Num. VII. 1760. den 14. Februarii.
Mit Hochfuͤrſtl. Gnaͤdigſtem PRIVILEGIO.
Darmſtaͤdtiſches
Frag=und Anzeigungs=Blaͤttgen/
zufinden bey Gottfried Heinrich Eylau, Hof=u. Cantzley=Buchdrucker.
AVERTISSEMENT.
Nachdeme auf ergangene Hoch=Fuͤrſtliche Regierungs=Verordnung
des Hofknopfmacher Bauers Wohnhauß auf dem Bruͤckelgen neben der
Buch=
druckerey nechſtkuͤnftigen Bettag, als den 5ten Martii a. c. auf dahieſigem
Rath=Hauß oͤffentlich aufgeſtecket, und an den Meiſtbietenden, ſalva tamen
ratificatione, überlaſſen werden ſoll; So wird ein ſolches dem Publico
hier=
mit bekandt gemacht.
Zum Verkauff wird angetragen:
Auf naͤchſt kommenden Monathlichen Bet=Tag ſoll auf hieſigem
Rath=Hauß mein des Burgers und Schneider=Meiſters Johann Martin
Arculariuſen Hauß, vornen in der Nebenſackgaſſe, naͤchſt der weiſſen
Thor=
ſtraſſe, oͤffentlich aufgeſteckt und an dem Meiſtbietenden verkaufft werden;
Wer
Wer darzu Luſten hat, kan ſich an bemeldtem Tage auf dem Rath=Hauß
einfinden und mit bieten.
Nachdeme zu Ruͤſſes beim am Mayn die ſo genante Rauch ſche modo Gerbardiſche
zum Handel wohlgelegene gute Obli Muͤhl, nebſt noͤtdiger Wohuung, Scheuer, gnugſamer
Skallung und Garten, und worauf z. Pferde frey ſind, alleice=auch mit Einem Stamm=
Gnt von 48. Morgen, in einen Temporal=Beſtand auf; 6. und 9. Jahr zu rerleiben ſteben;
Als wird ſolches dem Publico bierdurch bekannt gemacht, mit dem Unſuͤgen, daß beedes
ſo=
gleich in Beſitz genommen und dle uͤbrige Conditiones bey dem Fürſtl. Steuer=Peräquator
Marx in Groſſengerau erfragt werden koͤnnen.
Bey dem Schutz=Jud Jockel in Wolffskehlen iſt eine Quantitaͤt ertra guter ſeiner
ſrb=
ſcher Indianiſcher Canaſter ankommen; Wer ſich deſſen bediene: will, kan in Menge oder
auch bfund weiß um eivilen Preiß bekommen, und ſich guter Bedienung verſichern
Zu verlehnen wird angetragen:
In der Holtzſtraſſe iſt bey dem Spengler Meiſter Krumbholtz eine
Stu=
be, Kammer, Kuͤche und Holtz=Platz zu verlehnen.
Ferner iſt zu verlehnen: 2. Stuben, 2. Cammern, 1. Kuche, 1. Stuͤck
Keller, 1. Pferd=und Schwein=Stall, eine Scheuer und ein Boden; wer
davon naͤhere Nachricht verlanget, kan ſich in der Buchdruckerey melden.
In des alten Klebers Behauſung iſt zu verlehnen eine Stube, 2.
Kam=
mern, Kuͤche, die Helfft von einem Keller, wie auch ein Pferd=Stall vor 3.
bis 4 Stuͤck Vieh, nebſt einem Schwein=Stall vor 2. Schweine, ſodann
die Helfft von einer groſſen Scheuer, auch eine ſ. v. Miſtkaut. Dieſes
Lo=
gis iſt bequem vor einen Fuhrmann oder Ackermann. Die Liebhaber darzu
koͤnnen ſich bey dem Rothgerber Johann Jacob Keller melden, und das
wei=
tere vernehmen.
Den 3. Mertz wird bey Straff der doppelten Auszahlung der
Ein=
lage die Franckfurther 12te Caſten=Amts=Lotterie erſte Clatz gezogen,
wofern ſolches nicht geſchehen ſoll. Davon ſind noch wenige Looße bey
dem Zoll=Verwalther und Mehlwaagſchreiber Sumpff zu haben. Die
gantze Lotterie beſtehet nur in 6000 Looßen, das Looß 1. fl. 20. kr. dafuͤr
das Beſte fl. 1200. 600. 300 200. 100. 75. 4 mahl 50 fl. nehſt vielen
Mittel=Preiß, der geringſte Preiß 4 fl. Ingleichem iſt bey demſelben zu
haben friſch angekommener Haͤlliſcher Kraͤuter=Thee.
In hieſiger Buchdruckerey iſt zu haben:
Gedichte, nebſt einer kritiſchen Abhandlung einiger Anmerckungen uͤber
das Natuͤrliche in der Dichtkunſt. gros 8vo. a 34. kn.
Meine muͤßigen Stunden, nach dem frantzoͤſiſchen des Ritters von Are.
in 12. a 34. kr.
