Num. VII.
1759. den 15. Februarii.
Mit Hochfuͤrſtl. Gnaͤdigſtem PRIVILEGIO.
Darmſtaͤdtiſches
Frag=und Anzeigungs=Blaͤttgen/
zu finden bey Gottfried Heinrich Eylau, Hof=u. Cantzley=Buchdrucker.
AVERTISSEMENT.
Sogerne man den zu Ziebung der 6 ten und letzteren ſehr ſavorahlen Wittwen=Caſſe
Lot=
kerie in denen vorherigen Avertiſſements auf den 5. kuͤnfftigen Monaths bekannt gemachten
Termin von Seiten der Societaͤt um ſo mehr einhalten moͤgte, als bereits die Lotterie ziem'
lich avanciret und darzu alle Anſtalten vorg kebret worden ſind, ſo ſehr ſiehet man ſich
dennoch=
wegen Abweſenbeit eines Mitglieds, ſo die Debitirung der halben Lotterie mit uͤbernommen,
und dermablen in Herrſchafftlichen obnverſchieblichen Krieas=Geſchaͤfften verſchicket worden
auch in dem vorbin bekannt gemichten Termin wobl ſchwerlich retourviren wird, genoͤthiget,
wegen der nach beſchebener Ziehung ſobalden mit denen Auswaͤttigen zu pflegenden Abrech,
nungen bis nach deſſen Zuruͤckkunfft einzuhalien und zu prolongiren. Gleichwie man nun von
einem ebrſamen Publico der Hoffnung lebet, baß, da bey denen vorigen Lotterien immer die
geſetzte Zeit genau eingehalten worden, ſolches ſothanen gegen unſern Willen zu machenden
Anfſchub nicht uͤbel aufnebmen wird; Als verſichert man von Seiten der Sociekaͤt, daß nach
deſſen Zuruͤckkunfft der Termin zur wuͤrcklichen Ziehung gleichbalden bekaunt gemacht und
dar=
zu eine kurtze Zeit geſetzt werden ſoll, diejenige alſo, welche von dem wenigen Vorrath annoch
einige Looße zu nebmen geſonnen ſind, mit der Einlage bey denen vorhin bekannten Herren
Collectoren eilen moͤgen. Darmſtadt den 16. Januaril 1759.
Von Diretions=wegen.
Beſondere Nachricht.
Nachdeme der=Hochfuͤrſtl. gnaͤdigſter Hrrſchafft kuͤrtzlich zuruͤckgefallene
Erbbeſtand der ſogenannten Walltrun=iſchen modo Herrſchafftlichen
Au bey Trebur, Amts Rüßelsheim, hinwiederum in einen Erb=oder
temporal-Beſtand begeben„ zu dem Ende ſelbige naͤchſtkuͤnfftigen
Samſtag als den 17.ten hujus auf hieſig Hochfüͤrſtl. Rent=
Cam=
mer oͤffentlich aufgeſteckt, und dem Meiſtbietenden biß auf hoͤhere
Ratification uͤberlaſſen werden ſolle; So wird ſolches dem Publico
hiermit bekandt gemacht, und koͤnnen diejenige, welche darzu Luſten
haben, ſich an bemeilt m Ort, Morgens fruͤh um 9. Uhr einfinden,
die Conditiones anhoͤren, und ſodann mitdieten. Sign. Darmſtadt
den 12. Febr. 1759.
Füͤrſtl. Heßiſche Rent=Cammer daſelbſt.
Mit dieſem wurden unſere Wayſen bedacht. Zwey Fremde, ſo den 30.ten
Januar. das Wayſen=Hauß beſahen, verehrten 10. Alb. Den
10.ten Febr. ſchickte ein ungenanter Freund, aus einem hieſigen
Gaſt=Hauß einen Laub=Thaler. Aus dem Stock kommen 4. fl.
