Darmstädter Tagblatt 1759


11. Januar 1759

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den 11. Januaril.
Nam. II.
1759.
Mit Hochfuͤrſtl. Gnaͤdigſtem PRIVILEGIO.

Darmſtaͤdtiſches
Frag=und Anzeigungs=Blaͤttgen/
zu finden bey Gottfried Heinrich Eylau, Hof=u. Cantzley=Buchdrucker.

AVERTISSEMENT.

Nachdem auf Hochfuͤrſtl. Gnaͤdigſte Verordnung die Herrſchafftl. Brau=
und Brennerey zu Eberſtatt, ſo die Simoniſche Familie bishero in
Erb=Beſtand gehabt, und davon die Erb=Leyh auf den juͤngſten
noch minorennen Simoniſchen Sohn Jacob Adrian, nach deſſen
Mutter Abſterben, transferiret worden, quoad dominium utile oͤf=
fentlich
ſubhaſtiret werden ſoll, und hierzu terminus auf den 23.ten
Januarii kuͤnfftigen Jahrs anberaumet worden. So wird ſolches
hierdurch oͤffentlich bekannt gemacht, damit die etwaige Liebhaber
ſich bemelten Tags morgends præciſe 9. Uhr in beſagter Brennerey
einfinden, die naͤhere Conditiones vernehmen, und ſofort mitbieten
koͤnnen. Sign. Darmſtadt den 23.ſten December 1758.
Fuͤrſtl. Heßiſch. Ober=Amt daſelbſten,

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Beſondere Nachricht.

Es dienet hiermit zur Nachricht, daß die Franckfurther Armen= Haͤu=
ſer
Lotterie auf ultimo Jan. feſt geſchloſſen, die erſte Claß zu ziehen, mithin
daß Haupt=Buch geſchloſſen, daß keine Deviſen mehr angenommen, ſon=
dern
die noch wenige in Händen habende Looße, mit Deviſen ausgefullt ſeyn,
von dieſer und der Baaden=Baardiſchen Actien=Lotterie, welche den 26.ſten
Maͤrtz gezogen wird, ſind bey dem Specerey=Haͤndler Sumpff Looße zu ha=
ben
. Die Plans werden gratis ausgegeben.
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Außer der milden Wohlthat, ſo ein geneigter Freund denen armen
Wayſenwiederum gütigſt zuflieſſen laſſen, kam auch den 4.ten Jan. ein Laub=
Thaler mit Verlangen vor eine krancke Mit=Schweſter zu beten. Den
9.ten wurde noch ein Laub=Thaler zugeſchickt, mit verlangter Vorbitte vor
einen krancken Mit= Bruder. Aus dem Stock kommen 6. Alb. GOtt laſ=
ſe
ſich das demuͤthige Bitten mit Loben und Dancken der lallenden Wayſen,
gnaͤdig gefallen. Er ſchencke ſeine mildthaͤtige Vatter=Huͤlffe, und ſetze die=
ſe
mildthaͤtige Freunde, nach ſeiner reichen Guͤte, zum Seegen immer und
ewiglich.
Es wird auch hierdurch allen Hohen Goͤnnern, Freunden und Liebhabern
abermahlen bekannt gemacht; daß der Abdruck derer Terten zur Kirchen=
Muſie, in Hochfuͤrſtl. Schloß=Capelle (welche auch nur zum privat=Leſen,
auf alle Sonn=Feſt=und Feyer=Taͤge ſehr erbau ich ſind, ) nun voͤllig fertig,
und in dem Wayſenhauß zu bekommen, das Exewplar roh vor 20. kr. oder
gebunden vor 23. kr.

Zu verlehnen wird angetragen:

Bey dem Metzger Buͤchler in der Ochſen=Gaß ſind 2. Stuben nebſt
Cammern, Kuͤch und Holtzplatz zu verlehnen.
In dem Hoͤhlgen iſt ein Garten nebſt Weinberg und Acker zu verleh=
nen
, wer dazu Luſten hat, kan in der Buchdruckerey nähere Nachricht haben.
In

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In hieſiger Buchdruckerey iſt zu haben:

