dem Wege vorwarts zu ſchreiten, der
mir vom Himmel gewieſen iſt. Dazu kommt das Gefühl der Ver=
antwortung
unſerem oberſten Herrn - dort oben gegenüber und
meine felſenfeſte Ueberzeugung, daß unſer alter Alliierter von Roß=
bach
und Dennewitz mich dabei nicht im Stiche laſſen wird. Er
hat ſich ſolche unendliche Mühe mit unſerer alten Mark und unſerem
Hauſe gegeben, daß wir nicht annehmen können, daß er dies für
nichts gethan. Nein im Gegenteil, Brandenburger, zu Großem ſind
wir noch beſtimmt und herrlichen Tagen führe ich Euch noch ent=
gegen
. Laſſen Sie ſich nur durch keine Nörgeleien und durch miß=
vergnügliches
Parteigerede Ihren Blick in die Zukunft verdunkeln
oder ihre Freude an der Mitarbeit verkürzen. Mit Schlagwörtern,
allein iſt es nicht gethan, und den ewigen mißvergnüglichen Anſpie=
lungen
über den neuen Kurs und ſeine Männer erwidere ich ruhig
und beſtimmt: Mein Kurs iſt der richtige und er wird weiter ge=
ſteuertr
. Daß meine beave märkiſche Manrſchaft mir dabei helfe,
das hoffe ich beſtimmt. Daher trinke ich auf das Wohl Branden=
burgs
und ſeiner Männer mein Glas=
Im Reichstag erinnerte am 24. der Bräſident vor Eintritt in
die Tagesordnung an die Eröffnung des Norddeutſchen Reichstags
vor 25 Jahren, aus welcher Leit nur noch 25 Abgeordnete vor=
handen
ſeien. Hierauf folgte in zweiter Beratung der ſoz.=demokr.
Antrag auf Aufhebung der Zölle auf Getreide Fleiſch und Vieh.
Der Antrag wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Ein weiterer
Antrag Auer auf Aufhebung von Wirkungen des Sozialiſtengeſetzes
wurde debattiert, die zweite Beratung wird im Plenum erfolgen.
Dem preußiſchen Abgeordnetenhaus iſt ein Geſetzentwurf zu=
gegangen
, betreffend die Heranziebung von Militärperſonen zu Ge=
meindezwecken
, ferner eine Denkſchrift des Kultusminiſters, betr.
Normaletat für Direktoren und Lehrer höherer Lehranſtalten.
In der Schulgeſetz=Kommiſſion beantragten am 24. bei Be=
ratung
des Abſatz 4 des 8 17 (Teilnahme der Diſſidentenkinder an
dem Religionsunterricht) die Freikonſervativen, die Befreiung von
dem Religionsunterricht ſolle erfolgen, wenn die Eltern beſcheinigen,
daß die Kinder Religionsunterricht nach der Lehre ihres Bekennt=
riſſes
erhalten. Brühl beantragte, Diſſidentenkinder ſollen befreit
werden, falls die Eltern dies verlangen. Der Kultusminiſter iſt
legen den letzteren Antrag. Die Kommiſſion nahm den Abſatz 4
des 8 17gemäß dem Antrag Brühl, ſodann den ganzen Varagraphen
an. Die Beratung des 8 18 wurde ausgeſetzt; 8 19, wonach die

48
Geſamtdauer der Ferien jährlich 9 Wochen nicht überſteigen dar
wurde angenommen; ebenſo 8 20, daß die Schulzucht die Grenze=
der
elterlichen Zucht nicht überſchreiten darf.
Frankreich. Rouvier begab ſich am 24. nachmittags, nachden
er ſich vorher mit Conſtans geeinigt, zu dem Präſidenten Carnot
um, die Erklärung abzugeben, daß er bereit ſei. das neue Kabinet
zu bilden. Bourgeois hat das Vortefeuille des Unterrichts abgelehn
und wird nach einer Meldung vom 25. das Kabinett wie folg
zuſammengeſetzt ſein: Rouvier Präſident und Finanzen, Freyeine
Krieg, Ribot Aeußeres, Conſtans Inneres und Kultus, Devell
Ackerbau, Bourdeau Unterricht, Raynal Marine, Felix Faure Arbeiten
Roche Handel, Loubet Juſtiz. Etienne Unterſtaatsſekretariat de
Kolonien.
Nach einer Meldung vom 25. hat Rouvier die Kabinettsbil
dung abgelehnt.
