Num. XXXVIII. 1760. den 18. Septemb.
Mit Hochfuͤrſtl. Gnaͤdigſtem PRIVILEGIO.
Darmſtaͤdtiſches
Frag=und Anzeigungs=Blaͤttgen/
zu finden bey Gottfried Heinrich Eylau, Hof=u. Cantzley=Buchdrucker.
AVERTISSEMENT.
Nachdeme die gemeine Schaff=Weyde zu Roßdorff auf Michaelis=Tag des naͤchſtkuͤnfftigen
1761⁄ten Jahrs Leyhe ſaͤllig wird, und deßhalben ſolche den 30. dieſes durch oͤffentliche Aufſteckung
in einen anderweiten ſechsjaͤhrigen Beſtand weggegeben werden ſoll; So wirb ſolches dem
Pu=
blico zu dem Ende nachrichtlich bekannt gemacht, damit diejenige, welche beſagte Schaaff=Weyde
in Beſtand zu nehmen, Loſien daben, ſich in termino Vormittags um 9. Uhr in Noßdorff auf
dem daſigen Rathbauß einfinden, die Conditiones vernebmen=und mitbieten koͤnnen.
Lichten=
berg den 3. Septemb. 1760.
Fuͤrſtl. Hebiſch. Ober=Amt daſelbſt.
Nachdeme verſchiedene Pretioſa, als: Allerband goldene Ringe, Spihenwerck, und ſowohl
reiche Eſtoffene als Sammete= theils mit Peltz gefuͤtterke Frauenzimmer Kleider Dienſtags den
2zten dieſes Monaths Nachmittags umb 2. Uhr in dem allhieſigen Gaſthauß zum Storcken an
den Meiſtibietenden gegen gleichbaldige baare Bejahlung oͤffentlich verſteigert werden ſollen:
So
So wird ſolches dem Bublies zur Nachricht hiermit bekandt gemacht. Signatum Darmſtadt
den 15. Septemb. 1760.
Von Commißions wegen.
Nachdeme der bieſige Stadt=Ehirurgus Leydig ſein Hauß in der alten Vorſtadt, ſodann
Die Sartoriuſiſche Erben ihren Garten vorm Jaͤger=Tbor mit Plancken und Mauer
umgeben, obngeſehr drey viertel Morgen und ihre Wieſe am Schaffbeimer Falltber ebenfals
drey viertel Morgen baltend, kuͤnffkigen Bettag auf alldieſigem Rathbauß oͤffentlich verſteigern
laſſen wollen; So wird ſolches dem Publico hierdurch bekannt gemacht. Darmſtadt den 15.
Septemb. 1760.
Nachdeme des verſtorbenen Fuͤrſtl. Rechnungs=Rath Herrmanns ſeel.
hin=
terlaſſene Erben ihr Elterliches Wohnhauß am Schloß=Graben
zwi=
ſchen der Merckiſchen Apotheck und denen Reulingiſchen Herrn
Er=
ben gelegen, auf naͤchſtkuͤnfftigen Monathlichen Bet=Tag auf dem
allhieſigen Rathhauß oͤffentlich auſſtecken und an den Meiſtbietenden
jedoch biß auf hohe Ratification zu uͤberlaſſen gewillet ſind; Als wird
ſolches dem Publico zu dem Ende bekandt gemacht, damit diejenige,
welche darzu Luſten bezeigen, ſich auf ermeldten Bet=Tag
benam=
ten Orts einfinden und der Steigerung beywohnen koͤnnen.
Zum Verkauff wird angetragen:
Es wird hiermit bekannt gemacht, daß auf naͤchſtkommenden Bet=Tag das
Blettenbergeri=
ſche Hauß auf dem Marckt nebſt 2. Wingerten; der eine auf dem Buſenberg gelegen, der
an=
dere bey Beſſungen und eine Wieſe am Wald verkaufft werden ſoll. Nota. Es ſtehen auch 2.
Kuͤbe in dem Blettenbergeriſchen Hauß, welche ſogleich an Liebhaber verkaufft werden koͤnnen.
Dem Bublico wird biermit bekannt gemacht, daß der Schneider=Meiſter Mayer in der
Sackgane Willens iſt, ſein Hauß zu verkauffeu, wer dazu kuſt hat, kan ſich bey ihm ſelbſt melden.
Zu verlehnen wird angetragen:
Auf dem Ballon=Platz iſt ein Logie zu verlehnen, in dem vorder Hauß,
be=
ſtehet in 2. Stuben, 2 Kammern, eine Kuͤche, Keller, Pferd=Stall
und ein Frucht=Boden. In dem hinter Hauß ſind 2. Logie, jedes
mit Stub, Kammer und Kuͤche, weswegen in der Buchdruckerey
naͤhere Nachricht zu haben iſt.
