Darmstädter Tagblatt 1740


21. April 1740

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Mit Hochfuͤrſtl. Gnaͤdigſtem PRIVILEGIO.

zu finden bey Gottfried Heinrich Eylau, Hof=Buchdrucker.

Es wird zum Verkauf angetragen:

1. Es ſind allhier noch etliche Malter Wicken zu verkauffen, das Malter
nach dem Korn=Preiß, welches in der Buchdruckerey zu erfragen iſt.

2. Eine guͤldene Uhr.

3. Eine viereckigte Diamantene Roſette.

4. Ein Diamanten Creutz mit 7. Haupt=und 26. kleinen Steinen.

5. Ein gelber Roſette mit 2. Brillanten. In der Buchdruckerey zu erfragen.

6. Ein Hornfeſſel ſamt einem darzu gehoͤrigen Hiffthorn, mit ſilbernen Borden
beſetzt, um billigen Preiß. Bey dem Buchdrucker nachzufragen.

7. Morgendes Tags ſollen zu Seeheim 180. Ohm recht wohl conditionirte,
mehrentheils 2. Fuͤderige, 10. 8. und 6. Oehmigte Wein=Faͤſſer, entweder
uͤberhaupt oder Stuͤck=weiſe, an den Meiſtbietenden verkaufft werden.

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8. Nachdem auf Hochfuͤrſtl. Regierungs=Verordnung ohnlaͤngſt in dieſem
Blaͤttgen bekannt gemacht worden, daß das Frey=Adel. Wallbrunniſche Allo-
dial
-Guth zu Nieder=Modau, im Fuͤrſtl. Amt Lichtenberg gelegen,beſtehend
1.) in einem raͤumlichen mit bequemen Zimmern im erſten und zweyten Stock
verſehenen Wohn=Hauß, 2.) einem groſſen Hoff=Hauß vor einem Hofmann,
3.) einem langen Gebaͤud von Scheuern, Schoppen und Stallungen, 4.) ei=
nem
groſſen Hof=Platz, 5.) zwey daran ſtoſſenden Blumen= und Pflantz=
Gaͤrten, ingleichen 6. in 151. Morgen Acker=Land, 31. Morgen Wieſen
und 24. Morgen Waldung von Eich=und Buch=Baͤumen, wie auch 7.) in
dem Recht des Schaaf=Beytriebs à 10. Stuͤck, ſodann 8.) in ſtaͤndigen
Zinßen an Geld, Cappen, Korn und Haber, ſamt der darauf hafftenden
Freyheit, an den Meiſtbietenden gegen baare Zahlung verkaufft werden ſolle;
So wird nunmehro auch der auf den 15. Junii a. c. angeſetzte Subhaſtations-
Termin zu dem Ende kund gemacht, damit diejenige, welche zu ſolchem Guth
Luſt haben, ſich auf beſtimmte Zeit Vormittags um 9. Uhr auf dahieſigem
Rahthauß bey der Steigung einfinden moͤgen.

9. Auf Hochfuͤrſtl. Heſſen=Darmſtaͤdtiſ. Regierungs=Beſehl wird nochmalen
bekannt gemacht, daß das Frey=Adel. Bobenhauſiſche Guth mit allen confide-
rablen
Pertinentiis &c. den 11. May auf dem Rahthauß zu Wolffskehlen an
den Meiſtbietenden verkauft werden ſoll; weßhalben bey Herrn Auario Zim=
mermann
in Darmſtadt vorhero muͤndlicher Bericht zu vernehmen.

10. Eine muſterhaffte Grau=Schimmel=Stutte von 4. Jahren, aus dem Rhein=
felder
Geſtuͤtte in dem Ried gezogen, ſo bey 16. Fauſt hoch, und commod
zu reiten, auch in das Geſchirr und Fuͤllen=Zucht zu brauchen, iſt um billi=
gen
Preiß zu verkauffen, welches in der Buchdruckerey zu erfragen.