11. Alb. wobey ein Laub=Thaler, von einem Freund, GOtt zu
dan=
cken, wegen erlebten 63.ten Geburts=Tag. Ferner 1. fl von diey
guten Freunden, welche, da ſie wegen Unpaͤßlichkeit, am neuen
Jahrs=Tag nicht in der Kirch geweſen, ſich der geſammelten
Col=
lecte errinnert. GOtt gedencke auch dieſer Freunden im Beſten und
vergelte ihnen ihre Liebe aus Gnaden reichlich.
Von der Baaden Baadiſchen groſen Aetien=Lotterie, welche den andern Monath
als den 26.ſten Maͤrtz, wie auch die Franckfurtber Armen=Häuſer Lotterie auf den Termin
ge=
ſogen wird, findet einen ſtarcken Abgang der Looſe, am letzen werden keine mehr vors Geld
zu baben ſeyn, demnach beliebe ſich, wer ſein Gluͤck probiren will, beyſeiten bey dem Fuͤrſtl.
Zollverwalther Sumpff zu melden, in der erſten Claß ſi=het zu gewinnen, 1. a 30000. 1. a
20000, 1. 15000. 1. 4 10000. 1. 4 8000. 1. 4 5000. 2. 3000. 4. 1000. 10. a 1000. fl.
nebſt viele Mittel=Preiß, alle Looſe kommen in allen 5. Claſſen mit Treffer heraus= meine
Ein=
leger haben die Liſte jedesmahl bey mir zu ſehen.
Zum Verkauff wird angetragen:
Ein nußbaumener Kleider=Schranck mit 2. Thuͤren ſchoͤn
ausgear=
beitet, iſt bey dem Hof=Trompeter Kahl zu verkauffen.
Zu
Zu verlehnen wird angetragen:
Bey dem Johann Henrich Kleber, Burger und Bierbrauer iſt zu
verlehnen in ſeinem Forder=Hauß, ſtoͤſſet auf die Straße, 3. Stuben 3.
Kammern, eine Kuͤche, ein Stuͤck Keller, ein Speicher und Geraͤth=Kammer,
einen Holtzplatz, dieſes alles iſt commod und in einem gutem Stand, hat ſaſt
meiſt mießingen Schloß und Handgriff, und iſt alles geweiſt, es kan gleich
be=
zogen werden.
In des Herrn Superintendenten Bebauſung in der neuen Votſtadt ſind ledig 3. Stuben,
darunter 3. in einer Reihe nebſt einem Cabinet kappeziret, eine Kammer, ein ſchoͤner und
groſſer Boden, ein a parter Keller nebſt einem verſchlagenen Holtz= Platz. Machdem die
Per=
lonen ſind, ſo koͤnnen auch etwas Meublen mit verlehnt werden.
Verlohrne Sachen.
Es iſt vergangenen Dienſtag 14. Tag, als den z0ſten vorigen
Mo=
naths ein Cachet, mit einem in Gold gefaßten Orientaliſchen Stein, worauf
das Bldniß eines heidniſchen Weibs=Kopfs geſtochen, und welches von dem
Stempel loß g=gangen, entweder vom Schloß=Hof an biß in das
Gmaͤhli=
ſche Hauß, oder aber durch den Schloß=Bogen Gang verlohren worden.
Wer nun ſolches gefunden oder davon Nachricht zu geben weiß. beliebe ſich
bey Ausgebern dieſes zu melden, damit es dem Eigenthuͤmer gegen eine
Re=
compenſe wiederum zugeſtellet werden koͤnne.
Angekommene frembde Herren Paſſagiers.
Herr von Zedwiz, ein Hof=Cavallier vom Herrn Grafen von Hohen=Loh
Oehringen. Herr Hauptmann Pfaff, und Herr Faͤhndrich von Rippurg,
vom Kayſerl. Heſſen=Darmſtaͤdtiſchen Dragoner=Regiment. Herr Klenck,
Hauptmann von Naßau Weilburg. Herr Amtmann Phaſian, von Ober=
Roßbach. Herr Conſiſtorial=Rath Rittmann, und Herr Amtmann Netzel,
von Mannheim. Dieſe logiren im Trauben.