Bei der Hausſuchung bei einem Anarchiſten im Variſer Stadt
viertel der Sorbonne ſind 400 Kilogramm Ohnamit aufgefunde
worden. Der Inhaber iſt verhaftet. Einzelnen Blättern zufolg
habe die Polizei Beweiſe, daß ein Teil des in Soiſp=ſous=Etiolle:
geſtoblenen Dynamits beſtimmt geweſen ſei, das Gebäude de
ſpaniſchen Geſandtſchaft in Paris in die Luft zu ſprengen, um di
Hinrichtung der Anarchiſten von Teres zu rächen. Ein anderer Tei
wäre für anarchiſtiſche Zwecke im Ausland beſtimmt worden.
England. Das Unterhaus lehnte einen Antraa zu gunſte=
der
Entſtaatlichung der Kirche in Wales mit 267 gegen 22=
Stimmen ab.
Rußland. Auf telegraphiſchen Befehl des Kaiſers trafen, wi
aus Petersburg vom 24. gemeldet wird, der Oberbefehlshaber de=
Wilnaer Militärbezirks und der Generalgouverneur von Kiewi
Vetersburg ein, wo General Gurko noch weilt. Die Berufun,
wird mit Truppendislokationen in Verbindung gebracht.
Die Ruſſiſtzierung der Lehranſtalten in den Oſſee= Provinze=
wird
mit ſolcher Konſequenz durchgeführt, daß nunmehr auch .
die kürzlich den Schulkuratoren unterſtellten Kinderbewahranſtalte:
das Ruſſiſche als Unterrichtsſprache vorgeſchrieben worden iſt.
Serbien. Der neue deutſche Geſandte, Frhr. v. Wäcker=Gotter
iſt in Belgrad eingetroffen.
Die Skupſchtina hat die Demiſſion des Präſidenten Katic ange
nommen; die Wahl eines neuen Vorſitzenden wird am 25. erfolgen

Aus Stadt und Land.
Darmſtadt, 26. Februar.
L. In der geſtrigen Sitzung der Stadtverordneten
Verſammlung wurde mitgeteilt, daß die Frage, ob für di=
Sonntagsruhe für Darmſtadt ſtatutariſche Beſtimmungen getroffen
werden ſollen, von der Kommiſſion verneint und beſchloſſer
worden ſei, lediglich die geſetzlichen Vorſchriften anzuwenden. Stadtv
Heß und Bergſträßer wünſchen, daß dieſer Gegenſtand demnächſ
auf die Tagesordnung geſetzt werden möge, was geſchehen ſoll. In
die Tagesordnung eintretend, befürwortet der Berichterſtatter Berg=
ſträßer
den Voranſchlag des Real=Gymnaſiums und der Realſchule
füͤr 189203, beide erheiſchen durch die beſchloſſenen Gehaltser=
höhungen
einen Mehrzuſchuß von je 4000 M. gegen früher und
werden genehmigt. Gegen den Bauvlan für den nordweſtlichen
Stadtteil (Fabrikviertel) ſind mehrere Reklamationen eingereicht wor=
den
, welche Berichterſtatter H. Müller vorträgt. Dieſelben werden
verworfen und der Plan in der nun vorliegenden Form gutgeheißen.
Bei der Feſtſetzung des Bauplans im ſüdlichen Stadtteil war nicht
klar ausgedrückt worden, daß die Wilhelmſtraße bis zur Ringſtraße
durchzuführen ſei, dies wird nach kurzem Bericht des Herrn Schmeel
ausgeſprochen. Ein Baugeſuch im Soder außerhalb des Bauplans,
welches Berichterſtatter Kinkel vorträgt, wird kurzer Hand abge=
lehnt
. Mehrere Bewohner der unteren Schützenſtraße haben wie=
derholt
um beſſere Beleuchtung nachgeſucht. Berichterſtatter H.
Müller ſchlägt vor, dadurch Abhilfe zu ſchaffen, daß die Laterne
an der Ecke des Bäckers Koch mehr nach der Schützenſtraße gerückt
und am Sparkaſſegebäude ein Kandelaber aufgeſtellt werde. Beidem
wird ſtattgegeben.