11. Nachfolgende Sahlfeldiſche Haͤuſer und Feld=Guͤther ſollen Montags den 25. AprilisVormittag
um 8. Uhr zu Allßbach oͤffentlich aufgeſteckt und an den Meiſtbietenden verkaufft werden, als:

1.) An Hauß und Hof zu Allßbach:

Ein neu wohlgebautes Hauß, worunter ein ſchoͤner Keller, nebſt Scheuer, Stallung und Pflantz Gar=
ten
, wie auch 24. Ruthen Wein Garten. Ein altes Hauß, Keller, Scheuer, Stallung und Pflantz=
Garten, nebſt Wein=Garten à 1 . Vrtl. Ein lediger Bau=Platz in der Kirch=Gaſſe, jetzo Garten.

2.) An Acker=Feld.

a.) An Wein=Garthen, Allßbacher Gemarckung.

1. Vrtl. 3½ Ruthen in der Haſſelbach. 1.Vrtl. in der oberſten Bruͤck. 33. Ruthen 1. Schuh im
hinterſten Haußſtuͤck. 27. Ruthen im Strengen genannt. 20. Ruthen 5. Schuh, jetzo Acker im
Kellerchen. 1. Vrtl. 24. Ruthen, nunmehro Acker, in der unterſten Bruͤck. 2. Vrtl. 6½ Ruthen,
modo Acker im Klingen. 1. Vtl. 31³⁄₈. Ruthen, dermalen Acker in der Bickenbacher Gaß. ½. Vtl.
vormals Bau Platz. 32¾. Ruthen im Kellerchen. ½. Vrtl nunmehro Acker in der Jugenheimer
Gaß.
b. ) An Acker=Feld.

2. Morgen im Oerches Grund. ¾. Morgen 25⁷⁄₈. Ruthen, auf der Bach, gegen Zwingenberg.
4½. Morgen zur Helfft im Saͤbgen. ¾. Morgen 2 . Ruthen zwiſchen den Straaſen. . Morg.
17³⁄₈. Ruthen noch allda. ½. Morgen 15. Ruthen in den Mirſtaͤtter Gaͤrten. 1. Morgen 32.

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Ruthen auf der unterſten Brune. ½. Morgen 17. Ruthen im Hochborn. ½. Morgen 6 ²⁄₈. Ru=
then
im unterſten Schellboͤhl. 20 ¼. Ruthen auf der Bach. 28 ¹⁄₈. Ruthen daſelbſten. 1. Mor=
gen
8. Ruthen 5. Schuh am Weylars Weg. 2. Vrtl. 7. Ruthen Acker in den Krauſen= Aecker.
1. Morgen 30. Ruthen im kleinen Fluhr. 2. Vrtl. 15. Ruthen daſelbſten. ¾. Morgen 30. Ru=
then
im Oerches Grund. ½. Morgen 19½ . Ruthen an der HaͤuſerStraſſe. ½ Morgen 17³⁄₈. Ru=
then
zwiſchen denen Straſſen. ½. Morgen 10½ . Ruthen auf der langen Harth. 1. Vrtl. 6 ½. Ru=
then
daſelbſten. ½. Morgen 13. Ruthen im Bruch genannt. 1½. Morgen 32½. Ruthen beym
Hochborn.
c.) An Wieſen in Haͤuler Gemarckung.

2½. Morgen 24. Ruthen, nunmehro Acker auf dem Weylar. ¹⁄ . Morgen 22¼. Ruthen in dem lan=
gen
Loͤſer. 1. Morgen 32⁷⁄₈ . Ruthen auf der Wachßwieſe. 1¼. Morgen 1⁵⁄₈. Ruthen in der Spi=
cken
genannt. ¼. Morgen 6⁷⁄₈. Ruthen in den Stotzenloͤſer. ½ Morgen 22¾. Ruthen ferner
allda.
Wer nun Luſten hat zu einem oder dem andern Hauß oder Stuͤck Guths, kan ſich
bemeldten Tages Vormittags um 8. Uhr auf dem Rahthauß zu Allßbach einfinden, und der Stei=
gerung
beywohnen. Zwingenberg den 4. April 1740.

Fuͤrſtl. Heßiſches Ober=Amt allda.

Zu verlehnen wird angetragen:

Eine Stube und Kammer vor eine ledige Manns=oder Weibs=Perſon, mit=oder
ohne Bette; welches in der Buchdruckerey zu erfragen iſt.

