Num. V.
1760.
den 31. Januarii.
Mit Hochfuͤrſtl. Gnaͤdigſtem PRIVILEGIO.
Darmſtaͤdtiſches
Frag=und Anzeigungs=Blaͤttgen/
zu finden bey Gottfrled Heinrich Eylau, Hof= u. Canzley=Buchdrucker.
AVERTISSEMENT.
Dem Publieo wid hierdurch bekannt gemacht, daß auf naͤchſtkommenden
Land=Bättag, als den 6. Februarii, die Knoſiſchen Guͤther,
be=
ſtehend in 3. Morgen zwey und ein halb Biertel Aecker und 2
Mor=
gen Wieſen, auf allhieſigem Rath=Hauß oͤffentlich aufgeſteckt und
an dem Meiſtbietenden uͤberlaſſen werden ſollen; koͤnnen ſich alſo
die Liebhaber hierzu on bemeldtem Ort einfinden und mit bieten.
Das Wamboltiſche Hauß in der langen Gaß neben dem Metzger
Qui=
rin gelegen, iſt zu verkauffen, und bey dem Raths=Verwandten Herrn Born
naͤhere Nachricht zu haben.
Zu verlehnen wird angetragen:
In des alten Klebers Behauſung iſt zu verlehnen eine Stube, 2.
Kati=
mern, Kuͤche, die Helfft von einem Keller, wie auch ein Pferd=Stall vor 3.
bis 4.
bis 4. Stuͤck Vieh, nebſt einem Schwein=Stall vor 2. Schweine, ſodann
die Helfft von einer groſſen Scheuer, auch eine ſ. v. Miſtkaut. Dieſes
Lo=
gis iſt bequem vor einen Fuhrmann oder Ackermann. Die Liebhaber darzu
koͤnnen ſich bey dem Rothgerber Johann Jacob Keller melden, und das
wei=
tere vernehmen.
300. fl. auch 400. ingleichen 200. fl. werden auf eine hinlaͤngliche
ſiche=
re Gerichtliche Verlegung zu verlehnen angetragen; wer nun einen ſolchen
Vorſchuß aufzunehmen willens iſt, kan ſich bey Herrn D. Merck deshalben
melden.
5. bis 600. fl. ſind entweder zuſammen ober getbelle, gegen Gerichtliche Verſicherung zu
verlebnen, und kan in der Buchdruckerey deßſals Nachfrage geſchehen.
Verlohrne Sachen.
Es iſt kuͤrtzlich dem Herrn Geheimden Rath von Schrautenbach ein
weiſ=
ſer Huͤner=Hund wegkommen, er hat einen braunen Flecken auf dem Kopf
und auf dem Rücken, auch auf dem einen Ohr einen ſchwartzbraunen Flecken;
wer einige Nachricht davon haben ſolte, wird hierdurch erinnert, ſolches beye
zeiten zu melden.
Die Hand des HErrn iſt nie zu kurtz, noch verſchloſſen, armen Wayſen zu belffen, und
ſeine groſſe Guͤte gantz unverhofft zu erweiſen. Ein ungenannter Freund uͤberſchickte den 25.
Jan. 2. Schild=Louſsd'or vor die Wayſen, und 2. dergleichen, denen Hauß=Armen
auszu=
tbeilen, vor welches GOtt, nicht aber dem Geber zu dancken. eod. wurde von elnem andern
Freund 1. fl. zugeſchickt. Den 27. verehrte ein unbekannter Freund 15. alb. Den 28. kamen
2. Simmer Korn, GOtt zu dancken vor ſeine gnaͤdige Hlffe, die er einer kranck geweſenen
Mutter erwieſen, und ſie dey ihren Kindern noch erhalteu. Aus de 1 Stock iſt 1. fl. 6. alb.
4. Pf. einkommen. Wir dancken dem liebreichen GOtt demuͤthigſt, wuͤnſchen bertzlich, und
bitten dieſen mildthaͤtigen Freunden, ſeine Gnaden=reiche Seegens=Vergeltung.
In hieſiger Buchdruckerey iſt zu haben:
Compendieuſes und allerneueſies Koch=Buch oder kurtze, doch
deut=
liche und richtige Anweiſung, wie man allerhand wohlſchmeckende Speiſen,
als Suppen, Gekochtes, Gebratenes, Potagen, Fiſche, Gebackenes,
Con=
ſecturen, eingemachte Sachen, Sallate und dergleichen zubereiten ſoll, nebſt
einem Kuͤchen=Inventario und Kuͤchen=Zettul, auch elnem Trenchier=
Buͤch=
lein. in 8v0. 20. kr.
Meine müuͤßigen Stunden, nach dem frantzoͤſiſchen des Ritters von Are.
in 12 a 34. kr.
Freundſchafftliche Brieſe von der Verfaſſerin des David Simpels und
Schweſter des Herrn Fieldings. in 8vo. 9 1. fl.
Der letzte Thierkrieg, eine Fabel zur Erlaͤuterung des achtzehenden
Jahr=
hunderts. in 8vo a 24. ke.
Verkuͤrtzung der langen Winter=Abende zweyer guten Freunde, durch
abwechſelnde Beſuchungen und dabey vorfallende Geſpraͤche und
Erzaͤhlun=
gen. in 8vo. a 30 kr.