Das Geſuch des Odenwald=Klubs, der einen Beitrag zur Her=
ſtellung
eines kolorierten Odenwald=Plakats erbittet, empfiehlt mit
warmen Worten Berichterſtatter Bernhardt. Im ganzen ſoll das
Reklame=Plakat 8000 M. koſten, es wird beantragt dazu 500 M.
beizutragen; ein Widerſpruch wird nicht erboben. Infolge Anregung
des Miniſteriums ſoll die Zahl der Feldaeſchworenen vermehrt
werden und zwar um je zwei Perſonen. Berichterſtatter Harres
ſchlägt für den Darmſtädter Bezirk die Landwirte Wilh. Schneider
und Carl Seibel, für Beſſungen Wilhelm Geyer VIII. und Heinrich
Schneider vor. Die Verſammlung beſchließt demgemäß. Einem
Geſuch um Beleuchtung der Dieburgerſtraße außerhalb des Bau=
plans
ſoll nach Antrag des Berichterſtatters Beſt dahin entſprochen
werden, daß daſelbſt zwei Laternen zur Aufſtellung kommen, wenn
die Intereſſenten die Koſten der Anlage mit 5 vCt. verzinſen und
für das Gas die Selbſtkoſten zablen. Die von dem Berichterſtatter
Merck zur Anſchaffung von Elektrizitätszählern und Kabeln geforderten
Beträge, erſtere mit 545 M. werden nicht beanſtandet. Bei der
Anlieferung von Pflaſterſteinen ſind 10 163 Stück als nicht ganz nach

[ ][  ][ ]

Nr. 48

Vorſchrift zugehauen ausgeſchieden worden. Es wird nach Vor=
ſchlag
des Berichterſtatters Beſt feſtaeſetzt, daß für dieſe anſtatt
12¹⁄₁₀ nur 8⁄₁₀ Pfennige für das Stück bezahlt werden ſoll, womit
der Lieferant einverſtanden iſt. Der Accord über Goſſenpflaſter=
herſtellungen
in der verlängerten Martinsſtraße wird gut geheißen,
ebenſo derjenige über das Brechen von Chauſſeeſteinen. Für letztere
ſollen pro Kubikmeter 117 Pf. bezablt werden. Ueber beide Poſten
erſtattete Stadtverordneter Beſt Bericht. Die Tagesordnung der
öffentlichen Sitzung iſt hiermit erledigt, es ſchließt ſich an ſolche
eine nicht öffentliche Sitzung, deren Hauptgegenſtand die Meldungen
um die Bürgermeiſterſtelle bildet.
Auch im diesjährigen Verwallungsbericht der Bürgermeiſterei
ſindet ſich die Beſtätigung, daß den in Darmſtadt beſtehenden In=
nungen
die heutigen Daſeinsbedingungen faſt vollſtändig feblen.
dafür wird die Thatſache aufgeführt, daß die Innung der Weiß=
binder
, Maler und Lackierer, die ihr im Jahre 1887 verliehenen
Zonderrechte des 8 100e der Gewerbeordnung freiwillig aufgegeben
gat. (Dieſe Sonderrechte beſtehen darin, daß nur der Innung an=
gehörende
Meiſter Lehrlinge halten dürfen). Der Bericht bemerkt
veiter, daß eine Erlahmung in den Innungsbeſtrebungen nicht ver=
hindert
werden konnte, obwohl die Innung durch verſtändige, mit
Willenskraft und richtigem Blick begabte Männer geleitet worden
i. Der Vorſtand habe ſich deshalb in Erkenntnis der Sachlage
er oben bezeichneten Maßnahme nicht entziehen können. Im An=
ſchluß
hieran hören wir zuverläſſig, daß die genannte Innung über=
haupt
ihre Auflöſung ins Auge gefaßt babe. Auch bei den übrigen
noch beſtebenden Innungen (diejenige der Spengler hat ſich bereits
wieder aufgelöſt) dürften die Verhältniſſe im allgemeinen nicht
weſentlich anders oder günſtiger liegen.
Den .N. H. V. zufolge hat die Großh. Hoftheaterdirektion
mit Herrn Kammerſänger Eilers den Vertrag erneuert. Die
Nachricht, daß Herr Hädrichengagiert worden ſei, beſtätigt ſich
ſonach nicht.
Sonntag. den 28. Februar, wird Herr Miſſionar Thumm
im Ev. Männer= und Jünglingsverein einen Vortrag
halten, wozu jedermann eingeladen iſt. Der Vortrag findet im
großen Saal Heinrichsſtraße Nr. 80 abends 8 Uhr (pünktlich) ſtatt.