Herr Lafaine, Major, und Herr von Archaud, Capitain, beyde vom
Re=
giment Commiſſaire General. Herr von Degen, von Bamberg. Herr
von Momaſtin, Hollaͤndiſcher Lieutenant. Dieſe logiren im Adler.
Herr Wettgen, Stallmeiſter von Marpurg, logirt im Ochſen.
Herr Gallentin, von Augſpurg. Herr Keyſer, ein Geiſtlicher aus dem
Lau=
bachiſchen. Beyde logiren im Engel.
Herr Burgck, Canditat von Langgoͤnß, logirt im Loͤwen
Herr Amtmann Frieß, von Rüͤckingen, logirt in der Cron.
Preiß der Lebens=Mittel.
Vam vorigen Samflag.
Ein Malter Korn
3.fl. = Bratwuͤrſt
5. alb.
= = Gerſte
2.fl. 20.alb. = Leberwuͤrſt
4. alb.
Ein Maaßjunges Bier
3. xr. = Blutwuͤrſt
4. alb.
Ein Maaß altes Bier
4. xr.== Hammelfleiſch
3. alb.
Ein Malter Speltz
2.fl. = Schaaffleiſch
Hafer
2.fl. Ein Kalbs=Geling
5. alb.
Rocken Mehl
3. fl. 10.alb. = Kalbs=Kop.
4.alb.
Weiß Mehl
6.fl. 10. alb. = Kalbs=Gekroͤß
5. alb.
Das Pf. Ochſenfl. 3 alb. 2. Pf. Ein Pf. friſch Butter5.alb. Pf.a6.alb.
= Rindfleiſch
2.alb. 4 Pf. Ein Kumpf geſchelter Hirſche 16. alb.
= Kalbfleiſch
2.alb. 4. Pf. = grobgeſchelte Gerſte 16. alb.
Schweinenfleiſch
3.alb. = = klein geſchelte Gerſte 20. alb.
= Schweinenſchm.
6. alb. = Erbſen
12. 2lb.
Speck
8.alb. = Linſen
10. alb.
= Doͤrrfleiſch
6. alb. Eyer 7.
2. alb.
Nota. Der Preiß des einem jeden Metzeer beſonders geſchaͤzten Fleiſches iſt an der in jedem
Stand, und in denen Haͤußern befindlichen ſchwartzen Taſel, von dem Marckmeiſter mit
Kreide angeſchrieben zu erſeben.
Gebohrne, Getauffte und Verſtorbene
in voriger Woche.
1.) Gebohrne und Getauffte.
Herrn Johann Philipp Gruͤnwald, Fuͤrſtl. Kriegs=Caßirern, ein Goͤbnlein.
Herrn Johann Conred Seeckatz, Fuͤrſtl. Hof=Mahlern, ein Toͤchterlein.
Herrn Frantz Dubois, Fuͤrſtl. Hof=Tantzmeiſtern, ein Soͤhnlein.
Meiſter Jobannes Steinins, Burgern und Sattlern, ein Soͤhnlein.
Henrich Philipp Fuchß, Burgern und Fuhrmann, ein Söhnlein.
Johann Nicklas Arnbeuter, Burgern und Metzgern, ein Soͤhnlein.
Maria Barbara Ritterin, ein unehl. Soͤhnlein.
2.) Geſtorbene und Beerdigte.
Herrn Johann Chriſiopb Kieſuß, Fuͤrſl. Cammer=Muſio, ein Toͤhterlein, 3. Monaſh.
Meiſter Johann Convad Immel, Burger und Leineuweber, 68. Jahr 5. Monath.
Meiſter Jobann Henrich Caſpari, Burger und Schneider, 46 Jahr 9. Monath.
Meiſter Johann Georg Hereh, Burgern und Schneidern ein Soͤhnlein, 3. Jahr 2. Monath.