Freundſchafftliche Brieſe von der Verfaſſerin des David Simpels und
Schweſter des Herrn Fieldings. in Lvo. a 1 fl.
Der letzte Thierkrieg, eine Fabel zur Erlaͤuterung des achtzehenden
Jahr=
hunderts. in 8v0 a 24. kr.
Verkürtzung der langen Winter=Abende zweyer guten Freunde, durch
abwechſelnde Beſuchungen und dabey vorſallende Geſpraͤche und
Erzaͤhlun=
gen. in 8vo. 0 30 kr.
Salomon Haaßens ſelbſtlehrende Rechenkunſt in 8vo. 1752.a 36. kr.
Dieſes gantz neue, auf eine ſehr deutliche und kurtze, auch zum Teil nochh
nie gezeigte Lehr=Art ausgearbeitetes Rechen=Buch, giebt einem Anſaͤnger
vollkommene Mittel an Handen, die Arithmetie ohne Lehrmeiſter zu erlernen.
Schilderungen. in gvo. a 36. kr.
Neu= und viel vermehrtes Franzoͤſiſch= Teutſches Sprach=Buch,
oder ſehr leiche Methode, wie ein Teutſcher, der nur ſchreiben und leſen
gelernet, auch ohne Sprach=Meiſter durch Huͤlſſe der dabey ſtehenden
teut=
ſchen Buchſtaben, innerhalb zwey Monath zum franzoͤſiſchen Leſen,
Schrei=
ben und Reden, ſo viel noͤthig iſt, gelangen moͤge. in 8vo. a 20. kr.
Angekommene frembde Herren Paſſagiers.
Ihro Durcht. der Printz von Holſtein, Frantzoͤſiſcher General, nebſt Herrn
Capitain Graff Bellegard.
Herr Obriſt Graff von Diesbach, nebſt 3. Officler.
Herr Major Lomieu, gebſt 2 Officier.
Herr Graff Duchey, Obeiſ=Lieutenant, nebſt 2. Officier- Saͤmtlich von des
Frantzoͤſiſchen Armee.
Dieſe logiren im Trauben.
Herr Major Lenſant vom Regiment Commiſſaire General.
Herr von Sell, Feantzoͤſiſcher Captain.
Dieſe logiren im Adler.
Herr Doctor Lakivier von Mayntz.
Dieſer logirt im Engel.
Ab= und durchgereiſte Herren. Paſſagiers.
Herr Rath Wund von Heydelderg.
19. Frantzoͤſiſche Officier.
Preiß der Lebens=Mittel.
Vom vorigen Samſtag.
Ein Malter Korn
5.alb.
3.fl.15. alb. = Bratwuͤrſt
= Gerſte
2.fl. 25.alb.= Leberwuͤrſt
4. alb.
Ein Maaß junges Bier
3.xr.= Blutwuͤrſt
4. alb.
Ein Maaß altes Bier
4. xr.= Hammelfleiſch 3.alb. 6 Pf.
Ein Malter Speltz
2.fl. 15. alb.= Schaaffleiſch
= Hafer
6.alb.
Ein Kalbs=Geling
Rocken Mehl
5. alb.
4.fl 2. alb. = Kalbs=Kop.
Weiß Mehl
6. alb.
8. fl. = Kalbs=Gekroͤß
das Pf. Ochſenfl. 3.alb.2. Pfa7. xr. Ein Pf. Butter
13. 14. xr.
= Rindfleiſch
3.alb. Ein Kumpf geſchelter Hitſche 20. alb.
= Kalbfleiſch
3. alb. = grobgeſchelte Gerſte 16. alb.
Schweinenfleiſch
4.alb. = klein geſchelte Gerſte 20. alb.
= Schweinenſchm.
12. alb.
6 alb. = Erbſen
Speck
10. alb.
8.alb. = Linſen
Doͤrrfleiſch
2 alb.
6. alb. Eyer 3.
Nota. Der Preiß des einem jeden Metzger beſonders geſchaͤtzten Fleiſches iſt an der in jedem
Stand, und in denen Haͤubern befindlichen ſchwartzen Taſel, von dem Marckmeierſt mit
Kreide angeſchrieben zu erſehen.
Gebohrne, Getauffte und Verſtorbene
in voriger Woche.
1.) Gebohrne und Getauffte.
Herrn Johann Cbriſtian Stuͤrtz, Fuͤrſtl. Ktiegs=Secretarius, ein Soͤhnlein.
Georg Balthaſar Streißz, Burger und Ackermann, ein Soͤhnlein.
Johann Peter Guſter, Herrſchafftl. Knecht, ein Soͤhnlein.
Anna Margretha Kaͤrchern ein uneblich Soͤhnlein.
2.) Geſtorbene und Beerdigte.
Johann Martin Rauch, Tagloͤhner, ein Toͤchlerlein, 1. Jahr 6. Monat alt.
Georg Balthaſar Streitz, ein Soͤhnlein, 5. Tage.
Meiſter Johann Graulich, Burger und Satler, ein Soͤhnlein, 7. Jahr.
Auna Dorothea Rolbin, eine arme Wittih, welde in der Crone gewohnt, 6. Jahr.