Die ortsüblichen Taglöhne erwachſener gewöhnlicher
Tagearbeiter berechnen ſich nach dem Stande vom 1. Februar 1892
für den Kreis Darmſtadt wie ſolot: Gemeinde Pfungſtadt, Roßdorf,
Wixhauſen Erwachſene männliche M. 2.20, Erwachſene weibliche
M. 120. Gemeinde Darmſtadt, Eſchollbrücken, Gräfenhauſen M. 2.. M. 1.20, Gemeinde Arheilgen, Braunzhardt, Griesheim,
Schnevpenhauſen M. 2.-. reſp. M. 1.10, Gemeinde Traiſa M. 2.. M. 1.-, Gemeinde Eberſtadt M. 180, reſp. M. 1.10, Gemeinde
Erzhauſen, Nieder=Ramſtadt mit Waſchenbach, Ober=Ramſtadt, Weiter=
ſtadt
. M. 1.70. reſp. M. 1.10. Gemeinde Hahn mit Eich, Malchen,
Nieder=Beerbach M. 1.70, reſp. M. 1.-, Gemeinde Meſſel M. 1.40,
reſp. M.
ON. Die nächſten Sonntag im Saalbau von nachmittags
4 Uhr ab ſtattfindende große Fremden=Sitzung der Darm=
ſtädter
Narrballa lBug=Verein) verſpricht - unbeſchadet der
in den früheren Sitzungen gebotenen Schauſtellungen und vorzüg=
lichen
Karneval=Vorträge - eine glanzvolle zu werden. Eine Fülle
von Vorträgen, geſanaliche Darbietungen von äußerſt komiſcher
Wirkung. die unübertrefflichen von Mitgliedern der Turngemeinde
Darmſtadt geſtelltenPferd Pyramiden: ein ſchier unerſchöpfliches
Liederbuch (bis jetzt ſind znur: 13 Lieder eingereicht) und als
Schlußnummer das große Ordensfeſt' ſtehen dem kleinen Rat der
Narrhalla für Sonntag zur Verfügung, dazu von abends 9 Uhr an
as beliebte Tanzvergnügen - und das alles fuͤr die Vereinsmit=
lieder
nochmals koſtenfreil Für die von Auswärts kommenden
Beſucher der Fremden=Sitzung wird die Mitteilung, daß ihnen ein
beſonderesBegrüßungs=Lied= gewidmet iſt, nicht unangenehm ſein.
4 Mainz. 24. Febr. Das ſchreckliche Ende. das der am ver=
floſſenen
Freitag hingerichtete Schuhmacher Peter Eſchbach von
Fürfeld gefunden, dem die Folgen ſeiner Sucht zur Wilderei die
Mordwaffe in die Hand gegeben, ſcheint bei den älteſten Söhnen
des Hingerichteten keinen beſonderen Eindruck hervorgerufen zu
haben. Während Peter Eſchbach nur noch wenige Tage des Lebens
vergönnt waren, liefen bei den Behörden fortgeſetzt aus der Gegend
von Fürfeld, Wöllſtein und Neu=Bromberg Anzeigen von verübten
Wildereien ein, die von den zwei älteſten Söhnen des zum Tode
Verurteilten verübt worden ſein ſollten. Ein zwei Tage nach der
Hinrichtung ihres Vaters bei denſelben vorgenommene gerichtliche
Hausſuchung lieferte den vollgiltigen Beweis ihrer Schuld, indem
man friſch geſchoſſenes Wild, eingeſalzenes Rehfleiſch, zahlreiche
Haſen= und Rehſelle, Revolver und Jagdflinten, ſowie einen großen
Vorrat von Schrot, Blei und Kugeln vorfand. Zur Befriedigung
der B.wohner der ganzen dortigen Gegend wurden die beiden
Wilderer nach dieſer ausgiebigen Hausſuchung ſofort in Haft ge=
nommen
.
Offenbach. 25. Februar. Die -Offenb. 8ta. ſchreibt: Ein ſeit
mehreren Wochen hier in aller Stille umlaufendes Gerücht von
einer bevorſtehenden Verlobung des Erbprinzen Leovold von
Iſenburg=Bierſtein mit der Tochter des gmerikaniſchen Eiſen=

633
bahnkönigs Vanderbilt wird durch eine Wiener Korreſpondenz vom
13. Februar in einem bayeriſchen Amtsblatt beſtätigt.Nach der=
ſelben
Korreſpondenz erfahren wir weiter, daß die Mitaift der
Braut einſtweilen das beſcheidene Sümmchen von 80 Millionen
Dollars beträgt, nach deutſcher Reichswährung etwa 126 Millionen,
Mark. Wir hören übrigens ferner, daß der Erbprinz ſich auf der
Reiſe nach Amerika befindet.
Gießen. 25. Februar. Der außerordentliche Profeſſor Dr.
Baldensverger wurde zum ordentlichen Profeſſor in der theolo=
giſchen
Fakultät ernannt.