Die Wayſen erlahren noch immer und ruͤbmen die Huͤlffe des 9Ern, und wuͤuſchen
ſol=
che
che auch dieſen Freunden. Eine krancke und ſonſt elende Perſon ſchickte den 10. Septemb. 12.
alb. mit Verlangen vor ſie zu beten. Eod. wurden 5. fl. gejahlt, ſo ein hieſiger Burger, Juſtus
Daum, in errichtetem Leſtament denen Wayſen vermacht hatte. Den 14. kam ein Laubthaler,
mit Verlangen vor einen krancken Mitbruder zu beten. Den 15. ſchickte ein ſehr geueigter
Wohl=
thaͤter wiederum einen Laubthaler. Aus dem Stock kommt 1. alb. 2. pf. Die Guͤte des
HErrn erzeige ſich an dieſen Freunden reichlich, und ſev allezeit ihre Huͤlfe und Schild.
Eine ſichere Perſon willeinen Verſuch in leichter Unterrichtung ber
latei=
niſchen Sprache machen, und ſucht hierzu annoch 2. bis 3 Knaben
von in circa 11. 12. bis 13. Jahren, ſo denen Studiis gewidmet
ſind=
vor jeden Knaben wird jährlich 25. fl. bezahlt, jedoch verſpricht man
ehender keine Zablung anzufordern, als bis nach geendigtem Jahre
und abgelegter Probe, da ein jeder einen Authorem leſen, fertig
re=
den und ſchrelben ſoll, ſodann wird man in andern Sprachen eben
ſo zu continuiren ſuchen.
Diejenige reſp. Herrn Liebhaber, welche dieſes Wochen=Blaͤttgen ferner
zu halten Willens ſind, werden erinnert, 30. kr. in die
Buchdru=
ckerey zu ſenden.
Angekommene frembde Herren Paſſagiers.
Herr Graff von Honsbruch, Chur=Pfaͤltziſcher Obriſt
= von Maisſonville
= = Amtmann Phaſian, von Ober=Roßbach
= = Pfarrer Schuͤler, von Gruͤnſtatt
= Amtmann Tarian.
Dieſe logiren im Trauben.
= von Perecour, ein Hoff=Rath
== von Dangert, Gentilhomme de Chambri, beyde von Paris
Dieſe logiren im Adler.
Ab= und durchgereiſte Herren Paſſagiers.
Herr Obriſt=Lieutanant von Zoller, von Frantzoͤſ. Anhalt
49. Kauff= und Handels=Leute.
Preiß
Preiß der Lebens=Mittel.
Vom vorigen Samſtag.
Ein Malter Korn
4.fl. 15. alb. = Bratwuͤrſt
5alb.
= Gerſte
4.fl. = Leberwuͤrſt
4. alb.
Ein Maaß junges Bier
3.xr. = Blutwuͤrſt
4. alb.
Ein Maaß altes Bier
4.xr. = Hammelfleiſch 3.alb. 6 Pf.
Ein Malter Speltz
2fl. 25.alb.= Schaoffleiſch 3.alb. 4 Pf.
= Hafek
Ein Kalbs=Geling
8. alb.
RockenMehl
5.fl 2.alb. = Kalds=Kopf
6.alb.
Weiß Mehl
9. fl. == Kalbs= Gekroͤß,
8. 2lb.
das Pf. Ochſenfl.
3.alb. 6. Pf. Ein Pf. Butter 7. alb.4 Pf. 28.alb.
= Rindfleiſch
3. alb. 2. Pf. Ein Kumpf geſchelter Hitſche 20. alb.
Kalbfleiſch
4.alb. = grob geſchelte Gerſte 16. alb.
Schweinenfleiſch 3.alb. 6. Pf. = „ klein geſchelte Gerſte 20. alb.
Schweinenſchmaltz 6. alb. = Erbſen
16.alb.
Speck
8.alb. = Linſen
12. alb.
Doͤrrfleiſch
6.alb. Eyer 6.
2 alb.
Gebohrne, Getauſſte, Copulirte und Verſtorbene
in voriger Woche.
1.) Gebohrne und Getauffte.
Herrn Johann Chriſtian Geibel, Fuͤrſtl. Mund=Koch, ein Soͤhnlein.
Hern Johann Chrinoph Albrecht, Fuͤrſtl. Hoff=Muſico und Trompeter bey der Fuͤrſtl. Leib=
Garde, ein Paar Zwilling, Knaͤhlein.
Meiſter Johann Peter Giöckner, Burger und Becker, ein Soͤhnlein.
Meiſter Johaunes Diehl, Burger und Schneider, ein Soͤhulein.
Johann Georg Hinckel, Fuͤrſtl Neut=Kreht. ein Soͤhnlein.
Johann Adam Thomas Hoffmann, ein Soͤhnlein.
2.) Copulirte.
Meiſter Johann Nicolaus Gervinus, Burger und Weißgerber allhier, Meiſter Gottfried
Gervinus, Burgers und Weißgerbers auhier, ebl. Sohn, mit Jungſer Anna Felzcitas,
Herrn Georg Nungeſſers, Ober=Burgermeiſters, Rathsverwandtea, wie auch Kieffers
und Blerbrauers, ehel. Jungfer Tochter.
3.) Geſtorbene und Beerdigte.
Herrn Georg Nicolaus Greum, Fuͤrſtl. Regierungs= und Conſiſtorial=Secretarii, ein
Soͤhn=
ſein, 7 Jahr ½. Mouak alt.
Friedrich Weitz, Hoſpital=Kuecht, ein Toͤchterlein, 5. Jahr 6. Monat.