D. Freſenii zweyte Poſtille uͤber die Sonn=und Feſttags=Evangelien durch
das gantze Jahr. in 4to. a 3.fl.
Erbauliche Gedancken eines Chriſten, uͤber alle hohe Feſſe und bey einigen
andern Gelegenheiten, aufgeſetzt von dem Heſſen=Darmſtäͤdeiſchen
Geheimden Rath Herrn von Schrautenbach, in 4 to auf Schreib=
Pappier a 6. kr. auf Druck=Pappier a 4. kr.
Compent jeuſes und allerneueſtes Koch=Buch, oder kurtze, doch deut=
liche
und richtige Anweiſung, wie man allerhand wohlſchmeckende Speiſen,
als Suppen, Gekochtes, Gebratenes, Potagen, Fiſche, Gebackenes, Con=
fecturen
, eingemachte Sachen, Sallate und dergleichen zubereiten ſoll, nebſt
einem Kuͤchen=Inventario und Kuͤchen=Zettul, auch einem Trenchier= Buͤch=
lein
. in 8vo. 20. kr.
Die ſchoͤne Kinderzucht, aus dem Frantzoͤſiſchen des Herrn Bordelons uͤber
ſetzt, und mit einigen Anmerckungen begleitet von M. Schuberth, nebſt
einem Empfehlungsſchreiben an alle rechiſchaffne Eltern, von Johann Frie=
drich
May, der Moral und Politik öͤffentlichen Lehrer, und des groſſen
Fürſten=Collegii in Leipzig Collegiaten. in 8vo. a 30. kr.
Leben groſſer Helden des gegenwaͤrtigen Krieges, geſamlet von D. Carl Frie=
drich
Pauli, des Staarsrechts und der Geſchichte Lehrer, in groß Octav,
a50. kr.

Angekommene frembde Herren Paſſagiers.

Herr von Moſer, Fürſtl Heſſen=Darmſtaͤdtiſcher Legations=Rath:
= e von Oedringshaußen, von Heilbronn.
Dieſe logiren im Trauben.
Herr Winter, Hof=Rath von Homburg an der Hoͤhe, logirt im Adler.

Ab=und durchgereiſte Herren Paſſagiers.

Herr von Steinsdorff, Herr von Moll, beyde Paſſagiers.
( von Lepa, Hof=Juncker vom Koͤnig in Daͤnnemarck.
9. Kauff= und Handels=Leute.
Preiß

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Preiß der Lebens=Mittel.

Vom vorigen Samſtag.
3.fl.10.alb. = Bratwuͤrſt
Ein Malter Korn
5.alb.
= Gerſte
2.fl. 25.alb.= Leberwuͤrſt
4. alb.
Ein Maaßjunges Bier
3.xr. = Blutwuͤrſt;
4. alb.
Ein Maaß altes Bier
4. xr.=
Hammelfleiſch 2.alb. 6. Pf.
2.fl.
Ein Malter Speltz
Schaaffleiſch 2.alb. 4. Pf.
Hafer
2.fl. Ein Kalbs=Geling
6. alb.
3. fl. 18.alb.
Rocken Mehl
Kalbs=Kopf
1.alb.
6.fl. 10. alb.
Weiß Mehl
Kalbs=Gekroͤß
6. alb.
Das Pf. Ochſenfl.
3. alb. Ein Pf. friſch Butter
7.alb.
= Rindfleiſch
2. alb. 4 Pf. Ein Kumpf geſchelter Hirſche 16. alb.
2. alb.=
= = Kalbfleiſch
grobgeſchelte Gerſte 16. alb.
= Schweinenfleiſch
3.alb. = klein geſchelte Gerſte 20. alb.
= Schweinenſchm.
6.alb. == Erbſen
10. alb.
Speck
8.alb.== Linſen
8.alb.
Doͤrrfleiſch
6. alb. Eyer 5.

2. alb.

Gebohrne, Getauffte, Copulirte und Verſtorbene
in voriger Woche.

1.) Gebohrne und Getauffte.

Meiſter Georg Friedrich Schuch, Burgern und Spenglern, ein Toͤchterlein.
Meiſter Johann Anaſtaſius Kuntz, Burgern und Schneidern, ein Toͤchterlein.
Meiſter Johann Conrad Drach, Burgern und Schnmachern= ein Soͤhnlein.
Henrich Wieſel, Herrſchafftl. Cur=Schmitt, ein Toͤchterlein.
Meiſter Jobann Henrich Schaͤffer Burgern und Schneidern, ein Toͤchterlein.
Johann Moritz Buchboltz, Aller=Gaͤrtnern, ein Soͤbnlein.
Johann Frantz Muͤller, Schreinern, ein Tochterlein.

2.) Copulirte.

Miſte Jobann Wendel Kiunzel, Burar und Mehaer abier, mit Anna Dorotiea, Johan
Michael Preißen, Fuͤrſtl. Hof= Laqueyen allhier, ehl. Tochter.

3.) Geſtorbene und Beerdigte.

Frau Maria Calharina, weyl. Herrn Cbriſtlan Stoſecken, gew. Stadt=Adjutanten, hinler=
bliebene
Wittib, 83. Jabr 4. Monath.
Maria Catharina, Meiſter Pbilipp Balthaſar Fellenbergs, Burgers und Schueiders Ehfran,
44. Jahr 8. Manath.
Anna Magdalena, weyl. Meiſter Johanu Pbilipp Drayhers, gew. Burgers und Schumg=
chers
, hinterbliehene Wittib, 60. Jahr 7. Monath alt.