Gießen, 25. Febr. Geſtern wurde das Urteil in der Strafſache
gegen Schüler höherer hieſiger Lehranſtalten verkündet.
Angeklagt waren: E. D. wegen 9 Diebſtählen und 2 Hehlereien,
O. R. weaen 29, bezw. 2. J. L. wegen 6 bezw. 2. L. J. wegen 6.
bezw. 3. R. B. wegen 23. bezw. 2. R. S. wegen 6 bezw. 2. ferner
G. L. wegen 7 Diebſtählen, W. A. wegen 4, B. M. wegen 2.
L. K. wegen 2 Diebſtählen, W. D. wegen 1 Diebſtahl und 1
Hehlerei, endlich G. L. v. H. wegen verſchiedener Heblereien und
Begünſtigungen und M. L. wegen 2 Diebſtählen und 1 Hehlerei.
Es wurden verurteilt: E. D. wegen eines ſchweren Diebſtahls,
Mithilfe zu einem ſolchen, ſechs einfachen Diebſtählen und zwei
Hehlereien zu 3 Monaten Gefängnis ſabzülalich 2½ Monat er=
littener
Unterſuchungshaft), O. R. wegen 25 einfachen Diebſtählen
und Hehlerei zu 2 Monaten 2 Wochen Gefängnis, J. L. wegen
vier einfachen Diebſtählen und zwei Hehlereien zu 3 Wochen Ge=
fängnis
labzüglich 3 Tage Unterſuchungshaft. L. J. wegen fünf
einfachen Diedſtühlen und vier Hehlereien zu 3 Wochen Gefängnis
R. B. wegen 21 einfachen Diebſtählen und drei Hehlereien zu
Monaten 1 Woche Gefängnis, R. S. wegen vier einfachen Dieb=
ſtählen
und drei Hehlereien zu 3 Wochen Gefängnis, G. L. wegen
ſechs einfachen Diebſtählen zu 10 Tagen Gefängnis, W. A. wegen
vier einfachen Diebſtählen zu 1 Woche Gefängnis, M. L. wegen
zwei einfachen Diebſtählen und einer Hehlerei zu 10 Tagen Ge=
fängnis
. B. M. wegen zwei einfachen Diebſtählen, L. K. wegen
zwei einfachen Diebſtählen, W. D. wegen zwei Hehlereien und
G. L. v. H. wegen einer Hehlerei zu je einem gerichtlichen Verweis.
Zur Begründung des Strafausmaßes wurde angeführt, daß die
Schüler auf Grund ihres Alters, der guten Schule und des An=
ſehens
ihrer Eltern die erforderliche Einſicht von der Strafbarkeit
ihrer Vergeben gehabt hätten.
Frankfurt a. M., 25. Febr. Bei dem heute morgen 8 Uhr
14 Minuten vom Hauptbahnhofe abgelaſſenen Schnellzuge Nr. 71
Frankfurt-Caſſel entgleiſte bei der Signalſtation Hellerhof durch
Achſenbruch die Maſchine, Tender und Vackwagen. Die Vaſſagiere,
welche mit dem Schrecken davonkamen, wurden in dem ſonſt intakt
gebliebenen Zuge durch eine Hilfsmaſchine zum Hauptbahnhof
zurückgebracht. von wo mit einer Stunde Verſpätung der Schnellzug
zum zweitenmale abgelaſſen wurde.
Aus Rheinheſſen, 24. Febr. Bezüglich der Sonntags=
ruhe
haben die Staͤdte Worms, Alzey und Oppenheim
auf eine Anfrage der Kreisämter beantragt, daß die kaufmänniſchen
Geſchäfte von 8 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags geöffnet
bleiben ſollten, während für die Nabrungsmittelhändler die Zeit
von 6-8 Uhr vormittags und von 58 Uhr nachmittags zum Ver=
kauf
am paſſendſten ſei. Die Handelskammer Worms hat dieſen
Antrag befürwortet.
Kreuznach, 24. Febr. Die Verſteigerung von Jagden in
den benachbarten Gemeinden Rheinheſſens haben in dieſem
Jahre ungewöhnlich hohe Preiſe ergeben. So ging die Jagd der
Gemeinde Sprendlingen zum jährlichen Vreiſe von 5300 M.
12300 M. mehr als bisber) un eine dortige Jagdgeſellſchaft über.
Vorgeſtern erſteigerte Ritterautsbeſitzer Puricelli von hier die bisher
zu 830 M. verpachtete, 1250 Morgen große Jagd der Gemeinde
Biebelsheim für 3053 M. jährlich, ferner die 500 Morgen große
Jagd von Ippesheim zu 973 M., 578 M. mehr als bisber. Am
gleichen Tage wurde die 4800 Morgen große Jagd der Gemeinde
Wöllſtein für 4000 M. jährlich, 1700 M. mehr, zugeſchlagen.