Zu entlehnen wird geſucht:

Ein Einwohner in Trebur begehrt 200. fl. er will dagegen unter gerichtlicher
Verſicherung vor 400. fl. Feld=Guͤther verpfaͤnden.

Verlohrne und gefundene Sachen.

Es iſt ein kupfferner Keſſel verlohren gegangen, wer ſolchen gefunden, oder
an ſich gekauft, beliebe es in der Buchdruckerey zu melden, man iſt erboͤ=
thig
, das davor gegebene Geld zu erſetzen.

Hingegen iſt ein groſſer Schluͤſſel gefunden worden, wer ſolchen verlohren, kan
ſich in der Buchdruckerey melden.

Angekommene frembde Herren Paſſagiers.

Herr von Ullmenſtein, Cammer=Gerichts=Aſſeſſor von Wetzlar, logirt beym
Herrn Geheimbden Rath Wieger.

Herr von Drechſel, Hauptmann von Chur=Mayntz, logirt im Storcken.

Herr Baron von Riedel aus Berlin, logirt im Adler.

Ab=und durchgereiſte Herren Paſſagiers.

Herr Brenner, Herr Biſchoff, Herr Hoffmann und Herr de Bari, Handels= Leu=
te
von Baſel.

Herr Renner, Herr Rubinius, Herr Bayer, Herr Lotter, und Herr Bloß, Han=
dels
=Leute von Augſpurg.

Herr Rinbert, Herr Mezier, Herr Rigot, und Herr Rolin, Handels=Leute von
Straßburg.

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Herr Spanzot, Handelsmann von Turin.

Herr Cages, Paſſagier von Paderborn.

Herr Petrazino, Handelsmann von Capel.

Herr von Unruh, ein Preußiſcher Major.

Herr Graff von Tauber aus Schweden.

Herr von Philips und Herr von Loths, Paſſagiers aus Londen.

Herr Sequin und Herr Glorio, Handels=Leute aus Burgund.

Herr von Dornheim, ein Frantzoͤſiſcher Lieutenaut.

Herr Dierſon, Herr Garnier, und Herr Meiſſonier, Handels=Leute von Nanzy.

Herr Boͤzel, Herr Schell, Herr Neumann, Herr Braun, Herr Ruter, und Herr
Saum, Handels=Leute von Straßburg.

Herr Schiffling und Herr Stemmling, Handels=Leute von Mannheim.

Herr Maßing und Herr Buͤcking, Handels=Leute von Augſpurg.

Herr Kornacker, Conſulent von Heilbronn.

Frucht=Mehl=und Fleiſch=Preiß/ vom vergangenen
Sonnabend.

Ein Malther Korn 4. fl. 20.alb. Gerſten 3.fl. 10.bis 15.alb. Speltz = 1.fl. 25.alb. Hafer 2.fl. 6. alb. RockenMehl = 5.fl. 10. alb. Weiß Mehl 6.fl. Das Pfund Ochſenfleiſch 5. xr. 2. Pf. = Rindfleiſch 5. xr. Kalbfleiſch 5. xr. = Schweinenfleiſch 6. xr. = Hammelfleiſch 5. xr. 2. Pf.

Geſtorbene und Beerdigte.

Mſtr. Philipp Ludwig Schuͤler, Burger und Leydecker, 54. Jahr alt.

Benjamin Nordmann, Peruquenmacher.

Suſanna Wagnerin, eine Waſch=Frau.

Anna Margretha, Mſtr. Chriſtoph Lorentz Schobers, Burgers und Metzgers
Ehe=Frau, 43. und ein halb Jahr.

Dem verſtorbenen Hrn. Teichmeiſter Bing ein Soͤhnlein, 10. Jahr.

Mſtr. Fehrmann, dem jungen, Burgern und Schumachern, ein Soͤhnlein.

Dem verſtorbenen Zimmermann Millitzer ein Toͤchterlein, anderthalb Jahr.

Johann Caſpar Baͤr, ein Schloſſer=Jung, 17. Jahr.

Die Herren Prænumeranten dieſes Frag=und Anzeigungs=Blaͤttgens werden
hiermit freundlich erſucht, 30. xr. gegen Quittung einzuſenden, da ihnen dann
dieſes Blaͤttgen wieder ein halb Jahr lang alle Donnerſtage richtig zuge=
ſchickt
werden ſoll.