Gedichte, nebſt einer kritiſchen Abhandlung einiger Anmerckungen uͤber
das Natuͤrliche in der Dichtkunſt. gros 8vo. a 34. kr.
Seltſame Begebenheiten eines beruͤhmten Ebentheuerers, welche
deſ=
ſen außerordentliche Schickſale bey vielerley Gelegenheiten und unerhoͤrten
Vorfallenheiten enthalten, nach einer gantz neumodiſchen Wahrheit von ihm
ſelbſt beſchrieben, in 8vo. a36. kr.
Salomon Haaßens ſelbſtlehrende Rechenkunſt in 8vo. 1759.a 36. kr.
Dieſes gantz neue, auf eine ſehr deutliche und kurtze, auch zum Teil nochh
nie gezeigte Lehr=Art ausgearbeltetes Rechen=Buch, giebt einem Anfaͤnger
vollkommene Mittel an Handen, die Arithmetie ohne Lehrmeiſter zu erlernen.
Schilderungen. in 8vo. a 36. kr.
Starckens, weyl. Evangeliſchen Predigers zu Franckfurth, auserleſene Feſſ=
Predigten uͤber wichtige Stellen heiliger Schrifft, Alten und Neuen
Bundes, in 8vo. 1.fl.
Des hieſgen Kirchendiener und Gloͤckner Weyland ſein
Neujahrs=
wunſch iſt in der Buchdruckerey vor 2. kr. zu haben.
Angekommene frembde Herren Paſſagiers.
Herr von Cambe, Directeur von der Frantzoͤſiſchen Artillerie.
Dieſer logirt im Trauben.
Herr Wolffter, Licentiat von Mannheim.
Dieſer logirt im Adler.
Herr von Steiner= Capitain vom Frantzöſ. Schweitzer=Regiment Lochmann.
Dieſer logirt im Ochſen.
Ab= und durchgereiſte Herren, Paſſagiers.
Herr von Janican, Kayſerl. Obriſt.
13. Frantzoͤſiſche Officier und 4 Commiſſaire.
7. Kauff=und Handels=Leute.
Preiß
Preiß der Lebens=Mittel.
Vom vorigen Samſtag.
6. alb.
3.fl.10.alb.= Bratwuͤrſt
Ein Malter Korn
4. alb.
= Gerſte
2.fl. 25.alb.= Leberwuͤrſt
4. alb.
Ein Maaß junges Bier
3.xr. = Blutwuͤrſt
4. xr. =
Ein Maaß altes Bier
Hammelfleiſch 3.alb. 4. Pf.
Ein Malter Speltz
2fl. 15. alb.== Schaffleiſch
6. alb.
= Hafer
Ein Kalbs=Geling
5 alb.
Rocken Mehl
= Kalds=Kopf
fl.
6. alb.
Weiß Mehl
7.fl. 20.alb.) = Kalbs=Gekroͤß
3.alb. 4. Pf. Ein Pf. Butter 7.alb. 4. Pf ar6. xr.
das Pf. Ochſenfl.
= Rindfleiſch 2.alb. 6. Pf. 1Ein Kumpfgeſchelter Hitſche 16. alb.
3.alb.J= = grobgeſchelte Gerſte 16. alb.
= Kalbfleiſch
Schweinenfleiſch
4.alb. ⬜= klein geſchelte Gerſte 20. alb.
10. alb.
= Schweinenſchm.
6.alb. = Erbſen
= Speck
8. Alb.
8.alb.½ = Linſen
6. alb. Eyer
= Doͤrrfleiſch
Nota. Der Preiß des einem jeden Metzger beſonders geſchaͤtzten Fleiſches iſt an der in jedem
Stand, und in denen Haͤubern befindlichen ſchwartzen Taſel, von dem Marckmeierſt mik
Kreide angeſchrieben zu erſehen.
Gebohrne, Getauffte, Copulirte und Verſtorbene
in voriger Woche.
1.) Gebohrne und Getauffte.
Meiſter Peter Kuͤſter, geneſener Burger und Becter, binterbliebene Wittwe, ain Sohulein.
2.) Copulirte.
Johann Courad kerch, Burger und Maurer allhier, wol. Johann Georg Lerch, ſeweſener
Burger und Fuhrmann allhier, ehlicher Sohn, mit Maria Eliſaberha, weyl. Johann
Chriſtopb Krafften, geweſener Burger und Hofweißbender allbier, nachgel. ehl. Tochter.
Georg Wenbel Wiener, Herrſchafftl. Kuecht allhier, weyl. Georg Wendel Wiener, geweſener
Gemeindsmann zu Eberſtadt, hinterlaſſener eblicher Sohn, mit Maria Barbara, weyl.
Johann Georg Bauers, geweſ. Einwohners zu Groſſenbieberau, nachgel. ehl. Tochter.
3.) Geſtorbene und Beerdigte.
Fran Maria Chriſtlana Geilfußin, weyl. Herrn Allbrecht Chriſtoph Geiſſuß, geweſ. Doctoris
Medieinaͤ, wie auch Fuͤrſtl. Heſſen=Darmſtaͤdtiſchen und Churfuͤrſtl. Mayntziſchen Leib=
Mediet, hinterlaſſene Frau Ehe=Liebſte, 78. Jahr 11. Monath 19. Tage alt.