Berlin. 25. Februar. Das Spazierenführen von
Hunden iſt der neueſte Induſtriezweig, zu welchem die Hunde=
ſperre
Veranlaſſung gegeben hat. Geſtern konnte man in der König=
grätzerſtraße
einen jungen Mann beobachten, der an ſeiner Bruſt
ein Plakat mit folgender Inſchrift befeſtigt hatte: Hier werden
Hunde ſpazieren geführt; pro Hund und Stunde nur 10 Pfennige.
Seine Jdee ſchien Anklang gefunden zu haben, denn er hatte mehrere
ſette Möpſe an der Leine, die ihrem Führer allerdings nur wider=
willig
folgten, da ſie ſeine hundefreundliche Abſicht jedenfalls nicht
verſtanden. Der Unternehmer verſicherte einem neugierig näher
tretenden Berichterſtatter, daß er auch Abonnements während der
Dauer der Hundeſperre annehme, und daß ſein Geſchäft ſchon ganz
gut ginge, ſo daß er ſich in den nächſten Tagen noch einen Gehilfen
nehmen werde. Er hoffe um ſo mehr auf geneigten Zuſpruch, als er
durch eine Kaution den Herrſchaften ſeine gute Behandlung ibres
Hundes während des Spazierganges Gewähr leiſten kann. Man
ſieht, es iſt noch immer Geld auf der Straße zu finden.
Leipzig. 25. Februar. Internationale Ausſtellung
fürdas Rote Kreuz. Armeebedarf, Hygieine, Volks=

[ ][  ]

634
ernährung und Kockkunſt. Infolge einer eigenartigen Ver=
etung
von Umſtünden lommt einer der bedeutendſten Gegenſtände der
Ausſtellung erſt nach Thorſchluß zur vollen Geltung. Wir meinen
die Militaͤrbaracke der Cementdielenfabrik von Otto Böklen in
Lauffen am Neckar. Dieſelbe iſt kugelfeſt gegenüber dem Kleinge=
wehrfeuer
der beſten Repetiergewehre, deren Geſchoſſe mit einem
vernickelten Stahlmantel verſehen ſind. Es will das viel=beißen,
da dieſe Geſchoſſe ſchon Steinmauern von ¼ Meter Dicke durch=
geſchlagen
haben. Da die ausgeſtellte Barade überdies transvor=
tabel
iſt. ſo läßt ſich der große Wert derſelben für Militürzwecke
ermeſſen. Man denke nur daran, daß dadurch die zahlreichen keinen
Gebäude, welche bei Belagerungen, Winterfeldzügen ꝛc. erforderlich,
ſind, an Wiederſtandsfühigkeit. kleinen= Feſungen gleichkommen.
Leipzig. 24. Febr. Das Reichsgericht entſcheidet morgen
über die Frage, ob der den Reichstagzubgeordneten gewäbrte
Schutz gegen ſtrafrechtliche=Verfolgung auch während der Zeit der
Vertagung. Vlatz greiſe.
Nordhäuſen, 25. Febr. Die feierliche Grundſteinlegung zum
Kaiſer Wilbelmdenkmal auf dem Kyffhäuſer wird nach,
neuerdinas erfolgter endgültiger Feſiſezuna am 10. Mai d. J. (dem
Jahrestage des Frankfurter Friedensſchluſſes) ſtattfinden.
Baſel, 24. Febr. Geſtern abend zerſchellte auf dem Rhein
an einem Brückenpfeiler ein Boot mit 5 Perſonen, die von einer
Spazierfahrt zurückkehrten. Alle 5 Verſonen ſind ertrunken.
Davos. Die =Davoſer Blätter' ſchreiben: Was für Schnee=
maſſen
im oberen Vrättigau und. in Davos gefallen ſind,
mögen einige Hahlen beweiſen. An Orten, wo weder eine Ver=
webung
noch eine Ueberſchüttung ſtattgefunden bat, wurden am
9. Februar von Babnangeſtellten folgende Schneehöhen gemeſſen:
Kloſters=Dörfli 185, Kloſters=Platz 240 Meter; Laret 265 Meter.
Wolfaang 255 Meter. Nach einer Mitteilung. der meteorologiſchen
Station fiel vom 5. bis 9. Februar in Davos=Vlatz 146 Meter
Schnee. Früher, als man erwarten durfte iſt der Flüela=Paß wieder
frei geworden; anfangs dieſer Woche iſt der Poſtverkehr wieder
eiöffnet worden. Im Ober=Edgadin war der Schneefall viel geringer,
es fielen nur 30-40 Centimeter.
Paris, 25. Februar. Das Tribunal erklärte geſtern die Civil=
klage
Laurs gegen Conſtans für nicht annehmbar wegen mangeln=
der
Autoriſation des Senats, welchem Conſtans angehört. Laur
wurde in die Koſten verurteilt.
London. 23. Febr. Vor einiger Zeit erreate das plöhzliche
Verſchwinden eines bieſigen angeſebenen jungen Bankdirektors
am Vorabend ſeiner Vermählung einiges Auſſeben, das nun
neue Nahrung durch die den Verwandten anonymer Weiſe zuge=
ſandte
, gewiß nicht glaubwuͤrdige Nachricht erhielt. daß derſelbe an
Bord einer Bacht auf boher See vernnalückt ſei. Der ganze Vorfall
war um ſo rätſelhafter, als die Vermögenzverhältniſſe des betreffen=
den
Herrn in beſter Ordnung ſind und auch ſeine Beziehungen zu 1000 Stimmen zu beteiligen.
ſeiner Braut nicht darauf ſchließen laſſen, derſelbe lönne freiwillig
das Weite geſucht haben. Es ſtellt ſich unn heraus. datß noch eine
andere Dame, eine wohlhabende Amerikanerin. auf ſeine Hand
Anſpruch erbebt und kurz vor ſeinem Verſchwinden auf das beſtimm=
teſte
ihm erklärt habe, ſie werde nie zugeben, daß er der Gatte
einer anderen werde. Heute morgen hringen nun vlötzlich die
Leitungen die Nachricht, die Volizel habe in Erfahrung gebracht,
der Herr Bankdirektor befinde ſich auf einer Pacht, deren Beſitzerin
die Amerikanerin ſei und werde nun, nachdem er unter irgend einem
Vorwande auf das Schiff gelockt worden, jetzt wider ſeinen Willen
an Bord ſeſtgehalten, ohne daß man bislang habe in Erfahrung
bringen können, nach welchem Teile der Welt die verwegene Schifferin
mit ihrer Beute bavon geſegelt ſeil
Bagamoho, 19. Febr. Geſtern abend verletzte ſich Lieutenant
Lutteroth auf der Antilopenjaod durch Exploſion und Hinten=
hinausſchlagen
einer Patrone das rechte Auge ſo ſchwer, daß es
fraglich erſcheint, ob der junge ſtrebſame, tüchtige Offizier mit der
dicht vor dem Aufbruch ſtehenden Börcherr'ſchen Expedition in das
Innere mitgehen kann. Es iſt Hoffnung vorhanden, ihm das Augen=
licht
, wenn auch nicht in vollem Umfanae. wiederzugeben. Er be=
findet
ſich in Behandlung des hieſigen Stationsarztes.
Ein Mittel gegen Migräne. Wiener Blätter berichten
vom 19. d3.: In der heutigen Sitzung der Geſellſchaft der Aerzte
machte Dr. Heinrich Weiß Mitteilungen über eine neue, ungemein
einfache Behandlung der Migräne. Der Vortragende wies zunächſt
auf die ungemein weite Verbreitung dieſer Krankheitsform in Unſerem
nervöſen Leitalter hin und kam jödann auf die verſchiedenen Mittel
zur Bekämpfung derſelben zu ſprechen. Es gebe faſt kein Heil= Nachbarſchaft, welche uns in dieſer ſchweren Stunde ſo hilfreich
mittel, keine Droque, bemerkte Redner, welche nicht ſchon gegen die, zur Seite ſtanden, ſerner für die troſtreichen Worte des Herrn
insbeiondere das Frauengeſchlecht veinigende und oft zur Ber= Pfarrers bei der Beerdigung unſeres innigſtgeliebten
zweiflung und Selbſtmord treibende Migräne angewendet worden
wärk. Boch aab es bisber kein Mittel, um den unerträglichen
Kopfſchmerz momentan zum Schweigen zu bringen. Die Erwägung, ſagen wir unſeren herzlichſten Dank.
daß Migräne ſehr oft in urſächlichem Zuſammenhange mit nervöſem
Magenleiden ſtehe, und der Zufall haben nun zu einer Entdeckung
gefuhrt, welche dieſe Lude auszufüllen berufen ſein dürfte. Er habe

Nr. 48
nämlich die Erfahrung gemacht, daß ein durch ganz kurze Zeit m
der Hand ausgeübter Druck in der Magengegend geg=
die
Wirbelfäule, wobei die Bauch=Schlagader (Aorta) komprimie
wird. die heftigſten Migräne=Anfaͤlle ſiſtiert und ſowohl die Kov
ſchmerzen, als äuch die Lichtſcheu mömentan bei 23 von ihm 6
handelten Patientinnen behoben wurden. Dr. Weiß glaubt, da
die wahrſcheinliche Urſache dieſer plötzlichen woblthätigen Wirkun
in der durch die Kompreſſion der Arterie bewirkten Veränderun;
in der Blutverteilung zu ſuchen ſei=
Chieagoer Weltausſtellungs=Notizez. Nid
nur für den Europäer, ſondern auch für den Einheimiſcheſ dürf,
das unter Kontrolle der Bundesregierung ſtebende Indianer==E,
hibit= auf der Columbiſchen Weltausſtellung. zu einem hochintere
ſanten und lehrreichen geſtaltet werden. Vie Vorſteher des Ir
dianer=Büreauss. der Bündesregierung beabſichtigen nämlich, da
Etbibit' in ſo vielſeitiger und gründlicher Weiſe zu arrangiere:
daß dadurch Leben und Treiben der einzelnen Indianerſtämme;
draſtiſcher Weiſe veranſchaulicht wird. Man wird Gelegenhei
baben, einen Vergleich zwiſchen dem mit Kriegsfarben bemalte
und befederten Wilden und dem von der Kultur ſchon ein wenig b=
leckten
Halb=Eiviliſierten anzuſtellen. Die Repräſentanten aller her
vorragenden Stämme und hier wiederum bemerkenswerte Type=
werden
im Verein mit ihren Induſtrien, Lebensgewohnheiten 2
zur Ausſtellung gelangen. Die Indianer=Niederlaſſung wird au
einer etwa 2 Aeres; großen Fläche errichtet; daſelbſt werden di=
Navajosr iüre bemerkenswerte Fertigkeit im Weben von Decke=
zeigen
, während die =Bunis: deren Gebräuche ſchon ſeit Jahre=
dem
eifrigen Studium der auf ethnologiſchem Gebiete Forſchende=
unterworfen
find, ihre Kunſt im Verfertigen von Töpferwaren vor
führen werden. Die 8unis= haben eine bedeutende Fertigkeit in
Formen und benutzen dazu die denkbar primitivſten Werkzeuge, ihr
Hände; ſie werden in der Niederlaſſung ihre eigentümlichen Ge
bäude. Hogans' genannt, bewobnen. Dieſelben ſind in Wirklich
keit drei übereinander ertichtete Buden oder Lehmhütten, in derei
Inneres man mittels einer Leiter und zwar auf dem Wege durc
das Dach odangt. Die Piutes; werden ſich im Flechten vor
Waſſerbehältern aus Binſen produzieren. In Verbindung mi=
dieſem
Indianerlager wird ebenfalls eine der tyviſchen Indianer
Schulen, in welcher befäbigte Lehrer Unterricht erteilen werden
vorgeführt und ferner eine Sammlung von Reliquien, Waffen und
allerlei Geräten. Der Umſtand. daß die Bundesregierung die Sach=
in
die Hand nimmt, dürfte Gewährleiſtung dafür ſein, daß das
Indianer==Erbibit; als ſolches, alle ähnlichen, auf früheren Aus.
ſtellungen ſtattgebabten Vorführungen des roten Mannes in Bezug
auf Gründlichkeit und Originalität, in den Schatten ſtellen wird.
Der ſcandinaviſche Muſikverein in Chicago beabſichtigt ſich an den
muſikaliſchen Ausſtellungsfeſtlichkeiten mit einem Maſſenchor von

[2899

Eode==Ameige.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Freunden und Bekannten die tieſſchmerzliche Nach=
richt
von dem nach kurzem Leiden erfolgten unerwarteten
Hinſcheiden unſerer innigſt geliebten Gattin, Mutter,
Tochter, Schwägerin und Tante,
Frau Barl Will.
Um ſtille Theilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 3 Uhr
vom Alice=Hoſpital aus ſtatt.

Dankſagung.

Verwandten, Freunden und Bekannten, ſowie der lieben
Herrn Ludwig Hesting
Darmſtadt, den 25. Februar 1892.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.

Druc und Verlaa: L. C. Wittic'ſche Hofbuchdruckerel
Berantwortlich fuür die Redaltion Carl Wittich.